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Hej,
heute Abend gelangte ich an den Punkt, wo ich mir dachte, dass ich dringend etwas ändern muss. Ich hoffe, dass ihr vielleicht ein paar Worte für mich übrig habt.

Vor einigen Jahren begann ich aufgrund von Liebeskummer und Selbsthass wieder mich selbst zu verletzen. Irgendwann hab ich mich dabei aber so sehr vor mir selbst erschrocken, dass ich es von dem einen auf den anderen Tag gelassen hab. Den Liebeskummer konnte ich bald darauf ebenfalls überwinden, aber nur, weil mein Ex-Freund damals zu mir zurückkam. Zwei Jahre später war die Beziehung endgültig vorbei. Nach einem kleinen Zwischenfall lief mein Leben in der Zeit darauf aber sehr gut, ich lernte ab und zu jemand neues kennen und kam mit meinem (zweiten) Freund zusammen. In schwierigen Situationen musste ich immer wieder daran denken, wie ich früher in solchen Situationen gehandelt hatte und spürte, dass nur der Gedanke daran mir schon Erleichterung brachte. So schaffte ich es jetzt knapp 2Jahre lang nichts mehr zu machen. Doch dann trennten mein Freund und ich uns. Es ging mir schon einen Monat nicht mehr gut mit der Beziehung und nebenbei drohte ich mich in einen anderen Mann zu vergucken. Nach dem Ende der Beziehung traf ich mich sofort mit diesem, aber nach wenigen Treffen machte er mir klar, dass das zwischen uns nichts Ernstes werden würde. Leider war meine Traurigkeit,die sich in den Monaten zuvor aufgestaut hatte noch nicht ganz abgeklungen und ich merkte wie mich diese Aussage total runterzog. Zu Hause angekommen kam der Drang nach Alk. auf, dem ich auch nur zu gerne nachging. Aber das Gefühl mal wieder etwas falsch gemacht zu haben und nicht gut genug für jemanden zu sein wollte mich nicht verlassen und so hab ich mich dann mit Absicht selbst leicht verbrannt. Eigentlich wollte ich mir nicht wehtun, aber ich war so unglaublich wütend auf mich, dass ich so dumm und naiv sein konnte und denken konnte, er hätte Interesse an mir. In der Zwischenzeit hat sich unser Verhältnis allerdings wieder stark verbessert. Wir verstehen uns gut und treffen uns auch regelmäßig usw... Aber diese Traurigkeit, eine Art von Einsamkeit, Sinnlosigkeit und die Angst mich zu verlieben treiben mich Momentan total in den Wahnsinn. Was mich zur Zeit vom Selbstverletzen abhält ist unter anderem die Angst, dass vor allem er es sehen könnte. Ich brauche am Besten jeden Tag Beschäftigung, Alk., Party - einfach irgendwas das mich ablenkt. Ich habe so sehr Angst wieder verletzt zu werden, aber das Einsperren meiner Gedanken und Gefühle führt irgendwie nur dazu, dass ich rastlos, wütend und traurig werde, so wie es eben heute Abend der Fall war.

Für ein paar Denkanstöße zu diesem Thema wäre ich euch sehr dankbar (:

23.08.2013 03:37 • 23.08.2013 #1


9 Antworten ↓


Dich selbst finden musst du! Erkennen, wer und was du bist. Die Ruhe und den Frieden in dir selbst musst du finden.

Du glaubst, du wärst nicht liebenswert und den Beweis glaubst du darin gefunden zu haben, dass jemand dich verlassen hat oder auch andere dich verlassen haben. - Aber dieser Glaube ist eine Illusion! Es hat nichts mit dir zu tun, dass jemand geht, sondern mit seinem Lebensweg, manchmal einfach auch nur mit seiner Unreife, seiner Ungeduld, seinem Glauben "Das Gras auf der anderen Seite sei grüner!"

Deine Versessenheit nach einem Partner, dein dir vorgaukeln, ohne einen Partner nicht zurecht zu kommen, dein Glaube geliebt werden zu müssen, setzt dich unter Druck. Streife das ab, wie einen Pullover und ziehe einen anderen an: Einen mit Liebe und Toleranz der Menschheit gegenüber, einen mit Liebe dir selbst gegenüber, einen, der dich selber wärmt! Einen, der Geduld und Nachsicht für dich übrig hat.

23.08.2013 08:31 • x 1 #2



Denke wieder öfter an Selbstverletzung

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Hallo,

mit dem Selbstverletzen finde ich schlimm, ich war auch mal davon betroffen, obwohl ich nicht gerne darüber reden mag. Ich war damals so 14/16 als ich mir eine schlimme Verletzung zugefügt hatte. Ich konnte mit niemanden darüber reden, machte das mit mir allein aus, versteckte meinen Arm, weil es mir selbst peinlich war. Verurteilte mich dafür, machte mir Selbstvorwürfe. Aber ich schaffte es mit einem ganz starken Willen, es nicht mehr zu tun. Damals war ich so voller Traurigkeit, Angst und Wut...

Naja, mit dem Beschäftigen finde ich nicht schlecht, aber was käme denn für dich weiter in Frage? Alk./Party kann doch nicht der Weg sein, es gibt doch noch andere Alternativen, wie Sport, Spaziergänge, Entspannungsübung oder in eine Gruppe zu gehen.

LG

23.08.2013 10:00 • #3


Sport ist auf jeden fall schon mal eine gute Alternative und lenkt mich für den Moment ab. Was meinst du mit "in eine Gruppe gehen"? Zur Zeit empfinde ich es als sehr anstrengend mich mit anderen Menschen zu beschäftigen. Vor allem dann, wenn sie selbst noch zu etwas motiviert werden müssen oder wenig Freude an den Tag legen. Das zieht mich dann umso mehr runter. Selbst wenn ich mich mit der Person treffe, von der ich bereits schrieb, geht meine Traurigkeit nicht mal weg. (Was mich aber etwas beruhigt, da ich daher weiß, dass meine Traurigkeit nicht zwangsläufig mit ihm zu tun hat)
Besonders in Momenten, wo ich mir viel vorgenommen habe und dann wird aus meinen Plänen nichts, fühle ich mich noch beschissener. Die Suche nach Beschäftigung ist schon fast wie ein Zwang für mich, weil ich auch mit mir und meinen Gedanken nicht alleine sein will.
Bis jetzt hatte ich es ja eigentlich auch geschafft nur mit meinem Willen von dem Selbstverletzen loszukommen, aber ich hab das Gefühl, dass einen sowas immer wieder einholt und man nie so ganz befreit davon ist, wenn man nicht richtig etwas dagegen tut? Ich fing damals mit 19 Jahren damit an, mitlerweile bin ich Ende 20. Ich dachte immer, dass das nur so ein "Jugend-Ding" ist und irgendwann schon von alleine wieder weggeht. So von wegen "Wenn ich älter bin, dann komm ich auch besser mit meinem Leben klar"
Als ich heute morgen aufgewacht bin, erschien mir alles so sinnlos. Mein Kopf tut mir von der ganzen Rumheulerei schon weh und am liebsten würde ich nur noch schlafen..

23.08.2013 10:58 • #4


Hallo,
bei dir scheint es ja echt der Fall zu sein,
dass du nicht fähig bist alleine zu sein und das ist ein großer Knackpunkt.
Du solltest versuchen,dich mal selber kennenzulernen,dir selber mal die Chance zu
geben,um zu fühlen was du eigentlich wirklich willst.
Du schreibst du brauchst Ablenkung (Partys, Alk.),das wird dich aber leider nicht weiter
bringen,eher noch mehr runterziehen...
Sport wäre für dich bestimmt ein guter Tip,
da könntest du dich auspowern,kannst es Alleine machen und du bekommst
mehr Gefühl für dich und deinen Körper.

23.08.2013 11:08 • #5


Ja ich meinte so ne Art Selbsthilfegruppe, naja das muss dich nicht runterziehen. Man trifft da auf Gleichgesinnte und man kann sich übers eine Erfahrungen miteinander austauschen, Hilfestellungen geben. Gibt es einen Sport, für den du dich interessierst?

LG

23.08.2013 11:51 • #6


Das Problem mit dem "Nicht-Alleine-Sein-Können" tritt bei mir eher in unregelmäßigen Abständen auf. Wenn ich Single bin, dann bin ich auch glücklich alleine und genieße mein Leben, aber sobald jemand in mein Leben tritt, der eventuell dafür sorgen könnte, dass meine Single-Zustand sich ändert dreh ich irgendwie am Rad. Ich konzentriere mich dann einfach zu schnell auf eine bestimmte Person und da kann es dann sehr fix passieren, dass ich wieder das Interesse verliere. Bis jetzt habe auch immer ich den Kontakt abgebrochen nach ein paar Monaten bzw. den Männern klargemacht, dass das nichts Festes wird (wodurch sich das dann auch im Sande verlaufen hat).

Es gibt einiges an Sport, was ich gerne mache. Da bin ich auch schon gut ausgelastet, wenn ich denn die Energie mal dafür aufbringen kann (:
Wie kommt man denn an solche Selbsthilfegruppen ran? Hast du Erfahrung mit sowas?

23.08.2013 12:04 • #7


Was denn zum Beispiel? Ich war mal früher in Leichtathletik, Handball, schwimmen und später mal in ner Volleyballgruppe. War dann auch mal vorrübergehend Inliner oder Rollschuh fahren, geht aber nicht mehr, Joggen ging auch nicht. Aber ich habe mir vorgenommen für die Zukunft, wieder Fahrrad zu fahren.

Also ich war durch meine Psychologin in eine Gruppe gekommen, in der wir kreativ tätig sind und das macht mir auch ganz viel Spaß. Dann hatte ich mich selbst in einer Selbsthilfegruppe angemeldet und zwar gibt es da bei uns im Ort eine Ehrenamtszentrale, in der man sich danach erkundigen oder auch anmelden kann. Vielleicht versuchst du es mal auf diesem Wege. Ich habe mich aber dafür entschieden, in eine Gruppe zu gehen, weil das reicht mir so.

Wie siehts denn bei dir mit Musikhören aus? Musik begleitet mich täglich und lenkt auch von seinen Gedanken ab.

Wünsche dir alles Gute und ganz viel Mut und Kraft.

23.08.2013 12:16 • #8


Also ich geh gerne laufen, schwimmen, radfahren und mach nebenbei Aerobic/Fitness. Und das am liebsten in Kombination mit Musik. Ohne Musik läuft bei mir auch gar nichts (:

Ich schätze mal, dass der erste Schritt in Richtung zu so einer Gruppe nicht so einfach sein wird - viel Überwindung kostet? Oder spricht man sowas bei seinem Hausarzt an? Das ist doch sicher sehr unangenehm :/ Aber ich werde mich mal Erkundigen.

Danke für die Worte

23.08.2013 12:38 • #9


Na das ist doch schon was, super.

So ist es. Mir war der erste Schritt in die Gruppe auch nicht leicht gefallen, erst beim dritten Anlauf hatte es geklappt, aber mit Erfolg und bin nun schon seit ca. fünf Jahren dabei. Wir hatten auch schon mal was zusammen unternommen.
Klar würde ich es auch mal beim Hausarzt ansprechen oder bei der Krankenkasse, die müssten ja auch solche Gruppen nennen können.

Gern geschehen.

23.08.2013 12:44 • x 1 #10



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