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ray_of_Hope
Hallo liebe Leserin und Leser,

ich bin M/36 Jahre alt und Müde.
Kurz zu mir. Mit meinen 1,69m bin ich nicht gerade groß und oft habe ich schon zu hören bekommen also ein Mann muss für mich Groß sein damit ich mich wohl fühle. Ich treibe relativ viel Sport und bin dadurch etwas breitschultriger und muskulöser. Ich Zaubere jeden ein Lächeln ins Gesicht und bringe meine Mitmenschen oft zum Lachen. Meine Kollegen mögen mich weil jeden Mist mitmache.
Doch fangen wir von vorne an.
Als Kind ist mir etwas widerfahren was kein Kind passieren sollte. Nachdem ich relativ früh geheiratet habe (19 *hust*) hat sich die vermeidbare Holde Maid in einen Drachen verwandelt. Damals zeichnete sich eine Störung meiner Psyche aus. Anstatt mir zu helfen habe ich immer nur zu hören bekommen stell dich nicht so an, reiß dich zusammen, dir fehlt nichts etc.. Diese Zeit mag sie noch so kurz gewesen sein war so zuträglich für mein Selbstwertgefühl wie Hitze für ein Schneemann, von meiner Psyche ganz zu schweigen. Ich war eh nie sonderlich von mir überzeugt aber nach dieser Zeit . Nach der Trennung und der Scheidung dachte ich jetzt geht es Berg auf. Wenn ich alleine war und es mir nicht gut ging fing ich an mich selbst zu verletzen. Alles ist besser, als nichts zu spüren.
Was mein damaligen Freundeskreis betrifft, wir waren Fünf unzertrennliche Chaoten. Als es anfing mit den Selbstverletzen kündigten sie mir die Freundschaft mit den Worten du bist uns zu Freaky das hat dem ganzen natürlich nochmal einen Schub gegeben.
Ich trank sehr viel und verletze mich und versuchte dann zu Schlafen.
Alpträume.
Dann stand ich jeden morgen früh auf Duschte mich und ging zur Arbeit. Mein Chef sagte immer nur was für ein Vorbildlicher Mitarbeiter ich doch war. Nie Krank immer gut gelaunt und nie zu Spät. Nach der Arbeit ab nach Hause. Ich Trank, ich verletzte mich, ich schlief ein, ich stand auf, ich ging zur Arbeit.
Hab den Meister im Handwerk gemacht und war unter den Besten in meinem Jahrgang, dann durch pfeiffersches drüsenfieber einen Schaden in der Schulter. Ergebnis, ich konnte meinen Beruf nicht mehr ausüben. Der Schaden war derart schlimm, dass ich nicht mal mehr den Arm heben konnte. Heute Treibe ich wieder Kampfsport trotz eines abgestorbenen Nervs.
Ich landete in die Geschlossenen dann die Offene dort wurde Borderline Festgestellt. Gut ist ja jetzt nicht verwunderlich. Schwere Depressionen und einen Dissoziative Persönlichkeitsstörung waren auch mit von der Partie. Leider so tief schon verwurzelt dass es kaum zu therapieren ist. Versucht haben wir es trotzdem. Wurde zwar etwas besser aber trotz allem verletzte ich mich heute noch des Öfteren.
Nun über Zehn Jahre Später, bin ich müde.
Ich hatte zwar zwei Beziehungen in der Zeit doch die waren für die Tonne. Die eine hat mich sooft betrogen und mit so vielen verschieden Männern das es schon Lächerlich war. Die andere wollte immer nur und gab nie etwas. Ich bin immer derjenige gewesen der gibt der diejenigen beschützt.
Dann Lieber allein . oder doch nicht.
Vor zwei Jahren ist meine Mum an Brustkrebs erkrankt. Ich habe meine Schwester aufgebaut ihr Mut gemacht gesagt das alles gut werden wird. Mit meinem Dad habe ich Gespräche geführt die sollte ein Sohn nicht mit den Vater führen die Angst die er hatte, so Schlimm. Meiner Mum hab ich Mut zugesprochen und nie gezweifelt (äußerlich), dass es zu einem guten Ende kommen wird. Zum Glück hat sie es besiegt obwohl es zeitweilig Kritisch um ihre Gesundheit stand. Doch alles überstanden. Damals hätte ich so gern jemand an meiner Seite gehabt der mir fünf Minuten Auszeit gibt. An dem ich mich mal anlehnen kann und vielleicht auch mal losheulen.
Ich schlafe nicht sonderlich gut, Albträume sind oft meine Nächtliche Begleitung sooft das es mir kaum mehr was ausmacht.
Doch die Schlimmsten Träume sind die in denen ich eine Partnerin habe die mit mir Liebevoll umgeht. Das Schlimmste was mir in diesen Träumen Passiert ist das meine Partnerin sagt du kannst dich gerne etwas ausruhen ich passe auf dich auf. Nach diesen Nächten brauche ich mindestens einen Tag um wieder in die Spur zu kommen. Das ist heftig und zehrt so unfassbar an meine letzten Kraftreserven. Ich könnte jedes Mal Losheulen so ist mir dann nämlich zumute.
Wenn ich sehe wie Pärchen miteinander durch die Stadt Schlendern freue ich mich so sehr für sie. Innerlich könnte ich schreien und Heulen so schmerzhaft ist es für mich.
Das ist nicht meine ganze Geschichte sondern nur ein Auszug meines Lebens der Rest verhielt sich so ähnlich wie das hier aufgeführte.
Ich bin Müde des alleine seins, noch weiß ich nicht wie lange ich diese Kraft aufbringen kann weiter zu machen. Ich strahle nach außen und mache jeden Mut, trage sorge dafür das die Leute um mich herum fröhlich sind. Innerlich bin ich erschöpft und traurig, so unaussprechlich Traurig.
Bin ich es überhaupt wert, jemanden an meine Seite zu haben? Diese Frage geistert mir so oft durch den Kopf. Das ist der Punkt um das sich alles dreht. Die mich Wahnsinnig macht die dafür sorgt das ich nicht richtig Schlafe noch richtig etwas genießen kann. Warum ist es nur so verdammt schwer Einsam zu sein. .und warum schmerzt es so sehr?

Warum all dies aufgeschrieben habe?
Hoffe ich auf ein paar tröstende Worte? Die mögen einen zwar über die eine oder andere Situation hinweghelfen aber es sind nur Worte.
Mir ist der Post von Twistet sehr nahe gegangen es hat mich tief berührt und vielleicht auch animiert dies hier zu schreiben. Ich wünsche ihr vom ganzen Herzen das sie wieder in ein Glückliches Leben findet.
Vielleicht wollte ich mir einfach etwas von der Seele schreiben und hoffen dadurch etwas Ballast abzulegen.
Oder einfach nur das Netz mit ein Paar KB meines Kläglichen Lebens zumüllen.
Ich weiß es nicht.


Aber dir liebe Leserin/ Lieber Leser,
danke ich von tiefsten Herzen das du dir die Zeit genommen hast, diese meine Zeilen zu Lesen.

Danke

20.05.2019 18:38 • 29.05.2019 x 1 #1


12 Antworten ↓


Warum solltest ausgerechnet Du niemanden verdienen? Nur wenn Du das zu glauben beginnst, kann es zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden ...

Du schilderst Dich als durchaus liebenswert. Ich verstehe sehr gut, dass es Dir wehtut, allein zu sein, aber vielleicht verhindert ja gerade die immer starke, immer fröhliche Maske, die Du trägst, dass sich eine passende Partnerin findet?

Tröstende Worte gern: Glaub an Dich, Du bist es mit Sicherheit wert. Trau Dich, gezielt zu suchen. Eine ebenso einsame Frau wartet irgendwo auf Dich, Du kennst sie nur noch nicht.

20.05.2019 19:59 • #2



Einsamkeit und schwere Kindheit / Selbstzweifel überwinden

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Yannick
Hallo @ray_of_Hope ,

Beim Lesen deines Themas habe ich gedacht, ich würde eine Beschreibung meines Lebens lesen. Es gibt einige Parallelen. Naja, außer dem so früh geheiratet zu haben... Hab nur mal mit einer Freundin nach 3 Wochen drüber gespaßt, wir könnten ja auch schon mal heiraten... 2 Monate später war sie auf und davon mit jemand anderem. Wenigstens da mal "Glück gehabt"...

Meine Mom ist damals auch an Brustkrebs erkrankt. Aber es war dann mein Vater, der als erstes gehen musste. Meine Mom blieb mir noch 5 Jahre länger, immerhin... Unglaublich manchmal, dass das alles schon sechs Jahre her ist...

Während all dieser Zeit hatte ich immer den Wunsch, mal jemanden zu finden, die sagt "Ich bin da. Jetzt wird alles gut!". Ohne jetzt irgendeinen Druck auf eine mögliche Partnerin legen zu wollen!
Aber es wäre unendlich schön, auch endlich mal "ankommen" zu dürfen. Oder zumindest mal für eine längere Weile als immer nur ein paar Wochen, bei jemandem verschnaufen zu dürfen.

Ich kann dich hören, wenn du schreibst:
Zitat:
Nun über Zehn Jahre Später, bin ich müde.
Ich hatte zwar zwei Beziehungen in der Zeit doch die waren für die Tonne. Die eine hat mich sooft betrogen und mit so vielen verschieden Männern das es schon Lächerlich war. Die andere wollte immer nur und gab nie etwas. Ich bin immer derjenige gewesen der gibt der diejenigen beschützt.


Ich bin so selbstkritisch, dass ich weiß, dass auch ich Fehler gemacht habe. Auch ich habe Liebe von anderer Seite nicht immer erwidern können.
Auch in den Beziehungen ging es mir wie dir: entweder gabs plötzlich nen anderen besseren. Oder ich hab alles gegeben, während sie sich nen Sch*** um mich und meine Gefühle für sie gekümmert hat.

Zitat:
Ich schlafe nicht sonderlich gut, ... Das ist heftig und zehrt so unfassbar an meine letzten Kraftreserven. Ich könnte jedes Mal Losheulen so ist mir dann nämlich zumute.

Geht mir genauso! Abends träume ich mich in den Schlaf, träume von dem, was für alle meine Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen so selbstverständlich geworden ist: dass da jemand ist, mit dem man sich mal ausruhen kann...


Zitat:
Wenn ich sehe wie Pärchen miteinander durch die Stadt Schlendern freue ich mich so sehr für sie. Innerlich könnte ich schreien und Heulen so schmerzhaft ist es für mich.

Ich muss immer lächeln, wenn ich zwei Menschen sehe, die sich gefunden haben! Ich bin auch nur 1,72m groß und oft denke ich, dass es an der Körpergröße liegt, dass ich niemanden abbekomme. Aber dann sehe ich Männer, die noch kleiner sind und die jemanden haben. So geht mir das mit allen äußeren Merkmalen, wo ich denke, es liegt daran, dass ich diese nicht habe.
Ich freue mich immer, wenn zwei Menschen einfach zueinander passen. Aber irgendwann merkt man dann, dass man doch gar nicht schlechter ist als die. Und dann fühlt man sich vergessen, fängt an mit sich und der Welt zu hadern. Ja, und dann irgendwann zerreißt es einen wieder - meistens abends, wenn man in die leere Wohnung kommt...

Zitat:
Ich bin Müde des alleine seins, noch weiß ich nicht wie lange ich diese Kraft aufbringen kann weiter zu machen. Ich strahle nach außen und mache jeden Mut, trage sorge dafür das die Leute um mich herum fröhlich sind. Innerlich bin ich erschöpft und traurig, so unaussprechlich Traurig.

Ich versuche auch, vielen Menschen Mut zu machen. Ich versuche, ihren Blickwinkel zu öffnen, wenn sie eine Situation wegen der "Warum-"-Frage nicht verstehen. Bekomme für meine aufbauenden Worte oft sehr viel Zuspruch. Das freut mich dann wieder!
Ich denke sogar, dass ich ein paar Menschen habe, die es mir sowas von gönnen würden, einfach mal anzukommen. Aber leider können sie mir auch keine passende Partnerin verschreiben. Inzwischen sind alle verheiratet (oder in Beziehung), so dass sie sich nur noch in Paar-Kreisen bewegen und sie auch niemanden mehr kennen, die ich mal kennenlernen könnte.


Zitat:
Bin ich es überhaupt wert, jemanden an meine Seite zu haben?

Tja, und am Ende kommt man immer öfter zu der Frage... Vor allem nachdem mich vor ein paar Wochen eine Frau gleich am Morgen nach der ersten gemeinsamen Nacht weggelegt hat, wie ein Spielzeug, welches nicht richtig funktioniert und was man nicht mehr will.
Zurzeit habe ich Angst, dass das der letzte Schlag war und dass das Gerüst aus Zuversicht, Neugier und Hoffnung nun endgültig in sich zusammenfällt. Irgendwann kann man einfach nicht mehr und ist..... ja, müde... Wie du es selbst beschrieben hast.

Warum ich das alles aufgeschrieben habe?
Weil ich dir zeigen möchte, dass du nicht alleine bist mit deinen Schmerzen und Sehnsüchten!
Weil ich selbst gerade merke, wie mein Herz schreit, weil augenscheinlich alle um einen herum glücklich sind.

Ich besitze eine tiefe innere Zufriedenheit, weil ich auch oft die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen weiß. Gesundheit ist für mich ein Gut, was alles andere als selbstverständlich ist. Ich reagiere sehr sensibel auf alles um mich herum, z.B. wenn ich lese, dass kleine Kinder an Krankheiten sterben, dass junge Menschen bei Unfällen sterben.
Ich wünschte dann gleich, ich könnte noch etwas für sie geben!

Geben... Ja, ich möchte gerne Liebe geben. Mein Leben teilen. Weil ich viel zu lange schon nur mein eigenes lebe.

LG in die Nacht
Yannick

21.05.2019 03:15 • x 5 #3


ray_of_Hope
Danke euch für die aufbauenden Worte.


Zitat:
Ich wünschte dann gleich, ich könnte noch etwas für sie geben!

Geben... Ja, ich möchte gerne Liebe geben. Mein Leben teilen. Weil ich viel zu lange schon nur mein eigenes lebe.


das sehe ich genauso. Eine Bekannte sagte mir einmal das ich meine mitmenschen immer erfreue und zum Lachen bringe liege daran das ich innerlich ein traurig bin. Das hat mir ziemlich den Boden unter den Füßen weggerissen. Doch das ist OK. Was ich damit sagen will wenn wir Menschen mehr Liebe und Freude Teilen würden so wie du es machst, Währen solche Foren wie das hier überflüssig.

Yannick hoffentlich findet dich jemand dem es wichtig ist, mit dir Freude und Liebe zu teilen.

21.05.2019 17:58 • #4


Yannick
Zitat:
Eine Bekannte sagte mir einmal das ich meine mitmenschen immer erfreue und zum Lachen bringe liege daran das ich innerlich ein traurig bin.

Hmm, meine persönliche Meinung dazu ist, dass du dir das nicht einreden lassen solltest. Weil du andere erfreust und zum lachen bringst, sollst du innerlich traurig sein? Hm, verstehe ich irgendwie nicht...
Was ich mir vorstellen kann (da wir uns ja ähnlich zu sein scheinen) ist, dass du viel feinere "Antennen" für deine Gegenüber besitzt und so besser aufnimmst, was sie brauchen. Und aus diesem Antrieb handelst du dann. Das hat aber, meine Meinung nach, nichts mit innerer Traurigkeit zu tun, wenn man emotionaler, sensibler (leider inzwischen ein sehr überstrapaziertes Wort) ist als andere.
Ich glaube aber, es wirkt auf andere so. Und in ihrer Hilflosigkeit, weil sie nicht wissen wie mit solchen Menschen umzugehen, kommen dann solche Urteile zustande.


Zitat:
wenn wir Menschen mehr Liebe und Freude Teilen würden so wie du es machst, Währen solche Foren wie das hier überflüssig.

Genau das denke ich nämlich auch oft, wenn ich hier Beiträge lese bzw. antworte! Wenn mehr Menschen so warmherzig miteinander umgehen und sich Aufmerksamkeit schenken würden, wäre man einen Schritt weiter. Und vielleicht auch weniger Menschen allein.


Zitat:
Yannick hoffentlich findet dich jemand dem es wichtig ist, mit dir Freude und Liebe zu teilen

Vielen lieben Dank! Ich drücke dir auch die Daumen, dass es klappt.

Mir gefällt das, was @Chillangel geschrieben hat:
Zitat:
Glaub an Dich, Du bist es mit Sicherheit wert. Trau Dich, gezielt zu suchen. Eine ebenso einsame Frau wartet irgendwo auf Dich, Du kennst sie nur noch nicht.

Ich hoffe, dass trifft auf dich, auf mich und alle anderen zu, die sich nach vielen Jahren allein auch einmal einen verlässlichen, lieben, ehrlichen Partner/in an ihrer Seite wünschen.

Solange das nicht eintrifft, bleibt uns nur eins: weitermachen, Kopp nicht hängen lassen (oder nicht zu lange ). Es gibt tatsächlich auch noch andere schöne Seiten am Leben, auch wenn man sich oft wünscht, was man bei anderen als so selbstverständlich sieht.

Grüße
Yannick

21.05.2019 20:57 • x 2 #5


ray_of_Hope
Das mit dem Einreden ist schon Richtig. Allerdings ist sie auch sehr "feinsfühlig" und sie hat da leider nen Nerv getroffen. Alleine schon wegen dem Borderline ... Himmel hoch Jauchtzend und zu tode Betrübt. Das schwankt dann immer sehr schnell. Doch in letzter Zeit bleib das Himmel hoch Jauchtzend weg. Ich fühle eine erdrückende Schwere die einfach nicht weichen will.

Aber hey ich lass mich dadurch nicht verrückt machen.
Die Wahrheit ist ich werde gleich meine AD nehmen mich ins Bett verkriechen und mir wünschen da würde noch wer sein so wie in letzter Zeit jeden Abend. Wahrscheinlich auch davon Träumen
DOCH ob ich nun Tags über mit den Leuten scherze und den Menschen gute Laune Bringe oder nicht, ändert nichts an den Abend der Folgt.
ALSO Bringen wir etwas Liebe in diese Düstere Welt und stellen uns Tapfer unseren eigenen Dämonen. Denn eines habe ich gelernt und wünsche es allen die in diesem und Ähnlichen Foren unterwegs sind. Kraft die dunkelsten Stunden zu überstehen.

Was @Chillangel geschrieben hat ist schon richtig.
Doch ich bin unfassbar selbstkritisch und besitzte leider einen nicht unbändigen Selbsthass. Dann Denke ich immer von mir "Du bist es nicht wert und versuche es erst garnicht".
Ich mag in vielen Augen oft als Extrovertiert gesehen werden doch das ist alles nur eine Farce.
Eine die ich mir in Mühsehliger Arbeit über Jahrzehnte aufgebaut habe die einzureißen ich alleine einfach nicht Stark genug bin.

21.05.2019 22:38 • #6


ray_of_Hope
Der Wahnsinn einer Nacht

5:30 der Wecker Klingelt.
Beeep Beeep Beeep Beeep
Ich setzte mich auf, verschränke die Beine, im Schneidersitz drücke ich den Knopf.
Mein Kopf sinkt langsam auf die Brust.
Ich fühle mich Müde. Jede Stunde in dieser Nacht bin ich aufgewacht.
23:36 Ich setzte mich auf versuche die Gedanken zu ordnen. Nein ist noch nicht soweit .
0:41 Ich falle ich schrecke auf als Jemand meine Hand packt . bin allein in meinem Zimmer
1:37 habe ich da was gehört? Ich lausche aber nichts.
2:12 ich setzte mich auf...dieser Traum.... zu schön....so schön....will nicht einschlafen.
3:26 ich schrecke auf...die Berührung? Ich...habe sie doch gespürt.... oder doch nur geträumt.
3:52 ich setzte mich auf ...Bitte ich will nicht mehr Träumen.... es tut so weh wach zu werden.
4:21 ich sitze noch im Schneidersitz meine Beine taub ich lehne mich zurück ...da dieses Lächeln..ich Lächle zurück
4:53 ich schrecke auf bin spät dran...nein warte eine stunde zu früh.... ok nochmal kurz die Augen Schließen
5:30 der Wecker Klingelt.
Beeep Beeep Beeep Beeep
Ich setzte mich auf, verschränke die Beine, im Schneidersitz drücke ich den Knopf.

Ein Tautropfen bildet sich an einem Maiglöckchen.

Wieder dieser Traum.....Ich habe geschmunzelt.....Warum nochmal?
Ach ja die Hand.....sie hielt sie ganz fest ohne zuzudrücken....
Ich will das nicht mehr träumen..... es ist so .unfair wach zu werden....

Ein Tropfen löst sich und gleitet zur Erde.

Ich stehe auf trage mich ins Badezimmer und schaue in den Spiegel...
Ich sehe einen müden traurigen Menschen dem diese Nacht nicht gut bekommen ist.
Die Muskel meiner Arme und meiner Schulter Brennen immer noch... wieder Verkrampft die Nacht.
5:50 der Wecker meines Handy Klingelt
Ein Schönes Lied Perfect von Postmodern Jukebox.....ein Lied das mir die Erringung der Letzten Nacht zurück Bringt.... Sie ...ich weiß nicht mehr wie sie aussah... aber warum sie war doch nichts außer ihrer Hellbraunen Locken ...und das Grübchen wenn sie Lächelte.... Tränen Kommen mir Hoch. Wut Steigt auf... Wut darauf mich nicht erinnern zu Können ...Wut darauf nicht richtig Schlafen zu Können.... Wut darauf das ich so ein Schwächling bin .Ich . Drücke den Knopf.

An einem Strauß von Maiglöckchen Bilden sich vereinzelt Tautropfen.

Ich sitze in der Hocke unter der Dusche das Warme Wasser prasselt auf meinem Kopf meinen Schultern. Ich versuche mich zu erinnern wer sie war? nichts....verzweifelt versuche ich mich zu erinnern doch nur das Grübchen bleibt in Erringung....Ich klammere mich dran wie ein ertrinkender an einem Strohhalm.
Doch es eingleitet mir.

Ein Windstoß lässt den Strauß von Maiglöckchen Tanzen und kleine Tropfen fliegen zur Erde.

Ich Ziehe mich an. Mein Körper fühlt sich schwer an. Ich Schaue in den Spiegel und höre mich selbst sagen: Reiß dich jetzt zusammen verdammt noch mal du Schwächling.

6:20 ich trete vor die Haustür und sehe einen Strauch Maiglöckchen.... so schön.

Setzte mich ins Auto und Fahre zur Arbeit. Der Tag wird heftig werden. Diese Grübchen wird mich wie ein Fluch verfolgen und ich werde Lächeln. Ich werde Scherzen, Werde meine Kollegen auf die Schippe nehmen und mit ihnen Lachen. Ich werde meine Arbeit Gut tun. Denn so bin ich.
Als ich vor der Haustür stehe sehe ich nochmal die Maiglöckchen und denke mir nur
Bis morgen Früh



Ihr alle die ihr so oder Ähnlich fühlt, euch schenke ich eine Umarmung, ein ehrliches Lächeln und

ein Maiglöckchen

22.05.2019 19:43 • x 3 #7


Yannick
Ja, mein Leben wird schon längst nicht mehr auf Hochglanzpapier gedrückt. Oder ist es doch nur ein zeitweiser Mangel von Ressourcen?

Aber Fakt ist, nicht jedermanns (oder jederfraus) Leben schafft es auf die Titelseiten der Gazetten, die über Familie, Freunde, tolle Hobbies oder schnurgerade Karrieren schreiben.

Es gibt sie eben auch, diese Leben, die nicht perfekt sind. Menschen, die Sehnsucht spüren nach Zweisamkeit, gar nach Familie, aber diesen Wunsch niemals erfüllt bekommen. Menschen, die gleich mehrere Ausbildungen machen, aber trotzdem den Einstieg ins erfüllende Berufsleben nie schaffen. Menschen, die aus dem Nichts mimt heimtückischen Krankheiten kämpfen müssen. Überhaupt, Krankheiten... warum erwischt es sogar Kinder?

Ja, das Leben verläuft für jeden von uns so verschieden... Nur weil zwei Menschen die gleichen Dinge tun und probieren, heißt es noch lange nicht, dass sie auch das gleiche Ergebnis bekommen. Keine zwei Menschen sind gleich. Während der eine sofort bei der ersten Partnerin bleibt, hat der auch selbst bei der hundertsten noch kein Glück. Ist er deswegen ein schlechterer Mensch? Ist er deswegen weniger liebenswert?

Für den Menschen, der alleine bleibt, fühlt es sich vielleicht so an. Dann, wenn er in dieser Hochglanzwelt lebt. Umgeben von Pärchen, die sich gefunden haben, Familien, die Häuser bauen, um im Garten ihren Nachwuchs aufwachsen sehen zu können. Staunend hört er immer wieder von den Geschichten, dass andere wieder jemanden neues kennengelernt haben. Dass sie schon gemeinsame Urlaubspläne haben. Wie glücklich sie sind, weil sie so lange alleine waren, bis sie sich gegenseitig aufgefangen haben.

Dann plötzlich kommt seine Chance. Er lernt jemanden kennen. Aus dem Nichts, wie alle seine Bekannten aus der Hochglanzwelt. Er ist so glücklich. Endlich auch mal eine, die ihn auffängt. Er träumt von Urlaub zu zweit, einem kleinem zunächst. Schließlich will er nicht Klammern, nicht verschrecken. Zu zerbrechlich ist das Ganze doch immer am Anfang. Wie machen die anderen das nur immer? Da sieht das immer alles ganz leicht aus... aus Tagen werden Wochen, daraus Monate. Alle seine Freunde sind schon lange verheiratet. Daran will er noch gar nicht denken. Erstmal die zarten Anfänge genießen. Er hat Spaß daran die ersten gemeinsamen Abende zu planen. Er hat spontane Ideen. Ihr gefällts. Er kauft ihr Blumen.

Doch dann plötzlich... keine Antwort mehr auf seine Nachrichten. Er sorgt sich. Hat Angst, dass es ihm wieder passiert. Wieder der gleiche Kreislauf: keine Chance auf mehr, nach wenigen Wochen aussortiert, weil etwas kleines nicht passte. Er schreibt Briefe, schickt Blumen. Keinen großen Strauß, nur eine kleine Geste: du bist mir wichtig geworden!
Sie antwortet per E-Mail. Kurz, reserviert. Kein Wort über seinen Brief. Standardtext könnte man sagen.

Er ist wieder allein. Er sieht wieder die Welt um sich herum. Wohin er blickt, Hochglanz, Paare, Urlaub, Familien, Pläne.

Er verliert den Mut. Die Erkenntnis wächst, das der Traum von Zweisamkeit niemals in Erfüllung gehen wird. Es ist eben nicht alles für jeden bestimmt.

Wir sind wieder am Anfang... wo es noch schlimmere Schicksale gibt. Krankheiten, die andere Menschen gar nicht erst das Alter erleben lassen, um solche Wünsche zu haben. Viele Menschen sind allein. Nur sieht man sie nicht, je nachdem in welchem Umfeld man lebt.

22.05.2019 23:09 • x 1 #8


Sara80
Ich befürchte du bist am Anfang einer Beziehung viel zu präsent. Sie ist sich noch nicht sicher ob das mit euch passt, du bringst schon Blumen und denkst an Urlaub. Sie geht auf Distanz, du schickst Briefe und Blumen. Läufst ihr quasi nach. Es gibt bestimmt Frauen die das so mögen. Ich würde mich bedrängt fühlen und genervt, mich fragen warum du so leicht zu haben bist. Die Frau muss sich schon am Anfang nicht mehr bemühen dir zu gefallen, du liegst ihr schon zu Füßen noch bevor sie weiß ob sie dich mehr als nur gern hat.

25.05.2019 06:06 • x 1 #9


Wie so oft, geht es auch hier um vorweggenommene Phantasien, die ja noch gar nicht der Realität entprechen.

Auch wenn man viele Jahre allein ist und immer wieder Enttäuschungen erlebt, so braucht es nur einen einzigen Moment, in dem sich alles ändert - weil man dann eben doch ganz unvermutet auf den Menschen trifft, der dann zu einem gehört. Es geht darum, dafür offen zu bleiben.

Wir versuchen aus Selbstschutz, Probleme zu lösen, die wenn überhaupt weit in der Zukunft liegen und machen es uns damit sehr schwer, die Gegenwart überhaupt wahrzunehmen.

25.05.2019 15:09 • #10


Guten Abend,

führst Du eine Art Traumtagebuch? Konntest Du analysieren ob Du unabhängig von deinem Erlebnisse am Tag stets den selben Traum hast?

Vorschläge zum ausprobieren, welche mir beim Durchlesen deiner letzten Nachricht, kamen:

- Traumtagebuch -> Gedanken aufschreiben -> aus dem Kopf in das Tagebuch und somit los lassen
- aktiv Träume gestalten
- Analyse im Schlaflabor

Selbstverletzendes Verhalten ist mir nicht fremd. Kraftsport und Kampfsport sind eine gute Alternative.

Organische Gründe für die Abgeschlagenheit existieren nicht?

Bauchspeicheldrüse ist i.o?

25.05.2019 23:07 • #11


ray_of_Hope
Hallo zusammen,

das mit dem Traumtagebuch habe ich noch nicht ausprobiert. Aber ich glaube das mit den Träumen ist tatsächlich von meiner Psychischen Zustand abhängig. Wobei ich hier aufführen muss das sowohl schöne als auch Schlimme Tage diese Art von Träumen Triggern.
Bin mir nicht sicher das wenn ich das aufschreibe es sich nicht noch mehr in meinen Gedanken festigt. Wenn ich etwas nicht vergessen soll schreibe ich es meistens auf und somit brennt sich das ein... aber ich werde es mal ausprobieren.

Ich treibe Kampfsport um dem Dran entgegen zu wirken. Klappt aber in letzter Zeit immer Schlechter.

Organisch keinen Ahnung. Als ich das meiner Ärztin sagte das ich super schlecht schlafe und morgen immer gerädert bin hat sie nur gemeint: "ich kann ihnen da auch nicht weiterhelfen wenn sie ihre Gedanken nicht Ordnen können, aber ich schreibe ihnen mal Schlaftabletten auf". (die haben mich zwei Tage aus der Welt geschossen)
Ich glaub ich sollte den Hausarzt wechseln.

29.05.2019 10:17 • #12


Hallo,

ich habe mit dem Tagebuch, wenn Du so willst auch trainiert. Sobald meine Gedanken da drinne waren blieben sie auch im Buch.

Ich habe mir dann auch bildlich vorgestellt:

-> Nieder geschrieben im Buch -> Bleiben die Gedanken dort drin -> kommen somit nicht mehr in meinen Kopf

Super, ich wünsche Dir bei dem Versuch viel Erfolg.

Kampfsport: Was wäre wenn Dich wieder so ein Selbstverletzungs-Gedanke überkommt und Du anstatt diesem nach zugehen. Sofort eine intensive Krafteinheit machst? Liegestütze, Übungen für die Bauch und Rückenmuskulatur. So musst Du dich gedanklich darauf fokussieren die Übung korrekt auszuführen. Und kannst diesen ungesunden Gedanken weg schieben? Zudem hast Du deinen Körper sportlich beansprucht was Du durch eine zitternde / brennende Muskulatur spüren wirst.

Auch könntest Du vielleicht irgendwo einen Boxsack aufstellen und da ein paar Einheiten trainieren?

Aber auch hier gilt: Nicht übertreiben.

Arzt:
Oha. Würde Dir auch raten, einen neuen HA aufzusuchen und da ggf. die Befunde aus der Psychotherapie mit nehmen.

Manchmal spielt eine Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüße auch eine gewichtige Rolle. Aber das kann wiederum nur ein Arzt kontrollieren.

29.05.2019 13:00 • x 1 #13



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Dr. Reinhard Pichler