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L
Hallo,

ich lebe seit ein paar Jahren in Osnabrück,..
Deutschland ist nicht meine Heimat...ich dachte mir nie, dass ich Schwierigkeiten damit haben werde hier Freunde zu finden..aber es ist so, obwohl ich hier studiere und arbeite, habe ich faktisch niemanden, über den ich sagen konnte, dass es mein bester Freund oder Freundin ist..Ich weiß nicht warum..es ging immer gut, ich kann gut Kontakte knüpfen und es gibt paar Bekantschaften, aber wenn es darum geht - mal zus. etw. trinken zu gehen, merke ich, dass es sich bei den Menschen eher darum geht zu mir nett zu sein, als dass sie sich wirklich für mich interessieren..

Ich habe auch einen Freund, wobei ich das Gefühl habe, dass er mich nicht richtig versteht..er ist so nett und unverbindlich, dass es schmerzt..Einen sozialen Netzt habe ich hier nicht aufgebaut, unsere gem. Bekannte interessieren sich eigtl. nur für ihn, weil er so nett und liebenswürdig ist, dass er mich mit dieser Scheinherzlichkeit überstrahlt..
auf ein graues Maus wie mich, das vollkommen anders ist und wahrscheinlich nicht den Erwartungen entspricht, hat dementsprechend keiner Lust..

fühle mich so ziemlich allein hier, dazu sehne ich mich nach meiner Heimat und weiss nicht so richtig wie es hier weiter gehen soll...L.

23.04.2011 22:55 • 30.04.2011 #1


14 Antworten ↓


L
Es ist auch so, dass ich viel zu tun habe - arbeite bis 10 Std. am Tag, manchmal auch Sa. So.

Ich bin eher introvertiert, habe jedoch keine Probleme Kontakte zu knüpfen..bin ehrlich, offen, falle nicht jedem in die Arme - behalte immer ein wenig Distanz, manchmal bin ich ZU direkt,..nicht immer reagieren die Leute gut darauf.., konform zu sein ist für mich ein Fremdwort, sowie sich zu verstellen um akzeptiert zu sein, dafür bleibe ich lieber authentisch, auch wenn es anderen nicht passt, oder ich damit bestimmte Vorteile verlieren sollte..

Außerdem bin ich als hochbegabt diagnostiziert, meine Erfahrung mit den Menschen um mich herum ist durch frühe Misshandlungen in der Familie, sowie ziemlich drastisches Mobbing in der Grundschule und auch in den weiterführenden Schulen - außer Uni, belastet..ich entwickle nicht schnell das Vertrauen in Andere, biete mich auch nicht mehr so oft zur Hilfe wie früher, da ich viel zu oft ausgenutzt wurde..Die Menschen reagieren unterschiedlich auf mich: manche sind überrascht von meiner Offenheit, andere irritiert, dass ich zunächst etw. distanziert bleibe.

Oberflächliche Kontakte zu halten macht mir kein Problem, aber es erfüllt mich nicht..manchmal gehe ich den Menschen einfach aus dem Weg, weil ich keine Lust habe auf den netten Smalltalk ohne wirklichen Inhalt und Interesse füreinander..

Ab und zu erlaube ich mir das Gefühl zu haben - es konnte mit den oder der etwas werden - im Sinne von einer tieferen Freundschaft oder besser gesagt -Freundschaft- überhaupt...aber meistens wird es nichts. Ich bin seit 5 Jahren hier und habe - wenn es hochkommt vl. 1 Freundschaft abgeschlossen - (nicht deutscher Nation.).

Vl. erwarte ich zu viel innerhalb dieser kurzen Zeit ich weiss es nicht..

da ich mich auch in der Beziehung oft einsam fühle, ist mir eine tiefere Freundschaft sehr wichtig..aber wie geht das? In der Beziehung bekomme ich in der letzten Zeit so gut wie keine seelische Unterstützung...als ob es ein Verbrechen wäre, sich überlastet und schlecht zu fühlen..diesen Feedback - zumind. indirekt bekam ich auch mal von meinen Bekannten: wenn ich auf die Frage: Wie geht es dir? anders als gut, prima, wunderbar, usw. beantwortet habe...waren sie meistens überrascht, als ob sie mit dieser Antwort nicht gerechnet hätten...das nette Lächeln sowie das Interesse für meine Person war nach kurzem es tut mir Leid für dich schnell verschwunden...

24.04.2011 22:00 • #2


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Leben wie im leeren Raum

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hallo lajla,
ich kann das sehr gut verstehen was du beschreibst. wenn man fremd in einem land ist bzw. sich dort fremd fühlt, ist es ja noch schwerer, auch freunde zu finden und ihnen zu vertrauen. dass die beziehung nicht so läuft wie du sie dir vorstellst, ist ein zusätzliches problem. ein freund, egal ob beziehung oder freundschaft, sollte niemals auf die frage wie geht es? nur GUT erwarten und selbstverständlich da sein wenn du ihn brauchst und dir auch zuhören. leider wollen die meisten menschen sich nur selbst darstellen und ihr ego zementieren.
sag mir, was macht für dich einen freund aus ? also wie stellst du dir die freundschaft vor ?
das wäre mal interessant, zu wissen. ich lebe zwar schon immer hier, habe aber nur wenige freunde und einige davon teilen nicht meine sensibilität für bestimmte dinge, winken also gleich ab wenn es z.b. um das thema beziehung geht etc.....

lg. jean

24.04.2011 22:44 • #3


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Hallo Jean,

ja, das ist eine gute Frage...ein Freund sollte auch mein Partner sein...ein Freund ist für mich ein Mensch, der sich mitteilt, Gefühle äußert, wie sie kommen und gehen - egal ob es gerade angebracht ist. Ein Mensch, der ehrlich und offen Fehler zugibt =selbstkritisch ist u. nicht entwicklungsresistent, ein Mensch, der sich nicht scheut Schwächen zu zeigen. Ein Mensch, der die wichtigen Beziehungen pflegt und nicht nur Kontakte, die ihm kurz- oder langfristig Vorteile verschaffen. Ein Mensch, der für einen da ist, wenn man ihm braucht. Da sein im Sinne von Zuhören, nicht verurteilen, nicht demontieren, sondern ein Mensch, der schweigt, wenn es besser ist zu schweigen, einen motiviert, beruhigt oder einfach nur da ist und einem zuhört. Ein Mensch, mit dem man teilen kann..der auch Andersartigkeit respektiert, ein Mensch, der beständig ist und nicht die Meinung wechselt, je nach dem woher der Wind kommt..ein Mensch, auf den man sich verlassen kann..eine Freundschaft ist für mich etwas, was über die Grenzen von Zeit, Raum und eigene Person für gewisse Zeit hinausgeht..eine tiefe Freundschaft ist für mich etwas, was diese Grenzen für längere Zeit oder sogar für immer nichtig macht..

LG Lajla

24.04.2011 23:30 • #4


L
na ja also zudem sollte ich sagen dass ich mal einen Stempel als Prinzessin (wegen meiner hohen Senzibilität)bekomme, mal werde ich als tough, hart im Nehmen, arrogant oder frech bezeichnet (wegen meinem ausgeprägten Sinn für Humor, überall und immer ). Nicht jedem passt meine Offenheit. Manchmal habe ich dass Gefühl nur Masken zu begegnen und das Unwissen, was sich hinter den Masken verbirgt irritiert mich. Es ist schon paar mal passiert, dass ich die verbalen sowie die nonverbalen Signale der Menschen nicht lesen konnte..als ob sie die Menschen durch die formale Höfflichkeit getarnt hätten..Ich bin da nicht so..ich zeige den Menschen ob ich sie sympatisch finde oder nicht, ohne sie durch Tarnung zu kränken..Manchmal musste ich feststellen, dass ich mich bei einigen Menschen umsonst zu sehr aus dem Fenster gelehnt habe, da sie nur aus Höffligkeit mit mir gesprochen haben..ich fühlte mich so peinlich...
Es scheint mir so, dass es einige Menschen gibt, die erst gar nicht darüber reflektieren, ob ihnen jmd. sympatisch ist oder nicht, ganz zu schweigen es offen zuzugeben oder zu zeigen...warum auch immer...

Man kann aber nicht 300 Freunde haben, ohne sich dabei ein paar Feinde zu machen, oder??

25.04.2011 00:03 • #5


J
hi lajla,
deine beschreibung bzw. idealvorstellung von freunden kann ich 100 % teilen, besonders gilt das aber auch für den/die, mit dem man eine beziehung hat (um noch einmal auf wie gehts gut ! zurückzukommen
wenn man natürlich die menschen ständig untersucht auf eventuell oberflächliche merkmale, so wird man feststellen, dass sich in der tat die meisten, selbst die extrem interessanten und unorthodoxen, sich in das von dir gut beschriebene maskerade-spiel
eingefügt haben, die meisten weil sie einfach keine wahl hatten oder weil es anders
zu schwierig geworden wäre.....man sollte menschen auch etwas nachsehen wenn sie
diesem stumpfsinnigen herdentrieb folgen, es ist eine art lebenserhaltungsmaßnahme.
durch tarnung kränken ist eine interessante formulierung. nun wissen aber viele garnicht, dass sie dich kränken denn die wenigsten menschen sind so sensibel und analytisch wie du es bist........je komplizierter unser freundschaftssuchsystem, umso schwerer wird es sein, welche zu finden, umso weniger menschen werden durch das enge raster unseres anforderungsprofils gehen......
trotz allem : schei. einsamkeit ! ich hätt ostern gern wen zum reden

gute nacht und lg jean

25.04.2011 00:13 • #6


L
Du hast Recht...wahrscheinlich sind viele Menschen so..
mein Partner gehört zu den eher unorthodoxen Deuschen, trotzdem ist er stinkig liebenswürdig,..und ich höre dann zu Hause - du das war aber eine ziemlich blöde KUH, was? und ich denke mir, na toll:::dann müsstest du ihr nicht sooo doll in den Hinten kriechen.. wie passt das den zusammen? Also mich würde es kränken - zu wissen, dass ich eigtl. ne Kuh bin..so genau meinte ich es natürlich nicht, es geht ja viel tiefer..für mich sind die nonverbalen und/oder verbalen Signale der Sympathie o. Desinteresse eine sichere Orientierung, man spart damit ne Menge Zeit, Energie und Ärger, das ist meine Höfflichkeit..auch wenn du mich für verrückt erklärst..ich weiss, dass es ein wenig eigenartig ist..

Ich muss damit umgehen, ich weiß, für mich als nicht Deutsche ist es jedoch gewöhnungsbedürftig...und es bringt so einige Schwierigkeiten mit sich, vor allem wenn ich ab und zu erfahre, dass ich eine Kuh bin... von Menschen, die wie Freunden aussehen aber eigtl. wollten sie mich nur melken...
gute Nacht, Lajla

25.04.2011 00:25 • #7


J
guten morgen ähm mittag, also stimmt, einer stinkigen kuh in den hintern kriechen muß man evtl. wenn man z.b. eine made ist (lach) nee wenn man einen laden hat und sie ist die kundin, da kann man es sich oft nicht aussuchen aber im ganz normalen leben ist es natürlich schwachsinnig, das zu tun weil die doofe kuh (also die dein freund meint) ja so nie merkt, dass sie doof ist und dabei braucht sie doch das feedback dringend für ihr weiteres kuhleben, es brächte sie weiter, das zu erfahren......aber wer ist doof und wer nicht ? wer bestimmt das und wo stehen die regeln ?
ich persönlich hätte mit so einem du blöder ochse oder auch mit nonverbalen gesten, die mich abweisen, lange zu tun weil ich extrem sensibel bin aber ehrlicher wäre es schon.

nö du bist nicht verrückt, nur eben nicht oberflächlich und das ist doch gut. lass dich nicht abmelken und schon garnicht von freunden, die dann keine sind

lg jean

25.04.2011 11:22 • #8


L
Na ja, das mit der Kuh und was mein Freund so macht...meinte ich so:
wenn ich im Raum bin, weiß ich schon sehr gerne, wer mich mag und wer nicht so richtig..Es gibt mir die Sicherheit, um zu wissen, wo ich stehe, auf wenn ich zählen kann und auf wenn nicht..Das tut gut..Meinen Freund ist es egal, er ist in der Lage auch nette Kontakte zu den Menschen zu halten, die er nicht MAG...auf der Showbühne bekomme ich es mit, wie er diesen Menschen in den Hinten kriecht und ihnen ein vollkommen anderes Gefühl vermittelt. Ich bin eigtl. schon allergisch dagegen...und denke mir nur, wenn SIE wüssten...

Ich kann mir vorstellen, dass es für viele Menschen hart ist, wenn sie vom ersten Augenblick merken, dass ich sie nicht so toll finde..Nicht jeder kommt damit klar, es kommt mir dann manchmal vor als hätte ich damit etwas verbrochen oder so..

in meiner lieben Familie wurde hinter den Türen über uns SCH..Kinder gespottet, je nachdem, wer gerade die Erwartung der Mutter erfüllte, der war zum Helden, der Andere zum schwarzen Peter und wurde dementsprechend behandelt...wir haben es immer mitgekriegt und als wir dann das Zimmer betraten, machte die Mutter so, als wäre nichts gewesen, als hätte sie gerade nichts schlimmes über uns gesagt...im Nachhinein, hat sie es niemals zugegeben jemals schlecht über ihre eigenen Kinder zu reden...
..dieses SPIEL bezog sich leider nicht nur auf das Zuhause, das gleiche Bild malte sie über uns in der Öffentlichkeit auf eine geschmacklose Art und Weise..

VL. bin auch davon geprägt..ich respektiere eher Menschen, die mir nonverbal zeigen, dass ich nicht dessen Blutgruppe bin, als es nach Monaten oder Jahren zu erfahren, wo mir die angeblichen Freunde in den Rücken fallen..ich glaube - so etwas tut mehr weh..

...gute Nacht

26.04.2011 00:50 • #9


J
das mit dem freund hatte ich schon so verstanden, ist nartürlich unangenehm weil du es ehrlicher magst. und dass die prägung vom schädlichen verhalten deiner ma kommt, denke ich auch, eindeutig und es macht es schwerer, freunde zu finden. trotzdem können nonverbale ausdrücke auch irren, z.b. glotzen leute auch komisch wenn sie unsicher sind, wenn es ihnen gerade nicht gut geht etc.....

schönen tag mit netten leuten wünscht jean

26.04.2011 11:37 • #10


L
ich kann nicht mehr...

26.04.2011 20:56 • #11


J
was meinst du damit ? ist es die isolation ? schreib mir

lg jean

27.04.2011 18:35 • #12


L
tja, entweder bin ich überarbeitet oder ich weiß auch nicht...also in den letzten Tagen war mein Kortisolspiegel so hoch, dass ich es literweise für Forschungszwecke spenden konnte..

rrrrrrrrrrrr und in solchen Situationen irritiert mich die Oberflächlichkeitt meiner Mitmenschen, sobald ich signalisiere, dass es mir schlecht geht, bin ich nicht mehr interessant ich kann es kaum ertragen, was kann ich dagegen tun, dass es mich nicht so runterzieht? ich meine außer sich die Leute *beep* vorzustellen

28.04.2011 21:03 • #13


J
keine ahnung, aber wenn es leute gibt, die bei traurigkeit abdrehen also sich abwenden, dann sind das die falschen oder du signalisierst es nicht deutlich genug. lieber einsam als mit oberflächlichen typen abhängen

29.04.2011 23:43 • #14


J
...und ich möchte noch anfügen, dass es manchmal gut ist, anderen richtig zuzuhören und auch etwas empathie walten zu lassen, egal wo, auch hier, ich z.b. hatte auch erwähnt dass es mir übel geht aber du hast bisher nur und ausschließlich nur von dir geredet. ich jedoch bin hier kein psychologenalleinunterhalter sondern selbst betroffen und merke dir eine starke ich-bezogenheit an, d.h. die die sich hier gedanken um dich machen (in diesem fall ich) sind dir schei. solang was für dich dabei rausspringt. etwas selbstkritisch darfst du ruhig mal mit dir sein, vielleicht ist das was dir da im alltag begegnet auch nur dein eigener spiegel, kommt vor.

jean

29.04.2011 23:47 • #15


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