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MaKaZen
Es kommen negative Kräfte auf dich zu. Wie sollst du dich verhalten. Sollst du ausweichen, verhandeln, sollst du dich verdrücken oder gar angreifen?

Dich macht es glücklich, wenn Menschen versuchen, dir zu schaden.

Das ist einmal mehr ein Koan bzw. eine paradoxe Aussage, die helfen kann, das Problem zu verarbeiten. Wie könnt ihr den Satz interpretieren, damit eine stimmige Lösung entsteht?

PS Es geht hier nicht um Gewalt im strafrechtlichen Sinne.

Gestern 08:43 • 24.09.2022 #1


53 Antworten ↓


Grow
bin ich nur glücklich wenn es schmerzt frei nach den Onkelz..

Gestern 13:05 • x 1 #2



Der Schaden durch andere und das Glück durch einem selbst

x 3


MaKaZen
Zitat von Grow:
bin ich nur glücklich wenn es schmerzt frei nach den Onkelz..

Nicht ganz Der Satz ist echt schwierig und braucht einige Überlegungen.

Gestern 14:16 • #3


Grow
@MaKaZen das war mehr ein Gedankenspiel..

Mich macht es nicht glücklich wenn andere versuchen mir zu schaden. Gut man könnte sagen, es belebt, da vermutlich alte Gefühle hochkommen. Diese zu bejahen könnte glücklich machen. Da man ja bekanntlicherweise zuerst durch den Schmerz muss um an Freude zu kommen.

Gestern 14:19 • x 2 #4


MaKaZen
Zitat von Grow:
@MaKaZen das war mehr ein Gedankenspiel.. Mich macht es nicht glücklich wenn andere versuchen mir zu schaden. Gut man könnte sagen, es belebt, da vermutlich alte Gefühle hochkommen. Diese zu bejahen könnte glücklich machen. Da man ja bekanntlicherweise zuerst durch den Schmerz muss um an Freude zu kommen.

Versuch anders zu denken. Es geht um eine Art Befreiung.

Gestern 14:58 • #5


Cati
Zitat von MaKaZen:
Dich macht es glücklich, wenn Menschen versuchen, dir zu schaden.

Weil ich dann jedesmal erkenne, wie stark die Kraft meines ' Ihr könnt mich alle mal ' ist.

Gestern 15:01 • x 2 #6


MaKaZen
Zitat von Cati:
Weil ich dann jedesmal erkenne, wie stark die Kraft meines ' Ihr könnt mich alle mal ' ist.

Ist 'ihr könnt mich alle mal' wirklich ein glücklicher Zustand. Ich stelle mir Zufriedenheit oder Stolz vor maximal. Gefordert wird echtes Glück. Die Frage ist wirklich sehr schwierig, man muss um Ecken denken. Ich gebe einen Tipp: Bist DU wirklich die Adresse des Angriffs?

Gestern 15:19 • x 3 #7


hereingeschneit
Sind die Koan Sätze immer so oder formulierst du sie so? Ich kenne ja nur die von dir jetzt (zumindest bewusst).

Also mich stört nicht das paradoxe, sondern dass sie so klingen, als ob es einfach so ist, egal ob es mit der eigenen Gefühlswelt überein stimmt oder nicht.

Wenn er mich zum Nachdenken anregen soll, dann müsste er eher so klingen:

Dich kann es glücklich machen, wenn Menschen versuchen dir zu schaden.

Wenn ich es nämlich dann noch nicht so empfinde, dann denke ich darüber nach, ob der Satz zutreffen kann und was ich dafür tun könnte.

Aber vielleicht ist er auch so gewollt.

Gestern 15:21 • x 2 #8


MaKaZen
Zitat von hereingeschneit:
Dich kann es glücklich machen, wenn Menschen versuchen dir zu schaden.

Super Idee!

Die Sätzen stammen von mir, sind Teil einer eigenen Problemlösung.

Möchte schon die Leute zum reflektieren anregen, damit sie für sich etwas raus ziehen können

Gestern 15:22 • x 2 #9


MaKaZen
TIPP 1 Du bist nicht das eigentlich Ziel des Angriffs!

Gestern 15:29 • #10


hereingeschneit
Also ich für mich selbst kann mir theoretisch viel vorstellen (Praxis ist ja dann wieder anders )

Ich kann mir vorstellen, dass ich es nicht auf mich beziehe, dass ich die Zusammenhänge erkenne und deshalb gelassen bleibe, dass ich Vertrauen darauf habe, dass ich damit zurecht komme, egal wie groß der Schaden ist, dass der Schaden sich zu meinen Nutzen wandelt (z. B. jemand brennt mein Haus ab, das neue Haus passt besser zu mir).

Ich weiß, dass die Aktionen des anderen nichts mit mir zu tun haben, sondern mit dessen Gefühlswelt.

Aber warum mich das jetzt alles in allem glücklich machen soll, erkenne ich nicht.
Eher die Möglichkeit eben damit gelassen umzugehen und zu vertrauen, dass es seinen Sinn hat.

Gestern 16:05 • x 3 #11


MaKaZen
Zitat von hereingeschneit:
Also ich für mich selbst kann mir theoretisch viel vorstellen (Praxis ist ja dann wieder anders ) Ich kann mir vorstellen, dass ich es nicht auf mich beziehe, dass ich die Zusammenhänge erkenne und deshalb gelassen bleibe, dass ich Vertrauen darauf habe, dass ich damit zurecht komme, egal wie ...

Ursprünglich ist da Wut, die wegfällt und darum hab ich Glück genommen, als Gegenteil von Wut. Ich sehe schon, muss die Frage besser aufdröseln.

Gestern 17:51 • x 1 #12


MaKaZen
Selbst hab ich es meist persönlich genommen, wenn mich z.B. wer verbal angegriffen hat. Ich hab mir eingebildet, dass ich drüber stehe. Da ich im Nachhinein meist Wut spürte, hat es trotz besseren Wissen doch etwas gemacht mir mir und ich musste mir irgendwann eingestehen, dass ich es unbewusst persönlich nehme. Das ist eine Drucksituation die nun komplett wegfällt und dadurch kommen Glücksgefühle hoch. Mein Überlegungen werde ich später noch posten.

Gestern 17:59 • x 2 #13


life74
Man könnte auch sagen

vergiss das Außen, wahres Glück kommt von Innen ...
Unabhängig was andere über mich denken.... ich bleibe ganz bei mir.
Der Schaden durch andere kann dich nur treffen, wenn du es zulässt.


Das sind meine Gedanken dazu ganz unabhängig von den Gedanken anderer.....

Glück findet sich nur in einer positiven Sichtweise.
Energie folgt der Aufmerksamkeit

Gestern 19:30 • x 5 #14


MaKaZen
Zitat von life74:
Man könnte auch sagen vergiss das Außen, wahres Glück kommt von Innen ... Unabhängig was andere über mich denken.... ich bleibe ganz bei mir. Der Schaden durch andere kann dich nur treffen, wenn du es zulässt. Das sind meine Gedanken dazu ganz unabhängig von den Gedanken anderer..... Glück findet sich nur in ...

Hey life74, wahre Wort

Gestern 20:14 • x 1 #15


MaKaZen
Ich möchte euch nun meinen Gedankengang vorstellen:

Es gibt den Begriff Hass-Liebe, d.h. es muss beim 'Täter' ein Anteil drin stecken, der die Liebe verkörpert. Du bist in der Angelegenheit nur die Projektionsfläche. Ich denke, letztlich richtet sich die Aggression des Angreifers gegen sich selbst, er möchte diesen Teil, der Zuneigung empfindet, zerstören.

Ich bin glücklich darüber, dass der Angriff nicht mir persönlich gilt, was mich entlastet. Die Lösung ist, solche Angriffe nicht persönlich zu nehmen, sie zu verstehen und Mitgefühl zu entwickeln für die Täter, aber auch sich selbst schützen zu können.

Bitte nicht falsch verstehen, denn es geht hier nicht um Strafrecht sondern um alltägliche Geschehnisse, die manche von uns kennen in Form von unbegründeter Kritik, Demütigungen, irrationale Bestrafungen oder gar Mobbing.

Gestern 22:36 • x 2 #16


Spaceman
Zitat von MaKaZen:
Selbst hab ich es meist persönlich genommen, wenn mich z.B. wer verbal angegriffen hat.


Theoretisch sind verbale Angriffe oder Kritik immer eine Chance zu lernen und zu wachsen. Dazu ist es notwendig, sich (selbst-)ehrlich mit dem Angriff auseinanderzusetzen. Hat der andere möglicherweise Recht mit der Kritik? Wenn ja, dann ist das eine Chance, sich zu verbessern. Kann man die Kritik zurückweisen, weil sie nicht stimmt? Dann kann man die eigene Position bedenkenlos beibehalten und als einen Hinweis auf ihre Richtigkeit interpretiren.

In der Praxis ist das leider sau-schwer, wenn man soziale Ängste und ähnliches hat.

Zitat von MaKaZen:
TIPP 1 Du bist nicht das eigentlich Ziel des Angriffs!

Klar, es ist die Illusion, die oberflächliche Wahrnehmung des anderen von dir, die das Ziel des Angriffes ist und damit auch rückwirkend - spiegelnd - ein Hinweis auf die möglicherweise falsche Gedankenwelt des anderen.

Gestern 23:01 • x 3 #17

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MaKaZen
Zitat von Spaceman:
Klar, es ist die Illusion, die oberflächliche Wahrnehmung des anderen von dir, die das Ziel des Angriffes ist und damit auch rückwirkend - spiegelnd - ein Hinweis auf die möglicherweise falsche Gedankenwelt des anderen.

Wie schon gesagt, du bist in dem Moment die Projektionsfläche. Der andere versucht bloss seine positiven Gefühle für dich abzuwehren, weil das Gefahr für ihn bedeutet. Es wurde aus diesen Gründen schon gemordet, was wirklich fatal ist.

Arno Gruen hat das eindrücklich in einer wahren Geschichte im Buch 'Der Fremde in uns' beschrieben:
Zitat:
»Sie hatten sich zuvor noch nie gesehen. Sekula, ein Jugoslawe, wandert mit einem Moslem an einem Fluß entlang. Es ist heiß. Sie rasten, Sekula spielt mit seiner Pistole. Der Moslem fragt, ob sie geladen sei. Plötzlich wird Sekula bewußt, daß er seinen Begleiter töten muß. Er kann die Scham sonst nicht ertragen. Er drückt ab. Er tötet nicht aus Haß. Er tötet, weil er diesen Menschen nicht hassen kann.«

Gestern 23:43 • x 2 #18


MaKaZen
Im Buch ist die Geschichte etwas eindrücklicher geschildert als die Zusammenfassung:

Zitat:
«Einmal, nach dem Krieg, traf Sekula (ein Montenegriner und Jugoslawe) einen türkischen Moslem. Beide waren auf dem Weg von Bijelo Polje nach Mojkovac. Sie hatten sich zuvor noch nie gesehen. Die Landstraße führte durch dicht bewaldetes Gebiet und war berüchtigt für Überfälle aus dem Hinterhalt. Der Moslem war froh, in Begleitung eines Montenegriners zu sein. Auch Sekula fühlte sich sicherer mit einem Türken, da zu befürchten war, daß sich türkische Partisanen in der Nähe befanden. Die beiden unterhielten sich freundlich und boten einander Zig. an. Der Moslem erwies sich als friedliebender Familienvater. Unterwegs durch die Wildnis kamen sich die Männer näher.» Djilas schreibt, daß Sekula später sagte, er habe keinerlei Ressentiments dem Moslem gegenüber empfunden. Er sei für ihn wie jeder andere gewesen, mit dem einzigen Unterschied, daß er Türke war. Doch gerade diese Unfähigkeit, eine Abneigung zu spüren, weckte in Sekula ein Gefühl von Schuld. Djilas berichtet weiter: «Es war ein heißer Sommertag. Da der Weg durch einen Wald an einem kleinen Fluß entlang führte, hatten es die beiden Reisenden angenehm kühl. Als sie sich schließlich niedersetzten, um gemeinsam etwas zu essen und sich auszuruhen, nahm Sekula seine Pistole heraus. Es war eine schöne Waffe, und er wollte ein bißchen damit prahlen. Der Moslem betrachtete sie anerkennend und wollte wissen, ob sie geladen sei. Sekula bejahte – und in diesem Moment kam ihm der Gedanke, daß er den Türken jetzt 9 einfach töten könnte, er mußte nur seinen Finger bewegen. (Zu diesem Zeitpunkt hatte er jedoch noch nicht den Entschluß gefaßt, dies zu tun.) Er richtete die Pistole auf den Moslem und zielte genau zwischen dessen Augen. Dann sagte er: ‹Ja, sie ist geladen, und ich könnte dich jetzt töten.› Der Moslem lachte und bat Sekula, die Pistole wegzudrehen, da sich ein Schuß lösen könnte. In diesem Augenblick wurde Sekula bewußt, daß er seinen Reisekumpan töten mußte. Wenn er den Türken am Leben ließe, würde er die Scham und die Schuld nicht ertragen können. Und so feuerte er, wie zufällig, zwischen die lächelnden Augen des Mannes.»

Gestern 23:55 • x 1 #19


Schlaflose
Zitat von MaKaZen:
Dich macht es glücklich, wenn Menschen versuchen, dir zu schaden.

Das ist einmal mehr ein Koan bzw. eine paradoxe Aussage, die helfen kann, das Problem zu verarbeiten. Wie könnt ihr den Satz interpretieren, damit eine stimmige

Bei Masochisten trifft das vielleicht zu.

Vor 6 Stunden • x 1 #20



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