schwitzeflink

Hallo Leute,

zuerst einmal eine kleine Info über mich:

bin neu hier und 37 Jahre alt und leide schon seit meinem 16 LJ unter starker Hyperhidrosis. Seit dem ich 21 war behandle ich zumindest Hände und Füße mit der Iontophorese und komme gut damit klar!

seit dem kann ich wenigstens wieder basteln, mal nen Schraubendreher in die Hand nehmen oder auch mal (ernst gemeint) einer Frau auf die "Pelle rücken" und einen Brust streicheln ohne dass einem die extrem feuchten Hände - und schlimmer noch Füße - peinlich sind.

Naja, der Rest des Körpers schwitzt aber nach wie vor ziemlich stark vor sich hin und bringt so seine Probleme mit sich!

Nun mal zum eigentlichen Thema:

ich bin, ich glaube, dass darf ich sagen (obwohl ja Eigenlob "stinkt"), kein dummer Junge, habe ne gute akademische Ausbildung und auch sonst recht passabel. Dennoch habe ich keine Karrriere bislang gemacht und ich selbst weiß auch warum:

bin seit jeher mit meiner Hyperhidrosis und den daraus resultierenden PÜroblmene so beschäftigt, dass ernsthaft an eine Karriere nicht zu denken war. Immer wieder habe ich Jobs gemacht in denen ich selbtsversändlich bei jeden Wettter einenh NAnzug tragen müßte: Wie es mir dann erging und auch huete noch ergeht, brauch ichg wohl nicht näher erläuetern. Ich weiß, dass sich viele meiner Freunde und auch Familienmitgliedern wohl schon oft die Frage gestellt haben, warum aus dem nichts "vernünftiges" geworden ist. Die wissen halt nicht von dem großen Problem oder können es nicht nachvollziehen!!

Mich hat die Hyperhidrosis schon bei der Wahl meines Ausbildungsberufes davon abgehalten Bankkaufmannn zu werden, weil ich damals mit Schrecken an eine sommerliche Situation denken mußte mit mir bei 30 Grad im Anzug. Naja, so bin ich halt nicht Bankkaufmann geworden. Nun aber nachdem ich schon vor Jahren meine Studium abgeschlossen habe, bin ich nun schon seit geraumer Zeit doch zu den Anzugträgern geworden und habe so meine liebe Müh damit!

Ich hätte mir auch eine ganz andere Karriere vorstellen können (Vorstandsvorsitzender; Poilitiker u.ä.) wenn da nicht dieses unsäglich Lebensfreude nehmende Problem der Hyperhidrosis wäre!

Nun nmal meine Frage an Euch:

gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Werdegang von Leuten und dem Umstand, dass man an H. leidet? oder anders gefragt, gibt es unter Euch auch Leute, die die H. davon abgehalten hat, einen anderen, womöglich besseren beruflichen Werdegang eingeschlagen zu haben??

Eure ERfahrungen hierzu würden mich da mal sehr interessieren!!

Danke vorab!

Euer Schwitzeflink



P.S. Mal was ganz anderes: Suche ja immer noch nach dem richtigen Auswanderungsland für mich: soll heißen: gern viel und oft Sonne aber bitte nur selten mehr als 23 Grad im Sommer. Denn ab dann fühle ich mich nicht mehr wohl!

wer weiß da was?!

12.07.2005 16:41 • 09.09.2005 #1


7 Antworten ↓


Loki


Hallo, Schwitzeflink!

Ich finde es interessant, dass Du etwas über dieses Thema schreibst, denn ich mache mir jetzt auch schon Gedanken darüber, ob das blöde Schwitzen mich irgendwann bei einer wirklich wichtigen Entscheidung beeinflussen wird.
Zurzeit studiere ich noch, aber bald geht es mit der Diplomarbeit los. Genau wie Du bin ich nicht auf den Kopf gefallen und habe die Möglichkeit, später viel zu erreichen, wenn ich es geschickt anstelle. Mit dem Unterschied: Ich stehe halt noch am Anfang von allem.
Ich war letztes und dieses Jahr Tutor, um ein bisschen Geld zu verdienen, und habe an der Tafel auch immer ordentlich geschwitzt. Und genau das war auch der Auslöser, warum ich mich so unwohl gefühlt habe. Wenn mich jemand fragen würde, wann mir klar wurde, dass mein Schwitzen nicht normal ist, dann würde ich antworten, dass es spätestens in dem Moment war, als ich als Tutor an der Tafel stand.
Ich würde sehr gerne eine akademische Laufbahn einschlagen und bin auf dem besten Weg dorthin, aber ohne Vorträge und dergleichen komme ich wohl dort nicht hin. Und genau dort kommt das Schwitzen ins Spiel. Ich habe kein Problem, vor Leuten zu sprechen - wenn ich nicht schwitze. Leider macht mir mein Körper da einen Strich durch die Rechnung. Deswegen habe ich schon mal rüber nachgedacht, wie ich daran vorbei komme. Und eine Option wäre halt, nichts Akademisches zu machen.
Aber ich werde mich nicht durch das Schwitzen dazu bringen lassen, etwas nicht zu tun, was relevant für mein Berufsleben ist. Wenn es nicht anders geht, dann lasse ich mich halt operieren. Noch habe ich gut reden und ich bin froh, dass mich das Schwitzen bisher nur in kleinen Situationen beeinflusst hat, aber ich weiß nicht, wie lange das noch gut geht. Es kann ja immer sein, dass das Schwitzen noch zulegt.
Ich hoffe, dass ich damit erst mal einen kleinen Beitrag zu dem Thema bringen konnte.
Übrigens: Ich denke auch daran, später in einem Land zu leben, in dem angenehme Temperaturen herrschen. Ich habe sogar schon geguckt, was da in Frage kommen würde. Norddeutschland sieht da gar nicht schlecht aus (insbesondere Kiel oder Flensburg), falls man in Deutschland bleiben will. Dort ist es im Schnitt ganze 5° kühler als im Süden, wo ich zurzeit lebe.

Viele Grüße von einem Leidensgenossen, oder einem der es noch werden könnte...

12.07.2005 19:25 • #2


andii


Hallo zusammen,

finde es sehr interessant, dass dieses Thema einmal aufgegriffen wird. Ich studiere zur Zeit auch noch, habe aber die gleichen Sorgen wie mein vorredner. Schon jetzt überlege ich mir, was ich machen könnte, und wo ich leben werde... ich habe auch den Plan nach Nordd. zu ziehen. Aktuell halte ich es kaum aus, sitze zu
Hause rum, schwitze vor mich hin, will garnicht mehr vor die Tür gehen. Ich "leide" an "generalisierter" Hyperhidose und nichts
konnte diesen Zustand ändern...


Andii

13.07.2005 12:25 • #3


tropfen


hi alle

ich denke auch, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen HH und Karriere.
Bei mir hat es sich schon sehr früh gezeigt. ich war ein sehr aufgewecktes Kind mit einser durchschnitt (klassenbeste). das ging so in der grundschule und noch am anfang im gymnasium. dann hab ich mich immer weiter zurückgezogen, mich vor vorträgen gedrückt und lieber was schriftliches gemacht etc. sodass ich dann einen abi schnitt von 3,3 hatte und eine eher schüchterne person geworden bin.
gründe, warum man im job nicht vorankommt sind ja schon händeschütteln oder einfach unkonzentriertheit, weil man denkt, alle gucken auf das schwitzen. man ist halt nicht 100 prozent bei der sache.

zum thema auswandern: ich bevorzuge alles, was an der küste liegt, inclusive nordsee. weil da schöner wind ist, der viel trocknet. warme temp. machen mir nicht so viel aus, im winter finde ich es peinlicher, zu schwitzen.
ausserdem ist dank yerka mein axel problem gelöst.
hauptproblem füße im moment: schon mal im schuhladen gewesen und nass geschwitzte socken gehabt?
na ja, die liste der peinlichen situationen ist unendlich.
liebe grüße

14.07.2005 11:39 • #4


Hypi-Peter


Hallo Zusammen,

auch mich beschäftigt dieses Thema sehr = ich bin mittlerweile nach meinem Studium die Karriereleiter hochgeklettertund führe derzeit ca. 140 Mitarbeiterinnen.

Der Weg dorthin war sehr schwierig und hätte ich auch ohne meine Partnerin nicht geschafft = nach Außen miene ich den souveränen Typen, der innerlich mit zunehmenden Schweißperlen auf der Stirn dahinschmilzt.

Meine Vorgesetzten haben mir beim Vorstellungsgespräch einfach zwischendurch ein paar Servietten hingelegt, da ich den Tisch volltropfte, was allerdings meine Einstellung nicht verhindert hat.

Ich würde ein warmes Land zum Auswandern wählen, da man dann mit nassem Hemd nicht so friert, denn ich schwitze an Stirn und Rücken bei -5°C als auch bei + 30 °C.

Bei Vorträgen oder Meetings ist das echt die Hölle und bin mittlerweile Meister im Verstecken. Meine Stirn trockne ich mal schnell bei einem vorgetäuschten Handy-Anruf oder ziehe mir mal schnell ein andres T-Shirt an, von denen ich mindestens immer 3 in Reserve im Koffer habe. Verrückt was.

Ganz schlimm finde ich Geschäftsessen. Das ist immer die Hölle.
Und wenn ich denke, jetzt bloss nicht schwitzen, ist eh alles zu spät = dann sind die Flut-Ventile schon offen.

Aber abhalten von meinem Job lasse ich mich nicht = ich glaube, wenn man sich versteckt, wird alles nur noch schlimmer.

Lieber Gruß

Peter

29.07.2005 21:26 • #5


Loki


Hallo Peter!

Dein Beitrag macht mir schon ein bisschen Mut, muss ich sagen. Wenn man sich mal umschaut, dann ist man wirklich nicht der einzige, der schwitzt. Jetzt werden sicherlich viele sagen: Aber die anderen schwitzen nicht so viel wie wir. Ja, das ist richtig, aber im Grunde ist es ja nichts, was einem das normale Leben verbauen SOLLTE. Mein Problem ist einfach, dass ich mir total viel Stress mit dem Schwitzen selbst mache. Ich denke immer schon: schei., morgen ist das und das, es wird wieder heiß. Was soll ich bloß machen, wie soll ich das überstehen? Und im Endeffekt achten die anderen Leute einfach nicht soooo darauf, wie man selbst.
Ich spreche jetzt nur für mich, das ist meine eigene Erfahrung. Ich weiß, dass andere Leute wesentlich schlimmer als ich betroffen sind, denn ich schwitze bei normalen Temperaturen nur unter Anstrengung oder viel Stress.
Aber fragt euch doch mal ehrlich: Ist Schwitzen ein Grund, seine Karriere dafür zu opfern? Eigentlich doch nicht...
Darum werde ich zusehen, dass ich mich in meinen Entscheidungen durch das Schwitzen nicht beeinflussen lasse. Das wird nicht einfach sein, aber es ist bestimmt machbar.
Und falls ich das vom Denken her nicht selbst in den Griff bekomme, dann werde ich früher oder später wirklich zum Psychologen gehen. Der wird vielleicht nicht das Schwitzen reduzieren können, aber meine Einstellung dazu, denn ich habe erst ein Problem mit dem Schwitzen seit einem gewissen Schlüsselerlebnis. Vorher habe ich zwar auch geschwitzt, aber es war nicht schlimm für mich und auch nicht für meine Mitmenschen (es hat auf jeden Fall keiner was gesagt oder sich mir gegenüber merkwürdig verhalten).
Wenn man es schon nicht ändern kann, dann sollte man versuchen, damit zu leben.

So, das musste ich einfach mal loswerden.
Loki

30.07.2005 01:24 • #6


Hypi-Peter


Hallo Loki,

so sehe ich das auch = wenn man etwas wegen dem Schwitzen nicht macht, z.B. ein Essen absagt, wird die Angst vor dem nächsten Essen nur noch schlimmer.

Ich will mir von meinem Körper durch das Schwitzen nicht alles verderben lassen = ich glaube auch, das man die Wirkung auf andere völlig überschätzt.

Lieber Gruß,

Peter

30.07.2005 17:45 • #7


Alban


Hallo,

kenne die Probleme aus deinem Beitrag bestens!
Die Themen sind exakt gleicher Natur!
Habe schon alles ausprobiert von Jonto über
Antihydral, AHC etc. Versuche es jetzt mal mit
dem Medikament Vagantin. Es wirkt klasse nach
ca. 2h , die Wirkung lässt aber wieder nach
ca.3h nach ! Nu dann mal bis bald -Grüße

09.09.2005 19:16 • #8




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