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Hallo liebe Leserinnen und Leser,

seit etwa zwei Wochen darf ich mich Student nennen und bin eigentlich ganz froh, dass das so ist. Ich habe sehr hart für mein Abi und jetzt für das Studium kämpfen müssen. Komme aus "schlechten" Verhältnissen (Mutter ALG-2-Bezieher, Vater ins Ausland abgehauen, gesamte Familie zerstritten, der höchste Abschluss in meiner Familie ist mit Ausnahme von mir der qualifizierte Hauptschulabschluss) und bin daher auch recht orientierungslos im gesamten akademischen Betrieb. Meine Familie kann ich in dieser Hinsicht nicht um Rat bitten, denn fast alle halten mich für ein "Spinner" (Was? Du studierst noch in deinem Alter?). Wenn ich mich mal so richtig demotivieren will, dann suche ich das Gespräch mit meiner Mutter, für die meine Zukunft als arbeitsloser Akademiker schon feststeht, da die "Zeiten eh nur schlechter werden". Auch meine Cousins sind ziemlich überheblich, das sie ständig mir unter der Nase reiben, dass sie "nur" mit dem Hauptschulabschluss die Summe X verdienen. Dass das alles kurzgedachtes und blödes Zeugs ist, weiß ich zum Glück selbst. Dennoch tut es meinem (geringen) Selbstbewusstsein nicht gerade gut. Zusammengefasst: Ich bin auf meinem weiteren Weg vollkommen auf mich gestellt. (Daher bin ich dem Staat sehr zum Dank verpflichtet, dass es so etwas wie Bafög gibt. )

Zu meiner Person: Ich bin 25 Jahre und habe eine Ausbildung und war insgesamt 7 Jahren in einem relativ großen Unternehmen tätig. War sogar 1,5 Jahr Abteilungsleiter. Aus dieser Warte ist es für meine Familie sogar noch unverständlicher, warum ich gekündigt habe und mein Abi nachgeholt habe. Leider begleitet mich eine soziale Phobie seit meiner Jugend. Ich habe in meiner Freizeit nur wenig Kontakt zu anderen Menschen (auch wenn sich das in den letzten zwei Jahren stark gebessert hat), kann aber im beruflichen Kontext professionell und "phobielos" auftreten.

Mit dem Studium sollte der ganz große "Neubeginn" gewagt werden. Ich habe sehr naiv den Verheißungen des Studentenlebens geglaubt: Interessante Gespräche, fachlicher Austausch, gemeinsame Unternehmungen und eine irgendwie geartete intellektuelle Freiheit. Die ersten zwei Wochen haben mir aber deutlich gezeigt: Es war nur eine Illusion. Das Studium wird ein hartes Brot und das meine ich nicht nur bezogen auf die fachlichen Inhalte.

Zunächst muss ich erwähnen, dass in meinem Studiengang kaum ältere Personen zu finden sind. Nach meiner Einschätzung bin ich tatsächlich der Älteste. Die Leute sind größtenteils 18, teilweise auch 17 (!). Also sehr jung und kommen meist frisch von dem Gymnasium oder einer beruflichen Oberschule. Damit habe ich schon gerechnet, denn das ist einfach das typische Alter zum Studieren (wenn gleich ich gehofft hatte, dass ein paar Leute in meinem Alter dabei wären). Auch optisch unterscheide ich mich sehr. Während die Jungs echt alle schlanke Kerle sind, teilweise gestylt sind wie sonst was, bin ich eher etwas rundlicher und nun ja... nicht so in Modefragen kundig. Ich falle allein optisch schon auf . Das hat mich ehrlich gesagt schon beim ersten Tag etwas irritiert. Da ich etwas technisches studiere, habe ich mich schon auf den ein oder anderen Nerd gefreut. Ehrlich gesagt, machen die Jungs und Mädels eher den Eindruck als würde wir uns in der Disko befinden. Kurz: Das hat mich ganz schön eingeschüchtert. Dennoch war ich optimistisch und habe versucht so offen wie möglich zu sein.

Dann aber der zweite Schock: Am ersten Tag gab es schon Grüppchen, da die meisten sich schon aus dem Sommer-Vorkurs kannten. Und viele kamen auch von der selben Schule. Nach der ersten Einführungsveranstaltung haben sich schon Gruppen gebildet und ich stand allein da, und dachte nur wtf? o.O . Schon am ersten Tag war ich nur Luft. Vielleicht lag es an meiner eingeengten Wahrnehmung an dem Tag, aber ich hatte schon nach 2 Stunden das Gefühl total allein zu sein, während die anderen sich kannten. Hab allerdings meinen ganzen Mut zusammengenommen und die Jungs in den Gruppen angesprochen. Und da der nächste Schock: Die Leute sprachen in der einen Gruppe nur über Computergames oder irgendwelchen komischen Kartenspielen o.O . Ich konnte kein Wort mitreden. Bin dann auch eher gefrustet wieder der Gruppe gewichen. Hab dann einen anderen Typen angesprochen. Um irgendwie ein Gespräch mit den zu beginnen, habe ich halt gefragt, wie es heute weitergeht (Veranstaltungen usw.). Der Typ war leider total arrogant. Er gab mir eine Antwort,die war aber mit einer recht merkwürdigen Geste begleitet (herablassend, leicht lachend zu seinen Kumpels geguckt). Aus seinem Verhalten habe ich geschlossen, dass er mich für ein Vollpfosten hält. Nach der zweiten Schlappe habe ich an diesem Tag niemand mehr angesprochen und die Einführungsveranstaltungen über mich ergehen lassen. Eine anschließende Studi-Party habe ich aus der negativen Erfahrung aus dem Vormittag und der Tatsache völlig allein da aufzutauchen gemieden.

Dennoch war ich optimistisch. Das wird schon, dachte ich mir. Mit dem Studium wollte ich meine soziale Phobie endgültig besiegen. Vorher war ich auf einer beruflichen Oberschule, wo ich sehr gut in der Klasse integriert war. So viele Freunde und Bekanntschaften, wie in den letzten zwei Jahren hatte ich noch nie in meinem Leben. In der Schule war ich sehr beliebt und bekannt. Insgeheim hoffte ich diese "Erfolgsgeschichte" im Studium fortsetzen zu dürfen.

Das Studium ist sehr lose. Viele Studis im Hörsaal (an die 200 Leute oder so), selbst in den Seminaren sind es noch an die 50 Studenten. Die Übungsgruppen haben die gleichen Größe und sind im Grund wild durcheinander gewürfelt. Leider muss man tatsächlich teilweise im Raum stehen oder sich am Boden hinsetzen. Es ist sehr chaostisch. Für mich als ein Sozialphobiker im Grund der Alptraum schlechthin. Aufgrund eines sehr straffen Stundenplans, habe ich zwischen Vorlesungen nur 15 Minuten "Pause", die aber dadurch verplempert werden um von Raum A nach Raum B zu laufen. Effektiv an Redezeit habe ich nur 2-3min vor und nach Vorlesung. Dann muss man schon unterwegs sein, wenn man einen Platz im Seminarraum haben möchte -.- . Jeden Tag habe ich einen neuen Sitznachbar und die Mensa ist einfach nur hoffnungslos überfüllt. Ich sehe keine Gelegenheit (für mich) irgendwie irgendjemand kennenzulernen, auch wenn ich weiß, dass das anderen Menschen in derselben Situation locker gelingt. Dem Studium fehlt es an Konstanz. :-/ Ich hab das Gefühl, dass ich nur ein Gespräch habe, und ich danach gleich abgestempelt werde. Ich brauche aber für gewöhnlich ne "Auftauzeit". Aber die geht total verloren, weil es keine Konstanz im Studium gibt. Da ich 3 Übungsgruppen habe und zwei 2 Seminare, und jede sich total neu zusammensetzt, ist mein "Namens- und Gesichtsspeicher" total überfordert.

Zudem kommt die doch leicht ignorante Einstellung vieler Studis, die mich echt erschüttert. Da setzen sich Leute neben mich und sagen... nichts. Kein Hallo oder so. Einfach nichts. Ab und zu habe ich die versucht zu grüßen, aber manche reagierten so, als würde ich an eine geistige Behinderung leiden. Ich bin nur noch gefrustet. Und das sind die ersten zwei Wochen! Ich dachte, die Leute wären offener! Ich muss gestehen, dass ich unendlich enttäuscht bin. Noch nie habe ich mich so ignoriert gefühlt, wie jetzt im Studium. Bislang konnte ich in jeder Schule und Beruf Leute für die Pause und den Austausch finden.

Die Krönung war der letzte Freitag die Mathe-Übungsgruppe. Der Übungsleiter hatte den Übungszettel vergessen online zu stellen und der Beamer war irgendwie defekt. Da sehr viele Studis mit dem Laptop da waren, hatte der Leiter den Zettel online gestellt und gebeten sich doch so zu verteilen, dass alle einigermaßen an die Aufgaben kommen. Ein Großteil der Studenten hat sich kein Zentimeter gerührt. Ganz vorne war ne ganze Bank voller Laptop-Studenten... aber nö, die blieben einfach sitzen. Zum Glück hatte mein Nachbar ein Laptop, der ihn aber so stellte, dass ich nicht hineinsehen konnte . Auf zweimalige Nachfrage hatte er mir eher widerwillig die Aufgabenstellung diktiert (und das auch noch falsch -.- ). In den Moment dachte ich mir nur: "Wo um Gottes Willen bin ich nur gelandet".

Entweder ich strahle eine dermaßen feindliche Aura aus oder das ist das tatsächlich Fehlern von Soft Skills bei den jetzt 18-Jährigen, das in den Medien immer propagiert wurde und ich eigentlich für Blödsinn hielt. Nach der ersten Woche war ich der Meinung, dass ich einfach auf die falschen Leute gestoßen bin. Heute kam ich von der Vorlesung und muss feststellen, dass ich den Anschluss zu verpassen drohe. Tag für Tag werden die Gruppen irgendwie fester und ich stehe alleine da. Ich drohe zu vereinsame, mittem im Meer von jungen Leuten.

14.10.2013 16:15 • 21.01.2014 #1


31 Antworten ↓


Hallo du,

ich studiere selbst seit 5 Semestern und lass dich beruhigen - das was du schreibst kennen viele Studenten nur zu gut und sind dadurch verunsichert. Ich bin selbst jemand, der ungern das Eis bricht und auf fremde Leute zugeht und war ebenfalls verdutzt, dass sich nach einigen Tagen schon Grüppchen bildeten und ich meinen Kaffee alleine trinken musste. Von diesen Grüppchen bestehen heute allerdings nicht mehr viele in alter Form. In den ersten Studienwochen versucht jeder krampfhaft Anschluss zu finden in der neuen Umgebung und somit bilden sich "Konglomerate" von Studenten, die immer weiter wachsen weil sich Leute daran hängen und dazugehören wollen.

Relativ schnell lösen sich diese Gebilde wieder auf und zersplittern in neue Gruppen weil sich die Leute genauer kennenlernen und man merkt, dass man teilweise mit seltsamen Zeitgenossen angebandelt hat. Versuche doch einfach weiterhin freundlich und offen zu sein, grüße deine Mitstudenten wenn du sie siehst und versuche zwischendurch "fachliche" Gespräche anzufangen - ganz ungezwungen. Allein diese Grundhaltung und Offenheit wird dir gut tun

14.10.2013 20:07 • x 1 #2



Vereinsamung im Studium

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Hallo Divio

ich möchte dir einige sehr gute Ratgeber empfehlen, die sehr hilfeich sein können, wenn man mit ihnen arbeitet. Das eine Buch lautet: Kommunikationstraining: Zwischenmenschliche Beziehungen erfolgreich gestalten verfasst von Vera F. Birkenbihl und das andere: Das Kind in uns von John Bradshaw. Letzteres wird dir helfen, dein Selbstbewusstsein zu stärken. Du wirst dann, wenn du das Buch liest merken, dass das Verhalten deiner Kommilitonen nichts mit deiner Person zu tun hat!


Zum Hintergrund: Eine Bekannte litt auch unter sozialer Phobie und hatte ein sehr geringes Selbstbewusstsein. Als ich sie nach ca. 3 Jahren mal wieder sah, war sie ein ganz anderer Mensch. Ihre Wesensänderung war genial, dass damals schüchterne Mädchen hat sich zu einer Frau mit einem gesunden Selbstbewusstsein entwickelt. Als ich sie fragte, wie sie das geschafft hat, meinte sie zu mir dass sie die Bücher, die ich dir Divio oben erwähnt habe gelesen und mit ihnen gearbeitet habe. Zudem hat sich ihre Körpersprache und ihre Stimme auch verändert. Früher hat sie in sich hinein geredet klang daher auch sehr schüchtern etc, zudem konnte man ihre Körpersprache nicht lesen und keiner redet gerne mit solchen Menschen.
Ich weiß jetzt nicht ob du eine ausdrucksstarke Körpersprache und Stimme hast, wenn nicht dann würde ich dir ebenfalls die beiden Bücher empfehlen, mit denen meine Bekannte auch gearbeitet hat: Body Power: Erfolgsfaktor Körpersprache und
Stimme: Instrument des Erfolgs

Sie meinte zudem, dass sie auch beim Logopäden war um das ausdrucksstarke Sprechen zu trainieren, wo man nur einen einmaligen Betrag von ca. 50 Euro zahlen muss. Die Überweisung musste sie sich vom HNO Arzt holen.

Du wirst sehen Divio, wenn du mit diesen Büchern intensiv arbeitest, dann wird sich dein Leben zum positiven wenden

15.10.2013 00:05 • #3


Hallo, also ich bin 37 und studiere im 5. Semester, ich bin mit Abstand eine der ältesten, wenn man mal von den Senioren absieht. Ich habe bisher nur zwei getroffen, die älter waren als ich und eine Handvoll in meinem Alter oder ein paar Jahre jünger. Durch diesen enormen Alterunterschied zu den anderen Studenten, habe ich auch nicht sonderlich viel Kontakt, ein paar Leute höchstens, mit denen ich mal eine Vorlesung oder ein Seminar besuche, aber private Kontakte habe ich nicht.
Ich finde es aber auch nicht schlimm, weil mir von Anfang an klar war, dass ich in meinem Alter nicht mehr an die Uni gehe, um das typische Studentenleben zu genießen. Das hatte ich vor 18 Jahren, als ich damals auch schon mal studiert hatte (wobei ich damals auch nicht gerade viele Kontakte zu den anderen Studenten hatte- es liegt halt auch an einem selbst und nicht nur am Alter).

15.10.2013 14:10 • #4


Kann dir auch nur gut zu reden, in dem Sinne, dass es vielen so geht. Dass so viele junge Menschen bei dir sind und du mit 25! der älteste bist, ist jedoch sehr komisch. Bei mir im Studium war das anders, da gab es mehrere ältere. Das du direkt auf so einen Vollidioten gestoßen bist beim Ansprechen ist sehr Schade. Versuch weiter durch Seminargruppen Kontakte zu knüpfen (ihr werdet ja eigneteilt und verbringt die 90min miteinander) und frag ganz unverzweifelt, ob man danach nicht gleich einen Kaffee trinkt zusammen o.ä.

15.10.2013 15:26 • #5


Hallo Zusammen,

vielen Danke für eure Antworten.

Zitat von prod_35:
Hallo Divio
Zum Hintergrund: Eine Bekannte litt auch unter sozialer Phobie und hatte ein sehr geringes Selbstbewusstsein. Als ich sie nach ca. 3 Jahren mal wieder sah, war sie ein ganz anderer Mensch. Ihre Wesensänderung war genial, dass damals schüchterne Mädchen hat sich zu einer Frau mit einem gesunden Selbstbewusstsein entwickelt. Als ich sie fragte, wie sie das geschafft hat, meinte sie zu mir dass sie die Bücher, die ich dir Divio oben erwähnt habe gelesen und mit ihnen gearbeitet habe. Zudem hat sich ihre Körpersprache und ihre Stimme auch verändert. Früher hat sie in sich hinein geredet klang daher auch sehr schüchtern etc, zudem konnte man ihre Körpersprache nicht lesen und keiner redet gerne mit solchen Menschen.
Ich weiß jetzt nicht ob du eine ausdrucksstarke Körpersprache und Stimme hast, wenn nicht dann würde ich dir ebenfalls die beiden Bücher empfehlen, mit denen meine Bekannte auch gearbeitet hat: Body Power: Erfolgsfaktor Körpersprache und
Stimme: Instrument des Erfolgs
Sie meinte zudem, dass sie auch beim Logopäden war um das ausdrucksstarke Sprechen zu trainieren, wo man nur einen einmaligen Betrag von ca. 50 Euro zahlen muss. Die Überweisung musste sie sich vom HNO Arzt holen.
Du wirst sehen Divio, wenn du mit diesen Büchern intensiv arbeitest, dann wird sich dein Leben zum positiven wenden


Vielen Dank für deine Empfehlung und die Mühe eine kurze Anekdote zu erzählen. Das Buch werde ich mir auf jeden Fall näher ansehen. Deine Anekdote ist interessant: Auch bei mir gibt es sicherlich einen Zusammenhang zwischen Körpersprache, Stimme und Ausstrahlung. Ich leide unter einer Sprechstörung und ich war schon eine längere Zeit in Behandlung. Es ist ein langer Weg zu einer "kraftvollen" Stimme und einem ausdrucksstarken Eindruck zu kommen. Daher freut es mich zu lesen, dass es Leute in kurzer Zeit schaffen.

Zitat von selma.tank:
Kann dir auch nur gut zu reden, in dem Sinne, dass es vielen so geht. Dass so viele junge Menschen bei dir sind und du mit 25! der älteste bist, ist jedoch sehr komisch. Bei mir im Studium war das anders, da gab es mehrere ältere. Das du direkt auf so einen Vollidioten gestoßen bist beim Ansprechen ist sehr Schade. Versuch weiter durch Seminargruppen Kontakte zu knüpfen (ihr werdet ja eigneteilt und verbringt die 90min miteinander) und frag ganz unverzweifelt, ob man danach nicht gleich einen Kaffee trinkt zusammen o.ä.


Danke für deine Anmerkungen und deinem Tipp. Es war sicherlich eine Übertreibung meinerseits, gleich zu behaupten ich sei der Älteste. Hab ja nicht jeden nach seinem Alter gefragt . Aber der erste Eindruck ist doch, dass die meisten recht jung sind. Ich fühle mich tatsächlich alt in der Horde der jungen Leute. Aber nun gut, das ist nur mein subjektiver Eindruck. Ich konnte bislang kein vernünftiges Gespräch zu meinen Kommilitonen herstellen. Vielleicht bin ich wirklich zu schüchtern oder wirke zu plump. Ich mach das auch niemanden zum Vorwurf. Es ist einfach erstmal so. Vielleicht finden sich später noch Leute.

16.10.2013 21:18 • #6


Hallo Leute,

mittlerweile studiere ich doch schon einige Wochen und die ersten Klausuren werden bereits Januar fällig. An manchen Tagen hasse ich das, was ich gerade tue. Ich hasse dieses Studium und die Situation in der ich mich befinde.

Leider habe ich immer noch keine Leute gefunden, mit denen ich das Studium bestreiten kann. Dabei habe ich mich in den letzten Wochen schon angestrengt Kontakt zu den anderen aufzubauen. Aber mir will das einfach nicht gelingen. Meine "Strategien" mit denen ich mich bisher durchs Leben geschlagen habe scheitern völlig. Ich komme, um es mal ganz direkt zu sagen, mit den jungen Leute nicht zu recht. Dabei bin ich freundlich, nett und hilfsbereit. Zu zwei Kommilitonen hatte ich schon etwas "näher" Kontakt. Eigentlich dachte ich, dass wir uns gut verstehen. Allerdings haben sich beide wieder von mir abgewendet. Der eine grüßt mich schon gar nicht mehr, obwohl ich ihm einige Zeit beim Programmieren geholfen habe und der andere versucht mich glaub ich zu mobben (er macht Witze auf meine Kosten - keine freundschaftlichen Witze!) , was aber aufgrund meines Desinteresses nicht funktioniert. Ehrlich gesagt weiß ich echt nicht, was ich tun soll. Bisher haben mich die Leute immer größtenteils gemocht (Nebenjob, Beruf, Schule).

Nach wie vor bin ich mir unschlüssig was hier gravierend schief gelaufen ist. Schon am ersten Tag war dieses negative Gefühl da. Und schon am ersten Tag (!) wurde ich teilweise barsch abgewiesen von einigen Leute (siehe oben). Das Studium war jahrelang mein "großes Ziel" und auf dem Weg dahin habe ich viel gelernt (auch menschlich). Aber nun wo sich mein "Traum" erfüllt, finde ich mich zunehmend in einem Alptraum wieder. So schlecht wie jetzt ging es mir seit Jahren nicht mehr.

Mir geht's leider nicht nur psychisch schlechter, sondern auch körperlich. Seit zwei Wochen schlafe ich nicht mehr durch und seitdem Wochenende fühlt sich mein linker Arm leicht "taub" an. Ich stopfe tonnenweise Süßkram in mich hinein und mir geht jede Motivation für alles flöten.

Ich stehe offenkundig vor der Frage, ob ich das Studium fortsetzen oder mir eine andere Alternative suchen soll.

P.S.: Was mich auch noch fertig macht, ist die Tatsache das meine ehemalige Klassenkameraden größtenteils ihren Studiumwunsch nachgehen konnten und sie, soweit ich informiert bin, ziemlich glücklich sind mit dem Studium. Ich war damals so eine Art Mentor für viele Leute auf der Oberschule. Hab versucht ihnen Mathe beizubringen, hab mich reingehängt das meine Kameraden es schaffen. Sie alle sind größtenteils "angekommen" und ich wünschte mir, ich wäre es auch. Ich bin zwar nicht neidisch, aber ich finde das alles... so krass . Wie konnte sich das nur so entwickeln.

28.11.2013 12:55 • #7


Dubist
Oh schande, mit dem Sprechen hat doch das gar nichts zu tun. Ich habe keine pipsstimme bin wortgewandt und ich steh auch nicht ängstlich in der Ecke.
ES gibt soviele Faktoren die Kontakte erschweren.
Achja nochwas zu Stimme und Sprache, einmal ist die Sprachstörung schuld einmal das lispeln, das andere das zuviel reden oder zu leise oder zu laut?
Hey es gibt Leute die lallen und haben eine Schar von Menschen um sich, es gibt Frauen die reden viel und haben ne richtige Bande von leute um sich und andere die schweigen und werden oft eingeladen.
DAs liegt doch nicht an der Stimme, so sorry!


Es liegt viel mehr an der Ursprungsfamilie, wie gingen die mit einem um?
Hatten die Kontakte?
So wie die Herkunfsfamilie mit einem umging, so gehen dann die Menschen die man hernach trifft mit einem um.

War man das schwarze Schaf der Familie wird man es sehr wahrscheinlich wieder sein.

Selbstbewusstsein und Ausstrahlung ist ganz schwer so einfach selber zu trainieren, ohne gutes Echo im Aussen ist es ganz schwer diese Austrahlung zu bekommen.
DA hilft auch alles Bücherlesen nichts, wenn man immer wieder enttäuscht wird.



Prod_35 ich werde aber mal googeln über die Bücher und schaue welchen Eindruck sie auf mich machen, vielleicht ist es doch hilfreich.
Die Frau die dann nicht mehr so schüchtern war, was macht die denn beruflich?
oft sind es oft noch andere Faktoren nicht nur ein Buch lesen die zu mehr selbstbewußtsein beitragen.

29.11.2013 08:57 • #8


Ach, das tut mir leid für dich!
Aber setz dir deine Ziele in Sachen soziale Kontakte nicht gleich so unerreichbar hoch. Freundschaften und Kontakte müssen sich entwickeln. Man muss erstmal gucken, zu welcher Sorte Mensch man passt. Mit deinen Kommilitonen nicht? Tja, Mist, aber das sind ja nicht die einzigen Menschen auf dem Campus, oder? Bei 200 oder mehr Menschen im Hörsaal werden schon ein oder zwei Leute dazwischen sein, mit denen du dich gut verstehst, du hast sie in der Masse nur noch nicht entdeckt, weil sie sich auch zurückhalten.
Täusch dich nicht, auch die "Jungen" sind unsicher, gestresst, weil sie genauso Zweifel haben, sich vielleicht mit Zwischenjobs, WG-Zoff und schwerem Lern-Stoff herumschlagen müssen. JEder versucht da, sich selbst zu verwirklichen und sich darzustellen. "Hip" und "In2 usw wirken. Versuch nicht, wie DIE zu sein, versuch du selbst zu sein.
Ich finde es sehr sehr mutig und ehrgeizig von dir, dass du es so weit geschafft hast.

Ich hab ein Studium hinter mir, und ich kann dir sagen, dass es oft diese Masse an Menschen ist, die es erschwert. Ich hab einen kleinen Studiengang gehabt, in einem Semester 80 Leute, in einer Vorlesung nie mehr als 50-60 Leute, später sogar Kurse mit 10-12 Leuten Maximal. Da KENNT man sich sehr schnell. Aber mögen und kennen sind verschiedene Dinge

Noch mal zurück zu deinen Zielen:
Sei erstmal zurückhaltend, spiel damit, die Leute wiederzuerkennen. (das ist der, der immer Blau trägt, dass ist die mit dem dunklen Brillengestell.
Versuch nicht immer gleich ein Gespräch anzufangen, sondern gewöhn dir an, die Leute einfach nur kurz und freundlcieh zu grüßen, neben die du dich setzt. Sieh zu, dass du die Leute wiedererkennst und sie das nächste Mal wieder kurz und freundlich grüßt; ein Nicken, ein Hi. Wenn du so dringend Kontakt suchst, kann es sein, dass du unbewusst in Sachen Körpersprache Druck auf die Leute ausübst und sie deswegen ausweichen.
Versuch nicht, dich anzupassen, sondern versuch dir was darauf einzubilden, dass du anders bist- das ist es, was alle Studenten oft unbedingt wollen. So herrlich individuell interlektuell original weltbewegend sein, indem sie lauter reden, dreistere Witze machen, schrillere Klamotten tragen... und damit alle gleich sind. Suuper.
Du bist schon individuell, du hast ihnen Beurfserfahrung, Lebenserfahrung und Führungskompetenz voraus, Durchsetzungsvermögen- denn sonst hättest du es aus deinem beschriebenem Hintergrund NIE bis dahin geschafft wo du jetzt bist. Jeder Mensch hat Ängste, Zweifel und SOrgen- mache verstecken es bloß besser.

Wenn es mit deinen Kommilitonen nicht klappt, guck dir AG´s an, geh zu Veranstaltungen, die dir gefallen und spiel wieder das "den merk ich mir und sag hi und nicht mehr" SPiel. Mit der Zeit kann (nicht MUSS) sich aus so flüchtigen Grüßen auch mal ein Gespräch mit ein-zwei Sätzen ergeben. Wenn es dich interessiert was der andere sagt: gut, dranbleiben. Wenn nicht: passt nicht zu dir und deinen Interessen, also nicht weiter mit herumquälen. Es ist ok, wenn man erstmal auf Menschen trifft, die so gar nicht zu einem passen.

29.11.2013 18:28 • #9


Dubist
Ganz ehrlich? Du passt nicht dahin zu diesen Reichen, verwöhnten und arroganten oberschnöseln denen alles in Popo geschoben wird. DAs hab ich schon gehört, das es für arme Menschen unheimlich schwer sein würde zu studieren, umso mutiger finde ich deinen Entschluss dich freiwillig ins Wespennest zu begeben. Was passiert wenn eine fleissige emsigen biene bei den Wespen landet? je nachdem wird sie zumindest in Ruhe gelassen oder mehrmals gestochen.
Also am Alter liegt es sicher nicht, du bist erst 25 und auch nicht am mollig sein.
Du passt einfach nicht zu diesen überheblichen, superreichen.
Verstehst du, das passt wie die Faust aufs Auge.
WEnn du ehrlich zu dir selber wärst, würdest du denn gerne wieder in deine alte Arbeitsstellte zurück oder das Ding hier durchziehen?
Ich weiss nicht, ob das der richtige Platz für dich ist, oder ob du seelisch zugrunde gehst dort so langsam, nochmehr wie es woanders wäre.




Du schreibst etwas ganz wichtiges weiter unten, du hattest das gefühl total allein zu sein und hattest den Eindruck das sich alle schon kannten. Und genau das ist eben der Punkt, der es hier für dich total erschwert.
Die kennen dich (noch) nicht, kannten dich nicht und deshalb haben die dich auch nicht gegrüsst und sich mit dir abgegeben, genau so Situationen hab ich auch schon im Leben erlebt und auch mal jemand wo ich kenne. Das lag dann daran, das die sich eben schon kennen, blöd für die, wo dann niemand haben der wo einen näher kennt.



Das was du beschreibst ist die heutige Zeit und es wird nicht besser, sondern immer schlimmer. ES liegt nicht an dir. Nein, das glaube ich nicht, auch nicht das du molliger bist. Ich meine aber das die ganz schön verwöhnt und eingebildet zu sein scheinen und die haben einfach null Lebenserfahrung und Herzensbildung durchgemacht in ihrem Leben. Auch liegt es an dem heutigen Zeitgeist der immer schlimmer wird, das ignoriert werden kenn ich leider auch allzugut. Man fragt sich dann wirlich was man falsch gemacht hat. Meistens war man zu freundlich oder zu gutmütig. Weil man eben nicht so eingebildet tun kann wie diese Leute. das ist einem fremd, weil man eben nicht so ist. man ist ein Mensch mit Herzensbildung Anstand udn Manieren. so wie du es beschreibst hast du ein Leben voller Entbehrungen hinter dir. Diese menschen haben spass, das volle Leben schon genossen, sie kennen nicht so ein Leben voll schmerz und Entbehrungen. Es passt nicht. Du passt da nicht hin, das sind zwei Welten. Das meine ich nicht böse., es hat auch nichts mit dir zu tun.
Aber ist eben so.
Du hast noch andere Qualitäten und glaub ja nicht das jeder der studiert mal das grosse GEld verdient. Der beruf sollte dir spass machen.
Was denkst du darüber was dir beruflich spass machen würde?
Hältst du das Studium überhaupt noch nervlich lange durch?


Meine Überlebenstips für dich sind die:
Wenn es sich ergibt einfach nur hallo sagen, nur leicht grüßen.
Keine Gespräche anfangen. Du bist sonst in der bittstellung.
So wie die leute dich dann ignorieren oder stehen lassen, läßt drauf schließen das sie dich sehr wohl in der schwachen Position sehen und dir eins überbraten versuchen.
Aus welchen Gründen auch immer, kann einfach für die ein g. gefühl sein, jemand in der schwachen Position zu sein, wenn das eh so arrogante machtmenschen sind?


Und dann schluck es runter, denk an dich, augen zu und durch, du gehst nur noch zum lernen dahin, nicht um Kontakte zu knüpfen und fertig.
Nimm dir ein gameboy mit, oder ein spiel auf deinem Handy, was weiss ich für die pausen.
Aber fang ja nichts mit den anderen Leuten an, es macht dich sonst fertig.
WEnn mal jemand auf dich zugeht, ok-
Aber ansonsten, bleib stark und nichts mehr machen.
ES bringt nichts! ok.
Freundlich bleiben so gut es eben geht, aber nicht um Aufmerksamkeit winseln oder betteln. DAs kommt bei denen nicht gut aus und sie treten nachwie du merkst.
WErd selbstbewußter zeig denen auch wenn es innendrin dich schmerzt, das du drüberstehen anfängst, du strahlst eine Ruhe und stärke aus, dann kriegen sie insgeheim doch den Respekt vor dir mit der zeit du wirst sehen.



Ich hab es selbst erlebt, wenn man draussen steht, das tut weh,
aber das Beste ist, sich weiter so zu verhalten, als würde es einem nicht weh tun.
weitermachen und feste stehen, das wünsch ich dir.



ABnehmen kannst du auch?
Wieviel übergewicht ist es denn?
Manche Menschen ohne herzensbildung haben da oft Voruteile und denken überflächlich.


Dubi

29.11.2013 20:49 • #10


Hallo Divio,

das klingt nicht so schön! Beim Studium hatte ich selber die Chance auf neue Leute, weil es ein seltener Studiengang war und die Studis von überall her kamen also alle waren neu. Was für ein Studium ist das denn? Wohnst Du denn noch bei Deiner Familie? Das scheint ja auch nicht so die Stütze zu sein.

Ich glaube bei den Jungspunden ist auch viel Getöse, für die ist doch auch alles neu und da tut man wohl cool. Nach den ersten Klausuren werden die bestimmt ruhiger und die Blender sind weg vom Fenster. Gerade wenn Mathe mit dabei ist .... Vermutlich sind auch nicht alle so ätzend, aber andere hängen sich da dann mit dran aus Unsicherheit, auch das wird sich legen.

Und Deine ehemaligen Klassenkameraden werden sicher auch eher von den Sonnenseiten berichten, also deren "glücklich sein" würde ich da nicht überbewerten.

Wie ist es denn mit anderen Studiengängen an Deiner Uni? Geh da mal einfach zu den Parties. Da sind sicher auch viele Leute dabei, die neu sind, auch in der Stadt und vielleicht auch ein paar Ü20 Leute.

Davon abgesehen würde ich mich auf die Klausuren konzentrieren. Danach kannst Du dann gemütlich weiter gucken. Lass Dich nicht bange machen und stell Deine Entscheidung für das Studium nicht infrage. Du hast schon viel mehr Lebens- und Arbeitserfahrung und es ist doch toll was Du geschafft hast bis jetzt, das wirst Du Dir doch von Teenagern nicht vermiesen lassen, oder?
Macht es Dir denn fachlich Spaß?

Vielleicht kannst Du Dich auch in der Fachschaft engagieren, später Übungsgruppen machen, für die neuen Studis bei der Einführungswoche beiseite stehen, es gibt doch viele Möglichkeiten. Oft gibt es bei Unis auch Anlaufstellen wenn man sich - in welcher Form auch immer - psychisch belastet fühlt, Du bist da ganz sicher nicht der einzige. Und ich glaube mal gelesen zu haben dass es auch Studenten gibt, die das Probleme ebenfalls hatten aus einer "anderen Schicht" zu kommen und die jüngeren Studenten dahin gehend beraten und zur Seite stehen. Auch sowas lässt sich an einer allgemeinen Anlaufstelle erfragen. Versuch mal diese vielen Möglichkeiten an einer Uni künftig mehr zu sehen, es gibt ja auch Sport, Sprachkurse etc alles ist ja über den eigenen Fachbereich hinaus, Du kannst die Teenies also beiseite legen.
Aber erstmal würde ich gedanklich die Klausuren priorisieren.

Ich wünsche Dir ganz viel Glück
Sonne

29.11.2013 22:03 • #11


Hallo Divio,

vielleicht schätzst du die Situation etwas zu pessimistisch ein. Nicht nur du sondern auch die anderen sind unsicher, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Natürlich hält man sich erst mal an Leute, die man bereits kennt oder die einem schnell sympatisch erscheinen.

Vielleicht bist du auch zu sehr auf diese Thematik fokussiert. Kontakte und Freunschaften ergeben sich oft zufällig, die kann man nicht erzwingen. Andererseits finde ich dein Verhalten extrem mutig, dass du trotz Sozialphobie andere Leute ansprichst. Konzentriere dich auf dein Studium und deine Ziele und lass dir nicht von diesen Leuten die Zeit vermiesen.

Aus meiner eigenen Studentenzeit kann ich dir dazu folgendes sagen: ich habe auch an mehreren Universitäten angefangen und anfangs immer wieder abgebrochen. Mit den Menschen bin ich nie zurechtgekommen. Ich komme selber aus einfachen Verhältnissen und hatte dadurch wenig Bezug zu den ganzen Schnöseln, bei denen Papi alles zahlt. Das war für mich eine völlig unbekannte Welt. Ich war froh, wenn mein Kühlschrank voll war. Mit meinen Eltern hatte ich kaum Kontakt und die Freunde aus der Schulzeit waren weg.

In meinem ersten Studiengang wurde ich rausgemobbt, so dass ich irgendwann hingeschmissen habe. An der neuen Uni habe ich nach einer Woche den Studiengang gewechselt, um etwas anonymer zu studieren (Geistenswissenschaften), doch auch hier war ich extrem schnell der Sonderling, den man links liegen ließ. Immerhin konnte ich der Situation aus dem Wege gehen, dass ich nur ganz selten in den Vorlesungen war.

Als ich zurück in meine Heimatstadt zog, um das Studium zu beenden, dachte ich, dass es etwas besser werden könnte, wobei ich bereits zu meinem Vater sagte, dass ich sowieso wüsste, dass die Menschen mich wieder nicht akzeptieren werden, und genau so kam es. Mittlerweile hatte ich nämlich gelernt, mich nicht immer nur zu verstecken und zu meiner Person zu stehen. Das Ergebnis war erneut frustrierend. Ich war einfach in jeder Hinsicht ein Fremdkörper, bei Dozenten wie bei Studenten und war so froh, als es endlich vorbei war.

Wie du siehst, ist deine Situation nicht so schlecht. Glaube weiter an dich, denk an die Zukunft und rege dich nicht über Leute auf, die mit dir nichts zu tun haben wollen. Halte dich an die Menschen, die deine Gegenwart schätzen und mit denen du dich wohl fühlst. Alles Gute!

29.11.2013 23:34 • #12


Zitat:
das klingt nicht so schön! Beim Studium hatte ich selber die Chance auf neue Leute, weil es ein seltener Studiengang war und die Studis von überall her kamen also alle waren neu. Was für ein Studium ist das denn? Wohnst Du denn noch bei Deiner Familie? Das scheint ja auch nicht so die Stütze zu sein.


Ich studiere Informatik.

Zitat:
Wie ist es denn mit anderen Studiengängen an Deiner Uni? Geh da mal einfach zu den Parties. Da sind sicher auch viele Leute dabei, die neu sind, auch in der Stadt und vielleicht auch ein paar Ü20 Leute.


Alternativ habe ich mir Mathe überlegt. Vielleicht wechsle ich auch. Zu Parties werde ich wohl nicht gehen. Ich bin kein Muffel oder so, aber völlig allein auf so einer Party wäre ein wahnsinnige Überforderung für mich. Wahrscheinlich würde ich eine halbe Stunde in der Ecke rumstehen und wegen dem Gefühl der Beklemmheit abhauen. Meine Stärken liegen eher in ruhigen Zweiergespräche.

Zitat:
Davon abgesehen würde ich mich auf die Klausuren konzentrieren. Danach kannst Du dann gemütlich weiter gucken. Lass Dich nicht bange machen und stell Deine Entscheidung für das Studium nicht infrage. Du hast schon viel mehr Lebens- und Arbeitserfahrung und es ist doch toll was Du geschafft hast bis jetzt, das wirst Du Dir doch von Teenagern nicht vermiesen lassen, oder?
Macht es Dir denn fachlich Spaß?


Das Studium macht mir keinen Spaß. Ich werde mich auf die Klausuren konzentrieren, auch deshalb weil ich sonst nicht zu tun hätte. "Studieren wollen" war ein Teil meiner Identität. Ich musste unglaubliche Widerstände seitens meiner Familien, meiner materiellen Lebenssituation und meiner Persönlichkeit überwinden. Ich bin einfach nur traurig, dass mein Leben so ist wie es ist.

Zitat:
Vielleicht kannst Du Dich auch in der Fachschaft engagieren, später Übungsgruppen machen, für die neuen Studis bei der Einführungswoche beiseite stehen, es gibt doch viele Möglichkeiten. Oft gibt es bei Unis auch Anlaufstellen wenn man sich - in welcher Form auch immer - psychisch belastet fühlt, Du bist da ganz sicher nicht der einzige.


An sowas habe ich schon gedacht. Sollte ich die Kraft die Klausuren des erste Semesters zu bestehen, dann würde ich mich gerne als Mathe-Tutor engagieren. Aber in meinen Zustand ist das Bestehen der Klausuren nicht wahrscheinlich. Ich war z.B. seit Mittwoch nicht mehr in den Vorlesungen, einfach weil mir die Kraft dazu fehlt. Wie gesagt, so dreckig ging es mir noch nie.

Zitat:
Vielleicht bist du auch zu sehr auf diese Thematik fokussiert. Kontakte und Freunschaften ergeben sich oft zufällig, die kann man nicht erzwingen. Andererseits finde ich dein Verhalten extrem mutig, dass du trotz Sozialphobie andere Leute ansprichst. Konzentriere dich auf dein Studium und deine Ziele und lass dir nicht von diesen Leuten die Zeit vermiesen.


Ich glaube, ich habe keine Ziele mehr. Der Rat ist natürlich gut, aber ich hab einfach kein Bild von mir. Vor ein Jahr, als ich noch im Abistress war, konnte ich mir mein Leben vorstellen. Heute geht es nicht. Es ist völlig unklar wie es weiter geht. Ich weiß nicht mehr, was ich erreichen will oder was mich wirklich interessiert. Diese Leere breitet sich nicht nur bezüglich beruflich aus, sondern auch privat. Keine Hobbies mehr. Mir ist erst letztens aufgefallen, dass ich seit fast einem Monat keine Musik mehr höre. Und meine Serien verfolge ich auch nicht mehr. Mir fehlt die Lust. Ich komme nach Hause, surfe etwas, aber so, dass ich nicht wirklich Informationen aufnehme. Es ist ein herumgeklicke. Die Studiumunterlagen bearbeitet ich nicht mit den nötigen Fleiß. Wenn man mein Leben mit einem Wort beschreiben müsste, dann mit "Zerfall". Übrigens habe ich den Eindruck das mein Intellekt auch leidet. Ich werde irgendwie "dumm" (fehlt mir vor allem in Mathe auf).

Zitat:
Wie du siehst, ist deine Situation nicht so schlecht. Glaube weiter an dich, denk an die Zukunft und rege dich nicht über Leute auf, die mit dir nichts zu tun haben wollen. Halte dich an die Menschen, die deine Gegenwart schätzen und mit denen du dich wohl fühlst. Alles Gute!


Ich wünschte mir das so vom ganzen Herzen. Während meiner Abi-Zeit hatte ich auch nur ein paar Kumpels, aber die wenigen haben mir echt Kraft gegeben. ich war nicht oft fort, aber wenn ich ausgehen war, dann hat sich jedes Treffen in meinen Gehirnbahnen eingebrannt. Was für andere normal war, am Wochenende zu feiern, war für mich ein Highlight, von dessen Erinnerung ich heut noch zehre. Es war ein tolles Erlebnis keine Angst zu haben, wenn man mit anderen Leuten weg war. Ich glaube das hat mir unheimlich viel Kraft gegeben. Kraft die mir jetzt im Studium fehlt.

30.11.2013 03:13 • #13


Hey Divio,

das klingt ja wirklich finster wie Du Deine Situation siehst. Es ist doch nicht gleich ein totaler Zerfall, wenn Du nicht sofort gute Kontakte hast und nach so einem neuen Schritt im Leben die Dinge etwas infrage stellst.
Sind Dir die Typen denn sympathisch? Für mich klingt das nicht so.
Im Moment sind da nun mal keine Kumpels und Zeit und Energie zum Weggehen hättest Du im Moment doch vermutlich eh nicht, oder? Es werden auch wieder andere Zeiten kommen, so wie Du es aus Abi-Zeiten kennst.

Dann versuch doch einfach das Semester zu überstehen, auch wenn Du die Klausuren nicht schaffen solltest, geht die Welt nicht unter (ich habe meine ersten Mathe-Klausuren auch x mal geschrieben und das Diplom geschafft). Wie gesagt würde ich Dir wirklich so eine Beratung an der Uni empfehlen, Du bist nicht der Einzige, der sowas in Anspruch nimmt. Da kannst Du auch von der Leere und Ratlosigkeit erzählen. Einfach nur Dich selber und alles schlecht machen und schwarz sehen hilft nichts. Das Abi und den Abi-Stress hast Du auch gemeistert, das Studium wirst Du auch schaffen, auch wenn es nicht von Anfang an so gut läuft. D.h. aber nicht alles ist total einfach, aber solche Talsohlen gehören nunmal dazu. Das wird auch dne anderen Studis so gehen, man sieht es ihnen nicht grad an der Nasenspitze an.

Wie können wir Dich denn motivieren?
Sonne

30.11.2013 15:26 • x 1 #14


Zitat:
Ich glaube, ich habe keine Ziele mehr. Der Rat ist natürlich gut, aber ich hab einfach kein Bild von mir. Vor ein Jahr, als ich noch im Abistress war, konnte ich mir mein Leben vorstellen. Heute geht es nicht. Es ist völlig unklar wie es weiter geht. Ich weiß nicht mehr, was ich erreichen will oder was mich wirklich interessiert. Diese Leere breitet sich nicht nur bezüglich beruflich aus, sondern auch privat. Keine Hobbies mehr. Mir ist erst letztens aufgefallen, dass ich seit fast einem Monat keine Musik mehr höre. Und meine Serien verfolge ich auch nicht mehr. Mir fehlt die Lust. Ich komme nach Hause, surfe etwas, aber so, dass ich nicht wirklich Informationen aufnehme. Es ist ein herumgeklicke. Die Studiumunterlagen bearbeitet ich nicht mit den nötigen Fleiß. Wenn man mein Leben mit einem Wort beschreiben müsste, dann mit "Zerfall". Übrigens habe ich den Eindruck das mein Intellekt auch leidet. Ich werde irgendwie "dumm" (fehlt mir vor allem in Mathe auf).


Diese Erfahrung musste ich leider auch machen. Wenn die Gesellschaft einen außen vor lässt und man psychisch entsprechend veranlagt ist, resultiert das in Entpersonalisierung, inhaltlicher Leere und nachlassender Interessen. Man wird gleichgültig und der Intellekt verkümmert.

Ich kann dir nur raten, diesen Kreislauf jetzt zu stoppen. Versuche dir, deine Stärken bewusst zu machen. Die Menschen müsssen dich nicht alle mögen. Es geht um deine Zukunft!

30.11.2013 16:06 • x 1 #15


hallo zusammen, hallo divio,

als ich mit 28 jahren, und das ist nun 8 jahre her, mein studium begonnen hatte, ging es mir genauso wie du es schilderst.ich stamme ebenfalls aus nicht sehr guten verhältnissen.

jedes semester machte ich mir die gleichen gedanken wegen der soz. kontakte an der uni. ab und an ergaben sich auch kontakte, weil man sich in arbeitsgruppen schliessen konnte etc.

aber es waren immer nur zweckgemeinschaften, keine freundschaften.

ich habe letztlich alleine studiert. es war nicht einfach, ich habe jeden beneidet der in der gruppe zur mensa lief. die anderen um ihren spass beneidet. ich hatte jedes neue semester die hoffnung, dass sich doch die ein oder andere gute bekanntschaft ergibt. irgendwann tat ich mich mit einem studenten zusammen. ich kam mir zwar oft vor, als sei ich seine mutter. aber irgendwie ergänzten wir uns ganz gut. und ich empfand die tage nicht so qüalend.

aber letztlich war es ein sehr einsames studium, mit vielen traurigen phasen ( 5 jahre). hätte ich damals gewusst, dass es so was wie die vhs gibt, oder es einen uni-chor gibt, ich hätte daran teilgenommen.

leider wusste ich davon nichts. ich verbrachte auch die zeiten nach der uni alleine.

ich würde dir den rat geben, das studium bloß nicht deswegen abzubrechen. vllt. kannst du am uni-sport teilnehmen, etc.

heute bin ich stolz auf mich. ich bin akademikerin und verdiene gut. meine erfahrung ist, dass menschenleider kommen und gehen, ein beruf aber bleibt.

hast du denn ausserhalb deines studiums freunde und bekannte?


ich habe leider generell wenig soz. kontakte. ich versuche aber immer wieder etwas daran zu ändern.

30.11.2013 16:07 • #16


Hallo divo,

ich weiß wie es Dir geht. so eine situation wie Du sie aus den ersten zwei wochen schilderst, hatte ich auch zu beginn meines fachabis. schon nach ein bis zwei tagen saßen alle irgendwie zusammen und haben geredet und scherze gemacht, als ob sie sich schon seit jahren kennen, bei einigen war das auch der fall aber viele hatten sich auch erst neu kennengelernt und ich saß nur da und dachte auch *wtf* oO
in der zeit ging es mir auch ziemlich mies, gerade die ersten monate waren eine qual und ich hab geheult und wollte nicht mehr. einmal wurde dann noch ein scherz gemacht, weil ich so schweigsam war aber ich denke, dass war nicht böse gemeint, sondern war einfach ein unüberlegter kommentar bzw. wollte man mich vllt aus meinem schneckenhaus locken.
mit der zeit wurde es dann besser und ich hatte mich mit einem mädchen aus der klasse angefreundet mit der ich in und nach der schule zusammenwar.

dann im studium war es aber alles wieder wie vorher..
diese losen gruppenverbände sind wirklich ein großer stolperstein wenn es um das knüpfen von freundschaften/bekanntschaften geht, gerade für sozialphobies :/
der einzige vorteil war, dass ich am anfang zwei mädels aus der parallelklasse meiner schulischen ausbildung wiedergetroffen hatte und mit ihnen eine WG gegründet hab. so hatte ich dadurch immer soziale kontakte, auch wenn ich im studium selbst niemand weiter hatte (die mädels aus meiner WG waren meist in anderen gruppen).

vllt könntest Du auch eine anzeige aufgeben -am schwarzen brett oder in der campuszeitung- für eine WG-gründung. falls sich dieses semster niemend findet, versuch es wieder. dann hast du zumindest nach der uni ein paar leute.
und schreib Dir mal auf, was Du wirklich willst und was Du nicht willst. willst Du das studium wirklich, oder willst Du es nur Deiner familie zeigen, aber wenn Du es wirklich willst, dann zieh es durch.
konzentrier Dich auf Dich und mach Dein ding, häng nicht mehr an der oberschulzeit fest, auch wenn das schwer ist.
vllt spielst Du ja auch gern pc-games (ich dacht bei informatikern ^^), vllt gibt es leute mit den du mal auf ne lan-party gehen kannst oder so...

14.12.2013 13:51 • #17

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Vielen Dank für das Feedback.

Zitat von diesonnescheint:
Hey Divio,

das klingt ja wirklich finster wie Du Deine Situation siehst. Es ist doch nicht gleich ein totaler Zerfall, wenn Du nicht sofort gute Kontakte hast und nach so einem neuen Schritt im Leben die Dinge etwas infrage stellst.


Mir würde auch schon Kontakte reichen. Kontakt zu irgendjemand. Der muss dann noch nicht einmal gut sein. Aber so ganz alleine im Hörsaal werde ich nach und nach paranoid. Ich beginne schon damit alle als feindlich abzustempeln. Das ich so (subtil) denke ist für mich kurios, denn vorher war ich anderen offen, wenn man die üblichen Blockaden bei einer sozialen Phobie "abzieht". Aber ich glaube mittlerweile kann ich mich nicht mehr auf die Kommilitonen einlassen. Mein Alltag besteht aus: in die Vorlesung rein, sich setzen und mit niemanden sprechen, sich ziemlich abgefahrenen und schweren Stoff reinzuziehen und währenddessen mit der eignen Müdigkeit zu kämpfen, bei Vorlesungsende zügig abzuhauen und wieder ins Loch zu verkriechen. Das ist natürlich eine recht unbefriedigende Art sein Leben zu leben.


Zitat von diesonnescheint:
Sind Dir die Typen denn sympathisch? Für mich klingt das nicht so.


Ehrlich gesagt beginne ich meine Kommilitonen zu hassen. Es ist sehr schlimm das ich das gerade schreibe, aber so empfinde ich das. Das Studium ist schlimmer als in meinen finstersten Alpträumen.


Zitat von diesonnescheint:
Im Moment sind da nun mal keine Kumpels und Zeit und Energie zum Weggehen hättest Du im Moment doch vermutlich eh nicht, oder? Es werden auch wieder andere Zeiten kommen, so wie Du es aus Abi-Zeiten kennst.


Möglicherweise. Aktuell ist die Situation allerdings ziemlich verherrend. Mir geht's nicht nur psychisch schlecht, sondern auch körperlich. Es fühlt sich so an, als würde jede Zelle meines Körpers Nein schreien. Ich fühle mich wie im falschen Film.

Zitat von diesonnescheint:
Wie können wir Dich denn motivieren?
Sonne


Danke für deinen Beitrag. Feedback hilft mir schon bisschen. Ich befinde mich in einer schlimmen Krise. Zu meiner persönlichen Überzeugung gehörte bislang, dass jede Krise auch eine Art Chance sein kann, sich selbst zu erneuern. Hatte schon einmal ne schlimme Krise, die dazu führte das sich mein Leben um 180 Grad wendete. Mal schauen.

Zitat:
Diese Erfahrung musste ich leider auch machen. Wenn die Gesellschaft einen außen vor lässt und man psychisch entsprechend veranlagt ist, resultiert das in Entpersonalisierung, inhaltlicher Leere und nachlassender Interessen. Man wird gleichgültig und der Intellekt verkümmert.


Ja, es passieren seltsame Dinge zur Zeit mit mir. Entpersonalisiert ist ein gutes Wort. Ja genau so geht es mir. Alles was mich bis zum Studium aus gemacht hat verschwindet. All meine Erfahrungen und Fortschritte die ich bezüglich meiner sozialen Phobie gemacht habe verschwinden. Mein Intellekt und meine Konzentration "zerbrösseln". Selbst negative Dinge verschwinden. Bisher war ich ein ziemlich Fressack, der bei Stress sich allen möglichen Süßkram reingeschoben hat. Seit ein paar Wochen esse ich fast gar nichts mehr. Ich hab einfach keinen Hunger mehr.

Was passiert mit mir?

Zitat von elvan2:

aber es waren immer nur zweckgemeinschaften, keine freundschaften.


Ja, das ist so ein Punkt den ich sehr stark zu spüren bekomme. Die Leute sind krass egoistisch. Sehr auf Nutzen ausgerichtet. Ich hatte bereits einen Kommilitonen beim Programmieren geholfen. Wir verstanden uns gut (haben uns über Gott und die Welt unterhalten) - zumindest solange ich Input liefern konnte. Als ich mal nicht weiter wusste und ich auf "Zusammenarbeit" gehofft hatte, war es ganz schnell vorbei. Heute grüßt mich derjenige gar nicht mehr. Ich kann es ehrlich gesagt gar nicht fassen, dass es so ist. Mich macht das sprachlos.

Ein anderer Kommilitonen, mit denen ich ein paar Tage "zweck-befreundet" war, wird sogar recht offensichtlich von einer Gruppe von Mädels ausgebeutet. In den Mathe-Vorlesungen sitzen sie immer neben ihn und durchlöchern ihn mit allen Fragen, aber außerhalb der Vorlesung grüßen sie den Typ noch nicht einmal. Und wie ich erst letztens mitbekommen habe, scheinen sie den Typ auch noch "hintenrum" zu mobben (bezüglich seines Aussehen), obwohl er ihnen hilft. Widerlich. So langsam verliere ich wirklich jeden Respekt von einigen Kommilitonen.

Also ich bin nicht nur so negativ eingestellt, weil ich wenig Kontakt habe, sondern auch weil der Kontakt, den ich bisher zu den Kommilitonen hatte, nicht besonders erfreulich war. Wahrscheinlich sind nicht alle Kommilitonen so "sozial unverträglich", aber die Quote solcher fragwürdigen Genossen ist doch recht hoch.

Zitat von elvan2:
aber letztlich war es ein sehr einsames studium, mit vielen traurigen phasen ( 5 jahre). hätte ich damals gewusst, dass es so was wie die vhs gibt, oder es einen uni-chor gibt, ich hätte daran teilgenommen.

leider wusste ich davon nichts. ich verbrachte auch die zeiten nach der uni alleine.


Das ist schade, vor allem weil man sich sonst anhören wie "gut" das Studentenleben doch sei.

Zitat von elvan2:
hast du denn ausserhalb deines studiums freunde und bekannte?


ich habe leider generell wenig soz. kontakte. ich versuche aber immer wieder etwas daran zu ändern.[/quote]

Bei mir ist es so, dass meine Freunde weggezogen sind. Meine soziale Kontakte reduzieren sich auf 0.


Zitat von cup pf tea:
konzentrier Dich auf Dich und mach Dein ding, häng nicht mehr an der oberschulzeit fest, auch wenn das schwer ist.
vllt spielst Du ja auch gern pc-games (ich dacht bei informatikern ^^), vllt gibt es leute mit den du mal auf ne lan-party gehen kannst oder so...


Ja, die Oberschulzeit ist vorbei. Mittlerweile dämmert es mir auch. Wenn ich (wieder) mit Games anfangen würde, dann kann ich das Studium gleich vergessen. Dann würde ich im Zocker-Sumpf versinken. Außerdem fühle ich mich zu alt, um Sachen zu machen, die ich mit 15 und 16 gemacht habe.

Ich muss noch herausfinden, was mein Ding ist.

17.12.2013 15:38 • #18


Schön, dass es diese Community gibt. Was zur Zeit mit mir passiert ist einfach zu krass. Jetzt sitzt ich schon seit 12:00 Uhr hier, hab eigentlich einen Berg voller Arbeit, aber ich bin total blockiert. Ständig fahre ich mit meinen Händen durch die Haare, fühle mich unwohl, die Luft wird mir knapp und ich zittere. Am liebsten möchte ich schreiend aus den Fenster springen oder ein Fass mit eiskalten Wasser über mich schütten. Und das geht jetzt schon neun Stunden so! Alles fühlt sich diffus an. Meine Gedanken sind total durcheinander. Es ist ein totales Chaos. Nichts halte ich lange, wenn ich mich sitze, muss mich gleich darauf ins Bett legen und wenn ich mich ins Bett lege, habe ich den Drang wieder mich zu setzen. Sorry, das ich mich hier ausheule, aber ich weiß sonst nicht, mit wen ich darüber reden bzw. schreiben soll. Das was ich gerade durchmache, habe ich vorher noch nicht erlebt und ich weiß auch gar nicht, ob das alles nun mit meinem Studium und der Situation zusammenhängt.

17.12.2013 21:59 • #19


Das hört sich ja gar nicht gut an! Dass sich so gar keine Kontakte ergeben, ist schon komisch. Da verstehe ich, dass du die anderen mittlerweile als Gegner siehst. Du dürftest da an eine echt komische Truppe gelangt sein. Ist zwar ungewöhnlich, dass unter so vielen Leuten kein einziger Mensch ist, der zu dir passt, aber es muss nicht an dir liegen. Mach dir das klar! Resignierter Rückzug ist aber auch keine Lösung. Ich würde an deiner Stelle weiterhin grüßen, Smalltalk versuchen usw., auch wenn die Aussicht auf Freundschaften minimal ist. Rückzug lässt einen komplett vereinsamen und man kommt da ganz schwer wieder raus, weil man den Umgang mit anderen Menschen verlernt. Man wird immer mehr zum Sonderling, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Dieses Chaos mit Hinlegen, Hinsetzen, nervös und unkonzentriert sein kenne ich übrigens auch, das ist tatsächlich psychisch bedingt, aber geht von selbst wieder weg. Zumindest bei mir sind das bloß kurze Phasen, hat bei mir viel mit dem Vollmond zu tun. Den haben wir jetzt auch grade

17.12.2013 22:31 • #20



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