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Hi Leute!
Ich sitze an einem Freitagabend zuhause rum und habe nichs zu tun, das ist erstmal sehr frustrierend. Ich würde so gerne mehr aus meinem Leben machen, jedoch stehe ich mir selber im Weg. Die Angst nicht angenommen zu werden begleitet mich schon seit einem Jahrzehnt (aufgrund von Familie & falschen Freunden). Das äußert sich darin, dass ich optisch und vom Charakter sehr unscheinbar bin, sodass wenn möglich niemand etwas gegen mich hat. Man kann schon sagen, dass ich mich einfach verstelle. Wenn mich etwas stört, sag ich es meist nicht. Ich glaube das ist der Grund weshalb ich so wenige aufrechte Kontakte habe. Denn niemand erkennt mein wahres ich, die Leute können nichts mit mir anfangen.
Ständig erfahre ich Ablehnung und Unfreundlichkeit innerhalb der Familie, weshalb ich beschlossen habe mich ans Jugendamt zu wenden. Nun ist es so, dass ich die Möglichkeit habe in eine teilbetreute Wg zu kommen. Ich bin zwar total begeistert von dieser, jedoch ist die Angst vor der Reaktion meiner Familie sehr groß. Auch wenn sie mir nicht sehr viel bedeutet, will ich nicht, dass sie sauer auf mich ist oder Leid erfährt wegen mir.
Was kann ich machen, damit ich endlich mir etwas gutes mache und nicht ständig nachdenke was andere evtl. über mich denken könnten?

(ich bin in Behandlung, will lediglich nur einpaar aufmunternde Worte, die nicht von mir selber stammen)

20.04.2012 21:59 • 21.05.2012 #1


13 Antworten ↓


Es ist DEIN Leben, was andere von dir denken, soll dir schei. sein.

So zu denken ist aber leichter gesagt als getan, ich mache mir nämlich selber ständig Sorgen, was andere von mir denken könnten.

Warscheinlich machen andere sich auch viele Gedanken, was du von ihnen denkst? Es ist Freitagabend, wenn du da alleine rumsitzt, dann musst du dich nicht wundern, wenn du unglücklich bist. Kannst du dir nicht irgentwas Spannendes fürs Wochenende vornehmen?

Du hast nur ein Leben. Irgendwann ist es vorbei und du hast nie gelebt. Und dann hilft es dir auch nicht mehr, wenn andere toll über dich denken.

Liebe Grüße

20.04.2012 22:08 • #2



Zweifel im Leben

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Inecio, du hast einen super Schritt gemacht, mein Glückwunsch! Von wegen unscheinbar. Was ich dir schreiben will - du musst mit deiner Familie nicht allein verhandeln wenn du Angst davor hast, überlasse es doch der Familienhilfe beim Jugendamt, sie machen auch Hausbesuche, und sollte das nicht gehen, dann kannst du auch Soziale Beratung in Anspruch nehmen, gibt es bei den Wohlfahrtsverbänden in jeder Stadt kostenlos..

LG Bird

20.04.2012 22:12 • #3


P.S. Das mit der WG ist wirklich eine gute Idee Wie alt bist du?

20.04.2012 22:15 • #4


Dubist
War in einer wg und ich bin noch heute dankbar dafür. Ich konnte endlich neu anfangen.
Das wünsch ich dir von herzen, dass es dir da gefällt und du glücklicher wirst.
Grüße dich

21.04.2012 20:04 • #5


Du machst genau das richtige, sei stolz auf dich, dass du dich getraut hast. Du bist deiner Familie nichts schuldig. Freu dich auf das leben was vor dir liegt. Ich wünsch dir alles gute, du schaffst das!

21.04.2012 21:09 • #6


Hi Leute!
danke für euren Beistand. eure Worte tun mir gut. Ich habe gerade eben meiner Familie gesagt, dass ich ausziehen werde. Meine Mutter versteht, wie erwartet, nicht meinen Wunsch und ist ziemlich enttäuscht von mir. Sie warf mir vor jeden aus der Familie unglücklich zu machen und nur schei** beim Jugendamt zu erzählen. Wie ich mich selber fühle war ihr sichtlich egal, denn mein "untalentierter Therapeut" wäre schuld. Sie konnte meine Kritik an ihr nicht verstehen und annehmen...aber egal, ich wurde in einer solchen Familie reingeboren und muss mit deren Unverständnis leben können, aber zum glück bald nicht mehr mit ihnen.
mein Heulkrampf ist zun vorbei, ich denke ich bin auf dem richtigen Weg zum "glüchlichsein".

24.04.2012 19:47 • #7


Super hast du das gemacht! Alle Achtung!

Du wirst deinen eigenen Weg gehen und offenbar bist du in der Lage, gut für dich zu sorgen. Das ist wirklich sehr, sehr gut.

24.04.2012 19:57 • #8


Dubist
Eltern geben ungern zu, daß sie in der Liebe versagt haben.
Aber sie wollen meistens nur das beste für dich.
Wenn die Wg aber nichts sein sollte. Dann geh schon am anfang schnell da weg.
ich war in mehreren wgs und viele waren schlecht, aber ich fand ne tolle.
Wär ich bei der ersten bloss schon am Anfang weg, ich hab das gleich gespürt, dass das nichts ist.
Erzähl, ob es dir da gefällt dann, ja?
Machst du Probewohnen?

24.04.2012 20:04 • #9


Hi Leute!

Dieses Wochenende werde ich dorthin umziehen. Aber meine Freude hält sich eher in Grenzen...weil ich nicht so recht weiß ob es das richtige ist. Ich habe Schuldgefühle, da ich nun besonders meiner Mutter wehgetan habe. Und ich frage mich ob es das wirklich wert ist. Eigentlich weiß ich, dass ich mich über die Zeit ziemlich mies gefühlt habe und Angstzustände hatte, wenn meine Mutter beispielsweise nach Hause kam. Aber es hätte alles ganz anders ablaufen können, wenn ich von Freunden Kraft und Zuspruch bekommen hätte. Jedoch ist dies nicht der Fall, weil ich einfach ein unsoziales Wrack bin...

Heute habe ich die ersten Kisten zur Wg gebracht und einpaar Nachbarjungs haben mir spontan beim Transport zum Auto geholfen. Und in genau solchen Situationen frag ich mich warum ich die erst jetzt begegne. Die schienen genau in meinem Alter zu sein und waren echt nett.
Ach ich weiß auch nicht...das ist so ein Gefühl von Verlust und man fühlt sich als Versager..weil man es nicht hinbekommen hat sich ein "Leben" aufzubauen.

Und ehrlich gesagt weiß ich nicht wie ich mich im neuen Umfeld verhalten soll...
Wie werd ich bloß diese Selbstzweifel los?

30.04.2012 19:44 • #10


Zitat:
Wie werd ich bloß diese Selbstzweifel los?
Selbstzweifel - Gedanken, die sich darum drehen, dass man nicht so ist, wie man es sich wünscht. Sicher kommt es darauf an, was genau man sich wünscht. Wenn man sich wünscht so zu sein, wie man ist, nur ohne diese Gedanken, wenn man sich wünscht, dass diese Gedanken aufhören und zwischen sich selbst mit und ohne Gedanken unterscheiden kann, wird man nach und nach aufhören sich zu wünschen anders zu sein, wie man ist. Weil man erkennt, dass man immer so ist, wie man ist, wenn man sich nicht mehr wünscht ein anderer zu sein.

Schwer? - ich hoffe nicht...

lg

30.04.2012 23:13 • #11


hei!

Ich muss mal was berichten. Undzwar habe ich den besagten Nachbarn gestern angesprochen, ja ich habe mich tatsächlich getraut, denn ansonsten mache ich sowas nie. Ich dachte mir einfach, dass ich ihn jetzt zum letzten mal treffe und wenn ich es jetzt nicht tuhe dann habe ich meine Chance vertan.
Nach nervösem Stottern und tamtam hab ich dann seine Nummer bekommen...es war mir im Nachhinein total peinlich. Er müsste mich total seltsam finden, dachte ich mir. Jedenfalls fragte ich ihn dann per sms nach einem Treffen und er lehnte ab, weil er nichts festes suche...
Ich gebe zu, dass ich mich sehr gekränkt gefühlt habe! In solchen Situationen mache ich mir die schlimmsten Gedanken, von wegen ich sei total hässlich oder er denkt schlecht über mich...der Tag war auf jeden Fall gelaufen, der Tag danach auch (also heute). Ich habe seit dem nicht mehr auf mein Handy geschaut, bis vorhin. Anscheinend hat jemand angerufen und eine Nachricht hinterlassen, eigentlich könnte die nur mit ihm in Verbindung stehen oder vom Jugendamt, denn ich kenne die Nummer nicht. Nun also sitze ich hier und möchte die Nachricht nicht wirklich abhören, weil ich Angst habe mich wieder mies zu fühlen...
jaja. Ich weiß, dass ich mir solche gedanken nicht machen sollte...aber ich werde diese Angst nicht los. Ich denke ich werde jetzt erstmal eine Runde joggen gehen, um mich mental darauf vorzubereiten...

04.05.2012 13:02 • #12


Liest hier noch jemand?
Naja egal, allein das schreiben hilft etwas.

zur neuen WG: BIs jetzt läuft alles ganz gut, nichts erwähnenswertes, bin grad einfach gefühlslos drauf...

Die Nachricht war von meiner Betreuerin auf dem AB, völlig daneben wie verrückt ich mich gemacht habe...aber danach ging es mir ziemlich gut, weil ich endlich begriffen habe, dass ich eben nicht jedem gefallen kann.

Joa...und heute wurde ich in der Schule beim Schummeln erwischt. Es handelte sich um eine Russischklassenarbeit, worin ich echt nichts weiß. Wegen dem Umzug und sonstigen Sachen kam ich in letzter Zeit nie zum Lernen, weswegen ich schon häufiger erfolgreich´ geschummelt habe..naja irgendwann musste ich ja erwischt werden.

11.05.2012 15:53 • #13


Zitat von Inecio:
Liest hier noch jemand?
Naja egal, allein das schreiben hilft etwas.


Schreib einfach drauf los, wenn es Dir hilft!

Zitat von Inecio:
zur neuen WG: BIs jetzt läuft alles ganz gut, nichts erwähnenswertes, bin grad einfach gefühlslos drauf...


Es muss ja auch nicht jeden Tag etwas Aufregendes passieren. Gut ist doch schon, wenn nichts Doofes oder Entmutigendes passiert!
Wie ist das in Deiner WG? Kannst nicht mit den Leuten da mal was unternehmen?

Zitat von Inecio:
Joa...und heute wurde ich in der Schule beim Schummeln erwischt. Es handelte sich um eine Russischklassenarbeit, worin ich echt nichts weiß. Wegen dem Umzug und sonstigen Sachen kam ich in letzter Zeit nie zum Lernen, weswegen ich schon häufiger erfolgreich´ geschummelt habe..naja irgendwann musste ich ja erwischt werden.


Das lass besser sein. Aus eigener Erfahrung: Eine "sauber" bestandene Klausur (und sei es nur eine 4) ist sehr viel erbaulicher, als eine erschummelte gute Note.

Setz Dir realistische Lernziele für die Woche, die Du versuchst zu realisieren.
Am Anfang ist es immer doof, doch mit den ersten Erfolgen kommt auch das Selbstbewusstsein zurück!

Und wenn dieser Punkt erreicht ist, mach es besser als andere und halte Dein soeben erreichtes Niveau als Untergrenze bei!

LG
Der Papagei

21.05.2012 01:49 • #14



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