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Hallo,

mir hat es anfangs geholfen anderen Leuten hier im Forum zu helfen, aber jetzt erstelle ich selbst mal einen Thread.

Meine Seele ist gerade ziemlich verwirrt und kaputt und mein Herz leer und doch überfüllt. Ich weiß nicht, ob mir bereits die Leere in mir drin und um mich herum zu Kopf steigt und ich einfach nur raus will oder ob ich mich mal ausquatschen muss, aber Niemand da ist mit dem ich reden kann.

Ich habe viele Jahre wegen Krankheit sehr zurückgezogen und einsam gelebt.
Ich habe dadurch meine komplette Jugend irgendwie verpasst und kam nie dazu richtige (Schul-)Freundschaften zu schließen. Die wenigen Kontakte die ich hatte, habe ich schon sehr früh verloren. Freundinnen haben sich abgewendet, weil ich einfach nicht "dabei" sein konnte und mein bester Freund verstarb sehr plötzlich als meine Krankheit noch ziemlich am Anfang war und dann war da plötzlich Niemand mehr.
Dazu kam, dass über die Jahre auch innerhalb der Familie viele wichtige Menschen starben.

Durch diese Verluste bekam ich irgendwann Angst, dass ich der Auslöser, bzw. ich persönlich der Tod oder ein schreckliches Gift bin, das geliebte Menschen durch meine bloße Anwesenheit/Nähe tötet.
Heute weiß ich, dass das Quatsch ist und es nicht in meiner Hand liegt, wenn Jemand durch tragische Geschehnisse, Unfälle oder Krankheit stirbt.

Irgendwann nach vielen Jahren ging es mir gesundheitlich besser und plötzlich zerdrückte mich die Einsamkeit von allen Seiten. Ich hatte mehrere Jahre schlimme Panikattacken und Ängste, auch Ängste vor anderen Menschen- dass ich ihnen weh tue oder sie mich abstoßen. Wahrscheinlich habe ich auf diesem Wege viel meiner Selbstliebe verloren oder gar nicht aufgebaut.

Auf jeden Fall wollte ich raus.
Ich wollte plötzlich aufholen und das was ich verpasst hatte nachholen. Ich wollte wissen wie die Menschen "da draußen" so sind und meinen teilweise schon "Hass" gegenüber der Gesellschaft und Menschen, durch blöde Prägungen auf die Probe stellen und dem Leben und den Menschen und Kontakten eine Chance geben mich vom Gegenteil zu überzeugen.
Also legte ich meine kritische Meinung ab und ging mit "neuen Augen" hinaus.
Ich wollte wissen was Liebe eigentlich ist und ob ich so was auch finden kann und ich wollte Freunde, Menschen mit denen ich lachen kann.
Ich wollte nicht länger um all die verstorbenen und fehlenden Menschen trauern, sondern ihnen zeigen, dass ich leben kann und mein Leben nicht weg werfe, nachdem ihnen ihr kostbares Leben einfach so genommen wurde.

Es dauerte Zeit mich zu überwinden, es dauerte bis ich mich irgendwie "innerlich vorbereitet" hatte, es dauerte Zeit bis die Dinge ins Rollen kamen, doch irgendwann war der Tag plötzlich da und ich merkte, dass ich "unter Menschen" war.

Ich habe anfangs nie Horden an Menschen oder Gruppen getroffen, sondern fing es erstmal mit einer Person an, doch schnell lernte ich Freunde der Person kennen und musste mich nach jahrelanger Zurückgezogenheit beweisen- und siehe da "Man merkt dir das gar nicht an!".
Und auch wenn ich in mir drin sehr viele Gefühle hatte, sehr viel Wirrwarr, sehr viele neue Eindrücke- gefiel es mir.
Ich mochte es Neues zu erleben, aber ich merkte auch wie ich doch irgendwie eine Außerirdische war/bin.
Für mich war es neu mit der Bahn durch Großstädte zu fahren, mit Leuten die ich gerade erst kennengelernt hatte am Tisch zu sitzen und zu reden usw., ganz ohne Vorplanung in Gespräche einbezogen zu werden und dann auch noch was sagen zu können (lebte ja einige Jahre für mich allein!).
Das stresste mich hier und da natürlich auch, manchmal sogar sehr, aber es blieb dabei "Man merkt dir das gar nicht an!".

Doch so schön und gut sich einiges angefühlt hat, auch das "ich kann ja ganz schön viel" und "ist ja gar nicht so schlimm", kamen irgendwann ziemlich schnell die Probleme.
Ich weiß nicht wie ich das sagen soll, aber irgendwie war diese Aktion "ich geh hinaus in die Welt" als wäre ich ein kleines unbeschriebenes Blatt oder ein Kleinkind, das man auf die Welt losgelassen hatte, aber ohne die Eltern die das Kind führen und auf bestimmte Dinge vorbereiten.

So bin ich mit großen leuchtenden Augen durch die Welt gelaufen und habe sie mir teils verwundert und bewundernd, teils schockiert und traurig angesehen. Doch ich hüpfte dort entlang, wollte lernen, wollte sehen, wollte erleben- und schon sprang ich in eine Falle, die mich wie eine Bärenfalle zerquetschte.

Durch die "Isolation" während meiner ganzen Jugend und auch dem jungen Erwachsenenalter bin ich so ziemlich frei von "Klischees", bzw. ich konnte mir davon selbst eine Meinung bilden ohne dabei dem Gruppenzwang o.ä. zu verfallen ^^. Also vielleicht fehlen mir bestimmte Erwartungen an Etwas?
Und durch das was ich erlebt habe bin ich sehr nachsichtig und offen.
Wie soll ich sagen? Ich Bereich Empathie habe ich sehr viel abbekommen oder mir selbst angeeignet?! Ich kann mich gut in andere Menschen und deren Situationen hinein versetzen und bin sehr unvoreingenommen was Themen angeht.
Also kurz gesagt. Man kann mir alles sagen, ich behalte es für mich und zeige auf keine Person drauf und lache ihn/sie aus oder sonst was, sondern wenn es angebracht ist helfe ich.

Im Grunde möchte ich einfach nur glücklich sein (ich weiß, dass dazu auch mal traurige Momente und Tage gehören) und mich mit lieben Menschen umgeben, die mir vielleicht sogar noch etwas beibringen können oder einfach nur mit mir lachen, weinen, mir zuhören, mir vertrauen und mich auch für sie dasein lassen (ja, verdammt, ich musste feststellen, dass viele Menschen sich nach Zuneigung sehnen, aber es nicht zulassen wollen ). Man ist füreinander da und passt auch, wenn es darauf ankommt auf den/die Anderen auf.
Man verletzt sich nicht gegenseitig so sehr, dass zumindest einer davon sich nicht mehr richtig davon erholen kann und vor allem lässt man sich nicht im Stich!
Menschen kommen und gehen, aber wieso nicht mit einem Lächeln auf dem Gesicht, sondern mit Messern, die in Herzen gebohrt werden?!

Ich bin ein Mensch, der zwar sehr viel in seinem eigenen Kopf lebt und auch das Denken niemals abstellen kann, sich ständig Sorgen und Gedanken macht und der Kopf beinahe vor Gedanken platzt, aber ich bin ein Mensch, der wohl alles mit 100% Herz tut.
Ich liebe nicht nur halb. Ich höre nicht nur halb zu. Ich fühle nicht nur halb. Ich bin nicht mal da, mal weg- ich bin immer da.

Meine Bärenfallen sehen immer so aus, dass ich mich für Kontakte, Beziehungen, Freundschaften völlig aufopfere und meine Grenzen an Kraft und Energie sogar oft überschreite.
Das "Schlimme" daran ist, dass ich es will.
Ich möchte für andere Menschen, vor allem für die die ich liebe Alles geben.
Aber es wäre auch nett, das zurück zubekommen :'(.
Natürlich möchte ich nicht, dass jemand seine Grenzen an Kraft überschreitet, aber zumindest keine Versprechen macht die nicht gehalten werden und alles was ich möchte ist, dass man mich nicht immer und immer wieder zurücklässt und mir dabei das Herz bricht.
Ist das egoistisch? - Ich weiß es nicht.
Und natürlich sehe ich auch keinen Sinn darin einen Kontakt oder eine Beziehung aufrecht zu erhalten, wenn es nur noch für alle Beteiligten Kräfteraubend ist.
Aber gehen ohne zu kämpfen?
Ich sehe immer nur wie Menschen, sobald es nicht mehr angenehm ist, ihre Füße nehmen und rennen und nur noch nach ihrer eigenen Sicherheit schauen.
Und da bin ich- falle und niemand fängt mich auf- nein- man reißt noch die weiche Matte weg, damit ich noch tiefer auf harten Boden krache.

Ich bin eine sehr sensible, ruhige Person- ich hasse es zu hassen.
Und deshalb hasse ich es zu hassen, wenn man sich im Streit oder in Furcht, Hass und Schimpferei trennt.
Oder gar etwas offen stehen lässt.
Oder eiskalt davon marschiert.

Wieso ist es so schwer?
Wieso kann man nur hassen oder lieben?
Wieso kann man sich nicht lieben und dann einfach "anders lieben"- Freunde sein- Freunde bleiben.
Wieso ist so etwas immer so extrem brutal- es werden Herzen raus gerissen oder auf Gefühlen rumgetrampelt?
Wieso kann Liebe nicht so ehrlich und rein und stark sein, dass nicht sogar schon eine Obstfliege das "Band der Liebe" ins Schwanken geraten lässt und dann sogar zerreisst?
Wieso hält man das was man liebt nicht fest, drückt es an sich und lässt es nie wieder los?

Es gibt doch diese wundervollen Tage, die einen Jeden von uns träumen lassen- die, die den Wunsch entstehen lassen, dass jeder Tag so sein soll.
Dafür lohnt es doch zu kämpfen?

Ich habe schon so viel kaputt gehen sehen- Familien, Freundschaften, Beziehungen… Eltern trennen sich, Kinder werden im Stich gelassen, Ehen zerbrechen, Freunde verraten…
Alles was ich selbst erlebt habe und gesehen habe, das hat mir eine ordentliche Depression gebracht.

Es kommt mir sehr wohl darauf an WER da in meinem Leben ist, bisher haben es nur sehr besondere und sehr tolle Menschen (natürlich gibt es da draußen noch mehr tolle Menschen, die ich nicht alle kennenlernen werde ;') ) in mein Leben geschafft und näher an mich heran gelassen habe.
Menschen von denen ich Seiten gesehen habe, die ich als sehr lieb und unglaublich fantastisch ansehe, was diese Menschen sehr wertvoll macht.
Menschen die ich gerne in meinem Leben hatte und auch gerne in meinem Leben behalten hätte- ABER es kam meistens der Punkt als ich ihre "schrecklichen" Seiten sehen musste.
Manchmal dachte ich sogar und vielleicht ist es auch so, dass ich mich völlig in einer Person getäuscht habe, weil plötzlich Dinge geschehen sind, die ich niemals von ihnen erwartet hätte.
Dinge, die mir Angst gemacht haben und mich sehr verletzt haben- doch im Endeffekt haben sie immer noch ihre tollen Seiten oder nicht?
Ich habe schon ganz wunderbare Menschen gehen sehen, irgendwie sogar ganz ohne Grund :'(.

Ich kenne es leider auch schon diejenige zu sein, die gegangen ist als es nicht mehr ging.
Aber ich habe alles menschenmögliche getan, Chancen gegeben und selbst gekämpft um es wieder hinzubekommen. Habe mich abermals aufgeopfert und am Ende war ich die Idiotin, die noch sehr wüst beschimpft wurde und der Hass auf mich kam zustande und wuchs.
Und dann ging ich, doch immer mit dem Versprechen "wenn du mich brauchst, bin ich da- ich bin immer da".
Und nie ging ich so einfach davon, eiskalt- und weg, sondern ich blieb so lange ich konnte, versuchte zu retten, versuchte den Aufprall abzufangen und war ehrlich.

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich schon viele Erfahrungen mit dem Tod gemacht habe und weiß wie es ist Jemanden "für immer aus dem Leben zu verlieren".
Aber mir fällt es so wahnsinnig schwer Menschen in meinem Leben gehen zu sehen.

Ich ertrage es nicht immer und immer wieder enttäuscht und verlassen zu werden.
"Bitte verlass mich nicht."
Das macht mich so traurig.
Und ich verstehe nicht, wie die Menschen das Gute nehmen können und es zu einem grausigen Monster machen. Es macht mir Angst wenn Jemand laut wird oder sogar schreit, wenn die Gesichter wütend sind und ihre Blicke eiskalt. Mir tut das so weh.

Jetzt bin ich wieder an einem Punkt.
Ich fühle mich so leer, kann nirgendwo hin, habe niemanden zum reden, niemanden der mein Herz hält.
Da ist Niemand, der sagt "Hey, alles wird gut- atme. ".
Stattdessen ist da nur diese unheimliche Leere und so überwältigende Einsamkeit, dass sich mein Inneres anfühlt als würde es zerspringen, explodieren oder als würde ich bald einfach verschwinden.
Als wäre ich ein Geist, der immer mehr verblasst.
Ein Gespenst, durch das Jeder hindurch guckt- und dann bin ich irgendwann weg- einfach so- keiner merkt es.
Es kommt mir so vor als würde mein Wunsch nach Freunden und Familie lächerlich sein.
Als wäre ich ein Persönchen, ein Gespenst, das es nicht wert ist geliebt zu werden, nicht wert lieben zu dürfen, nicht wert gesehen oder gehört zu werden.

Irgendwie verlassen und vergessen mich alle.

Und jetzt gerade tut es einfach so weh (wie schon so oft oder schon seit langem?!). Und ich kann nicht mehr einfach Zuhause bleiben und meine "Höhle" neu errichten. Sitze da und halte den ganzen Tag ein Lächeln auf dem Gesicht und verhalte mich wie ein "Fisch der mit dem Strom schwimmt", während es mich innerlich zerreißt und ich so laut ich kann schreie und weine, die Tränen zurückhalte bis ich endlich wieder Zuhause bin.
Während mein Zuhause auch nichts sicheres mehr ist, sondern ein Gefängnis- ein unangenehmer Ort von dem ich flüchten möchte.
Da ist einfach nirgendwo jemand- ich habe gar kein "Zuhause", keinen sicheren "Platz" auf dieser Welt.

Und was mich daran auch noch wieder runterzieht?
Ich MÖCHTE rennen und lachen und leben, möchte die Hoffnung nicht aufgeben und selbst nach abertausenden Versuchen und anschließendem Scheitern ist da immer noch dieser winzig kleine, im Krieg verletzte Schimmer, der immer noch an Hoffnung glaubt.
Ein Hoffnungsschimmer, der sagt "Du hast die guten Tage deines Lebens noch vor dir." und "Steh wieder auf, sieh woher du kamst und wie weit du es geschafft hast und was du schon alles durchlebt und vor allem überlebt hast."

Dennoch ist da gerade diese sehr große Angst, dass ich nicht mehr loslassen kann von all dem Negativen, dass mir die Chancen weg gelaufen sind- dass ich die ganzen Verluste einfach nicht mehr verkrafte und das die Seele und das Herz, der Körper und die Hoffnung, diesen kleinen verletzten Schimmer nicht mehr tragen können, weil sie ineinander zusammenbrechen und zu Staub werden.
Ich habe Angst, dass mir die Kontrolle abhanden kommt und noch mehr Angst davor, dass dieser Hoffnungsschimmer eine ganz ganz große Lüge ist.

Ich will Niemanden mehr verlieren.
Es tut schon so weh die Verstorbenen nicht zurückholen zu können- ich werde in meinem ganzen Leben niemals darüber hinweg kommen- ich werde von Träumen verfolgt, weine oft und gehe an schlechten Tagen daran kaputt.
Aber da ist doch dieses Versprechen, dass ich ihnen und mir gegeben habe, das Leben zu leben und zu lachen und meine Zeit hier auf Erden auszukosten.
Ich will nicht länger traurig sein- ich möchte den kleinen Schimmer heilen, möchte ihn wahr machen, möchte wieder aufstehen und mit ganz tollen lieben Menschen dieses Leben bereichern- es teilen.
Ich möchte nicht mehr zurückgelassen werden.
Ich möchte nicht mehr alles verlieren und das Verlorene einfach vergessen.
Ich möchte das Gefühl was da gerade in mir drin ist nicht mehr spüren, aber ich möchte das es ausgetauscht wird von Wärme und Sicherheit und dabei bleibt und nicht, dass ich es nicht mehr spüre, weil ich den Kampf verloren habe :'(.

Wie komm ich denn jetzt wieder auf die Beine?

Ich ertrage es nicht vergessen zu werden.

Die Menschen verließen mich wegen Kleinigkeiten- Freunde meldeten sich einfach nicht mehr, obwohl das Versprechen kam "ich melde mich morgen", Liebe wurde zu Nichts und "für immer" hielt nicht mal ein paar Monate.

Ich habe das Gefühl ich rede und werde nicht gehört.
Ich bin da, doch niemand sieht mich.
Ich habe das Gefühl sobald ich aus der Sicht der Menschen gerate, verschwinde ich auch aus ihren Köpfen und Herzen.
Niemand scheint zu verstehen was ich sage und wie ich es meine.
Niemand sieht wie wichtig sie mir sind und wie sehr ich sie liebe.
Ich kann es ihnen sogar sagen, doch niemand scheint mich ernst zu nehmen?!
"jaja" und schon ist es vergessen?

Ich verstehe das alles nicht und ich kann es einfach nicht begreifen.
Bin ich vielleicht so dominant oder bösartig?
Nerve ich oder merke ich nicht, wenn man mich bloß benutzt?
Kann man mich nicht lieben?

Ich weiß gar nicht mehr warum ich hier ins Forum schreibe- ob ich nach Antworten suche oder sonst was. Ich weiß es nicht. Ich habe einfach angefangen zu schreiben

12.06.2015 01:59 • 25.10.2015 x 2 #1


19 Antworten ↓


darkshadow87
ich bin gerade irgendwie total sprachlos - so viele Fragen die ich mir selber häufig gestellt habe und nie eine Antwort drauf fand....

Ich habe selber viel für andere Menschen aufgeopfert und investiert, selten bis garnicht kam etwas zurück......

Selbst die Menschen gingen..... Nun brauche ich Hilfe, beinahe rat- und hilflos stehe ich mit meinen Problemen da, nur ist keiner mehr da der mir Hilfe in dem Umfang geben könnte, wie ich sie einst gab

12.06.2015 02:09 • x 1 #2



Unerträgliche Einsamkeit- Ich bin ein Geist

x 3


darkshadow87
Ich lese deinen Text immer und immer wieder und bemerke wie meine Augen sich mit Wasser füllen, als würde ich mich wieder öffnen um vergangenes bzw. verdrängtes hervor zu holen.

12.06.2015 02:21 • #3


@darkshadow87
Dann bin ich nicht allein mit all diesen Fragen?
Naja, irgendwie selbstverständlich, dass man nicht allein ist mit diesen Fragen. Allein- aber nicht mit diesen Fragen... sollte ich jetzt lachen oder weinen?
Ich habe das Gefühl es gibt so unendlich viele einsame Menschen. Alle auf der Suche nach etwas- auf der Suche nach Antworten- auf der Suche nach einem Ruheplatz, Verständnis, Geborgenheit...

Ich begreife das alles auch nicht. Ich sehe auch wenn sich andere Menschen bemühen, auch viel geben und im Nachhinein zweifele ich an dem was sie gegeben haben und was ich gegeben habe. Habe ich vielleicht ihre Bemühungen nicht verstanden? Gab es von ihrer Seite gar keine? Gab es von ihrer Seite zu viel und ich habe es nicht gemerkt? Oder haben sich alle Beteiligten bemüht und man hat aneinander vorbei gedacht? Oder sahen meine Bemühungen aus als wollte ich ihnen etwas Böses?
Ich sehe schon.... da kommen immer mehr Fragen zustande.... ohje .

In meinem Kopf ist so viel Chaos, Sorgen, Gefühle, Hoffnungslosigkeit und Hoffnung zugleich- eigentlich sollte ich mehr als drei Köpfe haben um all diese Gedanken überhaupt haben zu können :'''')

12.06.2015 02:22 • #4


darkshadow87
Ich stand letztens vor der Aufgabe einen psychologischen Lebenslauf zu schreiben für die Wiederaufnahme meiner Therapie. Als ich fertig gewesen bin und es selber nochmals las, kam mir der Titel "Geprügelter Hund" in den Sinn. Der Lebenslauf las sich wie das Tagebuch eines Leidenden.

Ich fühle mich auch häufig missverstanden und ungeschätzt, womöglich Folgen der letzten Jahre....

12.06.2015 02:29 • #5


@darkshadow87
Das Schlimme daran ist, wenn man sich zu sehr an die Vergangenheit erinnert, dass dann die Angst aufkommt die Zukunft wird genauso. Zumindest ist das bei mir so.
Und eigentlich möchte man nichts anderes als diesen Kreis von Leid und Schmerz und Einsamkeit zu durchbrechen und genau DAS was man schon hatte nicht noch mal haben.
Endlich mal was aus dem Leben machen, endlich das Leben leben, endlich frei von all dem Schmerz sein.

Ich frag mich oft woher dieses Gefühl "unverstanden zu sein" kommt.
Haben wir Menschen verlernt einander zu verstehen?
Hören wir nicht richtig zu?
Fehlen uns die Antworten?
Sind mittlerweile alle Köpfe so sehr von Sorgen belastet, dass die Sorgen anderer nicht mehr hinein passen?
Oder verstehen wir sehr wohl einander, aber sind wir alle in ähnlichen "Situationen" und kennen nicht mal eine Antwort für uns selbst und können sie deshalb auch nicht weiterreichen?

12.06.2015 02:49 • #6


darkshadow87
@Chihiro

Ich habe Probleme damit die Vergangenheit zu verarbeiten bzw. abzuhaken. Ich suche nach dem berühmten "Wieso, weshalb und warum".
Wir haben nicht verlernt einander zu verstehen. Mir fällt nur auf das der Mensch immer mehr dazu neigt auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein und dafür im Zweifel auch Freunde opfert durch Verrat etc pp.

Der Mensch sucht ja seit Gedenken bereits noch einer Antwort und findet diese nicht. Die berühmte Frage nach dem Sinn.

P.S.: Wann planst du deine nächste Reise ins Zauberland?

12.06.2015 02:59 • #7


@darkshadow87

Hmm... manchmal sehe ich die Vergangenheit als etwas an aus dem ich lernen kann, manchmal als den Anfang vom Ende und manchmal buddel ich darin rum, verkrieche mich darin und suche auch nach dem "warum, weshalb, wieso" ;').

Ja, das stimmt. Sehr viele Menschen sind blind für andere Menschen und deren Probleme, viele verschließen die Augen auch davor und viel zu oft wird nur an sich selbst gedacht- Beine in die Hand und weg- .

Ich finde immer noch die Vorstellung sehr schön im Hier und Jetzt leben zu können. Das was man hat schätzen, die Vergangenheit ruhen lassen (man kann sie ja eh nicht mehr ändern) und die Zukunft nicht fürchten. Allerdings habe ich keine Ahnung wie man im Hier und Jetzt leben kann, bisher habe ich noch keinen Weg gefunden .


Hehe... Zauberland

12.06.2015 03:08 • #8


darkshadow87
Zitat von Chihiro:
Allerdings habe ich keine Ahnung wie man im Hier und Jetzt leben kann, bisher habe ich noch keinen Weg gefunden


Hehe... Zauberland


Ich stehe vor dieser Frage auch wie das geht.....
Aber immerhin kam der Zaunpfahl mit dem Zauberland schon mal an

12.06.2015 03:12 • #9


@darkshadow87
Hm, wahrscheinlich ist das auch nur wieder so eine Kopfsache mit dem Hier und Jetzt. Aber Gedanken sind ja auch "bloß" so eine Kopfsache- und die schaffe ich auch nicht einfach abzustellen- nicht mal kompliziert schaffe ich das .


Zitat von darkshadow87:
Aber immerhin kam der Zaunpfahl mit dem Zauberland schon mal an

haha- ja. Ich wollte erst schreiben "Ab ins Zauberland und da sind die meisten Menschen Schweine- aber dafür braucht man nicht extra ins Zauberland.".
Aber das fand ich dann zu gemein und deshalb habe ich es nicht geschrieben .

12.06.2015 03:20 • #10


darkshadow87
Ich kämpfe gerade mit wahnsinnigen Verspannungen rund um das Brustbein. Ich bin panisch bis ins Mark und komme daher nicht ins Bett. Wäre es ein Herzinfarkt würde ich Stunden nach den ersten Spannungen nicht mehr hier sitzen.

Ohhhhh ganz gemeiner Gedanke

Alles ist Kopfsache, nur ist der größte Feind der Logik ist das Unterbewusstsein

12.06.2015 03:33 • #11


@darkshadow87

Ohje, dass tut mir leid, dass du durch so etwas doofes wach gehalten wirst.

Oh ja, das ist wirklich ein fieser Gedanke. Aber stimmt auch irgendwie. Wäre es etwas ernstes könntest du dir gar nicht mehr so viele Gedanken drum machen .

Ich habe dir mal eine PN bezüglich Angst/Panik geschickt.

Ich kenne das auch, wenn man denkt irgendwas stimmt nicht oder es könnte etwas schlimmes passieren, aber man mag weder den ernsten Gedanken glauben, noch den beruhigenden Gedanken.
Und dann sitzt man da und ist hin und her gerissen und denkt dann nur noch mehr darüber nach und steigert sich dann leider auch noch in die Angst rein .

Vor allem "rebelliert" der Körper bei Schlafentzug und man kann die einen Symptome von den anderen nicht mehr unterscheiden.
Irgendwann hat mir auch geholfen mich zu fragen, ob bei den letzten Panikattacken irgendwas passiert ist oder es nur die Gedanken waren- aber so richtig beruhigend ist es halt auch nicht, weil die lieben Gedanken und Gefühle auch hier gute Streiche spielen

Zitat:
darkshadow87
Alles ist Kopfsache, nur ist der größte Feind der Logik ist das Unterbewusstsein


So ist es leider.
Ich habe auch zum Thema "Einsamkeit" mal gelesen, dass es bloß eine Kopfsache ist, ob man Alleinsein als negativ (ich fühle mich schlecht und einsam) oder als positiv (ich nutze die Zeit für mich und genieße die Ruhe) sieht.
In tiefster Einsamkeit denke ich mir "was soll das denn für ein Quark sein?" und in besseren Momenten, kann ich nachvollziehen, dass man Überhand gewinnen kann und muss um Gefühle dieser Art unter Kontrolle zu bekommen.

Aber ein schweres Herz ist nun mal nicht einfach zu tragen

12.06.2015 04:10 • #12


Hallo Chihiro.

Zitat:
Aber Gedanken sind ja auch "bloß" so eine Kopfsache- und die schaffe ich auch nicht einfach abzustellen- nicht mal kompliziert schaffe ich das .


Ich verstehe was du meinst, da ich das kenne. Man macht sich viel zu viele Gedanken und meist hilft einem das gar nicht wirklich, sondern ist erst der Anlass, dass die ganzen Probleme entstehen. Das geht mir genau so. Auf der einen Seite beneide ich Menschen etwas, die sich - warum auch immer - groß keine Gedanken machen (müssen) und sorgenfrei durch ihre Leben spazieren. Auf der anderen Seite denke ich aber auch "Das wäre dann nicht mehr ich.", weil das auch etwas ist was mich ausmacht.

Abstellen wollte ich die Gedanken daher garnicht, aber vielleicht etwas mehr kontrollieren. Aber nicht mal das geht einfach so. Wenn ich rausgefunden habe, wie das geht, sag ich es dir. ^^

LG

15.06.2015 10:05 • x 1 #13


Urgh- so sehen meine Tage zur Zeit aus.
In dem einen Moment versuche ich zu kämpfen und im nächsten Moment gebe ich auf.

Irgendwie kommt alles zusammen. Ich warte auf wichtige Mails und selbst diese scheinen nicht zu kommen (immer vergessen mich alle *jammer*), ich denke immer noch das mein derzeitiges Leben ein großer Albtraum ist aus dem ich erwachen kann und selbst wenn ich unterwegs bin, selbst wenn Leute mit mir reden habe ich das Gefühl sie gucken durch mich hindurch.

Ich habe kaum Freunde, die Menschen mit denen ich mal über Alltägliches reden oder was unternehmen kann, sind an einer Hand abzuzählen. Darüber will ich mich nicht beklagen, denn ich kenne auch schon ganz andere Zeiten.
Aber ich habe nur eine Person, der ich "mehr" erzählen kann als "Ach, heute schönes Wetter", aber sobald ich erwähne, dass es mir nicht gut geht wird der Kontakt sehr distanziert. Das kann ich auch verstehen, die Menschen haben heutzutage ihre eigenen Probleme, auch wenn ich immer sehr vorsichtig bin was ich sage und eigentlich nur erwähne, dass ich unbedingt mal raus muss, weil mir die Decke auf den Kopf fällt und ich mich total allein fühle.
Dann kommt "wir machen was, versprochen" und dann hört man nichts mehr .

Manchmal kann ich mich zusammenhalten und nach vorn schauen, doch früher oder später sehe ich was da überhaupt vor mir liegt. Tage, an denen ich nicht allein sein will, Tage an denen man Spaß haben kann- Tage, die mir allein schwer fallen und ein Sommer, den ich dann in meiner Wohnung, heulend im Bett verbringe?!
Und dann kommt der Fall und ich heule mir die Augen aus dem Kopf, versuche die Hoffnung in mir zu entdecken, doch finde nur Chaos und Scherben.

Ich bin viel mit der Bahn unterwegs. Manchmal sehe ich Menschen an, erwische mich sogar dabei wie ich sie anstarre, während ich scheinbar unsichtbar bin.

Ich habe schon seit einigen Jahren, schon seit meiner Jugend, das Gefühl ich stehe in einer überfüllten Straße und ich schreie aus voller Kehle und Niemand hört oder sieht mich. Alle laufen weiter durch ihre graue Welt.




@Loran
Danke für deinen Beitrag

Zitat:
Auf der anderen Seite denke ich aber auch "Das wäre dann nicht mehr ich.", weil das auch etwas ist was mich ausmacht.


Genau das ist es auch bei mir. Ich mache immer wieder die selben "Phasen" durch, verliere mich in Etwas und denke alles wird gut, plötzlich ist es wieder schrecklich oder noch schlimmer und dann kommt die Enttäuschung und darauf folgt dann ganz große Verzweiflung, in der ich dann oft die Gedanken "ich werd jetzt egoistisch, denke nur noch an mich, stelle die ganzen Gedanken einfach ab... usw." habe.
Und dann kommt immer die "bittere" Wahrheit ans Licht, dass ich das einfach nicht wäre und dann kommt die Einsicht, dass ich wohl mein Leben lang immer wieder die selben Fehler machen werde :'''').
Hm, ich lerne scheinbar nicht aus Fehlern.
Und dann frage ich mich, ob ich wirklich Fehler gemacht habe oder ob die Umstände nicht gestimmt haben und ich genau dann mein Glück finde, wenn ich es immer wieder versuche und mir Treu bleibe und dann mal die Umstände stimmen.

Ich weiß es nicht- crazy life

17.06.2015 19:00 • #14


Pascold
mit abstand der längste beitrag, den ich hier gefunden habe

19.07.2015 18:20 • #15


@chihiro und all die Anderen,
uffz....das war 'ne geballte Ladung, Dein Text. Und ich dachte mir beim Lesen: ja, so war es, so ist es und so so wird es bleiben. Deine Erlebnisse und daraus resultierenden Empfindungen scheinen mir sehr typisch. Erstens für das Leben mit einer psych. Erkrankung, zweitens mit unserer Gesellschaft. Ich bin etwas älter als Du, habe keine anderen Erfahrungen, nur eben mehr davon..... und mir scheint, das Muster ist immer das Gleiche.
Jemand wird ernstnhaft (ich meine hier nicht 'ne Grippe oder einen langwierigen Bruch oder so...) krank. Die Krankheit scheint für viele Menschen selbst eine Bedrohung zu sein. Vielleicht aus der Perspektive, dass man die Gefahr auch für sich spürt, dieser also unbewußt entfliehen möchte. Das der Kranke dabei zurückbleibt, nimmt man in Kauf. Zweitens verändert sich ein schwer und oder chronisch kranker Mensch ja durch die Krankheit. Und bei psych. Erkrankungen ist die Veränderung des Wesens ja eines der wichtigsten Symptome.... also sitzt da für den Gesunden plötzlich ein anderer Mensch, der wenig bis nichts mehr aufweist, was man bei ihm als Freund, Partner, Kollege einst schätzte, gar, weshalb man sich mit ihm anfreundete. Das verstört, verunsichert....stößt manche Menschen ab. Man hört den perversen Satz " ach, ich kann das nicht mehr ertragen, mit ansehen " Und da die guten Menschen viel zu sensibel für dieses Leiden sind, meiden oder brechen sie dann lieber den Kontakt ganz. Und das gerade dann, wenn der Betroffene verletzlich ist, Schutz und hilfe bräuchte!Wie heißt es so schön: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff zuerst. Und da ist es egal, was der Mensch, als er gesund war an Hilfe und Zuwendung gegeben hat. Deine, meine und die Erlebnisse der vielen Anderen hier, gehen in diese Richtung. Variieren oft nur wenig. Als ich krank wurde, stand ich mitten im Leben. Das ist schon lange her. Da es bei mir ziemlich drastisch verlief, fand ich mich innerhalb kurzer Zeit, für lange Zeit in der Klinik wieder. Ich war nahezu für ein Jahr ganz aus der Welt. Auch meine Eltern habe ich nicht gesehen...."weil sie es nicht ertragen konnten" von den Anderen ganz zu schweigen. Was mir damals klar wurde, als ich meine neue Lebenssituation mehr und mehr überdenken konnte: ich habe nicht einmal besonders viel Unglück gehabt, mit "meinen" Menschen. Sie sind leider so. Und das ist das eigentlich Bittere: triffst Du auf einen Menschen, der Dir hilft, der Dir etwas Gutes tun möchte, ohne Eigennutz, so ist dieser die Ausnahme. Das ist die Regel. Leider. Du mußt unbedingt lernen, Dich besser zu schützen, genauer überlegen, wem Du wie gegenüber trittst. Du wirst sonst zu oft durch den Egoismus und Undank enttäuscht. Viele kennen die Situation....Du hilfst beim Umzug, Hausbau, Maler etc... dann hast Du selbst irgendetwas zu tun...und du stehst allein da. Hinterher (!) hört man den Satz "Du hättest ja auch mal was sagen können", doch man weiß, dass die Person genau wußte, dass eine helfende Hand schön gewesen wäre, aber es nicht ganz einfach von sich heraus angeboten hat.... so, wie man es selbst tat. Klar, fragt man man sich dann sehr schnell, wenn das bei solchen "Kleinigkeiten" schon so läuft, wie dann erst, wenn etwas ganz Schlimmes passiert. Sortiert man jetzt die Menschen, die dieserart versagt haben aus seinem Leben heraus, kann es passieren, dass da niemand mehr bleibt. Ich weiß, wovon ich schreibe. Aber warum schreibe ich das hier in Antwort auf Deinen langen Text: weil ich befürchte, es ist keine Seltenheit, wie Du was erlebt hast, vielleicht gar die Norm. Erlebst Du das Gegenteil, findest Du einen Menschen mit ehrlicher Empathie, der Dich so annimmt, wie Du bist, Dir nur Gutes wünscht und tut, ist das ein großes Glück!

21.10.2015 12:14 • x 4 #16


@Pascold Nicht ehrlich?

@Gnomenreigen

Hey,

vielen Dank für deine Antwort .

Zitat:
Die Krankheit scheint für viele Menschen selbst eine Bedrohung zu sein. Vielleicht aus der Perspektive, dass man die Gefahr auch für sich spürt, dieser also unbewußt entfliehen möchte.

Naja, bei den Problemen in der heutigen Gesellschaft geht es kaum noch jemandem gut. Alle haben ihre Laster zu tragen und ungern belastet man sich dann mit den Leuten, die "beschädigt" sind.
Bei Krankheit ist es leider auch so, dass der Erkrankte sich zurückzieht und/oder einfach nicht mehr dabei sein kann (z.B. durch Arztbesuche, fehlender Kraft usw.).

Der Beitrag auf den du geantwortet hast, ist schon etwas älter.
Mittlerweile habe ich mehr Menschen kennengelernt und muss sagen, dass ich nun nicht überzeugter oder angetaner bin von der Menschheit.
Ich habe das Gefühl jeder sucht nach der goldenen perfekten Statue, die weder Probleme mitbringt noch irgendeinen Makel (äußerlich wie innerlich, aber vor allem äußerlich).
Nur leider sind perfekte Statuen leblos, kalt und bloß Gegenstände .
Ich glaube die Menschen stehen so unter Strom, dass sie ständig auf der Suche sind, aber auch gar nichts finden WOLLEN. Beinahe jeder hat schon seine negativen Erfahrungen gemacht und wenn man sich deshalb nicht zurückzieht und keine Lust mehr auf andere Menschen hat, dann weil man denkt "ach hält man sich da mal was warm, aber mal gucken ob was besseres kommt".

Zitat:
Du mußt unbedingt lernen, Dich besser zu schützen, genauer überlegen, wem Du wie gegenüber trittst. Du wirst sonst zu oft durch den Egoismus und Undank enttäuscht.

Das ist ein sehr wertvoller Tipp.
Allerdings habe ich genau das schon gelernt.
Dennoch finde ich, dass es sehr schwer ist heute festzustellen, wer Spielchen spielt und wer nicht, wer es ernst meint und wer nicht- denn genau da kommt es durch, dass die Menschen gar nicht mehr zu wissen scheinen was sie eigentlich wollen.
Sie wollen Freunde und Liebe- aber alleine vor dem PC hocken ist viel bequemer und wenn eine Person geht ist diese austauschbar.

Und ich glaube das ist auch das schrecklichste für mich an der Gesellschaft.
Es gibt die Leute die keine Freunde haben und finden und sehr einsam sind und es gibt die Menschen die hier und da Freunde haben, sich trotzdem einsam fühlen, aber es nicht für nötig sehen was sie genau an dieser EINEN Person haben.
Mir kommt es so vor als wäre man nur einer von vielen und ich finde es grausam wie "austauschbar" man gemacht wird.

Und das daraus resultierende- wie kein Vertrauen zu haben, sich zurückzuziehen, sich einsam zu fühlen, wird dadurch nur verstärkt ohne Ende in Sicht.

Irgendwo habe ich die Hoffnung, dass es da noch Menschen draussen gibt, die einander zu schätzen wissen, die nicht vor lauter Egoismus vergessen, dass jeder Mensch ein verletzliches Herz in sich trägt.

Wie schon erwähnt ist mein Beitrag etwas älter... ich verweise mal auf meinen letzten Beitrag ^^
einsamkeit-forum-f37/der-schluessel-zum-glueck-und-die-einsamkeit-t67898.html

22.10.2015 23:35 • #17

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Thomas1337
Zitat:
Ich habe das Gefühl jeder sucht nach der goldenen perfekten Statue, die weder Probleme mitbringt noch irgendeinen Makel (äußerlich wie innerlich, aber vor allem äußerlich).
Nur leider sind perfekte Statuen leblos, kalt und bloß Gegenstände .
Ich glaube die Menschen stehen so unter Strom, dass sie ständig auf der Suche sind, aber auch gar nichts finden WOLLEN. Beinahe jeder hat schon seine negativen Erfahrungen gemacht und wenn man sich deshalb nicht zurückzieht und keine Lust mehr auf andere Menschen hat, dann weil man denkt "ach hält man sich da mal was warm, aber mal gucken ob was besseres kommt".


Oh ja da kann ich dir zu 100% zustimmen, es wird so wenig geschätzt was man an jemandem hat, das man es einfach leichtfertig wegwirft und glaubt man findet was besseres, traurig.

23.10.2015 15:00 • #18


@ chihiro, thomas1337, beim lesen Eurer Kommentare mußte ich sofort an Sven Hillenkamps "Das Ende der Liebe - Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit" denken, eine unglaubliche Bestandsaufnahe, was Zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe, Freundschaft.... angeht. In einem Satz gesagt, meint Hillenkamp, dass wir eigentlich nur noch von der Angst getrieben sind, etwas/jemand zu verpassen, nicht alle Möglichkeiten, die sich uns vermeintlich bieten, zu erkennen und auch wahrzunehmen. Auf der Strecke bleibt dabei, sich aufeinander einzulassen, ohne im Gedanken bei den idealen Bildern zu verweilen, die uns Medien und Gesellschaft seit Jahrzehnten suggerieren (wie wir selbst, wie andere sein sollten). Am Ende steht das Alleinsein. Und die Gemeinsamkeit mit anderen Menschen im Konjunktiv!

25.10.2015 11:40 • #19


@chihiro: ich habe Deinen erwähnten letzten Beitrag gelesen. Du bist eine junge frau, das Leben liegt vor Dir, Deine Betrachtungen sind derart realistisch, selbstreflektiert.... dass ich nur bewundern kann, wie man in so jungen Jahren zu so viel Wissen und Einsicht gelangen kann. Wenn Du das alles, was der Verstand sagt, auch verinnerlicht hast, dürfte Dir jetzt eigentlich nicht mehr soooo viel Mist passieren, der DURCH DICH vermeidbar gewesen wäre! Ich finde jedenfalls, Deine Einstellung ist stimmig und praktikabel. Aber wisse auch und verzeihe mir diesen negativen Einwurf: es kann auch passieren, dass sich Deine Wünsche und Sehnsüchte nicht erfüllen. Man kann viel dafür tun, sich engagieren etc... aber es muß eben auch die Bereitschaft bei Deinen Mitmenschen da sein, auf Dich zuzugehen. Ich führe mir auch nahezu tgl. Dankbarkeit vor Augen. Man lebt schon im Wohlstand - materiell - aber u.a. hat die Krankheit auch vieles verändert oder ausgeschlossen. Es gibt keine Familie, Kinder, Kollegen, Bekannte etc.... klar, versucht man sich immer wieder die positiven Dinge vor Augen zu halten, aber letztendlich genügt das nicht, um ein dankbares, gar glücklich-zufriedenes Lebensgefühl zu erlangen. Und das wollen wir doch letztendlich alle. Wenn jemand z.B. am Weihnachtsabend, am Geburtstag...den sie wie jedes Jahr allein verbringen, befragen würden, wie sie sich fühlen, dürften die wenigsten antworten: "glücklich". Und seien sie auch noch so gesund und wohlhabend. Hinzu kommt, ist man jünger, hat man noch die Hoffnung auf Veränderung, wird man älter (ich bin jetzt Genration Deiner Eltern), ahnt man mehr und mehr: "das war's dann wohl".

25.10.2015 12:16 • #20



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