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Hallo,
ich bin seit einem Jahr in Therapie. Eigentlich hatte ich meine Selbstverletzung in den letzten Monaten sehr gut in den Griff bekommen und habe eigentlich auch komplett damit aufgehört.
Doch jetzt habe ich es wieder getan. Bei jedem kleinen Streit oder jeder Unzufriedenheit habe ich den Drang danach, mich zu verletzten.
Ich weiß nicht, was ich tun soll, denn anscheinend hat die Therapie ja doch nicht nachhaltig geholfen.
Vielleicht habt ihr einen Tipp?

13.04.2013 17:52 • 14.05.2013 #1


21 Antworten ↓


HeikoEN
Wie auch?

Denn die Verhaltenstherapie löst ja nicht die Ursachen, sondern nur die Symptome.

Und das Du, in welchen seelischen Notfällen auch immer, wieder zurückfällst, ist ja klar.

Das ist bei Ängsten nicht viel anders.

Gerade bei Selbstverletzungen, frage ich mal ganz vorsichtig nach der Kindheit.
Was passierte dort? Wie waren Beziehungen in dieser Zeit, wie Deine Eltern? Besonders die Beziehung ZU den Eltern ist maßgeblich.

14.04.2013 07:34 • #2



Selbstverletzung und Depression

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Hallo,also ich stimme nur zum Teil Heiko zu,denn ich finde in einer Therapie sollte sehr wohl nach den Ursachen für die Symptome geforscht werden,denn nur so kann man sie verarbeiten oder lernen damit umzugehn.Ich selbst bin schon über Jahre sowohl ambulant als auch immer mal wieder stationär in Therapie aber die Depressionen,PA`s und die Selbstverletzung treten immer mal wieder bei Stresssituationen auf.Also,was hilft?Vielleicht der eiserne Wille es nicht zu tun und sich genügend ablenken,mal klappts mal nicht

14.04.2013 13:27 • #3


HeikoEN
Zitat von Maggie46:
Hallo,also ich stimme nur zum Teil Heiko zu,denn ich finde in einer Therapie sollte sehr wohl nach den Ursachen für die Symptome geforscht werden,denn nur so kann man sie verarbeiten oder lernen damit umzugehn

Wie lernt man es denn dann genau?

Nur alleine dadurch, dass die möglichen Ursachen festgemacht und herausgefunden werden?

Zitat von Maggie46:
.Ich selbst bin schon über Jahre sowohl ambulant als auch immer mal wieder stationär in Therapie aber die Depressionen,PA`s und die Selbstverletzung treten immer mal wieder bei Stresssituationen auf.Also,was hilft?Vielleicht der eiserne Wille es nicht zu tun und sich genügend ablenken,mal klappts mal nicht

Genau, bringen wir es aber auf den Punkt. Es klappt eigentlich gar nicht! Und wenn, dann nur, weil Du dich zwingst stark kognitiv dagegen zu handeln (Verhaltenstherapie). Deine Gefühle sagen Dir aber etwas völlig anderes, heisst also?

14.04.2013 15:19 • #4


Hallo,

informiere dich am besten mal über DBT.
LG

14.04.2013 15:30 • #5


Svv wird oft als eigenständige Suchterkranlung eingestuft. Bei zB Stress sucht das Hirn nach Möglichkeiten, diesen zu bewältigen, und greift daher auf alte bewährte Mittel zurück. Es ist natürlich was anderes als zB eine Alk., aber die Parallelen finden sich.
Natürlich ist es davon abhängig was svv für dich ist. Stressabbau und Entspannung? Dann entspricht es dem Suchtcharakter und einem Belohungscharakter.
Selbstbestrafung? Schmerzen spüren? Das lenkt beides natürlich wieder in etwas andere Bahnen wobei es bei Schmerzen spüren eigentlich auch eher wieder auf Sucht und Belohnung rausläuft.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es für mich den klaren Suchtfaktor hatte, es diente mir zum Stress und Druckabbaun und keineswegs zB zur Bestrafung oder um mir Schmerzen zu zufügen (weil weh getan hats ohnehin nicht). Es war bei mir natürlich eine Bewusste Entscheidung mit dem Svv aufzuhören (wie es dass beim Rauchstopp zB auch ist). Meine Erfahrung ist, das sich der Prozess ähnlich gestaltet. Also bei mir zumindest. Mit Svv aufzuhören sah genauso aus wie als ich mit dem Rauchen aufgehört hab. (Was aber bei jedem Menschen individuell ist).
Ich hab in dem Zusammenhang auch gelernt mit vermeintlichen Rückschlägen zu leben und diese eben nicht als Rückschlag sondern als Prozess wahrzunehmen. Man kann nicht erwarten, dass das Hirn Jahrelang angelernte Strategien von heut auf morgen wieder lässt. Im Hirn haben diese langjährigen Sachen eine ganz andere Verknüpfung als neu erlernt Strategien.
Mit dem Svv aufzuhören, hat mich von meinem Entschluss bis das der letzte Druck verschwunden ist etwa 3 Jahre gebraucht. Die Abstände zwischen den Schnitten wurde immer länger, die Schnitte immer weniger, immer leichter. Irgendwann war es nur noch der Druck in extremen Stresssituationen, der auch immer schächer und immer kürzer anhaltend wurde und dem ich aber immer besser widerstehen konnte und nach 3 Jahren war es weg.

Das du es die letzte Monate gut im Griff hattest,ist ein super Fortschritt. Mein Rat wäre einfach mit dem weiter machen, was dich bisher so gut vorran gebracht hat, und dir selber die Zeit lassen, die neuen Dinge/Verhaltensmuster/etc zu lernen, zu festigen und die alten Strukturen immer weiter abzubauen.

Es ist wie Laufen lernen. Anfangs fällt man oft hin, und mit der Übung immer seltener bis man es irgendwann ziemlich gut kann und nur noch sehr selten hinfällt. Vom Svv loszukommen ist in erster Linie ebenso ein (Lern)Prozess.

14.04.2013 15:50 • #6


Wie lernt man es denn dann genau?

Nur alleine dadurch, dass die möglichen Ursachen festgemacht und herausgefunden werden?

Also ich kann nur von mir sprechen,aber denke doch das es bei den meisten aus der Kindheit kommt,und das sollte in einer Therapie aufgearbeitet werden.Und man kann lernen das gewisse Triggersituationeneinen nicht mehr so runterziehen indem man sich dann verletzt.Das finde ich kann man durchaus lernen.Ich denke es ist absolut wichtig zu wissen warum man gewisse Symptome hat und das ist meistens nur durch eine Therapie möglich herauszufinden.Klar kann man an dem Vergangenen nichts ändern aber man kann lernen es als Teil seines Lebens zu akzeptieren.

Genau, bringen wir es aber auf den Punkt. Es klappt eigentlich gar nicht! Und wenn, dann nur, weil Du dich zwingst stark kognitiv dagegen zu handeln (Verhaltenstherapie). Deine Gefühle sagen Dir aber etwas völlig anderes, heisst also?[/quote]
Das stimmt leider,man muß sich schon enorm zwingen dem Druck Stand zu halten,da hilft die Therapie nur wenig.Es gibt aber gute Skills die einen ablenken.

14.04.2013 18:01 • #7


HeikoEN
Exakt DAS meinte ich Maggie46 und ich finde es sehr gut, dass Du so ehrlich bist.

Aber: Das Problem ist, dass in Deutschland die Therapeuten KEINE (!) richtigen Werkzeuge für solche Probleme zur Verfügung haben!

Man muss über den Tellerrand hinaussehen.

Denn insb. Selbstverletzung usw. sind für mich sowas von EINDEUTIGE Hinweise auf ein zugrunde liegendes Trauma, klassischer geht es kaum.

Nur das fängt es an, weil die Psychotherapie, außer der Verhaltenstherapie, leider wenig zu bieten hat.

Wie gesagt, nur in Deutschland.

Man muss sich Therapieformen suchen, die grundlegender ansetzen und eben NICHT verhaltenstherapeutisch.

Ich habe diese Reise bereits hinter mir und die das o.g. zum Glück relativ schnell erkannt, aufgrund von umfanreicher Wissensansammlung bei mir, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Daher empfehle ich jedem, ggf. auch Dir, nochmal die Suche aufzunehmen und sich mit dem Thema Trauma auseinanderzusetzen.

14.04.2013 19:12 • #8


DBT

14.04.2013 19:17 • #9


Hi,

genau genommen handelt es sich bei SVV um keine Succhterkrankung, sondern eine Impulskontrollstörung, weshalb meist mit verhaltenstherapeutischen Methoden behandelt wird. Natürlich ist die Frage nach den Ursachen von solch dysfunktionalen Bewältigungsstrategien wie SVV für jede Form der Therapie relevant; lediglich die Schwerpunkte liegen anders.

Wenn du bereits in Therapie bist, ist das jetzt vielleicht gar nichts Neues - aber vielleicht kann es (zumindest manchmal) helfen ein Tagebuch anzulegen und auf diesem Weg Druck abzubauen. Oder du machst dir eine Art to-do-Listemit möglichst vielen, schnell zu erledigenden Dingen, die du dann abarbeitest, wenn du das Bedürfnis spürst dich selbst zu verletzen. (So oder so ähnlich konnte ich mir in dieser Situation schon einige Male Ablenkung verschaffen). Eine weiterer, aber , in Bezug auf eventuelle Entzündungen etc. lediglich schadenbegrenzender Tipp ist, sich Eiswürfel auf die Haut zu legen. Das kann nach einer Weile ziemlich wehtun, aber richtet weniger Schaden an..

Alles Gute!
LG, Amy

14.04.2013 20:39 • #10


Das es eine Suchterkrankung ist, schließt nicht aus, das es oberranging eine Impulskontrollstörung ist. Zu den Impulskontrollstörungen zählen auch die Spielsucht, die pathologische Brandstiftung (auch noch süchtige,triebhafte und zwanghafte Brandstiftung genannt) ebenso wie Kleptomanie und Kaufsucht etc.
Impulskontrollstörungen, Zwangsstörungen und Verhaltenssucht zählen im übrigen nach klassifizierung zu den nicht substanz-abhängigen Sucherkrankungen.
Ergo, egal wie man es dreht, Svv ist als Sucherkrankung klassifiziert.
Das Wort Sucht wird hingegen nur noch umgangssprachlich verwendet. Früher auch in der Fachwelt, heute spricht man von Abhängigkeiten.
Alles auch unter Wikipedia nachzulesen zB unter Sucht und Impulskontrollstörung/Störung der Impulskontrolle. Wem Wikipedia nicht ausreicht als Quelle möge woanders nachschaun oder beim Psychologen nachhaken.
Vier der Psychologen und Psychatern bei denen ich im Laufe der Zeit war, habe auch alle unabhängig von einander Svv als (eigenständige) Suchterkrankung bezeichnet.
Ich beweifel sehr das 4 unabhängige Psychologen sowie Wikipedia und Fachliteratur da alle falsch liegen.

Aus meiner Erfahrung kann ich auch sagen, dass sich das Aufhören mit Svv letztlich genau gleich gestaltet hat wie das Aufhören mit dem Rauchen bei mir. Wobei ich zuerst mit Svv und erst Jahre später mit dem Rauchen aufgehört habe. Aber das ich hab ja in dem Post oben schon geschrieben.

Die Schadensbegrenzenden Tipps sind für Akutphasen zwar sinnvoll, meiner Erfahrung nach bringen sie aber nichts um endgültig mit dem Svv aufzuhören.
Hab es auch mit Gummibänder schnalzen, Boxkissen, Laufen etc versucht. Hat bei mir nicht den erhofften Effekt gehabt. Denn letztlich muss man sich dass ja auch wieder abtrainieren wenn man da wirklich ganz raus will.
Wenn man das Schmea ganz durchbrechen will darf man auch keine Ersatzhandlungen mehr dafür haben, denn Ersatzhandlungen werden immernoch aus dem gleichen Grund, nach dem gleichen Prinzip und Schema ausgeführt - sie fügen lediglich keinen solchen Schaden mehr zu wie zB Messer. Der Impuls ist immer noch der selbe, er wird lediglich auf ein anderes Ziel gelenkt - zb Gummiband statt Messer. Dem Impuls wird immernoch in meist vollem Maße nachgeben und befriedigt. Die Ersatzhandlungen sind zudem auch meist viel zu ähnlich gewählt, als das es wirklich langfristig sinn macht. Schneiden tut weh und ein Eiswürfel tut nach einer Weile ein bischen weh.. Das liegt zu nah bei einander.

(Das über Ersatzhandlunge (und nichts anderes Sind Eißwürfel und co) kann man übrigens auch in jeder vernünftigen Fachliteratur nachlesen.)

Ps.: warum ich hier Rauchen (eine teils Substanzabhängige Sucherkrankung) mit Svv vergleiche?
Beim Rauchen hat man anfangs zwar mit der Entgiftung und dem Entzung zu kämpfen, der ist aber vergleichsweiße schnell durch (wenn man durchhält). Die eingeprägten Verhaltensmuster sind es hingegen mit denen ExRaucher oft nach Jahren noch zu kämpfen haben und die aufgebrochen und neu erlernt werden müssen.

14.04.2013 22:55 • #11


Schade ist, dass sich der Threadsteller panicx nicht mehr dazu äussert.

Vielleicht gehts um trauen und Vertrauen ?
Was Dich gerade so sehr auch unter Stress setzt weiß ich nicht .
Aber bestimmte Methoden - Wie Du das Verletzen kanalisieren kannst- das gibt es.
Du scheinst noch jung zu sein- geb auf Dich acht und versuch Dir Hilfe zu holen.
Das hoffe ich für Dich
Grüße pax

14.04.2013 23:24 • #12


Wie Recht Du hast Heiko,es trauen sich die wenigsten an ein Trauma.Es wird nur an der Gegenwart herumgedoktert und das eigentliche Problem wird nicht thematisiert.Ich habe grad eine neue Therapie begonnen die psychoanalytisch afgebaut ist,hoffe das hilft.
Ich finde es auch sehr schade dass sich der Threadsteller nicht mehr zu Wort gemeldet hat.

15.04.2013 09:01 • #13


Lieber Panicx, wenn du das Gefühl hast, dass dir die Therapie, die du gerade machst, nicht wirklich weiter hilft (nach einem Jahr kann man das vielleicht schon sagen) wäre es an der Zeit, dass du andere therapeutische Methoden ausprobierst, vielleicht aus begleitend. Vielleicht ist der jetzige Therapeut auch nicht der Richtige, die Beziehung zum Therapeuten ist ja laut Therapieforschung sehr wichtig für den Erfolg der Therapie. Was andere Methoden angeht, dir könnte z. B. Gestalttherapie (http://www.gestalttherapie.de/informati ... erapie.htm) helfen, da wird mit den inneren Kindern gearbeitet, also auch mit traumatisierten Persönlichkeitsanteilen. Wenn es Traumata gab, wäre vielleicht eine Somatic Experiencing Therapie angebracht (http://www.somatic-experiencing.de/was- ... index.html). Auch sehr effizient. Wenn du selbst keine traumatischen Erlebnisse hattest, dann geht es vielleicht um übernommene Gefühle von Eltern oder Großeltern. Dann wäre eine Familienaufstellung hilfreich (http://www.sorge-dich-nicht-liebe.de/fa ... ufstellung). Gute Besserung wünscht Valerie

19.04.2013 08:25 • #14


Habt ihr herausgefunden, warum ihr euch selbstverletzt habt? Ich hatte lange ein Problem damit, denn ich wollte einfach nur verdrängen. Hatte ich mir mal eine schlimme Verletzung zugefügt, als ich so 14 war. Ich war so voller Wut und Trauer und fühlte mich überfordert. Und zwar war meine Mutter über längere Zeit in einer Klinik und übertrug mir die Verantwortung für die ganze Familie. Fand ich auch schön, dass sie mir so viel Vertrauen entgegenbrachte, denn zu meinem Vater hatte sie kein Vertrauen, weil der zu dem Zeitpunkt mit Alk. zu kämpfen hatte und das Geld versäufte. Da konnte ich auch meine Mutter gut verstehen. Ich war das fünfte Kind und hatte das auch gerne für meine Mutter übernommen, wollte ich ja so gerne, dass sie wieder gesund wird.
Damals nach der Schule half ich oft meiner Mutter zu Hause und war am Nachmittag täglich mit auf ihrer Arbeit, um ihr behilflich zu sein. Denn es tat mir sehr leid, dass sie so sehr unter den Alk. unseres Vaters litt.

Naja jedenfalls wurde mir eines Tages alles zuviel, denn mein Vater brachte manchmal eine fremde Frau mit nach Hause und übernachtete mit ihr im Wohnzimmer, während meine Mutter im Krankenhaus lag. Das machte mich ganz schön wütend und traurig, überhaupt diese ganze Situation. Und das war auch die Zeit, in der ich mich selbst verletzte, auch darüber redete ich nicht weiter, sondern mir war das unangenehm und so versuchte ich allein damit klarzukommen..., versuchte ich auch zu verdrängen...

13.05.2013 19:23 • #15


Und trotzdem war ich eine der Besten in der Klasse...
Irgendwie wollte ich meinem Leben ein Ende setzen, aber zum Glück passierte es nicht... Auch darüber sprach ich nicht... Später hatte ich auch manchmal solche Gedanken...Kennt ihr sowas?

13.05.2013 19:58 • #16


Dubist
Früher war ich chronisch suizidal.
Aber ich hab ein neues Leben begonnen.
Selbstverletzung habe ich auch hinter mir.
Ich brauch mich nicht mehr selber verletzen, weil ich Grenzen setze.

14.05.2013 10:38 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Dubist
Den Grund weiß ich. Finja du weisst ihn meine Pn.

14.05.2013 10:38 • #18


Zitat von Dubist:
Früher war ich chronisch suizidal.
Aber ich hab ein neues Leben begonnen.
Selbstverletzung habe ich auch hinter mir.
Ich brauch mich nicht mehr selber verletzen, weil ich Grenzen setze.
hst

Das machst du richtig...

14.05.2013 10:54 • #19


Zitat von Dubist:
Den Grund weiß ich. Finja du weisst ihn meine Pn.


Verstehe...

14.05.2013 10:55 • #20



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