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GarbageBoy
Hi Leute,

ich bin wieder in ein Tief gefallen, dabei ging es mir jetzt 3 Monate lang so dermaßen gut, das ich mich selbst und andere
garnicht wieder erkannt haben.
Allerdings ist diese Phase jetzt wieder vorbei, ausgelöst durch die Gleichgültigkeit anderer die ich tatsächlich bald als Freunde
bezeichnet hätte.

Ich weiß nicht wie ich es ausdrücken soll aber es verletzt mich sehr stark, wann immer ich merke das die Leute sich einfach nicht
für mich interessieren. Selbst meiner Familie bin ich egal. z.B. meinen Großeltern, das ist zwar schon ein paar Monate her aber das
fand ich echt krass, vorallem da ich dachte das sich mein Verhältnis mit ihnen wieder verbessert hat nachdem man lange keinen Kontakt
mehr hatte. Irgendwann wollte ich sie jedenfalls besuchen, da wird mir mitgeteilt das mein Opa im Krankenhaus liegt und es nicht gut
für ihn aussieht (was er jedoch überstanden hat). Jedenfalls wussten wohl alle bescheid außer ich, als ich dann fragte wo er liegt,
damit ich ihn besuchen kann, hieß es nur das wäre keine gute Idee. Und ich dachte wirklich alles wäre cool und wir verstehen uns
wieder super, danach habe ich noch 1,2 mal versucht Kontakt aufzubauen wurde jedoch völlig kalt abgewimmelt.(Ohne Statement)
Genauso mein Vater, mit dem hatte ich schon seit langem wieder viel Kontakt, den er abgebrochen hat, weil ich ihn darum gebeten
habe sein Teil vom Bafög Antrag auszufüllen. Hab jetzt nur deshalb schon 2 Monate nichts mehr von ihm gehört, weil er dachte das
wäre ein Bürgschaft -.-.(Mehrere versuche ihn zu kontaktieren schlugen fehl)
Und die "Freunde", mir geht es schon seit ein zwei Wochen beschissen, hab mich zurückgezogen nicht mehr gemeldet,
vereinbarte Treffen abgesagt. Aber niemand interessiert sich auch nur 1% dafür warum ich so drauf bin. Ich verstehe sowas nicht,
sobald ich bei jemanden bemerke das es ihm nicht gut geht oder er sich komisch verhält, frag ich nach was denjenigen bedrückt und
bin für den da. Aber wenn es mir so geht bin ich plötzlich ein Geist..
Und naja umgekehrt interessiere ich mich auch nicht für andere Leute, jedoch betrifft das nur fremde Personen, wenn es jemand schafft
mein Interesse zu wecken dann versuche ich ein guter Freund zu sein.
Naja auch egal, heute kam ich jedenfalls neu auf die Uni und wir hatten eine Einführung und überall wo ich saß, saßen zufällig Kommilitonen
neben mir und ich dachte mir: "hm eigentlich wäre es gut welche kennenzulernen" aber andererseits hatte ich so absolut kein Bock auf billigen
SmallTalk um Interesse zu heucheln, welches ich einfach nicht habe..

Es ist zum Verrückt werden, einerseits hab ich keine Lust Bekanntschaften zu schließen und auf der anderen Seite macht es mich
komplett fertig wenn Bekanntschaften an mir 0 Interesse haben. Genauso, warum teilt mir einfach niemand mit was meine Fehler sind oder
warum sie sich von mir falsch behandelt fühlen. Wenn mich etwas kränkt oder stört, dann spreche ich die Person an und frage warum er sich
so oder so verhält und versuche das in Ordnung zu bringen, sofern es in meiner Macht steht. Aber irgendwie hab ich das Gefühl die Leute
önnen nicht mehr über ihre Gefühle sprechen und haben auch nicht die Eier in der Hose jemanden mal die Wahrheit ins Gesicht zu sagen.
Das wollte ich nur mal los werden, vielleicht erkennt ja jemand den Fehler in meiner Logik!
Schönen Tag noch und danke fürs Lesen.

03.04.2018 19:21 • 18.04.2018 #1


12 Antworten ↓


Entwickler
Bei mir war es auch so, dass ich überhaupt nicht informiert wurde, dass für meine Oma ein 90. Geburtstag im Altenheim organisiert wurde. Ich war der einzige Enkel, der gefehlt hat. Als Begründung, warum man mir nichts sagte: Ich hätte ja gerade erst eine neue Stelle angefangen, und könnte da nicht fehlen! Einfach über meinen Kopf hinweg. Und es war ihr letzter Geburtstag.

Schlussfolgerung: Meine ganze Familie taugt einfach nichts. Das war auch nur ein Beispiel von vielen Fehlleistungen. Die hatten schon mokiert, dass ich in die Großstadt ging zum Arbeiten, anstatt in der Kleinstadt zu bleiben. Deren Logik: Hier hat er es zu nichts gebracht, also musste er weggehen. Oder andersrum: Er wäre sonst ein Sozialfall geworden, wie der Bruder z.B. Dann hätten sie wieder was zum Lästern gehabt. Man kann es auch einfach auf NEID reduzieren.

03.04.2018 20:05 • #2



Ich bin allen egal und umgekehrt

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GarbageBoy
Oh man, wenn ich sowas lese könnte ich nur kotzen, wie können Menschen nur so gnadenlos kalt sein.
Und interessant, ich erkenne einen Zusammenhang. Frage, stammst du auch aus einer Akademikerfamilie?

Bei mir ist es zumindest so, leider musste ich mich quasi mein ganzes Leben lang alleine mit meiner Mutter durchschlagen,
ich hab schon die ein oder andere Jugendsünde begangen und auch bei meinen Weggefährten gab es einige Leute die ne
Menge auf dem Kerbholz hatten.
Auf der anderen Seite gab es aber halt den "Rest" der Familie, wovon fast jeder studiert hat und in guten bis sehr guten
finanziellen Verhältnissen lebt. Und ja als Kind bis Jugendlicher kam ich mir bei denen auch nie verkehrt vor aber als ich
anfing "erwachsen" zu werden fühlte ich immer mehr wie ich dort nich hineinpasste. Alles ziemliche Spießer, die ihr Gewissen
immer damit bereinigt haben mir Geld zu geben anstatt mal wirklich für mich da zu sein. Die anderen Enkel haben sie immer
vergöttert, wie oft sie mir erzählt haben die haben dies und jenes erreicht und ich saß da und dachte mir nur immer "schön,
nett das ihr mich fragt wie es mir geht und was meine Ziele sind".

Jedenfalls denke ich auch das sie alle von mir meinen das ich es zu nichts gebracht habe, was auch irgendwo die Wahrheit ist.
Aber ich versuche es ja jetzt nachzuholen, meine Sicht der Dinge ist dass, es niemals zu spät ist. Als ich mit denen mal darüber
geredet habe dass ich studieren möchte, haben sie mir direkt davon abgeraten. Wahrscheinlich halten sie mich für zu dumm.
Achja allein sein kann so schmerzhaft sein, zum Glück kann ich es in 320 Tagen im Jahr verdrängen und auf meine Art "glücklich"
sein.

03.04.2018 20:32 • #3


Entwickler
Bei mir war es etwas anders. Ich komme nicht aus einer Akademikerfamilie. Und von meinen 15 Cousins und Cousinen war ich auch noch der Einzige, der zu Ende studiert hat, drei davon haben abgebrochen, die anderen "nur" Ausbildungen. Meine Eltern hatten mich nie gedrängt zu studieren, eher davon abgeraten. Am schlimmsten war meine Oma, die meinte, ich könnte dann überschnappen, ich sollte nicht so viele Bücher lesen. Da habe ich ihr gesagt, dass ich sogar eins schreiben will. Da ist bei ihr nur die Klappe runtergefallen. Irgendwann im 9. Semester fragte sie mich, wie lange ich noch zur Schule gehen wollte. Und mein Opa meinte: "Sieh dir an, was dein Bruder gemacht hat (das Dachgeschoss ausgebaut). Nur so was greifbares zählte für sie.

Was mit dir war, mit dem Druck, Geld zu machen, trifft eher auf das Verhältnis meiner Freundin und ihrer Mutter zu. Sie musste sich spät noch mal umorientieren, davor hatte sie eine Ausbildung abgebrochen, und danach geheiratet und er war Alleinerzieher. Dann kam die Scheidung, und sie fing mit Mitte 40 noch mal an zu studieren, und kämpft sich so langsam hoch.

Ich bin froh, kein Sohn aus besserem Hause zu sein, denn wenn die mich gedrängt hätten, hätte ich wohl erst gar kein Abitur gemacht. Ich musste meinen Vater dann dazu zwingen, wenigstens zur Abschlussfeier zu gehen. Meine Mutter hatte da schon starke Sozialphobie, Klaustrophobie und Depressionen. Meine Oma meinte immer: "Wir waren früher auch nicht blöd!" Insgeheim wünschten sie sich, dass ich ein einfacher Angestellter werde. Vielleicht so wie ein Cousin, der Banker wurde, aber nie aus der Provinz weg wollte. Oder der Hermann, der bei der Deutschen Bahn Fahrkarten verkauft, was für sie schon was besonderes ist. Dass er nervlich am Ende ist, weil er weiß, dass er es zu nichts gebracht hat mit Mitte 50, davon wollen sie natürlich nichts wissen. Die Leute sollen halt nicht überschnappen.

03.04.2018 22:01 • x 1 #4


GarbageBoy
Danke das du deine Erfahrungen mit mir teilst und sorry für die späte Antwort.
Ich denke bei dir hat das mit sehr veralteten Wertvorstellungen deiner Großeltern zu tun, was bei
meinen auch irgendwo der Fall ist. Die meisten Menschen fangen eben an zu stagnieren wenn sie
in die alltägliche Routine gefallen sind und die Medien tragen dann ihren Rest dazu bei.

Zitat:
Ich bin froh, kein Sohn aus besserem Hause zu sein, denn wenn die mich gedrängt hätten, hätte ich wohl erst gar
kein Abitur gemacht.


Tja, ich bin dementsprechend auch nicht aus solchem Hause, da für mich die Schotten relativ früh dicht gemacht wurden,
weil ich ja unbedingt arbeiten sollte. Wie bei deinen Großeltern, lieber etwas handwerkliches machen oder so. Allerdings
würde ich es bei mir eher darauf beziehen das sie mich stark unterschätzen weil, ich eben kein "Normalfall" bin der direkt
nach dem Abi irgendwas studiert hat und in sonem Alter schon ein Haus und eine Familie hätte haben müssen..

Was mich auch ein wenig wundert ist dass, hier sogut wie niemand was dazu zu schreiben hat.. Aber wenn man sich mal die
Namen vieler Nutzer hier so anschaut, kann ich sowieso auf ihre Meinungen verzichten..

05.04.2018 13:46 • #5


Luna70
In einem älteren Beitrag hast du etwas von einem möglichen Klinikaufenthalt geschrieben, warst du denn in einer Klinik?

05.04.2018 14:57 • #6


GarbageBoy
Ich war dort, aber nur für ein paar Gespräche, habe mich auch dort komplett missverstanden gefühlt
und dann habe ich es sein lassen..

05.04.2018 20:22 • #7


Zitat von GarbageBoy:
Ich war dort, aber nur für ein paar Gespräche, habe mich auch dort komplett missverstanden gefühlt
und dann habe ich es sein lassen..


Bist du dir sicher, dass sie dich missverstanden haben? Oder hast du das vielleicht wegen vorher schon schlechter Stimmung nur so empfunden?
Ich habe deutsche Kliniken als sehr zuverlässig kennengelernt. Für mich persönlich ist das wie Urlaub, einfach mal raus aus dem Alltagsstress
und frei von Verpflichtungen um sich selbst kümmern. Die Menschen die dort arbeiten habe ich zumindest durch eigene Erfahrung durch die Bank
weg positiv vermerkt. Man kümmert sich um einen und die Menschen helfen dir sogar zukunftsorientiert dein Leben zu verbessern, selbst nach
dem Abgang hast du noch Hilfsangebote die dir in deinem Alltag helfen können aber keinerlei Verpflichtungen jene anzunehmen.
Sicher das diese Option nicht deins ist? Ich weiß nicht wie andere ihre Aufenthalte erlebt haben aber die die ich hatte nehm ich gern in meiner
Erinnerung mit.

Gruß

05.04.2018 21:19 • #8


Luna70
Zitat von GarbageBoy:
ich bin wieder in ein Tief gefallen, dabei ging es mir jetzt 3 Monate lang so dermaßen gut, das ich mich selbst und andere
garnicht wieder erkannt haben.


Hast du das häufiger, solche Wechsel zwischen Depression und Phasen, in denen es dir so "dermaßen" gut geht?

05.04.2018 21:34 • #9


GarbageBoy
Sorry für die sporadischen Antworten nochmal.
An der Uni werd ich einfach komplett gemieden, als wäre ich unsichtbar, dabei bin ich echt kein
Typ den man leicht übersehen kann, ich verstehe das nicht, drei Leute habe ich recht einfach ken-
nengelernt, die gingen auch mehr auf mich zu als ich auf sie. Diese werden auch oft von den
anderen angesprochen, nur ich nicht. Als hätte ich irgendeine Aura die die Leute abschreckt -.-

@DevillsAdvocate Ich war dort nur zum Reden, nicht stationär. Hätte auch garkeine Lust auf
sowas.

@Luna70 Ja schon seit langem..

09.04.2018 22:34 • #10


Luna70
Zitat von GarbageBoy:
Ich war dort, aber nur für ein paar Gespräche, habe mich auch dort komplett missverstanden gefühlt
und dann habe ich es sein lassen..


Das heißt, es gibt bei dir keine Diagnose und folglich natürlich auch keine Therapie? Ich denke, es wäre wirklich gut, wenn du noch einmal einen Versuch machst einen Arzt zu finden. Wenn es da in der Klinik mit der Chemie nicht gestimmt hat, dann versuche es woanders. Bei einem niedergelassenen Psychiater zum Beispiel. Die Phase in der es dir "dermaßen gut ging" könnte man womöglich als manische Phase interpretieren und das ganze im Wechsel mit depressiven Phasen, da brauchst du wirklich Fachleute, die dir helfen.

Ich glaube nicht, dass dich die Leute "übersehen", aber sie können dich vielleicht nicht so richtig einordnen, weil du gegensätzliche Signale sendest. Das hast du geschrieben

Zitat von GarbageBoy:
Und naja umgekehrt interessiere ich mich auch nicht für andere Leute

Zitat von GarbageBoy:
Es ist zum Verrückt werden, einerseits hab ich keine Lust Bekanntschaften zu schließen und auf der anderen Seite macht es mich
komplett fertig wenn Bekanntschaften an mir 0 Interesse haben

Zitat von GarbageBoy:
Aber wenn man sich mal die
Namen vieler Nutzer hier so anschaut, kann ich sowieso auf ihre Meinungen verzichten..


Ist doch klar, dass die Leute nicht auf dich zugehen, wenn du ihnen signalisierst "ich interessiere mich nicht für euch, ihr seid alle Idioten".
Zitat von GarbageBoy:
Als hätte ich irgendeine Aura die die Leute abschreckt


Hast du wahrscheinlich auch, in dem mit Körpersprache, Tonfall usw. deine Ablehnung unbewusst nach außen transportierst.

10.04.2018 09:15 • x 2 #11


GarbageBoy
Zitat von Luna70:
aber sie können dich vielleicht nicht so richtig einordnen


Ja den Satz habe ich tatsächlich schon ein paar mal gehört. Naja ich denke ich beende es einfach sollte es alles zu "schlimm" werden..
Ich habe keine Lust/Zeit auf irgendwelche Therapien, ich meine wer sagt denn das etwas mit mir nicht stimmt? Vielleicht ist die
Gesellschaft und die Mentalität welche die meisten hier in Deutschland an den Tag legen auch verkehrt und mit mir ist alles in Ordnung.
Ich lasse mich sicherlich nicht zum Schäflein umprogrammieren um mitmachen zu dürfen! Dann bleib ich halt für immer allein, ich wollte
mich nur mal "ausheulen". Danke für eure Aufmerksamkeit

18.04.2018 19:30 • x 1 #12


Arachne
Ich glaube nicht, dass Luna70 Aussagen wollte, dass du dich zu einem Schäfchen umprogrammieren lassen sollst.
Der Sinn einer Therapie ist es nicht, dich an die Gesellschaft anzupassen, sondern dir zu helfen, mit den Hoch- und vor allem den Tiefphasen zurecht zu kommen. Aber ich will dich nicht überreden. ^^

Das Gefühl, unsichtbar zu sein, kenne ich nur zu gut. Das hatte ich meine gesamte Schulzeit über, bis ich in der Oberstufe endlich ein paar Freunde gefunden hab. Seit ich nicht mehr täglich zur Schule gehe, bin ich allerdings wieder ziemlich allein und besagte Freunde haben kaum bis gar keine Zeit für mich und es meldet sich auch keiner von sich aus.

18.04.2018 19:58 • #13



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