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Huhu.

Bin sehr froh, dieses Forum gefunden zu haben, ich klicke mich seit gestern durch die Seiten hier und mache mir viele Notizen, die mir in schlechteren Zeiten hoffentlich den nötigen Halt geben werden, den ich brauche.

Ich verletzte meinen Freund vor 2 Tagen sehr stark indem ich das für gestern geplante Treffen absagte, weil der Druck, nicht genug Gefühle für ihn zu empfinden, so groß war, dass ich nicht mehr weiterwusste. Selbsthass, Wut und Trauer stellten sich ein, aber auch der Druck ließ nach. Im Moment möchte ich noch den negativen Dunst bereinigen, der noch in mir rumschwebt.

Durch dieses Forum fiel mir auf, dass Angstpatienten wohl oft einfach anders lieben, was durchaus Sinn ergibt.
Ich hatte vorher noch nie eine Beziehung, oder wollte mich nicht für diese einsetzen, aber ich spüre, wenn ich meine jetzige schon am Anfang aufgebe, werde ich nicht wachsen können und hinzu kommt noch, dass er mir wirklich wichtig ist, nur spür ich das eben weniger durch "Schmetterlinge im Bauch", sondern daran, dass ich viel an ihn denke und mir wünsche, mit ihm zusammen zu sein, auch wenn diese Sachen oft sehr weit in den Hintergrund weichen.

Ich möchte in diesem Thread meine Gedanken niederschreiben und hoffe, dass es mich etwas stützt, wenn es schwierig wird.

Grüße :)

25.02.2016 12:27 • 21.03.2016 #1


19 Antworten ↓


anjaf
Hallo,

Herzlich willkommen hier im Forum. Ich hoffe du findest weiterhin hier nachdem du suchst und wuensche dir einen regen Austausch mit Gleichgesinnten.

Wie lange bist du denn mit deinem Freund zusammen?

Lg Anja

25.02.2016 15:49 • #2



Bindungsängste und Zweifel überwinden

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Hallo Anja,

(ich heiße ebenfalls Anja ^-^)

Offiziell erst seit letzten Freitag. Dass wir Gefühle für einander empfinden, haben wir uns am 7.2. mitgeteilt. Ich kenne ihn aber schon seit 2012 und in den letzten Wochen und Monaten nahm unser Kontakt sehr stark zu und wurde immer enger. Ich befinde mich bereits an dem Punkt, wo ich normalerweise flüchte. Jeder Tag ist eine Probe und deshalb gingen frühere Beziehungen auch immer nach sehr kurzer Zeit in die Brüche. Ich seh mich als Wesen, das jedes Problem alleine bewältigen muss. Nun plötzlich noch jemanden zu haben, der mit einbezogen werden muss, ist ziemlich anstrengend für mich, obwohl ich seine Gegenwart bisher sehr genossen habe. Aber wenn ich alleine bin, fühlt es sich an, als würd ich das nicht schaffen und das nächste Treffen würde zu viel werden. Bin im Moment sowieso sehr labil und stecke noch in einer seit 2 Jahren andauernden Isolation, aus der ich mit Hilfe einer medizinischen Reha wieder rauskommen möchte. Bin bereits in therapeutischer Behandlung und die stabilisierte mich erstmal so weit, dass ich den Schritt in Richtung Reha überhaupt wagen möchte.

Grüße

25.02.2016 16:13 • #3


anjaf
Hallo Anja (find ich lustig mit dem gleichen Namen),

nun dann ist das bei Euch ja noch mehr als frisch. Weiss dein Freund denn Bescheid ueber deine Bindungsaengste? Ich finde du solltest das Abenteuer Beziehung weiterhin wagen und nicht vorschnell aufgeben. Deine Therapie hilft dir sicher dabei.

Wann trittst du die Reha denn an?

Lg Anja

25.02.2016 16:32 • #4


Also, er weiß über meine Ängste bescheid und ich hab auch schon mehrmals das Wort Bindungsängste verwendet, aber so richtig als Thema hatte wir das noch nicht. Möcht mir erstmal selbst ein Bild darüber machen, was das bedeutet und dann fällt es auch leichter, ihm meine Ängste zu schildern.

Wann die Reha anfängt ist noch unklar, und ob ich sie überhaupt machen darf auch. Ich hatte Vorgespräche in der Einrichtung, wo ich hin möchte und die erstellen ein Gutachten, das dann an den Leistungsträger geschickt wird, der das ganze dann im Endeffekt entscheidet. Also, wir werden sehen.. : )

Gruß

25.02.2016 16:45 • #5


anjaf
Nun das ist schonmal gut dass dein Freund ueber deine Aengste Bescheid weiss. Sonst wuerde er dein Verhalten womoeglich missverstehen. Ist er in deinem Alter? Und deine bisherigen Beziehungen hast du aus Angstgruenden nach kurzer Zeit beendet?

25.02.2016 16:54 • #6


Mein Verhalten nimmt ihn trotzdem sehr stark mit, denn er ist auch recht sensibel. Ich versuche im Moment erstmal zu lernen, seinen Schmerz, den er durch mich spürt, nicht auch noch aufzusaugen, denn das überfordert mich extrem. Er ist 26. (die paar Jahre Unterschied sind ok, denn ich bin oft kindisch und verspielt.. hehe )

Die bisherigen Beziehungen sind alle sehr lange her. Die jüngste war anfang 2011 und scheiterte noch in der Kennenlernphase, wo ich aber auch stark spürte, dass wir nicht zusammenpassten. Andere Versuche davor scheiterten auf ähnliche weise. Aber das ist alles so lange her, dass es schwer zu sagen ist, ob die Ängste das zum scheitern brachten. Denn ich bin heute ganz anders reflektiert und kann viel besser in Worten ausdrücken, was in mir vorgeht. Die Angst, dass ich jemandem wehtue war aber der Grund, weshalb ich keine Beziehungen oder Annäherungen eingegangen bin. Zwischendurch war ich dann noch 2 Jahre unglücklich in einen Mann verliebt, der in einer Beziehung war, was mich sehr quälte und meine Gefühlswelt arg auf den Kopf stellte. Nun vergleiche ich die starken Verliebtheitsgefühle mit denen für meinen Freund und verlange von mir, dass es genauso stark sein muss, dabei haben diese mich doch so gequält. Der Verstand hat erkannt, dass das so nicht sein muss und ich freu mich, dass ich da nun dran arbeiten kann^^

25.02.2016 17:19 • #7


Er wird morgen zu mir kommen, und mir dreht sich schon wieder der Magen um, obwohl ich ihn unbedingt sehen will. Die negativen Gedanken sind so dominant, dass ich regelrecht spüre, wie sie mir das Schöne verschleiern.. *sfz
Aber wird schon. Ich bin zuversichtlich.

25.02.2016 18:58 • #8


anjaf
Hey du schaffst das! Freu dich einfach ueber seinen Besuch und lass es langsam auf dich zukommen. Hmm mein Freund ist auch 26. Wenn er wirklich etwas fuer dich empfindet wird er Verstaendnis zeigen. Viel Glueck wuensch ich dir!

25.02.2016 20:44 • x 1 #9


Gestern Abend war die Anspannung sehr hoch und ich machte Meditation, hörte ruhige Musik und spielte ein Puzzle am Pc. Dann schrieb er mir und fragte, ob es half und ich reagierte kurz drauf und plötzlich war ich völlig gerührt davon, dass er sich kümmert, obwohl das für ihn selbstverständlich ist. Das legte in mir einen Schalter um und die Anspannung war sofort weg. :)
Nun gehts mir heut zwar wieder gut, aber dafür muss ich nun aufpassen, nicht wieder meine Gefühle für ihn in frage zu stellen, nur weil diese wieder in den Hintergrund gerückt sind. Mal sehen, wann ich mir das endlich glaube. :D

26.02.2016 12:36 • #10


Er war bis heute morgen um 4 (insgesamt 10 Stunden) bei mir und es war wirklich sehr schön. Allerdings hatte ich 0,75 xanax eingenommen, was ich aber im Laufe der zeit bei den Treffen immer weiter reduzieren werde.
Wir lagen ganz lange nebeneinander, sahen uns in die Augen und ich streichelte sein Gesicht, ohne dass wir sprachen. Das war so unglaublich intensiv und toll. Daran erinner ich mich grad, wenn es mir vorkommt, als würde ich wieder nichts mehr empfinden und möchte mir das hier öffentlich festhalten, um die Wichtigkeit daran aufzuzeigen.
Das zu schreiben, zaubert ein kleines Lächeln in mein Gesicht und ich fang an zu lernen, wie ich so gefühlstechnisch im Moment funktioniere. :)

27.02.2016 22:40 • #11


anjaf
Hallo Anja meine liebe Namensvetterin,

Das freut mich sehr fuer dich! Ein Anfang waere gemacht und du wirst dich noch weiter an ihn gewoehnen. Viel Glueck!

Lg Anja

27.02.2016 22:58 • x 1 #12


Hallo Ihr beiden,

wie geht es euch?

@anjaf
Leidest du auch unter Bindungsangst? Magst du ein bisschen über dich erzählen, würde mich ja interessieren....

@Stapelchips
Du bist also ganz frisch in einer Beziehung?
Das freut mich sehr für dich, ist bei mir sehr ähnlich.
Hast du denn in irgendwelchen Beziehung schlechte Erfahrungen gemacht um jetzt Angst vor einer Bindung zu haben?
Die zeit die du mit deinem Freund verbracht hast hört sich sehr intensiv an und es ging dir gut dabei, das ist doch schön! Genieß diese Momente, sie sind wichtig....

Würde mich freuen wenn wir uns weiterhin austauschen...

29.02.2016 13:35 • #13


Hallo sonnenschein79,

schlechte Erfahrungen in Beziehungen habe ich keine so wirklich, da ich nie welche eingegangen bin. Ich habe einfach nur ein enormes Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein. Dazu gehört, dass ich oft nicht mal online mit jemandem schreiben möchte, mit dem ich zusammen bin. Mein damaliger Freund fragte dauernd, wie es mir geht, ohne die Frage nun so zu meinen, sondern er wusste nicht, was er schreiben sollte und wollte dass ich einfach drauf los schreibe. Fand das extrem nervig und da ist schnell eine Grenze erreicht, wenn ich merke, dass diese Person nicht alleine mit sich klarkommt und auf mich wartet. Auch wenn es verständlich ist, da er mich ja mochte. Mich erdrückt auch die allgemeine Erwartungshaltung der meisten Menschen. Da heißt es: "ihr seid zusammen, also verbringt jede freie Minute miteinander."
Ein Kumpel meines Freundes bemängelte letztens, warum mein Freund denn nicht bei mir übernachtet, usw.. Ich will und kann diese "normalen" Sichtweisen, wie Beziehungen zu sein haben einfach nicht erfüllen und es stresst mich, mir das auch nur anhören zu müssen, weil es für andere ja so toll ist. Wieder andere sagen dann, dass der Partner dann eben nicht der richtige ist. Das überforderte mich immer sehr schnell, also hab ich erst gar nichts angefangen. Bin sehr sensibel und empfänglich für Kritik und Äußerungen in diese Richtung. Im Grunde hab ich ein starkes Vermeidungsverhalten, das ich nun versuche zu durchbrechen, soweit es mir möglich ist.

Gruß

29.02.2016 14:17 • #14


anjaf
[quote="sonnenschein79"]Hallo Ihr beiden,

wie geht es euch?

@anjaf
Leidest du auch unter Bindungsangst? Magst du ein bisschen über dich erzählen, würde mich ja interessieren..

Hallo Sonnenschein79,

nein ich leide ueberhaupt nicht unter Bindungsangst. Wenn ueberhaupt eher mein Freund (tendenziell da er eher Probleme mit zuviel Naehe hat). Also direkte Bindungsangst hat er nicht aber er ertraegt zuviel Naehe nicht und braucht viel Freiraum. Ich bin eher der Kuscheltyp der nicht genug Naehe und Zaertlichkeiten haben kann.

Lg Anja

29.02.2016 15:27 • #15


Hab ne Weile nix geschrieben, weil ich gute 2 Wochen recht stabil war und es genießen konnte, sogar ohne Xanax. Nun bekam ich vorgestern aber wieder einen Stimmungseinbruch und seitdem denk ich darüber nach, schluss zu machen. Richtige Gründe fallen mir nicht so ein, außer, dass ich denke, dass wir nicht zusammenpassen und ich eben keine großen Gefühle für ihn hab. So unrealistisch fühlt sich das gar nicht an und ich bin unsicher, ob ich dem noch Zeit geben soll oder nicht. Wir wollten uns Freitag sehen, aber ich hab schon gewarnt, dass es möglicherweise ausfällt. Bin im Moment an dem Punkt, wo ich mich doch mit ihm treff und dann schaue, wie es mir damit geht. Ich will zwar Nähe, aber ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich an ihm liegt, oder ob ich allgemein große Sehnsucht danach habe. Jemand anderen könnte ich mir trotzdem nicht vorstellen, aber ich hab auch keinen Kontakt zu anderen Männern, schon gar keinen engen Kontakt.
Hach ja.

16.03.2016 13:20 • #16


gitta2016
Zitat von Stapelchips:
Hallo sonnenschein79,

schlechte Erfahrungen in Beziehungen habe ich keine so wirklich, da ich nie welche eingegangen bin. Ich habe einfach nur ein enormes Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein. Dazu gehört, dass ich oft nicht mal online mit jemandem schreiben möchte, mit dem ich zusammen bin. Mein damaliger Freund fragte dauernd, wie es mir geht, ohne die Frage nun so zu meinen, sondern er wusste nicht, was er schreiben sollte und wollte dass ich einfach drauf los schreibe. Fand das extrem nervig und da ist schnell eine Grenze erreicht, wenn ich merke, dass diese Person nicht alleine mit sich klarkommt und auf mich wartet. Auch wenn es verständlich ist, da er mich ja mochte. Mich erdrückt auch die allgemeine Erwartungshaltung der meisten Menschen. Da heißt es: "ihr seid zusammen, also verbringt jede freie Minute miteinander."
Ein Kumpel meines Freundes bemängelte letztens, warum mein Freund denn nicht bei mir übernachtet, usw.. Ich will und kann diese "normalen" Sichtweisen, wie Beziehungen zu sein haben einfach nicht erfüllen und es stresst mich, mir das auch nur anhören zu müssen, weil es für andere ja so toll ist. Wieder andere sagen dann, dass der Partner dann eben nicht der richtige ist. Das überforderte mich immer sehr schnell, also hab ich erst gar nichts angefangen. Bin sehr sensibel und empfänglich für Kritik und Äußerungen in diese Richtung. Im Grunde hab ich ein starkes Vermeidungsverhalten, das ich nun versuche zu durchbrechen, soweit es mir möglich ist.

Gruß


Hallo,

ich bin ja auch sehr neu hier, und hatte schon einige Beziehungen, bin ja scho bisserl älter . Aber du schreibst genau das, was ich fühle. Danke , dass ich nicht allein bin, obwohl wir es natürlich anders viel lieber hätten.

Ich beginne mit mir zu arbeiten und vergebe mit Ho'oponopono. Meine Eltern habens damals nicht besser gewusst . Mein Mann ist ziemlich durchn Wind seit paar Tagen, aber er beginnt zu verstehen....

liebe Grüße

19.03.2016 11:02 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

bin kurz vorm schluss machen. ich hab am wochenende innerlich aufgegeben und nachdem ich mich nun erstmal von der hohen anspannung verabschieden konnte, merke ich, dass da nichts mehr ist, das noch eine beziehung als sinnvoll sieht. fühl mich leer und jedes mal, wenn ich denk, ich versuch es weiter, kommen die emotionen. starker widerstand, traurigkeit.

21.03.2016 12:29 • #18


gitta2016
Hallo,

ich kann dich sehr gut verstehen, ich drück dich einfach mal....

21.03.2016 20:17 • #19


danke. habs nun beendet. ich vermisse ihn unglaublich stark. aber so lange ich nich lerne, meine gefühle in den griff zu bekommen, wird das nix. er ist selbst viel zu labil, um das tragen zu können. der druck wurde für mich dadurch immer größer und ich will keine spiele spielen.

21.03.2016 21:33 • #20



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