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NeonPixie
Zitat von SilentRoG:
Warum? Kann ja nicht jeder einer Meinung sein sonst hätten wir ja Gleichschaltung. Eine Demokratie muss eine AfD abkönnen!

Das Argument für Meinungsvielfalt in einer Demokratie ist grundsätzlich richtig.

Aber "eine Demokratie muss das abkönnen" ist kein inhaltliches Argument für eine Partei. Es ist ein formales. Man kann gleichzeitig sagen, dass Meinungsfreiheit wichtig ist und dass bestimmte Positionen inhaltlich problematisch sind. Das schließt sich nicht aus.

Zudem sieht das Grundgesetz durchaus einen Rahmen vor, in dem Parteien operieren sollen, nämlich den der Freiheitlich-Demokratischen-Grundordnung (FDGO). Ob sich die AfD in diesem Rahmen bewegt, wird durchaus kritisch und lebhaft diskutiert, selbst unter Juristen, Verfasungsschützern, Politikwissenschaftlern usw.

#481


NeonPixie
Zitat von Saina91:
@Islandfan Ich sag doch gar nicht, dass Rentner nichts getan haben aber unser System funktioniert halt so. Damals gab es ja die Baby boomen Generation, also viele Kinder. Und auf einen Rentner kommen glaube mehrere jüngere Leute. Wenn es viel zu wenige Arbeitende gibt, dann müssen die Älteren halt länger arbeiten ...

Das Umlageverfahren braucht ein bestimmtes Verhältnis von Einzahlern zu Empfängern und die Demografie verschiebt das. Soweit so richtig.

Geburtenrate ist eine Stellschraube, aber nicht die einzige und nicht mal die schnellste. Einwanderung im erwerbsfähigen Alter wirkt sofort auf das Verhältnis. Was den Widerspruch zu manchen politischen Positionen zeigt, die gleichzeitig mehr Kinder und weniger Einwanderung fordern. Das geht mathematisch nicht gut zusammen.

Sonderlich intensive und effektive Maßnahmen gibt es allerdings in Deutschland zur Steigerung der Geburtenrate nicht.

#482


A


Altersrente mit 70 Jahren?

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NeonPixie
Zitat von Abendschein:
Das hat die SPD verkackt, es kann ja nicht sein, das ein Bürgergeldempfänger, der auch nicht arbeiten will, genauso viel Geld bekommt, wie jemand der über 40 Jahre gearbeitet hat. Das kann und darf nicht sein. So schnell wird die jetzige Partei das auch nicht hinbekommen. Wenn ich mit Menschen darüber unterhalte, ...

Bürgergeld deckt Grundbedarf plus Unterkunft. Rente oft nur Grundbedarf ohne ausreichende Wohnkostenabdeckung. Die Zahlen sehen manchmal ähnlich aus, weil verschiedene Dinge addiert oder nicht addiert werden. Das macht die Ungerechtigkeit nicht kleiner, aber der direkte Vergleich ist oft etwas unscharf.

x 1 #483


NeonPixie
Zitat von Venusianer:
Lasst Euch nicht durch die Medien gegeneinander aufhetzen, denn damit lenken die nur von der dafür verantwortlichen Politik ab. Ich erinnere mich noch an Kohl, der 3 (?) Milliarden aus der Rentenkasse für Israel zweckentfremdete, und sowas kommt öfters vor. Aber wenn man so ein Verbrechersystem wählt, dann will ...

Das ist ein langer Text, der viele verschiedene Dinge vermischt. Einige legitime Kritikpunkte, sehr viel Verschwörungsideologie und einige klar antisemitische Elemente.

Lohndrückung durch Niedriglohnpolitik ist leider real. Banken und Konzerne haben unverhältnismäßig viel politischen Einfluss. Medien lenken manchmal von strukturellen Problemen ab.

Wo es dann aber wirklich problematisch wird, ist dieses Sammelsurium: Rothschild als Weltkontrolleur, Vatikan-Börsen-Geburtsurkunden-Sklaverei, Kalergi-Plan, COVID-Impfung als Rentnermord, Reptilien in London. Das ist alle klassisches Verschwörungsdenken. Eine geheime Gruppe kontrolliert alles, normale Menschen sind Skla., die es nur noch nicht wissen.

Diese Weltbilder sind nicht einfach "alternative Meinungen", sondern haben eine ganz spezifische Funktion. Sie geben einfache Erklärungen für komplexe Probleme, benennen einen Feind und entlasten den Einzelnen von der Frage, was er selbst tun kann.

Echte Systemkritik ist das nicht, denn die funktioniert nur mit belegbaren Fakten.

#484


NeonPixie
Zitat von Venusianer:
Man muss sich doch nur mal alte Filme anschauen, in denen die geplante Zukunft bereits angedeutet wurde. 'Jahr 2022...die überleben wollen' von 1973 (Soylent Green). Überbevölkerung (die kann man auch suggerieren), Nachhaltigkeit durch heimlichen Menschenfleischkonsum (siehe auch McDoof-Aufdeckung). 'Flucht ins 23. ...

Filme als Belege für reale Verschwörungen zu verwenden funktioniert nicht. Science-Fiction ist keine Prophezeiung, sie ist Gesellschaftskritik und Gedankenexperiment. Soylent Green thematisiert Überbevölkerung und Ressourcenknappheit als Warnung, nicht als Fahrplan.

Der rhetorische Trick am Ende (wer widerspricht, glaubt blind der Regierung) ist eine Scheinalternative. Zwischen "die Regierung hat immer recht" und "Bill Gates vergiftet McDonalds-Burger" gibt es sehr viel Raum für rationale Analyse.

#485


NeonPixie
Zitat von Ex-Mitglied:
Noch dazu erfolgen seit Jahren eine horrende Anzahl an Firmeninsolvenzen, die Masse der Gen Z die ich persönlich kenne, wollen nur studieren oder leben von Bürgergeld-träumen von einer Karriere als Influencer-Gangster, ganz zu schweigen von den wenigen die als Mindestlöhner ihr kleines Geld verdienen. Was mir ...

Das Bild der Gen Z das du zeichnest, ist ein bekanntes Narrativ. Aber es deckt sich nicht mit den Daten. Die Mehrheit der Generation Z arbeitet, bildet sich aus oder studiert mit dem Ziel danach zu arbeiten. Die Influencer-Karriere als Massenphänomen ist ein Medienbild, kein statistischer Befund.

Insolvenzen sind gestiegen, Bürgergeld ist für manche attraktiver als Niedriglohnarbeit. Wwas aber eher ein Lohnproblem als ein Motivationsproblem ist. Und Bundeswehr mit 3k netto ist für viele junge Menschen ohne andere Perspektive tatsächlich eine rationale Entscheidung.

#486


NeonPixie
Zitat von Elemente:
Ich muss aber ehrlich sagen als ich noch jung war, erzählte man uns in den Kneipen auch immer wir werden keine Rente mehr bekommen, und auch in den bekannten Zeitungen wurde das sehr heiss gekocht. Also unsere Grundstimmung war damals , für was sollen wir arbeiten gehen und Rente einbezahlen wenn wir so wie so ...

Generationenkonflikte und Rentenangst sind offenbar kein neues Phänomen, sondern ein wiederkehrendes Muster. Die demographische Lücke in dem System war übrigens schon mit dem Pillenknick sichtbar geworden.

x 1 #487


SilentRoG
Zitat von NeonPixie:
Das Argument für Meinungsvielfalt in einer Demokratie ist grundsätzlich richtig. Aber "eine Demokratie muss das abkönnen" ist kein ...

Na ja, die Partei ist nicht verboten, das scheint ja alles zu lassen.

#488


NeonPixie
Zitat von SilentRoG:
Na ja, die Partei ist nicht verboten, das scheint ja alles zu lassen.

Ich hatte auch nie behauptet, dass sie verboten sei. Sondern dass es durchaus ernsthaft diskutiert wird, ob sie nicht auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Und das ist ja auch so.

#489


SilentRoG
Zitat von NeonPixie:
Ich hatte auch nie behauptet, dass sie verboten sei. Sondern dass es durchaus ernsthaft diskutiert wird, ob sie nicht auf dem Boden des Grundgesetzes

ja und wenn alles gut ist, dann muss eine Demokratie auch sowas ab können.

#490


NeonPixie
Zitat von SilentRoG:

Die Diskussion an sich schon, aber nicht Parteien, die nicht auf dem Bonden des Grundgesetzes stehen. Die sind entsprechend dem Grundgesetz zu verbieten. Das ganze Thema wehrhafte Demokratie, Freiheitsparadox usw.

#491


P
Zitat von NeonPixie:
Was du beschreibst, ist für Menschen mit höherem Einkommen und Finanzwissen realistisch als Ergänzung.

Genau deshalb war das auch nur aus meiner Sicht und auf mich gemünzt formuliert. Ich kenne genug Selbständige, die wider besseren Wissens nicht privat vorsorgen (und natürlich auch nicht in die RV einzahllen), um mehr Geld im Jetzt zu haben und die im Notfall später auf Sozialhilfe spekulieren, wenn sie nicht mehr über die Runden kommen.

Menschen wie ich erhalten - wenn überhaupt - nur einen Bruchteil dessen, was sie in die Rentenkasse eingezahlt haben und könnten es selbst soviel besser managen. Ich fände die Möglichkeit gut, aus dem gesetzlichen Rentensystem auszusteigen, wenn ich es "kann" (finanziell, intellektuell und gesundheitlich), und könnte mir vorstellen, dass man dann je nach Einkommen einen kleinen Beitrag in einen Topf für echte Bedürftige einzahlen würde. Dann würde man dss gesetzliche Rentensystem im Rentenfall nicht mehr belasten und würde es sogar trotzdem noch unterstützen.

#492


P
Zitat von Islandfan:
Ich finde auch den Kinderlosenzuschlag sehr unfair. Im Endeffekt arbeiten Leute ohne Kinder meistens mehr und bringen so mehr in die Sozialkassen ...

Ich habe 2 Kinder. Mein Mann arbeiter VZ, ich 60% seit 8 Jahren, davor 14 Jahre Vollzeit. Meine Rentenbetragprognose liegt jetzt schon monatlich 1000 Euro niedriger als die von meinem Mann, obwohl ich jetzt - auf VZ - gerechnet gebauso viel verdiene wie er und zuvor deutlich mehr verdient habe.
Wir erhalten 518 Euro Kindergeld im Monat und ein bisschen Steuerfreibetröge. Unsere monatlichen Kosten durch die Kinder liegen bei durchschnittlich locker über 1000 - 1500 Euro. Sie erhalten eine gute Erziehung und Ausbildung und werden ziemlich sicher brave Steuerzahler.

Ich finde einen Kinderloszuschlag und/oder mehr Familienentlastung absolut fair.

x 1 #493


Saina91
Zitat von NeonPixie:
Geburtenrate ist eine Stellschraube, aber nicht die einzige und nicht mal die schnellste. Einwanderung im erwerbsfähigen Alter wirkt sofort auf das Verhältnis. Was den Widerspruch zu manchen politischen Positionen zeigt, die gleichzeitig mehr Kinder und weniger Einwanderung fordern. Das geht mathematisch nicht gut zusammen

Ja aber dann müssen diejenigen, die einwandern auch wirklich arbeiten. Sonst wird es ja noch schwieriger. Und die baby boomer Gemeration waren ja sehr viele und daher konnten mehrere auch einzahlen. Habe jetzt gelesen, dass 2025 die Geburtenrate so gering wie noch nie war. Ich meine, viele Länder möchten die eigene Geburtenrate fördern aus diesem Grund. Hat schon seinen Sinn.

#494


Islandfan
Ich habe es ja schon oft geschrieben, ich habe immens hohe Abgaben, wenn ich bald auf 32 Stunden gehe, werden vom brutto 1800 Euro jeden Monat abgezogen, mehr als 500 Euro allein für die Krankenkasse. Ich finde den Kinderlosenzuschlag unfair, Kinder sind eine private Entscheidung, für die, die kinderlos sind, nicht auch noch aufkommen sollten. Schließlich finanzieren die Kinderlosen auch Schulen und Kindergärten durch ihre Steuern mit. Kinderlose Frauen arbeiten durchschnittlich ohne Lücke eher Vollzeit, zahlen auch da mehr ein.
Ich finde es ungerecht,wie viel Ausgaben man generell hat. Je mehr man verdient,desto mehr werden abgezogen. Man blecht also für alles doppelt und dreifach mit.

#495


Saina91
Es ist nicht nur eine private Angelegenheit. Wer soll sich später Deiner Meinung nach um die alten Menschen kümmern, wenn es keine Kinder mehr gibt? Dann gibt es niemanden mehr. Jedes Land fördert die Geburtenrate.

#496


Islandfan
Zitat von Saina91:
Es ist nicht nur eine private Angelegenheit. Wer soll sich später Deiner Meinung nach um die alten Menschen kümmern, wenn es keine Kinder mehr gibt? Dann gibt es niemanden mehr. Jedes Land fördert die Geburtenrate.

Doch, Kinder sind Privatangelegenheiten, niemand bekommt Kinder für den Staat. Es kann ja jeder Kinder bekommen, der will, aber muss halt dann sich dessen bewusst sein, dass sie nun mal Geld kosten. Ist halt so. Gezwungen wird niemand.

#497

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Saina91
Geburtenrate: Mit diesen Anreizen wollen Länder einen Babyboom entfachen - WELT https://share.google/CENaAZGCxPiNdMl4k


Guck, jeder Staat hat Interesse daran.

#498


Islandfan
Ja klar hat der Staat Interesse daran. Jedoch bekommen mittlerweile gebildete Frauen immer weniger Kinder. Kinderreiche Familien findet man eher in prekären Schichten.
Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

x 1 #499


NeonPixie
Zitat von Pauline333:
Genau deshalb war das auch nur aus meiner Sicht und auf mich gemünzt formuliert. Ich kenne genug Selbständige, die wider besseren Wissens nicht privat vorsorgen (und natürlich auch nicht in die RV einzahllen), um mehr Geld im Jetzt zu haben und die im Notfall später auf Sozialhilfe spekulieren, wenn sie nicht mehr ...

Danke für die Klärung.

Das Problem ist, wie die Versicherungspflicht in Deutschland angelegt ist; statt einer Pflicht für alle gibt es eine Ausstiegsoption für alle.

Wenn die finanzstarken und gesunden Menschen aussteigen, bleibt im Pflichtssystem nur noch der Rest. Also die mit niedrigeren Einkommen, schlechterer Gesundheit, weniger Finanzwissen. Das System wird teurer pro Kopf und die Beiträge steigen für genau die, die es am wenigsten schultern können. Das nennt sich adverse Selektion und ist der Grund, warum Pflichtversicherungen überhaupt funktionieren.

#500


A


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