Zitat von Lazarus:Ich glaube mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
Super Beitrag, Lazarus,

Du hast es wunderbar umrissen und in Worte gefasst. ich habe hier im Forum auch schon oft zum Thema geschrieben. Und in allen Punkten bin ich mit Deinem Beitrag einer Meinung. Einsamkeit kann vielfältig sein und extrem unterschiedlich er- und durchlebt werden. In jedem Fall aber sehe auch ich eine Hauptursache in genau dem, was nämlich mal dazu u.a. gedacht war, Menschen zusammen zu führen, einander näherzubringen: das Internet, die Informationsgesellschaft etc.... Du hast es ausführlich dargestellt, es entsteht eine Parallelwelt und Scheinwelt, die mit dem realen leben verwechselt wird. Wie sonst könnten Leute ganz stolz verkünden, dass sie 300 Facebook-Freunde haben. - Und die virtuelle Welt ergreift immer mehr Besitz von uns. Wir sitzen alle tendenziell immer öfter, immer länger vor dem Rechner....Shoppen, Posten, Chatten, Surfen, Screenen

Zeit in der man früher mal in die Kneipe um die Ecke ging (das nächste Thema: die es auch schon nicht mehr gibt), Leute besuchte... irgendwas real erlebte. Der Rechner, das Netz ist bequemer und permanent verfügbar, ich kreiere mir das Leben selbst, erfinde mich und andere neu.
Das alles hinterlässt natürlich Spuren in unserem Sozialverhalten. Wo sind denn heute in den Großstädten die Kneipen und Cafés hin, wo Studenten, Intellektuelle die Nächte durchdiskutierten, wie sie die Welt verbessern wollen, wo die kleine Eckkneipe, wo der Arbeiter nach der Schicht noch mal mit dem Rentner auf'n B. zusammen saß. Das gibt es alles nicht mehr. Es kommt jetzt die Generation, die dass schon nicht mehr kennt, für die ein Leben ohne Whatsapp schon so ein Kriterium ist, wie für Generationen davor ohne Fernseher oder elektrischen Strom zu leben. Und natürlich findet man auch in der Hirnforschung nun "Beweise" das wir uns durch alles das verändern. Sich die kleinen grauen Zellen anders vernetzen. Es kann ja nicht anders sein, wenn man permanent Einflüssen und Reizen ausgesetzt ist.... das schleicht sich ins Unterbewußtsein... niemand ist dagegen immun. Wir sind Individualistischer, um nicht zu sagen egoistisch

das Individuum und dessen repräsentative Selbstverwirklichung wird gepredigt, der Dienst an der Gemeinschaft, selbstlose Handlungen sind einfach hausbackener Schnee von gestern. Wer wird Millionär? Wer wird Superstar? Wer ist faltenfrei... Shopping-Queen, hat sich in ungeahnte Höhen selbst optimiert.... das sind doch die echt "wichtigen" Themen. Dabei bleibt das Miteinander total auf der Strecke, und es interessiert niemand, kaum jemand, mehr wirklich, wer der Mensch ist, der Dir da gegenüber sitzt.
Das und viele andere Gründe, Aspekte sind es doch, die uns immer einsamer werden lassen. Und viele Menschen merken bei alledem nicht einmal (Ziel der Manipulation) dass sie es doch schon sind, denn man hat ja Freundschaften im hunderter-Pack via Social-Media. Wie kann man da einsam sein

und wow, das Thema scheint hier echt der Renner im Forum, 43 mal wurde es angeklickt seit gesten
