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mutzumreisen
Vor über 14 Jahren erwischte mich meine erste Panikattacke. Damals ahnte ich nicht, dass dies der Startschuss für eine sehr lange und leider schmerzhafte Talfahrt sein würde. Mein Leben mit Agoraphobie glich dem eines kunterbunten Vogels in einem viel zu engen Käfig. Nach und nach schränkten meine Ängste mich so sehr ein, dass ich nicht einmal einkaufen gehen konnte, ohne dort existenzielle Nöte auszustehen.

Doch ich wollte mich nicht unterkriegen lassen, ich wusste doch, dass das Leben eigentlich echt wunderbar und aufregend ist! Schließlich musste ich langsam lernen, dass ich nicht darauf warten durfte, "all meine Ängste" zu besiegen ehe ich mit dem "guten Leben" beginnen konnte. Ich musste meine Angst ins Gepäck packen und sie einfach mitnehmen anstelle mich von ihr zu Hause einsperren zu lassen!

Buch "Mit der Angst im Gepäck"
Und genau darüber habe ich jetzt ein Buch geschrieben. Es heißt "Mit der Angst im Gepäck" und ich wollte es unbedingt hier im Forum vorstellen, weil ich nur zu gut weiß, wie schrecklich sich Angst und Panik anfühlen. Wie REAL die körperliche Bedrohung zu sein scheint. Ich hätte mir selbst damals genau so ein Buch gewünscht. Nicht von oben herab, nicht aus der Ferne von einem Therapeuten, der mich ja doch nicht versteht (weil er es nicht selbst erlebt)... sondern direkt von einer geschrieben, die das alles auch durchgemacht hat. Ein kleiner liebevoller Begleiter, der in schwierigen Zeiten für einen da ist.

Aber auch: ein Freund im Buchformat, der dazu da ist, mir "freundlich" in den Hintern zu treten. Denn dein Leben ist JETZT! Willst du für immer so leben, in Angst vor deiner nächsten Angstattacke? Möchtest du dein Schicksal nicht wieder selbst in die Hand nehmen? Spüren, zu was du fähig bist?
Ich möchte dir MUT machen. Dass du an dich glaubst. Dass du JA zu den Herausforderungen sagst, die das Leben dir gibt.

Keine falschen Versprechen
Mir ist es wichtig, hervorzuheben, dass ich keine Therapeutin bin. Dieses Buch kommt auch nicht mit einer Heilen-Welt-Formel daher (in nur wenigen Wochen komplett ohne Angst! Oder: Zehn Schritte und nie wieder Panik!) denn ich glaube fest daran, dass Angst, wie jedes Gefühl, dir etwas sagen kann und aus einem ganz bestimmten Grund in deinem Leben ist. Es wäre geradezu töricht, nach schnellen simplen Lösungen zu suchen. Vielmehr geht es mir darum, die wohlwollende Seite voll Verständnis in dir wachzurufen, gut und liebevoll mit dir umzugehen.

Wer neugierig geworden ist, kann gerne auf meiner Website vorbeischauen und weitere Infos zum Buch erfahren. Da gibt es zB das ausführliche Inhaltsverzeichnis und eine kostenlose Leseprobe - hier.

Mir schrieb eine Leserin, dass sie mich ganz schön mutig findet, dass ich so eine persönliche Geschichte schreibe.
Ja, ich zeige eine verletzliche Seite an mir. Doch ist das nicht auch Stärke, zu seiner "Schattenseite" zu stehen? Und sind wir "Angsthasen" nicht eigentlich auch besonders mutig, weil wir tagtäglich uns diesen Monstern in uns stellen (müssen)? Zu lernen, dass die Angst nicht immer nur der böse Feind ist, sondern mir eigentlich ein guter (wenn auch unangenehmer) Freund sein will, war eine unglaubliche Bereicherung für mich.

Wie geht es euch mit der Idee, dass die Angst es eigentlich gut mit euch meint?
Konntet ihr schon die Stärke erkennen, die in eurer "Schwäche" verborgen liegt?

15.03.2019 21:44 • 15.04.2019 x 5 #1


11 Antworten ↓


Psychic-Team
Liebe Mitglieder,

die Vorstellung des Buches wurde zuvor mit uns abgesprochen. In Ausnahmefällen stimmen wir solchen Veröffentlichungen zu. Wir haben uns von der Authentizität der Autorin (Privatperson) überzeugt.

Liebe Grüße
Alex

16.03.2019 08:45 • x 6 #2


mutzumreisen
ich dachte euch könnte die Meinung anderer zum Buch interessieren, daher hier eine Original Bewertung vom großen Online Buchladen

von: Amazon Kunde

Ich könnte jetzt ausführlich beschreiben, wie viele wertvolle Tipps das Buch für den Umgang mit Angst und Panik enthält. Auch so manchen AHA-Moment gab es beim lesen. Was mir an dem Buch aber besonders gefallen hat war der Bezug zur Realität. Es wird nichts verschönt, aber auch nichts dramatisiert. Immer wieder werden eigene Lebensgeschichten mit eingebracht, die alles sehr nahbar wirken lassen. Endlich mal kein Buch, wo es nur darum geht die Ängste schnellst- und bestmöglich in den Griff zu bekommen. Vielmehr bekommt man beim Lesen das Gefühl endlich verstanden und liebevoll, mutmachend begleitet zu werden. Danke dafür!
Das Buch ist zudem unglaublich liebevoll gestaltet und süße Illustrationen bringen Leichtigkeit in die Thematik.

08.04.2019 14:59 • #3


Icefalki
Weisst du, ich finde es wirklich eine Leistung, ein Buch zu schreiben. Und dass du dabei auch was verdienst, ist auch ok.

Wenn du aber nur hier bist, um für dein Buch zu werben, gefällt mir das weniger. Würdest du hier aktiv den Usern mit deiner Erfahrung zur Seite stehen, und dir dadurch einen Namen machen, könnte ich damit viel besser umgehen.

08.04.2019 15:16 • x 4 #4


mutzumreisen
Hejo Icefalki, ich kann deine Bedenken verstehen - ich denke, wenn ich hier schon lange im Forum Nutzer wäre, würde es mir vielleicht auch so gehen. Aus dem Grunde mag ich auch Facebook-Gruppen nicht, wo jeder nur sein "Produkt" postet und alle nur noch mit Werbeschreierei beschäftigt sind. Da findet dann überhaupt kein Austausch mehr statt und das ist total schade.

Wie man es dreht und wendet, kann aber alles was ich tue, immer negativ beim Gegenüber ankommen - zumal mich hier keiner kennt. Ich hätte Sorge, dass wenn ich mich hier in Gespräche mische, dann auch nur der Vorwurf kommt, ich täte das nur mit dem Hintergedanken mein Buch "loszuwerden". Als Selbstverlag der ich bin, sind mir aber die Hände gebunden/meine Möglichkeiten eingeschränkt. Unter einem Verlag würde ich in irgendwelchen Katalogen erscheinen oder automatisch im Buchhandel. So muss ich selbst überlegen, wo und wie ich auf Leute treffe, bei denen ich mir sicher bin, dass mein Buch helfen würde, wo es gebraucht wird! Dabei muss ich ständig diesen schmalen Grat gehen: zu wissen, dass ich wirklich eine kleine Perle unter den (Ratgeber-)Büchern geschrieben habe (ich bin da über alle Maßen selbstkritisch und habe auch, um mich fürs Schreiben zu belesen unzählige Angstratgeber gewälzt, gelesen, miteinander verglichen und mich bei all dem als Angstpatientin gefragt, was mir fehlt, was ich eher gebraucht hätte -- nun ja, jeder ist anders). Dieses Wissen auf der einen Seite - und auf der anderen Seite meine fehlende Erfahrung und auch geradezu mein Unwille in Marketingfragen (denn ich komme mir dann wie ein Staubsaugerverteter vor... und ob deren Staubsauger nun gut sind, wage ich zu bezweifeln)

Was ich sagen will und worum ich dich bitte: versuch dich mal in meine Lage hineinzuversetzen. danke. Ich hab ein kleines Büchlein, ein Herzensprojekt erschaffen, habe fast zwei Jahre Energie und Liebe hineingesteckt; hatte meine Höhen und Tiefen, hab eine Illustratorin bezahlt (vorab aus eigener Kasse) und mich um das Layout alleine gekümmert und so weiter... Und nun sitze ich da, mit einer ganz kleinen Auflage nur und frage mich: Wie sollen denn die Leute von meinem Buch erfahren?

Ich danke dir für deine ehrliche Meinung. Ich glaube fest daran, dass ein "zu sich stehen" und dementsprechend "Meinung sagen" sehr hilfreich sind auch gerade im Anbetracht von "ängstlichen Menschen".

08.04.2019 16:49 • #5


Icefalki
Zitat von mutzumreisen:
Und nun sitze ich da, mit einer ganz kleinen Auflage nur und frage mich: Wie sollen denn die Leute von meinem Buch erfahren?


Schau mal, du schreibst hier mal mit. Gibst den Leuten dann deine Erfahrungen weiter, ohne, dass du gross dein Buch bewirbst. Das kannst du nämlich in der letzten Zeile erwähnen, wo du jetzt liebe, lache... Lebe geschrieben hast.

Dadurch, wie du rüberkommt, bekommst du dann deine Aufmerksamkeit. Frage evtl. nochmals bei den Mods nach, ob das so ok wäre.

08.04.2019 16:59 • x 3 #6


mutzumreisen
interessante Idee mit der Fußzeile...

08.04.2019 17:01 • #7


Zitat von mutzumreisen:
denn ich glaube fest daran, dass Angst, wie jedes Gefühl, dir etwas sagen kann und aus einem ganz bestimmten Grund in deinem Leben ist.

Du scheinst den Krankheitsaspekt einer Angststörung völlig zu ignorieren.

Zitat von mutzumreisen:
Wie geht es euch mit der Idee, dass die Angst es eigentlich gut mit euch meint?
Konntet ihr schon die Stärke erkennen, die in eurer "Schwäche" verborgen liegt?

Mir kommt es wirklich hoch, wenn ich so etwas lese. Die Angst- und Panikstörung ist eine Krankheit.
Es ist eine Krankheit, die Leben ruiniert und du erzählst etwas von "Die Angst meint es gut mit einem"?
Stärke erkennen, die in einer Krankheit liegt?
Es gibt unterschiedliche Schweregrade der Krankheit. Hier gibts Leute, die teilweise monatelang nicht mehr aus dem Haus gekommen sind. Dann sind solche, wenn vielleicht auch gutgemeinten Sprüche, einfach nur Hohn.

Man muss schon ziemlich die Realität ignorieren und sich selbst veräppeln, um zu deinen Schlussfolgerungen zu kommen.
Sorry für meine harte Bewertung.

Was es in Zukunft braucht, ist kein Schön- und Wegreden von Symptomen, sondern eine Lösung zur Beseitigung dieser.
Alles andere ist Augenwischerei, die bei leichten Symptomen vielleicht funktionieren kann.

08.04.2019 17:45 • x 1 #8


mutzumreisen
Ich finde das sehr spannend was du schreibst:

Zitat von Glückspilz1:
Es ist eine Krankheit, die Leben ruiniert und du erzählst etwas von "Die Angst meint es gut mit einem"?


es stimmt, ich kann NICHT für alle sprechen. Ich schreibe von dem, was mir geholfen hat, welche Erkenntnisse ich anderen auf den Weg mitgeben kann. Und ja, auch ich konnte das Haus nicht verlassen. Auch ich habe Wochen in psychotherapeutischen Kliniken zugebracht! Auch ich habe mich ständig übergeben müssen, sobald ich auch nur wenige Kilometer von meinem kleinen Aktionsradius entfernt war. Und das über Jahre.

Ich denke aber auch, dass ein großes Risiko darin liegt, wenn man sich als krank abstempelt und immer nur als Opfer fühlt. Du BIST dein Körper, du BIST dein Geist. Alles, was dir geschieht, geschieht durch dich! Was nicht heißt, dass es einfach wäre, das zu beeinflussen. Was nicht heißt, dass man an dieser Aufgabe nicht auch verzweifeln kann. Und dass man es verdammt ungerecht findet, dass man damit zu kämpfen hat. Kenn ich alles zur Genüge. Und ich hab sicherlich die Weisheit nicht mit den Löffeln gefressen, dass ich einen "Heilungsweg" versprechen könnte.

... aber in meinem Fall - und vielleicht in so manchen Fall von Agoraphobikern - gilt: Ich muss lernen Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Und nicht immer die Angst davor schieben, Dinge nicht zu tun!

Hast du nicht in der Psychotherapie mal die Erkenntnis bekommen, dass deiner Panikattacke ein Ereignis vorher gegangen war, das die Attacke ausgelöst hat? Weil du ein Bedürfnis in dir nicht wahrgenommen hattest? MIR zumindest fielen da oft die Schuppen von den Augen, dass ich aus dem Staunen nicht herauskam, dass ich oft (nicht immer!) sagen konnte: Ja,meine Angst meint es eigentlich gut mit mir.

08.04.2019 20:34 • x 1 #9


Angor
Meine Angst meinte es nicht gut zu mir, über 40 Jahre, es reicht, was ist daran gut? Die Erkenntnis, dass ich Schlimmes erlebt habe und dadurch meine Angst ausgelöst wurde?
Und was dann? Ein Buch lesen und alles ist wieder gut? Es ist schön, dass es Dir wieder gut geht, ich selber glaube nicht mehr an ein angstfreies Leben. Mit Medis gehts einigermaßen, so habe ich einigermaßen eine Lebensqualität.

Zitat von Glückspilz1:
Was es in Zukunft braucht, ist kein Schön- und Wegreden von Symptomen, sondern eine Lösung zur Beseitigung dieser.
Alles andere ist Augenwischerei, die bei leichten Symptomen vielleicht funktionieren kann.



LG Angor

08.04.2019 20:52 • x 1 #10


Gaulin
Also ich persönlich finde es schon sehr mutig, über seine "Schwächen" zu schreiben. Mutmachend ist der Gedanke auch, dass die Angst eben doch was gutes mit sich bringt. Ich finde es toll und lese auch lieber selbsterlebte Geschichten, als therapeutische Bücher (die nur theoretisch sind). Und ganz klar ist jeder Mensch anders und nicht jeder wird es gut heißen, aber von mir gibt es dafür große Anerkennung und Respekt.
Liebe Grüße
Gaulin

08.04.2019 21:07 • #11


mutzumreisen
Hej Gaulin, danke, ich freue ich sehr über deine Worte
(*freu freu*)
Es war auch viel Arbeit, vor allem auch innere Arbeit, dieses Buch zu Papier zu bringen. Wie "nackig" will ich mich vor der Welt machen: was kann anderen helfen? Ich hab versucht eine Balance zu finden...

... Ich möchte übrigens gerade nicht, dass das Buch wie ein Heilsversprechen wirkt: ich bin ja kein Therapeut und ich kann ja nicht für alle sprechen. Aber vielleicht fühlt sich der ein oder andere endlich ein bisschen verstanden oder findet eine Portion Mut, Dinge im Leben anzupacken...

15.04.2019 09:29 • x 2 #12




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