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Hallo zusammen,

ich habe diese Seite hier vor kurzem gefunden und hoffe auf Gleichgesinnte zu treffen.
Ich fühle mich einsam, richtig einsam. Und das im Grunde schon seit sehr langer Zeit, bestimmt schon seit über 8 Jahren (zur Info, ich bin w, 28 jahre alt). Ich habe dieses Gefühl immer auf die Tatsache geschoben, dass ich in meiner Teenie Zeit schwer depressiv war für 4 Jahre und somit keine Chance hatte richtig zu leben, sprich Kontakte zu knüpfen, diese zu pflegen, mich dazugehörig zu fühlen. All dies habe ich nie erlebt und somit quasi den Anschluss total verpasst. Nun ist das aber schon über 10 Jahre her und was ist meine Ausrede denn bitte diesesmal... ?

Total alleine auf dieser Welt bin ich jetzt auch nicht. Ich habe meine Eltern, zu denen ich ein sehr gutes Verhältnis habe und 2 gute Freundinnen. Jedoch ist es eine Tatsache, dass sie alle und auch sonst der Rest der Welt, ein eigenes Leben führen.... nur ich nicht. Ich fühle mich aussen vor gelassen und ich sehe gewisse Dinge ein, dass der Fehler an mir liegt, aber im grossen und ganzen kann ich nicht nachvollziehen warum mir das passiert.

Bis anfang letzten Jahres hatte ich noch einen Freund (3 Jahre lang) und im nachhinein muss ich sagen, dass ich einfach nur sein Leben mitgelebt habe und einfach froh war immer jemanden um mich rum zu haben. Und als dann schluss war und ich zu meiner besten Freundin zog, merkte ich erst wieder wie alleine ich eigentlich bin. Meine Freundin hat auch ihren eigenen Freundeskreis und ist auch oft unterwegs.... ich widerum habe nur noch meine andere Freunin, die oft auch beschäftigt ist mit Pflichten. Und ich sitze die meiste Zeit einfach alleine zu Hause, weiss mich jedoch sehr gut zu beschäftigen, aber es macht mich total fertig, wenn ich weiss wie andere unterwegs sind, ihr Leben einfach leben und ich mein Leben anscheinend noch nicht gefunden habe.

Es ist nicht so, dass ich eine Sozialphobie habe, ganz im Gegenteil, ich arbeite im Promobereich, muss also automatisch auf Menschen zugehen und Kontakte knüpfen und bin eigentlich auch sehr selbstbewusst... mein Problem ist eher, dass ich totale Angst vor Nähe habe und niemanden richtig an mich ranlassen kann. Kein Wunder fühle ich mich einsam und es ist mir auch klar, dass ich Menschen auch immer wieder von mir wegstosse, die Interesse an mir zeigen, Freundschaftlich, aber es schnürrt mir dann die Kehle zu, ich scheine keine Luft mehr zu kriegen und ich ziehe mich total zurück nach Hause und weine bitterlich, weil ich niemandem im Leben habe und mich einsam fühle !

Ich halte diesen Teufelskreis einfach nicht mehr aus. Wie, wie nur kann man da nur rauskommen ? Ich habe vor 1 Jahr den Entschluss gefasst, dass ich auswandere, um mein eigenes Leben zu finden , da ich überzeugt bin, dass ich es hier nicht finden werde. Es ist alles ganz anders gekommen, als ich mir das vorgestellt habe.... ich wollte Spass und viel Liebe in meinem Leben, und das habe ich absolut nicht. Ob das Auswandern eine Flucht ist ? Vielleicht... aber ich weiss, dass es mir im Grunde schon ausreicht nur dort zu sein, weil es mich glücklich macht, alles andere ergibt sich hoffentlich auch noch....

Geht es anderen auch ähnlich wie mir ?

Ich hoffe hier etwas Beruhigung und Hoffnung zu finden und Gleichgesinnte. Wie geht ihr mit der Einsamkeit um ?

Vielen Dank und Gruss,
C.

02.04.2010 15:41 • 08.05.2010 #1


15 Antworten ↓


Zitat von Cheetos:
ll dies habe ich nie erlebt und somit quasi den Anschluss total verpasst. Nun ist das aber schon über 10 Jahre her und was ist meine Ausrede denn bitte diesesmal... ?

Total alleine auf dieser Welt bin ich jetzt auch nicht. Ich habe meine Eltern, zu denen ich ein sehr gutes Verhältnis habe un

Müsstest Du Dich zwischen einem ernsthaften Freundeskreis und Deinen Eltern entscheiden?

02.04.2010 18:01 • #2



Ich fühle mich alleine auf dieser Welt.

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Hallo Cheetos,

Du bist nicht die einzige, die so fühlt. Das Wissen darum beruhigt vielleicht etwas, aber wirklich weiterhelfen tut es nicht, ich weiß. Wenn es Dir so geht wie mir - und das denke ich herausgelesen zu haben - dann schaust Du zwar, wie es bei anderen läuft, möchtest aber mit niemandem tauschen, sondern Deinen eigenen Weg finden.

Habe auch schon oft darüber nachgedacht irgendwo anders neu zu beginnen, aber für mich scheint es einfach nur eine Flucht zu sein...wenn ich hier nicht mit mir klarkomme, werde ich das woanders auch nicht. Aber vielleicht hilft es Dir und gibt Dir neuen Lebensmut; das muß jeder für sich selbst entscheiden.

Ich habe ebenfalls ein gutes Verhältnis zu meiner Familie, hab einen Job, bin halbwegs kontaktfreudig und offen und hab ein paar enge Freunde, wenngleich bei denen momentan eher eigene Familiengründung angesagt ist. Da fühle ich mich auch oft außen vorgelassen, bzw bin verzweifelt, weil ich nicht weiß, wohin ich mit MEINEM Leben soll. Generell fühle ich mich oft zu nichts zugehörig und ausgeschlossen, wobei das Gefühl ohne Anlass auftritt und eher aus mir selbst heraus besteht.

Um die Einsamkeit zu überstehen halte ich mich gerade ununterbrochen beschäftigt, in der Hoffnung, daß ich irgendwann mal wieder allein sein kann, ohne mich einsam zu fühlen. Hab mir Hilfe geholt, um dahin zu gelangen.

Hast Du Deine Depressionen denn überwunden oder meinst Du, daß Deine jetzigen Empfindungen wieder Ausläufer davon sind?

Liebe Grüße,
Herbstkind

02.04.2010 20:02 • #3


Zitat:
Müsstest Du Dich zwischen einem ernsthaften Freundeskreis und Deinen Eltern entscheiden?


Nee nee, überhaupt nicht. Wieso meinst du? Wie gesagt habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Elteren, aber dennoch sind sie meine Eltern und nicht in dem Sinne meine Freunde/Kollegen, wenn du verstehst was ich meine.

03.04.2010 11:23 • #4


Hallo Herbstkind,

Danke für deinen Beitrag, ja, es beruhigt mich tatsächlich ein wenig, weil es mich wissen lässt, dass ich nicht total seltsam bin und alleine mit meinem Problem.

Weisst du denn wie das soweit gekommen ist bei dir?

Ich stelle mir die Frage ständig und denke eben, dass es wirklich etwas mit meiner Depression zu tun gehabt hat. Wenn man sich über 4 Jahre lang total isoliert von der Welt und sich nur noch zu Hause einsperrt, kann man eigentlich auch nicht erwarten, dass man einen riesen Freundeskreis hat. Ich hatte hier einfach absolut keine Chance mir ein normales Leben aufzubauen.
Ja ja, ich habe meine Depression komplett überwunden, schon seit ca. 7 Jahren und bin ein koplett anderer Mensch heute vom eigenen empfinden her und der positiven Einstellung.

Und genau auch deswegen macht es keinen Sinn für mich, dass ich so wenige soziale Kontakte habe, weil ich dem Leben eigentlich sehr positiv entgegenblicke. Ich bin aber davon überzeugt, dass es absolut etwas mit meiner Angst vor Nähe zu tun hat. Ich habe auch immer bei guten Freunden sehr lange gebraucht, um mich 100% zu öffnen, da mussten zuerst Jahre vergehen... und ich denke auch, dass das damit zusammenhängt, dass ich schon sehr schlechte Erfahrungen mit Freunden gemacht habe, dass sich einige- durch ihre Lebensumstände - plötzlich von einem Tag auf den anderen nicht mehr gemeldet haben. Und wegen solchen Geschichten sitze ich immer noch sprachlos und geschockt da und warte quasi bis sie sich wieder bei mir melden.

Ich schäme mich so sehr, dass ich so bin und so wenige Leute in meinem Leben habe, dass es mir so extrem schwer fällt darüber zu reden. Was ich auch gemerkt habe und was mich ungemein nervt ist, dass ich keine Initiative übernehmen kann und mal jemanden anrufen kann, sondern nur immer darauf warte, bis sich jemand bei mir meldet. Ich möchte auch ununterbrochen unterhalten werden, obwohl ich mich aber auch sehr gut alleine beschäftigen kann... ich werde eifach nicht schlau aus dieser ganzen Situation und das macht mich noch mehr fertig.

Ich denke wir haben uns alle schon mal überlegt alles hinzuschmeissen und einfach abzuhauen, weil uns hier alles so sehr angekotzt hat.
Das ist nur zu einem viertel mein Grund zu gehen. Mein Hauptgrund ist, dass dies mein Traum ist, seit ich denken kann, in diese Stadt zu ziehen plus zu studieren, also erfülle ich mir nun 2 Wünsche auf einmal.
Plus nehme ich damit mein ganzes Leben in meine eigene Hand, das was ich sooo lange von mir weggeschoben habe. Für mich ist es eigentlich keine Frage des Muts, ich weiss einfach dass ich das machen muss, sonst werde ich niemals wirklich glücklich werden in meinem Leben.
Wenn ich dann wieder so Anfälle habe und mich allein und verlassen fühle, denke ich mir immer, dass es nicht mehr lange geht und ich begene endlich meinem eigenen Leben und muss auch nicht mehr neidisch auf alle anderen blicken die
ihre Lebensaufgabe schon lange gefunden haben und nicht so neurotisch sind wie ich. Ich bin zuversichtlich und denke dass alles besser werden wird.

Wie versuchst du denn täglich dieses Problem zu lösen? Wie ich rauslesen kann, bist du in Thearpie ?! Da war ich auch schon jahrelang, aber ganz ehrlich, nciht wegen diesem Problem, da mir da nie sooo extrem als riesenproblem aufgefallen ist, erst jetzt seit einigen Jahren.
Ich finde es auch richtig traurig, dass wir immer auf jemanden zu warten scheinen, obwohl es uns doch eigentlich gut geht mit uns allein, oder? Vor allem, andere Leute haben dieses Problem ja auch nicht....

Hoffe bis bald.

Gruss,
C.

03.04.2010 11:58 • #5


Hallo Cheetos,

ich frage mich auch, wie es soweit kommen konnte...hätte nie gedacht, daß ich mich trotz Familie und Freunden mal soo einsam, verzweifelt und traurig fühlen würde, daß ich sogar therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen muß. Ich gehe erst seit kurzem dahin und weiß auch nicht wie lange ich die Hilfestellung brauche, aber momentan tut es mir echt gut und nebenbei werde ich schlauer aus mir und meinem Verhalten.

Heute ist wieder so ein Tag, wo ich nichts mit mir anzufangen weiß...hier ein bißchen einkaufen, da ein bißchen Fahrrad fahren...bin innerlich so unruhig und unzufrieden und weiß einfach nicht wie es weitergehen soll.

Warum wissen manche Menschen schon mit 20 wohin sie wollen bzw wohin sie gehören und andere suchen fast ein Leben lang? Ist das eine Veranlagung die man hat oder ist es ein Zusammenspiel von günstigen Umständen, Glück?
Keine Ahnung...ich will auch nur meinen Weg finden und ehrlich gesagt auch einen Partner, mit dem ich die Höhen und Tiefen meistern kann.

Ich finde es toll, daß Du mit Deiner Auswanderung ein Ziel hast, auf das Du hinarbeiten kannst. So wie Du Deinen Traum beschrieben hast, solltest Du das wirklich durchziehen.

Alles Gute und liebe Grüße!

03.04.2010 16:23 • #6


Hallo Herbstkind,

Wie geht es dir denn in der Therapie? Kommst du gut voran? Und was mich auch sehr interessiert - was sagt der Therapeut denn überhaupt zu diesem ganzen Problem? Obwohl ich auch schon seit einer Weile in Therapie bin, habe ich dieses Thema erst so richtig seit kurzem angesprochen, da es mir zuvor nie so schlimm oder real vorgekommen ist. Deshalb würde mich auch interessieren wie das Problem angegangen wird, ob einfach das Selbstvertrauen gestärkt wird.

Hast du dir schon mal überlegt, ob du eine Sozialphobie haben könntest? Da man sich an Menschen nicht rantraut, wird man ja als schlussfolgernd irgendwann einsam.

Heute war ich wieder arbeiten nach dem langem Osterwochenende und es ging mir wieder mies. Es ging mir tatsächlich total mies, weil ich all die tollen Stories von den Arbeitskollegen mitanhören musste - am Freitag war ich mit der und dem, da und da, und dann am Samstag und Sonntag waren wir hier und da eingeladen... busy busy.... und wenn ich dann bedenke, dass ich einfach nur an einem Abend bei meiner Familie war und den Rest der Tage (tatsächlich 4 Tage lang!) einfach in der Wohnung vor mich hingegamelt hab, da wird mir einafch nur schlecht.
Ich ertrage die Geschichten der Anderen einfach nicht mehr. All die Anderen, die ein volles Programm haben und sooo viel unternehmen in ihrem Leben... es ist offensichtlich, dass ich richtig neidisch drauf bin und es tut mir einfach nur weh. Klar lüge ich dann immer total und erzähle auch die grössten Geschichten wie beschäftigt ich doch war. Es ist einfach nur traurig. ICH bin einfach nur eine traurige Person.

Aber eben... dein Satz hat mich auch ganz stutzig gemacht Heute ist wieder so ein Tag, wo ich nichts mit mir anzufangen weiß..., ich stecke auch oft in dieser Situation, obwohl ich vor allem zu Hause einiges zu tun hätte. Stattdessen sitze ich depremiert rum und warte und warte bis sich endlich wieder jemand bei mir meldet. Also, sind wir denn nicht hauptsächlich eher selber an unserem Zustand schuld ? Wir warten und hoffen dass uns endlich mal jemand aufnimmt ? Wie machen es denn die normalen Leute ? Die sind ja auch ab und zu mal alleine und müssen sich selber beschäftigen. Fehlt es uns nicht einfach nur an Ideenreichtum und Selbstvertrauen ?

Ich weiss genau was du meinst: Gewisse Menschen wissen halt sogar schon mit 10 was sie mal werden sollen bzw. wo ihr Weg hinführt und andere wissen es mit 50noch immer nicht. Ich habe nun auch bis fast 30 gebraucht, um endlich zu wissen was ich wirklich möchte. Ich denke, dass ist der Moment, der für jeden zu einem anderen Zeitpunkt kommt und deiner ganz sicher auch noch kommen !

Danke für deinen Zuspruch, ich weiss ich tue das Richtige und das einzig Richtige für mich und es ist alles bereits schon heiss am laufen, da ich bereits in 4 Monaten alles hier aufgeben werde und wirklich froh drum bin.

Hoffentlich bis ganz bald.
Liebe Grüsse,
C.

06.04.2010 16:52 • #7


Hallo Cheetos
Hallo Herbstkind

Ich bin erstaunt von Menschen zu lesen denen es sehr ähnlich geht wie mir. Ich dachte bisher immer das ich mit diesen Problemen alleine wäre...

Ich hatte in meiner Jugend nie viele Freunde. Nur sehr wenige Klassenkamaraden wollten sich damals mit mir zum spielen treffen. Das lag vorallem dadran das ich damals extram Übergewichtig war und von allen ständig gehänselt wurde.... Meine Eltern konnten leider nicht viel dazu beitragen mir ein solides Selbstbewußtsein auf den Weg zu geben. Im Gegenteil durch ihre Muttersöhnchen - Erziehung wurde ich extrem Abhängig von ihnen und leide bis heute dadrunter das ich ein extrem niedriges Selbstbewußtsein habe. Das resultiert heute dadrin das ich fast 0 Freunde habe. Einige Jahre hatte ich eine Freundin, doch ich lebte eher ihr Leben mit und hatte kein eigenes. Seitdem sie mit mir schluß gemacht hat weiß ich endlich das ich keine Freunde habe (den vorher drehte sich meine Welt nur um sie und ich war blind mein eigenes Leben zu leben).

Mir geht es genauso mit meinen Arbeitskollegen wie du es beschrieben hast....
Die Berichten alle ständig davon was sie (und vor allem mit wem...) sie den nächsten Urlaub machen werden...wo sie am Wochenende waren, mit wem sie im Kino waren und und und. Ich komme mir jedesmal total klein vor wenn ich das mit anhöre. Ich erfinde dann auch sachen und erzähle das ich dieses oder jenes mit einem Freund gemacht habe (meißtens habe ich das dann alleine gemacht)...

Wenn ich zu Hause dasitze und nichts zu tun habe, warte ich auch dadrauf das sich jemand (von den wenigen die ich kenne) meldet. Ich selbst trau mich nicht jemanden anzurufen. Ich habe Angst das diese Person nicht ans Telefon geht oder mich am Telefon irgendwie ablehnt... Manchmal sitze ich den ganzen Abend vor dem PC und surfe alle paar minuten auf den gleichen Internetseiten herum oder gucke alleine Filme zu Hause.

Ich habe auch vor einige Zeit überlegt aus meiner jetzigen Stadt auszuziehen. Doch denke ich das ich somit auch vor mir und meinen Problemen nur flüchten wurde. Wahrscheinlich würde ich in einer anderen Stadt dieselben/ähnliche Erfahrungen machen.

Im Moment geht es mir etwas besser da ich mich viel mit meinem Studium und meinem Sport beschäftige. Ich strebe auch eine Therapie an und hoffe das mich diese weiterbringt und mir hilft mich selbst besser zu verstehen.....

LG

06.04.2010 17:50 • #8


Hallo an Cheetos und alle weiteren Leser,

da ich die Therapie erst seit einigen Wochen mache, kann ich noch nicht viel von Erfolgserlebnissen oder so erzählen, aber Aha-Erlebnisse hatte ich schon. Eben in Sachen Selbsterkenntnis. Es werden gerade erst alle (wunden) Punkte aufgedeckt, an denen man arbeiten kann...Tips gabs da nicht, nur eben Hinweise auf bestimmte Verhaltensweisen, was mir auch schon sehr weiterhilft.

Eine Sozialphobie habe ich sicher nicht, ich komme auch mit fremden Personen gut zurecht und kann offen auf sie zugehen, auch wenn ich es meistens recht oberflächlich halte.
Aber bei meinen Freunden, die ich durchaus habe, kann ich mich schon öffnen. Ich rede viel mit ihnen und treffe mich auch oft oder rufe sie an, wenn ich Lust auf Unternehmungen habe. Von nichts kommt nichts, sage ich mir immer und eine Freundschaft besteht wie jede andere Beziehung auch aus geben und nehmen.

Mir fehlt nur in letzter Zeit die Motivation und die Kraft dazu, Dinge anzuleiern. Auch wegen des Gefühls der Einsamkeit, daß ich oft in Gesellschaft verspüre. Die gewollte Ablenkung klappt eben nicht immer, aber ich versuche es wenigstens immer wieder.

Früher habe ich oft Dinge allein unternommen; es hat mir zuerst nichts ausgemacht, dann habe ich es aus Trotz gemacht und jetzt habe ich gerade die Phase, in der ich keine Lust mehr habe, IRGENDETWAS allein zu machen, was auch nicht gesund ist.

Meistens raffe ich mich dann zu gar nichts auf, obwohl ich viel zu tun hätte. Oder ich fange tausend Sachen an, ohne eine zu beenden oder Zufriedenheit dabei zu empfinden. Da ist einfach nur Ruhelosigkeit, die ich wirklich als sehr quälend empfinde.

Vier Monate sind ja eine absehbare Zeit, da gibt es sicher noch viel zu organisieren vor der Ausreise...und die Vorfreude steigt sicher auch, oder?
Also halte die Tage, an denen Du nichts mit Dir anfangen kannst (ich habe heute auch wieder so einen) einfach durch, es kann doch nur besser werden!

Einen schönen Resttag wünscht
Herbstkind

07.04.2010 16:22 • #9


Hallo Herbstkind,
Hallo darkraver,
Hallo an alle,

Es ist nicht schön was wir fühlen, aber es beruhigt mich dennoch sehr zu wissen, dass ich nicht alleine bin auf dieser Welt die sich so fühlt.

Heute ist wieder einer dieser wunderschönen Tage die nur danach schreien Geh raus, und geniesse die Sonne! ... ich bleibe eher auf meinem Balkon, mit wem könnte ich schon raus.... Das ist halt auch so eine Sache, ich lebe in einer Stadt in der es nicht normal ist Dinge alleine zu unternehmen. Sprich, wenn ich alleine ins Kino gehen würde, würden alle denken, och die Arme, die muss alleine ins Kino... oder es ist üblich hier bei schönem Wetter am Rhein zu sitzen, aber hier auch, wenn ich hier wieder alleine dasitzen würde, wäre mir das auch wieder peinlich zu signalisieren, ich bin allein. Natürlich hat das hauptsächlich nur was mit meinem Denken zu tun, aber es ist ein Fakt, dass ich mich hier einfach nicht frei fühle und nicht sein kann wer und wie ich wirklich bin, das macht mich fertig.

Ausserdem erlebe ich grad wieder einen grosen Freundschaftsbruch. Ich habe eine Freundin, die jedoch so sozial ist und dadurch so viele Bekanntschaften und Freunde hat, dass man schnell vergessen gehen kann. Obwohl ich sie schon seit über 9 Jahren kenne, ist es immer wieder passiert, dass wir lange Kontakt hatten und dann gar nicht mehr, aufgrund das wir beide z.B. eine Weile im Ausland waren, uns dann aber danach immer wieder gefunden haben. Dadurch war sie aber trotzdem nur eine Freundin und nicht mehr.
Nun war es so, dass sie vor einem halben Jahr grosse Probleme mit ihrem Freund hatte und sogar depressiv wurde, weil sie nicht wusste, ob er sie überhaupt noch wollte oder nicht. Nun bin ich einfach so, dass ich meinen Freunen absolut selbstlos beistehe, für mich absolut logisch, was ich auch bei ihr gemacht habe. Wir hatten jeden einzelnen Tag mehrmals Kontakt wobei es auch meistens nur um ihre Probleme ging und sie sich dafür aber auch immer entschuldigt hat, aber sie grad gar nicht anders könne. Ich konnte sie jedoch sehr gut verstehen, da ich die genau gleiche Geschichte mit meinem Ex-Freund durchgemacht habe. Ausserdem hat sie mir immer wieder gesagt wie absolut dankbar sie mir wäre, dass mit ihr zusammen durchzustehen und hat mir auch versichert, dass ich nicht meinen sollte, dass sie danach keinen Kontakt mehr zu mir haben wollte.

Dann ist sie vor ca. 4 Wochen ausgezogen, weil sie ihrem Freund eine Grenze zeigen wollte und hoffte, dass er ihr wieder nachrannte.... was er auch tat... plötzlich waren sie wieder voll verliebt und schau an... seit dem habe ich nichts mehr von ihr gehört !!
Ich habe sie einige Male probiert auf dem Handy anzurufen, sie hat mich nicht mal zurückgerufen. Ich bin noch immer absolut entsetzt und verstehe die Welt einfach nicht mehr. Ich war zwar immer vorsichtig bei ihr, da ich wusste wie unzuverlässig sie im Leben mit allem war, aber DAMIT hätte ich abolut nicht gerechnet. Vor allem, da wir uns in diesen letzten 6 Monaten Nahe gekommen sind und uns persönliche Dinge anvertraut haben, also wirklich gute Freunde geworden sind. Umso mehr ist dies nun ein brutaler Schlag ins Gesicht für mich und auch verständlich, dass ich mich wieder total zurückziehen möchte und den Menschen noch weniger vertraue. Sie hat mich schamlos ausgenützt als Psychologen-Ersatz und jetzt braucht sie mich nicht mehr, also werde ich ihn die Ecke gestellt. Ich fühle mich benutzt und soooo dumm, dass mir so etwas passieren konnte. Ich warte auch nur drauf, bis sie sich irgendwann mal wieder bei mir meldet und ich ihr alles an den Kopf knallen kann... da kenne ich dann nichts.

Was ist jetzt die Moral von dieser Geschichte ? Vetraue NIEMALS wieder jemandem ? Oder meide grundsätzlich chaotische, unzuverlässige Menschen ? Ich weiss es nicht und es macht mich so traurig, und ich frage mich, warum mir das passieren musste.... was habe ich falsch gemacht ?


Ich gehe später zu meinen Eltern, ich weiss ja eh nicht was ich sonst tun könnte...

@ Herbstkind : Jaaa, ich habe total viel vorzubereiten, ich könnte jede Minute vom Tag beschäftigt sein, aber ich sehne mich einfach nach sozialen Kontakten und möchte nicht immer nur Pflichten haben und jaaaa, glaube mir.... ich bin überglücklich, dass bald ein neues Leben anfängt.

Ich hoffe wirklich für uns alle, dass wir dieses Gefühl der Einsamkeit bald bald nicht mehr haben werden... es kann nur besser werden !

Liebe Grüsse an alle und bis bald.

C.

10.04.2010 11:50 • #10


Zitat von Cheetos:
Es ist nicht schön was wir fühlen, aber es beruhigt mich dennoch sehr zu wissen, dass ich nicht alleine bin auf dieser Welt die sich so fühlt.

Hallo Cheetos!

Nein, Du bist definitiv nicht allein mit Deinem Kummer. Als ich mich hier im Forum angemeldet habe, fand' ich es auch sehr tröstlich zu sehen, dass es auch noch viele andere Leidensgenossen gibt.

Ich erlaube mir mal eine Zwischenfrage an Herbstkind...

Zitat von Herbstkind:
...hätte nie gedacht, daß ich mich trotz Familie und Freunden mal soo einsam, verzweifelt und traurig fühlen würde, daß ich sogar therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen muß.

Hallo Herbstkind!

Ich habe mir zwar 2 Ratgeber zum Thema Einsamkeit und Soziale Phobie besorgt. Nur das mit der Selbsthilfe will nicht so richtig klappen ... meine fürchterliche Antriebslosigkeit steht mir im Weg. Lesen alleine reicht ja nicht, ich muss das gelesene dann ja auch umsetzen. Es haben sich in letzter zwar neue Kontakte ergeben, aber irgendwie habe ich das Gefühl immer die gleichen Fehler zu begehen - und es am Ende (möglicherweise) zu vermasseln. Ich gewöhne mioch deswegen immer mehr an den Gedanken, professionelle Hilfe zu benötigen.

Wie hast Du eigentlich Deinen Therapeuten gefunden? Welche Art von Therapie wird bei Dir angewendet?

Ich scheue den Gang zum Hausarzt, zum einen weil ich hier in Hamburg keinen kenne; und dann ist da ja noch das Problem, mit jemandem über sehr private Dinge sprechen zu müssen, den man gar nicht kennt.

Ich denke, es würde mir vielleicht etwas von meiner Angst nehmen, wenn ich eine Vorstellung davon hätte, was auf mich zukommt.


Viele Grüße aus Hamburg,
Slowi

10.04.2010 15:56 • #11


Hallo Cheetos,

nur kurz zu Deiner Geschichte mit der treulosen Freundin.

Das Problem bist nicht Du, sondern sie! Wir sind nur leider so gestrickt, daß wir die Fehler immer bei uns suchen, sogar wenn Leute uns so mies behandeln. SIE hat sich falsch verhalten, nicht DU.

Es gibt leider vieler solcher Leute, die einen nur für ihre Zwecke mißbrauchen und dann ganz schnell wieder weg sind, wenn in ihrer Welt alles wieder in Ordnung ist. Sie drehen sich nur um sich selber und können sich meistens auch nicht in andere hineinversetzen.
Eine andere Möglichkeit wäre, daß sie sich etwas vor Dir schämt. Weil sie jetzt wieder mit ihrem Freund zusammen ist, über den sie sicherlich auch schlecht geredet hat in der Trennungszeit. Vielleicht hat sie angst, sich vor Dir rechtfertigen zu müssen?

Jedenfalls kann man auf solche Leute getrost verzichten. Deswegen aber niemandem mehr zu vertrauen ist sicher auch nicht der richtige Weg. Auf jeden Fall solltest Du ihr die Meinung sagen und die negativen Gefühle loswerden, statt sie in Dir zu vergraben.

Und an Slowi:

erstmal Hallo.
Ich habe auch eine Batterie an Selbsthilfebüchern bei mir stehen, aber mir gehts genauso wie Dir. Beim lesen habe ich einen Aha-Moment nach dem anderen, aber an der Umsetzung hapert es dann doch. Dinge zu erkennen reicht eben leider nicht aus um sie zu ändern.

Zu meiner Therapeutin habe ich durch Zufall gefunden. Ich habe einfach im Internet geschaut, wer sich so in meiner Wohnnähe befindet und bin einfach hingegangen. Das ist eigentlich sehr unüblich, aber zu dem Zeitpunkt wollte suchte ich einfach nur Hilfe, alles andere war mir egal.

Es war ein reiner Glücksgriff, da die Therapeutin mir einen Termin für die darauffolgende Wochen angeboten hat und sie mir auch sofort sympatisch war. Ich ging zum Gespräch und sie meinte, daß es schon richtig gewesen sei, daß ich Hilfe gesucht habe, sie mich aber gerne noch zu einem Zweitgespräch bei einem Psychoanalytiker schicken würde (sie selbst ist tiefenpsychologisch fundierte Therapeutin, was ich vorher nicht wußte...auch nicht die diversen Unterschiede).

In jeder größeren Stadt gibt es Institute oder Ambulanzen von therapeutischen Diensten (in Berlin zB BIPP oder IPB), wo man zT ohne Voranmeldung hingehen kann für ein Beratungsgespräch. Die leiten einen dann auch gegebenenfalls weiter an einen Therapeuten mit freien Therapieplätzen.
Zwar habe ich so ein zweites Beratungsgespräch absolviert, empfand es aber als Wink des Schicksals, daß ich mich auf Anhieb so gut mit meiner ersten Therapeutin verstand und sie sogar einen Platz für mich frei hatte, daß ich dort geblieben bin.

Bei mir ist es übrigens ander herum: ich habe weniger Probleme mit Fremden über bestimmte Dinge zu sprechen, als mit Menschen, die mir Nahe stehen. Da ist mir viel wichtiger, was sie von mir denken. Der Therapeut kennt mich nicht und geht unvoreingenommen und eher sachlich an meine Probleme heran. Aber das empfindet sicher jeder anders.

Hoffentlich konnte ich Dir damit etwas helfen.

Das war das Wort zum Sonntag von mir.
Liebe Grüße,
Herbstkind

10.04.2010 19:19 • #12


Zitat von Herbstkind:
Hoffentlich konnte ich Dir damit etwas helfen.

Ja, auf jeden Fall. Danke!

Ich werde mal schau'n, ob und wo es in Hamburg einen psychotherapeutischen Dienst gibt. Ein erstes (unverbindliches) Beratungsgespräch wäre bestimmt hilfreich.

10.04.2010 21:59 • #13


Hey zusammen,

Ich fühle mich grad echt mies. Eigentlich fallen mir schon die Augen zu, aber ich habe im Internet etwas rumgestöbert und habe viele Fotos von ehemaligen Freunden und Schulkollegen gefunden, die mich grad so depremiert haben.
Hunderte von Fotos worauf Spass, Lebensfreude und natürlich viele Freunde zu sehen waren. Es hat mir einen Stoss ins Herz versetzt.
Und wo bin ich nur geblieben auf diesen Fotos, wann habe ich denn den Anschluss verpasst?
Warum bin ich nur so gefangen in mir selbst wenn es um soziale Kontakte geht? Ich fühl mich echt, richtig richtig schei..

G,
C.

12.04.2010 22:38 • #14


Hallo zusammen,

ich bin ganz neu hier und habe mich angemeldet um Leidensgenossen kennenzulernen und mir Hilfe zu holen.

Ich bin weiblich, 22 Jahre alt und schrecklich einsam. Ich bin eine selbstbewusste und charakterstarke Persönlichkeit (ich würde mich so bezeichnen und meine Familie mich auch). Ich weiß, was ich will und trete offen und freundlich auf. Ich bin aber nicht glücklich, was man nach außen jedoch nicht sieht, aber innerlich bin ich nicht zufrieden mit meinem Leben. Ich weine sehr oft, weil ich mich so nach einer Umarmung, einem Freund, einer guten Freundin sehne. Ich hatte eine Beziehung. Er hat vor vier Jahren Schluss gemacht und erst letztes Jahr war ich darüber hinweg.

Ich sehe immer so viele glückliche Menschen um mich herum. Alle meine oberflächlichen Bekanntschaften haben Partner und einen Freundeskreis. Ich bekomme kaum Nachrichten, keiner fragt wie es mir geht und das obwohl ich wirklich alles versuche. Ich engagiere mich sehr. Gehe zu Treffen, bei denen alle jemand neues kennen lernen wollen, aber da ich aber aufgrund meines Studiums mehrmals im Jahr umziehen muss, ist es schwierig etwas aufzubauen. Männer finden mich gutaussehend und sprechen mich an, aber ich finde keinen, der zu mir passt, dem ich mich öffnen kann. Es gibt Tage, in letzter Zeit immer öfter, an denen ich so deprimiert bin, dass ich einfach nur im Bett liege und warte, dass die Zeit vorbei geht.

Ich hoffe ich finde auf diesem Weg hier nette Menschen, die mich verstehen und mir vielleicht sogar helfen können ein glücklicher Mensch zu werden. Das Leben könnte so schön sein, ich sehe das jeden Tag an anderen Leuten....

01.05.2010 18:51 • #15


Hallo Teardrop,

Willkommen in meinem Thread

Mir gehts genauso wie dir, also kann ich sehr gut nachfühlen wie es dir geht, du bis nicht allein!
Auch ich bin selbstbewusst, charakterstark und äusserlich kann man uns nicht ansehen wie wir uns fühlen... und trotzdem fühlen wir uns beide einsam. Es ist schlimm, wenn man zu Hause im Bett liegen muss und einfach drauf wartet, dass die Zeit endlich verstreicht, auch das kenne ich nur allzu gut.
Leider habe ich die Lösung zu diesem riesen Problem auch noch nicht gefunden.

Jedoch weiss ich mittlerweile, dass wir uns nicht auf andere verlassen dürfen uns glücklich zu machen, das können nur wir selber. Bestimmte Menschen können uns glücklicher machen, aber mit dem Rest sind wir wirklich auf uns alleine gestellt.

Ich kann dir sagen wie ich dagegen ankämpfe, vielleicht hilft dir das auch etwas.
Ich versuche mir trotz allem einen Tagesablauf einzurichten, halt mit mir alleine, aber das muss sein. Ich versuche Sport zu machen, bisschen joggen im Quartier oder zu Hause auf dem Hometrainer. Ich tue Dinge für mich, ich pflege mich, ich bilde mich indem ich viel lese und ich koche für mich... nicht mit dem Gedanken, nur für mich alleine dieser ganze Aufwand ? Ja genau! Nur für mich alleine diesen ganzen Aufwand mit 1 Stunde kochen. Lerne dich selber besser kennen... die Zeit dafür haben wir ja anscheinend... denn welche Beziehung ist wichtiger als die zu diser selbst? Keine! Du bist 24 Stunden bis zum Rest deines Lebens mit dir zusammen, also muss man sich lieben und schätzen lernen. All das tue ich erstmal damit ich nicht in ein totales Loch falle und einfach nur noch rumliege und wirklich nichts tue. Und auch, damit ich mich innerlich besser zu fühlen, damit ich das auch auf andere austrahle und so neue Leute kennenlerne.

Ausserdem habe ich grad angefangen Einsamkeit überwinden von Doris Wolf zu lesen, ich denke, dass das sicher auch nicht schlecht ist.

Keine Ahnung ob dir das was gebracht hat, ich hoffe zumindest. Vergiss nicht, dass es vielen Anderen da draussen ähnlich geht wie dir.

Gruss,
C.

08.05.2010 21:08 • #16



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