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Ich oute mich jetzt.
Was mir echt schwer fällt.
Ich habe eine Ess-Störung. Schon seit früher Kindheit an. Allerdings hat es erst zu einer deutlich sichtbaren Gewichtszunahme geführt, als ich vor 8 Jahren mit dem Reiten aufhörte.
Seit letztem Winter habe ich auch die Diagnose Ess-Störung als Suchterkrankung.

Hier gibt's doch bestimmt noch mehr Leutchen die Emotionen mit dem Essen blocken oder verstärken?
Wie geht es euch damit?

Ich halte seit nun 3 Jahren mein Gewicht. Das ist mir noch nie über einen so langen Zeitraum gelungen.
Immerhin etwas...

19.08.2014 22:04 • 26.02.2017 #1


53 Antworten ↓


meroe
liebe flocke,

kann ich gut verstehen, dass dir das outing schwer fällt.
umso besser, dass du es getan hast!
ich habe mir dieses jahr erst eingestehen können, dass ich arge probleme mit dem essen habe.
wie wirkt es sich denn bei dir aus?
bist du in behandlung deswegen?

ich war letzte woche erstmalig bei einem treffen der overeaters anonymous.
deren programm ist an die AA angelehnt.
ich musste mich vorstellen mit mein name ist a. und ich bin esssüchtig.
nur ein paar worte, könnte man so denken, aber das war ziemlich krass für mich.
seitdem befinde ich mich auch wieder in einer tiefen depri-phase.
es ist irgendwie noch sehr gruslig für mich, ganz aufrichtig und realistisch auf mein essverhalten zu schauen, weil es mir so unglaublich peinlich ist.

ich find es soo krass, dass essen als Dro. fungieren kann!

musstest du dich anstrengen, um dein gewicht zu halten, oder war es mehr zufällig so?

ich wünsch dir alles gute!

19.08.2014 22:30 • #2



Ess-Störung

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MrsSoulfire
Darf ich frage wie sich die Ess Störung bei euch äussert? Habe den Verdacht auch unter einer Ess Störung zu leiden

20.08.2014 10:46 • #3


meroe
bei mir äußert es sich so, dass ich mittlerweile täglich essanfälle habe, wo ich die kontrolle darüber verliere, wieviel und was ich esse.
teilweise richte ich meine tage sogar danach ein, dass ich irgendwann (meist abends) einen essanfall ausleben kann. ich ziehe das essen teilweise sogar einem treffen mit freunden vor.
die essanfälle hatte ich eigtl schon seit ich denken kann.
dazu kommt, dass ich ab und zu mit radikalen maßnahmen versuche, meinem essverhalten entgegenzuwirken (exzessiver sport, hungern, erbrechen).
und essen (und hungern) wirkt bei mir wirklich eine Dro.: ich bin durchs übermäßig essen irgendwann total high und benebelt. in meiner eigenen welt.

du kannst ja auch mal schildern, wie dein verhältnis zum essen ist?
essstörungen können sich ganz unterschiedlich äußern. misstrauisch solltest du auf jeden fall werden, wenn sich deine gedanken ungewöhnlich viel ums thema essen/abnehmen drehen.
dazu neigen heutzutage leider sehr viele.

20.08.2014 11:49 • #4


MrsSoulfire
Es ist ähnlich wie bei Dir. Ich bekomme auch solche Anfälle. Wiege mittlerweile 140 Kilo. Ich liebe es essen in mir rein zu stopfen. Dann gibt es Tage dazwischen an denen ich normale esse, aber schnell kommt die Lust nach massig viel essen.

Warst du damit beim Arzt? Ich habe bisher noch gar nichts unternommen da ich mir erst seit ein paar Tagen bewusst bin das ich Essgestört bin. High werde ich davon nicht, aber es stellt mich kurze Zeit zufrieden. Ich dann auch nur fettiges wie Chips, Schokolade etc.

20.08.2014 12:55 • #5


meroe
ja, manchmal hab ich diese tollen phasen des normal-essens auch. wär schön, wenn man dabei bleiben könnte, mh? :/

mein neuer psychiater, zu dem ich für meine medikamente und klinikeinweisung musste, weiß davon bzw hat mich auch das erste mal dazu gebracht, darüber zu reden.
wirklich etwas dafür getan wurde aber nicht.
liegt aber auch daran,dass ich erstmal eine tiefe depression bekämpfen musste.
da das thema auch relativ neu für mich ist, frag ich mich jetzt allerdings, ob nicht die essstörung im vordergrund stehen könnte und nicht die depression?
ich hab halt einfach keine ahnung, wie das zueinander steht und wo ich anfangen soll :/

fühlst du dich denn dazu bereit, das problem anzugehen und weißt du schon, welche schritte du gehen willst?

lg

20.08.2014 13:12 • #6


MrsAngst
MrsSoulfire dein Gewicht ist schon bedenklich. Schließlich schadest du dir damit sehr und seinen Gelenken etc.
Ich denke ein wichtiger Schritt wäre es dich sobald es geht an einen Arzt zu wenden!
Du verlierst soviel Lebensqualität damit und vorallem gibt es ganz viele Dinge die einen zufrieden stellen, einem ein gutes Gefühl geben und glücklich machen.

23.08.2014 12:56 • #7


Ich gehe seit 3 Jahren in eine Adipositas Shg und habe geschafft mein Gewicht konstant zu halten. Gehe regelmäßig walken und einmal die Woche hab ich Rehasport.
Zu meinem Essen habe ich ne Mischung aus Liebesbeziehung, als auch Kontrolle von Gefühlen. Je nach dem. Entweder als Blockade oder als Verstärker.

Ich schreibe mal ein anderes Mal in Ruhe inwiefern in da von meiner Mutter von klein auf an konditioniert wurde...
Lg

23.08.2014 14:41 • #8


meroe
Zitat von Flocke_79:
Ich gehe seit 3 Jahren in eine Adipositas Shg und habe geschafft mein Gewicht konstant zu halten. Gehe regelmäßig walken und einmal die Woche hab ich Rehasport.
Zu meinem Essen habe ich ne Mischung aus Liebesbeziehung, als auch Kontrolle von Gefühlen. Je nach dem. Entweder als Blockade oder als Verstärker.

Ich schreibe mal ein anderes Mal in Ruhe inwiefern in da von meiner Mutter von klein auf an konditioniert wurde...
Lg



au ja, das wär toll!
würde mich mal interessieren, wie das bei anderen zustande kommt.

ich find deinen signatur-spruch übrigens großartig!

28.08.2014 22:13 • #9


Ah...gut das du hier geschrieben hast. Ich hatte es nämlich wieder vergessen...
Also...folgendermaßen :
2 Sachen hat meine Mutter gemacht :

Sie hat mir Essen in Aussicht gestellt wenn ich brav sei bzw.mich damit belohnt wenn ich brav war. Brav natürlich in ihrer Wahrnehmung. Rein subjektiv.
Und sie hat mich mit Essensentzug bestraft, wenn ich nicht brav war
bzw.ihr irgendwas gegen den Strich ging. Das ging soweit, das ich Wasser und Essen in meinem letzten Jahr wo ich noch bei ihr wohnte (da war ich 14-15 Jahre alt) einen Tag zuvor mündlich bei ihr vorbestellen musste. Denn sie schloss die Küche ab. Immer. Auch wenn sie zu Hause war.

Da ich damals aufhörte mit ihr zu sprechen zwang sie mich dadurch zur Unterwerfung. Ein sehr perfides Spiel.

Das zweite, was sie machte, da war ich noch Kind, das sie mir etwas von meinen Lieblingsnascherein gab und ich während ich aß von ihr den Arm gekrault bekam.
Quasi Essen und Liebe in einem Rutsch. Und das über Jahre.

So kam es zu meiner Ess-Störung...

29.08.2014 04:25 • #10


Davina
Liebe flocke,
Ich finde es sehr mutig dass du dich geoutet hast.
Ich lebe mittlerweile seit fast 7 Jahren mit meiner Essstörung.
Bei mir handelt es sich um magersucht mit Bulimie Phasen
Sie hat mich mit 15 fast mein leben gekostet.
Herzstillstand.
Ich wog nur noch 39 kg.
Ich war in einigen kliniken und habe mittlerweile normalgewicht aber als geheilt würde ich mich nicht bezeichnen.
Schon krass,wie so etwas normales wie essen,einem das Leben zur Hölle machen kann...

29.08.2014 06:12 • x 1 #11


Hi Davina.
Ist doch toll, das du es im Griff hast!
Ach ja, das outen bei sichtbarer Ess-Störung ist vllt eher da als bei Bulimie zb...? Weiß nicht so genau aber als dicker Mensch sehen es einem ja alle an. Und ich bin so ne Type, ich gehe offensiv damit um. Besser ich sage was los ist mit mir, als die Leute fassen mich mit Samthandschuhen an oder, was ich noch schlimmer finde, geben so tolle Diät Tipps! Die brauche ich als Süchtige auch unbedingt! Das ist wie, wenn ich einem Alk. sage: Hör mal, trink doch mal zwischen durch nen lecker Grüntee.

Außer Menschen, die mich verächtlich anschauen, denen erzähle ich natürlich nix von meiner Seele. Sollen die mich Nase rümpfend in die falsche Schublade stecken!

29.08.2014 15:12 • #12


MrsSoulfire
Guten Morgen,

ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht was ich dagegen tun werde. Zur Zeit mache ich bei einem Programm meiner Krankenkasse mit und überwache so mein Essverhalten, mit dem Ziel auch abzunehmen. Bis jetzt bin ich nicht rückfallig geworden. Aber meine Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen.
Ich weiß nicht warum ich diese Attacken habe, ich denke das essen für mich ein Ersatz sind für irgendwas. Durch mein turbulentes Leben habe ich keinen Abschluss, geschweige denn eine Ausbildung. Ich bin schon länger Arbeitslos, alleinerziehend und hatte bis 2011 mächtige Probleme mit dem Kindsvater. 2011 nahm er sich das Leben. Nun ja nun bin ich ab nächster Woche dabei meinen Abschluss per Fernstudium zu erlangen, da ich durch meine Krankheit nicht jeden Tag zur Abendschule könnte. Ich erhoffe mir dadurch auch mehr Selbstbewusstsein und keine Fressattacken mehr da ich nun etwas zu tun habe. Etwas für meine Zukunft. Daher denke ich das dass massive essen ein Ersatz ist.

30.08.2014 07:32 • #13


Seit knapp 4 Wochen gehe ich 6 mal die Woche walken.
So ca 50 Minuten, aber zügig mittlerweile.
Gerade auch wieder. Puh, ganz schön anstrengend.
Und die Waage belohnt mich noch immer nicht

23.10.2014 16:13 • #14


Flocke, walken alleine machts nicht....obwohl ich es toll finde, dass du es schon Wochen durchziehst.
Versuch auch viel Wasser zu trinken und natürlich muss man die Ernährung umstellen...
viel Gemüse,Obst und wenig Kohlehydrate!
Bleib am Ball, es lohnt sich..

23.10.2014 16:19 • #15


Boah ey.
Wie ich dat liebe.
Schlaue Ratschläge ohne ma zuvor zu fragen, ob ich dat zufällig schon beherzige!
Danke auch.
Und den Satz: Es lohnt sich, hättest du dir auch schenken können.
Ich war mal schlank und hab sogar Leistungssport gemacht.
Erzähl mir was, das ich noch nicht weiß! Ansonsten halt den Rand.
Dankö

23.10.2014 16:31 • #16


Zitat von Flocke_79:
Boah ey.
Wie ich dat liebe.
Schlaue Ratschläge ohne ma zuvor zu fragen, ob ich dat zufällig schon beherzige!
Danke auch.
Und den Satz: Es lohnt sich, hättest du dir auch schenken können.
Ich war mal schlank und hab sogar Leistungssport gemacht.
Erzähl mir was, das ich noch nicht weiß! Ansonsten halt den Rand.
Dankö


So kannst du mit deinen nicht vorhandenen Freunden reden,aber nicht mit mir,ja?

23.10.2014 16:32 • x 3 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Siehst doch, das ich das kann.

23.10.2014 16:54 • #18


Schlaflose
Zitat von Flocke_79:
Seit knapp 4 Wochen gehe ich 6 mal die Woche walken.
So ca 50 Minuten, aber zügig mittlerweile.
Gerade auch wieder. Puh, ganz schön anstrengend.
Und die Waage belohnt mich noch immer nicht


Geht mir genauso. Je mehr Sport ich mache (und ich mache echt viel: Joggen, Fahrradfahren, Schwimmen, Walking und Fitnessstudio), nehme ich eher noch zu. Aber: ich weiß, woran es liegt Mich macht der Sport dermaßen hungrig, dass ich dann doppelt bis dreimal so viel esse wie ohne Sport. Ich denke dann immer, jetzt hast du so viele Kalorien verbraucht, jetzt darfst du gut zuschlagen. Ich esse dann um ein Vielfaches mehr als ich durch den Sport verloren habe.

23.10.2014 16:57 • #19


Mehr essen tue ich im Moment nicht. Abends auch nur Eiweiß und Rohkost. Janz vorbildlich

23.10.2014 17:00 • #20



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