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Hallo =)
zuerst muss ich sagen, dass ich schon ziemlich lange hier nichts mehr geschrieben habe...
Eigentlich habe ich mir hier früher immer Ratschläge und Tips wegen meinen Angst- und Panikattacken geholt.
Es fällt mir auch sehr schwer über dieses Thema hier zu schreiben, ich überlege schon seit
Wochen, ob ich es überhaupt schreiben soll... Jetzt bin ich so weit, da ich nicht weiß, wem ich es sonst erzählen soll.

Kurz zu mir:
Ich bin weiblich, mittlerweile 26Jahre alt und vergeben.
Ich leide unter Angst- und Panikattacken.
Zur Zeit bin ich leider arbeitslos...

Ich habe die ganze Zeit mit meiner Mutter und meinem Bruder in einer Wohnung auf einem kleinen
Dorf gewohnt. Dort habe ich auch zwei Hunde, die mir einfach alles bedeuten...
Da ich leider keinen Führerschein habe, war das ein ziemliches Problem...
Es fuhr wenn überhaupt dreimal am Tag ein Bus, was mir die Suche nach einem Job schon öfters
versaute...

Letztes Jahr im März war ich wegen meinen Pa's in einer Tagesklinik.
Mein Psychologe dort riet mir dringend auszuziehen.
Ich muss sagen, ich habe eine ziemlich enge, eine sehr enge Bindung zu meiner Mutter.
Ich finde es zwar toll, glaube aber auch, dass es auf eine Art vielleicht auch krank ist...

Ermutigt suchte ich mir eine Wohnung, um wie es mir geraten wurde, von der krassen
Bindung zwischen meiner Mutter und mir etwas los zu kommen. Und damit es mit dem Job klappt
zog ich gleich in Stadtnähe...

Gesagt getan, nun sitze ich hier. Dachwohnung, 60qm² und ich!
Meine Hunde konnte ich nicht mitnehmen. Sie sind leider schon zu alt und meine Hündin hat
im Moment ziemliche Probleme mit den Treppen.
Ich habe somit meine Seelenverwandte verloren...

Mein Freund sehe ich nur am Wochenende, da er unter der Woche Arbeiten muss.
Meine Mutter und mein Bruder, sie fehlen mir so...
Es sind zwar nur 10km Entfernung, aber da ich keinen Führerschein habe, sehe ich sie so selten.

Nun habe ich eine Katze und im Moment einen Pflegehund aus Spanien.
Da muss ich ja auch jetzt schon heulen, wenn ich dran denke, ihn irgendwann abgeben zu müssen...

Ich heule einfach nur noch, ich fühle mich so einsam und alleine...
Meine Hunde, meine Familie...
Vorhin ist mein Freund wieder gefahren, ich würde mich am Liebsten wie ein kleines Kind
an sein Bein hängen...
Wenn ich daran denke, dass heute erst Sonntag ist und ich wieder bis Freitag durchhalten muss,
muss ich einfach nur heulen...
An den Tagen, an denen er hier ist (Fr-So), vergeht die Zeit so schnell...
Ich weiß nie, wann ich meine Mutter wieder sehe, wann ich meinen Hund wieder sehe.
Ich habe niemand mit dem ich darüber reden kann... ich geh hier noch kaputt...

Sorry, wenn alles etwas komisch klingt, ich bin so durcheinander, so unglücklich =(
was meint ihr denn dazu?

19.01.2014 20:52 • 19.01.2014 #1


12 Antworten ↓


Hallo,
ich meine dazu,das du versuchen solltest etwas Struktur in deine Tage zu bringen,
ich weiss ja nicht in wie weit deine Angstzustände das zulassen.
Ich kann schon verstehen,dass dir das behütete Daheim sehr fehlt,
andererseits ist es aber enorm wichtig,
dass du lernst auf eigenen Füssen zu stehen!
Wenn du dich in der neuen Stadt einleben willst,solltest du
öfter rausgehen (musst du ja sowieso mit dem Hund),
da lernt man doch viele Leute kennen,vor allem andere Hundebesitzer.
Wenn da Freundschaften entstehen,könnten die Leute dich ja
öfter mal zu deiner Familie fahren...

Ist es denn gesundheitlich möglich für dich,wieder zu arbeiten?

19.01.2014 21:02 • #2



Neue Wohnung, Einsamkeit pur!

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Hallo und danke für deine Antwort =)
ja Struktur, die fehlt in Mengen... ich steh morgens auf wann ich will und
geh abends ins Bett wann ich will. Mittags weiß ich nichts mit mir anzufangen...

Ich bin mit meinen 26Jahren so unselbsständig, dass ist echt krass.
Dadurch, dass ich keinen Führerschein habe, hat mich immer meine Mutter gefahren.
Einkaufen, zum Arzt, auf Ämter... ich hab nie etwas alleine gemacht, sie war immer dabei!
Jetzt kann ich aus der Tür gehen und MUSS alleine einkaufen. Für euch ist das selbstverständlich...
Wisst ihr wie es für mich ist alleine in einen Supermarkt zu laufen? ich kenne sowas nicht!

Meine Panikattacken sind im Moment eigentlich recht ok. Morgen fängt mein Praktikum an, ich bin gespannt,
ob es dort mit der Panik auch klappt. Das ist ja immer so ne Sache.

Die Stadt kenne ich ja, ist ja von meinem früheren Wohnort nur 10km weg. Bekannte, die man am Wochenende
beim Feiern trifft, habe ich viele, nur leider keine Freunde.

Ach ja zur Info, ich wohne jetzt seit November hier...

19.01.2014 21:22 • #3


Ich kann schon verstehen,dass du jetzt irgendwie in der
Luft hängst,
aber ich finde es gut,dass dein Therapeut dir zum Auszug geraten hat!
War es denn wegen deiner Angsterkrankung so,dass du dich so sehr an
deine Mutter gehängt hast?

Struktur:
Also ich habe seit über 10 Jahren einen Hund und wenn du schreibst,
du kannst aufstehen,wann du Lust hast,
versteh ich das nicht so ganz....
wenn ich morgens aufstehe,ist der erste Weg mit dem Hund zum Gassi-gehen,
der muss doch raus!
Ich find es übringens super,dass du ein Praktikum machst und ich denke,
das wird dir auch etwas Struktur in dein Leben bringen,
freust du dich schon drauf?

19.01.2014 21:32 • #4


Ja klar, der neue Hund ist die einzigste Struktur, die ich im Moment habe.
Aber da fängts bei mir schon wieder an, der "NEUE HUND" es ist eben
nicht mein Hund, der bei meiner Mutter lebt.
Es ist nicht DAS TREPPENHAUS, welches ich zu Hause hatte =(
Es fühlt sich alles so falsch an, selbst wenn ich solch banale unwichtige Dinge nur ansehe
kommen mir die Tränen.

Wenn ich meine Mutter so sehe, denke ich auch, dass es ihr leicht gefallen ist,
dass ich gegangen bin und das macht mich traurig...

Ob ich mich auf das Praktikum freue? Es sind gemichte Gefühle... ich habe immer die
Panikgedanken, habe halt immer Angst, dass dort ne Panikattacke kommt und ich dann
da steh wie blöde. Aber ich geh auf jeden Fall hin

19.01.2014 21:37 • #5


Shizophrenia,
du musst versuchen,dem Neuen eine Chance zu geben!
Klar fühlt sich alles noch fremd an,
aber mach es zu DEINEM,versuch doch auch mal eine Chance darin zu sehen,
du wirst endlich selbstständig,was mit 26 Jahren
eigentlich schon so sein sollte.

Ich wünsch dir auch für dein Praktikum viel Glück,
denk nicht an Panikattacken....
wenn Eine kommen sollte,dann kommt die eben,
sie bringt dich nicht um!
So denke ich auch immer,denn ich steh voll im Berufsleben
und ich hatte während der Arbeit auch schon einige Male
diese fiesen Attacken,
hab es trotzdem gepackt.

19.01.2014 21:43 • #6


Ja ich weiß,du hast schon Recht.
Trotzdem weiß ich nicht, wie ich damit klar kommen soll bzw kann?!
Ich fühle mich halt alleine, einsam, richtig schlecht.
Ich bin mir selbst auch nix Wert, ich vernachlässige mich selbst,
weil es ja doch keinen Wert hat, ich sitze ja eh nur in der Wohnung...
Sowas sollte aber eigentlich nicht sein, ich verstehe selbst nicht,
wie es soweit kommen konnte.
Ich weiß einfach nicht, wie ich alleine den Anfang finden kann,
denn sonst wurde mir immer alles abgenommen!

19.01.2014 21:50 • #7


Hallo Schizophrenia,

den Worten von MitSouKo schließe ich mich gerne an und dann finde ich es mutig, dass du trotz allem zu dem Praktikum gehen möchtest. Wünsche dir viel Erfolg dabei. Es ist sicher nicht einfach für dich, aber Schritt für Schritt wird dir so manches gelingen bei deinem Weg in die Selbständigkeit.

Wünsche dir Kraft und Durchhaltevermögen.

19.01.2014 21:56 • #8


Hallo,
ich kann dich gut verstehen. Ich lebe nach 13 Jahren Ehe seit genau 9 Tagen auch in einer neuen Wohnung. Es ist meine Wohnung aber noch nicht mein Zuhause. Versuch es dir irgendwie schön zu machen. Genaue Ratschläge kann ich nicht geben, weil ich auch noch auf der Suche bin, aber es muss ja was geschehen. Man muss lernen, mit der neuen Lebenssituation zurecht zu kommen. Ich freue mich z.B., dass ich jetzt dekorieren kann wie ich will. Ohne einen Mann der alles nur Kitsch nennt.

Auch ich musste merken, wie sehr ich von meinem Mann abhängig war. Einkaufen ist total gruselig, aber nun schaffe ich es schon allein in kleineren Geschäften. Im großen Supermarkt unterstützt mich mein Mann noch etwas. Ich kaufe zwar allein ein, an der Kasse wartet er noch auf mich. Ich mache kleine Schritte, aber immer vorwärts.

Ich stehe auch im Berufsleben und habe jeden Morgen Angst vor Panik auf der Arbeit. Und ja, es ist auch schon passiert. Aber meine Kollegen haben davon nichts mitbekommen. Es hat mir keiner angesehen. Jetzt gönne ich mir halt öffters mal ne Pause zum durchatmen. Einfach mal Fenster auf und frische Luft atmen. Ein paar Entspannungsübungen... dass hilft tatsächlich. Ich habe die ganze letzte Woche gearbeitet, ohne einen Krankheitstag. Dass ist im letzten Jahr nicht vorgekommen.

Kämpfe für dich und dein Leben, deine Mama ist ja nicht aus der Welt und freut sich sicher auch, wenn du es schaffst selbständig zu werden. Es ist doch der Wunsch aller Etern, dass sich die Kinder irgendwann in ihrem Leben selbst behaupten können.

Kopf hoch, wir schaffen das.

LG Suse

19.01.2014 22:00 • #9


ja es liegt glaube ich auch viel an der Wohnung. Da ich im Moment arbeitslos bin, habe ich leider
nicht viel Geld für Deko d.h. es steht halt nur das Nötigste hier. Es sieht halt noch total leer
aus. Da fühl ich mich nicht wohl... ich muss eben Stück für Stück kaufen...

19.01.2014 22:23 • #10


Bei mir war es anfangs auch recht leer in meiner neuen Wohnung. Habe mir auch alles Stück für Stück zugelegt und habe mich über jeden kleinen Erfolg gefreut. War rausgegangen, einkaufen, habe mir was gekocht und das mache ich auch heute nach fünf Jahren so. Auch in kleinen Schritten kommt man an sein Ziel. Ausserdem habe ich mich einem Verein angeschlossen, wo ich jede Woche hingehe. Mache täglich Autogenes Training und Yoga. Dreimal gehe ich raus an die frische Luft, weil mir das guttut. Treffe mich auch mal mit Leuten und fühle mich schon ganz wohl in meinem kleinen Zuhause. Das wird dir auch gelingen, wenn du es zulässt, schrittweise.

Nur Mut zu diesem Schritt.

19.01.2014 22:39 • #11


Ja, dass liebe Geld. Ich kann mich auch erst so nach und nach komplett einrichten. Meine Wände sind alle noch leer und teilweise habe ich nur ne Glühbirne an der Decke hängen. Habe mir halt ein paar Bilder aufgehangen (aus einem alten Kalender ausgeschnitten) und meine Tochter hat mir schon Bilder gemalt. Es wird halt nach und nach. Früher bin ich immer gern über den Trödelmarkt gegangen, im Moment kann ich das aber nicht allein. Aber da findet man immer wieder mal eine Kleinigkeit für wenig Geld.

Vieleicht wird aus deinem Praktikum ja ein fester Job und dann kannst du dir auch mal was schönes für die Wohnung kaufen.

Ich wünsche dir ganz viel Glück und Kraft
Suse

19.01.2014 22:54 • #12


Für wenig Geld fallen mir Fb Gruppen etc. ein. Da gibt es (je nach Stadt, Region) Gruppen in denen Sachen verschenkt werden. Zb unter Free your stuff oder auch andere Gruppenbezeichnungen. Da gibts echt alles, von Duschgel über Bücher und Poster bis hin zum Bett und zur Couch. Ist vllt eine Alternative zu Trödelmärkten?

19.01.2014 23:22 • #13



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