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gritsonne

gritsonne

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Ich habe viel zu wenig Menschen um mich.
Ich kann dadurch fast nicht sprechen. Das sind pro Tag wirklich nur wenige Minuten.
Meine Mimik schläft ein.
Alles verlangsamt sich.
Es quält mich.
Lachen entspannt, sprechen auch, Interaktion fördert.
Wie geht das allein?
Qual zeigt sich nach außen ( Mimik, Haltung,Bewegung, Zynismus, Traurigkeit. ). Das schreckt Menschen ab.
Das ist ein Teufelskreis.
Ich möchte da heraus.
Ich weis nicht wie?
Wie bekomme ich das hin fröhlich und entspannt zu wirken ohne andere Menschen mit denen ich agieren kann?
Ich muss ehrlich sagen, ja 3 Gläser Wein und man wirkt schon viel entspannter.
Aber das ist nicht mein Ziel in eine Abhängigkeit zu kommen. Auch Medikamente sind nicht das Ziel.
Wäre ich Sängerin würde ich singen, das ist gut für die Mimik.
Ich bin hilflos.
Mein Ziel ist es trotz all der Qualen wenigstens nicht so zu erscheinen. Ich möchte nicht das mir das Jeder ansieht.

18.08.2019 11:21 • 22.08.2019 #1


7 Antworten ↓


Lottaluft

Lottaluft


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Du musst doch keine Sängerin sein um zu singen
Wenn du weißt das es gut für die Mimik und auch fürs Wohlbefinden ist dann mache es einfach
Kann den anderen ja egal sein wie es klingt
Das es dir dabei gut geht und dich unterstützt ist die Hauptsache

18.08.2019 11:28 • x 2 #2


Odd_Thomas


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Hi,

auf anderen Gebieten, etwa was die Autofahrkünste angeht, überschätzen sich sich viele Menschen.
Aber unsere sozialen Fähigkeiten sehen wir in einem weniger rosigen Licht.
Dabei sind die meisten passable Konversationspartner. Zu unseren größten Sorgen zählt jedoch, dass andere uns nicht mögen und unsere Unsicherheit bemerken.
Würde man das loswerden, hätte man ein gutes Stück Freiheit dazu gewonnen.

18.08.2019 13:38 • #3


Bernie1970


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Zitat von gritsonne:
Wie bekomme ich das hin fröhlich und entspannt zu wirken ohne andere Menschen mit denen ich agieren kann?
Ich muss ehrlich sagen, ja 3 Gläser Wein und man wirkt schon viel entspannter.


Hallo gritsonne,

nach drei Glaserl Wein mag man vielleicht auf andere entspannter wirken, aber wie fühlst Du Dich selber dabei? Verstehe ich Deinen Text so richtig: Du erhoffst Dir von einer positiven, entspannten Außenwirkung mehr Ansprache?

Ehrlich gesagt, sind "fröhliche" Menschen nicht unbedingt meine (!) erste Wahl, wenn es um Ansprechpartner geht. Zur Schau getragene Fröhlichkeit macht mich eher misstrauisch. Man muss kein Miesepeter sein, wenn man nicht ständig smart und happy durch die Straßen läuft. Jungen Leuten um die 20 J. lasse ich gerne ihre "Freude am Leben", theoretisch auch Älteren, aber die haben idR andere Ausdrucksformen dafür entwickelt, sollten sie noch viel Freude empfinden.

Wie wäre es denn mal mit schlichter "Zufriedenheit"? Das Kernwort "Friede" wurde bislang durch alle Gesellschaftsschichten und Altersklassen geschätzt. Auch wenn das vielen heute nicht mehr genügt - wenn ich am Ende des Lebens sagen kann: "Ich war zufrieden", dann gehöre ich aus meiner Sicht wahrlich zu den wenigen glücklichen Menschen.

Isolation hat sehr viel mit einem selber zu tun, das stimmt. Aber ich habe gelernt, dass es weniger auf die Wirkung meiner Person sondern eher darauf ankommt, ob MIR die ANDEREN wirklich am Herzen liegen. Magst Du die Menschen, wirst auch Du gemocht. Ein altes Kausalitätsprinzip, immer noch wirksam.

Und ja: Unbedingt singen! Mache ich oft, ohne jegliche Rücksicht....

18.08.2019 14:52 • x 1 #4


survivor3

survivor3


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Bist du denn koerperlich in Ordnung,so dass du an gemeinschaftlichen Aktivitaeten teilnehmen koenntest?

18.08.2019 15:04 • #5


gritsonne

gritsonne


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Danke, ja ich bin voll fit. Ich mache viel. Und auch allein. Sportstudio, Konzerte, sonstige Events, Trödelmarkt, baden fahren..., hab einen Garten in einem Verein, Selbsthilfegruppe Depressionen..... und auch Weihnachtsmarkt...allein, das ist Horror gewesen das 1. Mal. Ich mach alles und mehr wie Andere. ich suche Kontakt erlebe aber das Menschen die in ihrer rosa Welt leben , einen Partner haben oder Nachbarn einfach niemanden weiter brauchen. Ich hab erlebt das es nur die Menschen sind welche wissen wie sich das anfühlt auf einmal ohne zu sein welche genauso dankbar für neue Kontakte sind. In meiner Selbsthilfegruppe sind auch Leute welche sich nach Aussage allein füjhlen aber ohnmächtig Vorschläge nach Freizeitgestaltung anzunehmen.Da wird 14 tägig Kaffee getrunken und alle gehn nach Hause.
Ich jammere ja auch mag mancher denken aber ich will da raus.Und ein böser gequälter Blick stößt ab, das kommt falsch rüber.
Mein Problem ist bloß das das Alleinsein zu viel ist, zu viel des Guten. Ich bin gern mal allein, mal......
Ich versinke oft , auch draußen und bin völlig abwesend. Ich gehe ein, ich verkümmere ist mein Gefühl. Wenn mich jemand anspricht erschrecke ich.

18.08.2019 17:20 • #6


otherworldly

otherworldly


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Hallo gritsonne,
bist du berufstätig und wie geht es dir dort? Am Arbeitsplatz gibt es ja immer Themen, über die man mit den Arbeitskollegen /-kolleginnen reden kann oder muss. Wenn man nicht berufstätig ist, ist das natürlich schwieriger. Ich kann dich sehr gut verstehen, was das innerliche "Verkümmern" anbelangt. Es scheint eine Abwärtsspirale zu sein. Das Schlimmste ist glaub ich, in sich selbst zu versinken. Deshalb finde ich es sehr positiv, dass du so aktiv bist. Es gibt darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich um andere Menschen zu kümmern, die auch Hilfe brauchen, und von denen man viel zurück bekommmt, z.B. im Altenheim oder in der Kinderbetreuung....Sorry, wenn ich vielleicht das Grundproblem nicht wirklich erfasst habe. Ich kann jedoch mit dir fühlen......

20.08.2019 22:57 • #7


gritsonne

gritsonne


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hallo zum Abend, ich war immer berufstätig. Die letzten 8 Jahre hab ich mich gar nicht wohl gefühlt. Miniunternehmen mit Leuten die nicht zu mir passen und arbeiten wann sie wollen, jeder für sich, Freigeister. Ich will da jetzt nicht ausholen. Auf jeden Fall habe ich die letzten 5 Jahre allein gearbeitet, allein 2x2h Arbeitsweg / Tag bewältigt und zu Hause war ich auch allein. Kontakte Fehlanzeige da ich ja fast nur unterwegs war. Ich bin immer mehr krank geworden und damit beginnt der Teufelskreis. Ich hab die Reisleine gezogen und komme was wolle im Mai gekündigt. Dann war ich nur noch zu Hause oder beim Arzt usw. Ich bin rumgelaufen wie 90 oder musste schlafen, schon ganz apatisch. Wenn es einigermaßen ging hab ich mich gekümmert das es besser wird. Da holt dich niemand raus und untergehen will ich nicht.Nun hat sich gestern plötzlich ein Hoffnungsschimmer aufgetan. Ich habe ab Januar 20 die Zusage für einen neuen Job und der wird ganz anders sein. Ich werde wieder in einem Großbetrieb arbeiten und hab viele neue Leute um mich. Das ist für mich wie ein Geschenk. Da ergeben sich viele neue Möglichkeiten für Kontakte.
Du hast es richtig erkannt , es ist wie verkümmern. Zusätzlich stellt sich der Körper drauf ein und man bekommt alles mögliche an gefühlten Krankheiten.
Es ist unglaublich was ein Hoffnungsschimmer bzw. ein positiver Impuls macht. 24 h nach der Jobzusage hab ich keine Schmerzen mehr und tagsüber geschlafen hab ich heute auch nicht. Das ist wie wenn das Leben wieder kommt.
Danke für die Antwort das war ganz genau getroffen.Liebe Grüße
Am Montag unterziehe ich mich einer Hypnosebehandlung. Ich möchte wissen was das macht.

22.08.2019 20:08 • #8



Dr. Reinhard Pichler


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