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Soziale Isolation mit 20

201828.02




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Guten Tag, da ich grade wurde eine Downphase habe und niemanden habe mit dem ich darüber sprechen kann dachte ich mir ich versuche es hier. Kurz zu mir: Bin Fabian und 20 Jahre alt. Also wo Fänger ich an? Im Kindergarten war es für mich sehr schwer Kontakte zu knüpfen da ich von Tag 1 Augeschlossen wurde. Da hat sich dann bis zu meinem Hauptschulabschluss nicht geändert und die angeblichen "Freunde" waren sofort weg wenn ich Probleme hatte dazu kommt das mein Vater schwerer Alk. und meine Mutter antideppresiver nehmen muss um nicht in Tränen auszubrechen. Geschwister oder andere Verwandte gibt es nicht oder so kein Kontakt. Das alles dazu führte das ich in meiner Jugend sehr leiden musste was mein Eltern Haus angeht und eigentlich noch nie richtige Freunde hatte. Heute sehe ich 1-2 mal die Woche meine Eltern und sonst Niemanden und ich fange langsam an selbstmordgedanken zu entwickeln wenn Mann zum Beispiel im Internet die vermeintlich glücklichen Leute mit ihren großen Familien sieht die gute Freunde haben usw. Was kann ich tun? Oder wäre selbstmord die bessere alternative? Gruß : Fabian

Auf das Thema antworten


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Status: Online online
  28.02.2018 15:38  
Hey,
vergiss die Vergangenheit - das ist vollkommen egal, was im Kindergarten oder in der Schule mal war.
Beginne doch bewusst einen Neuanfang in einer anderen Stadt. ;)
Wie man Freundschaften und soziale Kontakte knüpft, weißt du sicher in der Theorie oder? Du hast nichts zu verlieren - im allerschlimmsten Falle versuchst du es dann nochmal in einer weiteren Stadt...

Und die Leute, die im Internet auf tolles Leben machen haben erstaunlich oft im echten Leben die allergrößten Probleme. Kenne welche, die viele Follower/Abonnenten haben, aber im echten Leben schon an einfachsten Problemen scheitern. :lol:



56
Niedersachsen
27
  02.03.2018 00:58  
Hi Fabian,

Selbstmord ist nie der richtige Weg. Bitte streich die Gedanken gleich wieder.
Was Du auf keinen Fall machen solltest ist, dir andere vermeindlich glücklichere Menschen im Internet anzusehen. Grade auf Facebook, Instagram wird nur das positive dargestellt, jeder rückt sich dort ins beste Licht und versteckt all die Probleme die er hat. Gerade wenn man ein Tief wie Du hat, dann ist das pures Gift, denn man gibt dann diesen vermeindlich positiven Bildern noch mehr Gewicht und überhöht alles. Damit treibst Du dich nur selber in die Spirale. Ich weiss wovon ich rede, da ich das auch hin und wieder mache, wenn es mir entsprechend schlecht geht. Oft kommt dann die Frage: Warum ich nicht? Du schreibst von "sozialer Isolation". Warum empfindest Du das so? Liegt es nur daran, dass Du keine Kontakte hast oder wohnst Du in einer gottverlassenen Gegend die ausser einem Kartoffelacker sonst nichts zu bieten hat?

Grüße
Wagenburg



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  02.03.2018 02:39  
wagenburg hat geschrieben:
Hi Fabian,

Selbstmord ist nie der richtige Weg.

Grüße
Wagenburg


Begründe mal bitte wieso du das so siehst.



56
Niedersachsen
27
  03.03.2018 00:37  
trustnone hat geschrieben:
Begründe mal bitte wieso du das so siehst.


Ich gehe mal davon aus, dass die Bitte eher provkanter Natur ist. Denn ich kann mir schwer vorstellen, dass jemand der von Selbstmordgedanken schreibt, hier als Antwort lesen möchte: "Ja, das ist die Lösung. Guten Sprung". Natürlich ist Suizid die Lösung, die Lösung aller Probleme. Nachdem sich also nun die Menschheit morgen ins Messer stürzt, damit alle Probleme weg sind, sind auch alle Menschen weg. Dann regiert die Natur wieder. Das mag zwar schlüssig sein, ist aber nicht der Sinn des Lebens. Alle Menschen haben Probleme, nur geht jeder anders mit den Problemen um - und genau da liegt doch die Antwort.

Aber ich habe das nicht nur aus Reflex geschrieben, sondern habe auch für mich eine Begründung, dass Suizid nie die Lösung sein kann. Warum ich das beurteilen kann? Weil ist selbst schon mehrfach an diesem Punkt gewesen bin; in Situationen aus denen ich keinen Ausweg mehr gesehen habe. Hätte ich mein Leben durch Suizid beendet, dann hätte ich nie erfahren, dass ich auch ein besseres Leben haben kann, denn ich würde kalt unter der Erde liegen. Dass sich mein Leben zu einem besseren verändert hat, musste ich mehrere Dinge lernen: Manchmal muss man Hilfe von aussen einfordern und annehmen, man muss selbst etwas ändern wollen und das auch durchziehen. Wer die Energie hat seinen Selbstmord zu planen, schafft es auch zu planen wie er diese Änderung schafft.

Suizid ist der Wunsch nach Veränderung des momentanen Lebens. Da man mit dem jetzigen Leben nicht zufrieden ist und sich nach einer kompletten Veränderung wünscht, nicht jedoch weiss wie man das ändern soll, oder Angst davor hat, oder aus der Situation gefühlt nicht ausbrechen kann, denkt man an Selbstmord. Wer sich selbst fällt, ist sich selbst der Feind. Und diese Feindschaft beginnt als erstes im Kopf. Der Körper, und vor allem der Überlebenstrieb, sieht das ganz anders. Und dieser Trieb ist erst mal stärker als der Kopf. Deswegen gehen Selbstmordversuche auch immer (aber leider nicht alle) wieder schief. Trotzdem kann, wenn der Druck groß genug ist, dieser Trieb überwunden werden. Doch wer das schafft, der würde es auch schaffen aus der Situation, in der er sich momentan befindet, gleich wie sie ist, auszubrechen.

Ich lasse hier bewusst weg, dass man durch Suizid Familie und Angehörige hinterlässt, die mit dem Schmerz oder der Lokführer wenn man sich auf die Gleise gelegt hat, leben muss. Denn ich halte das für kein gutes Argument jemanden vom Suizid abzubringen, in dem man im Schuldvorhaltungen macht, wenn er es doch versucht.

Menschen mit Suizidgedanken brauchen positive Aspekte. Dazu müssen sie aber als erstes Hilfe von aussen annehmen und die Hilfe muss sich zudem die Zeit und die Energie nehmen wollen, dem jenigen zu helfen. Und ich rede da von richtiger Hilfe anstatt nur einen Flyer auszureichen und Standardsätze runterreden. Es geht darum, dass man sich die Arbeit machen muss (als Helfender), dass man die Spirale in die sich der Hilfesuchende eingedreht hat, durchbrechen muss. Es wird nicht funktionieren, zu sagen: Mach das so oder so. Meine Erfahrung war bisher, dass das immer erst torpediert wurde mit verschiedenen Erklärungen warum etwas nicht klappt. Wenn der Hilfegebende dann schnell aufgibt, hat er versagt. Er muss dabei bleiben und wirklich helfen wollen, auch wenn das Arbeit bedeutet. Dann klappt es auch.

Grüße
wagenburg

Danke4xDanke


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  03.03.2018 00:57  
sehr schöne Antwort. Vielen Dank





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1
  03.03.2018 12:31  
Es gibt aber nicht immer Familie die einen hilft.



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1
Niedersachsen
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  03.03.2018 20:38  
Hallo, habe deinen Post gelesen und dachte mir, hm, das klingt soweit ja etwas wie bei mir. auch wenn du nicht sehr ins detail gegangen bist.
bei mir war es so das ich gleich nach der schule nichts gemacht habe und da bin ich -fast- noch, mit der ausnahme das ich ausgezogen bin und andere kleinigkeiten.
Sehe meine mutter vielleicht 1-2 mal innerhalb von 1-2 wochen, habe aber auch keinen so dicken kontakt zu ihr.

der Unterschied, ich bin etwas älter und komme denke ich (mittlerweile) besser klar da ich wenigstens online kontakte habe die ich ab und zu mal zuspammen kann.
In deinem Alter, da hatte ich selber keine wirklichen Kontakte...
wie dem auch sei, wenn du magst, können wir uns ja mal austauschen per PN, wenn auch wahrscheinlich nur für unbestimmte zeit, vielleicht findet man ja doch irgentwas zum andocken.





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  05.03.2018 17:38  
Hey Moonlight, wenn du willst kannst du mir gerne eine pn schreiben!



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Niedersachsen
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  05.03.2018 23:45  
Hallo Fabian,

ich kann das gut verstehen, wie du dich fühlst. Ich bin 25 und eigentlich auch die meiste Zeit allein. Meine Mutter ist bei einem Unfall gestorben als ich 2 ein halb Jahre alt war. Mein Vater hat mich also allein aufgezogen. Er hat zwar versucht sich zu kümmern, war aber doch die meiste Zeit nur am Arbeiten. Ich war oft allein in unserem Haus. Zum Glück hatte ich einen Golden Retriever und eine süße Katze. Die hatten mir gegen das Alleinsein geholfen. Ich hatte mich auch um beide gekümmert und ihnen Futter gegeben. Es war ja alles im Haus. Da hatte mein Vater glücklicherweise für gesorgt, dass immer der Kühlschrank und der Essensraum gefüllt waren. Nur leider war es trotzdem sehr schwer für mich, denn ich war ja fast immer allein. Er kam erst sehr spät mitten in der Nacht oder am späten Abend nach Hause. Zwischenzeitlich hatte er zwar eine neue Lebensgefährtin, die war dann auch zu Hause. Mit der hatte ich mich aber überhaupt nicht verstanden, ständig gab es Streit.

Irgendwann ist dann aber meine Großmutter väterlicherseits eingeschritten und hatte das Jugendamt informiert. Der Mitarbeiter vom Jugendamt hatte mich dann in ein Kinder- und Jugendheim gebracht, weil er der Überzeugung war, dass sich mein Vater nicht mehr um mich kümmern kann. Vorausgegangen war ein heftiger Streit zwischen meinen Großeltern väterlicherseits und meinem Vater, der darauf hinauslief, dass beide Parteien das alleinige Sorgerecht beantragen wollten. Schließlich entschied dann ein Richter, dass das Sorgerecht auf das Jugendamt übertragen wird, aber beide Parteien ihr Umgangsrecht behalten. Somit bin ich dann in dem Kinder- und Jugendheim großgeworden. Leider hatte sich mein Vater völlig ausgeklinkt und kümmerte sich wieder nur um seine kleine Firma. Aber meine Großeltern haben mich total unterstützt und sind auch heute immer noch meine größte Stütze. Und mittlerweile habe ich auch wieder regelmäßig Kontakt mit meinen anderen Großeltern von meiner verstorbenen Mutter. Sie konnten lange Zeit keinen direkten Kontakt mit mir aufnehmen, weil der Tod ihrer Tochter zu schlimm für sie war. Ich hatte vorher nur Postkarten und Briefe mit von ihnen erhalten.

Lange Rede kurzer Sinn
Ich möchte dir damit sagen, dass man nicht aufgeben darf, niemals! Auch für mich gibt es manche Tage, wo ich denke, es ist doch alles furchtbar. Aber ich reiße mich immer wieder zusammen und kämpfe, denn das würde meine verstorbene Mutter auch wollen.

Viel Glück, du schaffst das!
Gruß
jh1d92

Danke1xDanke

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