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Hallo erst einmal euch allen,

es tut wirklich gut, dass man sich mal seine Gefühle von der Seele schreiben kann. Bitte verzeiht mir, wenn mein Text etwas schwierig zu lesen ist, aber ich schreibe die Worte auf, die mir gerade durch den Kopf gehen - ohne einen extra Filter davor zu setzen.
Ich erwarte auch keine sofortige Antwort, da es schon sehr schwierig ist über meine Gefühle zu reden - ich werde jetzt danach erst einmal schlafen gehen und mich morgen wieder melden.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich in diesem Unterbereich ganz richtig bin, aber mir gehen gerade so viele Dinge durch den Kopf, da kann ich auch hier beginnen.

Wie mein Benutzername oder der Threadname verdeutlicht, fühle ich mich ziemlich einsam. Allein sein kann ich gut, an bestimmten guten Tagen, aber ich fühle mich neuerdings auch immer öfter unten Leuten einsam (macht das Sinn?). Starke Probleme beim schlafen habe ich aktuell auch, aber wird schon rumgehen.
Ich wohne in Berlin und bin aktuell 27 Jahre alt - nach Berlin umgezogen bin ich des Berufs wegen, aber ich würde nicht behaupten, dass mein Umzug nach Berlin der Grund für meine Lage ist. Ich habe auch schon vorher so gefühlt.
Nun wo fange ich an... ahja am besten beim Januar 2010 - das war der bisher dunkelste Monat meines Lebens - er hat mir sogut wie alles genommen. Ich muss dazu sagen, dass ich sehr wenig und ungern Kontakt zu meinen Eltern habe (nachher dazu mehr). Der wichtigste Bezugspunkt in meiner Familie stellten für mich meine Großeltern dar. Meine Eltern haben mich nicht körperlich misshandelt, also es gab nie Schläge, aber der Rest hat mich sehr geprägt.
Ich muss dazu sagen, dass meine Eltern eine merkwürdige Beziehung pflegten. Es gab nie ein Wort der Liebe zueinander und sei es noch so winzig gewesen. Trotzdem haben sie mehrere Kinder gezeugt und waren auch ganz offen, dass nur deshalb die Ehe aufrechterhalten wird.
Ich bin dann beim Beginn der Pubertät zu meinen Großeltern gezogen - also ich bin wirklich ausgezogen (von meinen Eltern kam kein Widerwort). Ich glaube, dass mich das gerettet hat. Ich wäre ansonsten wohl noch merkwürdiger.
Mit meinen Großvater habe ich mich blind verstanden. Wir haben oft Zeit miteinander verbracht und waren auch ohne große Worte glücklich. Wir haben uns gereicht. Im Januar 2010 - am Tage meiner Zwischenprüfung, starb er plötzlich nach einen Hirnschlag und ich habe alles miterlebt. Ich habe ihn gefunden und konnte beobachten, wie der Rettungsdienst ihn mitgenommen hat - das war das letzte Mal, dass ich ihn sah. Im Krankenhaus konnte ich ihn nicht besuchen, da die Prüfungskommission mir keine Chance auf verschieben der Prüfung gab. Ich musste dort also durch und danach erfuhr ich von seinem Tod.
Nun muss ich sagen, dass ich schon immer Probleme mit meinen Eltern hatte. Ich war ein untypischer Junge, also nichts was sich mein Vater gewünscht hat. Ich habe/hatte keine Ahnung und Interesse an den meisten Jungssachen. Autos waren für mich eine Blackbox, ich war schon froh, wenn ich einen Nagel in die Wand hauen konnte und Sport erst. Ich war eher an Lernen sowie Kultur (dem einzig typischen wie Videospiele konnte er nichts abgewinnen) interessiert, was meinen Vater aber gar nicht passte, da er der Meinung war, dass man als Arbeiterkind nicht studieren muss (Denkste du bist was besseres?) und somit haben meine Eltern mir das Gymnasium verwehrt und daran knabber ich bis heute.
Ich stehe jetzt im Beruf und bin am überlegen, ob ich Fernschule, Abendschule machen soll oder ob ich gar alles hinschmeiße und auf die Tagesschule gehe (wobei dies aus finanzieller Sicht nur ein Traum bleiben wird).
Ich konnte mich auch schon immer gut in andere Personen hineinversetzen und war traurig, wenn sie es sind. Diese weibischen Gefühle wurden mir versucht zwanghaft auszutreiben. Dies konnte niemand (außer meinen Großeltern) verkraften und nachvollziehen. Auch dass ich sehr viele Interessen hatte und immer gern etwas neues ausprobierte.
ABER irgendetwas muss ich tun, da mich mein Job nicht gerade erfüllt - mir tut es weh sowas zu schreiben. Die nette Verkäuferin im Rewe wird wohl auch noch andere Träume gehabt haben. Bitte nicht falsch verstehen, falls jemand hier diesen Beruf ausübt - ich wollte nur sagen, dass ich auf hohen Niveau jammere. Mein Job ist ein Bürojob, in welchem ich jeden Tag die gleiche Sache machen muss und ich würde sogar sagen, dass es ein Akkordbürojob ist - zwar gut bezahlt , aber sobald Aufgabe A erledigt ist, muss ich Aufgabe B machen und die ist oft genauso wie A - nur halt andere Kunden. Vorher war ich im Außendienst, aber leider wurde meine Stelle gestrichen und ich musste diese annehmen.
So zurück zum Januar sowie meiner Einsamkeit. Mein Problem ist, dass ich scheinbar einen anderen Begriff von Freundschaft habe. Ich möchte keine Zweckfreundschaften, wie es in irgendwelchen Vereinen gibt. Ich möchte echte Bindung und wahre Freundschaft (gern auch platonisch zum anderen Geschlecht), was anderes habe ich nie gekannt und stellt für mich auch nur eine unbefriedigende Sache dar.
Ich hatte nämlich einen wahren Freund, der mich vom Kindergarten bis zum 20/21 Lebensjahr begleitet hat. Diese Freundschaft hat sogar ausgehalten, dass er aufs Gymnasium ging und studierte - auch meine Eltern hat er überlebt. Ich muss dazu sagen, dass die voller Vorurteile sind und waren. Nachdem Sie erfahren hatten, dass er ein Tattoo hat und auch ausländische Wurzeln, war es für sie aus. Weitere Freundschaften wurden mir so in jungen Jahren gleich verboten.
Mein Vater findet es am besten, wenn man für sich alleine zu Hause ist. Besuch durfte ich nie haben, was zusätzliche Freundschaften schwer machte.
Nun zurück zu meinen Freund. Es war wirklich wie in einem Film und ich konnten alles zusammen machen und durchstehen. Dann starb er leider in einem Autounfall im Januar 2010. Ich stand nun also von jetzt auf gleich alleine dar. Von diesem Monat habe ich mich bisher nicht erholt, obwohl es schon mehr als 7 Jahre her ist. Ich habe mir dann relativ schnell 40kg Übergewicht angefressen. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich nie gern gegessen habe, aber die schützende Mauer, war dann eingerissen. Seit 2 Jahren habe ich meine Ernährung und Bewegungsweise verändert, aber ich bin immer noch bei 105 (vorher halt 130) und komme damit nicht klar.
Mir wurde mal vorgeworfen, dass ich Angst vorm älter-werden habe. Ich muss gestehen, dass da etwas dran sein könnte, aber nicht aus dem Grund (Angst vorm Tod), der oft dahinter steckt.
Wenn ich mir vorstelle, dass meine Großmutter auch schon 80 Jahre alt ist, dann wird es mir etwas mulmig. ich finde es viel schlimmer, wenn man selbst derjenige ist, der zurück bleibt. Ich hatte mal einen schlimmen Autounfall und kann daher nachvollziehen, wie es ist dem Tod nah zu sein. Ich würde sofort meine restlichen Jahre gegen die verloren Personen tauschen, um vielleicht noch etwas Zeit zu erhalten.
Nun mittlerweile sieht mein Tagesablauf so aus, dass ich aufstehe zur Arbeit gehe und dann nach Hause komme und auf den nächsten Tag warte. Am Wochenende ist es ähnlich, aber ich gehe manchmal zu einem Verein und habe dort etwas Spaß, aber hier kommt jetzt ein großes Problem. Ich schaffe es einfach nicht, an andere Leute anzuknüpfen.
Manchmal wünschte ich, dass ich nie so einen Freund gehabt hätte. Klingt grausam, aber ich schaffe einfach nicht, es zu vergessen, wie wahre Freundschaft war. Das oft so empfohlene klein beginnen Smalltalk etc. fällt mir sehr schwer... Ich kann mich an banalen Sachen nicht erfreuen - ich schaffe es einfach nicht. Die Zeit heilt auch nicht wirklich Wunden. Was bringen einen ach so tolle Erinnerungen? Die Person im Herzen ist für mich auch schwer zu begreifen. Kommt davon einer zurück? Nein. Ich habe zwar einen kleinen zufriedenen Moment ABER danach kommt der Knall der Trauer und Wehmut. Ohne solche Erinnerungen wüsste ich wenigstens nichts davon. Vielleicht würde es mir dann nicht fehlen? Wie scheinbar vielen Leuen. Das ist auch der Grund mit meinem Problem des Alters. Ich werde unweigerlich nochmal eine Person verlieren und ich finde, dass es mit zunehmenden Alter immer schwieriger wird Freunde zu finden. Die anderen haben einen festen sozialen Brennpunkt, ihre eigenen Geschichten und was soll ich als Außenseiter da schon machen.
Es gab noch zwei Personen in meinem Leben. Ein ehemaliger Kumpel, also kein Freund, wandte sich leider dem rechten Spektrum zu und ich konnte nichts dagegen machen. Mittlerweile steckt er da so tief drin... Eine Frau, die meine erste Freundin hätte werden können, wurde von meinen Eltern abgeschreckt, die sehr in die rechte Ecke tendieren (Sie war Polin und konnte nur gebrochen Deutsch). Ihr war aber Familienleben sehr wichtig und kam daher nicht damit klar, dass meine Eltern sie nicht akzeptierten. Ich wollte auch erst kein Treffen, aber sie bestand drauf ... naja ich habe gehört, dass sie jetzt verheiratet ist. Wirklich schön für Sie.
Aktuell ist es so, dass ich irgendeinen innereren Druck in mir spüre, aber nichts dagegen machen kann.
So ich bin erst einmal etwas Müde und werde dann schlafen gehen - entschuldig dass Wirrwar, aber so empfinde ich täglich. Es gibt bessere und schlechtere Tage - aktuell schaffe ich es nicht einmal irgendeinen Film zu schauen - sobald da Freundschaften zu sehen sind, werde ich bedrückt. Ich weiß ja, dass es doch möglich ist und keine blinde Hollywoodfantasie.

Wir lesen uns morgen.

04.07.2017 22:46 • 31.08.2021 x 5 #1


12 Antworten ↓


Sera
Hey.

Noch ein Berliner, der sich einsam fühlt. Hier im Forum haben sich schon ein paar Leute zusammen gefunden, um ein paar Treffen zu organisieren. Vielleicht möchtest du dich ja anschließen? Irgendwo sitzen wir alle im gleichen Boot und ich finde die Idee super, auch wenn ich sehr zu meinem Bedauern beim letzten Treffen nicht dabei sein konnte.

Ich habe deinen gesamten Text gelesen und immer gedacht Verdammt, so geht's mir auch. Ich kann so gut nachvollziehen, was du fühlst. Insbesondere, was das Thema Freundschaften betrifft. In meinem Freundeskreis haben die Meisten mit spätestens Mitte 20 das erste Kind gehabt. An mir ging der Kelch (Gott sei Dank, wie ich betonen möchte!) vorbei, die Kehrseite ist aber eben, dass man für Freunde irgendwann uninteressant wird. Man gehört eben nicht dazu, kann nicht mitreden. Man wird ganz automatisch zum Außenseiter, quasi uncool. Mich haben Freunde aus ihrem Leben verbannt, sämtliche Kontaktmöglichkeiten blockiert und ich weiß nicht einmal, warum eigentlich. Das tut weh. Sehr weh. Gerade, wenn man in der Kindheit schon immer nur gelernt hat, dass es keine wahren Freunde gibt, sondern nur solche, die eine Freundschaft pflegen, solange sie von Nutzen ist und sie dann absägen, wenn der Freund nicht mehr von nutzen ist. Manchmal fühle ich mich wie eine Zig., die achtlos auf den Boden geworfen und ausgetrampelt wird, sobald sie geraucht wurde und somit wertlos geworden ist. Vielleicht ein seltsamer Vergleich, aber ich denke, es wird deutlich, was ich meine.

Auf der anderen Seite denke ich mir aber auch: Eigentlich ist es doch uncool, immer nur das zu machen, was eben alle machen. Ich kenne Leute, die das absolute Klischee-Spießer-Leben leben, ihre gesamte Existenz von vorn bis hinten durch planen und auch durchziehen. Frei nach dem Motto Mein Haus, mein Auto, mein Meerschweinchen. Jedem das seine - natürlich - aber ich habe inzwischen erkannt, dass ich so überhaupt nicht leben möchte. Ich dachte immer, ich müsste das machen. Nach der Schule Ausbildung oder Studium, dann arbeiten, dann heiraten und Kinder kriegen, weiter arbeiten, irgendwann von einer lächerlichen Rente leben und dann schön stillschweigend abdanken. Lange Zeit dachte ich, das muss so sein. Alle machen das, das ist normal, also muss ich das auch. Inzwischen frage ich mich: Muss ich das wirklich? Ganz klare Antwort: NÖ! Wer bin ich, dass ich andere über mein Leben entscheiden lasse? Ich bin schon groß und kann das ganz allein entscheiden. Außerdem bin ich soweit völlig klar im Kopf und weiß ganz genau, was ich will und was nicht. Ich habe es aufgegeben, so sein zu wollen, wie man mich haben will. So, wie die anderen sind. Ich war schon immer der Außenseiter, der nirgendwo rein passt und auch wenn die Rolle oftmals hart zu spielen ist, arrangiert man sich irgendwann doch damit und findet sogar noch ein paar gute Seiten daran. Immerhin bin ich frei und kann tun und lassen, was ich will. Da ist niemand, auf den ich Rücksicht nehmen muss, den ich um Erlaubnis bitten oder mit dem ich mich absprechen muss. Ich habe die Freiheit, mein Leben ganz nach meinen Wünschen zu gestalten, eben WEIL da niemand ist, der so viel Macht über mich hat, dass er Einfluss auf meine Entscheidungen nehmen könnte.

Einsamkeit und nicht vorhandene Freundschaften sind zweifelsohne die Schattenseite, aber wo Schatten ist, muss es zwangsläufig auch Licht geben und das habe ich erkannt. Seitdem komme ich besser zurecht mit meiner Einsamkeit (wenn auch nicht immer. Es wäre gelogen zu sagen, dass ich mit der Situation glücklich und zufrieden bin. Oft genug gerät man doch in Situationen, wo man sich jemanden an seiner Seite wünscht und dann ist es hart). Well, ich kann aber sagen, dass ich mich im Großen und Ganzen damit abgefunden habe. Im Prinzip akzeptiert habe, dass es so ist, dass es schon immer so war und wahrscheinlich auch immer so bleiben wird. Über die Einstellung kann man sicherlich diskutieren, aber ich habe damit ein Stück weit meinen Seelenfrieden gefunden, insofern bleibe ich auch dabei. Muss jeder für sich selbst wissen. Das Problem ist aber: Freundschaft ist was, wo mindestens zwei Leute beteiligt sind. Und den anderen kann man nicht lenken. Nicht zu 100%. In der DBT habe ich gelernt, Dinge bedingungslos zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann. Und andere Menschen kann ich eben nicht ändern. Ich kann sagen, wenn mir was nicht passt, aber ob die betreffende Person dann wirklich was ändert, kann ich nicht beeinflussen. Ich kann nur für mich meine Konsequenzen aus dem Handeln der anderen ziehen und gucken, dass ich für mich das Beste aus sch..... Situationen raus hole, auch wenn ich nach Strich und Faden verarscht und ausgenutzt worden bin.

Ich könnte jetzt noch ewig so weiter schreiben, aber ich glaube, der Text ist auch so schon lang genug. Ich habe es jetzt ähnlich gemacht wie du. Einfach alles aufgeschrieben, was mir zu dem Thema durch den Kopf ging. Möglicherweise ohne roten Faden, möglicherweise ohne Sinn und Verstand, aber es ist kurz vor 1 und ich bin eigentlich mehr oder weniger schon im Halbschlaf. Aber dein Text hat mich magisch angezogen, da konnte ich das nicht einfach unkommentiert wieder zu klicken.

Wünsche eine gute Nacht.

LG,
Sera

04.07.2017 23:57 • x 4 #2



Zurückgelassen - gehe seit Jahren allein durchs Leben

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Plumbum
@left-behind Lass Dich mal drücken. Ich vermute mal kühn, dass Du einfach Verlustängste hast. Die aus dem furchtbaren Umstand resultieren, dass Du deinen besten Freund verloren hast und nun fürchtest Du dich davor andere an Dich ran und in Dein Herz zu lassen weil.... könnt ja wieder was passieren. Aus dieser Situation, kannst Du dich nur selbst befreien. Das wird Dir leider niemand abnehmen können... ABER man kann IMMER und ÜBERALL und JEDERZEIT einen Freund finden/treffen. Meines Wissens gibt es dafür keine bestimmten Riten, Temperaturen oder sonstige Wettereinflüsse die stimmen müssen um einen Freund kennenzulernen. Trau Dich! Lern die Menschen in Deinem Umfeld kennen und lass Dich überraschen. Man weiß nie, wo/wie oder wann man einem (evtl) Freund begegnen wird. Sera`s Vorschlag halte ich schonmal für einen tollen Anfang. Triff Dich mit Gleichgesinnten!

Liebe Grüsse
Plumbum

05.07.2017 00:33 • x 2 #3


Hallo,

ich wohne weiter weg, lese aber ganz viel was auch auf mich zutrifft bzgl der Herkunftsfamilie.
Dadurch und durch Erfahrungen, die ich in meinem Leben wohl gerade durch diese Sensibilisierung erfuhr, habe ich in diversen Bereichen (fehlendes Vertrauen, Panik vor Krankheiten usw) psychische Baustellen entwickelt. Traurig, finde ich, und beruhigend, dass es anderen Menschen ähnlich geht und man sich gegenseitig stützen kann....LG

05.07.2017 00:36 • x 2 #4


Danke an die bisherigen Beiträge. Heute hatte ich leider einen recht stressigen Tag - morgen oder übermorgen werde ich wohl mehr Zeit haben. Ich werde mich dann auch mal noch im Vorstellungsbereich vorstellen - aber mein Profil habe ich zumindest ein paar Informationen hinzugefügt. Sagt einfach, was euch noch interessiert.

Also gegen ein Treffen spricht für mich erst einmal nichts - also an einer evtl. Planung würde ich auch interessiert sein - wobei sich Urberliner oder auch Personen, die schon länger hier wohnen wohl besser auskennen, um zu sagen was passend wäre.

Auf der einen Seite mag es beruhigend wirken wenn man merkt, dass andere Personen ähnliche Probleme haben/hatten. So richtig kann ich es aber nicht nachfühlen. Geteiltes Leid ist halbes Leid? naja mich betrübt es eher, dass andere auch solche Probleme hatten.

@Plumbum
@Sera
Kinder zu bekommen würde ich mir gar nicht trauen, bevor ich meine eigene Geschichte vollendet habe - ich kann mir nicht vorstellen vorher ein guter Vater zu sein.
Ich musste erst einmal googlen, was genau unter Verlustängsten zu verstehen sein könnte. Also vieles könnte zutreffen, aber bei einen Großteil der Definition wurde auch klammern erwähnt und ich bin eigentlich, jedenfalls denke ich so, kein Typ, der klammert.
Ich glaube einfach, dass mein Freundschaftsbegriff stark abweichend zu der Definition anderer ist.
Viele Menschen bezeichnen sich heute schnell als Freunde, aber bei mir sind die dann eher Bekannte vielleicht Kumpels, aber zur richtigen Freundschaft gehört doch mehr?
Sich einmal in Monat zu irgendeiner Aktion treffen - das ist doch keine Freundschaft zumindest keine tiefe, sondern eine Zweckfreundschaft. Auch wenn es etwas geschwollen klingt, aber bei mir hat es sich so ins Gedächtnis nach einer Unterrichtslektion eingepflanzt.
Aristoteles unterteilt die Freundschaft in verschiedene Bereiche. Lust/Zweckfreundschaften (auch als Bekannte oder Kumpel bezeichnet) haben einen gemeinsamen Hintergrund z.B. Schulfreundschaften oder Vereine.
Vollkommende Freundschaften können sich ohne große Zweck miteinander beschäftigen. Über Klassen, Rassen und andere Dinge wird hin weggesehen. Die Zeit, die zusammen genutzt wird ist der Zweck. Ich sage dazu auch gern, dass in einer solchen Freundschaft der Weg das Ziel ist.
Sicherlich kann man sich auch an das Alleinsein gewöhnen - ich habe ja auch gute Tage, aber komplett aufgeben möchte ich nicht. Ich bin der Meinung, dass es wahre Freundschaften geben kann. Diese sind heute durch die allgemeinen Umstände nur sehr selten und der Begriff Freundschaft wird auch ziemlich inflationär genutzt.
Auf der anderen Seite scheinem die meisten Meschen auch gar kein Interesse mehr an solchen Freundschaften zu haben bzw. sie haben schon feste Verbindungen.

Manchmal komme ich mir wie ein Zwilling vor, der zurückgeblieben ist... naja..
nun gut - heute konnte ich leider nicht mehr schreiben bzw. ich geh dann mal zu Bett und werde demnächst wieder weiterschreiben.

05.07.2017 22:15 • x 1 #5


Sera
Hey.

Den Eindruck habe ich auch, dass viele Menschen heute schnell den Begriff Freundschaft erwähnen, auch wenn es eigentlich nur flüchtige Bekannte sind. Ideen, warum das so ist, hätte ich viele. Ich denke aber auch, dass echte Freundschaft weiter über das hinaus geht, was viele so darunter verstehen. Echte Freunde sind für mich nicht die, die ich alle Jubeljahre mal treffe, über belangloses Zeug rede und dann mein Leben weiter lebe, als wäre nichts gewesen. Für mich sind echte Freunde die, mit denen ich über alles reden kann. Solche, mit denen man die berühmten Pferde stehlen kann, bei denen ich mich melden kann, ohne Angst haben zu müssen, dass ich unerwünscht bin und von denen aber auch was zurück kommt. Ich habe unzählige Freundschaften gehabt, bei denen der Kontakt immer nur von mir ausging. Nie kam was zurück. Da wurde mir schnell klar, dass das für mich keine echten Freunde sind und ich habe den Kontakt dann abgebrochen. Schmerzlicherweise aber auch jedes Mal erkennen müssen, dass man mich offenbar auch nicht vermisst hat, wenn ich mich nicht mehr gemeldet habe. Insofern sehe ich das etwas anders. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es wirklich ehrliche und aufrichtige Freundschaften gibt. Zumindest nicht in meinem Leben. Große Töne spucken können sie alle, aber wenn es wirklich ernst wird, kann man sich auf niemanden verlassen, außer auf die Familie. Das ist das, was ich gelernt habe. Insofern ist mein Vertrauen in die Menschen, die nicht zu meiner Familie gehören, nahezu ausgelöscht. Wie oft habe ich gehört Wir bleiben immer zusammen oder Du bist meine beste Freundin oder sogar Wenn wir uns mal aus den Augen verlieren, würde ich dich notfalls auch übers Fernsehen suchen. Bla Bla Bla. Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass es immer nur hohles Gelaber war und nichts dahinter steckte. Eine Verarsche nach der anderen. Insofern wüsste ich gern, woher du das Vertrauen nimmst, dass es echte Freundschaften gibt. Das würde mich wirklich brennend interessieren.

LG,
Sera

09.07.2017 11:01 • #6


Naja du hast schon gut beschrieben, was ich (und scheinbar du auch) unter echter Freundschaft verstehst.

Woher mein Vertrauen kommt? Nunja wie oben bereits erwähnt habe ich, denke ich zumindest, eine sehr tiefgehende Freunschaft erlebt. Ein Großteil von dem, was du erwähnst hatten wir. Auch untereschiedliche Lebenswege waren vorhanden (Gymnasium, Ausbildung etc.) Ich glaube auch, dass wir heute noch befreundet wären, wenn nicht der Unfall passiert wäre.

Teilweise bin ich aber auch deiner Meinung - wahre Freundschaft ist selten und ich persönlich glaube, dass man diese als Erwachsener nur äußerst selten finden kann. Bestehende Sozialbindungen auf der einen Seite und keine Möglichkeit groß etwas durchzustehen.

09.07.2017 14:33 • x 1 #7


Hallo, nach langer Zeit wollte ich mich Mal wieder melde . Leider habe ich kurz nach dem letzten Post einen letzten alten Bekannten verloren, da er sich zu einem.sejr rechtsextremen Menschen entwickelt hat...und damit kann ich nicht umgehen, da es gegen jede meine Überzeugungen ist.

Also mittlerweile habe ich auch begonnen mich mit Leuten zu bestimmten Hobbys zu treffen. Zumindest bin ich ab und zu Mal unter Leuten. Alles nette Menschen, aber ich bin noch skeptisch wie es weiter gehen mag. Trotz der Tatsache, dass ich auch Kontakt suche, bin ich ein sehr introvertierter Mensch und wenn ich z.B. freitags an treffen teilgenommen habe, dann kann ich auf die Nachfrage, ob wir uns morgen oder in den nächsten Tagen treffen nur höflich verneinen. Ich brauche nach so einem Treffen mir vielen Leuten (viel geht bei mir schon ab 4) los. Ich konzentriere mich ungern auf mehrere Leute gleichzeitig..diese Angewohnheiten waren meinen alten Freunden bekannt und wurden akzeptiert. Das gleiche Problem steht mir auch bei der Partnersuche im Weg ... Ich wüsste auch gar nicht, ob ich einen Menschen den ganzen Tag um mich ein ertragen würde..
Alles in allem bin ich trotzdem nicht ganz unzufrieden, da ich zumindest Mal Leute treffen kann, mit denen ich nicht zusammenarbeiten muss.
Ich werde nun versuchen müssen, dass beste draus zu machen.

03.10.2017 14:27 • #8


Knauf94
Zitat:
Also mittlerweile habe ich auch begonnen mich mit Leuten zu bestimmten Hobbys zu treffen. Zumindest bin ich ab und zu Mal unter Leuten.

Interessanter Ansatz, müsste ich vielleicht auch mal probieren. Nur habe ich nicht wirklich ein Hobbys welches man großartig mit anderen teilen könnte. :/

05.10.2017 13:21 • #9


Luna70
Zitat von left-behind:
Trotz der Tatsache, dass ich auch Kontakt suche, bin ich ein sehr introvertierter Mensch und wenn ich z.B. freitags an treffen teilgenommen habe, dann kann ich auf die Nachfrage, ob wir uns morgen oder in den nächsten Tagen treffen nur höflich verneinen. Ich brauche nach so einem Treffen mir vielen Leuten (viel geht bei mir schon ab 4) los.


Hast du dich mal über das Thema soziale Phobie informiert? Wir haben hier viele Betroffene und von diesem Zwiespalt zwischen Wunsch nach Gesellschaft und gleichzeitiger Überforderung berichten die auch.

05.10.2017 13:33 • #10


@Knauf94

Ich habe auch nicht gerade typisch normale Hobbys. Als ich noch zuhause in der Kleinstadt gewohnt habe ging es mir ähnlich. Im Berlin habe ich jetzt den Vorteil, dass es zu allen möglichen Dingen Vereine, Treffs etc. gibt und seien diese noch so merkwürdig. Allerdings muss ich für mich weiter noch herausfinden, wie zufrieden ich damit auf Dauer bin. Sicherlich man kann sich gemeinsam beschäftigen, aber in wie weit da eine Freundschaft entstehen kann...fraglich. Von diesen Hobbyfreundschaften darf man erst einmal nicht zu viel verlangen.

@lunda70
Ich werde mich mit diesem Bereich mal etwas genauer vertraut machen. Ich bin bei sowas nur immer unsicher und vorsichtig, geworden, da viele Dinge auf mich zutreffen. Zumindest nach Doc. Google. Hochsensibel, Scanner Persöhnlichkeit und was alles so inder Ecke ist. Vielleicht passt es aber auch alles zusammen? Dafür muss ich mich einfach noch besser kennenlernen.

Dieser Zwiespalt begleitet mich schon sehr lange. Ich kann mich z.B. noch an eine Silvesterparty erinnern, bei welcher ich die Chance ergreifen wollte, mich einer bestimmten Person zu nähern. Der Personenkreis war vorher genau abgestimmt und dann erhalte ich einen tag vorher die Meldung, dass aus Ehemals sechs Personen sechs 16 werden sollten. Dies hatte mich so verunsichert oder auch verstimmt, dass ich uns einen Hun ehemals sechs Personen sechs 16 werden sollten. Dies hatte mich so verunsichert oder auch verstimmt, dass ich die Teionahme noch am gleichen Tag zurückgenommen habe. 6 mir mehr oder weniger gute Bekannte waren in diesem Fall noch vertretbar, aber nach einer Verdreifachung, mit zur Hälfte mir unbekannten Personen, war ich nicht in der Lage daran teilzunehmen. Noch heute geht es mir so.

Ich werde in Zukunft wieder vermehrt hier schreiben, ein Ausfall meiner Technik (PC) hat mir eine Teilnahme erschwert. Die nächsten Tage erhalte ich meinen neuen PC und dann kann ich wieder mehr schreiben. Mit dem iPad oder dem Smartphone.

05.10.2017 18:22 • #11


So wie versprochen - mittlerweile habe ich wieder einen Rechner und kann/werde mich nun beteiligen können.

Ich nutze jetzt ab und zu solche Portale wie meetups bzw. gehe zu bestimmten Treffen von Vereinen, welche ähnliche Interessen pflegen.

So ganz überzeugt bin ich aber noch nicht, da dies ja wieder nur Zweckfreundschaften herausbildet. Beim Treffen und auch die erste Zeit danach bin ich ganz zufrieden, aber wenn ich dann mal zu Hause bin, tja, dann steigt schon die Frage auf, ob dies so zielführend ist.
Kann ich mit den Leuten dort meine Freizeit verbringen bzw. macht es Spaß? hmm kann ich nun mit Ja beantworten - aber habe damit wirklich tiefergehende Kontakte (z.B. bei Problemen etc)? Eher nicht. Bin ich vielleicht tatsächlich zu anspruchsvoll?

29.10.2017 02:59 • #12


Carmen12Cortez
Hattest du schon eine Beziehung oder Freunde?

Is in der heutigen Zeit nicht so leicht einige gerne denken

Joa also ausziehen wäre SUPER wichtig, bist laut Standarts mit 27 eh schon spät, und für deine Entwicklung solltest du es auch mal tun, und haha haha solche eltern gibts sehr oft, wieso? Weil die Welt freaky is Die welt is einfach krank., oder eher durch uns, deine Eltern beeinflussen dich definitiv sehr negativ

Solltest du auch heute noch dort sein, HAU ENDLICH AB, oder du willst erfolglos alt werden, sowas is nahezu seelischer Missbrauch, Seelisch durchgebratene Eltern sind neben Mobbing die grösste Folter fürs Kind, Verrückte Eltern, mein Vater war auch ein ziemlicher freak, PC süchtiger aggresiver Spacko den keiner mochte, wie ich mich unter ihm entwickelte kann man sich denken

Wenn du ihn echt zu feige bist, dann beginne dir online Freunde zu suchen, lerne es kennen und übe es dann langsam aufs aussen aus

Wäre schön vielleicht wieder v on dir zu hören, bis dann dude, hoffentlich schaffst dus doch noch irgendwie ins Leben zurück, noch hast du an sich recht viel Zeit, noch..,....

31.08.2021 01:35 • #13



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