Pfeil rechts
6

SchwarzerMond
Liebe Community und liebe Mitglieder,

ich weiß nicht mehr was ich tun soll...ich fühle mich in meinen Ängsten eingesperrt und finde keinen Ausweg alleine heraus. Ich gefährde mit meinen Ängsten meine Partnerschaft, denn je mehr ich klammere, obwohl ich es zu vermeiden versuche, desto mehr distanziert er sich, was meine Ängste ganz krass verstärkt, was ihn noch weiter von mir weg treibt... Angefangen hat es letztes Jahr, wo er sich in seine blonde Nachbarin verliebt hatte....
und beim Einkaufen wirklich heftig mit Kassiererinnen geflirtet hat, vor meinen Augen.
Ab da ging es los.... ich gehe immer alleine einkaufen; ich kann mit ihm keine U-Bahn mehr fahren, weil dort andere hübsche junge Frauen sind, (mit denen er auch geflirtet hat). Ich kann mit ihm kein Fernsehen mehr schauen, wegen der hübschen Darstellerinnen...

Ich bin 1,85 groß, 85 kg, glatte Haut, lange Haare...also hässlich bin ich nicht


Meine Angst beruht auch auf die bittere Tatsache, dass er sehr selten mit mir schläft (alle halbe Jahre, OK: wir hatten es jetzt mal öfter versucht, aber seit 4 Jahren hat er keinen Höhepunkt mehr bei mir; Gesundheitliche Gründe sind ausgeschlossen, da wir bei vielen Ärzten waren, die Entwarnung gaben, und sagten, es wäre psychischen Ursprungs.

Nach meiner Vermutung, stillt er seine Bedürfnisse woanders: Nachbarin, Treffen nach der Arbeit, des Öfteren Überstunden und Besprechungen, Handy aus). Gesundheitliche Gründe sind ausgeschlossen, da wir bei vielen Ärzten waren, die Entwarnung gaben, und sagten, es wäre psychischen Ursprungs.

Mir ist schlecht vor Angst, das Herz schlägt mir flatternd den Hals hoch. Mir wird höllisch warm, ich schwitze. Übelkeit stellt sich ein, ich habe Luftnot.

Was kann ich in den Angst-Situationen tun? Er hat binnen von 4 Monaten dreimal mit Trennung gedroht. Ich habe Angst vor diesem Schritt. Ich habe auch Angst vor seinen Jähzorn, seinen abfälligen harten Urteilen... ich bestehe nur noch aus Angst. Nächsten Montag beginnt meine Therapie. Aber ganz unabhängig davon: Was könntet ihr mir raten?

28.02.2015 12:04 • 25.10.2015 #1


7 Antworten ↓


Hotin
Hallo SchwarzerMond,

gut, das Du jetzt eine Therapie beginnst. Die kann Dir helfen, einiges in Deinem
Leben anders zu bewerten. Ich hoffe und wünsche Dir, das Du in der Therapie
sehr offen und ehrlich diskutierst. Das hilft am besten und Deine Therapeutin
wird nichts von dem, was du erzählst weitergeben.

Zitat:
Was kann ich in den Angst-Situationen tun?


Na erst mal ruhig bleiben. Wenn Deine Angstsymptome schwächer werden sollen,
wirst Du einiges neues lernen und Dein Verhalten ändern müssen.
Bist Du dazu bereit?
Zitat:
ich kann mit ihm keine U-Bahn mehr fahren, weil dort andere hübsche junge Frauen sind,
(mit denen er auch geflirtet hat). Ich kann mit ihm kein Fernsehen mehr schauen,
wegen der hübschen Darstellerinnen...


Warum soll Dich Dein Partner eigentlich mögen? Mit Dir erlebt er doch jeden Tag,
was geschieht, wenn einem alles verboten wird. Selbst sehen und denken kann er nicht
mehr frei was er möchte. Ist er ein Versuchstier für psychischen Druck.
Was denkst Du, wird geschehen, wen Du das übertreibst?

Zitat:
Ich bin 1,85 groß, 85 kg, glatte Haut, lange Haare...also hässlich bin ich nicht


Was nutzt es, wenn Du gut aussiehst? Du solltest menschliche Wärme und Verständnis verbreiten
nicht Kälte und Verbote.

Zitat:
ich bestehe nur noch aus Angst.


Einen Vorteil hast Du davon. Dein Kopf sagt Dir, Du hast Dich in eine Sackgasse verlaufen.
Da geht es nicht weiter. Änderst Du Dein Verhalten, wird es sehr schnell besser.
Vor der Veränderung brauchst Du keine Angst zu haben Deine Persönlichkeit wird sich nicht ändern.
Du änderst nur Dein Verhalten und wirst wieder ruhiger und zufriedener.

Viele Grüße

Hotin

28.02.2015 14:08 • x 2 #2



Ich habe schreckliche Verlustängste

x 3


SchwarzerMond
Lieber Hotin

Danke für Deine aufrichtige und hilfreiche Antwort...

Du schreibst, wenn ich mein Verhalten ändere, wird es auch mit den Ängsten besser...
das habe ich versucht, aber die Angst auslösenden Faktoren haben sich nicht verändert ... die Ängste sind geblieben.

Ich liebe ihn aufrichtig und er meinte, ich sei kein kalter Mensch, im Gegenteil, und er teilte mir mit, dass er mich braucht, was mir auch Sicherheit zu geben vermag.

Die Verlustängste kommen aus meiner Kindheit, soviel weiß ich... aber wie kann ich Angst-Gefühle abstellen? Wie kann man den Lauf der Angst abstellen? Es ist nie meine Absicht, ihn in irgendeiner Form in seiner Freiheit ein zu schränken. Im Gegenteil, ich lasse sie ihm, ich ziehe mich nur von dem was mir Angst macht zurück und grenze mich ab, gerade weil ich ihn liebe, grenze ich mich von der angstauslösenden Situation ab... nur möchte ich nicht immer weg rennen, fort laufen, oder fliehen....

Die Therapie beginnt am Montag... ich gehe dort hin und werde selbstverständlich offen über die Ängste reden, gerade auch, da es mir ganz ganz wichtig ist, unsere Beziehung zu retten und ihn glücklich zu machen.

Ich danke Dir, L.G.

SchwarzerMond

28.02.2015 23:01 • x 1 #3


RicoBee
Hmmm nur so ein Gedanke: DIR ist es wichtig, eure Beziehung zu retten. IHM auch? Ich frage nur, weil du sagtest, er habe dreimal mit Trennung gedroht. Wenn ich so etwas höre, schrillen bei mir alle Alarmglocken. Denn wenn etwas ganz bestimmt nicht in eine Beziehung gehört, dann etwas wie: Entweder du tust oder lässt oder wirst dies oder das, oder ich haue ab. Wenn man dem Gegenüber helfen will, macht man das anders. Wenn man den Gegenüber gängeln will, macht man es mit Drohungen.

Und dann noch etwas: Du hast Angst vor SEINEM Jähzorn, SEINEN äbfälligen Urteilen - aber DU gehst in Therapie? Ich weiss, ich sollte mir da kein Urteil erlauben, aber für mich klingt es alles in allem, als hätte er das ebenso nötig.

28.02.2015 23:50 • #4


Hotin
Hallo SchwarzerMond,

danke Dir für Deine offene Antwort. Meine Aussagen sind manchmal etwas hart und provozierend.
Dies hilft mir, etwas besser zu erkennen ob Du wirklich bereit bist etwas zu verändern.
Wenn ich das richtig verstehe bist Du gut in der Lage Dich gut auf eine Therapie einzulassen.
Zitat:
aber die Angst auslösenden Faktoren haben sich nicht verändert

Zitat:
aber wie kann ich Angst-Gefühle abstellen?


Die Angstauslösenden Faktoren werden sich auch nicht verändern.
Deine Angstgefühle kannst Du auch nicht abstellen.

Deine Ängste (dies sind Deine Gefühle) werden leiser, wenn Du beginnst,
zu akzeptieren, das sie immer wieder kommen und wenn Du anfängst sie
nicht mehr als so schlimm zu bewerten. Das solltest Du etwas üben.
Erste Erfolge kannst du dann eventuell sehr schnell spüren.

Zitat:
nur möchte ich nicht immer weg rennen,


Das darfst du auch nicht, sonst wird es immer schlimmer.

Versuche mal zu lernen, was Angst überhaupt ist.

Im Gehirn denkt es nicht nur von allein. Mit Deinem Willen beeinflusst Du Dein Denken ganz
entscheidend. Sonst wäre ja fast jeder Mensch gleich.
Die Angst ist nicht nur so da und erst recht nicht überflüssig.
Die Angst (das sind unsere Gefühle) ist unser Steuerungssignal. Dieses Gefühl soll uns von
Natur aus helfen, unser Leben zu verbessern und Gefahren zu erkennen
Eigentlich will die Angst nur unser Bestes. Wenn man sie aber allein entscheiden lässt,
wann sie Hilfe und Gefahr schreit, gibt es häufig die bekannte Angststörung.
Die Ängste kann man wieder reduzieren, wenn man versteht, wie der Körper das mit der Angst regelt.
Das heißt um Angstgefühle zu verringern ist es notwendig einiges über sich selbst zu lernen.
Dies ist nicht schwer.
Es erfordert allerdings eine ganz neue Sichtweise und eine Verhaltensänderung.

Viele Grüße

Hotin

28.02.2015 23:51 • x 1 #5


SchwarzerMond
Lieber Hotin,

ich war am Montag in der Beratung gewesen bei der Tiefenpsychologin, sie hat meine Daten aufgenommen, und es ging danach ziemlich zur Sache in Dingen Angst. Die Fragen waren so präzise und zielgerichtet, dass mir vor Angst die Luft weg blieb und ich mit Schwitzen anfing; ich antwortete langsam, aber ehrlich; sie fragte mich wieder aufgrund meiner Antworten weitere Fragen und ich sah nur noch zur Tür und dachte, ich gehe jetzt! Jetzt sofort! Aber ich habe die 50 Minuten ausgehalten.
Als ich dann unten an der Straße stand, wurde mir klar, dass die Antworten auf mein Problem die ganze Zeit schon in mir waren, und ich mir bestimmte Tatsachen nicht eingestehen wollte, da ich Angst vor den Konsequenzen hatte - es aber einfach so stehen lassen kann. Ich bin mit mir ganz krass ins Gericht gegangen. Habe bemerkt, dass ich mir ein Gemäuer um die Angst gebaut habe, damit Niemand dahinter blickt....

Wenn ich für mich mehr in der Therapie über die Ursachen herausgefunden habe, werde ich diese Antwort konkretisieren.
Ich habe nun einfach mehr die Hoffnung und die Kraft, um meine Partnerschaft zu kämpfen, da plötzlich mehr Klarheit da ist.

Diese Deine Antwort deckt sich mit meiner gestrigen Erfahrung (am Montag)....es ist gut und ungewohnt, Dinge, Gedanken und Situationen anders zu bewerten und einen ehrlichen Blickwinkel darauf zu zulassen, damit ich weiß, wie ich nun zu handeln habe...es ist aber tierisch schwer für mich, da der Weg durch die Angst führt.

ich weiß nicht, wohin die Reise geht, weil man nicht voraussehen kann, was einen erwartet, aber ich versuche den Weg zu gehen.....

Vielen Dank für Deine Empathie und liebe Grüße,

SchwarzerMond

03.03.2015 23:39 • x 1 #6


Hotin
Hallo SchwarzerMond,

Zitat:
ich war am Montag in der Beratung gewesen bei der Tiefenpsychologin, sie hat meine Daten aufgenommen, und es ging danach ziemlich zur Sache in Dingen Angst. Die Fragen waren so präzise und zielgerichtet, dass mir vor Angst die Luft weg blieb und ich mit Schwitzen anfing; ich antwortete langsam, aber ehrlich; sie fragte mich wieder aufgrund meiner Antworten weitere Fragen und ich sah nur noch zur Tür und dachte, ich gehe jetzt! Jetzt sofort! Aber ich habe die 50 Minuten ausgehalten.

Zitat:
Habe bemerkt, dass ich mir ein Gemäuer um die Angst gebaut habe, damit Niemand dahinter blickt....


Fast nicht zu glauben. . Meine Hochachtung vor Dir. . Du hast Mut.


Zitat:
es ist aber tierisch schwer für mich, da der Weg durch die Angst führt.

Zitat:
ich weiß nicht, wohin die Reise geht, weil man nicht voraussehen kann, was einen erwartet,
aber ich versuche den Weg zu gehen.....


So ist es. Deshalb brechen viele Menschen ihre Therapien ab.

Keine Angst wenn es mal nicht sofort klappt. Du wirst das schaffen.


Las Dir etwas Zeit. Etwas was Jahre unglücklich gelaufen ist, kann nicht in 2 Monaten wieder gut sein.

Ganz viel Erfolg für Dich.
Und bitte berichte hier immer über Deine positiven Erfahrungen. Wir brauchen das dringend.

Beste Grüße

Hotin

04.03.2015 00:00 • x 1 #7


Hallo Schwarzer Mond!
Habe hier Deine Nachrichten gelesen und wollte mal fragen, insofern Du hier noch reinschaust, weil die Konversation ja schon älter ist, wie es Dir ergangen ist.
Ich konnte mich sehr gut mit Deinen Äußerungen identifizieren, denn ich war 8 Jahre in einer ähnlich Beziehung.
Glücklicherweise ist das lange her, hatte aber zur Folge, dass ich such die Erlebnisse so eine Macke bekommen habe, dass ich zur Zeit nur mit therapeutischer Hilfe zurecht komme.

Ich kann leider (aus heutiger Sicht) nicht verstehen, wie man sich an einen Menschen klammern kann, der einen so mit Füßen tritt.
In der Öffentlichkeit nicht beachtet werden, der Partner flirtet vor meinen Augen wirklich heftig mit anderen Frauen. Oh Gott, das ist so schmerzlich , respektlos und demütigend!
Ich konnte (wollte) irgendwann auch nicht mehr mit meinem Partner vor die Tür gehen, weil ich nie wusste, mit welcher, die uns über den Weg lief, er schon Sex hatte. Und das waren viele, selbst aus unserem Freundeskreis.
Ich habe alle Qualen und seelischen Misshandlungen über mich ergehen lassen, weil meine einzige Existenz er war. Ich hatte nichts, keine Freunde, keine Hobbys, Interessen, Nichts!
Ich hatte so panische Angst, ihn zu verlieren, weil ich glaubte, nie wieder in Gesellschaft zu sein. Deshalb erduldete ich alles.
Nun sagst Du DU willst kämpfen, du vermutest, er betrügt Dich seit Jahren, DU hast Ängste usw. Du hast dein gesamtes Leben, all Deine Gedanken wie ich damals nur auf diesen Idioten, der sich einen Dreck um Dich schert und Dich mit Trennungsandrohungen schön in Schach halten möchte, ausgelegt.
Ich habe für mich erkannt, dass der einzige Grund, warum diese Art Menschen noch bei einem sind, der ist, weil sie gemerkt haben, dass sie jemanden an sich gekettet haben, an dem sie alles rauslassen und abladen können.
Das ist keine Liebe. Das ist keine Beziehung. Das ist einfach eine ganz schwere Störung und sehr zu bedauern.
Niemand hat es verdient, gedemütigt und mutwillig verletzt zu werden.
Mein Ex hat mich so behandelt, weil er es selbst in seiner Kindheit nicht besser erfahren hat.
Als ich das erkennen konnte, konnte ich Frieden schließen und die Sache aus mir streichen.
Das ganze hat aber Jahre gedauert und mich so sehr mitgenommen, dass ich sehr argwöhnisch, misstrauisch, vorsichtig und leider auch eifersüchtig bin.
Ich bin einfach zu lange Zeit durch zu viel negatives geprägt worden.
Aber das ist in MIR drinnen und ich bin fest davon überzeugt, dass ich diese Art auch wieder ablegen kann und das auch will.
Und ich bin dank meiner Therapie auf einem guten Weg!

Tat gut, sich hier mal mitzuteilen!
Alles Liebe

25.10.2015 16:35 • #8




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag