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Ein altes Problem von mir:

Ich gehe am Wochenende aus, alleine. Um vor der Disco etwas in Stimmung zu kommen, gehe ich in eine Kneipe. Ich weiß mittlerweile, wie ich mich zu geben habe und alles läuft sehr gut. Es entwickelt sich Kontakt zu kaum bekannten bzw. unbekannten Menschen. Meine Laune hebt sich, das Selbstbewusstsein steigt. Die Sprüche kommen mir locker von den Lippen, ich drehe mich um und habe das Gefühl, alle schauen nach mir. Ich fühle mich wie der Mittelpunkt der Welt. Natürlich bin ich das nicht. Aber etwas stolz sein ist erlaubt, immerhin bin ich weiter gekommen als 80 Prozent der sonstigen Kneipenbesucher. Natürlich hat der Alk. etwas nachgeholfen.

Jetzt geht es also weiter, in die Disco. Mit gutem Gefühl, obwohl ich natürlich weiß, dass das Publikum ein anderes ist. Plöztlich bin ich nicht mehr einer der Jüngsten, sondern einer der Älteren. Mit 32 ist das in der Disco so, keine Frage. Dennoch kann ich den Schwung aus der Kneipe anfangs mitnehmen, ich fühle mich gut.

Dann der erste kleine Rückschlag. Der Barkeeper hat die Bestellung nicht sofort angenommen. Nicht schlimm, weitermachen ist angesagt, eine Belanglosigkeit, und es gab bestimmt einen guten Grund dafür. Womöglich hat er mich nicht bemerkt? Also zurück auf die Tanzfläche, doch nein, plöztlich habe ich das Gefühl, jemand lacht, als er mich sieht, und das eher im Sinne von auslachen.

Ich beginne mich selbst in Frage zu stellen, ich werde unsicher. Mir wird bewusst, dass in der Disco bislang niemand anerkennend geschaut hat, wo ich mir sicher war. Ist etwas falsch an mir? Meine Gedanken konzentrieren sich auf die vermeintliche Ablehnung. Hat der Gast mich ausgelacht? Warum hat er mich ausgelacht? Habe ich komisch getanzt, sah ich komisch aus, habe ich schlicht und ergreifend nicht auf die Tanzfläche gepasst? Fand er mich hässlich, zu alt? Oder war gar nichts? Hat das Lachen mit mir gar nichts zu tun gehabt? War es sogar zustimmend gemeint? Die letzte Möglichkeit schließe ich aus, weil mein Bauchgefühl es so will.

Mein Selbstbewusstsein hat also einen ernsten Kratzer - die Stimmung kippt. Plöztlich ist ein "zu mir Herschauen" ein potentieller Angriff und eben kein potentieller Flirt mehr. Ich gehe auf die Toilette. Wieder sehe ich zwei Menschen sich unterhalten, sie lachen miteinander, lachen sie etwa über mich? Ich bin froh, als ich die Toilettentüre zumachen kann, um für einen kurzen Moment abzuschalten. Durchzuatmen. Es ist nichts passiert. Und trotzdem ist es da, dieses ungute Gefühl. Ich spüre, dass ich heute Abend in der Disco nicht mehr glücklich werde. Es gilt aber, Gesicht zu bewahren, Gesicht vor mir selber und die Hoffnung, dass es keine weiteren Handlungen meiner Mitmenschen gibt, aus denen ich Ablehnung interpretieren könnte.

Den Rest des Abends bin ich unsicher, lasse mir aber nichts anmerken. Augenkontakt versuche ich zu vermeiden, um mir die Stimmung nicht kaputt zu machen. Sehr stolz bin ich auf mich, als ich mich nochmals auf die Tanzfläche traue.

Zu Hause angekommen stelle ich fest, dass eigentlich nichts Schlimmes gewesen ist. Selbst wenn die erste Ablehnung tatsächlich eine war, wäre es nicht schlimm gewesen. Es ist ein Mensch, bei dem ich zu einem gewissen Zeitpunkt nicht punkten konnte. Ich hatte meine Erfolgserlebnisse bereits in der Kneipe. Positiv: früher hätte ich nur noch die vermeintliche Ablehnung im Kopf gehabt, mittlerweile weiß ich, wann ich Stopp sagen muss.

Bin ich überermpfindlich?
Bin ich manisch-depressiv?
Kann ich Menschen überhaupt einschätzen?

Geht es euch manchmal genauso?? Dieser Moment, wenn die Stimmung kippt, wenn man sich gut gefühlt hat und plötzlich bricht alles zusammen? Was ist dagegen zu tun? Es kann doch nicht normal sein, dass man wegen Nichtigkeiten bzw. im Extremfall wegen GAR NICHTS jedes Mal zusammenbricht, sich selbst komplett in Frage stellt.

Reden kann ich darüber mit niemandem, weil niemand da ist. Ich bin froh, dass mein Kopf ausgebrannt ist, dass ich nicht die ganze Nacht darüber nachdenken muss. Ich will mir vornehmen, an das positive Gefühl aus der Kneipe zurückzudenken. Und trotzdem ist mir die Geschichte dermaßen wichtig, dass ich meinen Laptop angemacht habe und einen Post im Forum veröffentliche. Mitten in der Nacht.

28.01.2012 05:32 • 16.02.2012 #1


42 Antworten ↓


marsmensch
ich finde es klasse, dass du alleine ausgehen kannst und auch spass hast.
du schreibst, du weißt wie du dich zu verhalten hast und die sprüche gehen dir locker von den lippen.
ich beneide dich dafür.
mein erster eindruck als ich hier gelesen hab, war folgender:
wenn es am schönsten ist, soll man gehen.
versuch es doch mal.
geh aus, und wenn alles gut ist und du dich wohl fühlst, geh einfach nach hause.
nimm alles gute mit und sei glücklich.
ich kann mir vorstellen das du mit der zeit immer später (oder früher am morgen ) nach hause gehst.
wäre natürlich nur ein versuch.

28.01.2012 15:10 • #2



Kennt ihr das, wenn die Stimmung kippt .

x 3


@ marsmensch

Klasse Tipp, finde ich!

Man muss seine Erfolgserlebnisse wahrnehmen und allmählich an ihnen wachsen.


@ frederick

Ich finde, du machst das schon ganz prima. Und dann noch den marsmensch-Tipp beherzigen.
Dann würdest du dich auch nicht so abhängig von den Verhaltensweisen der anderen fühlen, wenn du selbst bestimmst, wann du aufhörst - und zwar dann, wenn es dir gut geht.

28.01.2012 15:29 • #3


Du setzst dich viel zu viel unter Druck. Du analysierst viel zu viel, du strengst dich viel zu viel an, dich anzupassen.

Du musst nicht immer im Mittelpunkt stehen, die Anderen müssen nicht immer auf deine Präsenz reagieren. Du willst immer beim Ausgehen Erfolge (aus deiner Sicht) haben und wertest alles andere an Erlebnissen, als negativ. Bei dir scheint es entweder weiss oder schwarz zu geben, dabei gibt es so viele graue Schattiereungen dazwischen. Die sind doch auch ok.

28.01.2012 15:35 • #4


Stimmt, es ist nicht nötig, im Mitteilpunkt zu stehen.

Es ist allerdings auch nicht falsch, im Mittelpunkt zu stehen, sondern völlig okay - und sollte als angenehm empfunden werden können.

Gerade die Angst, im Mittelpunkt zu stehen, oft erzeugt durch irgendwelche Misserfolgs-Erlebnisse und/oder durch negative Bewertungen der Tatsache, dass man im Mittelpunkt stand, hat die "Sozialphobie" überhaupt erst erzeugt.

Wenn z.B. Eltern es selber aus persönlichen Problemen heraius nicht ertragen können, wenn ihr Kind im Mittelpunkt steht, dann machen sie es dem Kind dermaßen madig, dass das Kind jedes Im-Mittelpunkt-Stehen ab sofort und für immer zwanghaft zu vermeiden versucht. Und DAS ist wirklich schrecklich.

Auch KindergärtnerInnen und Lehrer und manchmal auch Mitschüler können damit ein Eifersuchts-/Profilierungsproblem haben. Das kann bei einem sehr jungen Kind zu einer folgendschweren Sozalangst führen.

Für viele Menschen ist es ganz natürlich, im Mittelpunkt zu stehen. Wer sympathisch, offen und entweder besonders klug oder besonders unterhaltsam ist, steht von Natur aus ganz leicht im Mitteilpunkt.

28.01.2012 15:55 • #5


Zitat:
ich finde es klasse, dass du alleine ausgehen kannst und auch spass hast.
du schreibst, du weißt wie du dich zu verhalten hast und die sprüche gehen dir locker von den lippen.
ich beneide dich dafür.


Danke! Es ist deshalb bemerkenswert, weil dies vor einem halben Jahr überhaupt nicht möglich war. Ich habe mir viel zu viele Gedanken gemacht, war gehemmt und passiv. Darauf kann ich stolz sein.

Zitat:
Ich finde, du machst das schon ganz prima. Und dann noch den marsmensch-Tipp beherzigen.
Dann würdest du dich auch nicht so abhängig von den Verhaltensweisen der anderen fühlen, wenn du selbst bestimmst, wann du aufhörst - und zwar dann, wenn es dir gut geht.


Natürlich kenne ich den Trick, dass man die Party durchaus verlassen sollte, wenn es am Schönsten ist. Gestern abend war es so, dass ich eigentlich gar nicht mehr in die Disco weitergehen wollte, weil in der Kneipe alles so gut lief. Ich wollte aber das positive Gefühl retten und bin gegangen. Vielleicht bin ich mit einer falschen Erwartungshaltung in die Disco rein.

Zitat:
Du setzst dich viel zu viel unter Druck. Du analysierst viel zu viel, du strengst dich viel zu viel an, dich anzupassen.

Du musst nicht immer im Mittelpunkt stehen, die Anderen müssen nicht immer auf deine Präsenz reagieren. Du willst immer beim Ausgehen Erfolge (aus deiner Sicht) haben und wertest alles andere an Erlebnissen, als negativ. Bei dir scheint es entweder weiss oder schwarz zu geben, dabei gibt es so viele graue Schattiereungen dazwischen. Die sind doch auch ok.


Ja, das ist absolut richtig. Ich neige dazu, alles entweder "schwarz" oder "weiß" zu sehen. Deshalb meine Vermutung, dass ich manisch-depressiv veranlagt bin. Vielleicht brauche ich Medikamente. Allerdings genieße ich mittlerweile auch die Momente, wo ich nicht der Gefragte bin, wo ich alleine an der Theke sitzen darf und merke, dass die anderen eben nicht permanent analysieren, es nicht als negativ sehen, sich nicht alles um mich dreht. Leider habe ich eine übertriebe Ich-Fixierung, allerdings kann ich mittlerweile ganz gut "Stopp!" sagen.

28.01.2012 15:59 • #6


Mir geht es generell um diese Situationen, es kann im Berufsleben oder im normalen Alltag genauso vorkommen.

Alles läuft gut, man ist zufrieden und fühlt sich gut und plötzlich ist ein kleines störendes Detail, man wird nachdenklich, unsicher.

Man beginnt, die vorangegangenen positiven Erlebnisse umzuinterpretieren.

Die eine negative Meinung wiegt schwerer als die vielen guten Eindrücke.

Geht es euch genauso? Was kann man dagegen unternehmen, dass man nicht jedes Mal aufs Neue zusammenbricht?

28.01.2012 16:03 • #7


Manisch-depressiv

Zitat von frederick:
Geht es euch genauso? Was kann man dagegen unternehmen, dass man nicht jedes Mal aufs Neue zusammenbricht?

Du musst davon Abschied nehmen, dich an den Wertungen der anderen zu messen.
Das ist unwürdig, wenn man sich ständig den - echten oder vermeintlichen - Bewertungen anderer Leute unterwirft!

"Ich bin ich, und das ist gut so."

Vielleicht hilf dir dieses weiter?
http://www.amazon.de/Das-Kleine-Ich-bin ... 370264850X

28.01.2012 16:07 • #8


Mein heutiger Abend verlief schwierig.

Angefangen hat alles damit, dass mein bester Freund außerplanmäßig angerufen hat. Schließlich sind wir zusammen in eine Kneipe, wobei mir bewusst war, dass ich mich nach einer kurzen Zeit in meine samstägliche Stammkneipe verabschieden werde. Bis dahin verlief der Abend gut und ich hatte viel Power, um alleine weiterzuziehen.

Der Start in meiner Stammkneipe verlief leider sehr schlecht. Ich hatte am Anfang dieses Gefühl des "nicht erwünscht seins". Daher war ich froh, dass eine gute Bekanntschaft ebenfalls dort war und ich eine lockere Unterhaltung anfangen konnte. Diese war allerdings eher gespielt ungezwungen, d.h. ich habe mir meine Unsicherheit nicht anmerken lassen.

Plötzlich Blicke von außen durch das Fenster von Menschen, die ich nur vom Sehen her kenne. Ich fühle mich beobachtet. Mein Gesprächspartner bestätigt mir sogar, dass auf mich geschaut wird. Ich bereue, dass ich in diese Kneipe gegangen bin. Ich fühle mich aussätzig und minderwertig. Schweißperlen rinnen über meine Stirn. Die Stimmung ist gegen mich. Ruhe finde ich auf der Toilette. Ich muss tief durchatmen.

Ich weiß, dass jetzt der entscheidende Moment gekommen ist: ich muss innerlich "Stopp!" sagen. Andere Menschen dürfen über meine Gedankenwelt keine Kontrolle bekommen. Vor allem wenn ich mir nicht einmal sicher bin, ob dahingehend überhaupt eine Gefahr besteht.

Auf dem Weg zurück an die Theke bin ich froh, dass ich keine Stimmen, keine gegen mich gerichteten Wörter vernehme. Mein Gesprächspartner hat meine Unsicherheit erkannt und ich gestehe sie ein. Ich erzähle von meiner Vergangenheit, von meinem Suizidversuch, der einige Jahre zurück liegt. Er zeigt Anerkennung und Respekt für meinen Mut und meine Ehrlichkeit.

Ich vergesse die unangehme Situation vom Beginn. Die "Gäste" von vorhin sind wieder am Fenster, allerdings bin ich froh, dass sie eigentlich gar nicht auf mich speziell schauen. Vielleicht schauen sie auf mich tatsächlich länger, intensiver, aber dies kann auch damit zu tun haben, dass ich eben zurückschaue bzw. dass sie mich vom Sehen her kennen. Auch die Barkeeper haben ihren vermeintlich feindlichen Blick etwas verloren.

Gegen Ende habe ich wieder ein eher gutes Gefühl. Mein Gesprächspartner gibt mir seine Telefonnummer. Er würde sich freuen, wenn ich mich bei ihm melden würde. Ich rufe meinen besten Freund zurück, weil ich seine Nummer auf meinem Display sehe. Eine flüchtige Bekanntschaft lächelt mich anerkennend an.

Also habe ich heute den Turnaround in die andere Richtung vollzogen. Natürlich hat dies Kraft, Überwindung, Suggestion gekostet. Aber mir ist etwas bewusst geworden: ich habe diese Kraft nicht aus dem Nichts holen müssen, meine Akkus sind deswegen nicht leer geworden, sondern ich habe diese Kraft in mir. Sie ist heute abend ein Teil von mir gewesen. Dieses Mal habe ich die Kontrolle behalten. Hoffentlich ist es beim nächsten Mal genauso. Der völlige Zusammenbruch ist ausgeblieben.

29.01.2012 05:27 • #9


Zitat von frederick:
Mein heutiger Abend verlief schwierig


aber erfolgreich.

29.01.2012 16:05 • #10


Ich fühle mich heute leider recht traurig und ausgebrannt. Nichts interessiert mich, nirgendwo gehöre ich richtig dazu, niemand kennt mich. Die nächste Woche wird schwierig werden. Ich habe das Gefühl, dass ich eine Pause brauche. Andererseits weiß ich, dass der Rückzug mich nicht nach vorne bringen kann.

29.01.2012 16:59 • #11


Halt durch, frederick! Mir geht es Sonntags immer so, egal wie gut oder schlecht der Samstag verlaufen ist.

Wenn ich daran denke, dass eine neue Woche anfängt, wieder 5 Tage die von anderen bestimmt sein werden, sinkt meine Lebenslust auf -15 (normalerweise liegt sie bei 0). Erst am Donnerstag geht es mir langsam besser.

Kopf hoch. Du hast so viel geschafft und du bist noch so jung, du hast Zeit, um noch so viel mehr zu schaffen und irgendwann anzukommen.

Bald kommt auch der Frühling, das Graue und Kalte wird vorbei sein, man fühlt sich gleich besser. Du darfst nur die Hoffnung nicht verlieren.

29.01.2012 17:32 • #12


Ich befinde mich auch immer wieder in diesem Dilemma: Der Wunsch, mich zurückzuziehen einerseits und die Erkenntnis, dass mir das nicht weiterhilft andererseits. Dazu das Gefühl, dass jeder/e ein eigenes Leben hat, nur ich nicht.

29.01.2012 17:35 • #13


Hallo!

Ich habe auch heute wieder so einen Tag! Muss in ca. zwei Stunden für die ganze Woche wieder in die Nachtschicht.
Noch am Freitag Morgen ging es mir echt gut und seit gestern Abend bis dato bin ich wieder total down.
DAzu kommt, dass ich jetzt wieder Angst bekomme, dass ich heute Nacht an der Arbeit Panikattacken bekommen könnte.

Bei mir wird es dann während der Woche besser, sobald das Wochenende wieder näher rückt. Komischerweise bekomme ich dann meist Samstags aber schon wieder "bedrückende Gefühle"

Vielleicht geht´s Euch ähnlich?

Lg, fearful33

29.01.2012 20:59 • #14


Was ist denn der Auslöser für deinen "Anfall" gewesen?

29.01.2012 21:30 • #15


Ich glaube, dass bei mir der Auslöser eine übermäßige Müdigkeit aufgetreten ist und ich mir deswegen schon wieder einen Kopf gemacht habe, dass ich evtl. krank sein oder werden könnte!

29.01.2012 21:42 • #16


Hallo mal wieder!

@Frederik: Bitte versteh das nicht als 'wegreden wollen'. Jedoch habe ich den Eindruck, Du solltest Dir auch mal ne Pause gönnen. So wie ich das verstanden habe, warst Du am Freitagabend und am Samstagabend weg.
Ich persönlich bin auch nach einem langen Abend schon ziemlich müde und nutze den Sonntag dann gerne um 'meine Wohnung zu geniessen' wie man so schön sagt.
Wenn ich nämlich übernächtigt bin, gerate ich auch ganz schnell in eine miese Stimmung.
Und: Ein schlechter Tag, wo man null bock hat und nur im Bett rumlümmelt ist völlig ok, imo. Wichtig ist mir, daß ich sehe daß es eben nur ein schlechter Tag ist und dass ich mich dann darauf einlasse, einfach mal nur auszuspannen, gut zu schlafen, zu essen, ausreichend zu trinken, ggf. ein kleiner Spaziergang - ein Kater Tag sozusagen.

Also mein Rat (ohne Schlag ): Einen Tag am Wochenende einfach nur auftanken, damit du danach wieder voll loslegen kannst.

@Freya68: Du schreibst, daß Du in der Nachtschicht arbeitest.
Bitte unterschätze die Probleme nicht, die durch Schichtarbeit insbes. Nachtschicht kommen.
Ich habe eine zeitlang einen schicht-IT Job gemacht, und leider erst im nachhinein festgestellt, daß ein guter teil meiner schlechten Laune von der Erschöpfung durch den verdrehten Rhythmus kam.
Ich habe das während dieser Lebensphase so nicht wahrgenommen, hab mich wohl überschätzt; bzw. habe unterschätzt, wieviel Kraft das kostet.
Denk daran daß Du wirklich mit Deiner Schichtarbeit mehr leistest, als in einem 9-5 Job!

Ich wünsch Dir was, vor allem daß Du die Woche gut überstehst!

29.01.2012 23:34 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Zitat:
Bitte versteh das nicht als 'wegreden wollen'. Jedoch habe ich den Eindruck, Du solltest Dir auch mal ne Pause gönnen.


Nun gut, was soll ich denn sonst machen?

Ich habe keine Arbeit. Die Woche beinhaltet für mich wenig Stress, so als Single, ohne Verpflichtungen. Fitnessstudio, einkaufen, Bewerbungen schreiben, kochen, Wäsche waschen, mehr fällt mir nicht ein. Ich könnte eigentlich jeden Abend weggehen. Was ich deshalb nicht mache, weil der gewöhnliche Mensch eben unter der Woche müde ist.

Gerade habe ich wieder eine Absage im Email-Postfach gehabt. Gut, ich hatte es nach dem vorangegangenen Bewerbungsgespräch nicht anders erwartet, aber es beschreibt gut die klassische Situation. Wieder eine Absage, ein Nein. Und was noch Schlimmer ist: niemand, den es interessiert. Wem soll ich erzählen, dass ich mich bei Arbeitgeber XY beworben habe, wem soll ich erzählen, wie das Gespräch verlaufen ist, also jetzt wem von der Absage berichten? In der Großstadt. Mit meiner Mutter telefoniere ich alle vier Wochen, und die Bekannten sind entweder Alk., Sozialbetrüger oder kurz vor dem Gefängnis wegen Bewährungsstrafen.

Es ist fast unmöglich, aus dieser Spirale zu entrinnen. Meine Wohnung habe ich geputzt, ich habe abgenommen, neue Klamotten gekauft, die ganzen Süchte abgeschafft - nur muss irgendwann etwas kommen, dass diese "Lücken" ersetzt, diese "Lücken" neu füllt. In meine vier Wände kommt garantiert nichts hereingeflogen. Immerhin hat sich diese Erkenntnis bei mir durchgesetzt.

30.01.2012 00:33 • #18


Zitat von frederick:
Also zurück auf die Tanzfläche, doch nein, plöztlich habe ich das Gefühl, jemand lacht, als er mich sieht, und das eher im Sinne von auslachen.



kommt darauf wer das überhaupt war ?

war es ein Prolet - schei. drauf. in discotheken laufen unmengen von der kategorie rum.

war es ein normaler Typ? frage ihn was ihn nicht passt und verwickele ihn in ein gespräch.

wenn er fragt: suchst du freunde ?

fragst du : suchst du meine faust ?


hope that helps

30.01.2012 02:21 • #19


Es ist nichts verwerfliches daran, mit seiner
Hände Arbeit sein Brot zu verdienen ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Prolet

30.01.2012 11:14 • #20



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