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82

F

Falk
Mitglied

Beiträge:
17
Themen:
1
Danke erhalten:
16
Mitglied seit:
Ich denke ich bin Schuld,das eine Patientin verstorben ist,weil ich nicht sofort bei ihr war.Die Frau kam von der Notaufnahme mit Blutkonserven, relativ stabil.Meine Kollegin kümmerte sich um sie.Nach einer halben Stunde als die Konserven durch waren, bekam die Frau Luftnot, musste auf den Schieber und ihr war schlecht und 5Minuten später war sie tot.Ich mache mir Vorwürfe,das ich nicht mit zu der Frau gegangen bin und was gegen die Luftnot getan hätte .Ich habe versagt.Die Notärztin sagt, wir hätten nichts tun können,aber ich kann es nicht glauben, warum weiss ich nicht,ich grübel noch immer.Wie komme ich daraus,wer kann mir helfen? Bitte!

29.11.2023 x 1 #1


61 Antworten ↓
P

Phönix
Gast

Zitat von Falk:
Danke für die Worte.Ich weiß manchmal nicht weiter.deshalb denke ich auch ich bin an allem schuld was nicht klappt.Mein Sohn sollte erst noch Kaffee trinken bevor er los fuhr, hatte aber keine Zeit.Hätte ich ihn nur auf halten können,dann würde er noch leben.Wie bei der Frau, wäre ich schneller dort ...

Liebe Falk,
ich verstehe dich. Es gibt nichts endgültigeres als den Tod und es gibt nichts schlimmeres als das eigene Kind zu verlieren. Das ist nicht so gedacht, der Sohn sollte die Eltern überleben. Das Leben ist voller Erlebnisse, Ziele, Pläne und Beziehungen. Der Tod kalt und entwertet alles. Bedeutungen, Sinn, Zukunft, Pläne: alles nichts mehr wert. Vorbei. Das ist so kalt und grausam, ungerecht und unsinnig. Also klammern wir uns an Erinnerungen, denken, wir hätten „etwas anders machen“ sollen. Alles Krücken, um mit der Sinnlosigkeit klarzukommen. Wir können mit dieser Sinnlosigkeit nicht klarkommen, wenn wir sie nicht akzeptieren, denn sie ist die höhere Wahrheit. Egal ob man gläubig ist oder nicht, stimmt die Aussage im Bibel-Psalm 103,14, nach der wir Menschen nur Staub sind. Tolle „Gebilde“, in manchen Übersetzungen auch „Geschöpfe“ genannt, aber nichts als Staub. Wenn du denkst, du hast Schuld, ist das der rührende Versuch, der Endlichkeit zu widerstehen, dem Tod entgegenzutreten. Du hast niemanden umgebracht und auch nicht in eine Falle gelockt. Der Zufall ist mächtiger als Du. Die Sinnlosigkeit ist mächtiger. Deshalb sei traurig, aber denke nicht, Du hättest Schuld am Tod anderer, die Trauer ist schmerzhaft genug. Es ist genug Schmerz.
Herzlich

28.11.2023 17:15 • x 2 #54


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A


Patientin ist gestorben - ich mache mir Vorwürfe

x 3


M

mantra75
Gast

@Hotin

Zitat:
Das ist meiner Ansicht nach eine interessante Antwort. Warum glaubst Du, beginnt bei Dir das Grübeln,
damit Du Gefühle nicht fühlen musst?
Von welchen Gefühlen sprichst Du da?


Das Grübeln ist eine Form von Realität ablehnen. Der Gedanke, z. B. dass jemand, den ich liebe, gestorben ist, geht natürlich in meinen Kopf, jemand hat es mir gesagt, also weiß ich dann, dass derjenige gestorben ist. Aber dann kann es passieren, dass ich diesen Gedanken, dieses Wissen um den Tod des Menschen, nicht tiefer lasse, also in mein „Herz“, in meine Seele, da, wo ich fühle. Ich lehne dann die Realität ab. Und das mache ich natürlich nicht bewusst, sondern das ist ein Schutzmechanismus.

Welche Gefühle das sind, hängt von der Situation ab. Aber oft ist es bei mir ein schlimmes Gefühl von Ohnmacht und Verzweiflung.

Zitat:
Womit bitte stellst Du denn dann Akzeptanz her, wenn nicht mit Deinen Gedanken?


Damit, die Gefühle zuzulassen, die der Gedanke, das Wissen um z. B. den Tod eines geliebten Menschen, eigentlich auslösen würde, wenn ich das Fühlen sofort voll zulassen würde. (Treffen tut es mich natürlich schon, wenn ich z. B. vom Tod eines geliebten Menschen erfahre, aber "das volle Programm" an Gefühlen ist in dem Moment einfach zu viel.

22.11.2023 04:41 • x 2 #32


Zum Beitrag im Thema ↓


F
Zitat von Falk:
bekam die Frau Luftnot, musste auf den Schieber und ihr war schlecht und 5Minuten später war sie tot.

Wenn sie auf dem Schieber war,wie hättest Du ihr denn helfen sollen,alles gleichzeitig geht nicht,man hat ja nur zwei Hände.

Vor allem hat die Notärztin vermutlich eine tiefere/bessere Einsicht in den Krankenverlauf der Frau und wird aufgrund dessen wissen,dass es aussichtslos war für die sie,auch wenn Du Dich anders verhalten hättest.

Frag die Ärztin doch mal,warum genau die Frau unabhängig von Deinem Verhalten in der Situation keine Chance mehr hatte,vielleicht kommst Du dann zur Ruhe.

x 3 #2


D
Wenn das vier Jahre her ist, grübelst du nun seit vier Jahren darüber nach oder erst seit kurzem? Solche Zwischenfälle gibt es im Krankenhaus wahrscheinlich immer wieder mal, wieso grübelst du gerade über diesen Vorfall nach? Grübelst du generell viel? Gibt es im Krankenhaus nicht eine Supervision, wo du dich über solche Fälle austauschen kannst?

#3


F
Vielen Dank für die Antworten.mir fällt es schwer Situationen zu akzeptieren,ich grübel viel und mache mich meist schlecht.Ich Stelle die Antwort der Ärztin in Frage.ich weiss nicht warum.Ich bin immer schlecht und schuld, deswegen verzweifel ich auch und finde mich wertlos.

#4


D
Ich denke, da kommst du ohne professionelle Hilfe nicht raus. Denn dann ist die Situation vor vier Jahren nur ein Beispiel von vielen und bei deinem Job wirst du immer alles in Frage stellen.
Hast du schon mal überlegt, eine Therapie zu machen?
Gibt es bei deiner Arbeit auch Momente, wo du dich gut fühlst und wertvoll? Wenn du den Patienten helfen kannst?

#5


F
Ein Dankeschön und nette Worte tun schon gut Ich habe einen Therapeuten,er ist auch ratlos und weiß nicht wie man akzeptieren lernen kann!

#6


D
Das sollte dein Therapeut aber wissen, denn zwanghaftes Grübeln ist ja etwas, was ganz viele betrifft. Gibt er dir keinen Rat, wie du zumindest zeitweise die Gedanken stoppen kannst?

#7


F
Nein,ich dachte im Forum finde ich Hilfe oder Ansätze!

#8


F
Ich will immer alles richtig machen und will keinen Fehler machen, ich denke ich habe einen Fehler gemacht und die Frau musste sterben.

#9


D
Es gibt verschiedene Techniken, solche Grübeleien zu stoppen. Sprich deinen Therapeuten mal drauf an, damit er dir einige zeigt. Die Gedanken darum bringen dir ja nichts, weil du nichts mehr ändern kannst. Das frisst dich nur auf.
Hast du auf der Arbeit denn auch gute Erlebnisse, wo du das Gefühl hast, deine Arbeit gut zu machen und zu helfen?

#10


F
Ja, habe ich schon,aber eher von den Patienten als von den Mitarbeitern, gelobt wird wenig.

#11


F
Wer kennt Techniken?

#12


F
Zitat von Falk:
.Ich bin immer schlecht und schuld, deswegen verzweifel ich auch und finde mich wertlos.

Das kann an einem geringen Selbstwertgefühl liegen,das in ausgeprägter Form zu einem unrealistisch (einseitig) negativen Selbstbild führen kann,was widerum durch eine Depression bedingt sein kann.

Die Ursachen dafür sind oftmals in der Kindheit zu suchen,wenn man den Eltern nie etwas recht machen konnte und die eigenen Leistungen niemals genug waren.

Faktisch gibt es keine guten oder schlechten Menschen,es gibt nur Ursache und Wirkung.
Wenn man das verstanden hat,erübrigen sich auch Schuldgefühle.
Du hast bestmöglich gehandelt,früher so wie heute auch und Fehler gehören zum Leben.

Was helfen kann ist zum einen die Stärkung Deines Selbstwertgefühls durch Selbstmitgefühl und zum zweiten Radikale Akzeptanz,ich verlinke Dir hier was dazu:

Radikale Akzeptanz:

https://www.sinnsucher.de/blog/radikale...%C3%A4ngen.

Selbstwertgefühl/Selbstmitgefühl:


[b]

x 1 #13


J
Also ich bin ja selbst in der Pflege und weiß wie hart das sein kann ..

Aber wenn dir selbst die Notärztin gesagt hat dass du nichts hättest tun können, dann glaub das bitte.

Ich weiß nicht woran sie verstorben ist , vll Embolie ? Du weißt selber es gibt leider Akut Situationen wo dir selbst die Hände gebunden sind und du fast nichts mehr tun kannst.

Die Frau war nicht alleine sondern in der Obhut deiner Kollegin die bestimmt auch alles versucht hat was in ihrer Macht stand.

Es ist gut wenn du dich nach so einer Situation damit auseinandersetzt um sie zu verarbeiten. Aber dann musst du sie abhaken , denn neue Patienten brauchen deine Hilfe. In unserem Beruf gehört das Sterben leider dazu und auch wir können nur unser bestes geben aber keine Wunder vollbringen. Und vor allem können wir nicht an 5 Orten gleichzeitig sein .

x 2 #14


J
Zitat von Falk:
Ja, habe ich schon,aber eher von den Patienten als von den Mitarbeitern, gelobt wird wenig.

Das ist doch das beste Lob was man erhalten kann. Stehst du für deine Kollegen morgens auf oder für deine Patienten?

x 1 #15


F
Vielen Dank für deinen Beitrag.Zu akzeptieren fällt mir sehr schwer und im jetzt zu leben.Kann mir dabei jemanden helfen?

#16


Hotin
Zitat von Falk:
Ich habe einen Therapeuten,er ist auch ratlos und weiß nicht wie man akzeptieren lernen kann!


Hallo, ich hoffe, Du hast den Therapeuten falsch verstanden.

Zitat von Falk:
Zu akzeptieren fällt mir sehr schwer und im jetzt zu leben.Kann mir dabei jemanden helfen?

Wenn Du mehr im "Jetzt" leben möchtest, solltest Du deutlich mehr bewusst denken.
Weißt Du wie das geht?

x 1 #17

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F
Vielen Dank für eure Antworten,ich muss mit der Situation klar kommen.

#18


Abendschein
Zitat von Falk:
Vielen Dank für eure Antworten,ich muss mit der Situation klar kommen.

Wo steht das denn, das das 4 Jahre her ist?

x 1 #19


F
@Abendschein Am Anfang meiner Ausführung.

x 1 #20


A


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