ich habe keine neuen Kontakte, keine Angst - bin immer noch Eremit
aber ich frage mich was man wann von sich preisgeben sollte wenn man eine Person kennenlernt die als guter Freund oder Partner "brauchbar" wäre.......
wenn ich sage dass ich keine sozialen Kontakte habe und an Depressionen leide, Medikamente nehme dann haun die bestimmt wieder ab, bemitleiden mich oder nehmen mich anders wahr........
wenn ich diese Tatsachen verheimliche hab ich das Gefühl eine Rolle zu spielen und muss penibelst darauf achten dass mein Stigma nicht an die Oberfläche dringt....
ich denke irgendwann würde es sowieso rauskommen aber wie vermeidet man dass es zum Hauptthema wird, wie schaffe ich es als vollwertiger Partner akzeptiert zu werden auch wenn einen eigenartige Eindruck auf "normale" Menschen mache wenn ich sehr persönliches von mir preisgebe?

hat jemand Erfahrung damit? wie würdet ihr das regeln?

29.01.2012 20:04 • 30.01.2012 #1


9 Antworten ↓


Hallo,

du kannst leichter "aktiv" werden, wenn dein Gegenüber dich auf eine mögliche Unsicherheit anspricht. Dann kannst du dich öffnen und von deinen Problemen schildern. Oft wird Ehrlichkeit honoriert.

Für ein erstes Gespräch eignen sich solche Geständnisse weniger, weil sie abschrecken und verunsichern können.

Wenn dein Gegenüber dich bereits etwas kennt, stehen deine Chancen besser, dass es nicht zum Rückzug kommt.

29.01.2012 20:24 • #2


das Problem ist auch, dass, wenn man sich kennenlernt, üblichweise mal gefragt wird was man am Wochenende getan hat - wo man fortgeht etc.
was soll ich da drauf antworten? die Leute können sich ja denken dass, wenn man nie was macht, völlig allein dasteht oder extrem langweilig ist....

29.01.2012 20:39 • #3


Ich umgehe das immer möglichst schnell mit kurzen Antworten wie "Ja war ganz ok" oder "Habs ruhig ausklingen lassen".
Um gleich danach mit einer Gegenfrage vom Thema abzulenken.

Irgendwelche wilden Abenteuer ausdenken bringt nichts.

29.01.2012 21:42 • #4


marsmensch
ja, das ist schon ein problem,
vorallem wenn es was längeres sein soll.

29.01.2012 22:08 • #5


Huhu

Von den "In-Door-Hobbys" und Aktivitäten erzählen.

Das ist dann nicht erfunden/gelogen, und es zeigt trotzdem
Interesse und Aktivität.

Denn wer sagt, dass das Leben immer nur draussen vor der
Tür stattfinden muss ?

Liebe Grüsse, Der Beobachter

30.01.2012 09:26 • #6


marsmensch
hallo

beobachter recht hast du.

was, wenn aber immer wieder nachgebohrt wird?
z.b. wohin man geht, wenn man raus geht.
logisch, wenn jemand schon interesse zeigt,
dass der nachbohrt.
ich erzähl dann dass, was ich gerne machen möchte,
aber eben nicht kann, weil ich niemanden habe.
sag natürlich nicht dass, ich niemand habe.
dann kommt das problem
"wann warst du denn das letzte mal, was war es denn"
und schon bin ich aufgeflogen.

hast du oder ihr einen tipp?

ich will ja nicht von anfang an etwas vorspielen müssen.

30.01.2012 11:05 • #7


Huhu marsmensch

Ich selber bin ja nun schon ein alter Mann von dem kein Nachtleben
mehr erwartet wird.

Früher (also ganz früher) war ich auch ständig "Outdoor unterwegs",
es gab also immer viel zu erzählen.

Als dann, vor etwa 10-12 Jahren immer mehr die Ängste kamen, die
"Outdoor-Aktivitäten" weniger wurden, da habe ich mir Ausreden ein-
fallen lassen, es auf das Lebensalter geschoben etc.

Heute kenne ich keinen einzigen Menschen mehr, also fragt auch nie-
mand mehr nach dem letzten Wochenende.
Dieses "Erklärungsproblem" hat sich also quasi bei mir von selber er-
ledigt.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

30.01.2012 11:38 • #8


Kurzer Nachtrag:

Sollte es doch einmal zu einer Erklärungssituation kommen,
dann würde ich offen und ehrlich sagen wie es wirklich ist.
Denn "anders sein und Angst haben" ist keine Schande, und
wer das anders bewertet, an dem hat man keinen grossen
Verlust gemacht wenn er/sie die Flucht ergreift.

30.01.2012 11:47 • #9


Zitat von Waltz No.2:
das Problem ist auch, dass, wenn man sich kennenlernt, üblichweise mal gefragt wird was man am Wochenende getan hat - wo man fortgeht etc.
was soll ich da drauf antworten? die Leute können sich ja denken dass, wenn man nie was macht, völlig allein dasteht oder extrem langweilig ist....

Ich würde vielleicht antworten (falls es sich um einen erhofften Flirt handelt):

"Hab mich gelangweilt, du warst ja nicht da"

oder

"Hab in der ganzen Stadt nach dir gesucht"



Falls du eine reine Bekanntschaft /Freundschaft anpeilst, einfach das, was du wirklich gemacht hast. "Zu Hause sein" ist ja keine Tätigkeit. "Ich habe ein interessantes Buch gelesen" "Ich habe mal wieder enige meiner CDs gehört, die ich schon fast vergessen hatte", "Ich habe gekocht und ein neues Rezept ausprobiert", "Ich habe meinem Körper eine Erholung gegönnt", "ich habe über mich nachgedacht" , "Ich habe versucht, mein Leben zu planen" oder oder.

Sieh also nicht das, was du nicht gemacht hast, sondern was du real getan hast, und sieh das dann aus einer positiven Warte. Es sollte dir dabei nicht darum gehen, mit deinen Aktivitäten zu beeindrucken, sondern dem anderen ein Stückchen Realität über dich zu vermitteln, damit er/sie sich ein klein bisschen ein "Bild" von dir machen kann. Der Mensch braucht Vorstellungen, er mag kein Vakuum, daher müssen da Informationen rein.

30.01.2012 11:59 • #10




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