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Hallo,

bin zwar neu hier, aber beim Durchlesen der Beiträge fällt doch schon eines auf: Viele schriben über Ihre Einsamkeit, obwohl sie im eigentlichen Sinn gar nicht einsam sind. Das heisst, sie haben, einen Partner, Bekannte, oder auch einen guten Kontakt zur Familie. Sicher kann man sich auch mit genannten ab und zu mal einsam fühlen, ist es aber nicht wirklich. Wenn man einen Partner hat und ich trotzdem einsam fühlt...tja, was soll man dazu noch schreiben....

Aber egal, vielleicht gibt es ja hier auch Menschen die tatsaechlich einsam sind (kein Partner, keine Freunde/Bekannt, schlechter/kein Kontakt zur Familie) und auch alles mit sich selbst ausmachen müssen? Bin gespannt...

M.

21.05.2018 16:38 • 04.06.2018 #1


72 Antworten ↓


Du hast recht das einige Leute hier nicht alleine sind.
Dennoch hat das nichts mit Einsamkeit zutun das sind 2 paar Schuhe.

21.05.2018 17:23 • x 1 #2



Leben mit Einsamkeit

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Lillymaus
Zitat von M084:
Hallo,

bin zwar neu hier, aber beim Durchlesen der Beiträge fällt doch schon eines auf: Viele schriben über Ihre Einsamkeit, obwohl sie im eigentlichen Sinn gar nicht einsam sind. Das heisst, sie haben, einen Partner, Bekannte, oder auch einen guten Kontakt zur Familie. Sicher kann man sich auch mit genannten ab und zu mal einsam fühlen, ist es aber nicht wirklich. Wenn man einen Partner hat und ich trotzdem einsam fühlt...tja, was soll man dazu noch schreiben....

Aber egal, vielleicht gibt es ja hier auch Menschen die tatsaechlich einsam sind (kein Partner, keine Freunde/Bekannt, schlechter/kein Kontakt zur Familie) und auch alles mit sich selbst ausmachen müssen? Bin gespannt...

M.


Hey
Woran liegt es den das du keine Freunde usw hast? Hast du eine Ahnung?

21.05.2018 17:28 • #3


Du hast absolut recht, viele jammern auf sehr hohem Niveau und wissen wahrscheinlich gar nicht so genau, was wirkliche Einsamkeit ist, wenn man dann die ellenlangen Threads mitliest, kommen auf einmal noch die Familie, Eltern, Schwiegereltern, der eigene Partner und die gemeinsamen Kinder, Kollegen etc.... zur Sprache, die scheinen überhaupt nicht zu kapieren, bzw. ist das keine Überlegung wert, wie sich das erst mal anfühlt, wenn das alles nicht ist. Wenn überhaupt nichts und niemand da ist. Wenn man überhaupt niemand hat, den man anrufen kann, der einen besucht, den man besuchen kann, der einem zum Geburtstag gratuliert, mit dem man Weihnachten verbringt bzw. überhaupt mal eine Unterhaltung möglich ist. Ich hatte gerade vor kurzem in einem neu eröffneten Thread von einer jungen Frau, die gerade vom Besuch der Familie kam und sich jetzt in ihrer Wohnung sooo einsam fühlt geschrieben. Die war so einsam, dass die nicht einmal mehr auf den Post geantwortet hat. Na klar kommt von denen dann immer das Argument, dass man sich auch von vielen Menschen umgeben sehr einsam fühlen kann... stimmt ja auch, aber für mich hat das echt eine andere Qualität. Ich kann mich auch mit viel Geld noch arm fühlen

21.05.2018 17:30 • x 3 #4


Ich persönlich finde dieses Vergleichen nicht gut. Das Gefühl von Einsamkeit/ Verlassensein hat nichts mit den tatsächlichen Lebensumständen zu tun. Jeder erlebt seine Gefühlswelt doch ganz für sich allein, wir können nicht in einen anderen Menschen hinein sehen. Kennt ihr die Serie 13 reasony why bzw. Tote Mädchen lügen nicht? Die Hauptdarstellerin hat ebenfalls einige wenige Freunde und Eltern, die nicht übel sind. Trotzdem nahm die Geschichte ihren Lauf und sie war am Ende tot. Ich finde es keine wertschätzende Haltung, Menschen, welche sich einsam fühlen mit Phrasen wie Jammern auf hohem Niveau etc. abzuspeisen. Man weiß nie, was beim Gegenüber ankommt. Gerade in einem Einsamkeitsforum sollte man zugänglich für solche Gefühle sein und taktvoll damit umgehen. Es gibt so viele Menschen, die scheinbar alles haben, was man sich nur wünschen kann. Dennoch helfen diese Dinge nur, die Fassade aufrecht zu erhalten. Die schöne Fassade um die eigentliche innerliche Leere. Mein Punkt: Ich finde es anmaßend anderen zu erzählen, sie seien ja eigentlich gar nicht alleine. Finde ich uncool. Hilft demjenigen auch nicht. Seine Gefühle werden sich nicht augenblicklich ändern und er wird sagen: Hey, hast ja recht. Erst, wenn ich nix und niemanden mehr habe, muss ich mich einsam fühlen. Na dann lege ich das Gefühl mal beiseite und greife drauf zurück, wenns soweit ist.

22.05.2018 08:42 • x 1 #5


Den Leuten fällt es einfach nur schwer sich mit sich selbst auseinander zusetzen. Für jedes WehWehchen muss jemand verfügbar sein, ist es niemand verfällt man in diese Einsamkeits zustände.

22.05.2018 11:04 • #6


Veritas
Zitat von RinaMaverick:
Ich persönlich finde dieses Vergleichen nicht gut. Das Gefühl von Einsamkeit/ Verlassensein hat nichts mit den tatsächlichen Lebensumständen zu tun. Jeder erlebt seine Gefühlswelt doch ganz für sich allein, wir können nicht in einen anderen Menschen hinein sehen. Kennt ihr die Serie 13 reasony why bzw. Tote Mädchen lügen nicht? Die Hauptdarstellerin hat ebenfalls einige wenige Freunde und Eltern, die nicht übel sind. Trotzdem nahm die Geschichte ihren Lauf und sie war am Ende tot. Ich finde es keine wertschätzende Haltung, Menschen, welche sich einsam fü...


Man kann sich aber auch vieles schönreden und nur weil Einige (angeblich) einsam sind, heißt das nicht, das man sie extra mit Samthandschuhen anpacken muss. Ich vermute aber auch, das unter den Einsamen viele Freaks (Außenseiter, Nerds, sehr Schüchterne, Hillbillys, was weiß Ich) und Ängstler sind und Leute wie Ich und Gnomi bspw. zu normal für diese sind?

22.05.2018 23:16 • x 1 #7


Zitat von Veritas:

Man kann sich aber auch vieles schönreden und nur weil Einige (angeblich) einsam sind, heißt das nicht, das man sie extra mit Samthandschuhen anpacken muss.

Ich vermute aber auch, das unter den Einsamen viele Freaks (Außenseiter, Nerds, sehr Schüchterne, Hillbillys, was weiß Ich) und Ängstler sind und Leute wie Ich und Gnomi bspw. zu normal für diese sind?

Normal ist hier niemand. Aber ich weiß wie du es meinst... Die meisten hier, die Kontakte suchen, müssten meiner Meinung nach in eine SHG. Denn sie suchen ja Gleichgesinnte. Meistens mit Sozialphobie. Es ist völlig utopisch zu glauben, daß die sich zusammen tun und ein Bierchen trinken gehen. Halten die dann zusammen Händchen?

Man braucht ne gewisse Stabilität um sich zu verabreden und dann auch aktiv mitzumachen. Und meiner Meinung nach lernt man das am besten in regelmäßigen Besuchen von SHG's.

Von psychisch am Ende - zu normale Freizeitgestaltung ist es für die meisten Suchenden hier ein zu großer, utopischer Schritt. Da muss ein Zwischenschritt her.

23.05.2018 08:27 • x 4 #8


Genau so ist es, ich bleibe bei meiner Meinung vom Jammern auf hohem Niveau auch wenn da versucht wird aus angeblichem Verständnis heraus zu rügen und zu belehren. Einsamkeit - wohlgemerkt, wir sprechen von Einsamkeit, nicht Alleinsein - kann sehr unterschiedliche Qualitäten haben. Ich habe hier seit Jahren die Threads zu diesen Themen mitverfolgt, und es gibt neben den persönlichen schweren Schicksalen (von mir im vorhergehenden Post beschrieben) viele Abstufungen bis hin zu den Leuten die sozial völlig eingebunden sind, die aber meinen, dass sie einsam sind.... weil sie sich einsam fühlen. Nun ist das ja eh oft ein Unterschied zwischen gefühltem und dem objektiven Ist-Zustand. Aber für mich ist das eine völlig andere Qualität und Realität des Einsamseins. Wenn jemand im Extremfall keinen einzigen Ansprechpartner mehr hat auf der Welt und jemand, der von der Familienfeier nach Hause kommt, alleine in der Wohnung sitzt... die dann hier einen Thread eröffnet, wie einsam sie gerade ist. Also tut mir leid. Das ist wie Krebserkrankung und einmal husten.... sorry
@Veritas gebe Dir absolut recht, viele sind auch hier nur, die man als Freaks zusammenfassen kann, die empfinden und beurteilen eh' noch mal anders, weil sie sehr in ihrer Lebens- und Gefühlswelt gefangen sind. Wir haben ja, weiß Gott, auch so unsere Probleme - sonst wären wir ja nicht im Forum, aber anscheinend gehen wir da für viele manchmal zu praktisch, pragmatisch und kritisch ran.... (Wir sind ja nicht umsonst befreundet )

23.05.2018 08:56 • x 3 #9


laribum
Einsamkeit kann man auf Grund der unterschiedlichen Empfindunges jedes Menschen nicht klar definieren.

23.05.2018 09:07 • #10


Für jedes Wehwehchen muss jemand her ... hm, naja. Ich finde es natürlich, dass der Mensch Nähe und Kontakt sucht, gerade bei Problemen und belastenden Situationen. Wir sind nicht fürs Alleinsein geschaffen. Was ist ein Wehwehchen, wo fängt es an und wo hört es auf? Wenn ich mir den Fingernagel abbreche muss sicher nicht sofort irgendwer zur Stelle sein, wenn ich auf Arbeit gemobbt werde, tut es schon gut, wenn mich mal jemand in den Arm nimmt. Das ist ein Endlosthema. Wenn sich jemand einsam/ verlassen/ leer fühlt, würde ich das nicht als Wehwehchen abtun. Auch sich in einem Forum anmelden und darüber sprechen ist für einige ein großer Schritt, wobei sie sich schon mit sich selbst auseinandersetzen. Wenn keine Einsicht (und damit fängt ja alles an) da wäre, würden sie ja die Lüge weiterleben und verdrängen bzw. alles in sich hinein fressen und beiseite schieben. Ich tue mich auch schwer mit diesem Urteilen bzw. Definieren. Freak, Nerd, Außenseiter, whatever. Mensch finde ich da die treffendere Bezeichnung. Ich suche eher das Verbindende. Definitionen können nur zur Trennung führen. Das ist aber sicher nicht der Grund, warum sich einer hier anmeldet und über seine Einsamkeit spricht. Samthandschuhe... Klar, man kann alles auf die Goldwage legen oder man fasst sich ein Herz und hält sich dezent zurück. Meist ist es so, dass Menschen, die anderen gegenüber nicht sanft sein können, genau so wenig zu sich selbst sanft sein können. Muss ich andere definieren, liegt es daran, dass ich mich selbst definieren muss. Ich sehe das alles lieber etwas freier. Begriffe wie normal interessieren mich schon lang nicht mehr. Was sagt das schon aus? Dass man ist wie die meisten Menschen. Hm, toll. Ich denke, wenn man dem Gegenüber was geben will, dann sollte man sich auch in ihn reinfühlen. Und wenn man sich zu normal für ihn fühlt, dann halt ab zum nächsten Thread. Denke so eine Zurückhaltung ist in dem Moment die meiste Wertschätzung, wenn man zu was anderem nicht in der Lage ist. Aber vielleicht ist ja auch die Diskussion das Ziel und nicht die Erkenntnis.

23.05.2018 09:13 • x 1 #11


Zitat von RinaMaverick:
Aber vielleicht ist ja auch die Diskussion das Ziel und nicht die Erkenntnis.
auch das ist wieder so eine Plattitüde und recht anmaßend: wieso sollte eine konträre Diskussion nur um ihrer selbst willen geführt werden können? Warum schließt sie eine Erkenntnis aus? Und solltest Du uns damit persönlich hier im Forum gemeint haben - Du bist hier noch sehr neu - Du kannst mir glauben, dass es hier durchaus Diskussionen mit Ergebnissen gab und gibt, und sei es auch nur, sich zu verständigen.

23.05.2018 09:37 • x 1 #12


Zitat von RinaMaverick:
Samthandschuhe... Klar, man kann alles auf die Goldwage legen oder man fasst sich ein Herz und hält sich dezent zurück.
und warum berücksichtigst Du Deinen Ratschlag nicht selbst?

23.05.2018 09:54 • x 1 #13


Ich finde es gut, bei manch Wertung, auch am Taktgefühl zu erinnern. Viel zu schnell wertet man Beiträge ab weil es für einen selbst am einfachsten ist. Vllt hat man auch oft recht... Aber es schadet überhaupt nichts die eigene Wertung und das Warum dahinter öfters mal in Frage zu stellen

Egal ob es vermeintliche Trolle oder aber einsame suchende User betrifft...

Was bleibt, ist immer die Verantwortung für das eigene handeln.

23.05.2018 10:04 • #14


Veritas
Das mit den Freaks (mir fiel kein anderes Wort ein) war gar nicht abwertend gemeint, nur der Faktor (angebliche) Einsamkeit reicht halt nicht. Was die SHG angeht, hatte Skade auch recht, viele sind offenbar gar nicht treffenstauglich.

23.05.2018 21:30 • x 1 #15


hmm...ich muss grad etwas schlucken. ich verstehe, dass es unterschiedliche qualitäten hinsichtlich der einsamkeit gibt und natürlich kann man sich verarscht vorkommen, wenn einer sozial komplett eingebunden ist und einer niemanden mehr hat.
trotzdem gehts doch um das gefühl und nicht um den objektiven zustand. das werden meiner meinung nach äpfel mit birnen verglichen und ich finde das fast anmaßend, die gefühle ( in dem fall dieser dame, die von einer familienfeier kam) abzuwerten und nicht ernst zu nehmen.

23.05.2018 22:23 • #16


Zitat von Emily_the_strange:
trotzdem gehts doch um das gefühl und nicht um den objektiven zustand.

Aber nur der objektive Zustand ist relevant. Wenn ich zu meiner Ex-Therapeutin gesagt hätte, ich bin einsam. Dann hätte sie direkt mit mir analysiert was sind Inhalte meines Lebens, was habe ich alles und für was steht das Gefühl der Einsamkeit. Was steckt wirklich dahinter. Das Gefühl ist sicherlich oft ein Symptom. Wenn jemand also sozial eingebunden ist und dennoch einsam, müssen vllt gar nicht weitere soziale Kontakte her - sondern die vorhandenen hinterfragt werden.

Ich zb hatte noch nie so wenige soziale Kontakte wie jetzt. Und war noch nie in meinem Leben so sehr nicht einsam wie jetzt.

Was ich schrieb, bezog sich nicht auf einen bestimmten Post oder User.

23.05.2018 22:52 • x 3 #17

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Zitat von Skade:
Aber nur der objektive Zustand ist relevant. Wenn ich zu meiner Ex-Therapeutin gesagt hätte, ich bin einsam. Dann hätte sie direkt mit mir analysiert was sind Inhalte meines Lebens, was habe ich alles und für was steht das Gefühl der Einsamkeit. Was steckt wirklich dahinter. Das Gefühl ist sicherlich oft ein Symptom. Wenn jemand also sozial eingebunden ist und dennoch einsam, müssen vllt gar nicht weitere soziale Kontakte her - sondern die vorhandenen hinterfragt werden.

Ich zb hatte noch nie so wenige soziale Kontakte wie jetzt. Und war noch nie in meinem Leben so sehr nicht einsam wie jetzt.

Was ich schrieb, bezog sich nicht auf einen bestimmten Post oder User.


ja genau das meinte ich ja bzw. habe versucht auszudrücken. objektiv gesehen hast du momentan wenig kontakte, bist aber wenig einsam. Und darum gehts doch, nur das ist wichtig. Es ist nicht wichtig wieviele kontakte jmd hat oder nicht hat wenn das gefühl der einsamkeit besteht.

23.05.2018 22:57 • #18


Man könnte fast meinen das einige hier gerne eine 2 Klassen Gesellschaft für Einsame einführen wollen,
ist es nicht am Ende egal wer seine Einsamkeit wie definiert? Am Ende zählt nur der Respekt untereinander,
ich habs nicht nötig jemanden minder zu bewerten nur weil er in meinen Augen weniger einsam ist als ein
anderer leider kommts mir so vor als ob das dennoch eine Meinung ist die für manche anstößig seien mag.
Aber nun gut, man kanns nicht jedem recht machen.

23.05.2018 22:58 • #19


Ich glaube ursprünglich ging es darum, das hier so viele Einsame klagen und suchen aber überhaupt nicht zu Potte kommen oder noch nicht stabil genug sind für normale Treffen.

Klagen hat noch niemanden ans Ziel gebracht.

Weißt du wie vielen ich hier in all den Jahren schon geraten habe zur Selbsthilfegruppe zu gehen wenn sie noch sehr labil waren?

Oder wie vielen zu einer Freizeitgruppe?

Oder die ganzen Stammtische die ich organisiert hab! Ich habe gezielt Leute aus dem Ruhrgebiet markiert oder ne PN geschrieben von denen ich gelesen hatte, das sie einsam sind. 90 % haben überhaupt nicht reagiert. Die anderen blabla und sind nicht zum Treffen gekommen. Null *** in der Hose um abzusagen.

Da war nicht einer, nicht einer der geschrieben hätte jau, das mache ich oder jau, ich hab's gemacht und es so und so erlebt.

Woran liegt das wohl? Weil die Leute oh Wunder plötzlich ihre Sozialphobie losgeworden sind? Oder plötzlich Freunde für's Leben vom Himmel fielen? Weil sie den *** einziehen und sich einrichten in ihrer Einsamkeit und ab und an mal jammern.

23.05.2018 23:12 • x 2 #20



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