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dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

43

Hotin
Hallo Sedana,

Zitat:
Ich bin sehr einsam und sehne mich nach Menschen, die mich wahrnehmen, die mit mir reden,
mich verstehen und mich mögen.


Damit stehst Du nicht allein. Die meisten wollen das hier.
Leben und kommunizieren bedeuten jedoch immer "Geben" und "Nehmen"
und das vor allem in dieser Reihenfolge.

Was hättest Du denn einzutauschen, wenn Du mit jemandem reden möchtest?
Wofür interessiert Du Dich?
Welchen Menschen würdest Du mögen, welche Meinung sollte der vertreten?

In Geschäften, wo Du an der Kasse nicht das, was Du mitnehmen möchtest,
bezahlst, wirst Du bald nicht mehr einkaufen dürfen.

Im Leben und mit Gefühlen geht dies genau so.

Zitat:
Aber es hört mich niemand. Was ist los mit mir?


Doch, Du wirst hier gelesen. Bitte habe ein wenig Geduld.

Viele Grüße

Hotin

#101


R

Soziale Isolation und Studium

Weil ich einfach nicht die Kraft habe, mit jemandem aus meinem RL darüber zu reden, möchte ich die Anonymität des Internets nutzen und mir meine Probleme hier von der Seele schreiben.

Ich stecke derzeit in einem tiefen Loch, aus dem ich ohne professionelle Hilfe keinen Ausweg sehe. Ich bin 20 Jahre alt und lebe seit einigen Jahren sozial völlig isoliert. Meine letzten Freundschaften hatte ich in der Grundschule. Mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule habe ich mich immer weiter zurückgezogen, wurde ab der 6. Klasse ziemlich stark gemobbt, vor allem im Sportunterricht, da ich zu der Zeit ziemlich dick und unsportlich war. Was das jahrelange Mobbing angerichtet hat, habe ich erst im Nachhinein erkannt.

Ich leide mittlerweile an einer stark ausgeprägten sozialen Phobie. Ich fühle mich unwohl in der Öffentlichkeit und das fängt schon bei ganz alltäglichen Dingen wie das Bezahlen an der Kasse oder das Tanken an der Tankstelle an, wo ich mich beobachtet fühle und Angst habe etwas falsch zu machen. Ich achte mittlerweile sogar permanent auf meine Schritte, da ich irgendwann mal gesagt bekommen habe, dass ich einen komischen Gang habe.

Ein Gespräch mit Mitmenschen aufrecht zu erhalten fällt mir unfassbar schwer. Ich habe meine paar Standard-Themen, die ich zu erzählen habe, wenn ich neue Menschen kennenlerne, aber dann hört es auch schon auf und ich wirke auf diese Menschen uninteressant. Ich kann auch überhaupt nicht locker und spontan sein oder lustige Sprüche oder Witze von anderen kontern. Zurzeit arbeite ich in einem Büroberuf, aber rede kaum mit meinen Kollegen und es graust mir jede Woche aufs Neue, wenn am Montagmorgen jeder von seinem Wochenende erzählt und ich nichts zu erzählen habe, weil ich nichts erlebt habe, sondern nur zu Hause rum saß.

Öffentliche Veranstaltungen wie Feiern (falls ich überhaupt noch eingeladen werde) bereiten mir schon Wochen vorher Angst und ich überlege mir meistens Ausreden, warum ich nicht hingehen kann, auch wenn ich weiß, dass das meine Situation nur noch weiter verschlechtert.

Den Spaß am Leben habe ich schon lange verloren. Ich lebe nur noch in den Tag hinein, gehe unter der Woche arbeiten und am Wochenende sitze ich zu Hause rum. Ich kann mich zu nichts mehr aufraffen, habe auf nichts mehr Lust, fühle mich absolut antriebslos.

Wenn ich irgendetwas falsch mache, mache ich mich innerlich selbst runter und fühle mich darin bestätigt, wie unfähig und wertlos ich bin.

Ich möchte so nicht weiterleben, sondern mein Problem endlich mal in den Griff kriegen und ein normales Leben führen wie jeder andere. Ich möchte ab Oktober 2016 anfangen zu studieren, um meinem eigentlichen Traumberuf ein Stück näher zu kommen. Das Studium hätte ich schon vor Jahren anfangen können, nur dachte ich damals, dass ich nach dem Studium sowieso keine Chancen in dem Beruf hätte, da die anderen sowieso alle selbstbewusster sind, sich besser verkaufen können und mir auch einfach die Energie fehlt, mich überhaupt mit ihnen zu konkurrieren.

Nun möchte ich aber wie gesagt mein Leben in den Griff bekommen. Nur habe ich eben extreme Zukunftsängste, wenn ich daran denke, dass ich mir eine eigene Wohnung suchen muss oder in ein Studentenwohnheim oder eine WG ziehen muss, wo ich mit anderen fremden Menschen unter einem Dach lebe.

Ich möchte auf jeden Fall weit weg von meinem jetzigen Heimatort, weit weg von den ganzen Menschen, die mich während der Schulzeit gehänselt haben und mit denen ich mich auch null identifizieren kann. Ich wohne in einem kleinen Dorf und hier gibt es niemanden auf meiner Wellenlänge. Alle in meinem Alter interessieren sich nur für Partys, Feiern, Saufen usw., was einfach überhaupt nicht meine Welt ist.

Trotzdem möchte ich mein Studium ja auch irgendwie genießen und daher frage ich mich, ob es nicht schon vor dem Studienbeginn Sinn macht, erst mal eine Therapie zu machen. Ist neben dem Studium überhaupt Zeit dafür bzw. bringt eine Therapie dann überhaupt etwas, wenn man sich nicht voll darauf konzentrieren kann?

Ich habe totale Angst mit anderen darüber zu reden, selbst meine Eltern wissen nichts von meinen Problemen und meinem Wunsch, eine Therapie zu machen. Sie sehen nur, dass ich mich in den letzten Jahren immer mehr zurück gezogen habe und haben mich auch schon mehrmals darauf angesprochen, aber meinten letztlich immer, dass es mein Leben ist.

Wie soll das nur weitergehen? Wenn ich Gleichaltrige sehe, wie sie miteinander reden, Spaß haben etc., dann merke ich erst mal was mir durch die knapp 10 Jahre soziale Isolation alles entgangen ist. Alle sind irgendwie menschlich so viel weiter als ich und ich verzweifle jedes Mal bei dem Gedanken, wie ich diese verlorene Zeit jemals wieder aufholen soll? Sad

#102


A


Soziale Isolation und Einsamkeit - Austusch von Betroffenen

x 3


B
Hi, das mit der Isolation kenne ich sehr gut. Bei mir hat das ganze mit 12 Jahren angefangen. Bei mir hat das ganze damit zusammen gehangen, dass ich zum einen mein Hobby Fußball verloren habe und dadurch auch mein soziales Umfeld. Ich hatte damals pfeiffersches Drüsenfieber und durfte kein Sport machen. Zusätzlich hat mein Vater meine Mum betrogen und uns verlassen, hab mich dann quasi in eine andere Welt geflüchtet und habe PC gespielt. Von da an ging es Berg ab. Habe dann auch mein Selbstbewusstsein verloren, bin nicht in die Schule gegangen habe Einladungen von Leuten abgesagt, ich wurde zwar eigentlich nie gemobbt, anders als du, aber bei mir hat sich das ganze auch ähnlich entwickelt wie bei dir, nur eben aus anderen Gründen. Das ganze schränkte mich wie gesagt auch überall ein und jetzt im nachhinein denke ich ebenfalls, dass ich viel dadurch versäumt habe. Quasi 8 Jahre meines Lebens nicht richtig gelebt habe. Das ganze stimmt mich schon ziemlich traurig. Und ich denke, dass es dir da nicht anders geht. Ich war anfangs was eine Therapie angeht echt relativ skeptisch. Aber ich kann dir nur sagen, dass ich jetzt sehr positiv überrascht bin und es dir deshalb nur empfehlen kann diesen Schritt zu machen. Es tut einfach unheimlich gut, auch mal selbst seine Probleme jemand anderem schildern zu können, das war mir all die Jahre nicht möglich, ich habe immer alles mit mir selbst ausmachen wollen. Und ich denke, dass es dir da nicht anders geht.

Liebe Grüße

x 1 #103


Vergissmeinicht
Hey Tiger,

begrüße Dich ganz lieb bei uns und nein, wir können verlorene Jahre nicht zurückholen.

Du kannst durchaus neben dem Studium eine Therapie machen; meistens ist sie einmal im Monat oder wenn Du Glück hast, jede Woche. Es dauert allerdings lange, bis man einne Platz bekommt und würde man an die Krankenkasse herantreten.

Was möchtest Du unbedingt studieren? Vielleicht ist es eine Chance Dein Leben wieder zu leben. Es gehört Mut, Kraft, Hoffnung, Veränderung und vieles mehr dazu. Daher vielleicht mit Hilfe?!

Kenne es auch mit dem Mobbing und war älter als Du es zu dem Zeitpunkt warst und ja, es tat weh.

x 1 #104


R
Mein Problem war, dass ich irgendwie schon immer völlig andere Interessen als andere Jungs in meinem Alter hatte. Wie gesagt bin ich auf einem kleinen Dorf aufgewachsen und hier haben sich die meisten Gleichaltrigen für Fußball oder die, deren Eltern Landwirtschaft hatten, z.B. für Trecker interessiert. Ich hab dagegen in meiner Kindheit gerne gemalt, gebastelt usw., alles Hobbys, die für Jungs eher ungewöhnlich sind und daher habe ich vermutlich auch nie jemanden mit den gleichen Interessen gefunden.

Ich muss auch zugeben, dass ich ein ziemlicher Spätentwickler war. Während andere mit 12 oder 13 schon angefangen haben, Alk. zu trinken und zu rauchen, um "cool" zu sein, habe ich in dem Alter immer noch Lego gespielt. Ich habe zu der Zeit abgesehen vom Sportunterricht in der Schule auch nie wirklich Sport getrieben, weshalb ich wie gesagt mit 12-13 ziemlich dick war und mich dadurch auch im Sportunterricht immer wieder vor meinen Klassenkameraden blamiert habe. Mittlerweile gehe ich zweimal in der Woche joggen oder Longboard fahren und mache Krafttraining. Bin zurzeit sogar leicht untergewichtig. Aber irgendwie trotzdem immer wieder unzufrieden mit meinem Aussehen.

Dass es gut tut, mit jemand anderem über seine Probleme zu reden, kann ich mir vorstellen. Nur irgendwie traue ich mich mit niemandem offen darüber zu reden, selbst mit meinen Eltern. Würde gerne eine Therapie machen, evtl. auch eine Gruppentherapie, wo man sich mit anderen austauschen kann, denen es vielleicht genauso geht. Nur wäre es mir höchst unangenehm, wenn meine Eltern davon mitbekommen, weshalb ich die Therapie eben auch heimlich machen wollte, wenn ich mit dem Studium beginne und sowieso von zu Hause weg bin. Nur frage ich mich mittlerweile, ob es so eine gute Idee ist, das Studium anzufangen, ohne vorher meine Probleme aufgearbeitet zu haben. Denn ich will mir im Nachhinein auch nicht denken "Hättest du dein Leben doch nur vor dem Studium in Ordnung gebracht, dann hättest du dein Studium wenigstens auch genießen können" Sad

#105


Vergissmeinicht
Hey Tiger,

wovon willst Du leben, wenn Du erst Therapie machen möchtest und was willst Du gerne studieren?

Weißt Du ich finde das mit dem Lego spielen ganz ok. Ich unterhielt mich heute noch mit jemanden und es ging um diese Zeiten, was leider bei der heutigen Jugend in den Hintergrund gerückt ist und es wird nicht lange dauern und die Ersten landen in der Klinik wg. Süchten wie Handy etc.

x 1 #106


R
Das ist eine Frage, die mich auch schon länger beschäftigt. Fakt ist, dass ich aus meinem derzeitigen Umfeld raus möchte und einfach ein komplett neues Leben in einer fremden Stadt beginnen möchte. Weit weg von den ganzen Menschen, die mir während der Schulzeit das Leben schwer gemacht haben.

Natürlich stellt sich dann die Frage wie ich meinen Lebensunterhalt finanzieren soll, wenn ich erst eine Therapie mache, bevor ich mein Studium beginne. Meine Eltern haben mir zwar finanzielle Unterstützung während des Studiums zugesagt, aber ich möchte nicht, dass sie z.B. für die Miete aufkommen müssen, weil ich vorher eine Therapie mache und erst im nächsten Semester mit dem Studium anfange. Ich lege momentan jeden Monat einen Teil meines Verdienstes auf einem Tagesgeldkonto an, um mir mein Studium so weit es geht selbst zu finanzieren.

Was das Thema Onlinesucht usw. angeht, muss ich sagen, dass ich da mittlerweile nicht viel besser bin. Vor allem am Wochenende sitze ich meist den ganzen Tag vor dem PC oder der Konsole, weil ich ansonsten einfach nichts mit mir anzufangen weiß. Was ich damit sagen wollte war, dass ich auch im Alter von 12-14, wo andere in meinem Alter teilweise schon feiern gingen oder die ersten Freundinnen hatten, immer noch sehr verspielt war.

#107


Vergissmeinicht
Hey Tiger,

dann war das ebenso @ verspielt und finde -wie bereits geschrieben- besser als das was andere machen. Letztlich lesen sich Deine Zeilen ganz vernünftig und wünsche Dir, das der Weg so zu gehen ist. Weiß immer noch nicht, was Du studieren möchtest?

#108


T
Hi Redtiger,
ich finde es gut, wenn du die Therapie während deines Studiums machst. Das hält dich im Leben, auch wenn du dich mal ganz in dein Schneckenhaus zurückziehen willst. Und Zeit für eine Therapie bleibt auch bei einem zeitintensiven Studium.
Gruß Till

#109


R
@vergissmeinicht: Doch, ich weiß schon ziemlich lange, was ich studieren möchte, nur hatte ich nach der Schule einfach nicht die Kraft und das Selbstvertrauen meinem Traum nachzugehen. Ich dachte mir damals "Ach, in dem Beruf wirst du später sowieso keine Chancen haben, dafür bist du einfach zu still und unselbstbewusst."

Mittlerweile habe ich aber erkannt, dass es so nicht weitergehen kann und dass ich an meinen sozialen Ängsten arbeiten muss, da sie mir im Leben - sowohl privat als auch beruflich - im Weg stehen.

#110


Daisho
Zitat von redtiger:
Was das Thema Onlinesucht usw. angeht, muss ich sagen, dass ich da mittlerweile nicht viel besser bin. Vor allem am Wochenende sitze ich meist den ganzen Tag vor dem PC oder der Konsole, weil ich ansonsten einfach nichts mit mir anzufangen weiß. Was ich damit sagen wollte war, dass ich auch im Alter von 12-14, wo andere in meinem Alter teilweise schon feiern gingen oder die ersten Freundinnen hatten, immer noch sehr verspielt war.


Hi RedTiger,
willkommen bei uns!
Manche Süchte sind eine Mischung aus Sucht, Flucht und Gewohnheit. Da man aber oft nicht weiß, wie viel von den Bestandteilen vorwiegt, ist es schwer dagegen anzukämpfen. Geht es dir vielleicht ähnlich?

Auch entwickeln manche Süchte gewisse Regelmäßigkeiten, z. B. Rauchen: Man steckt sich eine nach dem Kaffee an, eine wenn man aus dem Bad kommt, eine wenn man in die Pause geht... Es ist nur ein Beispiel. Ist es bei deinen Süchten vielleicht genauso?

Wie wäre es denn, wenn du eine 'Sucht' Stück für Stück gegen eine Art 'Ersatzdroge' austauschen würdest? Nur, dass wir hier nicht Dro. gegen Methadon austauschen, ein Gift gegen ein Anderes, sondern eine Gewohnheit gegen eine Andere, Positivere tauschen?

Während meines eigenen Studiums habe ich es ähnlich gemacht. Hatte gute Erfolge damit. Wäre das etwas, was du versuchen würdest?

#111


W

Mein Weg aus der Isolation - Pros und Cons

Hallo ihr Lieben,

das ist mein (M, 27) erster Beitrag in diesem Forum. Dieses Thema beschäftigt mich schon sehr lange und ich würde mich über frisch Blickwinkel darauf sehr freuen!

Das Thema heißt zwar "Mein Weg aus der Isolation", doch ganz so marktschreierisch perfekt ist dieser Weg - man ahnt - natürlich nicht.

Für mich habe ich eine recht simple, aber sehr folgenreiche Entscheidung getroffen, wie ich aus der Isolation herauskommen wollte. Zunächst einmal: Worin bestand diese Isolation? Ich hatte eigentlich keine richtigen Freunde, also Leute, mit denen ich auch außerhalb von Schule oder Studium etwas unternommen hätte (ich finde, das ist ein gute Kriterium), und wenn, dann meist nur sehr selten. Diese Kontakte waren meist nur oberflächlicher Natur: Kartenspielen in den Pausen, über Fußball reden, zusammen etwas für die Schule oder das Studium erarbeiten. Außerhalb der Schule/der Uni war ich praktisch total isoliert. ich wohnte zwar mit meiner Mutter zusammen, doch wir lebten im Grunde nur nebenher, miteinander hatten wir schon lange nichts mehr unternommen. Meine Freizeit bestand meist darin, online zu sein, ohne das Haus zu verlassen, und meine virtuellen "Kontakte" zu pflegen.

Erst nach und nach, durch eine besondere Freundin, die sich von meiner schroffen Art nicht hat abschrecken lassen, lernte ich allmählich, tatsächlich so etwas wie ein Leben zu führen. Das war 2012, damals war ich 23 und studierte in einer ostdeutschen Landeshauptstadt eine geisteswissenschaftliches Fach. Das war der Anfang. Die alte Tendenz, sich zurückziehen und das virtuelle Leben zu wichtig zu nehmen, blieb jedoch trotz vieler neuer Aktivitäten und Kontakte weiter mein Pferdefuß. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, und ich hatte mir verdammt schlechte Gewohnheiten angeeignet.

Um diese nachhaltig zu ändern, überlegte ich mir im Juni 2014, alle meine Aktivitäten kurz in einem kleinen Heft aufzuschreiben. Erst das Datum, dann der Tag und in der letzten Spalte die Aktivität. Es ging mir nicht darum, möglichst reflektiert und ausführlich Buch darüber zu führen, was ich getan hatte. Das hatte ich zuvor getan und es hatte mir nicht sonderlich geholfen, weil ich einen starken Fokus auf die negativen Erfahrungen hatte, die sich durch die Reflexion und das Aufschreiben leider "verdoppelten". Der Vorteil schien mir zu sein, dass ich dieses Festhalten ohne großen Aufwand erledigen konnte, ohne viel Zeit zu investieren - die wollte ich schließlich in die Aktivitäten stecken.

Ich habe das Ganze wie ein Spiel betrachtet. Sieben Tage hat die Woche und ich habe mir als Ziel gesetzt, an mindestens vier Tagen etwas zu unternehmen, um mein Soll zu erfüllen. Das stellte schon einen krassen Bruch dar gegenüber meinem Leben zuvor, wo außeruniversitäre Aktivitäten sehr selten waren. Um in meinem Spiel erfolgreich zu sein, brauchte ich sie aber - und musste mich meinem Ängsten stellen. Was ich nicht aufschrieb (weil es keine Überwindung darstellte), waren die Kontakte zu meiner Familie und alle meine Aktivitäten für die Uni. Sonst hätte ich ja z. B. jeden Tag zu meiner Oma fahren können und hätte die Woche locker erledigt. Doch so einfach sollte das nicht sein. Es galt ja darum, neue Menschen kennenzulernen, Freunde zu finden, richtige Freunde, und sich neue, bisher kaum für möglich gehaltenen Aktivitäten zuzutrauen. Der Fokus war klar auf Freizeit gestellt. Da mich das Studium nicht so sehr beanspruchte, konnte ich in dieses "Spiel" viel investieren. Wie das im Arbeitsleben wird, wenn ich kaputt abends heimkehre, kann ich jetzt natürlich nicht sagen.

Ein typischer Eintrag sieht so aus: Freitag, 13. 11. 2015: Mit Freunden (A, B, C) im Kino.

Ich habe ab Juni 2014 unglaublich viele Dinge angefangen: Meditationskurse, Sportkurse, Selbsthilfegruppe Soziophobie, Schreibwerkstatt, Schauspielgruppe, Debattierclub usw. Am meisten Leute habe ich durch den Schachklub (schon seit 2012) und die Selbsthilfegruppe kennengelernt. Ich habe vieles angefangen und habe mit vielem wieder aufgehört, wenn ich nicht gepasst hat. In der Selbsthilfegruppe (ab Juli 2014) habe ich den "harten Kern" meines Freundeskreises kennengelernt, der sich seitdem noch sehr erweitert hat. An fast jedem Wochenende kann ich etwas mit den Leuten unternehmen, wenn ich will. Andere Menschen kamen und verschwanden wieder aus meinem Leben. So ist das Leben. Mein Notizheft bewahrt die Erinnerung an sie.

Das klingt jetzt so, als ich ob ich erst gar kein Leben gehabt hätte und dann plötzlich ein ganz tolles und abwechslungsreiches, nur durch diese Spielidee. Sie hat allerdings auch Nachteile. Schnell wollte ich mehr als nur vier Tage die Woche etwas unternehmen. Ich wollte, dass keine Zeile mehr leer blieb. Tage nutzlos verstreichen zu lassen, ohne etwas unternommen zu haben, war mir bald zu wenig. Schließlich war da auch ein Erfahrungshunger in mir, der endlich befriedigt werden wollte. Für das Jahr 2015 war mein Vorsatz, an so viel Tagen wie möglich etwas zu unternehmen. Das gelang mir auch fast perfekt: nur zu einem einzigen Tag konnte ich nichts schreiben, weil mich ein Essay zu sehr beanspruchte, dass ich niemanden mehr zu Besuch einladen konnte (mittlerweile war ich ausgezogen). Für jemanden, der bisher so zurückgezogen gelebt hat, war das schon eine krasses Ergebnis, fand ich.

Aus dem Wunsch, möglichst viel zu unternehmen, wurde bald eine neue Gewohnheit, fast schon ein Zwang. Ich fürchtete mich davor, wieder in die alte Isolation zurückzufallen. Deshalb war es mir lieber, etwas weniger Angenehmes zu erleben, als gar nichts und mir deshalb Vorwürfe zu machen. Um es ehrlich zu sagen: Ich habe auch mal Leute getroffen, auf die ich eigentlich keine Lust hatte, und habe vieles mitgemacht, nur um mein Ziel zu erreichen, keinen Fehltag zu kassieren. In dieses ganze "Spiel" habe ich übrigens nie jemanden eingeweiht, der Druck kommt allein von mir. Ich habe die Befürchtung, dass mich meine Freunde schief angucken würden, wenn sie wüssten, dass meine Motivation, etwas mit ihnen zu unternehmen, nicht nur darin besteht, dass ich sie so gern habe und mit ihnen Zeit verbringen will, sondern auch, weil ich mich zufrieden macht, stärker zu sein als der innere Schweinehund, der sich lieber einen ruhigen Tag gemacht hätte. Andererseits geht es auch vielen anderen Menschen so, dass sie sich wohl öfter zu ihrem Glück zwingen müssen, als man das von außen wahrnehmen kann. Bei anderen ist es ja auch deutlich (auch ohne irgendein Notizheft im Hintergrund), dass ihnen langweilig ist, und sie Lust darauf haben, sich durch meine Hilfe ihrer Langeweile zu entledigen. Diese Unlust ist vielleicht überhaupt ein Bestandteil des Beisammenseins mit anderen, ein notwendiges Übel?

Für mich ist dieses "Spiel" etwas letztlich Künstliches, Angestrengtes, sehr Durchdachtes. Es ist mein Vehikel, das mir hilft, ein richtiges soziales Leben zu führen, eine Art Krücke, könnte man sagen. Extrovertierte Menschen brauche so etwas nicht, sie lieben ja den Trubel um sich herum, und viele von ihnen könnten mein Notizheft jeden Tage ohne Probleme füllen. Ich habe eine Freundin, die es nicht einmal versteht, dass ich Zeit für mich brauche, um mal wieder Kraft zu tanken. Dieser Aspekt meiner eher stillen Persönlichkeit wird von meinem "Spiel" ja leider nicht erfasst. Es ist nur auf soziale Aktivitäten ausgelegt, der Rest fällt quasi unter den Tisch. Wenn ich von einem Vortag noch ganz geschafft und eigentlich keine Lust habe, das Haus zu verlassen, tue ich es meist doch, um keinen Fehltag zu kassieren. Der verursacht dann leider Unzufriedenheit und auch Gereiztheit. Es fällt mir nicht leicht, meine Aktivitäten und mein Ruhebedürfnis miteinander zu kombinieren, es gab allerdings schon Zeiten, in denen es mir richtig gut ging, so gut wie noch nie in meinem Leben, weil sich so viele Türen zu öffnen schienen.

Eine Schwäche des "Spiels" ist noch, dass es gleichgültig ist gegenüber der Qualität dessen, was man unternimmt. Es hat nur die Unterscheidung "Was gemacht" und "Nichts gemacht". Ob mich das dann weiterbringt, steht auf einem anderen Blatt. Wenn es mir eher schlecht, wie der derzeit, weil ich nicht weiß, wie ich meinen Berufseinstieg meistern werde, denke ich weniger darüber nach, was ich tun kann - und tue stattdessen das Einfachste, nur um an dem Tag etwas stehen zu haben. Das hat sich teilweise manifestiert, musste ich feststellen. Mit der Folge, dass ich kaum noch Neues erlebe und neue Menschen kennenlerne. Ich bewege mich in den bereits bekannten Bahnen, ich wage nicht viel. Dass ich viel unternehme, genügt also nicht, um meine Rückzugstendenz zu bekämpfen - die ist sehr anpassungsfähig. Wenn ich es vorziehe, einen altbekannten Menschen zu treffen, anstatt einen neuen, war das für das "Spiel" ein Erfolg - jedoch Stagnation für's Leben ...

Ok, ich habe langsam das Gefühl, dass mir der Faden entgleitet, darum noch mal kurz: Diese einfache Methode hat mir sehr geholfen, aus meinem Schneckenhaus herauszukommen. Für jemanden, der in extremer Isolation lebt, scheint etwas mir sinnvoll, sie recht dogmatisch anzuwenden. Damals hatte ich zum Beispiel einfach mit einer Seniorenstudentin nach dem Seminar gesprochen. Das "Spiel" "erzog" mich dazu, zu bleiben und ihre Lebensgeschichte anzuhören, anstatt wie zuvor nur schnell zu gehen um bloß mit niemandem sprechen zu müssen. Mit solchen kleinen Dingen habe ich angefangen. Kleinen Hürden gesetzt und mich gefreut, wenn ich sie überspringen - und diese kleinen Erfolge entsprechend notieren konnte. Der Nachteil ist, dass das "Spiel" wie eine schroffe Schablone ist, die dem, was man an Ruhephasen braucht, nicht gerecht wird. Immer stellt sich die Frage: Was macht ich heute? Darüber hinaus entgeht dem "Spiel" die Qualität der Erfahrungen, mit der Folge, dass sich wieder neue Komfortzonen bilden können. Dass die Seiten gefüllt werden sollen, steht im Vordergrund, und deshalb droht die Spontanität zu verschwinden.

All das gilt natürlich für das derzeitige "Spiel" - ich tüftele und "zocke" weiter Wink Insgesamt kann ich sagen, dass sich diese Idee trotz Mängeln bewährt hat und mein Leben heute ein fundamental anders ist als damals, und zwar ein sehr viel Besseres.

Liebe Grüße

#112


G
toller, intelligenter, selbstreflektierter Ansatz. Dabei bist Du ja erst mal 27! Ich habe Deinen langen Text sehr interessiert gelesen, war erstaunt, wie (vermutlich genau) Du Deine Situation analysiert hast, dann konstruktiv eine Strategie umgesetzt hast. Das allein ist - wenn Du Dir hier mal die vielen Beiträge zum Thema Einsamkeit durchliest - schon so unglaublich viel. Oft scheitert es schon allein an der Unmöglichkeit, den Istzustand zu erfassen, geschweige denn eine daraus resultierenden Handlung abzuleiten. Gerade in den letzten Wochen habe ich etliche Beiträge einsamer junger Menschen hier gelesen, die beklagen sich, dass sie den ganzen Tag allein und sinnlos in ihrer Wohnung sitzen und niemand haben. Schreibt man denen dann, dass sie raus müssen, unbedingt, auch u.U. allein etwas unternehmen müssen, kommt die Antwort "keine Lust, was denn, macht allein keinen Spaß" etc.... Das ist die Situation, wo sich - wie man so schön sagt - "die Katze selbst in den Schwnz beißt". Die hast Du nun, wie Du ja selbst bemerkst, mit Deinem sg. Spiel erfolgreich durchbrochen. Soweit so gut. - Doch scheint mir Dein Vorgehen zu sehr von Deinem akademischen Hintergrund geprägt. Du bist diszipliniert und konsequent in der Umsetzung, und eine gewisse mechanische Komponente schleicht sich da mehr und mehr ein, die Dich von Dir und Deinen ursprünglichen Intentionen wegzuführen scheint. Keine Frage, die Idee, das Spiel als solches ist gut. Gut für Dich, hat Dir ja geholfen. Nur solltest Du unbedingt mal Dein selbst aufgestelltes Reglement hinterfragen; dahingehend, inwieweit es auf jetzigem Niveau zur Dir als Persönlichkeit passt. Vielleicht hast Du Dich dabei ein wenig selbst vergessen. Viele Menschen brauchen auch Zeit für sich allein, gehen dann Interessen (z.B. Literatur, Malerei etc..) nach, die nur sie allein betreffen. Nicht jeder Tag muß organisiert sein. Unbedingt mit anderen Menschen ausgefüllt werden. Ist nicht das einzig entscheidende Kriterium, ob Du den Tag als einen für Dich sinnvollen Tag betrachtest. Ob nun mit oder ohne andere Menschen.

x 1 #113


G
Daumen hoch Trotz allem Schönes WE

#114


W
Hallo lieber Gnomenreigen (welch fabelhafte Anrede Smile

danke! Ein feines Wochenende wünsche ich die auch.

Die Frage, wie ich das anpassen kann, so dass es zu mir passt, beschäftigt mich schon lange. Ich will ja nicht nur den Plan erfüllen (die Zeit, in der mich da allein schon zufrieden gemacht hätte, ist lange vorbei), sondern auch ein qualitativ ansprechendes Leben führen. Wenn das nicht funktioniert, macht es sich meist auch schnell bemerkbar. Das erfordert schon viel Nachfühlen und -denken, damit ich nicht abrutsche in zermürbende Routinen und meine eigene Bedürfnisse vergesse. Neue Gewohnheiten des geringsten Widerstandes ausbilde. Es ist schon alles sehr viel geschäftsmäßiger geworden, leider. Ich habe gedacht, dass sich das "Spiel" irgendwann erübrigen würde, wenn alles mehr oder weniger passt, dass ich dann nicht mehr daran denke, den Plan zu erfüllen. Die Leiter wegwerfen, weil ich oben bin. Aber das ist nicht so bisher.

Es ist ein ständiges Werkeln auf verschiedenen Ebenen. Dein Hinweis auf die "stillen" Betätigungen kann ich gut verstehen. Lesen kann mir auch viel geben oder zum Beispiel das Schreiben. In dieser Hinsicht sind meine Versuche, diszipliniert zu sein, nie von langer Dauer gewesen. Irgendwann habe ich es immer schleifen lassen - und das bedaure ich. Letztlich gibt es keinen Mechanismus, der einem die bewusste Auseinandersetzung mit sich selbst abnimmt. Für die Drecksarbeit, sich eben solche destruktiven Gedanken nicht mehr zu machen, wie du sie im ersten Teil deines Beitrags anreißt, die einen niederdrücken, noch bevor man mit etwas angefangen hat, scheint er mir jedoch nützlich, als grober Klotz sozusagen.

#115


G
der Gnomenreigen, ist auch ein wenig der (sauschweren) Liszt-Komposition geschuldet. Aber ich fand einfach den Namen schön. Ein Gnom ist jemand mit einem Handicap, der am Rand der Gesellschaft steht, diese oft mehr beobachtet, als teilnimmt.
Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, was Spiel und Erkrankung betrifft... dass der Kampf sich zu disziplinieren wohl nie aufhören wird, zumindest so lange die Krankheit besteht. Mann muß eben immer wieder an die Front, sich das Leben erkämpfen.

#116


Sixmilesoff
Hallo Wijnaldum,

Introvertierte benötigen unglaublich viel Selbstdisziplin, um sich nicht komplett selbst auszuklinken aus dem, was für die Extrovertierten "das Leben" ist. Auch ich verwende seit zwei Jahren die von dir beschriebene Krücke, allerdings liegt mein Hauptaugenmerk eher auf dem Fazit eines Tages, also eher auf der Qualität als auf der Quantität meiner Tätigkeiten. Davon hängt letzlich auch mein persönliches Fazit ab, also meine Zufriedenheit mit dem Tag. Und ich denke, die ist am wichtigsten. Die Zusammensetzung meiner Tagesziele ist somit stets ein (individuell) gesunder Mix und kann für mich als Introvertierte natürlich meine lebenswichtigen Erholungszeiten nicht ausklammern. Sonst würde ich mich bald fühlen wie ein Adler mit beschnittenen Flügeln oder eine Ente ohne Schwimmhäute. Mein Element ist die Erde. Um mich immer wieder neu zu erden, brauche ich neben einem Mindestmaß an sozialen Kontakten unbedingt auch das Alleinsein. Die entscheidende Frage für mich ist aber nicht nur die Dosis von beidem (Quantität) sondern wieder mehr die Qualität, mit Fokus auf meine Zufriedenheit am Ende des Tages.
Menschen mit anderen Handicaps legen ihre Hilfen auch manchmal ab, benützen sie nicht ununterbrochen. Ganz wegwerfen tun sie sie aber nicht. Ich plane solche Zeiten ohne meine Krücke ebenso bewusst ein, als leere weiße Stellen in meinem Tagesplan. Es steht mir natürlich frei, dann trotzdem jemanden spontan anzusprechen und eine soziale Interaktion stattfinden zu lassen. Die ist dann aber ungezwungen und echt. Authentizität ist übrigens auch ein wichtiges Kriterium für mein Tagesfazit. Darum könnte ich mich jetzt auch nicht zwingen, für ein selbstauferlegtes Tages-SOLL an Kontakten mich irgendwie zu verbiegen. Ich meine, wenn es darum geht, das Sprechen nicht zu verlernen, gibt es andere Möglichkeiten. Wichtiger ist es ohnehin, das Zuhören nicht zu verlernen, und das geht definitiv auch besser, wenn mich etwas wirklich interessiert. Wenn ich also, "in Ausübung meines Programmes", auf jemanden treffe, die/der mich völlig zwanglos alle Vorsätze des Tages über den Haufen werfen lässt, vielleicht ja sogar die einer ganzen Woche oder noch mehr - wie wunderbar Smile. Aber wie weit oben im Baum ich mich dann auch immer fühle, ich behalte meine Krücke in greifbarer Nähe. Ich brauche sie nun zwar nicht mehr, um lebenswichtige soziale Kontakte "anzuberaumen", dafür aber mindestens genauso lebenswichtige Phasen des Alleinseins. Das müssen Menschen wissen, die mit mir näher zu tun haben und damit zurechtkommen. Weil ich sonst nicht lebe, sondern gelebt werde. Das würde mich unzufrieden machen und meine Beziehung schon sehr bald beeinträchtigen.

VG,

Sixmilesoff

x 1 #117

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karlson
Nur mal so zur ........introvertiert sein ist kein Handycap.....wenn man richtig damit umgeht ist es ein Segen......wir sind intelligent ,belesen, sensibel...Einstein,Newton,Bill Gates waren oder sind alle Introvertiert......Muss ja nicht jeder ne große Klappe haben

#118


Sixmilesoff
Zitat von karlson:
Nur mal so zur ........introvertiert sein ist kein Handycap.....wenn man richtig damit umgeht ist es ein Segen......wir sind intelligent ,belesen, sensibel...Einstein,Newton,Bill Gates waren oder sind alle Introvertiert......Muss ja nicht jeder ne große Klappe haben



Stimmt Mr. Green Einstein ist tot, Newton ist tot... und mir ist auch schon ganz schlecht...

#119


karlson
Der Spruch ist so alt wie das universum

#120


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