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Hallo oder Guten Abend,

ich habe mich endlich entschlossen, mich wieder in diesem Forum anzumelden, weil es so einfach nicht mehr mit mir weitergeht. Ich bin halt ein schwieriger Fall
Zuerst will ich anmerken, dass ich meine Texte zwar ganz gerne mal mit Smileys "verschönere", aber meine Gedanken sind nicht wirklich so schön, wie sie dadurch dann vielleicht wirken. Das liegt wohl auch an meinem Verhalten, dass ich lieber immer fröhlicher wirke, als ich mich wirklich fühle. Vielleicht kennt jemand das Bild mit dem Clown, der andere zum Lachen bringt, aber selbst tieftraurig ist. So ungefähr würde ich mich spontan beschreiben.

Nun... Was will ich eigentlich sagen? Oder was will ich eigentlich hier?

Ich bin ein einsamer Mensch. Und zwar nicht nur einsam, sondern auch ziemlich alleine. Ich schäme mich fast, dass so offen zuzugeben, aber außer mal beim Einkaufen, beim Arzt oder bei meiner Therapie spreche ich mit keinem Menschen und das tut inzwischen einfach nur schei. in mir drinnen. Sorry für meine Wortwahl, aber ich will dem ganzen einfach nur Nachdruck verleihen.
Vermutlich kennt ihr das von euch selbst oder fragt euch zumindest, wie es soweit bei mir kommen konnte. Ehrlich gesagt: Ich hab keine Ahnung. Bestimmt ist es auch teilweise meine Schuld, davon will ich mich nicht freisprechen, aber ich will mich auch nicht selbst total fertigmachen.

Keine Ahnung, ob ich meine Lebensgeschichte hier ausbreiten soll Ich war schon immer schlecht darin, wenn ich etwas über mich selbst erzählen sollte. Das war schon auf dem Gymnasium und in meiner Ausbildung zum Bankkaufmann so. Ach ja, da war ich übrigens total fehl am Platze. Ich würde mich selbst als sehr introvertiert beschreiben und eher als nachdenklichen Menschen. Hmm, was jetzt aber nicht heißen soll, dass ich sehr intelligent bin. Ich hatte eher immer das Gefühl, dass ich mich bei allem durchgemogelt habe und die anderen einfach nur zu dämlich waren, um zu merken, dass ich eigentlich gar nicht so klug bin.
Toll... Klingt das jetzt arrogant? Das ist auch ein Fehler von mir. Ich hab so ein grosses Herz und sehe mich wirklich als Menschen mit ganz viel Herzenswärme an, aber ich kann es nicht wirklich zeigen.

Ich bau nämlich immer eine Mauer um mich herum auf, aber ich will den schei. nicht mehr. Absolut nicht. Ich hab seit bald zwei Jahren kein persönliches Gespräch mehr mit einem mir nahestehenden Menschen ausser meiner Exfreundin gehabt und das ich habe langsam das Gefühl, dass ich ein Alien auf diesem Planeten bin.

Vorallem jetzt, wo das Wetter wieder schöner wird und ich mich nicht mehr mit der Ausrede des schlechten Wetters die ganze Zeit zuhause verstecken kann... Ich versucht jetzt halt auch mal rauszugehen und wenn ich dann andere Menschen sehe(Zwei Freunde oder auch Partner), dann könnte ich fast jedesmal das Heulen anfangen

Ein Punkt, den ich an mir wirklich inzwischen hasse. Ich bin ein sehr feinfühliger Mensch und nehme mir vieles sehr zu Herzen. Bestimmt kommt jetzt von einem von euch der Einspruch, dass das doch etwas Tolles sei und vielleicht schreibt sogar eine Frau, dass sowas bei einem Mann total toll ist... Aber ich sehe das einfach nicht mehr so. Das ist einfach schei. hoch zehn, wenn man als Mann sich schnell wieder in sein Schneckenhaus zurückzieht und über einen Satz nachdenkt, worüber sich andere überhaupt keine Gedanken machen...

Ja Hmm.. Mein Text ist jetzt auch schon so eine Katastrophe geworden, wie ich mich selbst empfinde. Totales Chaos und keine wirkliche Strukturierung.

Was ich eigentlich sagen oder besser schreiben wollte(Eigentlich bin ich eher schweigsam. ich würde gerne mit dem richtigen Menschen anregende oder aufbauende Gespräche führen):

Meine Lebensgeschichte sieht so aus, dass sich meine Eltern voneinander getrennt haben, als ich 5 Jahre alt gewesen bin. Zwei Jahre hatte mein Vater dann noch das Besuchsrecht und ich habe ihn jedes Wochenende oder jedes zweite Wochenende noch sehen dürfen. Er war ein ganz, ganz toller Vater und sehr liebevoll. Zum Beispiel ist er morgens immer noch mal in mein Kinderzimmer gekommen und hat sich verabschiedet, bevor er zur Arbeit gefahren ist.
Dann hat es meiner Mutter nicht mehr gepasst und sie hat ein Gerichtsverfahren angestrengt, damit ihm das Besuchsrecht entzogen wird. Zu der damaligen Zeit(Mitter der 80er) durften wohl Kinder auch noch vor Gericht aussagen. Heute ist es wohl inzwischen verboten...
meine Mutter hat dann zusammen mit ihrem neuen Lebensgefährten(Meinen späteren Stiefvater) dann sehr intensiv auf mich eingeredet und mir damit gedroht, dass ich ins Heim oder auf die Strasse muss, wenn ich nicht die Wahrheit sage. Also die Wahrheit in ihrem Kopf meine ich damit... Ich sagte dann also vor Gericht aus, dass mein Vater trinken würde und ich lieber bei meiner Mutter leben will. Das war unglaublich schei. von mir und ich schäme mich noch heute für diese Lüge. Ich weiß noch, wie ich damals im Gericht mich innerlich von meinem Körper getrennt habe und das ganze praktisch von draußen betrachtet habe, wie dann gelogen habe.
Meinen Vater sah ich im Gericht dann das letzte Mal

Zwei oder drei Jahre später(Ich bin jetzt 9 oder 10).
Meine Mutter ruft mich zu sich ins Wohnzimmer und eröffnet mir, dass sich mein Vater betrunken und in die Kieler Förde gesprungen und dabei ertrunken ist. Warum und Wieso sie das tat weiß ich nicht. Woher auch? Ich war ja noch ein kleiner Junge...
Seitdem hatte ich starke Schuldgefühle am Tod meines Vaters.

In der Schulzeit hatte ich deswegen totale Probleme andere Kinder kennenzulernen und ich war immer das Mobbingopfer. Ich habe mich zwar teilweise gewehrt und die anderen verprügelt, aber dann gab es Anschiss von den Lehrern und zuhause und es schwebte im Raum, dass ich die Schule verlassen müsste. Also ertrug ich ab der 8. Klasse jede Schikane.

Einige Jahre später:
Ich machte dann eine Ausbildung zum Bankkaufmann und wurde da auch nicht am Ende übernommen, weil ich halt zu verkorkst in meinem Sozialverhalten war. Naja, ich fing dann an zu studieren und arbeite vollzeit nebenher, um das ganze zu finanzieren. Sprich ich bezahlte Miete, Essen und Krankenversicherung komplett selbst. Bafög bekam ich nicht, weil sich meine Eltern querstellten.
Ende vom Lied: Keine Kontakte an der Uni, weil ich nie Zeit hatte und noch mehr Absturz ins Elend.

2003:
Ein Jahr nach meinem Studiumsabbruch erkrankte meine Mutter an Krebs und starb auch Mitte des Jahres. Ich besucht sie jeden Tag im Krankenhaus(Warum eigentlich? Ich Idiot). Einen Tag vor ihrem Tod sagte sie wortwörtlich "Du bist eine einzige Enttäuschung für mich gewesen."
Diesen Satz habe ich bis heute in mir drinnen... Wegen diesem Satz stand ich auch schon mehrmals auf der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal und wollte runterspringen. Gemacht habe ich es bis jetzt nicht... Ansonsten würde ich wohl jetzt auch nicht mehr hier schreiben können

Dann pflegte ich meine Oma und war nebenbei selbständig, weil ich nicht wirklich fest iwo was gefunden habe. Als Bankkaufmann wollte ich nicht arbeiten. Zuviele Menschen belasten mich ungemein und ich bin schnell erschöpft

Das ganze ging dann bis Anfang 2009 und dann war es endgültig vorbei. Ich brach zusammen und bin seitdem in Therapie. Freunde hatte ich ja nicht wirklich und meine Familie hat einen totalen Hass auf mich. Halt aus verschiedenen Gründen. Mein Stiefvater ist ein Säufer und gibt mir die Schuld am Tod seiner Frau. Und der Rest hat den Kontakt schon vorher zu mir abgebrochen.

Der Hammer kommt jetzt aber erst... Mitte 2009 war ich mit meinem Halbbruder unterwegs und er hatte was getrunken(Ich bin Nichttrinker). Und da rutschte ihm raus, dass mein Vater noch gelebt hätte!
Hallo? Ich dachte, ich bin im falschen Film. Er meinte, dass er wohl noch fast 20 Jahre versucht hat, Kontakt zu mir aufzunehmen und meine Mutter und ihr neuer Mann das immer unterbunden haben. Sprich Briefe abgefangen und ans Telefon sind sie halt auch immer gegangen.

Jetzt sitze ich hier gerade und weine. Ich komm damit einfach nicht klar und die ganze schei. sorgt halt für meine sozialen Probleme. Keine Freunde. Kein gar nix.

Was suche ich hier jetzt eigentlich? Ich hab keine Ahnung. Ich fühl mich einfach nur einsam und würde auch gerne mal etwas unternehmen.

Ich wohne im Raum Kiel, falls das eine Rolle spielt. Ach am liebsten würde ich den ganzen schei. jetzt schon wieder löschen und neu tippen, weil ich das Gefühl habe, dass meine Person gar nicht wirklich zum Ausdruck kommt

Diagnostiziert ist bei mir Soziale Phobie, Depression und PTBS. Ich hab an manchen Tagen das gefühl, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin. Selbst das Arbeitsamt sieht mich als nicht vermittelbar an und eine Reha ist im Moment aussichtslos in deren Augen. Das ist einfach ein beschisses Gefühl.

Achso.. Was suche ich..
Meine letzte Freundschaft hatte ich in der Grundschule. Also das, was ich halt als Freundschaft bezeichnen würde. Es war ein Mädchen in meinem Alter, was einfach nur nett war und etwas mit mir unternommen hat. Wir konnten über alles reden und keiner musste sich vor dem anderen verstellen oder etwas vormachen. Das war wunderschön, wenn mich meine
Erinnerung nicht trügt.
ja.. Keine Ahnung, was es jetzt für Reaktionen gibt. Ich habe mich auch bemüht, den ganzen Mist etwas abzukürzen und hab nicht alles angesprochen bzw geschrieben, was bei mir schiefgelaufen ist. Ich will ja nicht schon vornherein jeden verschrecken

Was kann ich mir vorstellen/Was geht mit mir?
Emails, Wenn man sich näher kennt vielleicht Telefonieren, Eventuell auch regelmäßige Treffen, Versuche etwas zu unternehmen, Spaziergänge hier am Strand oder im Wald oder in Gegenden, wo es nicht total überfüllt ist.
Kieler Woche z.b. wäre für mich der Horror. Dann würdest Du mich nur stocksteif und mit Schweiß auf der Stirn erleben.
Mal ins Kino geht bestimmt auch. Ich bin keiner, der gleich Nein zu allem sagt. Ich versuche mutig zu sein, aber ich weiß auch, dass ich eigentlich einfach innerlich kaputt bin.

So... Jetzt hab ich euch oder dich genug gequält.
LG Roy

(Nicht mein richtiger Name. Ich bin vorsichtig, was sowas angeht, weil ich ein ganz schlechtes Erlebnis bei meinem letzten Versuch hier im Forum hatte.)

27.04.2014 19:18 • 14.08.2014 #1


11 Antworten ↓


Hallo Roy,
schön dass du dich wieder angemeldest hast
und ich wünsche dir wirklich,dass du hier regen Austausch erlebst
und diesmal keine schlechten Erfahrungen machst!

27.04.2014 19:23 • x 1 #2


Danke, ich lasse mich mal überraschen...

27.04.2014 19:30 • #3


Hi Roy,

hoffentlich ist es für dich in Ordnung, dass ich mich öffentlich und nicht per PN zu deinem Vorstellungsthread äußere. Man merkt in deinen Worten deine innere Traurigkeit sehr deutlich, erst recht, wenn man ein Sensibelchen ist. Wenn jemand etwas im TV Berührendes erzählt oder anfängt zu weinen dann kullern mir die auch Tränen . Na ja ich denke so eine mitfühlende Ader kann schon ihre Vorteile haben. Nun gut, nun zu deinem deinem Beitrag.....

Wenn du dir schon solch eine Mühe machst so viel von dir preis zu geben, dann hast du auch eine ausführliche Antwort verdient! Du bist kein schwieriger Fall, du denkst es vielleicht von dir. Es ist ein mutiger Schritt dein Inneres zu offenbaren und du musst dir auch nicht dabei blöd vorkommen. Es ist befreiend das zu sagen was in einem vorgeht.

Also bist du sozusagen ein Maskenträger? Irgendwann wird die Fasade zusammenbrechen, weil du dein wahres Ich unterdrückst. Vor was hast du Angst? Lasse deiner Traurigkeit doch freien Lauf und halte sie nicht zurück, selbst wenn du tagelang weinst. Weinen tut der Seele so gut....

Einsamkeit ist nicht schön, eigentlich sollten Menschen füreinander da sein und sich helfen. Heutzutage ist von Liebe nichts mehr in dieser Welt zu spüren. Wenn niemand für dich da ist, wem solltest du dich auch mitteilen, da ist es doch klar, dass man vieles mit sich selbst ausmacht. Der Mensch sollte ursprünglich nicht alleine sein.

Wie sollst du es auch zeigen können, wenn niemand Interesse an dir hat? Natürlich kann auch ein Selbstschutzmechanismus dahinter stecken. Es ist gut so, dass du diese Mauer nicht mehr haben willst. Mauern, Blockaden haben nichts in uns zu suchen, denn sie hindern uns und stören. Heutzutage ist es leider sehr schwer auf Menschen zu treffen, die einem zuhören, helfen und für einen da sind. Viele haben eben nur sich im Kopf.

Es würde dir sicherlich gut tun, dich mal an der frischen Luft zu bewegen. Kann ich schon verstehen, dass du traurig bist, weil du niemanden hast. Ich bin auch noch am lernen mir nicht alles zu Herzen zu nehmen. Es tut uns nicht gut, wenn wir alles persönlich nehmen. Ich finde es wichtig innerlich eine Grenze zu ziehen. Siehst du es deshalb mit deiner Feinfühligkeit so, weil du dadurch verletzlich bist?

Sowas ist für ein Kind sehr schlimm und auch traumatisch, wenn sich die Eltern trennen. Das geht nicht spurlos an einem vorbei, aber das weißt du sicherlich. Dein Vater scheint wirklich gut mit dir umgegangen zu sein. War deine Mutter eifersüchtig? Warum hat sie sich nicht darüber gefreut, dass ihr ein super Verhältnis habt?

Was ist das denn bitte? So geht man doch nicht mit einem Kind um indem man es unter Druck setzt? Dein Stiefvater wird dafür büsen, was man sät das erntet man. Versuche dir selbst zu vergeben, du warst noch ein Kind. Ein sehr bösartiges Verhalten deiner Mutter wie kann man denn soetwas erfreulich mitteilen, dass der Vater sich umgebracht hat.

Du hast keine Schuld an dem Tod deines Vaters, es ist traurig, dass er sein Leben ein Ende gesetzt hat. Ich finde es nicht richtig, wenn Menschen sich das Leben nehmen. Das Leben ist viel zu wertvoll und es kann immer noch eine gute Wende geben.

Welches Berufsfeld würde dich denn interessieren? Du warst jeden Tag bei ihr, hast dich um sie gekümmert und sie sagt soetwas zu tiefst verletzendes. Sowas brennt sich in unser Herz ein. Worte können wie Messerstiche sein und tiefe Wunden hinterlassen. Du bist kein Idiot, es war gut, dass du sie jeden Tag besucht hast auch wenn sie sehr gehässig zu dir war.

DU BIST KEINE ENTTÄUSCHUNG, es hat schon seine Gründe weshalb du auf dieser Erde bist! Du brauchst ganz viel innere Heilung und Vergebung gegenüber dir. Ich hatte mir auch schon versucht das Leben zu nehmen, aber jetzt bin ich froh das ich noch lebe. Es gibt noch viel zu tun hier auf der Erde!

Der Alk. verändert die Sinne, warum solltest du bitte am Tod seiner Frau Schuld sein? Lasse dich nicht mit etwas anklagen woran du keine Schuld trägst. Dein Stiefvater ist eine traurige Seele nicht umsonst betäubt er sich mit Alk.. Er ist ein unzufriedener Mensch. Lass seine Last nicht auf dich abladen.

Sowas macht man nicht den Kontakt zum eigenen Vater unterbinden. Hoffentlich werden sie es eines tages bereuen dies getan zu haben. Sehr erschreckend wie böse doch die Menschen sind. Gib die Hoffnung nicht auf bezüglich Freundschaften. Hoffnung und Glaube erhält uns am Leben.


Ich hoffe ich konnte dir helfen mit meiner Antwort...

LG

13.05.2014 19:56 • x 1 #4


Hallo StilleSeele,

vielen Dank für deine Antwort und deine einfühlsamen Worte. Ich weiß dies wirklich sehr zu schätzen, vorallem wenn man sowas nicht so oft hört.
Es stimmt leider, dass in mir viel Traurigkeit ist und ich bin auch dabei, mir selbst zu vergeben, aber es ist schwer, wenn man von Außen oft ein ganz anderes Feedback bekommt. Ich will damit nicht sagen, dass ich noch nie Verständnis bekommen habe, aber halt viel zu wenig für mein Empfinden, vorallem weil ich denke, dass ich anderen Menschen immer sehr genau zuhöre und im Zweifelsfall auch immer da bin, wenn jemand Hilfe braucht.

Mag sein, dass Du mich nicht als schwierigen Fall empfindest, aber einfach nur so wäre ich wohl schon seit über 5 Jahren in Therapie und wenn ich meine Lebensumstände so betrachte, dann sagt das auch schon viel aus.

Die Maske bricht bei mir eigentlich tagtäglich zusammen und ich weine oft, wenn ich alleine bin. Aber nie vor anderen. Da hätte ich nicht genug Vertrauen. Ich habe es zwar versucht als ich noch den einen oder anderen Kontakt hatte, aber... Ich weiß gar nicht, was für ein Gefühl das dann ist. Ich fühle mich dann fast wie ein Betrüger, wie einer der nur Mitleid erhaschen will. Objektiv weiß ich natürlich, dass es Quatsch ist, aber emotional krieg ich das nicht auf die Reihe.

Angst hab ich vor Ablehnung, vor Verlust. Ich habe ja geschrieben, dass ich meinen Vater auf tragische Weise verloren habe und ich bin sehr davon überzeugt, dass jedem Menschen, der nett zu mir ist, auch etwas Schlimmes passiert. Und das ist halt dieser Zwiespalt, der in mir wohnt. Einerseits der Wunsch nach Freundschaft oder Partnerschaft und auf der anderen Seite die Angst, dass der anderen Person dann etwas widerfährt.
Ich weiß, wie bescheuert das klingt. Ist es ja auch, aber ich krieg das gefühlsmäßig nicht auf die Reihe.

Es stimmt, der Mensch sollte nicht alleine sein, aber ich bin es halt und irgendwie hab ich inzwischen auch manchmal den Gedanken, dass ich einfach als einsamer Wolf geboren bin und gar nicht auf andere angewiesen bin. Dass ich mich damit vermutlich selbst betrüge, weiß ich wohl...

An der frischen Luft bin ich übrigens sogar oft. Ich gehe fast jeden Tag laufen und/oder spazieren. Wenn ich mich überwinden kann, gehe ich auch mal zum Schwimmen oder unternehme etwas anderes.

Ein Fehler von mir ist es tatsächlich, dass ich vieles schnell persönlich nehme. Ich versuche in der Beziehung emotionsloser zu werden, aber haut halt auch nicht von heute auf morgen hin.

Stimmt... Was die Trennung und vorallem die Umstände für Spuren in mit hinterlassen haben, spüre ich tagtäglich. Meine Mutter war ein ganz schlimmer Mensch. Sie hatte grundsätzlich immer Recht und Widerworte duldete sie sowieso nicht. Und sie hat halt immer ihren Willen durchgesetzt. Das einzige Mal, wo ich mich durchsetzen konnte, war bei meinem Wunsch aufs Gymnasium zu gehen. Aber dem hat sie wohl nur zugestimmt, weil sie mich scheitern sehen wollte, aber den Wunsch habe ich ihr nicht erfüllt.
Ich bin aus meiner Mutter auch nie schlau geworden. Ich weiß auch fast nichts über ihre Vergangenheit und ich weiß noch viel weniger, warum sie mich überhaupt bekommen hat, wenn sie mich derart gehasst hat. Immerhin gab es auch schon in den 70ern Kond.... Wenn ich könnte, würde ich sie fragen, warum sie mich nicht einfach abgetrieben hat.

Mein Stiefvater büßt schon... Dafür habe ich gesorgt. Und seine Alk. tut im Moment den Rest, dass er in diesem Leben nicht mehr froh sein wird.

Warum sollte es gut sein, dass ich mich um sie gekümmert habe? Ich hätte sie einfach verrecken lassen sollen. Sorry für meine Wortwahl, aber ich erkenne einfach nichts gutes in meiner Tat. Ich habe mir nur selbst damit geschadet und das ist alles.

Naja, in der Logik meiner Eltern bin ich halt an allem Schuld, weil ich nicht so funktioniert habe, wie sie es gerne gehabt hätten. Aber wie ich hätte sein sollen, weiß ich auch nicht. Vermutlich nur Hauptschule, Säufer und halt ein typischer Durchschnittsdeutscher. Ich weiß es einfach nicht.

Hoffnung habe ich durchaus. Nur der Glaube... Ich könnte jetzt spontan nicht sagen, woran ich glaube. Es wäre schön, wenn ich sagen könnte, das sich an mich selbst glaube, aber dieser Glaube ist in der letzten Zeit sehr ins Wanken geraten.

Ich danke Dir nochmal für deine Worte. Mir sind die Tränen gekommen, weil ein völlig fremder Mensch soviel Anteil nimmt. Das bedeutet mir wirklich viel. Danke...

13.05.2014 20:33 • #5


Was ich noch vergessen habe... Mir ist sogar schon etwas Positives durch dieses Forum widerfahren. Eine ehemalige gute Freundin ist über meinen Thread gestolpert und hat mich wieder angeschrieben. Das war etwas Schönes. Nur ob es mal wieder so wird wie vor einigen Jahren muss man abwarten. Auch wenn mir das eigentlich weniger lieb ist, weil sie vermutlich jetzt weiß, wie beschissen es in mir wirklich aussieht.

13.05.2014 20:37 • #6


Hallo Royhobbs,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Hast ja auch schon einiges mitgemacht wie so viele hier. Ich bin ganz Deiner Meinung was Deine Fam. angeht. Denen muss man weder verzeihen, noch liebe Worte für solche Menschen finden.

Du sagst dass Du ein hoffnungsloser Fall bist. Wohl kaum ! Das wird schon wieder aber so verschieden wie die Menschen sind, so unterschiedlich ist auch die Zeit die sie benötigen um wieder gesund zu werden. Setz Dich nicht unter Druck, aber versuche in kleinen Schritten, die dafür kontinuirlich sein müssen, wieder unter Leute zu gehen. Leicht ist das nicht, aber es hilft.

L.G.

14.05.2014 19:56 • #7


Fee*72
Hi Roy..
schön das du hier bist...mehr brauch ich ja erstmal nich schreiben oder?schreiben ja eh

09.07.2014 11:48 • #8


Hallo, ich weiss jetzt echt nicht ,ob ich richtig bin! Habe mich eben im Forum angemeldet,aber weiss nicht ob das richtig ist was ich jetzt tue! Zu meinem Problem( Was heisst Problem?, zu der sache die mich nach und nach zerstört, und meine Familie gleich mit): mein Name ist Verena,ich bin 36 Jahre alt, Mutter von 3 Kindern( 17,11,11monate),mein Gott ,es ist so verdammt schwer den Anfang zu finden! Also,ich leide seit ungefähr 4 Jahren an Dysmorphophobie. Ich hab das anfangs erst noch auf die leichte Schulter genommen,nach dem Motto:Hast halt mal nen schlechten Tag!,aber nach und nach hat sich das so manifestiert das ich(wir) keinen Tag mehr erleben können der "normal" ist.Ich kann nachts nicht mehr schlafen,habe ein eGefühl in mir als ob 1000 ameisenvölker meinen Körper bewohnen,stehe morgens auf,natürlich total kaputt ohne Schlaf,versorge die kinder und dann gehts los! Sobald die beiden Grossen das Haus verlassen haben,beginnt die Odysee durch die Wohnung! Wie siehst du da aus, wie dort, wie in jenem Licht,ein hin und her irrren durch die Wohnung ,ich krieg nichts mehr auf die Reihe,grad mal noch den Haushlt mit Ach und Krach,und meistens noch mit Hilfe. Ich bin total am Ende,habe auch vor ein paar Wochen versucht mich umzubringen,war auf der Intensivstation. Ich kann meinen Anblick nicht mehr ertragen, ich frage mich wie mich die anderen noch ertragen können? Es ist jetzt vielleicht noch alles ein bisschen wirr was ich hier schreibe,aber ich habe solange keine sozialen Kontakte mehr gehabt,das ich mich sogar schriftlch nicht mehr so gut ausdrücken kann,sorry!Ich hoffe trotzdem auf Menschen mit denen ich mich austauschen kann. Danke.

20.07.2014 23:05 • #9


Hallo zusammen,

den Thread habe ich nur auszugsweise gelesen, aber ich möchte hiermit meine guten Wünsche an alle hinterlassen. Bezüglich der Threadinhalte ist für die entsprechend Betroffenen die Hilfe von Ärzten und zudem von anderen Fachleuten in den Bereichen Psychotherapie sowie Seelsorge wichtig. Nicht alles ist geeignet für eine Veröffentlichung.

Diese Fachleute können auch auf Angebote hinweisen, die je nach Person und Ort hilfreich sein können. Das Leben ist immer lebenswert und es gibt so viele gute Möglichkeiten, wie man es gestalten kann.

Viele Grüße!

31.07.2014 15:23 • #10


Hallo Roy
Es tut mir echt leid was durchmachen musst. Aber dich trifft auf keinen Fall irgendeine schuld. Wenn dann wohl vielmehr deine Mutter und dein Stiefvater. Es ist unmöglich wie sie dich behandelt haben. Es ist bewundernswert wie lange und sehr du kämpfst. Du bist ein starker Mensch und wirst es schaffen auch wenn es vielleicht ein langer Weg wird. Ansonsten möchte ich mich den Worten von stilleseele anschließen. Das trifft es glaube ich sehr genau. Ich hoffe sehr für dich das du durcchhaltst und ein paar nette Menschen in deiner Umgebung findest die dich persönlich unterstützen können.
Liebe Grüße

01.08.2014 07:28 • #11


kresse
Hallo, na das nenne ich mutig! Mann bist du stark, du hast soviel erlebt und erlitten, ist das völlig ok so zu reagieren. Das muss raus und man weiß nicht wie man das alles wegbekommt, aus den Erinnerungen, damit man endlich leben kann.
Ich kenne das. Meine Mutter war nicht so, aber ähnlich drauf. Ich war Schuld an ihrem verpfuschten Leben, an Ihrem Elend. Hat sie mir immer vorgehalten. Auch in der Hospiz. Dabei sind noch viele andere Dinge in meiner Kindheit passiert, die ich hier nicht jetzt erzählen werde.
Menschen, die solche Erfahrungen nicht gemacht haben, können damit auch schwer umgehen und man kann auch nicht jedem alles anvertrauen, alles keine Smalltalk Themen. Schwer ist es, das Kreuz alleine zu tragen und ein Therapeut ist kein Kumpel. Man hat gelernt alleine klar zu kommen, niemanden um Hilfe zu bitten und die Selbständigkeit steht einem dann auch im Wege.
Mein tiefes Mitgefühl! Ich versuche neue Erfahrungen zu machen, viel zu lernen, die Flamme der Hoffnung nie ausgehen zu lassen und meine Gedanken auf ein anderes, besseres - DAS IST MEIN LEBEN - zu lenken. Und mich darüber zu amüsieren, wie ungeeignet meine Mutter für ihre Rolle war. Sie war krank und hat ihren Hass auf mich projeziert. Vergeben und vergessen. Ich versuche es besser zu machen.

14.08.2014 01:27 • #12




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