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hallo erst mal,

einige von euch kennen das sicherlich, mal wieder in eine neue stadt ziehen, weil dort alles sicher besser wird. Flüchten, wenn ich ehrlich bin. ich steh mal wieder kurz davor, weiter zu ziehen, was dann das 9. mal in 11 jahren wäre.

das schlimme daran, in meinem beruf (im hotel) gilt so etwas als flexibilität und karierre bewusstes denken und ich sag natürlich keinem, warum ich das wirklich tue. womit nach aussen hin der eindruck einer starken selbstbewussten person entsteht, die ich nun wirklich nicht bin, aber der beruf ist das einzige, was ich als ausfüllende tätigkeit habe, wodurch ich inzwischen als workaholic gelte.

warum ich das erzähle? ich bin froh, mal ein forum gefunden zu haben mit menschen, die meine gefühle nachvollziehen können. ich habe gelernt sehr offen in meiner familie über meine gefühle zu sprechen (freunde sind leider sehr grosse mangelware) aber auch wenn sich meine familie die grösste mühe gibt, sie können nicht verstehen, warum ich mich so fühle. hab auch schon mal eine therapie versucht, um mich selbst zu hinterfragen, warum es so mit mir gekommen ist, aber die einseitige schuldzuweisung gegenüber meinen eltern hat eine extreme antihaltung gegenüber meinem therapeuten in mir ausgelöst.

momentan kämpfe ich mit mir selber, ein weiteres jahr in dieser stadt auszuhalten und ich hoffe, ich werde diesmal genug selbstüberwindung finden, es hier zu schaffen. aber angekommen bin ich immer noch nicht, weiter auf der suche nach meiner inneren heimat.

dies nur als vorstellung in diesem forum, kostet sehr viel überwindung, dies jetzt wirklich zu schicken... aber es hilft sehr (speziell samstag nacht) dieses forum gefunden zu haben

25.01.2009 01:47 • 26.01.2009 #1


6 Antworten ↓


Zitat von ULE:
aber die einseitige schuldzuweisung gegenüber meinen eltern hat eine extreme antihaltung gegenüber meinem therapeuten in mir ausgelöst.

Welches Verbrechen wurde denn begangen? Um es mal pontiniert auszudrücken.

25.01.2009 09:58 • #2



Mal wieder weg.

x 3


Hallo Ule,

es heisst, man braucht 2–3 Jahre um sich in einer neuen Umgebung wirklich heimisch zu fühlen. Könntest Du versuchen einmal so lange durchzuhalten?

Es gibt leider immer wieder Fälle von schlechten Therapeuten (ich kann nicht beurteilen, ob das bei Dir so war, oder ob Du Dich vielleict auch gesperrt hast) – wie wäre es mit einem neuen Versuch? Denn Du leidest ja offensichtlich.

Liebe Grüße, Smilla

25.01.2009 11:01 • #3


siemi
hallo ule

ich kann dich sehr gut verstehen..bin zwar nicht ganz so oft wie du, aber doch in den letzten 9 jahren 5mal umgezogen... kreuz und quer durchs land... aber nie halt gefunden, jetzt bin ich jedoch seit gut 3jahren am selben ort....will nicht heissen, dass ich hier freunde gefunden habe...aber im sommer gehts auch bei mir wieder weiter...die leute denken ich sei abenteuerlustig und möchte neues ausprobieren... die macht das schon... wenn die wüssten...

lernst du denn über deinen job nicht auch neue leute kennen aus der jeweiligen stadt?! über andere angestellte im hotel?

ich wünsche dir von herzen, dass du irgendwan in der stadt ankommst, wo das auf dich wartet, was du immer gesucht hast!!

25.01.2009 11:32 • #4


hallo an alle!

das verbrechen meiner eltern bestand aus einer nicht so schönen scheidung während deren verlauf irgendwann die frage kam, dass ich entweder die einstellung meiner mutter oder meines vaters einnehmen sollte, was aber für mich unmöglich war, da ich irgendwie beide seiten nachvollziehen konnte. aber richtig schmerzhaft war, dass ich wenige jahre später vor gericht für meinen vater oder meinen bruder stellung beziehen sollte, was in mir grosse vertrauensängste ausgelöst hat, da ich bis heute nicht verstehen kann, wie meine familie von mir eine solche entscheidung erwartet kann. ich habe schon davor probleme gehabt anderen menschen zu vertrauen, aber seitdem ist meine mauer um mich noch sehr viel massiver geworden.

natürlich haben meine eltern fehler gemacht, aber ich konnte gegenüber meinem therapeuten nicht das gefühl ablegen, das auch ich fehler gemacht habe. sicherlich hab ich mich ab einem bestimmten punkt sehr gesperrt, dass war für mich schon immer der einfachste weg. gefühle gar nicht erst zulassen, damit ich auch auf keinen fall verletzt werden kann.

dieses sperren trifft dann auch auf andere menschen zu, da ich eigentlich viele menschen durch meine ständigen umzüge kennenlern, aber nur auf small talk basis, da ich diese menschen erst gar nicht in mein schneckenhaus lasse, die angst vor verletzung lähmt mich, zu mir selbst zu stehen und mich gegenüber anderen zu öffnen. weiss ja eigentlich, das meine einsamkeit selbstgemacht ist, nur das mich ändern scheint mir momentan unmöglich.

liebe grüsse
Ule

25.01.2009 14:54 • #5


Zitat von ULE:
während deren verlauf irgendwann die frage kam, dass ich entweder die einstellung meiner mutter oder meines vaters einnehmen sollte, was aber für mich unmöglich war, da ich irgendwie beide seiten nachvollziehen konnte.

Wer hat diese Frage gestellt?

25.01.2009 18:19 • #6


meine eltern, unabhaengig voneinander.

ULE

26.01.2009 19:25 • #7




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