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dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

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Feuerschale
Zitat von dianaross:
Heime sind totale Instituionen

kontrolle, personal versus Bewohner, privatleben eingeschränkt, Anstalts-vorgabe-Essen: auch zeitlich begrenzt, Lauter Vorschriften und Regeln.. ALLES FINDET AM SELBEN ORT STATT

DER MENSCH WIRD NUR NOCH VERWALTET.

Ja das stimmt. Einerseits wird da Geld gemacht und dann am Personal gespart, auch als noch Personal da war.
D h die Routinen da sind alles andere als "wohnlich".
Ich hatte selber im Studium einiges von Altenheimen von innen gesehen und war auch zwei Jahre in einem Heim tätig.
Das war noch die Station für die "besser betuchten".
Ich dachte mir oft, würden die mal ihr Geld nehmen und sich in ein gutes Hotel einbuchen, hätten sie mehr davon.

In Holland wurde Inklusion schon immer eher und offener gelebt.
Da waren die Wohnsiedlungen gemischt und auch so, dass die Nachbarn vernetzt sind.
In Deutschland spricht man seit ner Weile von Inklusion...immerhin hatte ich da vor zwei Jahren etwa auch mal eine Begriffsschulung....was ist das....

Bei mir weiß ich nicht, was im Alter werden soll. Lebe ja eher so für mich und kann mir ein Leben im Heim nicht wirklich vorstellen....man kann nur hoffen möglichst lange selbständig zu bleiben oder zumindest dann noch im Wohnumfeld mit ambulanten Hilfen. Irgendwie sowas wie Selbstbestimmung bewahren, ggf. auch Lebensqualität.
Auf Lebensqualität leg ich nicht soooo viel Wert, vielleicht sollte man das in noch nicht ganz so alten Jahren trainieren...

x 3 #461


Feuerschale
Früher als ich noch jung war gabs in der Seniorenarbeit ein Konzept, das nannte sich "Validation".
Was soviel meinte wie Wertschätzung...Selbstbestimmung herstellen...Wünsche berücksichtigen, Angebote schaffen wenn möglich....Oder auch in Bezug auf Demenz, möglichst vertrautes Umfeld oder Gegenstände, Kontakte herstellen und Zeit für Gespräche/Erinnerung und Orientierung.

Da durfte man aber nur angemeldet mal in einem Heim vorbeischauen so als "Projekt" und konnte froh sein, wenn die Bewohner nicht angebunden waren...
Gutes Leben, gute Beziehungen brauchen Zeit, Empathie....das schafft das Personal ja nicht...

Was es jetzt öfters gibt, sind ja so Betreuungskräfte die auch mal Programm anbieten. In vier - sechs Monaten kann man sich da umschulen lassen.....ich denke, das ist aber soweit gut, weil es dann immerhin eine Art Kontakt und Angebot ist.
Das Ehrenamt ist eigentlich auch sehr wichtig....um zu vernetzen...es braucht dann meist einen Macher(m w d)...aber es kommt gut an, denke ich.

x 2 #462


A


Altersrente mit 70 Jahren?

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Schlaflose
Zitat von Feuerschale:
Ich dachte mir oft, würden die mal ihr Geld nehmen und sich in ein gutes Hotel einbuchen, hätten sie mehr davon.

Und wer soll sie da pflegen?

x 1 #463


Feuerschale
@Schlaflose Für einmal am Tag Dienst/Besuch was auch immer wird das Geld immer noch reichen.

x 1 #464


Islandfan
Zitat von Feuerschale:
Für einmal am Tag Dienst/Besuch was auch immer wird das Geld immer noch reichen.

Im Heim leben die, die mehr als nur einmal am Tag einen Besuch des Pflegedienstes benötigen, von daher ist deine Vorstellung, sich mal eben in ein Hotel einzubuchen, unrealistisch.

x 3 #465


boomerine
Oder einmal die Woche......
Ich kannte auch welche die eine Betreuung hatten.
Wo selten bis niemand kam.
Um das "Taschengeld " musste sie kämpfen.

x 3 #466


boomerine
Ich denke wenn man längere Zeit im Heim jemand besucht, kriegt viele Hintergründe mit.
Ich hab da einiges mitbekommen.

x 2 #467


Schlaflose
Zitat von Feuerschale:
@Schlaflose Für einmal am Tag Dienst/Besuch was auch immer wird das Geld immer noch reichen.

Wer noch so gut dran ist, dass das so reicht, kann ja gleich zuhause bleiben und den Pflegedienst nachhause bestellen.

x 3 #468


iquique
Zitat von Schlaflose:
Und wer soll sie da pflegen?

Das ist das Problem: viele Bewohner von Seniorenheimen brauchen im Prinzip eine Betreuung rund um die Uhr, wenn zentrale Körperfunktionen nicht mehr ohne Unterstützung bewältigt werden können.

Ich sehe das bei meiner Mutter: seit ca. 4 Jahren braucht sie z.B. Hilfe für Toilettengänge, und wegen einer beginnenden Demenz muss man ihr auch bei der Einnahme von Medikamenten helfen, weil sie diese sonst zu wenig oder zu viel einnehmen würde. Abgesehen davon: ohne Betreuung würde sie sich im Gebäude verirren. Erst vor kurzem mussten wir sie innerhalb des Seniorenheims suchen. Sie war auf dem Weg ins eigene Zimmer völlig abgedriftet, lief einen falschen Gang bis zum Ende entlang und wusste dann nicht mehr weiter.

x 1 #469


NeonPixie
Zitat von Ex-Mitglied:
Hallo zusammen, immer öfter wird gefordert, das Renteneintrittsalter von 67 auf 70 Jahre anzuheben. Ernsthaft? Erst jahrzehntelang Beiträge zahlen – und dann am Ende noch drei Jahre länger arbeiten? Kein Wunder, dass die Generation Z kaum noch an ihre eigene Rente glaubt. Wer heute ins Berufsleben startet, soll ...

Weniger Beitragszahler, mehr Rentner, längere Lebenserwartung. Irgendwo muss das System balanciert werden.

Etwas seltsam ist aber immer die Fixierung auf die Altersgrenze. Es gibt auch andere Möglichkeiten wie die Erwerbsquote erhöhen, Löhne steigern, sodass mehr Beiträge fließen, Rentenbeiträge auf breitere Basis stellen usw.

#470


NeonPixie
Zitat von Islandfan:
Der erste Schritt wäre schon mal, dass Beamte einzahlen, denn die bekommen eine höhere Pension als die normalen Rentner, obwohl sie keinen Cent einbezahlt haben, ein Unding. Der Staat geht finanziell den Bach herunter, immer weniger dürfen schuften für immer mehr, die nicht schuften. Ich gehe davon aus, dass ich ...

Beamte zahlen formal keine Beiträge, weil ihr System anders konstruiert ist, nicht weil sie sich drücken. Das ist ein politischer Designfehler, kein persönliches Versagen der Beamten. Dieses Zwei-Klassen-Altersversorgungs-System ist historisch gewachsen, aber schwer zu rechtfertigen heute.

"die, die nicht schuften" ist eine Gruppe, die sehr heterogen ist. Pflegebedürftige, Kinder, Behinderte, Menschen, die Kinder großziehen, die später einzahlen werden. Dds ist nicht dasselbe wie Leistungsverweigerer.

#471


NeonPixie
Zitat von boomerine:
Ist klar, ärgerlich für alle. Aber dafür ist der Staat zuständig. Das Geld fliegt überall hin nur nicht in unsere Kassen. Es geht auch nicht nur um die, die nie gearbeitet haben. Es geht auch viel um die, die zu uns gekommen sind, die versorgt wurden. Und es geht auch um die, die um manche Berufe einen großen ...

Das Bild einer gut gekleideten ausländischen Frau mit vielen Kindern als Erklärung für fehlende Rentengelder ist ein Narrativ, das sehr oft benutzt wird, aber der Datenlage nicht standhält. Zuwanderung ist per Saldo für Sozialsysteme in Deutschland eher positiv als negativ, weil Eingewanderte mehrheitlich im erwerbsfähigen Alter sind und Beiträge zahlen.

Die echten strukturellen Probleme wie Beamtenpensionen, Niedriglohnsektor, fehlende Beitragspflicht für Kapitalerträge, politische Fehlentscheidungen über Jahrzehnte sind alle deutlich weniger sichtbar als eine Frau mit Kinderwagen, erklären das Problem aber erheblich besser.

#472


NeonPixie
Zitat von Islandfan:
Ich finde auch den Kinderlosenzuschlag sehr unfair. Im Endeffekt arbeiten Leute ohne Kinder meistens mehr und bringen so mehr in die Sozialkassen ein, als Leute mit Kindern, bei denen einer oft nicht oder Teilzeit arbeitet und sowieso schon allein durch die Familienversicherung kostenlos in der Krankenkasse ...

Das ist ein echtes Spannungsfeld und ich versteh die Frustration.

Gleichzeitig ist die Gegenlogik auch nicht ganz falsch: Kinder sind die zukünftigen Beitragszahler, die dein Rentensystem und mein Rentensystem finanzieren werden. Wer Kinder großzieht, leistet damit auch einen gesellschaftlichen Beitrag, der nicht in Beitragsauszügen auftaucht.

x 1 #473


NeonPixie
Zitat von Abendschein:
Ich habe nichts bestellt.

Doch bei jeder Wahl.

#474


NeonPixie
Zitat von Islandfan:
Das sind dann aber Frauen, die entweder so viel in Teilzeit verdienen, dass sie als Single leben können, oder sie sind an ihren Mann gebunden, mit dessen Gehalt das dann auch zum Leben reicht. Ich schätze mal, dass eine Verkäuferin mit 20 Stunden die Woche weniger als 1000 Euro netto hat.

Das stimmt für viele Teilzeit-Konstellationen. Wobei das System da auch selbst Anreize setzt, die problematisch sind. Minijob-Grenzen, Ehegattensplitting, beitragsfreie Mitversicherung. Das alles begünstigt strukturell das Modell "einer Vollzeit, einer gar nicht oder wenig" gegenüber zwei mittleren Einkommen. Das ist also nicht immer eine individuelle Entscheidung, sondern oft eine Reaktion auf Systemanreize.

#475


NeonPixie
Zitat von Saina91:
Also ich habe nicht viel im Monat und bin im Moment komplett auf meinen Mann angewiesen. Mir selbst gönne ich gar nichts, laufe in kaputter Kleidung rum. Klar ist es nicht schön aber dafür werde ich mit dem Lächeln und der Liebe meiner Kinder belohnt..Das ist mehr wert als alles materielle der Welt. In Deutschland ...

Bei dem Satz "in Deutschland muss sich eigentlich keiner beschweren" stört mich, dass er zwar für viele stimmt, aber nicht für alle. Menschen, die trotz Arbeit nicht über die Runden kommen, Alleinerziehende, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Pflegende, die selbst keine Rente aufbauen usw. Die haben alle reale materielle Probleme, die kein Lächeln löst.

#476


NeonPixie
Zitat von Moonlight_74:
Die Frage ist sowieso, ist jeder Verdienst gerecht? Wieso verdienen Menschen, in sozialen Berufen so wenig, obwohl sie doch sooo gebraucht werden?

Angebot und Nachfrage. Zudem haben soziale Berufe historisch viele weibliche Arbeitskräfte angezogen, die strukturell schlechter verhandelt haben und weniger gewerkschaftlich organisiert waren.

Der gesellschaftliche Wert einer Arbeit und ihr Marktpreis haben wenig miteinander zu tun. Eine Pflegerin, die einen Menschen würdevoll durch den Tod begleitet, leistet objektiv mehr als viele hochbezahlte Beraterjobs. Aber der Markt sieht das nicht so, weil Pflege nicht skalierbar ist und keine Aktionäre hat.

x 2 #477

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NeonPixie
Zitat von Abendschein:
Jeder Beruf wird gebraucht, jeder. Egal welcher. Manche werden unterbezahlt. Ich habe meinen Beruf gewählt, weil er mir Spaß gemacht hat.

Der erste Satz stimmt. Jeder Beruf hat eine Funktion. Aber "jeder wird gebraucht" und "jeder wird gleich gebraucht" sind zwei verschiedene Aussagen.

#478


NeonPixie
Zitat von Moelli80:
Hab die Liste gesehen, welche Geburtsjahre da rein rutschen. Also was sie fordern. 1982 wären die ersten mit 70 in Rente. Ich 1980 mit 69 und 8 Monaten in Rente. Ich finde es einfach zu hoch. Glaub auch nicht das welche die im Bau arbeiten, es bis 70 schaffen würden als Beispiel. In vielen berufen gehen die Leute ...

Berufsgruppen mit körperlich belastender Arbeit haben das Problem, dass sie statistisch früher sterben und häufiger berufsunfähig werden und trotzdem dieselbe Altersgrenze haben wie jemand, der im klimatisierten Büro sitzt. Das ist eine strukturelle Ungerechtigkeit, die sich als Gleichbehandlung verkleidet.

x 1 #479


NeonPixie
Zitat von Pauline333:
Ich denke, dass das ganze System in den nächsten Jahren kollabieren wird und rechne mit keiner/kaum Rente für mich. Von daher gehe ich in Rente, wann ich will. Jeder sollte privat soviel vorsorgen, wie er/sie kann. Ich würde gerne aus dem Rentensystem aussteigen - und auf die gesamten Ansprüche aus über 20, 25 ...

Der Gedanke ist verständlich, aber das Rechenbeispiel funktioniert nur, wenn man gesund bleibt, lange genug lebt, um die Rendite zu nutzen, keine Krisen erlebt, die das Depot halbieren, und keine Pflegebedürftigkeit hat, die alles aufzehrt.

Das gesetzliche System ist bisweilen ineffizient und politisch schlecht gemanagt. Aber es hat einen Mechanismus, den privates Kapital nicht hat: Es zahlt auch, wenn alles andere zusammenbricht, weil es auf laufenden Beiträgen basiert und nicht auf Kapitalmarktrenditen.

Was du beschreibst, ist für Menschen mit höherem Einkommen und Finanzwissen realistisch als Ergänzung. Als Ersatz für alle wäre es ein System, das die Schwächsten am härtesten trifft.

#480


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