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Hallo und guten Tag, ich stelle die Frage mal so rein interessehalber, denn bisher hat das, was ich tat, nicht funktioniert. Sowohl, wenn ich bewußt jemand kennenlernen wollte, als auch dann, wenn ich mich einfach nur für den anderen interessiert habe ohne weiter Absichten.

Die Frage geht schon beim Grundlegenden los: sollte man überhaupt etwas in der Hinsicht machen, um den anderen auf sich aufmerksam zu machen, oder MUSS er es von selbst werden, damit sein Interesse echt ist? Ich habe absolut keinen Plan, wie ich mich hier verhalten soll.

Muß ich etwas tun, um aus der Masse herauszustechen, um andere aufmerksam zu machen? Aber wie geht es dann all denen, die ihr Leben lang mittelmäßig bleiben, bleiben die dann für immer alleine? Das kann ich nicht glauben. Und wenn man etwas tut, woher weiß man dann, daß der andere sich für einen selbst interessiert und nicht für die Tat?

Es heißt: das beste Mittel, andere für sich zu interessieren, ist, sich für sie zu interessieren. Das funktioniert aber nicht, ich habe es schon mehrfach erlebt. Liebe erzeugt nicht automatisch Gegenliebe, Interesse erzeugt nicht automatisch Gegeninteresse. Man muß auch hart die Grenze beachten, ab der man dem anderen lästig und aufdringlich werden könnte. Ich habe da kein Gespür dafür, besonders wenn der andere sich ausschweigt.

Einmal war ich sehr verliebt und habe dem anderen ununterbrochen zur Verfügung gestanden, immer für ihn da, mein ganzes Denken hatte sich auf ihn ausgerichtet. Das war wahrscheinlich ein Fehler. Er hat nicht darüber geredet, war dann nur mit einer anderen weg. Ich kanns also nur vermuten, daß es das war.

Trotz all der Geschichten, in denen Frauen ihren Mann bekamen, indem sie ihm nur lange genug nachliefen (Linda McCartney z.B.), habe ich mich also seither auf einen einzelnen Satz beschränkt, der ausgedrückt hat, daß ich Interesse am anderen habe. Mehr nicht. Und dabei bin ich noch gut, wenn ich überhaupt meine Willensäußerung von mir gegeben habe, lange Zeit konnte ich nichtmal das aufgrund extremer Schüchternheit. Aber es kam auch nichts zurück.

Muß ich aggressiver sein? Oder mich im Gegenzug erst recht rar machen und nichts mehr von mir hören lassen? Oder wie oder was? Ich hasse Strategien, aber irgendwas muß ich doch grundlegend falsch machen, aber was? Rede ich über mich, hört mir kaum jemand zu und geht auch nicht auf das ein, was ich gesagt habe. Rede ich nicht, fragt mich auch niemand. Interesse kann man nicht erzwingen, andererseits kann der andere, ohne einen auch nur einmal gesehen zu haben, auch nicht sagen, ich habe kein Interesse an dir, denn er kennt mich ja gar nicht. Es sei denn, er hat Vorurteile wegen Alter und so, aber das nehme ich mal aus.

Es ist mir in letzter Zeit 3x passiert. Nr. 1 hat sich abgemeldet, Nr. 2 hat kein Interesse bekundet, Nr. 3 ist ein Kunde, der schrieb, er hätte gerade viel zu tun. Kann ja sein, aber warum gerade da, als ich schrieb, ich bin nicht 22, wie er dachte (er ist 47), sondern ich bin 45? Kann alles sein, aber ich möchte nicht mehr warten und mir das Hirn zermartern, sondern zu Potte kommen. Aufdringlichkeit ist nicht gerade meine Stärke und ich mag das auch nicht (bei meiner Exliebe war mein Hirn ausgeschaltet gewesen, sonst wäre ich dem nicht nachgerannt).

Mache ich irgendwas grundlegend falsch? Oder ist das alles Kukuloris und das, was sich finden soll, findet sich auch trotz aller falschen und ausgelassenen Verhaltensweisen?

27.03.2011 09:13 • 17.04.2011 #1


42 Antworten ↓


Zitat von Eloise1965:
Hallo und guten Tag, ich stelle die Frage mal so rein interessehalber, denn bisher hat das, was ich tat, nicht funktioniert. Sowohl, wenn ich bewußt jemand kennenlernen wollte, als auch dann, wenn ich mich einfach nur für den anderen interessiert habe ohne weiter Absichten.

Die Frage geht schon beim Grundlegenden los: sollte man überhaupt etwas in der Hinsicht machen, um den anderen auf sich aufmerksam zu machen, oder MUSS er es von selbst werden, damit sein Interesse echt ist? Ich habe absolut keinen Plan, wie ich mich hier verhalten soll.

Also ich denke man sollte schon auf sich aufmerksam machen und Interesse zeigen, was wenn die andere Person schüchtern ist und nicht von selbst zeigt das er auch Interesse hat?das kann man auch sehr gut ohne aufdringlich zu sein oder sich zu blamieren.

Muß ich etwas tun, um aus der Masse herauszustechen, um andere aufmerksam zu machen? Aber wie geht es dann all denen, die ihr Leben lang mittelmäßig bleiben, bleiben die dann für immer alleine? Das kann ich nicht glauben. Und wenn man etwas tut, woher weiß man dann, daß der andere sich für einen selbst interessiert und nicht für die Tat?

Aus der Masse rausstechen muss man gar nicht, zumindestens nicht mit irgendetwas was man gar nicht ist, sondern nur vorspielt, wenn der andere Interesse hat, hat er diese an Dir als Person und ist neugierig darauf Dich kennenzulernen.

Es heißt: das beste Mittel, andere für sich zu interessieren, ist, sich für sie zu interessieren.

Das denke ich auch

Das funktioniert aber nicht, ich habe es schon mehrfach erlebt. Liebe erzeugt nicht automatisch Gegenliebe, Interesse erzeugt nicht automatisch Gegeninteresse. Man muß auch hart die Grenze beachten, ab der man dem anderen lästig und aufdringlich werden könnte. Ich habe da kein Gespür dafür, besonders wenn der andere sich ausschweigt.

Wenn ich jemanden Verliebtsein anzeige, heisst es ja nicht gleich das der andere auch in mich verliebt sein muss, es heisst ja nicht gleich weil er keine Partnerschaft mit mir will, dass er mich nicht auch als Freund mag.Manchesmal ergibt sich ja Liebe auch aus einer Freundschaft.

Einmal war ich sehr verliebt und habe dem anderen ununterbrochen zur Verfügung gestanden, immer für ihn da, mein ganzes Denken hatte sich auf ihn ausgerichtet. Das war wahrscheinlich ein Fehler. Er hat nicht darüber geredet, war dann nur mit einer anderen weg. Ich kanns also nur vermuten, daß es das war.


Man muss nicht immer zur Verfügung stehen, einfach Grenzen abstecken und anzeigen, nicht nur an den anderen denken, sonder auch an sich selbst, wenn es Dir gut geht, dann merkt es auch dein Gegenüber und er fühlt sich warscheinlich in Deiner Gegenwart sehr wohl..Durch ein Gespräch orientieren was er eigentlich von der Partnerschaft erwartet

Trotz all der Geschichten, in denen Frauen ihren Mann bekamen, indem sie ihm nur lange genug nachliefen (Linda McCartney z.B.), habe ich mich also seither auf einen einzelnen Satz beschränkt, der ausgedrückt hat, daß ich Interesse am anderen habe. Mehr nicht. Und dabei bin ich noch gut, wenn ich überhaupt meine Willensäußerung von mir gegeben habe, lange Zeit konnte ich nichtmal das aufgrund extremer Schüchternheit. Aber es kam auch nichts zurück.

Wenn du dem anderen nicht sagst was Du willst oder erartest, kann er es nicht wissen, zeig es ihm

Muß ich aggressiver sein? Oder mich im Gegenzug erst recht rar machen und nichts mehr von mir hören lassen? Oder wie oder was? Ich hasse Strategien, aber irgendwas muß ich doch grundlegend falsch machen, aber was? Rede ich über mich, hört mir kaum jemand zu und geht auch nicht auf das ein, was ich gesagt habe. Rede ich nicht, fragt mich auch niemand. Interesse kann man nicht erzwingen, andererseits kann der andere, ohne einen auch nur einmal gesehen zu haben, auch nicht sagen, ich habe kein Interesse an dir, denn er kennt mich ja gar nicht. Es sei denn, er hat Vorurteile wegen Alter und so, aber das nehme ich mal aus.

Auf Druck kann man keine Partnerschaft oder Liebe erzwingen, Strategien halte ich auch nicht für sinnvoll. Vielleicht hast Du das falsche Thema gewählt, oder Du denkst nur es hört Dir keiner zu?

Es ist mir in letzter Zeit 3x passiert. Nr. 1 hat sich abgemeldet, Nr. 2 hat kein Interesse bekundet, Nr. 3 ist ein Kunde, der schrieb, er hätte gerade viel zu tun. Kann ja sein, aber warum gerade da, als ich schrieb, ich bin nicht 22, wie er dachte (er ist 47), sondern ich bin 45? Kann alles sein, aber ich möchte nicht mehr warten und mir das Hirn zermartern, sondern zu Potte kommen. Aufdringlichkeit ist nicht gerade meine Stärke und ich mag das auch nicht (bei meiner Exliebe war mein Hirn ausgeschaltet gewesen, sonst wäre ich dem nicht nachgerannt).

Möglicherweise kommt auch dazu das Du eben zu Potte kommen willst und Du dir selber Druck machst?Ich glaube der zukünftige Herzenspartner spürt den Druck dann auch, das wird diesem dann zuviel und er flüchtet?

Mache ich irgendwas grundlegend falsch? Oder ist das alles Kukuloris und das, was sich finden soll, findet sich auch trotz aller falschen und ausgelassenen Verhaltensweisen?



Ob Du was falsch machst, kann ich nicht beurteilen, dass spürst Du selber und wenn Du Dir selber den Zwang unbedingt einen Partner zu finden ablegst, wird es sicherlich leichter sein.
Auf alle Fälle wünsche ich Dir viel Glück bei der Suche nach dem Richtigen

27.03.2011 11:07 • #2



Wie interessiert man andere für sich?

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elster
Vielleicht gehst du an die ganze Kontaktaufnahme zu logisch, zu sehr mit dem Kopf ran. Du tust dies und das, bekommst dafür dies und jenes zurück ... klingt methodisch, abgeklärt, weniger emotional. Ich denke nicht, dass man Interesse bei anderen an-und ausknipsen kann, es baut sich auf, manchmal über einen längeren Zeitraum erst. Oft sind es gerade die Leute, mit denen man auf den ersten Blick gar nichts anfangen kann, die einem später ans Herz wachsen. Bist du im Allgemeinen bei Kontakten oder zwischenmenschlichen Beziehungen eher kühl und kalkulierend ? Eigentlich gibt es dabei ja kein `richtig` oder `falsch`, keine Liste, die man nach gewissen Prinzipien abhakt, kein Zeitfenster...Kontakte entstehen einfach, auch schon wenn man nun nur eigenen Interessen verfolgt und dabei auf Gleichgesinnte trifft, denke ich.

27.03.2011 11:48 • #3


Ich bezweifel, dass es darum geht in einer Sache, die man tut der Beste zu sein, um das Interesse bei anderen zu wecken. Begeisterung, Hingabe und Leidenschaft an einer Sache, das weckt Aufmerksamkeit bei anderen. Für mich z.b. ist es einfach ein Freude jemanden bei etwas zuzusehen, was ihm offensichtlich viel Freude macht, egal wie gut er dabei ist. Da kommt man auch gerne mit dieser Person ins Gespräch, wenn man die gleichen Interessen hat. Das reißt mit, da will man mitmachen

Und hier liegt meiner Meinung nach das Problem. Ich habe viele Jahre lang irgendwelche Aktivitäten halbherzig versucht, um jemanden kennenzulernen, ohne dass mir die Aktivität großartig Freude bereitet hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass das die Außenwelt mitbekommt, und wenig Interesse hat herauszufinden, warum ich etwas mache, dass mir anscheinend wenig Freude macht. Wer will denn einen Menschen kennen lernen, der keine Freude bei dem hat, was er in seiner Freizeit tut?
Wie ist das bei dir? Hast du versucht andere kennen zu lernen, indem du irgendwas mit wenig Lust und Hingabe gemacht hast, in der Hoffnung dort jemanden kennen zu lernen?

Möglicherweise musst du erstmal lernen ALLEINE deine Freizeit zu gestalten und herausfinden, welche Freizeitbeschäftigungen außerhalb von zu Hause dir Freude machen.
Wenn das gelingt, steigen die Chancen, dabei jemanden kennen zu lernen. Vielleicht auch den Partner an deiner Seite. Nur den Zeitpunkt kann man meiner Meinung nach nicht erzwingen, das braucht Geduld...

Aus Fremdem werden Bekannte, aus Bekannten werden Freunde und wenn es gut läuft, wird aus einem Freund der Partner fürs Leben. Dafür musst du Fremden erstmal einen Grund geben, warum sie dich kennen und später vielleicht lieben lernen wollen. Mach das, was dir Freude macht und hab Spaß dabei, auch alleine. Das muss man erstmal lernen, das ist schwer, das braucht Zeit...

... aber der Aufwand lohnt sich


Wie auch immer hilfreich die Zeilen für dich waren, ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg bei deiner Suche...

27.03.2011 13:50 • #4


Danke euch drei. Ja, ich gehe mit dem Verstand ran, weil auf mein Gefühl kein Verlaß mehr ist und ich zu sehr ausgenutzt wurde. Ich erkenne Falschheit nicht sehr gut und laß mich zu sehr einlullen. Es geht mir auch in erster Linie um Gleichgesinnte, Freunde. Nicht um Partnerschaft, da braucht man noch ein bißchen mehr Kraft zu, als ich derzeit besitze. Aus Freundschaft Liebe? Kann ich mir bei mir nicht vorstellen, das wäre ja, als ob ich meinen Bruder küsse.

Mit dem Zuhören kann auch sein, daß die Leute zwar zugehört haben, aber nicht geantwortet haben. Ist auch eine Möglichkeit, der Endeffekt ist jedoch der gleiche. Ich habe den Eindruck, auf einer Insel zu leben, in einer Seifenblase. Vielleicht ist meine Wahrnehmung falsch, kann auch sein. Der Endeffekt ist aber der gleiche. Druck habe ich jedoch nie gemacht, das ist nicht meine Art. Ich frage einmal, vielleicht noch zweimal, und kommt dann nichts, sehe ich das Schild: kein Interesse, und ziehe mich zurück. Nur einmal habe ich Druck gemacht, als meine Exliebe sich nicht äußern konnte, wie er zu mir steht. Er hätte ja auch sagen können, ich weiß es noch nicht, gib mir noch Zeit. Aber Schweigen finde ich extrem unhöflich, noch dazu bei Dingen, die für andere so wichtig sind. Ich habe hier Druck gemacht, um die Antwort zu bekommen. Nicht, um ihn zu bekommen, das ist ein Unterschied. Es kam weiter nur Schweigen und ich bin gegangen.

Hatte vorher ein bißchen mehr geschrieben, aber dann falsche Taste und alles war weg
Ich habe auch den Eindruck, wenn ich mir was ausdenke, passiert nichts, wenn ich aber so bin, wie ich bin, was ich eig. für besser halte, weil man dann von den Richtigen gefunden werden kann, passiert auch nichts, weil die, die zu mir passen, einfach zu selten in freier Laufbahn vorkommen. Im Moment macht mir nichts Freude, ich bin auch in einer problematischen Lebenssituation, jahrelang arbeitslos, bald vielleicht auch noch obdachlos, daß ich meinen Hobbies derzeit gar nicht frönen kann und den Kopf nicht frei habe. Ich löse derzeit meinen Haushalt auf, so daß ich den nächsten Umzug allein fahren kann. Es ist, als ob sich mein Leben Stück für Stück auflöst. Das ist auch nicht gerade attraktiv für andere, in solchen Umständen zu stecken, habe ich festgestellt. Dabei bin ich der gleiche Mensch wie vorher und kann ebensogut anderen helfen, was ich auch tue. Nur wieso ist von denen keiner für mich da, wenn ich Hilfe brauche? Ich suche wie gesagt in erster Linie einen funktionierenden Austausch mit Freunden.

27.03.2011 14:07 • #5


elster
Meiner Erfahrung nach findet man auch die Menschen, die zu einem passen, erst dann, wenn man aufhört danach zu suchen. Wenn man endlich irgendwo akzeptiert, dass es nicht DIE perfekte Konstellation geben wird. Natürlich sind es Rückschläge, wenn es im Leben mal gerade nicht so gut läuft. Für viele Dinge im Leben ist es eben notwendig, finanzkräftig zu sein, habe ich auch leider realisieren müssen. Vor allem, wenn es darum geht, Freundschaften aufzubauen. Da ich auch aus persönlichen Gründen kaum Geld habe ( ich bin meinem Exmann unterhaltspflichtig ), kann ich wenig investieren in aufkommende Freundschaften. Ich kann selten spontan sein, muss immer einen gewissen Vorlauf haben d.h. wenn jemand am Wochenende mit mir ins Kino will, muss ich es frühzeitig wissen, damit ich mir zu dem Zweck die Woche über Geld einsparen kann. Größere Geschichten - Theaterbesuche etc - fallen komplett weg, einfach definitiv zu teuer. Und nach einer Weile wird man dann eben auch nicht merh gefragt, weil man ja bekanntlich eh NEIN sagt. Da schwindet eben das Interesse an mir schon im Vorfeld, nicht weil ich unsympathisch oder so wäre, sondern weil ich mir eben die meisten Freundschaften nicht leisten kann, rein aus finanziellen Gründen. Was ich aber nun nicht persönlich nehme. Und das solltest du auch nicht. Geld gilt viel in dieser Welt, aber man ist noch lange kein uninteressanter Mensch, nur weil man in dem Bereich nicht mithalten kann. Wer mich langewilig findet, nur weil ich kein Geld für Freizeitunternehmungen habe, ist halt ein oberflächlicher Mensch. Hattest du denn freundschaftliche Kontakte, die positiv waren ? Was sind denn deine Interessen, wenn die so schwer bei anderen zu finden sind ? Waren deine Erfahrungen durchweg negativ. Warst du mal bei einer Beratungstelle o.ä. die dir in deiner Situation - drohende Obdachlosigkeit - helfen könnte ?

27.03.2011 14:35 • #6


Das tut mir leid, liebe elster, dem Ex unterhaltspflichtig und bei dir fehlt es dann überall? Wie kann das Gesetz sowas zulassen. Naja, die Gesetze spiegeln auch nicht immer Recht wider, aber das ist eine andere Sache. Bin auch geschieden und darf ein paar Rentenpunkte an meinen Ex abdrücken, aber wir haben von vornherein den gegenseitigen Unterhalt ausgeschlossen, es sind bei uns auch keine Kinder im Spiel, da ging das. Das kommt ja noch hinzu, daß man ohne Geld sehr viel weniger Möglichkeiten hat, Kontakte zu knüpfen. Wie du schon sagtest. Schon allein die Tel.- und Internetflatrate hatte mich 35 E gekostet, jetzt hab ich nur Stick und Handy, also absolutes Notprogramm, aber komme mit 20 E im Monat hin. Aber ich mache keine unnötigen - und damit kontaktbringenden - Anrufe, da Minutenabrechnung, sondern nur kurz Behörden etc., Internet-Geschwindigkeit ist analog und oft gehts gar nicht, wenn zuviele online sind.

Man könnte sich jemand suchen, mit dem man zusammen z.B. jeden Tag laufen geht. Hab ich versucht, Aushang im Sportstudio, erst eine ganze Weile gar nichts, dann eine Meldung. Es waren genau 2 Treffen, dann hatte die Dame keine Zeit mehr. Die anderen schaffen das doch auch, Kontakte zu knüpfen, oder sagen die das bloß nicht, wenns auch so daneben geht? Oder sind die anderen mit oberflächlichen Gesprächen zufrieden, die kein wirkliches Interesse am anderen bekunden?

Doch, ich hatte Freunde, es wurden aber immer weniger und es kam nichts Neues dazu. Einer ging weg, der hatte eine Freundin gefunden, ein zweiter dasselbe, langjährige Freundin hat mich um 900 E erleichtert, damit habe ich ihren Mann aus dem Knast ausgelöst und es nicht zurückbekommen. Es kamen über den Tauschring ein Freund dazu, der starb an Krebs. Der einzige aus dem Tauschring, der in den letzten Jahren von uns ging. Ausgerechnet mein Freund. Aber für ihn war es besser so. Ich habe mich in letzter Zeit auch nicht mehr intensiv mit der Suche nach Menschen befaßt, da ich mit mir selbst genug zu tun habe und laufend umgezogen war, wo ich im Vorfeld schon wußte: da bleib ich nicht lange, da brauch ich mir niemanden zu suchen. Vielleicht hätte ich trotzdem Kontakte aufbauen sollen, weiß ich nicht. Ich hatte ein Zimmer zur Untermiete, nichts Eigenes hier in Berlinnähe gefunden, was das Amt zahlt, hier ist alles sehr teuer und die Sätze des Amtes sind wie die an der Grenze nach Polen. Wo die Mieten aber deutlich billiger sind. Mein Vermieter wurde nach meinem Einzug arbeitslos, hat dann einen Job in der Schweiz gefunden und das Haus verkauft. Und da wir gemeinsame Badbenutzung hatten, mußte ich raus. Habe wieder nichts gefunden, was das Amt zahlt, habe also den Umzug mit 560 E selbst bezahlt und bin in ein Notlager ohne Bad gezogen, das Amt hat es abgelehnt. Und ich sehe das nicht ein, die Miete aus dem Regelsatz zu bezahlen. Geht ja auch gar nicht. Zur Not gehe ich raus und nehme mir nur ein Lager irgendwo. Meine Anwältin ist schon dran an dem Fall, ich werde aber nochmal zum Arbeitslosenverband gehen.

Hobbies, ja ich bin 60er-Jahre-Fan, mag den Zeitgeist, die Filme, die Musik, mache auch selber Musik am Keyboard, liebe die Freiheit, mag keine Zwänge jeder Art, reise gerne und führe gern tiefe Gespräche über Gott und die Welt und dieses und jenes Leben, dem Sinn des Ganzen usw. Wenn Wohnmobile nicht so teuer wären, ich würde ganz in eins übersiedeln, da hab ich keine Nachbarn mehr und bin flexibel, heute hier und morgen da, das gefällt mir. Und selbst?

27.03.2011 18:26 • #7


elster
Ich denke, dass mangelndes Geld nicht unbedingt bedeute, dass man auf ewig alleine und einsam bleiben muss. Es fallen nur im Vorfeld schon einige Kontakte weg, da man nicht mithalten kann. In einem gewissen Alter ist es eben schwierig. Leute in meinem Alter sind für gewöhnlich materiell versorgt, für die meisten meiner Bekannten gehören Theaterbesuche, Essengehen, Kurzreisen usw eben zum normalen Standart. Manchmal ist es seltsam, was man für Ratschläge bekommt. Als mein Schwager heiratet, frage ich eine Bekannte nach einer Geschenkidee, sie meinte : Schenk den beiden doch einen Wochenendtripp und Karten für ein schönes Musical. Ja, nette Idee, darüber freut man sich und mich würde es meinen Monatslohn kosten, wenn das überhaupt reichen würde . Mittlerweile lache ich ungläubig über solche Ideen. Seit gut zehn Jahren bin ich unterhaltspflichtig und mein Ex- der eine Krankheit vorschiebt, die man ihm nicht medizinisch widerlegen kann ( ich weiss, dass er lügt, er hat es mich erzählt ) - wird es auch dabei belassen, er hasst mich immer noch, weil ich ihn damals verlassen hab.
Ich hab also nur den Selbstbehalt, der mit laut Gesetz zusteht. Womit ich in der Sackgasse bin. Ich kann und will ja arbeiten ... ich bekäme jede Menge Arbeit ( mache Behindertenpflege, die geben mit jederzeit eine Vollzeitstelle in dem Bereich ), aber ich hätte ja nichts von. Körperlich schwere und unangenehme Arbeit wäre das, aber es wäre mir egal von der Tätigkeit her. Wenn ich denn meine persönliche Lage damit verbessern könnte. Kann ich ja nicht, das Geld würde postwendend an ihn gehen.
So altruistisch bin ich eben nicht. Ich hab halt meinen Lebensstandart runtergeschraubt, von einem 150 Quadratmeter Haus zu einer knapp 50 Quadratmeter Wohnung, die wir uns zu zweit teilen. Mehr ist nicht drin. Interessen hab ich keine teuren mehr, ich lese
( Bücherei ), bin kreativ ( ohne auf Ausstellungen oder Vernissagen zu gehen ) und hab einen sehr kleinen Freundeskreis. Gibt da Menschen, die meine Lage verstehen ( die Bekannte, die gerne mit mir in diese Independentkinofilme geht, schenkt mir zum Geburtstag immer Kinogutscheine, damit wir dies auch gemeinsam unternehmen können ) und es gibt eben Menschen, die dann wieder aus meinem Leben verschwinden, weil ich nicht mitziehen kann. Ist aber kein Grund, mich schlecht zu fühlen.
Was ich vermisse, sind tiefgründige Gespräche, aber das liegt an den Menschen an sich, nicht jeder ist zu Einsichten fähig oder ein guter Gesprächstpartner, der mehr als oberflächlichen Mist zu bieten hat. Mich interessieren keine materiellen Kriterien, nur der Mensch an sich. Naturgemäß ist mein Radius da kleiner. Gute Freunde sind Mangelware heutzutage. Vielleicht solltest du erst einmal dein Leben neu arrangieren. Die Anwaltsgeschichte durchziehen, kämpfen, handeln. Eben schauen, was zu machen ist momentan. Vielleicht neu anfangen, wo anders ( bin auch 400 km weit weggezogen ) und dich selber neu erfinden, Spaß haben, wie auch immer. Weg kommen von trüben Gedanken. Den Dingen eben ihre Zeit zustehen. Bist du im Moment ganz alleine mit deinem Kummer ?

28.03.2011 06:55 • #8


Hallo liebe elster,

und bei deinem Ex-Mann kann man nichts nachweisen? Wie geht DAS denn, daß er damit durchkommt? Ich fass es ja nicht. Du meinst, Theater, Kurzreisen etc. sind heute in weiten Kreisen Standard? Dann habe ich nie in meinem Leben auch nur den Standard erreicht. Bin tatsächlich allein, aber je mehr man sich auf sich selbst verläßt und weniger auf die anderen, umso besser klappt es. Also einen Wochenendtrip solltest du schenken. Nett, nett. Der Ratgeber war wohl nicht im Bilde über deinen Lohn... oder sehr unaufmerksam. Andererseits, stell mal die Freude der anderen über das x. Geschenk deiner Ausgabe (ein Monatslohn weg) gegenüber, was wiegt mehr? Man ist gezwungen, sich die anderen *verzeihung* am Buckel runterrutschen zu lassen, wenn man nicht mithalten kann oder will. Bei mir ist es eher eine Frage des Wollens. Ich könnte denen schon ihren Trip spendieren, aber ich sehe das nicht ein, aus meinem mühsam Gesparten die Höhe eines Moatssatzes zu nehmen, wovon ich eig. 30 Tage lang leben sollte. Ich sehe das ebenso nicht ein, die Miete aus meinem Ersparten zu nehmen, weil das Amt nicht aus dem Ar. kommt und bei Notfällen sehr unflexibel ist. Lieber schlafe ich im Auto. Punkt.

Wie hoch ist denn der Selbstbehalt? Ich bekomme bald den GVZ und wollte mal fragen. Waren das nicht 900 nochwas E? Aber wie können die dann von ALG2-Empfängern den Offenbarungseid abpressen? Um ALG2 überhaupt erstmal zu kriegen, MUSS man sich ja schon nackig gemacht haben.

Mit den Jobs, das ist hier ähnlich. Ich könnte auch arbeiten bei der DHL, für 6,65 brutto, Teilzeit. Leider würde ich dabei noch draufzahlen, wenn ich den Job für den Lohn annehme, d.h. ich hätte keinen Cent mehr als ALG2, dazu aber noch die Fahrkosten und Verschleiß des Autos. Und wäre weiter auf dem Amt und von denen abhängig. Ich belasse es solange bei meinem 100-E-Job, bis ich was Richtiges habe. An weit wegziehen denke ich jeden Tag Nur wohin? Bei mir gings so: eigenes Haus mit dem Ex zusammen - dann mehrere Wohnungen - 80 qm - 60 qm - 29 qm. Es kann ja nicht so weitergehen, daß es immer schlechter wird. Vor allem deshalb nicht, weil bei immer kleineren Wohnungen die Nachbarn immer dichter an einem dran sind und ich immer geräuschempfindlicher werde und wenn ich ausflippe, wenns mal wieder andauernd irgendwo bumst, hat natürlich keiner Verständnis. Das ist ganz normal. Die denken anders und sind stabil und deshalb MUSS ich hier baldmöglichst wieder raus. Ich suche nach einem bewohnbaren günstigen Haus. Eine andere Möglichkeit sehe ich für mich nicht mehr, es geht ums *beep* Überleben. schei. auf die Folgekosten, aber endlich R-U-H-E. Das ist mir noch wichtiger als tiefe Gespräche, ich bin ein schlechter Gesprächspartner, wenn ich mich zwischendurch nicht immer erholen kann. Und hoffe dann vor Ort einen Job zu finden.

Mit Pflege kommst du überall unter. Ich kann das nicht, ich habs mal 4 Wochen gemacht, ständig mit dem Team zusammen arbeiten, und den Patienten gegen ihren Willen Essen einflößen etc. Ist nichts für mich. Ich bewundere die Leute, die das machen, noch dazu für schlechtes Geld. Ja, es gibt immer mehr Alte und Kranke, die aussortiert werden, in unserer Gesellschaft. In anderen Kultiren werden gerade die Alten verehrt, so sollte es auch sein. Niemand sollte krank und einsam sterben müssen.

Mit dem Kämpfen, das ist so eine Sache. Wenn irgendwas absolut nicht vorwärts gehen will, kann das auch heißen, man ist auf dem falschen Weg. Nur wie erkennt man das, bevor man jede Menge Energie in die falsche Sache gesteckt hat? Ich kämpfe jetzt hier nicht mehr, ich suche keine Wohnung mehr, denn im Grunde genommen will ich das gar nicht mehr - wieder irgendwo zur Miete wohnen, es wird nie die Mietwohnung geben, in der ich Ruhe habe. (( Ich lass es jetzt auf mich zukommen. Mache noch ebay, um noch was loszuwerden, und ansonsten abwarten. Wenn der 1. kommt, kann ich erstmal keine Miete mehr bezahlen, wenn das Amt mir nur den Regelsatz überweist.

28.03.2011 09:24 • #9


Zitat von elster:
Oft sind es gerade die Leute, mit denen man auf den ersten Blick gar nichts anfangen kann, die einem später ans Herz wachsen.


Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht. Es gibt aber viele Leute, die strikt behaupten, sie wüssten schon nach wenigen Minuten, ob sie mit jemandem gut klar kämen oder nicht. Mir hingegen ist es immer wieder so ergangen, dass ich erst nach Wochen oder Monaten den Wert mancher Menschen erkannt habe - zu einer Zeit also, zu der viele andere schon längst jegliches Interesse verloren hätten.

Trotzdem ergeht es mir leider auch so ähnlich wie der Threaderstellerin. Mir gelingt es nur selten, das Interesse anderer an mir zu wecken. Jüngstes Beispiel: ich habe mich mit jemandem getroffen, der eigentlich ähnliche Hobbys und Interessen hatte - normalerweise eine gute Voraussetzung für ein interessantes Erstgespräch. Aber irgendwie klappte das gar nicht. Der andere saß immer nur da, kuckte gelangweilt zur Seite und trommelte mit seinen Fingern auf dem Tisch herum. Jeglicher Gesprächsanreiz musste von mir kommen, trotzdem versiegte jedes neu angesprochene Thema innerhalb weniger Halbsätze wieder im Schweigen, Ins-Leere-Kucken und Fingertrommeln. Ich fand das Treffen unglaublich anstrengend und letztlich auch deprimierend, weil ich das Gefühl hatte, ein tödlicher Langweiler zu sein...

So ähnliche Erlebnisse habe ich leider immer wieder, und allmählich verliere ich den Mut, neue Menschen kennenzulernen, da ich ja anscheinend die Wirkung einer Schlaftablette habe. Und genau das verstehe ich nicht ganz, da ich mein Leben sehr abwechslungsreich gestalte, und man könnte eigentlich viele Dinge mit mir zusammen unternehmen. Aber offensichtlich will das keiner...

28.03.2011 10:26 • #10


elster
Solitario, es ist nicht immer so, dass gleiche Interessen und Veranlagerungen auch automatisch die Basis für eine aufkeimende Freundschaft sind. Da fehlt halt noch der menschliche Faktor, den Draht, den man eben zueinander hat oder nicht. Hatte auch mal eine Frau kennengelernt, mit der mich rein interessenmäßig viel verband, auch hatte sie Erfahrungen in allen möglichen Bereichen, wir schrieben und telefonierten eine Weile ( ich war damals neu in der Stadt und auf Freundesuche ) und dann trafen wir uns auf einen Kaffee, zum quatschen. Und es war ernüchternd, weil kein Funke übersprang, gewissermaßen. Es gab ein Gespräch, das war nicht das Problem, wir waren drei Stunden unterwegs und redeten, aber ich empfand es einfach nur als anstrengend. Mehr sogar, ich war von ihr und ihrer Art zu reden und zu denken meilenweit entfernt, da war soviel, was wir gemeinsam hatten, dennoch machte sich bei mir eine unglaubliche Langeweile breit. Da war nichts Lockeres, nichts, worauf man eine Freundschaft aufbauen konnte. Wir hatten schlichtweg ein paar gemeinsamen Eigenschaften, auf Grund deren wir ins Gespräch kamen, mehr Verbindungspunkte gab es eben nicht, der magische Funke Freundschaft sprang halt nicht über, weil es halt nicht gepaßt hat.
Aber das ist noch lange kein Grund, an der eigenen sozialen Kompetenz zu zweifeln, wenn man menschlich nicht harmoniert - und sowas findet man auch recht schnell raus - hilft kein zwanghaftes Zusammenhocken. Du bist also nicht langweilig und es gibt keinen Grund, entmutigt zu sein, es sollte nun eben mit dieser einen Person nicht sein. Wenn du ehrlich zu dir bist, war auch auf deiner Seite kein Draht da und keine gemeinsame Grundlage. Also unter Versuch verbuchen und weitermachen. Gemeinsame Interessen sind hilfreich, aber nicht immer verbindend.
Probier es einfach weiter, nur nicht persönlich nehmen, würde ich dir raten.

Gruss

28.03.2011 15:54 • #11


Solitario, das gibt es auch, daß man Leute *nicht gleich erkennt*. Ging mir mit einem ehemaligen Juniorchef so. Der hat mich laufend angefahren: Sprechen Sie hochdeutsch! Was ging mir das auf den Sack

Das mit der Schlaftablette glaube ich so nicht, daß das wirklich so ist. Es kann höchstens sein, daß du auf jemanden triffst, der mehr Action braucht. Ein anderer findet es wieder genau richtig, eine ruhige Person neben sich zu haben, die keinen Streß macht und nicht impulsiv ist (wenn das zutrifft). Da kann ich elster auch zustimmen. Aus dem Grund hatte ich mein letztes Zimmer bekommen, weil ich so ne Schlaftablette bin und die andere Bewerberin so impulsiv war

Gleiche Interessen bedeuten noch lange nicht eine Freundschaft, genau das habe ich nämlich auch lange gedacht und mich gewundert, daß die Leute kein Interesse haben, irgendwas zusammen zu machen, wo ich dachte, die müßten doch froh sein, wenn da jemand mit den gleichen Interessen ist. Ja man selbst denkt da vielleicht etwas anders. Das war ziemlich schmerzhaft zu erfahren. Wenn ich jetzt bei euch wohnen würde, würde ich einfach mal sagen, laßt uns doch mal einen Kaffee trinken gehen und ein bißchen quatschen oder so ähnlich, ohne jede Erwartung. Weil ich auch die Erfahrung gemacht habe, daß man wunderbar chatten und evtl. auch reden kann am Tel., aber wenn man sich dann sieht, kommt da eventuell gar nix rüber. Dann hat der andere oder man selber Macken, mit denen der andere nicht kann, die er aber vorher nicht sah. Deshalb - von vornherein ohne jede Erwartung. Und jetzt wäre die interessante Frage, würde das angenommen werden, die Einladung?

28.03.2011 16:14 • #12


elster
Eloise, soweit ich weiß gibt es einen Unterschied beim Sebstbehalt, wenn man arbeitet sind es 950 Euro, wenn man arbeitslos ist, nur 770 ( ?) Euro. Wenn ich alle Rechnungen bezahlt habe, bleibt mir trotz Job in etwas das Geld, dass man als Hartz IV Empfänger hätte. Damit sind große Sprünge nicht möglich. Mein Exmann hatte als Teenager einen Unfall ( wurde überfahren ) und daher viele Knochenbrüche, die mit Metall fixiert wurden. Er gibt an chronische Kopfschmerzen, Beinschmerzen und Wirbelsäulenprobleme zu haben. Um dies abzuklären wären Untersuchungen nötig, die man aber bei ihm wegen dem Metall im Körper nicht machen darf ( also MRT etc ). Hatte neulich ein MRT machen müssen ( bin aktuell krank, wegen Bandscheibenvorfall ) und mal nachgefragt. Geht wirklich nicht, ist erstens gefährlich und zweitend wären die Bilder nicht aussagekräftig. Also wird meinem Ex eben geglaubt und er gilt als nicht arbeitsfähig.
Ich finde schon, dass mangelndes Geld einen von diversen Dingen ausschließt, bin deswegen nicht verbittert, was hätte ich davon . Habe aber oft erlebt, dass die Leute da komisch reagieren. In meinem Job ( also Behindertenbetreuung nach den Maßstäben, die der Behinderte selber setzt, keine Zwangsbetreuung ) arbeiten viele nicht wegen des Geldes, sondern wegen der sozialen Komponente. Meist Frauen, die einen Nebenjob machen wollen, der sinnvoll und hilfreich für andere, die aber nicht unbedingt das Geld brauchen. Wenn wir z.b. Urlaubsbegleitungen machen, gab es gewisse Situationen, wo ich dann eben außen vor war. Beispielsweise in Hamburg, wo es hiess : Jetzt sind wir schon mal da, nun können wir uns doch auch den König der Löwen angucken, oder ?..na ja...eher nicht, denn die Karte für das Musical kostet 90 Euro und das ist genau das, was ich in einer Woche für ALLES habe, was ich brauche.
Es ist völlig legitim, zu jammern, dass man kein Geld hätte. Allgemein akzeptiert. Abr dann wirklich zu sagen, dass man kein Geld hat, da werden die Augen bei manchen Leuten wirklich groß. Vor allem bei der Sorte Frauen, die nie über Geld nachdenken mussten, weil der Ehemann ja immer für ein volles Konto sorgt. Wie sollten sie auch nachvollziehen können, dass es schwer ist, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, wenn kein Ehemann die Konten auffüllt. Ich bin diesen Leuten nicht böse, sie hatten es eben besser und waren nie darauf angewiesen, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Was sie aber auch unselbstständig und abhängig macht, für mich auch nicht gerade erstrebenswert. Ich kann zumindest mein Leben finanzieren und zwar aus eigener Kraft, darauf bin ich stolz. Wenn ich materiell nicht alles hab, egal, sei´s drumm.

Ich weiß, dass es schwer fällt zu kämpfen und immer weiterzumachen, wenn die Dinge sich nie zu ändern scheinen. Ist auch entmutigend und geht an die Substanz. Aber außer Kampf bleibt manchmal nicht, denn aufgeben ist auch keine Option. Du wurdest scheinbar sehr oft und sehr lange Zeit nur enttäuscht von anderen, Eloise ? Daher ist ein gewisser Rückzug auch legitim und verständlich. Aber warum soll es bei dir niemals funktionieren mit einer echten Freundschaft ? Menschen, denen du etwas bedeutest kann es trotzdem irgendwann geben. Gibt es auch positive Aspekte in deinem momentan Leben, etwas, was dir Freude macht, wo du ausspannen und Kraft schöpfen kannst ?
Gruss elster

28.03.2011 16:25 • #13


Das ist natürlich doof, das mit dem Ex. Wie weit er sich drauf ausruht, mußt du entscheiden. Aber es ändert ja nichts. Wo gibts denn das, daß Leute nur aus Spaß an der Freud arbeiten. Hier gibts das nicht, jedenfalls ist mir kein einziger Fall bekannt. Ist vielleicht auch ortsabhängig. Brandenburg ist ja immer noch armutsmäßig mit das Hinterste in Deutschland. Aber ich glaube, jammern kommt nie gut an. Egal, ob berechtigt oder nicht. Nur unterstellen viele einem Jammern, wo man lediglich die Fakten aufführt, ganz emotionslos. Na mir egal, es ist, wie es ist. Nur manchmal könnte ich wirklich kot... wie neulich, als ich Reifen wechseln war. Der junge Mechaniker um die 30 sagte, er wird später 2 Häuser erben, und seine Freundin bringt auch 2 Häuser sowie eine Eigentumswohnung mit ein. Alles geerbt. Er wird sich mit 50 zur Ruhe setzen. Was haben meine Alten zustande gebracht? 40 Jahre in ein und derselben Mietwohnung, jedes Jahr ein neues Auto, superteure Möbel (Schlafzimmerschrank für 5000 Euro *kreisch*), noch nichtmal Wissen und Zuneigung haben sie mir gegeben, und nachdem er gestorben war, stinkt sie nur so vor Geld. Witwenrente. Wir haben keinen Kontakt. Warum ist das so unterschiedlich, den einen wird alles in den Ar. geblasen und die anderen krauchen und krepeln und kommen zeitlebens auf keinen grünen Zweig. Diese Ungerechtigkeit stinkt mir. Was habe ich davon, mein Leben immer allein gemeistert zu haben, ohne Schulden, ohne Verbrechen und schonmal kurz vor der Obdachlosigkeit und da auch noch rausgekommen zu sein, 3 Firmen ohne Lohnzahlung überlebt zu haben etc.? Davon kann ich mir auch nichts kaufen. Das ist kein Jammern, das ist Wut! Nein, es gibt im Moment nichts, was mir Kraft gibt. Sogar meine Anwältin kann mir nicht helfen. Aber vielleicht muß das so sein, damit es irgendwann so schlimm ist, daß mir alles so schei. ist, daß ich hier noch mehr Dinge weggebe und dann rausgehe, egal wohin. Sonst halte ich zuviel fest, auch wenn ich es nicht brauche.

Eben kam die Nachbarin heim. Und hat wieder schön die Tür geknallt. Ich sitze 3 m entfernt von dieser Außentür, habe keine Zwischentür in meiner Wohnung, nur eine dünne Glastür. Hier fehlt nicht nur eine Tür in der Bude. Ich glaub, ich greif sie mir mal wieder bei Gelegenheit...

28.03.2011 21:42 • #14


elster
Hier ist es grundsätzlich auch nicht so, dass die Leute aus Vergnügen arbeiten . Ich jammere auch nicht wegen zuwenig Geld, aber einfach nur sagen, dass man keins hat ist eben legitim, beton man auf Nachfrage wirklich, dass es tatsächlich finanziell eng ist, dann ist dieser Menschenschlag schockiert und entsetzt. Ich find es eigentlich lustig. Die endlosen Abende, wo jeder immer jedem auf´s Brot schmiert, wo und wie der letzte Urlaub doch war. Und dieses abgehobene auf was verzichten, was man ja einsieht. Letzten Sommer sprach eine ärmere Kollegin darüber, dass sie sich die Zähne machen lassen müsste, aber kein Geld dafür habe, da kam : Wenn bei mir eine teure Zahnreparatur anstehen würd, dann würd ich eben verzichten und Geld einsparen, halt einmal weniger in Urlaub fahren im Jahr und dann die 5000 Euro dafür investieren - die Gesundheit geht doch vor! . Aber wie kann auch jemand kluge Ratschläge geben, wenn er nie persönlich gelitten hat ? Solche Leute lässt man halt reden, wenn bei ihnen mal eine Krise kommt, dannhaben sie nämlich keinen Schimmr, wie sie sowas meistern sollen und fallen in ein tiefes Loch.

29.03.2011 06:18 • #15


elster
Ich denke allerdings nicht, dass es umsonst ist, wenn man selber hart arbeitet im Leben und allerhand Mist ausbaden muss. Das sind alles Aufgaben, die man eben meistert, egal wie hart und ungerecht es erscheint. Ich hatte auch schon so viel davon in meinem Leben, bankrotte Arbeitgeber, Schulden von meinem Ex, musste immer um alles kämpfen, wofür andere nur die Hand ausstrecken mussten. Aber ich habe alles, was anstand, gemeistert. Und ich bin ein fähiger Mensch geworden, der in sich selber ruht und der seine Kraft aus der eigenen Stärke ziehen kann. Das sind die, die man sogar praktisch fragte ...welche Farbe soll denn der Zucker haben, denn wir dir in den A...
eben nicht. Ich kenne auch viele von der Sorte, solche Leute wie der junge Mechaniker, den du erwähnt hast. Hab so einen im Bekanntenkreis. Sah immer toll aus, fuhr immer mit Papas Porsche herum, fand die perfekte Frau aus noch reicherem Hause, lebte schon mit 25 in einer Eigentumswohnung, dann die perfekte Karriere ( irgendwas an der Uni ) und dann zum Zeitvertreib ein Pilotenschein. Mann muss sich ja was gönnen. Aber ? Wenn ER Probleme hat, kommt er zu uns. Seine Probleme sind lächerlich, aus meiner Sicht gesehen, ich brauch meist keine zwei Minuten, um ihm zu sagen, was er tun soll. Weil ich tausendfach komplizierteren schei. hinter mich gebracht habe.
Seine Luxusprobleme wiegen für ihn aber enorm schwer, er KENNT eben keine Schwierigkeiten, hatte ja nie welche. Kommt mit diffusen Angstgefühlen von wegen ich weiss nicht, ob ich das Richtige tue in meinem Leben.... Und neulich meinte er : Ich wär gern so wie du, so stark. Dich kann nie was erschüttern, egal welcher schei. auch kommt. Und ich war verblüfft...Supermann verneigt sich vor mir und meinen Erkenntnissen und meiner Lebenserfahrung ( dabei bin ich nur 2 Jahre älter).
Du musst auch lernen, dass dies alles, was dich nun nur noch Wut - verständliche Wut - fühlen läßt, auch dein persönliches Potential wachsen läßt. Soviel hast du gemeister und jeden anderen schei. gehst du mit der selben Konsequenz an ! Das ermüdet irgendwann und man fühlt sich nur noch leer. Aber dennoch gewinnst du an Stärke und das ist etwas, was die wenigsten Menschen vorweisen können. Hätte irgendwer von den Leuten, auf die du heut so wütend bist, denn geschafft, was du hast leisten müssen ? Die wären schon lange eingebrochen, aber du, du machst weiter, mit der Sehnsucht in dir, dass es irgendwann auch für dich gut laufen wird. Diese Kraft, die du hast ist mehr wert al alles Geld der Welt, du musst das auch mal von der Seite sehen. Nichts im Leben is wichtiger, als seinen Weg zu gehen ohne aufzugeben.
Lieben Gruß

29.03.2011 06:40 • #16


Bezüglich Unterkunft, Arbeit und Verdienst:

Es werden doch bei uns in Deutschland so viele Betreuer von alten Menschen in ihrem Zuhause gesucht. Dafür werden sogar viele ausländische Personen eingestellt, weil hier so ein Mangel herrscht. Wie wäre es, so etwas zu machen? Es ist oft anstrengend (aber nicht immer), v.a. weil man viel anwesend sein muss. Aber man hat einen Arbeitsvertrag und kann und sollte eine halbwegs geregelte Arbeitszeit vereinbaren. Und der Verdienst ist auf jeden Fall besser als 6,55 Brutto pro Stunde. In Brandenburg + Berlin z.B. ist der Satz für die ausländischen Kräfte 1.500 Euro brutto (evtl. sogar bei kostenloser Logis) bei einer knapp 40-Std.-Woche, macht rd. 9 Euro pro Stunde.

29.03.2011 08:50 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

elster
Ja, Gast B, das ist genau das, was ich beruflich mache, nur nicht mit alten Menschen sondern mit Behinderten. Ich arbeite im Haushalt der Person, die mich damals ausgesucht hat ( unsere Behinderte suchen sich die Personen selber aus, das Behindertenzentrum, bei dem ich angestellt bin, schickt immer nur die Auswahl vorbei, der Behinderte entscheidet dann selber ). Es ist eine Stelle im öffentlichen Dienst mit viel Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Und es gibt auch für ungelernte Kräfte in dem Bereich immer eine Stelle ( ich war früher im Büro ). Es ist teilweise körperlich schwer ( hab leider nach 9 Jahren da einen Bandscheibenvorfall, bin aber vorbelastet was die Gelenke angeht ), aber es ist kein schlechter Job. Wenn man sich dazu überwinden kann, viele können das nicht. Ich schlafe auch in den dortigen Haushalten, aber eben nur zweimal die Woche, hab also viel Freizeit. Und man lernt dabei viel über Menschen, denen es gesundheitlich schlechter geht als einem selber. Ich komm aktuell so gut mit meinem massiven Bandscheibenschaden klar, weil ich mir ins Gedächtnis rufe, wie froh diese Menschen wäre, wenn sie meine Schmerzen hätten, aber dann die Option, wieder laufen zu können noch da ist. Die haben die meisten dort nicht. Das gibt mir positive Impulse und meine Heilung geht erstaunlich schnell voran. Ich kenne jemanden mit dem selben Problem, derjenige hadert unglaublich mit dem Schicksal und macht kaum Fortschritte, im Gegensatz zu mir. Bei mir steht im Mai schon eine Berufsreha an und ich bin unglaublich froh, dass ich aus dem Beruf diese Stärke ziehen konnte. Ist auf jeden Fall für alle Arbeitssuchenden eine gute Möglichkeit und einen Versuch wert. Ist sicher in jedem Bundesland zu finden, so eine Stelle, da wird immer gesucht.

29.03.2011 13:50 • #18


Ich find's schön, dass du aus deiner Arbeit auch einen geistigen Gewinn ziehst.

29.03.2011 22:19 • #19


Alles Liebe und Gute für die Reha und viel Erfolg dabei wünsche ich dir. Bei dem Thread hier fiel mir ein, ich war ja gestern bei einem Bäcker und da war ein Stellenangebot und die nette Dame dort hat mir die Nummer des Chefs aufgeschrieben. Hätt ich fast vergessen Die wollen zurückrufen, na mal sehen, was geschieht. Obs genug ist, um weg vom Amt zu sein.
Leere und Kraft bedingen sich doch aber nicht, elster, bei mir nicht, da ist nur Leere und Wut, aber keine Kraft mehr. Schon lange lebe ich weit über meine energetischen Verhältnisse, bin sehr gereizt und empfindlich und manchmal denke ich, ich gehe zum Arzt und laß mir ein paar Happypills verschreiben, um nicht mehr permanent so überreizt zu sein, aber die machen wieder dick und man ist wie weggetreten. Bäcker hat angerufen, Di um 15 Uhr soll ich da sein mit ein paar Unterlagen, na da bin ich mal gespannt grusel grusel

30.03.2011 12:00 • #20



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Dr. Reinhard Pichler