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Carcass
Moin Leute,

ich versuche mich mal kurz zu halten. Meine Arbeitskollegin fing zeitgleich mit mir wieder an zu arbeiten, ich begann dort in der Firma , sie kam aus dem Burnout wieder.
Es war sofort zu merken, dass diese Frau massive Probleme hat und ich wusste da noch nichts, aber man hat dafür ja Sender als selber Betroffener.

Nun ist es so, dass sie sich Termine legt , die sie nicht bewältigen kann, sie ist völlig neben sich zum Teil und es ist offen auf der Arbeit, also das Thema. Da ich kein Verräter bin oder zum Chef renne etc. sehr gerne mit ihr zusammenarbeite, sie aber kurz vorm Zusammenbruch zu stehen scheint. Natürlich spricht man sie persönlich drauf an und sie erscheint dann auch einsichtig, aber dann kommen wieder diese Hammertage und sie ist völlig durch.

Die Kollegen sagten mir, dass es letztlich Verantwortung von uns anderen ist sie zu schützen und sollte sie ausfallen, dann müssen wir diese Arbeit mit übernehmen und das ist nicht wenig. Da soll ich auch egoistisch denken.
Wie gesagt, ich werde das mit der anderen Kollegin durchsprechen und dann soll sie ggf. mit dem Chef einmal sprechen. Davon ab, fällt es allen anderen Kollegen eben auch auf, dass sie wieder völlig neben sich steht.

Mit tut das wahnsinnig leid, aber andererseits will ich ihr nur helfen, denn sie hat ein fundiertes Fachwissen, aber sie macht einfach auch Dinge die sie nicht machen muss und dafür bleiben Dinge liegen, die sie einfach nicht schafft und die wichtig wären.

Ich merke jetzt erst einmal wie kaputt ich gewesen sein muss, denn sie kommt ständig und will sprechen und ich muss ja auch mein Pensum schaffen. Mache mittlerweile schon die Tür zu, damit ich etwas Ruhe habe um meinen administrativen Kram zu erledigen.

Mich würde nun interessieren ob ihr sowas auch kennt und wenn ja, was habt ihr da getan, oder wie würdet ihr entscheiden oder euch verhalten.

Ich habe noch nie jemanden beim Chef angeschwärzt, aber die Anweisung war wohl bei erneutem Fehlverhalten bzw. Auffälligkeiten rechtzeitig die Notbremse zu ziehen. So dass man ihr die Termine eben einteilt und sie eben aus einigen Verantwortungen herausnimmt. Ich übernehme schon einiges an Arbeit für sie, aber das kann auf Dauer nicht die richtige Lösung sein.

Bin für jede Antwort dankbar, gerne auch schroffe Kritik an mir, sollte ich da falsch liegen. Ich will ihr wirklich nur helfen und hoffe, dass sie meine Kollegin bleibt, die aber eben auch stark ist und ich mich auf sie verlassen kann.

Vielen Dank Leute im Vorfeld!

14.09.2016 20:58 • 15.09.2016 #1


3 Antworten ↓


Icefalki
Hab dir jetzt schon zwei verschiedene Versionen geschrieben und komm nicht weiter.

Ich mach es jetzt anders.

Mein Mann ist Chef von 700 Menschen. Ich habe schon oft genau so eine Situation mit ihm beredet..

Er ist immer der Meinung, dass er informiert werden will. Er kann was bewirken. Als Chef hat er die Verantwortung und die Möglichkeiten, Veränderungen herbeizuführen.

In Absprache mit dem Betroffenen. Man muss den Laden am laufen halten, seine Mitarbeiter aber auch darin unterstützen, dass sie das können.

Letztendlich nützt es niemanden, wenn weggesehen wird.

Geh zum Chef, sag ihm, dass du dir Sorgen um Frau XY machst, und er sich das selbst ansehen soll.

Rumeiern bringt keinem was, auch der armen Frau nichts.

Man kann natürlich auch den Kopf in den Sand stecken, warten bis sie zusammenbricht und verlegen lächeln.

14.09.2016 22:38 • #2



Arbeitskollegin kurz vorm Burn out!

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Hotin
Hallo Carcass,

da ich die Kollegin nicht kenne, ist es etwas schwierig, dazu was zu sagen.

Zitat:
Ich will ihr wirklich nur helfen und hoffe, dass sie meine Kollegin bleibt,


Wenn Du ihr wirklich helfen willst finde ich gibt es nur eine einzige Möglichkeit.

Suche das offene und ehrliche Gespräch mit ihr. Überlege Dir vorher, was Du ihr sagen möchtest.
Notfalls schreibe Dir Stichpunkte auf, damit Du Dein Gesprächsziel nicht aus den Augen verlierst.

Zitat:
Ich habe noch nie jemanden beim Chef angeschwärzt,


Ich weiß nicht, wie Dein Chef so ist. Nur helfen würdest Du ihr bestimmt damit nicht.
Sie selbst muss verstehen können, warum sie kritisiert wird.
Dafür braucht es viel Ehrlichkeit und Vertrauen. Dir scheint sie ja zu vertrauen.

Zitat:
denn sie kommt ständig und will sprechen und ich muss ja auch mein Pensum schaffen.


Da hast Du eine gute Chance.

Du könntest etwa so beginnen. Eine Frage als Einleitung ist fast immer das Beste.

"Ich mache mir große Sorgen um Dich. Darf ich Dir mal etwas sehr persönliches
sagen? Willst Du wirklich mit mir darüber reden? Das wird Dir weh tun."
"Ich habe mir lange überlegt, ob ich Dir das sagen darf. Ich möchte Dir helfen."

Beantwortet sie das mit "Ja", kannst Du langsam loslegen. Eigentlich kann sie da nur mit "Ja" antworten.
Und dann ist es Deinem Geschick überlassen, wie stark Du sie erschütterst. Mitunter sind hier im Forum Deine
Aussagen etwas derb. Also sei einfühlsam, wenn Du ihr helfen willst. Und achte darauf, wie viel Kritik sie verträgt.
Falls sie nach wenigen Sätzen "zu macht", dann verträgt sie im Moment nicht mehr.

Zitat:
Die Kollegen sagten mir, dass es letztlich Verantwortung von uns anderen ist sie zu schützen


Das sehe ich anders. Ihr seid Kollegen, keine Freunde. Sie ist selbst für sich verantwortlich. Sie kann aber froh
sein, wenn ihr einer ehrlich etwas sagt.

Zitat:
Natürlich spricht man sie persönlich drauf an und sie erscheint dann auch einsichtig, aber dann kommen
wieder diese Hammertage und sie ist völlig durch.


Mir scheint, ihr sprecht das zu oberflächlich an. Sie kann dann im Gespräch fliehen.
Das hört sich so an, als wenn sie vor allem private Sorgen hat.

Freue mich, wenn Du damit etwas anfangen kannst.

Viele Grüße

Bernhard

14.09.2016 22:40 • #3


Carcass
Wow, danke ih Beiden !

Also der Chef ist wirklich super menschlich und ich habe sie schon drauf angesprochen, dass ich mir Sorge mache, mehrfach. Sie sagt dann auch oft selber schon freiwillig dass sie völlig durch ist und ich sage immer wieder, dass man das merkt. Ich sage ihr sie soll runterfahren, Feierabend machen und einfach mal Fünfe gerade sein lassen, aber das hält immer nur sehr kurz an bei ihr mit der "Ruhe".
Klar haben wir einen anstrengenden Bereich, sie war vorher in einem anderen tätig, wo sie den Laden fast an die Wand fuhr und alle anderen das aufarbeiten mussten, bis heute.

Sie hat ein stabiles daheim wie sie sagt, früher Sorgen mit dem Sohn. Aber das hat mit dem Job eher nichts zu tun, denn das wiederholt sich jetzt wie letztes Jahr, da war ich ja noch nicht da.

Es ist ein schwieriges Unterfangen , denn sie meint sie wäre geheilt gewesen und genau DAS ist sie nicht. Ich machte meine Situation auch offen, was hinter mir liegt und ich weiss wie schnell man da landen kann wo sie mal war und wieder ist. Auch wenn ich es durch den Arbeitgeber erfahren musste dieses Leid, sie hat ein starkes Team und einen super Chef hinter sich stehen.

Sie will es glaube ich allen zeigen und genau das geht daneben.

Ich werde das Gespräch mit meiner Kollegin suchen die auch im Team ist und ich denke auch, dass wir dem Chef sagen müssen dass wir uns Sorgen machen. Mit ihr zu sprechen bewirkt nur ein kurzes Nicken, Einsicht und dann 3 Tage später wieder ein völlig zerstörter Mensch.

Ich möchte nachher auch nicht derjenige sein der sagt "Ich habe das die ganze Zeit mitbekommen und nichts gesagt", genau DAS würde ihr nur ein noch tieferes Loch schaufeln.

Ich werder weiter berichten und bedanke mich recht herzlich bei Euch, denn solche Themen sind für mich einfach schwer, da ich zwar immer meine Meinung sage, aber wenn ein Mensch eben nicht hört, geht der Weg an der Geschäftsführung nicht vorbei. Wäre der ein Unmensch , würde ich andere Optionen suchen, aber der machte ja auch deutlich dass er sowas wissen will um adäquat zu handeln

Euch einen schönen Tag erst einmal, ich berichte

15.09.2016 06:00 • x 1 #4