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martin170de
Hallo Ihr Lieben!
Ich bin vor einiger Zeit auf dieses Forum gestoßen und habe seitdem diverse Beiträge gelesen. Mich einer wiederkehrenden Aussage vieler Autoren anschließend, wenn man es auch egoistisch/sarkastisch interpretieren könnte: Es tut einem gut, es freut einen, es gibt Halt, mit seinen ganzen Geschichten offenkundig in großer Gesellschaft zu sein. Danke!
Oje, ich ahne, der Text wird länger; ich bemühe mich.
Warum ich hier schreibe?:
1.: Vielleicht kann ich mit meinen Ausführungen in irgendeiner Art einen Beitrag für andere Mitglieder leisten, so wie eben auch ich hier partizipiere. 2: Eventuell ergeben sich interessante Kontakte, neue Anregungen, etc. 3: Ich rede es mir von der Seele. 4: Ich habe irgendwie einfach das Bedürfnis.
Also, Versuch, mich möglichst kurz zu fassen; grob zu meiner Person: ich bin 48 Jahre alt (oha. . .naja. . .), männlich und habe die letzten 30 Jahre eine Bilderbuch-Karriere rund um besagte Themen hingelegt. Ich schildere einfach einmal die „Meilensteine“.
Es begann mit 18 Jahren („offiziell ausbrechend“, wer weiß, was da wo in mir schon vorher waltete, rumorte) in meiner Zivildienstzeit, ich war dort als Fahrer für Präparate, Patienten, etc. eingeteilt.
So fuhr ich auf der Autobahn, neben mir eine ältere Dame den Fahrdienst in Anspruch nehmend, „alles ok“. Dann der vorbildliche Ablauf. Die Frau plauderte und sprach irgendwann von „dem schlimmen Schicksal einiger junger Menschen aus ihrem Umfeld, die unerwartet plötzlich an Herzinfarkt, Schlaganfall, usw. starben“.
Zack. Das hat gesessen. Unweigerlich keimte in mir die nächsten Minuten irgendetwas Komisches auf – im gleichen Maße zunehmend versuchte ich, mich zu beruhigen und „normal weiter zu ‚Seien‘ “ – nach kurzer Zeit dann immer schnellerer Puls, Schweißausbrüche, Panik zu sterben, Schwindel, Benommenheit, das typische Programm (u.a. Hyperventilation – das war mir da noch kein Begriff). Gerade noch auf den Seitensteifen gefahren, aus dem Auto gerannt – und um Hilfe gewunken, es hielt keiner an. Mit Atemnot und völlig wirr irgendwie wieder ins Auto gequält und losgefahren bis zur ersten „rettenden“ Gelegenheit, einem Gasthaus – in das ich hineinstürmte, mich auf eine Bank legte und um Hilfe bat. Arzt – Valium – etc., dann wieder alles „ok“, zuhause ausgeruht. Seitdem in der Zivi-Zeit ca. 10x hyperventiliert beim Autofahren, immer Valium usw. dabei, andauernd ekelhafte Panikattacken, permanente untergründige Angst, Getriebenheit, widerliche Derealisation, uvm.
Zwei Jahre später (hatte mich gerade selbständig gemacht mit Unternehmensberatung, Angst & Co einigermaßen im Griff [dachte ich wohl]) gab ich ein Seminar – wie vom Blitz getroffen mit einmal schwummerig, schwindelig/schwankend, superkomisch fühlend – und Panik. Projekt abgebrochen, nach hause gequält unter Valium und 2 Underberg zur Beruhigung.
Der Zustand schwelte so vor sich hin, mal mehr, mal weniger derealisiert, alle paar Stunden bis Tage Angstanfälle, Panik, immer totale Unruhe. Ich quälte mich irgendwie halbwegs durch meinen Job.
Bald darauf hatte der „böse Geist“ sich den nächsten, gemeinen Level überlegt. Ich fühlte mich einigermaßen „mittel“, wollte zum Kunden fahren – mit einmal Taubheitsgefühle im linken Bein – typischer Ablauf, klar, Panik kam auf, ich argumentierte innerlich dagegen, usw. Es wurde immer schlimmer – es kroch hoch, es war tatsächlich zum Schluss meine ganze linke Seite gelähmt, ich war sicher – „so, das war’s. Schlaganfall – sterben“. Ich rief um Hilfe und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Dort 1000 Untersuchungen und, oje, bei Liquor-Untersuchung erhöhte Eiweißwerte. Schlussendlich – wie so oft supersensibel von den Ärzten kommuniziert, „Verdacht auf MS, Sie haben mit so einer Krankheit aber gute Chancen, noch Jahre einigermaßen klarzukommen – und es gibt gute Therapien, wenn die Schübe kommen“. Knall. Voll neben der Spur, absolut derealisiert, plus gelähmt vor Angst. (Das geniale von dem Dämon, der mir das antat war ja, dass er damit die hilfreiche innere Beruhigungs-Argumentation „Es passiert Dir nix, es ist ‚nur‘ Angst und Panik“ langsam begann, zu demontieren.
Nach sehr entspannter und optimistisch erfreuter Wartezeit von 5 Tagen auf einen MRT-Termin ergab dieser, dass ich keine MS hätte. Erstmal vordergründig erleichtert. Es sei dann wohl eine „ganz leichte virale Meningitis“, ich bekam 1 Woche Antibiotikum intravenös. Dann wurde ich entlassen mit den Worten „der Rest legt sich, aber sie fühlen sich noch eine ganze Zeit flau im Kopf“ (OJE, wieder genau das Richtige, natürlich fühlte ich mich dann absolut extrem „flau“). Nach 2 Monaten Nachkontrolle – erneut Punktion – Liquorwerte weiter gestiegen (Oh Gott). „Kümmern Sie sich nicht darum, sie haben gute Chancen, dass sich das von alleine langsam wieder normalisiert, solange müssen sie natürlich mit gewissen seltsamen Befindlichkeiten, Benommenheit, bla, etc. rechnen“ (super, danke, das ist genau das, was einen unterstützt, wenn man ohnehin gegen ständige Panikattacken, Angst, etc. kämpft).
Es zeigten sich – na klar – dann auch komische Symptome – alles, was das Herz begehrt, sogar ein Krampfanfall war dabei (rückblickend klarerweise ausgelöst durch Panikattacke plus falsche Medikation). So war ich dann mittlerweile richtig schön konditioniert, ich glaube, ich bestand nur noch aus Angst. 1-2x am Tag eine unbeschreibliche Unruhe, bei der ich nur noch wegrennen konnte. Dennoch „zusammengerissen“ und Psychotherapie begonnen – ohne Erfolg, ich trickste den Therapeuten aus, wo es ging, wollte eigentlich innerlich wohl nur, dass er mich auffängt und mir meine Last nimmt, was ja vom Ansatz her Quatsch ist – er schrie mich an. . .und ich beendete die Therapie. Dann wieder die Halbseiten-Lähmung. . .plus völlig neben der Spur – so, dachte ich, das war es, es macht keinen Sinn mehr, Du bist nicht mehr lebensfähig. Suizidversuch mit Schlaftabletten und 1er Flasche Cognac – und dilettantischem Versuch, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Ich wohnte damals noch in einer Wohnung über meinen Eltern, sie im Erdgeschoss, ich oben. Irgendwie packte es mich, als ich merkte wegzudämmern – und schleppte mich nach unten – in den Garten, wo mein Vater mir entgegenkam. Ich sagte weinend „ich wollte mich umbringen, ich kann nicht mehr“ – er erwiderte „warum hast Du denn nie etwas gesagt“ (hatte ich natürlich, aber, das ist ein anderes Thema, es wird sowieso schon viel viel zu viel Text, Entschuldigung). Dann ins Krankenhaus, Magen auspumpen etc., Haloperidol erhalten, 3 Tage Intensivstation zur Überwachung und Entgiftung – danach nach Hause, starke Derealisation, seelisch psychisch erstarrt, innerlich fast tot. Einige Tage später wies ich mich selbst ein in eine stationäre offene Psychiatrie. Das war (aus meiner Sicht) ein großer Fehler (aber, naja, „meine Sicht“ – vielleicht rettete es mich ja auch). . .mein Eindruck: man ist abgeschoben, wird vollgepumpt mit diversen Präparaten, testweise, „um die optimale Medikation einzustellen“, gammelt aber 95% der Zeit in einem fürchterlichen Kämmerchen vor sich hin, es finden so gut wie keine Gespräche und Therapien statt, uvm.
Nun war ich „drin“ – und ließ es über mich ergehen, ich hatte einfach keine Kraft mehr; nach zwei Monaten wurde ich entlassen, angeblich „in stabilem Zustand“ – meine Befindlichkeit hatte sich aus meiner Sicht nicht sehr verändert – aber das ist ja immer so eine Sache mit der Eigenwahrnehmung und –Bewertung.
Meine Firma hatte für die Zeit ein Mitarbeiter einigermaßen über Wasser gehalten.
Ich zog aus der Wohnung im Elternhaus sehr zeitnah aus; ich hatte die folgenden Jahre recht wenig Panikattacken, nahm im „Normalfall“ keine Medikamente, Alk. allerdings überdurchschnittlich; ich stand aber latent immer neben mir, schaute zu, Milchglaswand, altes Thema Derealisation. Wenn es zu schlimm wurde – und dann die Angst explosionsartig stieg, nahm ich mal eine Valium. Nach zwei Jahren extreme Unwirklichkeitsgefühle – und im Nacken immer noch dieses Bild vom erhöhten Liquorwert, der „sich ja eigentlich normalisieren sollte“. Ich wandelte nur noch wie ein Geist im Nebel durch die Welt („vielleicht ja Hirntumor – oder noch anderes ganz Schlimmes“). Ich wies mich also einmal wieder ein und ließ ein Rundumcheck inklusive Punktion, MRT uvm. machen – alles in Ordnung, auch der Liquorwert. Puh. Ich bekam Risperdal – und kam ganz gut wieder auf die Beine. Risperdal abgesetzt – ein Jahr zwar benebelt aber sonst ok, dann wieder dasselbe; wieder auf Eigeninitiative MRT etc. – wieder alles in Ordnung, erstmal wieder beruhigt, wenig Attacken – aber benebelt.
In der Phase, etwa 4 Jahre später, wo meine Eltern im Sterben lagen und meine Firma zunehmend anstrengte, dann der zweite Genie-Streich von meinem inneren Dämonen, um das Prinzip „Du hast nur Angst, Dir passiert nix“, zu widerlegen: ich war Essen beim Italiener, mir wurde „komisch“, ich sagte mir „es passiert nix, alles gut“ – und kollabierte – als ich aufwachte, lag ich in der Mitte vom Lokal, alle standen/saßen um mich herum. Notarzt – Intensivstation, etc. „alles in Ordnung, sie haben eine Magen-Darm-Infektion, da kann das schonmal passieren“.
„Sehr schön! – Danke nochmal!“ Ich war nun vollkommen verunsichert und fertig, traute mich nirgends mehr hin, es sei denn, unter allem Möglichen an Medikamenten usw.
So ging es gar nicht weiter – ich konsultierte betreffs dieser akuten Symptomatik nochmals einen Kardiologen – der dann eindeutig eine Diagnose stellte (vasovagale Synkopen) (ein körpereigener über gewisse Rezeptoren gesteuerter Mechanismus bewirkt bei „zu dollem Pumpen“ des Herzens, einen Reflex, der zum schlagartigen Blutdruckabfall und zur Ohnmacht führt). Dagegen bekam ich dann Betablocker. Diese Arie ist 12 Jahre her – und diese Symptomatik ist nie wieder aufgetreten.
Meine Angst, meine Attacken – und andere Lieblings-Freunde waren aber unverändert da – auch die Benommenheit (u.a.: Kopfbewegung, „Gehirn dreht verspätet mit“), Unwirklichkeit. Totale Schlaflosigkeit, wenn man „just in den Schlaf sacken wollte, stieß man auf eine undurchdringliche harte Fläche“. Ich nahm nochmals einen Anlauf – und ging zum Psychiater, in erster Linie (ich weiß, das ist eigentlich nicht „der Weg“), um irgendwie helfende Medikamente für den Moment zu erhalten, er verschrieb mir Mirtazapin (plus Tavor für den Zeitraum des Einschleichens). Mirtazapin habe ich total schlecht vertragen, es gab ein Feuerwerk in meinem Kopf – vermutlich sind meine Synapsen andersherum gepolt; stundenweise wechselnd dazu totale Übelkeit, dann Schwindel, dann Kopfschmerzen. . .also versucht, wieder abzusetzen – Schlafen – immer noch Fehlanzeige.
Nächster Anlauf: ich geriet an eine „liebe“ Neurologin. . .und sie empfahl mir, es mit Saroten zu versuchen – wir schlichen es ein – und der Schlaf kam zurück. In der Phase des Einschleichens fühlte ich mich teils sehr abgedreht, seltsam, als „würde ich gleich völlig verrückt“ – aber es ging langsam besser.
Das ist jetzt 9 Jahre her.
Ich habe die Dosis vom Saroten vor 7 Jahren (nach erfolglosem Absetzversuch) letztendlich halbiert (1x abends 25mg).
Mir geht es mittlerweile halbwegs gut – bzw. „ich komme einigermaßen klar“. Tagsüber mal mehr, mal weniger Unruhe, alle paar Wochen mal eine PA; sobald ich „irgendwo hin muss“ (geschäftlich oder privat) merke ich die Angst vor der Angst deutlich stärker, ich werde manches mal auch panisch außerhalb – prophylaktisch nehme ich, wenn ich ahne, es sonst nicht im Griff zu behalten, eine viertel Valium. Der Schlaf ist gut. Der Alk. ist zu hoch (was einerseits die Wirkung vom Saroten schwächt – und natürlich generell nicht gesund ist und sich auch negativ auf Psyche & Co auswirkt) (ich habe mir just ein Glas Sekt geholt).
Nun muss ich bald mal zum Schluss kommen, meine Güte.
Einfach noch ein paar Anmerkungen. Schade ist es, dass man wenig Chancen hat, es Mitmenschen, die diese Befindlichkeiten nicht selbst erlebt haben, angemessen zu vermitteln. Dies führt oft dazu, als „Ansteller“ oder „hysterisch“ oder einfach „seltsam, komisch“ eingeordnet zu werden. Es ist halt immer noch „erlaubter“, mit einem gebrochenen Bein krank zu sein.
Meine Lähmungsanfälle übrigens, es war damals noch nicht so publik, beruhten auf einer speziellen Migräne-Form (Migräne accompagnée), klassischer Ablauf: 1 Hälfte sukzessive taub / leicht gelähmt, nach ca. 15-20min nachlassend, danach in der gegenüberliegenden Seite starke Kopfschmerzen (Cluster-Kopfschmerzen). Und – erhöhte Liquorwerte – in geringem Maße, können durch vielerlei Prozesse entstehen, da reicht schon eine Nebenhöhlen-Entzündung, ein zu hoch dosiertes Antibiotikum und. . .und.
Ja.
„Ein Weg, ein Mittel gegen das alles“. . ., das ist sehr komplex und individuell. Abgesehen von den Instrumenten „Therapie“ und/oder „Medikamente“ alltagstaugliche Haltungen und Mechanismen zu schaffen. . .wir alle hier wissen, denke ich, sich auf die Angst, auf Symptome, zu konzentrieren, verschärft hineinzuhorchen, ist der falsche Weg, wie bekannt, erzeugt jede Kraft eine Gegenkraft – aber das nicht nur rational zu erfassen, sondern umzusetzen, ist verdammt schwer. Die Mutter der ganzen Ängste, meine ich, ist die Urangst vor dem Tode – und sie springt je nach Lust und Laune auf dieses oder jedes Pferd und reitet durch unsere Seele. Vielleicht wäre es ein Ansatz, eine Einstellung zu erreichen, aus deren Perspektive der „Tod“ oder „das Loslassen“ an Bedrohung verliert, ohne dabei gleichgültig zu werden. Vielleicht eine Art Glaube. . .oder Schicksalsergebenheit.
Nungut – so – wer es bis hier geschafft hat mit dem Lesen, der ist wahrlich tapfer gewesen, so viel, wie ich nun doch produziert habe.
Ich wünsche Euch allen weiter viel Erfolg und Kraft – und Glück! Danke und ganz viele Grüße!
Euer Martin.

23.09.2014 16:05 • 24.12.2014 x 4 #1


Chastitty
Hallo Martin,

mir sind beim lesen wirklich die Tränen gekommen...
Wahnsinn wie du aus dir rausgegangen bist und alles so treffend und ohne Beschönigung geschrieben hast..

Teilweise konnte ich mich bei deinen Schilderungen echt wieder erkennen... Wenn man es nochmal liest, also objektiv sieht , wird einem wieder bewusst wie stark man sein muss, jeden Tag kämpfen und immer weiter machen.

Ich schreibe unzusammenhängend merke ich gerade, sorry bin wohl etwas emotional jetzt nach dem gelesenen.
Was ich eigentlich sagen will, wahnsinnig gut geschrieben. Respekt vor deiner Kraft und deinem Willen!

Liebe Grüße Chas

24.09.2014 23:45 • x 1 #2



Meine 30jährige Angst/Panik&Co-Karriere

x 3


Me.heart.love.
Huhu Martin,

Oh man , oh man. Da hast du dir ja echt was weggeholt. Und dabei war der Auslöser eigentlich harmlos. Genau wie bei mir. Irgendwas kommt dir in den Sinn, du kriegst nen Panikanfall und schon bist du traumatisiert. Da haste ja echt Worst-Case bekommen. :s
Diesen ganzen (Entschuldigung) Much wieder rauszukriegen oder ohne Alc unter Kontrolle zu bringen wird wohl einige Zeit kosten. In vielen Symptomen sind wir uns ähnlich. Nur das es bei mir nicht ganz so hart ist. (Bin nicht kollabiert oder gelähmt gewesen.) Das mit dem Suizid ist doppelt doof. Und du hast wohl auch nicht gerade die besten Therapien abbekommen. Aber das Leben geht weiter und kann nur noch aufsteigen. Solange heißt es weiterkämpfen bis zum Glück. Du hast hier Menschen, die dich verstehen. Es ist wahnsinnig hart psychisch labil &krank zu sein. (Ein gebrochenes Bein verheilt nach ner Zeit wieder aber die Psyche brauch ne Ewigkeit. Auch wenn es viele nicht so sehen. Ich wünschte solche Menschen würden einfach mal mit uns tauschen für nen Tag.) aber jeder kann es schaffen auch wenn er keinen Elan mehr hat. Irgendwo und irgendwann kommt das Licht das uns den Weg weist und damit meine ich nicht das Ende des Lebens. Und falls dich irgendwas noch bedrückt oder wenn der Tag mega-sche**e verlaufen ist schreib's hier nieder. Wir werden auf jeden Fall antworten und hoffentlich auch schnell. ^-^

bis dahin. Lg Me.heart.love.

25.09.2014 00:22 • x 1 #3


martin170de
Liebe Chastitty,
vielen Dank für Deine netten Ausführungen!
Nein! Du schreibst nicht unzusammenhängend, finde ich. Ich freue mich über Deine mitfühlenden, anerkennenden und aufbauenden Worte.
Das war jetzt sehr wenig Inhalt von mir – ich sitze gerade just hier in meinem Büro und darf mich mit irgendwelchen mehr oder weniger banalen Anliegen auseinandersetzen, teils wie so oft auch etwas drängend, daher hier jetzt bis auf weiteres noch einfach:
Ganz viele liebe Grüße, Kopf (und Seele) hoch!
Martin

25.09.2014 12:05 • #4


martin170de
Liebe Me.heart.love,
ja. . .wo ich es gestern nochmals „objektiv“ las, was ich da spontan zu Papier brachte, stimmt, ganz schön was weggeholt.
Nun, der Auslöser selbst war sicher harmlos und wenig schwerwiegend, aber eben auch nur auslösend – die (sogenannte) Ursache mag ja recht sicher deutlich mächtiger sein, wenn auch ich sie bislang nicht klar erspüren, greifen, erkennen konnte (was in klassischen Therapien ja der erste Schritt ist, um nach Ertragen dieses Schrittes dann mit gezielterem Wege daran zu arbeiten). Die ältere Dame war eben in dem Fall das eine Streichholz – und kurz darauf brannte das ganze Haus.
Auch an Dich ganz vielen Dank für die lieben und hilfreichen, mitfühlenden Worte (und mehr), fürs Erste für Dich auch viel Kraft, Erfolg und positive Energie!
Schön, dass Ihr als Anlaufpol da seid – was selbstredend auf Gegenseitigkeit beruht!
Viele liebe Grüße,
Martin

25.09.2014 12:31 • #5


Me.heart.love.
Hach die Ursache herauszufinden dauert Ewigkeiten. Führ doch ein Tagebuch hier. Dort kannst du am Besten auffassen wie's die heute ging und schlechte und gute Tage. Werde mich definitiv dran beteiligen. Oder wenn du irgendwelche Tips haben willst oder selber welchen geben möchtest oder Fragen hast du kannst dir hier alles von der Seele schreiben. ^^ Hier sind alle offen, weil wir irgendwo alle im selben Boot sitzen.

25.09.2014 22:07 • x 1 #6


martin170de
Hi, Mrs. Me.heart.love.
Danke für die schönen und netten Worte.
Vielleicht wäre es tatsächlich eine Option, mit dem Tagebuch - ich versuche einmal, drüber nachzudenken (momentan wieder angestrengt. . .ich glaube, meine Ohrengeräusche sind so laut, dass sie die Nachbarn, die links und rechts und vorne immerhin ungefähr 25-100 Meter entfernt sind, doller belästigen, als eine vorgestellte Explosion).
Ich habe eben versucht zu philosophieren und mich zu vermitteln - bei 1-3 Flaschen schönem Rotweins und in entsprechender Atmosphäre, aber es lief aus meiner Gesamt-Sicht ins Nichts (was ja evtl. auch das Ziel sein mag).
Ehe ich noch wirrer und verklausulierte spreche/schreibe. . .nochmals danke, wir hören uns!
Ganz viele Grüße!
Martin

25.09.2014 22:42 • #7


Me.heart.love.
Oh weh martin. :s Betrink dich nicht zu sehr. :s Bis denn dann nen schönen Abend noch.

LG Me.heart.love.

25.09.2014 22:49 • #8


martin170de
Ich danke Dir für den Tipp. . .ich werde mich nicht weiter mit Wein verwöhnen. . .heute. . .
. . .um Dein Motto
"Was mich nicht umbringt macht mich stärker"
nicht ad absurdum führen. . .
Eine gute Nacht nochmals, und gewünschte reiche, schöne Träume, die seelenhaft und in tiefer Ruhe eine erquickende Regeneration und Inspiration infiltrieren. . .
Massive (naja. . .fragile) Grüße!
Martin

25.09.2014 23:00 • #9


Chastitty
Also so ein lecker Weinchen ist ne gute Idee

25.09.2014 23:06 • #10


martin170de
Ja, das stimmt! Es ist zwar mittlerweile wieder vormittags, aber so ein schöner, schwerer erdiger Rotwein mit einer Note von Brombeere - das kann die Seele schon samtig umhüllen. Aber, um diese Zeit. . .das passt ja eher Sekt - oder der wertigere Verwandte. . .
Viele Grüße - ich versuche jetzt, mal weiterzuarbeiten (gähn. . .öd. . .)
Martin

26.09.2014 10:55 • #11


Fee*72
Hallo martin..
erstmal willkommen hier im Forum..es ist gut ,das du dir hier alles von der Seele schreiben kannst u dich austauschen kannst...wir sitzen alle im selben Boot.Du hast viel durch u mitgemacht und musst jetzt lernen damit umzugehen..Mit dem tagebuch ist eine gute Idee,das kann helfen..
Ich wünsch dir,das es dir bald besser geht und Alk. ist keine gute Lösung

26.09.2014 11:17 • x 1 #12


martin170de
Hi, Fee*72!

Danke für Deine Worte! Ja, es ist wirklich erstaunlich, wie groß und voll das Boot ist, in dem man hier sitzt!
Stimmt natürlich, Alk. ist keine gute Lösung, klar - leider unterstützt er einen (vordergründig und für den Moment wahrgenommen) aber schon manches mal etwas - das ist ja eben auch eine der gefährlichen Komponenten dabei.
Ganz viele Grüße, einen möglichst schönen Tag!
Martin

26.09.2014 11:49 • #13


Fee*72
HI..

ja es werden immer mehr,man merkt es auch wenn man ein Psychologen sucht,man bekommt nirgends ein termin..alles is voll...
Medikamente nimmst du nicht oder hast du Therapie mal gehabt?
Dir auch einen schönen Tag soweit es geht..

26.09.2014 12:00 • #14


Hey Martin

Da hast Du echt nen Seelenstriptease hingelegt. Ich find es klasse. Kann natürlich nicht sagen ob es Dich weiterbringt aber ich bin der Meinung das muss mal raus und zum zuhören bzw lesen sind wir ja da. Werde es hier weiter verfolgen.

26.09.2014 12:44 • #15


martin170de
Huhu, Fee*72!

Doch, ich nehme Medikamente - das hatte ich auch geschrieben in meinem Thema - aber es war sicher so viel Text, dass es unterging.
Meine Medikation steuere ich seit langer Zeit selbst, die letzten Jahre sieht sie so aus:
- abends 25mg Saroten (Wirkstoff: Amitriptylin, AD)
- morgens und abends 95mg Beloc Zok (Wirkstoff: Metoprolol, Betablocker)
- Kleinkram (Vitamine/Mineralstoffe/etc. sowie teils weitere Nahrungsergänzung)
- Bei Bedarf (möglichst wenig) Valium (Wirkstoff Diazepam, Benzodiazepin)
- Bei Bedarf Omeprazol (gegen Sodbrennen, ich glaube Wirkstoff heißt identisch)
Therapie, ja, ich begann mal verschiedene, teils auch länger dabei gewesen, aber ich trickste die Therapeuten immer aus - oder fand sie "daneben".
Ja - ich bemühe mich, einen schönen Tag zu haben - Vielen Dank und ganz viele Grüße, Prost(Scherz)!
Martin

26.09.2014 12:59 • x 1 #16


martin170de
Huhuhu, Herzklopfen!
Dankeschön für Deine Zeilen.
Es war ein Seelenstriptease, ja. . .aber ich fühlte mich dabei absolut nicht entblößt (was bei einem *beep* ja oft das körperliche Endergebnis darstellt).
Komisch. .. es ging mir vollkommen leicht von der Hand. . .eventuell teils vielleicht auch im Wissen um eine gewisse Anonymität - und die Gegenwart vieler gleich/ähnlich-Gesinnter. . .vielleicht aber auch nur so, weil ich irgendwie kein Problem (mehr) damit habe, auch zu "Schwächen" und "Komischem" zu stehen.
Auch an Dich ganz viele Grüße!
Martin

26.09.2014 13:04 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat von martin170de:
Huhuhu, Herzklopfen!
Dankeschön für Deine Zeilen.
Es war ein Seelenstriptease, ja. . .aber ich fühlte mich dabei absolut nicht entblößt (was bei einem *beep* ja oft das körperliche Endergebnis darstellt).
Komisch. .. es ging mir vollkommen leicht von der Hand. . .eventuell teils vielleicht auch im Wissen um eine gewisse Anonymität - und die Gegenwart vieler gleich/ähnlich-Gesinnter. . .vielleicht aber auch nur so, weil ich irgendwie kein Problem (mehr) damit habe, auch zu "Schwächen" und "Komischem" zu stehen.
Auch an Dich ganz viele Grüße!
Martin


Dankeschön. Ich denke Du bist ziemlich weit so wie Du alles schreibst. Du hast ja so wie ich es lese kein Vermeidungsverhalten.

26.09.2014 13:54 • #18


martin170de
Huhuhu, Herzklopfen!
Danke für die positive Einschätzung!
Naja - ich bin, was Offenheit und generell Umgang mit meinen Geschichten geht, wohl schon recht weit, das kann sein, das liegt aber vielleicht auch an meiner gesamten "Konfiguration", Lebenseinstellung und meinen Bildern, Prinzipien, etc. . damit ist es nicht unbedingt "weit", subjektiv. . . aber sicher eher hilfreich als behindernd.
Vermeidungsverhalten allerdings kommt doch immer mal wieder (oft auch "verkleidet") vor. Teils nehme ich erlöst hin ("so, geschafft, das muss ich jetzt nicht machen" [schlecht, klar]) - oder ich baue sofort halb-unbewusst - eine Notfallstrategie aus ("hmmm, mir ist da nicht nach, die zu besuchen, wer weiß, wie es mir geht. . .und wenn ich fahren soll, wer weiß, vielleicht brauche ich zur 'Beruhigung' doch 2-3 B. - also lieber Taxi. . .oder, ach, eigentlich habe ich ohnehin keine große Lust"). Oder. . ."He, wollen wir heute in der Firma mal wieder frühstücken? OK! Ähhh. . .dann fahre ich aber jetzt nicht los zum Brötchen-etc.-Holen, sondern mach' Du das mal, ich glaube, es ist besser, wenn ich mich ad hoc um diese akute Geschichte kümmere hier [puh. . .hinbieg. . . .]".
Es ist alles gar nicht so einfach. . .(Plattitüde). . aber wahr. . .
Nächste Woche wichtiges Treffen mit irgendwelchen Geschäftsführern usw. . .(grusel. . .grübel. . ."ist doch nicht schlimm"-einred. . .). .
Liebe Grüße!
Martin

26.09.2014 14:13 • #19


martin170de
Huhu, mal kurz zwischendurch.
Ich dachte, ich schreibe mal etwas ansatzweise Positives. . .
Bei mir ist es beruflich momentan extremst anstrengend und insgesamt prasseln 1000 Nervereien auf mich ein (das war jetzt nicht das Positive). . .dennoch habe ich es geschafft, die letzten beiden Wochen meinen sonst alle paar Tage stattfindenden Valium-Konsum ca. zu halbieren.
Was Angst & Co betrifft, komme ich dennoch ganz gut klar, keine ernsthaften Eskalationen gehabt, nur ab & zu eine Gesamt-Befindlichkeit, wo ich dachte, "naja, schlechter sollte es nicht werden - aber wird es auch nicht, weißt Du doch".
Das ist keine Sensation, ich weiß - aber vielleicht hilft es ja irgendjemandem, ermutigt, o.ä.
Liebe Grüße!
Martin

15.10.2014 16:15 • #20



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Dr. Reinhard Pichler