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RisingDarkKnight
Hallo Forum,

endlich habe ich nach einigen Sitzungen bei meiner Psychotherapeutin und nach einem Fragebogenmarathon eine Diagnose bekommen: Anpassungsstörung.

Da ich regelmäßige Stimmungsschwankungen habe, von himmelhoch-jauchzend bis sehr traurig und einsam, möchte ich ein Tagebuch schreiben. Ich hoffe so mehr Sicherheit zu bekommen und dass ich wieder komplett gesund werde.

Meine Vorgeschichte möchte ich im Detail erstmal nicht aufschreiben. Ein paar Infos zu mir aber schon. Ich werde demnächst 30, habe vor kurzem einen Städte- und Jobwechsel hinter mir, lebe als Singel in einer großen Wohnung im Zentrum einer NRW-Großstadt und bin körperlich kerngesund. Leider ist meine seelische Verfassung im Moment nicht die Beste. Damit sich das ändert, möchte ich aktiv etwas dafür tun - dieses Tagebuch schreiben!

Ich möchte täglich, mindestens bis Ende August, kurz einen Eintrag hier verfassen mit Gedanken zum Tag. Vor allem was mich positiv gestimmt hat und welche Erlebnisse mich runtergezogen haben.

Auf gehts

20.07.2014 17:22 • 31.08.2014 #1


58 Antworten ↓


RisingDarkKnight
Sonntag, 20.07

Der Tag startete mit Sport - ich habe mir lange vorgenommen bei der Freeletics Runde mitzumachen und es endlich durchgezogen. Danach zur Abkühlung ins Schwimmbad am Rhein. Nach 1 Stunde Sonne im Tank gingen mir die kreischenden Kids und die knutschenden Pärchen auf die Nerven und ich bin nach Hause. Auf der Fahrt zurück habe ich mich gefragt ob ich wieder alleine ins Freibad gehen werde...Abends um 6 gings noch in die Abendmesse. Ich war positiv überrascht mindestens 2-3 gleichaltrige in der Kirche zu sehen. Wie gut ein ausgesprochenes "Friede sei mit Dir" tun kann. Irgendwann während der Kommunion kamen mir die Tränen. Ich war überwältigt von der Atmosphäre und von dem guten Gefühl, nicht alleine zu sein. Den Gleichaltrigen ging es anscheinend auch so. Am Ende gab es noch zwei Gebetskerzen, eine für meinen Kleinen kranken Neffen, und eine für meine Zukunft.

Heute habe ich kaum Ängste gehabt. Dafür fühlte ich mich ziemlich einsam und traurig. Beim schreiben dieser Zeilen fühle ich mich müde, aber zufrieden mit den ganzen Dingen die ich heute geschafft habe.

Gute Nacht

RisingDK

20.07.2014 19:58 • #2



Diagnose Anpassungsstörung - mein Tagebuch

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RisingDarkKnight
Montag, 21.07

Heute war ein sehr verregneter Tag an dem auf der Arbeit alles wie gewohnt lief. Ich konnte mich heute auch während meines Mittagstiefs gut auf meine Arbeit konzentrieren. Hier und da tagträumerische Blicke aus dem Fenster ins graue Nass. Meißtens habe ich mich dabei gefragt, wozu ich heute nach Feierabend Lust habe.

Zu Hause angekommen habe ich schnell ein paar Dinge im Haushalt erledigt und einen Bananen-smoothie für morgen früh vorbereitet. Dann mit einem B. auf die Couch und "Gott des Gemetzels" von Roman Polanski geguckt. Nach dem Film fühlte ich Reste von der unterschwelligen Wut des Film in mir. Die merke ich beim Schreiben dieser Zeilen immernoch. Und das, obwohl ich weiß dass es sich um eine Komödie handelt. Keine leichte Kost der Film. Großartige schauspielerische Leistung.

Ich vermisse gerade eine Patnerin, mit der ich vor dem schlafengehen über die Erlebnisse des Tages rede. Oder mit der ich beim Zähneputzen rumalber und die Zahnpasta Klekse am nächsten morgen verraten, wo wir dabei herumgelaufen sind...

Morgen früh um 8 geht es wieder zur Therapeutin. Verhaltenstherapie, genauer ACT-Therapie. Ich hoffe, dass meine Therapeutin diesmal mehr Gewicht auf meine persönliche Situation legt als in den Sitzungen davor. Bisher ging die meiste Zeit der 4 Sitzungen auf allgemeine Themen wie zB die Behandlungsform. Oder Sie hat mir etwas aus Büchern vorgelesen. Eigentlich hatte ich viel mehr damit gerechnet, dass Sie mich fragt und ich erzähle. Jetzt, da Sie eine Diagnose gestellt hat, wird das hoffentlich spezieller.

Ich bin an diesem Tag dankbar, dass ich wieder einen Tag ohne spürbare Ängste hatte. Und auch für die 2-3 herzhaften Lacher mit den Kollegen.

Gute Nacht!
RisingDK

21.07.2014 22:33 • #3


Fee*72
Hallo RisingDarkKnight ,
ich hoffe es is ok,wenn ich hier reintippsel..wenn nich ,einfach sagen..

was genau ist ACT Therapie?eine spezielle bei Anpassungsstörung und wie äussert die sich genau? die sachen die du oben beschreibst äheln einer Depression würd ich sagen...
du klingst traurig,bist einsam....warum bist du in eine andere stadt gewechselt?

ich wünsch dir,das die Thera gut verläuft und dir hilft und du mehr verstehst...dennoch sei weiter mutig und stark....und schön,das du nich so viele ängste hattest und auch schwimmen konntest..das war ich lange nich mehr....

wünsch dir eine gute nacht..

lg Fee

21.07.2014 23:20 • x 1 #4


RisingDarkKnight
ACT steht für Akzeptanz und Commitment Therapie. Eine Kombination von klassischen verhaltenstherapeutischen Maßnahmen mit Achtsamkeitsübungen und Werteklärung. Russ Harris zB ist einer der Vorreiter auf dem Gebiet - ich finde seine Bücher sehr inspirierend.

Ich bin gewechselt, weil ich einen Neuanfang wollte. Meine Symptome sind Ängste in alltäglichen Situationen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Tränenausbrüche, Niedergeschlagenheit...die Palette lässt sich erweitern. Fee, Danke für Deine Wünsche! Gute Nacht

21.07.2014 23:45 • x 1 #5


Fee*72
guten morgen..hoffe du konntest gut schlafen...
danke für deine Erklärungen...Achtsamkeit sagte mir meine VT damals auch..immer bei einer sache bleiben und diese achtsam machen oder wenn man draussen ist achtsam auf die dinge dort achten..blumen,tiere,Bäume etc..
Werde mir mal Bücher von diesem Russ harris ansehen..

Wie gefällt es dir da ,wo du jetzt bist?Hast du schon "freunde" gefunden?das was du beschreibst kenn ich auch zum teil...man braucht einfach jemanden der ähnliches durchmacht ,damit man sich verstanden fühlt..andere können sich schlecht reinfühlen und verstehen einen nicht..und "hauen" dann oft nochmal drauf..
wünsch dir heute einen guten Tag...viel sonne und Kraft..

lg
Fee

22.07.2014 10:54 • #6


RisingDarkKnight
Dienstag, 22.07.2014

Heute morgen um 8 Uhr stand ich bei meiner Psychotherapeutin auf der Matte. Also die Frau hat wirklich Nerven! Wieder fragte Sie nicht wie es geht und Sie hat vergessen einen Bogen auszuwerten. Ich finde Sie sehr symphatisch. Aber Organisation ist nicht Ihre Stärke. 1x werde ich noch zu Ihr gehen und dann bei Bedarf Coaching nehmen. Die Dreiecke die Sie an den Flipchart malt kann ich nicht mehr sehen so langsam...und mehr als Russ Harris rezitieren macht Sie auch nicht. Trotzdem tat der Besuch gut. Auf der Arbeit angekommen ging es wie geschmiert los. Mittagessen in der Katine (bei meinem letzten Arbeitgeber der Horror, ich hätte eher mit einem Krokodil gebadet als in die Katine zu gehen) mit einigermaßen lockeren Gesprächen ohne Angst. Ich gewöhne mich langsam an das neue Unternehmen. Es ist groß, aber die Leute sind sehr freundlich und vor allem, authentisch. Wie ich das vermisst habe.

Nach der Arbeit habe ich ein B. am Rhein getrunken und ein paar Körbe geworfen. Fühlte mich nicht einsam obwohl ich alleine da war. Vielleicht hab ich irgendwann Lust mal eine Gruppe Fussballer anzusprechen ob ich mitspielen kann. Freunde habe ich hier noch keine. 2 gute Freunde aus der Abi bzw. Uni Zeit wohnen hier, aber die haben so wenig Zeit. Für unter der Woche spontan was unternehmen suche ich mir neue Leute...irgendwann, wenn ich mich danach fühle.

Für morgen früh gibt es einen Karotten-Birne-Apfle Smoothie. Diese Maschine ist der Hammer. Obst und Gemüse rein, etwas Flüssigkeit, 5 Sekunden mixen - fertig. Schaffe ich daraus eine Frühstückgewohnheit zu machen? Das wäre nicht schlecht.

Ich bin heute dankbar für ein paar Sonnenstrahlen nach Feierabend, für ein paar Kinderlachen beim Brötchenholen, und für ein riesen Kompliment von einem Arbeitskollegen.

Runtergezogen hat mich heute nichts bewusst.

Gute Nacht
Rising DK

22.07.2014 21:23 • x 1 #7


Hallo Rising DK,

ich bin zwar aus etwas anderen Gründen hier im Forum unterwegs, bin aber trotzdem auf dein Tagebuch gestoßen.

Ich finde es toll, dass du dir das vorgenommen hast und auch durchziehst. Ich hoffe, du bleibst dabei! Schreiben hilft mir auch immer, vielleicht fange ich bei Zeiten auch mal ein Tagebuch an.

Ich finde es gut, dass du Dingen, die dir offensichtlich Spaß machen, auch alleine nachgehst. Das fällt mir selber sehr schwer im Moment. Noch besser finde ich, dass du versuchst dich Schritt für Schritt aus deiner Situation raus zu kämpfen, nicht ungeduldig bist und dir die Zeit nimmst, die du brauchst um z.B. neue Leute anzusprechen. Wirklich bemerkenswert finde ich, dass du dir jeden Tag bewusst machst, wofür du dankbar bist. Damit werde ich definitiv auch anfangen...

Alles in allem bislang ein wirklich gelungenes Tagebuch, schön geschrieben und für mich persönlich sogar ein Stück weit inspirierend. Ich werde bestimmt wieder vorbei schauen. Weiter so...

Gute Nacht!
Jagony

22.07.2014 21:47 • x 1 #8


Huhu.
Ne Anpassungsstörung habe ich auch. Bei mir ist das ne Folgeerkrankung der PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung). Hast du Probleme mit Angst und Depressionen?
Viel Erfolg

22.07.2014 21:51 • #9


RisingDarkKnight
Mittwoch 23.07.

Der Möhren-Drink zum Frühstück war gewöhnungsbedürftig, hat seine frische Wirkung aber nicht verfehlt. Habe mir heute morgen ein Car to go Auto genommen weil ich zu spät aus dem Haus gekommen bin. 9:30 Uhr auf der Arbeit und nach einem Kaffee gings los - den ganzen Tag Daten gezogen für mein aktuelles Projekt. Klick..Klick..Klick..Klick...das war heute sehr einfache Arbeit. Der Kollege und ich haben das genutzt, um ausgiebig trash talk zu betreiben. Batmans 75ter Geburtstag, ALF, Sie oder Du lieber auf der Arbeit zu den Kollegen sagen. Um 16 Uhr war Schicht im Schacht. Shuttle Service vom Kollegen nach Hause und ab auf den Balkon Sonne tanken. Danach kurz 2-3 Pflanzen umgetopft und was zu Essen aufgesetzt. Die Bolognese zu "Catch me if you can" müsste gleich fertig sein...Leo di Caprio, ich komme!

Heute bin ich dankbar für die geschmeidigen Gespräche mit dem Kollegen, das gute Wetter und die Sonnenstrahlen auf dem Balkon.

Runtergezogen hat mich heute Mittag die Currywurst-Pommes-Majo beim Imbiss um die Ecke - lecker, und schwweeer im Magen. Ansonsten kann ich mich an nichts erinnern.

Bis morgen

Rising DK

23.07.2014 19:54 • #10


Fee*72
Hey..
scheint ja ein guter Tag gewesen zu sein

Runtergezogen hat mich heute Mittag die Currywurst-Pommes-Majo beim Imbiss um die Ecke - lecker, und schwweeer im Magen. Ansonsten kann ich mich an nichts erinnern.
erinnerungslücke von Pommes?
gute nacht dir..

23.07.2014 23:07 • #11


RisingDarkKnight
Würde auch sagen es war ein guter Tag:) Ich koste Ihn grad noch beim lesen eines Krimis aus. Nacht Fee

23.07.2014 23:22 • #12


Fee*72
fein...
ich schaue noch etwas tv und tippsel im Bastelforum und hier,,aber gehe auch gleich..
nachti RisingDarkKnight....

23.07.2014 23:26 • #13


RisingDarkKnight
Donnerstag 24.07

Spääät mal wieder aus dem Bett gekommen heute...ich stelle in letzter Zeit öfter fest, dass ich kurz vor meinem Wecker aufwache und relativ wach bin. Das ein bisschen rumdösen muss dann aber doch sein, und so wird schnell eine Stunde raus und ich fühl mich verpennt. Hm, wie bekomme ich bloß einen Anreiz, schnell nach dem aufwachen aufzustehen. Darüber denk ich mal nach...

Heute gings mit dem Rad zur Arbeit um eine neue App auszutesten - "moves" heißt die. Zählt Schritte und Wege mit dem Fahrrad am Tag. Angeblich sollen 10.000 Schritte am Tag gesund sein. Heute waren es bei mir 2.279, und 11.6 km mit dem Rad. Puuh, 10.000...vielleicht probier ich morgen auf der Arbeit mal die Treppen aus. Oder sich suche mir eine Studie die besagt, dass knapp 3.000 Schritte gesund sind...haha. Witzige app, bietet Gesprächsstoff und interessante Zahlen. Im Büro war heute nix los, meine beiden Bürokollegen sind ausgeflogen (Mr. T hat 2 Wochen Urlaub, und Bart war auf Geschäftsreise). Mittagessen alleine, war gar nicht schlecht, und danach Sonne tanken.

Musste heute feststellen, dass meine doofe Krankenkasse keine Dipl. Psychologen akzeptiert - so ein Mist! Nicht nur muss ich die vergangenen 3 probatorischen Sitzungen selber tragen, nein, ich muss jetzt neu überlegen was ich mache. Ärgerlich! Bei meinem jetzigen Zustand tendiere ich dazu, das Tagebuch weiter zu schreiben und die von der Therapeutin empfohlenen Bücher zu lesen (habe schon zig gelesen, 2-3 stehen noch aus) und erstmal keine weitere Behandlung in Anspruch zu nehmen. Vielleicht ist das unvernünftig. Aber ich lerne gerne autodidaktisch, und meine Symptome sind peu a peu besser geworden...ich glaube das riskiere ich.

Ich habe im Früchtehaus um die Ecke jede Menge Obst gekauft, mal sehen was ich für morgen mixe. Grapefruit/Orange oder Erdbeer. Heute habe ich keine Lust auf ein Filmchen. Werde mich gleich schon ins Bett verkrümeln und versuchen zu schlafen, um morgen direkt aus dem Bett zu kommen...na das kann ja was werden!

Dankbar bin ich wieder für die Sonnenstrahlen in der Mittagspause. Außerdem für den witzigen Früchtemann, der mir Rabatt gewährt hat und Späße gemacht hat. Und an meine Ex-Freundin, die mir meine Mittagspause etwas versüßt hat mit Whatssapp Nachrichten.

Richtig runtergezogen hat mich nichts heute, aber meine Versicherung hat mich schon sehr genervt.

Schönen Abend
Rising DK

24.07.2014 20:34 • #14


RisingDarkKnight
Ich komme grade von Ikea und habe Gardinen und Schienen zum montieren an der Decke gekauft. Es fier mir schwer nicht allerlei Kram in den Wagen zu packen, vor allem in der Küchen und Blumenabteilung. Aber nix da, ich hab mir vorher gesagt ich kauf nur die Gardinen und bin dabei geblieben - bäm!

Alleine bei Ikea zu sein ist keine Offenbarung, aber wenn ich mir ansehe wie sich manche Pärchen anöden gegenseitig und wegen Kleinscheiß in die Haare kriegen, dann ess ich meinen Hotdog doch lieber alleine und freu mich dass ich von der Couch hochgekommen bin. Positiver Nebeneffekt: 9.312 Schritte heute, neuer Rekord!

Auf der Arbeit lief heute alles glatt. Echt krass wie unterschiedlich mein Körper reagiert im Vergleich zu den ersten Wochen...Kantine, Kaffeeküche, Fahrstuhl...ohje ohje, das waren Panikherde für mich am Anfang. Ich erinner mich wie ich meinem Chef-Chef am ersten tag begegnet bin und dummes Zeug geredet habe...in mir war die reinste Panik-Kirmes! Und der hat davon nichts mitbekommen...

Ich bin dankbar jetrzt zu Hause zu sein und gleich ins Bett zu fallen. Vor dem einschlafen gibts noch Chopins Nocturne Op. 9 No. 2, aaaah ist die gut! Morgen gehts unter Leute, ich habe eine Karte für ein Festival und treffe mich mit Freunden. Ich hab Angst davor. Wird schon schiefgehen...

Gute Nacht!

Rising DK

25.07.2014 23:01 • #15


Fee*72
HI..
hört sich alles gut an,was du so machst....u das du nur das gekauft hast was wolltest..kann nich jeder ..
hm Pause versüßt durch die Ex?warum dann Ex wenn ich fragen darf?

gute nacht..

25.07.2014 23:53 • #16


RisingDarkKnight
Wir verstehen und noch gut trotz Tennung. Anderes Thema ich kümmer mich erstmal um meine akuteste Baustelle. Der Rest wird sich dann hoffentlich von alleine ergeben...

Fahre Grade zum Festival. Ich hab Angst!

26.07.2014 11:34 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Fee*72
das ist schön...muss ja nich immer im streit enden
welches is die akuteste Baustelle wenn ich fragen darf und wieviel hast du?auch mehrere?
viel spaß auf dem festival..finds toll das du es machst...brauchst keine Angst haben..bist ja nich allein oder?

26.07.2014 19:16 • #18


RisingDarkKnight
Nein war nicht alleine - meine Abi-Freunde waren mit mir! Baustellen habe ich ich gerade eine ganze Menge,
Wohnung einrichten, im Job einleben, in der Stadt einleben, neue Hobbies finden, neue Freunde finden, eine Freundin finden, meine Angstbaustelle, meine Zähne (ich trage seit 2 Jahren eine Zahnspange)...

Und nun zu gestern

Samstag 26.07.2014 - es läuft "Raindrop Prelude" von Chopin...

Liebes Tagebuch,

Heute morgen auf der Rückfahrt im Zug habe ich 45 Minuten geweint - das ist keine 6 Stunden her, und mir geht es wieder super!

Nach einem sehr stimmigen Vortreffen bei einem Kumpel auf der Dachterasse ging es mit dem Taxi geschlossen zum Festival. Nach 2-3 großen B. und einem Waldmeisterschnaps unterhielt ich mich vor dem Eingang mit der Freundin des Vortreffen Gastgebers, und da fielen einige Sätze vom Himmel, die Ihre nachhaltige Wirkung nicht verfehlt hatten. Es ging um meine Ex-Freundin, und dass Sie Ihr aktuelles Date regelmäßig trifft und Sie glaubt dass die beiden bald zusammenkommen - was für ein Schlag in die Bauchgrube! Seit 3,5 Jahren sind wir nun auseinander, und ich habe mir zum ersten mal bewusst werden lassen, dass ich noch einiges an Trennungsarbeit aufzuholen habe. Sie schlief draußen auf dem Balkon, wo wir beim Vortreffen gesessen haben. Ihre Nähe bedeutet mir nach wie vor eine Menge. Es ist für mich eine innere Genugtuung bei Ihr zu sein. Ich setzte mich 10 Minuten still neben Sie und merkte beim Zugverbindung raussuchen wie sich Traurigkeit in mir breit machte. Ohje, jetzt bloß nicht anfangen zu heulen wo im Wohnzimmer 4 Gäste schlafen und jeden Moment nach draußen kommen können. Kloß im Hals runtergeschluckt, Schuhe an, Kopfhörer rein und nichts wie raus an die frische Luft. Puuh, geschafft! Beim Bäcker einen Kaffee und Obstsalat gekauft und in den Zug gesetzt. Mit dem ausrollen des Zugs aus dem Bahnhof liefen bei mir die Tränen in einem Strom runter. Kein Schluchzen und heulen, dafür aber umso mehr Tränen...wow, das habe ich selten erlebt!

Es tat mir gut, auch wenn es sehr sehr traurig war. Vielleicht habe ich mich innerlich von meiner Ex verabschiedet. Ja, ich glaube ich hing noch sehr an Ihr und heute morgen ist mir bewusst geworden, was Trennung eigentlich bedeutet. Ich mag Zug fahren. Die Strecke, die die Wagons auf dem Gleis zurückgelegt haben, die Strecke habe ich heute auf dem Weg zu innerem Wachstum zurückgelegt. Das fühlte sich heute wie ein Meilenstein an - ich bin stolz auf mich!

Zu Hause angekommen hab ich mich "kurz" zum verschnaufen auf mein Bett gelegt und bin prompt eingeschlafen - Mist, eine Verabredung verpennt! Beim Tapas essen die leichten Wogen schnell geglättet und wertvolle Gespräche mit einer Studizeit Freundin geführt. Die Frau ist nicht nur sehr attraktiv, sie hat auch Klasse und Verstand! Meine Schrittzähl-App zeigt heute 7.848 Schritte an. Eine große zahl, wenn man bedenkt dass ein einziger heute ausgereicht hat, um Ansichten zu verändern. Ich bin heute ein Stück gereift, und glaube begriffen zu haben, dass meine Sehnsucht nach meiner Ex eigentlich eine Sehnsucht nach einer Patnerin ist und es gute Gründe gegeben hat sich zu Trennen. Gründe, die auch heute noch zutreffen.

Ich bin so dankbar für die Tränen im Zug, für die ehrlichen (auch wenn harten) Worte der Gastgeberin und für die Tatsache, dass ich eine gute Freundin habe, mit der ich über alles reden kann. Und für ein Stück Musik, was sich endlos anhören lässt

27.07.2014 16:41 • #19


RisingDarkKnight
Sonntag 27.07.2014 -

Wie oben erwähnt war heute ein krasser Tag. Ich war Abends um 18 Uhr wie gewohnt in der Messe. Das Thema war Erlösung heute. Die wohltuende Stimme des Priesters hat mich tief beeindruckt. Wieder hat mir das "Friede sei mit Dir" gut getan. Fremde Menschen kommen zusammen, hören zu und reichen sich mit einem Lächeln die Hand. Warum bin ich nicht schon viel früher auf die Idee gekommen regelmäßig hinzugehen? Ich denke das war mir zu uncool. Oder zu spießig. Vielleicht ist das Bedürfnis nach Glaube auch neu, mag sein das es das ist. Meine Meinung habe ich geändert: Glauben ist cool!

Und dann etwas, was mich suuuper gefreut hat. Nach einem miesen Döner am Rhein (ich war in der Sonne Spazieren und hab einen Döner von einem schwimmenden Dönerladen gegessen - idyllische Lage, leider trockenes Brot und lieblose Dönergestaltung) kam ich nach Hause und habe ein B. getrunken. Dabei habe ich an eine Freundin gedacht, die ich sehr mag. Wir telefonieren und sehen uns kaum, aber das ist für uns beide cool so und wir mögen uns trotzdem. Und die, nachdem ich ihr Musik schickte, hat mich gefragt ob ich schon Urlaubspläne habe - und ob ich nicht Lust hätte mit Ihr und noch ein paar Leuten einen Abenteuer Urlaub zu machen - wie gut ist das denn!?! Ich habe nicht mehr dran gedacht einen Urlaubsbegleiter zu finden - und dann heute das. Schatten und Licht, beides hat heute meinen Tag bestimmt. Ich fühle mich befreit. Ich bin froh, fast glücklich in diesem Moment. Das hatte ich schon sehr lange nicht mehr.

Gute Nacht!
Rising DK

27.07.2014 22:53 • #20



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