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Hätte mal nie gedacht, das ich in solch ein Forum poste, aber mittlerweile werde ich immer ratloser.
Ich bin glücklich verheiratet, Mitte 30, wir haben eine wunderbare Tochter usw. Familiär alles supi.
Was mir allerdings immer mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist die Tatsache, das sich immer mehr "Freunde" meiner Frau nichts mehr mit ihr zu tun haben wollen, da sie mit mir nicht klar kommen. Ich muß zugeben, ich bin ein Mensch, der sehr direkt sein kann und ich nehme andere auch gerne auf die Schippe. Allerdings kann ich genauso gut auch einstecken. Die meisten kommen allerdings mit solch einer direkten Art im privaten Bereich klar. Warum auch immer. Auf der Arbeit komme ich mit den meisten Kollegen eigentlich immer sehr gut klar. Habe jetzt auch die Stelle gewechselt und vielen Kollegen hat es offensichtlich schon leid getan, das ich gegangen bin. Privat hatte ich leider noch nie einen großen Freundeskreis. Die Freundschaften, die ich bis jetzt geschlossen habe, sind entweder durch Auswanderung oder leider auch durch Krankheit mit anschließendem Tod beendet worden. Hört sich doof an, ist aber leider so. Da ich aber auch schon einige "Freunde" hatte, die mich nur ausgenutzt haben, hatte, habe ich irgendwann mal ganz dicht gemacht und bin bis jetzt eigentlich gut damit gefahren. Ich für mich möchte und brauche keine Freunde. Ist ein Resultat aus teilweise stärkeren Depressionen und Erfahrungswerten.
Was ich aber sehr schlimm finde, das die Freunde meiner Frau sich sogar von Ihr abwenden. Und das, obwohl ich meistens gar nicht dabei bin, bei irgendwelchen Treffen. Mittlerweile suche ich mir schon eine andere Beschäftigung, wenn sich mal einer zu uns verirrt, damit ich nicht auch noch die Letzten vergraule. Ich möchte nicht, das meine Frau und unsere Tochter wegen mir vereinsamen muß. Das tut mir im Herzen sehr weh, das man beide links liegen läßt, nur weil viele mit mir einfach nicht können. Wenn ich mal da bin, wenn Besuch da ist, versuche ich schon gar nix verkehrtes oder so zu sagen, damit ich keinem auf den Schlips trete. Andererseits will ich mich aber auch nicht immer verbiegen müssen, nur weil die Leute mich nicht so nehmen wie ich bin. Wir haben vor sieben Jahren geheiratet und seitdem unsere Tochter auf der Welt ist (6 Jahre) lebe ich in dem Dorf aus dem meine Frau kommt. Hier in der Eifel wird man allerdings auch recht schnell als Außenseiter abgestempelt, wenn man sich nicht direkt ins dörfliche Leben wirft. Mir ist sowas aber einfach zu viel, weil ich es auch nie in der Form kennen gelernt habe. Meine Frau ist hier geboren und aufgewachsen und ich finde es so schwach von den Leuten, das man sie einfach so links liegen läßt, nach sovielen Jahren der tollen Freundschaft.
ich gehe schon nirgendwo mit hin, weder Kirmes noch Karneval, was hier ja nationale Feiertage sind. Auf der Straße gehe ich auch fast jedem aus dem Weg, nur damit ich nix falsches sage. Geburtstagseinladungen oder sowas kommen eh keine mehr. Bin ich denn wirklich so schlimm? Ich halte mich eigentlich für hilfsbereit und recht offen. Allerdings sage ich auch alles so offen wie ich es denke und wie gesagt, ich nehme die Leute gerne mal auf den Arm. Aber irgendwie kommt das überhaupt nicht an. Ich suche nicht die Schuld dafür bei den anderen sondern schon bei mir. Meine Frau liebt mich so, wie ich bin. Allerdings merke ich das auch, das sie immer mehr darunter leidet, das sie auch gemieden wird. Und wie gesagt, das tut mir einfach sehr weh. Aber was soll ich tun? Was würdet ihr in meiner Situation machen? Noch mehr den Leuten aus dem Weg gehen, geht schon gar nicht mehr. Ich würde gerne mal wieder was mit meiner Frau zusammen machen. Auch hier im Ort. Aber sobald ich mit aufkreuze, stehen wir auch schon wieder alleine da. Mir zwar egal, aber nicht für meine Frau. Ich bleibe halt schon immer zuhause und sage ihr, sie soll wenigstens gehen und sich amüsieren. Macht sie auch, aber ihr wäre es natürlich auch lieber, wenn wir mal zusammen gehen würden.
Ich bin total ratlos und weiß nicht, wie lange meine Frau das auch noch durchhält. Komme ich mit, ist es verkehrt. Bleibe ich zuhause, ist es genauso verkehrt und man ist ja der doofe Aussenseiter. jetzt wo ich das alles mal so geschrieben habe, geht es mir aber immer noch nicht besser, denn es ändert nichts. Für mich möchte ich keine Verbesserung, aber ich möchte nicht, das sich alle Leute von meiner Frau und für später auch von meiner Tochter abwenden. Was würdet ihr mir Raten!?

21.03.2009 00:11 • 21.03.2009 #1


4 Antworten ↓


Hallo!Nur ne Frage.Bist Du freiwillig in dieses Dorf gezogen?Liebe Grüße

21.03.2009 10:52 • #2



Vereinsamung, aber weniger mein Problem

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Ja, hauptsächlich meiner Frau zuliebe. Die Gegend selbst ist auch sehr schön und wir haben auch ein eigenes Haus hier (geerbt).

21.03.2009 11:34 • #3


Offensichtlich fühlst Du Dich dort aber nicht so wohl.Hast Du sonst noch Ängste oder Beklemmungen entwickelt?
Findest Du die Freunde Deiner Frau nett oder sind sie nur eine salopp ausgedrückt "Beigabe"?
wie siehts mit Deinen Freunden aus?Liebe Grüße

21.03.2009 11:46 • #4


Zitat von mbraduldo:
Tod
Zitat von mbraduldo:
Depressionen
Zitat von mbraduldo:
Außenseiter

Hat der Tod für Dich einen (religiösen/spirituellen) Sinn?

Depression ist die Unfähigkeit zu trauern.

21.03.2009 15:45 • #5




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