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Hey!

Es fällt mir schwer mein Problem in Worte zu fassen, aber ich versuche mein Bestes, um es für euch verständlich zu beschreiben. Vielleicht könnt ihr mir sogar weiterhelfen...

Lange Jahre war ich die Außenseiterin. Zwar hatte ich ein paar Freunde, aber doch keinen richtigen. Keine Menschen, die wirklich zu mir gestanden hätten.
Bin mit 10 Jahren umgezogen aus dem Wald (dort haben wir früher in einem relativ einsam gelegenen Haus gewohnt) in eine Kleinstadt.
Ich passte dort nicht hinein und ich geriet immer weiter in die Rolle des Außenseiters. Internetmobbing folge irgendwann dann auch, wobei das aufgeklärt wurde. Das schlimme war, dass Freunde von mir dabei waren und eigentlich nur Mitschüler (mit denen habe ich mich sogar regelmäßig getroffen). Das Mobbing was zum Teil rassistisch - ich bin Halb-Inderin und habe deswegen einen braunen Haut-Ton.

Nachdem das alles aufgedeckt wurde kam eine Wende - mit 13/14. Ich habe angefangen mich sehr anzupassen und nicht mehr zu zeigen, wenn es mir schlecht ging. Man kann also sagen, dass ich angefangen habe alles in mich hineinzufressen.

Meine Mutter bekam in derselben Zeit Krebs und lag ein Jahr lang ständig im Krankenhaus. Mein Vater war wegen dem Krebs und seinem Büro sehr gestresst und hat seinen gesamten Stress an mir ausgelassen, denn ich war es, die alles im Haushalt schmeißen musste, auch wenn einmal die Woche eine Haushaltshilfe kam. Dazu die ständigen Besuche im Krankenhaus. Ich bekam eine leichte Form von SVV und Bulimie - inzwischen habe ich es mit dem Schultherapeuten geschafft davon los zu kommen.

Niemand von meinen Freunden, soweit man sie als solche bezeichnen würde, konnte mir helfen, weil ich nach außen ganz normal weiter funktioniert habe und ich niemanden an mir herangelassen habe. Ganz neutral habe ich mit manchen darüber geredet und sie damit mit hinein gezogen.
Zwar war ich mehr oder weniger über diese Probleme hinweg und für meine Verhältnisse doch recht beliebt.
Ich hatte es auch endlich wieder geschafft sehr gute Leistungen in der Schule leisten.

Doch dann bin ich in der 11 Klasse in recht labiler Form ein Jahr in Spanien zur Schule gegangen. Da war ich auch schnell wieder die Außenseiterin unter den anderen Austauschschülern. Die Spanier hatten generell nicht so viel Interesse. Meine Gastfamilien (insgesamt hatte ich 3) waren alle furchtbar. Mit jedem Wechsel wurde es eigentlich schlimmer und meine Probleme fingen wieder an.
Irgendwie habe ich es geschafft das Schuljahr dort zu bestehen und bin wieder zurück in meinen Jahrgang in Deutschland gekommen.
Es sollte normal weiter gehen.

Meine mündlichen Leistungen lagen in allen Fächern zunächst im 1-2 Bereich. Nur hab ich in den meisten Klausuren eine 5 geschrieben. Ich konnte das zwar irgendwie ausgeleichen, aber ich fiel in eine Depression. Ich habe mich in meinem Auslandsjahr sehr verändert und meine Freunde in eine andere Richtung. Dann kamen die ganzen traumatischen Erlebnissen aus Spanien, die ich nicht verarbeitet hatte (manchmal verfolgen sie mich immer noch), dazu.
Ich habe mich abgegrenzt und hatte mit niemanden außerhalb der Schule zutun. Ich hatte zwar noch ein paar Hobbies, aber da habe ich mich eher abseits gehalten.

Am Ende der 12. Klasse wurde ich dann über 6 Wochen krank. Kurz vor den letzten Klausuren. Ich habe in der Zeit fast nichts essen können und habe eigentlich nur geschlafen.
Die Klausuren waren fruchtbar. Abgesehen davon, dass ich seit meinen ersten Resultaten nach Spanien eine unglaubliche Klausurenpanik habe.
Das Schuljahr habe ich dann freiwillig wiederholt, weil es keinen Sinn hatte weiter zu machen. Das Abitur hätte ich so auf keinen Fall geschafft.

Mit der Wiederholung bin ich in einen anderen Ort gezogen, wo ich dann einen Neuanfang versuchen wollte.
Ich habe in einem Studenten-/Zivi-/Auszubildenen- Partyhaus gewohnt. Mit 5 weiteren auf einer Etage, die eben auf ganz viel Party aus waren.
Mit meinen Eltern hatte ich mit dem Schultherapeuten und der Vertrauenslehrerin ein aufklärendes Gespräch.
Es wurde von meinen Eltern nicht so richtig angenommen.
Ich habe von ihnen nur das Kindergeld verlangt, aber kurz vor meinem Auszug haben sie mir, obwohl sie gegen den Auszug waren, die Unterhalts- und die Mietskosten zugesagt, da sie nicht wollten, dass ich mein Abitur durch einen 400 € Job versauen.

Mein Vater bekam allerdings kurz nachdem ich den Mietvertrag unterzeichnet hatte auch noch Krebs.
Ich war dementsprechend zunächst jedes Wochenende zu Hause. Habe somit keinen Anschluss gefunden und wurde immer häufiger krank. Dazu starb mein einziger lebender Großvater in dem Winter (vor eine Jahr im Dez.).
Ich wurde immer öfter krank und habe mich immer weiter zurück gezogen. Der Kontakt zu vielen Freunden in meinem Heimatort brach ab, da meine Wochenends-Besuche sehr abnahmen und ich nur noch in meinem Zimmer hockte.
Insgesamt war ich in dem letzten Schuljahr etwa 50% krank und hatte niemanden, der sich in der Zeit um kümmerte, wenn man meine Mutter ausnimmt, die aber nicht vor Ort war. Ich habe das Schuljahr noch relativ gut bestanden.

Aber eigentlich wollte ich schon nach den Osterferien nicht mehr zur Schule gehen, weil ich es gehasst habe. Die meiste Zeit saß ich alleine rum und ich fing an meine Mitschüler zu hassen für ihre Ignoranz, wobei das wirklich nicht meine Art ist.
Meine Eltern haben mich zum Glück noch dazu überredet weiter bis zum Schuljahresende zu machen.

Da ich in dem Ort, in der WG und der Schule nicht mehr bleiben wollte, hatten meine Eltern die Idee mich für das letzte Jahr auf ein Internat zu schicken. Das hat sogar funktioniert - mit meiner Zustimmung natürlich. Ich dachte, dass ich nun doch einen Neuanfang machen könnte.
Immerhin lebt man mit seinen Mitschülern auf einem Gelände.
Nun bin ich seit Schuljahresanfang hier. Die paar verbliebenen Freunde, haben dieses Jahr Abitur gemacht und sind in der Welt unterwegs. Das heißt es gibt niemanden, den man besuchen kann. Nicht einmal meine Eltern konnte ich besuchen, da sie bis Ende November unterwegs sind.

Hier bin ich die Arrogante, weil ich manchmal, wenn es mir zu blöd wurde im Unterricht ehrlich meine Meinung gesagt habe. Das Niveau ist ganz widererwarten nicht so hoch. Außerdem mache ich keine Partys mit den anderen, die sich zwanghaft betrinken müssen.
Fast niemand hat wirklich mit mir geredet und mich trotzdem verurteilt. Nicht einmal Markenklamotten trage ich, weil ich das in meinem Alter (19) übertrieben halte.
Also bin auch ich hier schwuppdiwupp wieder die Außenseiterin.
Ich kann keine Gespräche mehr führen. Ich weiß einfach nicht mehr worüber ich reden soll. Es fällt mir hier oft so schwer und wenn ich etwas sage, wird es kaum beachtet.
Das schlimmste an dem ganzen ist, dass ich seit etwa 2 Jahren kein wirkliches Glücksgefühl mehr hatte. Entweder es prallt an mir ab, wenn es etwas Schönes ist oder ich werde sehr depressiv oder aggressiv. Nur zeige ich meine aggressive Seite niemanden.
Wenn mir ein Kompliment gemacht wird, kann ich es auch nicht annehmen. Ich versuche mein Bestes, aber auch die Prallen an mir ab als sowas wie Honig ums Maul schmieren, Stimmt sowieso nicht, usw.

Das Fazit von dem ganzen ist also:
Seit 2006 habe ich jedes Schuljahr in einem anderen Ort gewohnt und auf jede erdenkliche Art. Meine Freundschaften sind daran kaputt gegangen, da der Kontakt von meiner Seite fehlte und irgendwann auch von meinen Freunden.
Familie besteht so gut wie keine.
Der Gedanke ist da, dass es eigentlich egal ist, ob ich existiere oder nicht. Das es eher positiv für mich ist, da ich das alles nicht mehr ertragen muss... und NEIN, ich möchte mich nicht umbringen, aber vielleicht kann man dieses Gefühl nachvollziehen...

Ich hoffe, ich habe es nicht zu detailiert beschrieben und jemand kann mich verstehen oder mir sogar helfen.
Danke.

P.S. Tut mir Leid, wenn da viele Grammatik- und Rechtschreibfehler sind, aber ich es habe es so runter geschrieben.

19.10.2009 03:50 • 25.10.2009 #1


33 Antworten ↓


Und jetzt fängst Du auch noch an Dir selber die Schuld zu geben. Finde ich nicht gut- Wenn Dich die Leute nicht nögen weil Du keine Markenklamotten trägst taugen sie als Freunde auch nix für Dich. Zu Oberflächlich und es kpmmt nicht auf die Klamotten an,sondern darauf wer darin steckt und was für ein Charackter ein Mensch hat.

Vieleicht wirkst Du arrogant so das die Anderen meinen Du fühlst Dich für etwas besseres.

Was besonderes bist Du jedoch schon. Denn aufgrund Deiner Probleme Krebs in der Familie Todesfälle und der ständigen Umzieherei hast Du ja so gut wie nie aufgegeben sondern immer wieder neu angefangen.

Du bist kein Typ der schnell aufgibt. Mich wundert es jedoch nicht das Du Panikattacken hattest usw. Denn Du warst immer nur für andere da. Die Verantwortung die Du übernommen hast und die Entäuschungen die Du erlebt hast waren ja viel zu viel. Dann noch Mobbing usw.

Alles in sich reinfressen macht auf DDauer auch Krebs. Denn ich bin der Meinung das diese Krankheit abgesehen von der genetischen Vorbelastung auch von der Psyche eines Menschen entwickelt und ausgelöst wird.

Ich persönlichg würde Dir empfehlen Dich mal nur um Dich zu kümmern und vor allem erstmal Trauerarbeit bei einem Psychologen ambulant zu leisten. Denn wenn ich richtig vermute hast Du Dir gar keine Zeit dafür gelassen sondern bist in Arbeit und Leistung geflüchtet um Dir zu beweisen was Du kannst, wenn schon niemand sonst Deine Leistungen unter solch starken vor allem psychischen Belastungen anerkennt und Dich einmal lobt.

Ich finde Deine Kraft erstaunlich. Doch nun mach mal halblang. Kümmere Dich um Dich. Dein Vater ist alt genug. Damit meine ich jedoch nicht Deine schulischen Leistungen sondern Deine Gesundheit.


Liebe Grüsse

19.10.2009 08:37 • #2



Nur noch Leere, Trauer und Wut.

x 3


Such dir ordentliche Freunde aus deiner Gegend, die dich so mögen wie du bist. Es gibt sie bestimmt.

19.10.2009 11:10 • #3


Depressiv-Agressiv....Du bringst es auf den Punkt.

Denn so empfinde ich Deinen Text über Deine Biografie nämlich.

Wenn Du überall als Opfer auftrittst, immer auf Verteidigung aus bist und im Zweifelsfall auch angreifst, selbst wenn vielleicht der Zeitpunkt ungünstig ist oder andere den Grund gar nicht als so dramatisch empfinden, dann bastelst Du Dir Deine Probleme selbst.
Du bezeichnest Dein Auftreten selbst als arrogant....Arroganz ist aber definitiv keine liebenswerte Charaktereigenschaft, ich würde um so einen Menschen auch einen großen Bogen machen.
Du wirst nicht der einzige Aussenseiter auf dem Internat sein...was machen denn die anderen Aussenseiter?
Deine Hautfarbe sollte heute kein Problem mehr sein, wenn Du nicht grade im letzten Kleinkaff in Bayern oder im Osten wohnst.

Wir kennen jetzt nur Deine Sicht der Dinge....mich würde aber brennend mal die Sicht der anderen interessieren, wenn sie mit Dir zu tun haben.

Deine Biografie ist nicht goldig...das wissen wir alle....aber es ist ein Teil Deines Lebens, den Du überlebt hast und der Dir eigentlich zeigen sollte, dass Du enorme Ressourcen hast ...es sollte Dir Selbstvertrauen geben.

Ich weiß nicht, wie wir Dir helfen können....denn eine richtige Frage hast Du in deinem Text nicht formuliert.

19.10.2009 12:33 • #4


Depressiv-aggressiv... liebe Lola, hast du es schon mit Sport versucht? Als Einzelgänger hat man meistens Hemmungen bei Mannschaftssportarten mitzumachen, aber unter den Sportlern gelten meist ganz andere, faire Regeln und so hat man auch die Möglichkeit Freundschaften ganz anderer Art zu schließen. Was auch eine super Sache ist: Diverse Kampfsportarten - Kickboxen, Street Fighting, Karate oder Aikido... gibt es in deinem Internat solche Möglichkeiten? Damit kann man gut Stress abbauen und schnell gesundes Selbstvertrauen und seelische Ruhe gewinnen. Wenn es bei euch so etwas nicht geben sollte - auch simples Joggen reicht als Stressbewältigung vollkommen aus.

Die hier bereits erwähnte Empfehlung die schwierige Familiensituation mithilfe eines Psychologen zu verarbeiten ist eine gute Idee. Der Schulpsychologe oder ggf. Hausarzt können dir sicher jemanden empfehlen.

Wenn die familiäre Struktur durch Schicksalsschläge schon im Kindes- oder Teenagealter anfängt zu bröckeln und auch die sonstige Situation eher ungünstig ist, ist es kein Wunder, wenn man ins Wa*nken kommt. Man wird zum Überlebenskünstler, nicht... ... Gibt es eine Hoffnung darauf, dass sich die Gesundheit deiner Eltern stabilisiert, so dass du gleich nach dem Abi deine Ausbildung fortsetzen kannst? Oder traust du es dir - trotz möglicher Komplikationen - zu?

Was die Kleider betrifft - immer nur das, was man selbst schön oder praktisch findet tragen... ... das ist die Frage der persönlichen Freiheit. Warum angepasst sein?

„In einem wa*nkenden Schiff fällt um, wer still steht, nicht wer sich bewegt.“

(Ludwig Börne)

19.10.2009 16:30 • #5


Gefühle

liebe grüße vent

20.10.2009 00:15 • #6


[b]zu skypower[/b]

Ich weiß, dass diese Menschen nicht als Freunde taugen. Ich mag sie ja selber nicht, obwohl ich sie kaum kenne. Doch bin ich jederzeit bereit mein Bild zu ändern. Das Problem ist nur, dass es mich trotzdem verletzt mich diese Personen nicht mögen. Rational gedacht, scheinen mir meine Gefühle unverständlich.

Ich war bei einer Psychologin, aber durch meinen Umzug ist es nicht mehr möglich dorthin zu gehen. Abgesehen davon habe ich die Stunden als sinnlos empfunden. Das Reden hat mir leider nicht geholfen.

Das Problem bei dem um sich selbst kümmern ist nur, dass es bei mir nicht zu funktionieren scheint. :/

Liebe Grüße

[b]zu Ry.Reisender[/b]

Würde ich gerne, nur ist das auf einem Internat, dass abseits von allem liegt nicht so gut möglich. Ohne Auto kann man hier nichts machen. Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel von hier in einen anderen Ort. Nichts. Man steckt hier fest.

Liebe Grüße

[b]zu Zamira[/b]

Ich glaube, du hast mich nicht so richtig verstanden. Ich bin eigentlich ein fröhlicher Mensch und spiele diese Rolle auch ganz gut. Nur bin ich es nicht. Dieser Text ausnahmsweise meine Gefühle offenbart.

Als arroggant werde ich erst seit ich hier auf dem Internat bin bezeichnet. Es gab zwar genug Kritikpunkte an mir, aber das war niemals einer.
Natürlich habe ich ein Bild von einem Menschen - es ist einfach menschlich - aber ich gebe jeden Menschen die Chance sich von einer anderen Seite zu zeigen und das nicht nur einmal.

Außenseiter und Außenseiter passen nicht unbedingt zusammen... Ich versuche allerdings mein bestes.

Was die Hautfarbe anbelangt. Du scheinst nicht andersfarbig zu sein, denn sonst müsstest du wissen, dass es Rassismus nicht nur im Osten und in Bayern gibt. Reicht dir das Beispiel für solchen, dass ich auf dem Fahrrad sitzend angespuckt wurde und als schei. Ausländerin bezeichnet wurde? Ich kann dir noch ein paar Dinge aufzählen!

Du scheint es auch besser zu gefallen noch ein bisschen weiter in den Wunden zu bohren. Vielen Dank.

Meine Frage ist es, ob mir jemande aus dieser Situation helfen kann? Mir sagen kann, wie ich mir selber helfen kann? Denn ich weiß, dass ich allein für mein Glück zuständig bin. Sämtliche Lektüren konnten mir nur leider nicht helfen.

Liebe Grüße

[b]vent[/b]

Es gibt hier auf dem in der Oberstufe leider keine solchen Angebote, da das Interesse der Schüler fehlt.
Mit Laufen habe ich es probiert und es hilft ein bisschen, aber nur sehr kurzfristig. Ich flüchte mich in der Musik, aber auch das ist nur sehr kurzfristig.

Ich werde auf jedenfall meine Ausbildung weiterführen. Mit meinen Eltern länger zusammenwohnen macht mich nur noch mehr zum Schatten meiner selbst. Täglich kann ich mir dann einen unglaublich netten Kommentar von meinem Vater hören.

Ich trage nur das, was ich mag. Das habe ich immer gemacht und trotzdem hat sich mein Geschmack angepasst. Ich wollte damit nur mein Unverständnis ausdrücken, wie man einen Menschen auf Klamotten beschränken kann.

Was meinst du mit Gefühle?

Liebe Grüße

20.10.2009 03:53 • #7


Wenn du in deine Gegend keine Leute kennenlernen kannst, kannst es ja auch über Internet versuchen. Zudem würde ich dir empfehlen einen Führerschein zu machen, wenn du es noch nicht hast (aber vermutlich fehlt dir das Geld dafür?). Muss man mit 19 denn überhaupt in einem Internat bleiben? Wieso ziehst du nicht einfach in eine Stadt?

20.10.2009 07:57 • #8


Bei einer Psychologin warste. das Reden hilft nix. Wie denn auch wenn man nix einsehen will.

Du kennst andere Menschen und lässt sie gnadenvoll? sich mehrmals die Möglichkeit offen sich von mehreren Seiten Dir gegenüber zu zeigen. Wie Du schreibst.

Wie Arrogant klingt das denn ?? Und Du wunderst Dich das Du so wirkst ??

Das Internat ist zu weit weg vom Schuss. Du bist 19. Da war ich schon ausgezogen mit 16 übrigens. Weil ich ne Lehre hatte, ne Freundin die 28 war und das trotz das meine Eltern Alk. waren, ich gerade aus dem Heim kam.

Warum bist Du denn noch da ? Eigene Wohnung- (Notfalls hilft der Staat) wenn das Deine Arroganz zulässt.

dann hast du endlich mal genügend Abstand zu Deinem Elternhaus in einer Stadt in der man auch weggehen kann, (da hat mein Voredner vollkommen Recht) Gibt auch Wohngemeinschaften ! Da haste immer jemanden zum plaudern.

An den gesundheitlichen Problemen Deiner Angehörigen trägst Du keine Schuld. Du mußt Dein eigenes Leben leben.

Mir ist aufgefallen das Du so ziemlich nix zulässt was hier irgend jemand schreibt. Lese nur Ausflüchte und wie schlecht es dir geht und das Du dieses und jenes schon probiert hast aber nix funktioniert hat.

Haste dir schon mal überlegt ob das nicht auch ein klein wenig von Dir abhängt ?

Wenn ich nur 2mal zum Psychologen gehe und dann nicht mehr weil mich die fragen belasten dann kann sich natürlich nix ändern.

Wenn Dir keiner als Freund gut genug ist kann das auch keiner ändern. Die menschen sind sind so wie sie sind und niemsnd wird sich wegen Dir aus irgend einem Grund von einer anderen seite zeigen nur weil Du es so möchtest.

Man findet Freunde auch schlecht wenn man sie volljammert. Die wollen mit Dir weggehen mal Party machen usw. Natürlich auch mal zuhören und trösten. Aber halt nicht ständig.

Vieleicht leidest du aber ja auch gar nicht so wie Du vermitteln möchtest ?

Wie ich darauf komme ? Ganz einfach. Vieleicht bist Du ja Stolz darauf das du schon soviel aushalten mußtest und offensichtlich auch konntest.

(Wenn ich nicht mehr kann wirke ich auf andere nicht mehr arrogant und erweise ihnen die Gnade sich mehrmals von ihren verschiedensten Seiten zu zeigen bis mir eine passt) da habe ich ganz andere Probleme.

Schönen Gruß von jemandem der aus einem Heim für schwererziehbare Kinder kommt.

( Mutter Tod- Vater Tod- eigener Säugling gestorben- große Liebe an Krebs gestorben 2 Kinder hinterlassen-auf der Strasse gelebt ,mich da wieder rausgeholt-wieder gearbeitet-neues Leben begonnen- mit weiteren Entäuschungen usw.) Jetzt geht es mir gut.


Du bist erst 19. Nutze Dein Leben. Packs an. Niemand hat gesagt das es leicht ist.


Alles Gute.


20.10.2009 09:30 • #9


Ich hoffe, Du bist Dir darüber im Klaren, dass Du grade auch wieder grundlos fleißig austeilst.....

Ich kann nur auf das antworten, was DU schreibst.....und anhand DEINES Textes mache ich mir natürlich ein subjektives Bild der Situation.
Ich kann nicht sehen, dass ich absichtlich in einer Wunde rumgebohrt habe.


Meine Motivation, mich mit Dir zu befassen, rutscht grade auf den Tiefpunkt, denn Du bist mit den Antworten der anderen User ja auch nicht zufrieden.

Ich antworte jetzt auch nur auf Deinen Antworttext:

Nein, ich bin nicht dunkelhäutig, aber ich halte mich NUR in südländischen Kreisen auf, mein Sohn ist halber Türke und ist ebenfalls sehr dunkel, optisch ist er Türke aus dem hintersten Anatolien...trotzdem hat er keine Probleme mit Ausländerfeindlichkeit.

Auch ich werde regelmäßig darauf angesprochen, weshalb ich denn nicht endlich einen deutschen Partner suche...und muss mich deshalb auch sehr oft rechtfertigen, auch innerhalb der Familie und dem Bekanntenkreis. Ich habe mir schon harte Worte gefallen lassen müssen: Ausländerflittchen war noch das harmloseste.
Und? Ich ärgere mich über die Engstirnigkeit, die sinnlose Überheblichkeit und leben mein Leben trotzdem weiter.
Aber ich lasse mir meine Lebenseinstellung nicht davon vermiesen.

Viele Dunkelhäutige sind hier in Deutschland fest etabliert und auch angesehene Bürger.....auch diese haben sicherlich schon die eine oder andere unerfreuliche Begegnung mit Primaten gehabt und sich trotzdem nicht von ihrem Weg abbringen lassen....

Auf Gegenwind stößt jeder in seinem Leben, in jeder Altersgruppe...

    der Arbeitskollege kann mich nicht leiden...
    Beim Brennball wurde ich wieder als letzte in eine Mannschaft gewählt...
    die Tussi in der Disco lästert über mein Outfit...
    der Typ, den ich toll finde, will von mir nix wissen...
    die Clique nimmt mich nicht auf
    die Hühner aus der Klasse haben mal wieder über mich gelacht
    die Nina aus dem Kindergarten hat alle zum Geburtstag eingeladen, nur mich nicht
    Tante Nicole mag meine Schwester lieber als mich
    Die Lehrerin nimmt immer die anderen dran
    Warum muss ich jetzt die Tafel wischen?
    Wieso muss ich den Müll rausbringen und nicht mein Bruder?
    Der Hund der Nachbarn bellt mich an...
    Meine Freundin ist heute mit der anderen Freundin shoppen gegangen, warum nicht mit mir?


Jeder, unabhängig von der Hautfarbe, macht diese Dinge durch, die Liste kann beliebig verlängert werden.

Und gewöhn Dich dran: Man kann nicht immer Everybodies Darling sein!


Psychologische Gespräche bringen in deinen Augen nix...
Busfahren in den Ort ist zu umständlich, also lieber langweilen im Internat.
Du buhlst um die Gunst von Menschen, die Du nicht magst und gibst jedem mehrfach die Chance, sich von einer anderen Seite zu zeigen, damit ER/SIE Deine Gunst auch verdient....

Hast Du denn die Aufmerksamkeit der Anderen überhaupt verdient?
Wenn Du Dich dort ansatzweise so präsentierst wie hier, kann ich verstehen, dass Deine Klassenkameraden nicht grade scharf auf Deine Gesellschaft sind.


Tja...wie können WIR Dir also helfen? Ich weiß es nicht.

Du willst Hilfe, bist aber nicht bereit, auch Hilfe anzunehmen, das stelle ich jetzt fest....jammern ist schöner, Opfer sein anscheinend auch.

Ich kann nur den Tip geben, das eigene Verhalten mal stückweise abzuändern...nur objektives Sezieren der eigenen Person reicht nicht aus, man muss es auch ändern, wenn man die eigenen Schwachstellen kennt.

20.10.2009 10:28 • #10


Hallo lola,

meinen VorschreiberInnen gebe ich vollumfänglich Recht.

Was mir noch aufgefallen ist:
Zitat:
Ich weiß, dass diese Menschen nicht als Freunde taugen. Ich mag sie ja selber nicht, obwohl ich sie kaum kenne.

Du magst sie nicht, weißt, dass sie nicht als Freund taugen, obwohl du sie gar nicht kennst?
Zitat:
Ich bin eigentlich ein fröhlicher Mensch und spiele diese Rolle auch ganz gut. Nur bin ich es nicht. Dieser Text ausnahmsweise meine Gefühle offenbart.

?? Was willst du damit sagen? BIST du nun wirklich ein fröhlicher Mensch oder SPIELST du das nur?

Zitat:
Man steckt hier fest.

Das scheint mir ein generelles Problem von dir zu sein. Es passt zu deinen immer wieder vorgenommenen Ortswechseln und Neuanfängen - die natürlich letztlich immer auf dasselbe hinauslaufen, solange du deine wahren Probleme nicht erkannt hast. Bei dem Gefühl des Feststeckens und Flüchtenwollens solltest du m.E. mit deinen Forschungen ansetzen - am besten mit Hilfe einer Therapie.

20.10.2009 11:01 • #11


Zitat:
Du magst sie nicht, weißt, dass sie nicht als Freund taugen, obwohl du sie gar nicht kennst? Shocked

Also ich kann auch durch alleiniges Anschauen manchmal erkennen, dass eine Person für mich als Freund nicht in Frage kommt. Spätestens, nachdem man ein paar Worte ausgetauscht hat, weiß man das doch.

20.10.2009 11:11 • #12


Natürlich....

Der Erste Eindruck zählt

Das ist auch das erste Kapitel in jeder verkaufspsychologischen Schulung!
Trotzdem liegt man mit diesem ersten Eindruck häufig falsch....aber man machts eben automatisch....

Der Scanblick einmal hochund runter....und dann gibts innerlich den Daumen hoch oder den Daumen runter in der Beurteilung der gescannten Person....wir Frauen sind da Profis drin

20.10.2009 11:23 • #13


Zitat:
Trotzdem liegt man mit diesem ersten Eindruck häufig falsch....

Also bei mir nicht. Zumindest nicht häufig.

20.10.2009 12:19 • #14


ob ich jemanden symphatisch finde oder nicht fällt in dem Bruchteil einer Sekunde. Blick in die Augen. Danach Mimik-Körpersprache und Haltung. Scon bevor derjenige überhaupt was gesagt hat. Ich merke sehr schnell ob Maske oder nicht.

Dann kommt meist ein Hallo mit entweder ersnthaften oder gekünsteltem Lächeln und vieleicht ein Gespräch wo automatisch Interessen abgeglichen Charackterzüge erahnt und ein Stück weit eingeschätzt werden und nicht zu vergessen das Bauchgefühl was man als Mann genau so hat wie Frau.

Dann falls mir jemand nicht passt kürze ich das Gespräch meist freundlich aber verbindlich ab, oder wenn positiver Eindruck vorhanden mit dem Hinweis, na dann bis vieleicht zum nächsten Mal. das ist unverbindlich,der andere fühlt sich nicht bedrängt und ich gebe Ihm die Entscheidung sich auf ein weiteres Gespräch wenn man sich trifft einzulassen oder nicht.

Man sollte da niemanden einengen oder Freundschaft erzwingen wollen was eh nicht klappt.

Auch Leute die Ihre Freundschaft förmlich aufdrängen haben meist nix Gutes im Sinn.

Ganz zu schweigen wenn jemand klebt wie eine Klette. dann ist es Zeit eine ganz klare Ansage zu starten.

Nicht arrogant- gut gelaunt- ein freundliches echtes Lächeln auf den Lippen und ein fröhliches Gesicht . das ist symphatisch, erweckt das Interesse an einem und man denkt- warum nicht- netter Kerl,den möchte ich gerne mal wiedersehen.

Da ist er schon der Anfang einer Freundschaft



Wenn ich natürlich auf jemanden zugehe mit dem Gefühl es ist alles so beschi...en ich bin ja sooooooo depressiv-die Mundwinkel nach unten bis zum Boden-der Blick total Agressiv und die Nase bis in den Himmel gehoben, wirds wohl schwer bis unmöglich.

So bekommt man keine Freundschaften. Die Leute sind auch nicht dumm. Sie merken wenn du schauspielst !

Dann is das Vertauen-und das ist die Grundlage einer Freundschaft schon von vornherein hinüber.


Meine bescheidene Meinung.


Auch wenn es einem selbst nicht gut geht-kein anderer kann was dafür was Du durchgemacht hast.

Gibt einen alten weisen Spruch der stimmt wie ich schon oft erleben durfte.

Was Du nicht willst was man Dir tut das füg auch keinem anderen zu.

Nur wer liebt empfängt auch welche. Schön wenn man zuerst sich selbst verzeihen und sich lieben kann. Das strahlt man dann auch nach aussen aus.

Gibt auch viele Freundschaften und einen Bekanntenkreis. Sich selbst zu lieben ist vollkommen o.k.

( Narzismus) etwas ganz anderes. Nach dem Motto ich bin die Größte was wollt ihr alle eigentlich von mir .

Dann haben alle Unrecht nur man selber nicht. Ergo kann man von keinem anderen etwas annehmen.

20.10.2009 13:34 • #15


Zitat von lola:
Ich weiß, dass diese Menschen nicht als Freunde taugen. Ich mag sie ja selber nicht, obwohl ich sie kaum kenne. Doch bin ich jederzeit bereit mein Bild zu ändern. Das Problem ist nur, dass es mich trotzdem verletzt mich diese Personen nicht mögen. Rational gedacht, scheinen mir meine Gefühle unverständlich.

Ja - in der Tat, Gefühle sind keine Realität. Aber man sucht nach den Ursachen für negative Gefühle - und das ist der einzige Punkt, in dem ich mich meinen Vorpostern anschließen kann...

(Lieber Skypower, bei dir sind es zusätzlich noch einige halbe Punkte gewesen )

... nämlich dass diese Misere der Ablehnung mehr oder weniger jeder Jugendliche kennt. Es fängt doch schon mal im KiGa an - wer aus der Reihe tanzt, ist der Buhmann. Später kann es auch wer anders sein, das sind leider beliebte Spielchen der Heranwachsenden (aber nicht nur, unter Erwachsenen gibt es Aggressionen gegen andere Menschen am häufigsten in der Form des Mobbings) - und man darf sie nicht überbewerten. Und was noch wichtiger ist: Schon gar nicht seinen Selbstwert davon ableiten.

Ich wiederhole mich jetzt etwas - sorry! - das Video habe ich hier im Forum schon einmal verlinkt, dennoch: es passt gut zum Thema:
(der Vortrag fängt etwa bei 1:00 an)



Zitat von lola:
Ich war bei einer Psychologin, aber durch meinen Umzug ist es nicht mehr möglich dorthin zu gehen. Abgesehen davon habe ich die Stunden als sinnlos empfunden. Das Reden hat mir leider nicht geholfen.

Das ist ganz normal. Der Therapeut muss zum Patienten auch menschlich passen - und umgekehrt - und nicht jedes Therapieverfahren ist für jeden Patienten geeignet. Man sollte sich mit der Wahl des Therapeuten Zeit lassen, lieber mehrere Anläufe in Kauf nehmen. In den ersten Stunden fragt der Therapeut nach deinen Lebensgewohnheiten, nach deiner Vergangenheit, das ist zwar furchtbar langweilig, aber notwendig - er sammelt Informationen über dich um dich besser kennenzulernen.

Bewundernswert fand ich, dass du zusammen mit deinem Schulpsychologen SVV und Bulimie (wenn auch eine leichtere Form, wie du geschrieben hast) in den Griff bekommen hast. Das ist toll - wenn du dein Abi fertig hast, könntest du ihn fragen, ob er auch eine eigene Praxis hat oder ev. einen guten Therapeuten für dich weiß, sie kennen sich meistens untereinander.

Zitat von lola:
Es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel von hier in einen anderen Ort. Nichts. Man steckt hier fest.

Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du jetzt in der 13. Jahrgangsstufe und hast demnach nur ein Dreivierteljahr vor dir? Das ist doch kein Drama - und so kannst du dich rein theoretisch viel besser auf deine schulischen Leistungen konzentrieren.
(Wenn du dir dabei nicht zu viele andere Gedanken machst... )


Zitat von lola:
zu Zamira

Ich glaube, du hast mich nicht so richtig verstanden....
Du scheint es auch besser zu gefallen noch ein bisschen weiter in den Wunden zu bohren.

Ja, so habe ich es leider auch verstanden. Wir sind hier nur Avatare und alle persönliche Wertungen liegen im Bereich der eigenen Projektion. Was projiziert wird? Eigene Probleme und Befindlichkeiten, was sonst. Aus einem Text auf das Verhalten eines anderen Avatars zu schließen ist ungefähr das gleiche wie wenn ich zum Himmel schaue und behaupte, dass die große weiße Wolke vor drei Tagen über Almería schwebte. Es kann, muss aber nicht so sein und über die Wahrscheinlichkeit, dass solche Vermutungen der Realität entsprechen schweige ich mich lieber aus.

Zitat von lola:
Meine Frage ist es, ob mir jemand aus dieser Situation helfen kann? Mir sagen kann, wie ich mir selber helfen kann? Denn ich weiß, dass ich allein für mein Glück zuständig bin. Sämtliche Lektüren konnten mir nur leider nicht helfen.

Ja, man kann schon durch andere und ihre Erfahrungen Ideen bekommen. Dafür ist ja auch das Forum da.

Manchmal kriegt man zwar auch eine reingewürgt... aber das gehört auch dazu, das muss man wegstecken lernen - ist ja auch eine gute Übung für das reale Leben.

Zitat von lola:
Es gibt hier auf dem in der Oberstufe leider keine solchen Angebote, da das Interesse der Schüler fehlt.
Mit Laufen habe ich es probiert und es hilft ein bisschen, aber nur sehr kurzfristig. Ich flüchte mich in der Musik, aber auch das ist nur sehr kurzfristig.

Ja, immer wieder nach Kleinigkeiten suchen, die einem gut tun, kurzfristig ist auch gut - und größere Hobbies oder Sportarten kann man sich für später aufheben. Weißt du denn schon, in welche Stadt du nach dem Abi umziehen willst? Hast du schon z.B. an Berlin gedacht? Dort kümmert sich niemand um Menschen mit ausländischem Aussehen, geht ja gar nicht - so viele leben dort.

Zitat von lola:
Ich wollte damit nur mein Unverständnis ausdrücken, wie man einen Menschen auf Klamotten beschränken kann.

Ich habe es auch so verstanden. So ist es eben auf der Welt, aber es gibt auch Ausnahmen - irgendwann laufen sie schon einem über den Weg, es ist nur Frage der Zeit.

Zitat von lola:
Was meinst du mit Gefühle?

Da ging es um negative Gedanken - Gefühle wie Trauer, Hoffnungslosigkeit, vielleicht auch um Wut, oder um die Angst vor der Klausur. Diese Gefühle gehören zu uns und wir müssen lernen
a) uns nicht mit ihnen zu identifizieren
b) keine Panik vor ihnen zu bekommen
c) sie nicht zu bekämpfen oder zu verdrängen

Jeder hätte gerne nur glückliche Gedanken und Gefühle, niemand will Hunger leiden müssen, frieren usw. Aber all das Traurige und Negative gehört zu unserer Existenz. Den einen erwischt es vielleicht mehr als den anderen, jedoch geschieht das nicht aufgrund einer persönlichen Schuld. Und wir können lernen mit der negativen Seite des Lebens umzugehen.

Manche lernen es schnell, manche brauchen dafür ein halbes Leben, manche lernen es nie. Aber auch hier gibt es keine Frage der persönlichen Schuld - jeder wie er kann. Aber es ist, glaube ich, für uns alle beruhigend zu wissen, dass es diese Möglichkeit (die ev. unser Ziel werden kann) gibt.



Liebe Grüße vent

20.10.2009 23:16 • #16


Vielen Dank für deine Antwort, vent!
Es ist nett eine nicht angreifende Nachricht zu bekommen.

[quote=vent][quote=lola]
... nämlich dass diese Misere der Ablehnung mehr oder weniger jeder Jugendliche kennt. Es fängt doch schon mal im KiGa an - wer aus der Reihe tanzt, ist der Buhmann. Später kann es auch wer anders sein, das sind leider beliebte Spielchen der Heranwachsenden (aber nicht nur, unter Erwachsenen gibt es Aggressionen gegen andere Menschen am häufigsten in der Form des Mobbings) - und man darf sie nicht überbewerten. Und was noch wichtiger ist: Schon gar nicht seinen Selbstwert davon ableiten. [/quote]

So. Ich denke, ich habe es in meinem Text nicht klar genug dargestellt. Der Selbstzweifel kommt natürlich auch von solchen Dingen, wie Mobbing, schlechten Erfahrungen mit Freundschaft usw usf. Was bei mir aber der Ursprung ist, ist mein Vater.
Während einer bestimmten Zeit hatte ich das Vergnügen mir von ihm fast täglich anhören zu müssen, dass ich zu dumm für das Gymnasium sei und doch lieber auf die Realschule gehen solle - dabei war ich einfach Durchschnitt, also in Ordnung ohne etwas richtig zu tun.
Dazu kam mehrmals der Kommentar, dass es besser gewesen wäre, wenn ich nie geboren wäre. Unglaublich aufbauend, wenn man sowieso mit den Nerven am Ende ist, weil die Mutter schwer krank ist.
Diese Sätze sind nur die Krönung der ganzen Geschichte mit meinem Vater. Immer wieder muss ich mir sowas anhören. Nicht mehr so krasse Dinge, weil er nicht mehr ganz so viel Stress hat und auch, weil ich mit 18 ausgezogen bin und hier auf dem Internat auch nicht so erreichbar bin. Mein Vater möchte so eigentlich auch nie mit mir reden. An einem Wochenende an dem ich ausnahmsweise zu Hause bin ja doch, aber sonst nie. Ich vollbringe keine besonderen Leistungen.
Mein Vater war nur leider nie mit mir zufrieden. In der Schule hat es sich besonders gezeigt. Nicht einmal über eine 1 freut er sich, sondern sagt nur, dass ich das ja schon früher geschafft haben könnte. Natürlich sind die Noten für mich und ich sollte es für mich tun, aber wenn die Familie einem keinen Rückhalt gibt. Man unter Menschen, auch unter Freunden, das Gefühl hat vollkommen einsam zu sein, ist das hart.
Ich möchte meinen Fall nicht dramatischer machen, als er ist. Viele Menschen haben viel größere Probleme.
Nur durch meinen Vater ist in mir drin etwas gewachsen, dass ich alles perfekt machen möchte, aber zum Teil durch Angst der Enttäuschung gar nichts mehr tue, denn dann hätte ich es ja bestimmt besser machen können. Eine seltsame Logik, ich weiß. Gerade, da ich dann trotzdem enttäuscht von mir bin.
Nichts kann ich machen, damit ich zufrieden bin. Immer muss es noch ein bisschen besser sein.
Außerdem denke ich z.B., dass ich eine schreckliche Freundin bin. Meine beste Freundin würde das Gegenteil behaupten und auch noch ein paar andere. Aber ich kann es einfach nicht richtig aufnehmen, denn tief in mir drin ist eine Sperre, die keinen Lob und keine Komplimente annimmt.


Nun komm ich nochmal auf euch alle oder fast alle, die mir geantwortet haben:

1.) NEIN, ich möchte nicht zeigen, wie viel ich in meinem Leben schon geschafft habe und in der Opferrolle bleiben und nur jammern möchte ich erst recht nicht.
2.) Ich glaube, ihr bleibt sehr an dem Punkt hängen, dass ich einmal kurz erwähnt habe, dass mich [u]hier[/u] auf dem Internat viele für arrogant halten. Das war noch nie der Fall. Ich war alles mögliche, aber nicht arrogant. Also bitte bleibt daran nicht hängen.
Vielleicht werde ich es hier gerade durch die Kommentare und um mich selbst zu schützen, aber nicht bewusst.
3.) Ich habe ein Jahr in einer WG gewohnt. Am Ende die letzten 1 1/2 Monate bin ich dann nach unten gezogen, wo ich mich mit den Leuten unglaublich gut verstanden habe. Es war das Gefühl endlich irgendwo dazu zu gehören. Nur musste ich mich entscheiden, was mir wichtiger war: Abitur oder die Lebenssituation. Ich glaube, es ist eindeutig, was wichtiger ist - gerade ein Jahr vor dem Abitur!
4.) Ich wollte mich nicht gegen alle eure Hilfestellungen wehren, aber das meiste stimmt. Es ist zwar nicht mehr lange hier, aber es ist hart sozial so abgeschottet zu sein, obwohl ich daran arbeite. Ich versuche mit einer anderen eine Hockey-Gruppe zu beginnen und dazu noch einen Chor. Man kann die Personen auch persönlich ansprechen und sie haben Lust, aber im Endeffekt kommt dann doch keiner. So sind sie hier. Und das ist keine Übertreibung und ich möchte mich auch nicht über sie stellen, aber es ist eben schwer hier was auf die Beine zu stellen.

Achja, nocheinmal zu dir [b]Vent[/b]:
Ich konnte mir die Videos leider nicht anhören, da ich hier keine funktionierenden Boxen, keine Kopfhörer und kein Headset besitze.;)

Liebe Grüße,
Maya

21.10.2009 23:30 • #17

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Hallo lola,
keine Ursache. Mir ist diesmal wieder sehr viel zu deinem Text eingefallen, das wird wohl daran liegen, dass mir die Problematik mit deinem Vater ganz nahe liegt und ich früher in einer sehr ähnlichen Situation wie du gewesen bin. Eigentlich bin ich es immer noch, nur sehe ich diese nicht mehr als mein Problem. Man versucht mit der Zeit seine Päckchen irgendwo abzulegen... Ja, das gelingt sogar, aber - es braucht seine Zeit.

Zitat von lola:
Der Selbstzweifel kommt natürlich auch von solchen Dingen, wie Mobbing, schlechten Erfahrungen mit Freundschaft usw. usf. Was bei mir aber der Ursprung ist, ist mein Vater...

Ja, so wird das sein.
Manche Menschen schaffen es, sich bereits in jungen Jahren völlig von den Denkweisen ihrer Eltern zu distanzieren, manche dagegen identifizieren sich noch im Alter mit den bitteren Botschaften aus der Kindheit : Du bist nichts Wert, nicht liebenswert, du bringst nichts auf die Reihe. Es geht de facto nur darum, das tolle Geschenk der Eltern zu erkennen und zu sagen: Nee, das mache ich nicht mit, Mutter und Vater, hier habt ihr eueren Sch.... ich brauche ihn für MEIN Leben nicht.

Liebe lola, es tut mir leid, dass ich es nicht früher geschnallt habe, dass du keine Videos anschauen kannst. Klar, das geht nicht überall. Ich werde versuchen sie etwas umzuschreiben.

Im Selbstvertrauen-Video geht es darum, dass viele von uns eben aufgrund einer fehlerhaften Erziehung bzw. mangelnder Unterstützung durch die Eltern nicht genügend Selbstvertrauen entwickeln konnten und es gerne - wie früher den Eltern - anderen Menschen überlassen, ihren Wert zu definieren. Wir haben also nicht gelernt uns selbst zu vertrauen, sondern verlassen uns auf Urteile anderer. Das gehört möglicherweise zur Handlugseffizienz: Wenn uns Vater Mutter täglich aufgetischt haben, dass wir nicht imstande sind etwas gut zu machen, wäre doch jeder Widerstand zwecklos gewesen. Wenn das Ergebnis schon von vornherein fest steht und Mutter und Vater sowieso immer Recht haben, warum dann gegen jemanden anzukämpfen, von dem ich ohnehin existenziell abhängig bin und den ich auch als mein Vorbild ansehe? Er muss doch Recht haben - und ich bin tatsächlich nichts Wert. Und so erwarten wir auch in späteren Jahren, dass uns die anderen sagen wer und wie wir sind. Das ist aber ein dünnes Eis... eine bedrohliche Situation, die uns - berechtigte - Ängste und Sorgen bereitet.

Zum anderen Video: Ohne Selbst-Vertrauen verlieren wir uns in der Welt. Wir unternehmen eine Wanderung, die keinen Anfang und kein Ende hat, wir irren herum. Es kann aber auch anders gehen. Das Sich-selbst-und-nur-sich-selbst-zu-vertrauen stellt den Ausgangspunkt einer Reise durchs Leben dar. Diesen Punkt brauchen wir um die Strecke planen und das Ziel der Wanderung bestimmen zu können.

So lange wir nicht gelernt haben uns selbst zu vertrauen, können wir auch sonst keinem Menschen vertrauen. Denn in dem Fall haben wir Angst vor seiner Ablehnung. Und wenn wir uns selbst nicht schätzen und achten, können wir diese Gefühle auch nicht den anderen entgegenbringen. Dann haben wir wiederum das Gefühl, dass sie doof sind. Und so passen wir in keine Gemeinschaft, fühlen uns überall unwohl. Verstehst du ein wenig, was ich meine?

Ein Beispiel aus dem Video: Man kann sich gerne hübsch machen, Schminke benutzen, Markenjeans kaufen usw. - warum denn nicht, wenn das Spaß macht und man sich dabei wohl fühlt? Aber - eines darf nicht geschehen, und zwar das wir es tun um anderen zu gefallen, um ihren Urteil über uns positiv zu beeinflussen. Wenn es um den eigenen Selbstwert geht, stehen alle anderen Menschen außen vor, sie haben bei diesem Thema nichts zu sagen. Und deshalb braucht man auch vor den anderen Gefühle zu verstecken, oder irgendetwas in sich hineinzufressen. Warum denn, man ist doch so wie man ist - und die anderen haben es zu akzeptieren. Wichtig ist nur die eigene Sicht, die eigene Befindlichkeit - und daran kann man gut arbeiten, ganz allein. Nur so geht das. Dann entsteht eine Art persönlicher Authentizität, die wiederum andere dazu animiert, sich selbst ebenfalls authentisch, voreingenommen und ohne Vorurteile uns gegenüber zu verhalten.

Zitat von lola:
Nur durch meinen Vater ist in mir drin etwas gewachsen, dass ich alles perfekt machen möchte,...

Ja, vergiss ihn. Sei höflich, aber distanziert.
I'm gonna do it my way...


Zitat von lola:
... tief in mir drin ist eine Sperre, die keinen Lob und keine Komplimente annimmt.

Selbstliebe kann man sich antrainieren... klingt zwar doof, ist aber so.
Dafür gibt es unzählige Videos, Ratgeber... und ggf. auch die Möglichkeit therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Schließlich hat ja nicht nur EINE(R) dieses Problem und die Zahl der Therapeuten und die Menge der Literatur zu dem Thema beweist, dass dieses Problem ein häufig vorkommendes, allgemeines Phänomen ist.

Zu dem GEFÜHLE-Video noch kurz:
Je mehr man Gefühle verdrängt, die man als unangenehm empfindet, desto mehr Probleme hat man mit ihnen. Man kann es sich so vorstellen: Die Traurigkeit, Deprimiertheit, Ratlosigkeit, Wut... sie alle haben ihren Platz in unserem Leben. Das muss nicht für immer so bleiben, man kann daran arbeiten, sie nach und nach aus unserem Leben verschwinden zu lassen. Das geht aber nicht wenn wir sie ablehnen. Erstmal sind sie da, wollen zu uns, wollen nach Hause, fühlen sich mit all anderen Gefühlen gleichberechtigt. Und so ist es auch. Sie gehören dazu, so ist unsere Welt nun mal, da können wir nichts dafür. Wenn wir also diese vermeintlichen Störenfriede zulassen und wenn mal Traurigkeit da ist, wir auch richtig traurig sind und ev. dabei denken - es ist es jetzt halt so, in ein paar Minuten oder Stunden wird es zwar wieder anders sein, aber jetzt bleibt mir nichts anderes übrig als es durchzustehen, dann wird es auch so kommen. Und wenn danach das Unwohlsein abklingt, fühlt man sich frei und - stolz darauf, die komische Zeit so heldenhaft überstanden zu haben. Was passiert aber wenn wir das Gefühl ablehnen? Es steht draußen vor der Tür, rührt sich nicht von der Stelle, fängt vielleicht auch an an der Tür zu kratzen und ruiniert sie sogar dabei. Und wir haben die ganze Zeit Angst die Tür aufzumachen, obwohl wir genau wissen, dass keine Tür für immer verschlossen bleiben kann. Das bedeutet für uns: Angst, Panik, Stress.


Man kann schon einiges selbst unternehmen bevor man sich zu einer Therapie entschließt. Ein bisschen mit den eigenen Gedanken und Gefühlen herumzuexperimentieren kann auch Spaß machen. Um so mehr freut man sich dann, wenn sich die ersten Erfolge bemerkbar machen.

Dir eine gute Zeit
vent

22.10.2009 23:42 • #18


Rine
hier wurde ja schon öffters erwähnt, man solle sich nicht anderen anpassen,sodern man selbst bleiben, zb. bei markenklamotten.

fast jeder passt sich an, viele gehen nach der neusten mode, verfolgen das momentane schönheitsideal, stopfn sich was in dn BH das die dinger grössr wirken, schönheits op und so weiter und so weiter...
würde man beim vorstellungsgeräch einen jogginganzug anziehn weil wir uns darin wohler fühlen ud denken der muss uns so nehmen wie wir sind? wahrscheilich nein.

man wird alleine für seine prinzipien kämpfen, dafür aber nirgendwo applaus ernten, sondern dadurch einsam werden!

ums mit einfachen worten zu sagen: die menschen wollen geblendet und vearscht werden, die schreien regelrecht danach, es kann einem nie vorgeworfen werden (man war halt schon immer so)

passt euch an, dann lebt es sich einfacher !

23.10.2009 00:26 • #19


also ich finde schon man sollte dafür kämpfen wie man ist ich hasse es mich zu verstellen natürlich bei vorstellungs gesprächen soltle man ein bisschen mogeln aber im alltag lass ich mir von nix und nimadem sagen wie ich auszusehen habe etc

23.10.2009 00:44 • #20



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