1

Hallo zusammen,

ich bin schon lange am Mitlesen einiger Threads und Beiträge hier, hab mich allerdings nicht wirklich getraut, mal mit zu reden.

Solangsam weiß ich selbst aber nicht mehr weiter. Ursprünglich dachte ich, durch Erfahrungen einiger Menschen, vor Allem im Internet, bekomme ich mein Leben selbst auf die Kette.

Zunächst einmal; das ist wohl wirklich ein 1st-world-problem, welches mich sehr belastet.

Manchmal bin ich ziemlich einsam, zumindest fühle ich mich so. Ich habe nicht wirklich gute Freunde, zumindest denke ich das. Zwei Freunde, mit denen ich nichtmal aktiv etwas mache. Der eine, kommt nur angerannt, wenn er Geld benötigt. Der andere ist, paradoxerweise, mir auf die Nerven gegangen, weil er selbst "Psychische Probleme" hat, wie er meint. Er würde am liebsten jedes Wochenende mit mir was unternehmen. Das habe ich tatsächlich versucht. Aber er ist wie eine Klette, er geht nicht von selbst und er hört nicht selbst auf über sein ach so schlechtes Leben zu reden. Trotz, dass ich es ihm ins Gesicht gesagt hab. Beide stammen nicht gerade aus Familien, mit genügend Wohlstand. Das heißt in meiner Sprache, sie müssen auf ihr Geld achten, während ich nächsten Monat kurzfristig eine Woche mit der Familie in den Urlaub könnte. Diesbezüglich kann ich mich tatsächlich nicht beklagen und ich bin sehr dankbar. Allerdings denke ich, dass genau das dafür sorgt, dass ich mir über eigentlich "nonsense" Gedanken mache.

Zu mir; Ich bin 23 Jahre jung, männlich, bin eher schlank/sportlich. Ich bin vehement gegen Alk., dem erzwungenen "Spaß" daraus resultierend, kann ich nichts abgewinnen. Auch Partys meide ich.
Aktuell würde ich mich nicht als hübsch, aber auch nicht als hässlich bezeichnen. Ich denke, ich sehe durchschnittlich aus, wobei das insgesamt gesehen ja geschmackssache ist. Grundsätzlich komme ich gerade ganz gut mit meiner Persönlichkeit klar. Ich bin gut drauf und habe einen Sinn für Humor, mache gerne Spaß aus allem. Übertreibe es dabei jedoch nicht. Ich merke schon, wenn jemand auf diese Art von Humor nicht steht und fahre einen Gang runter.

Eine Beziehung hatte ich noch nicht, echten Sex auch noch nicht. Was das angeht, bin ich also sehr unerfahren.
Als ich noch nicht 18 war, wenn ich jetzt so zurück denke, hatte ein Mädchen durchaus Interesse mich kennen zu lernen. Ich habe aber, so naiv wie ich damals war, schnell abgeblockt. Ich muss dazu sagen, dass mich Mädchen bis ich ca. 19 war nicht wirklich interessiert haben. Auch aufgrund familiärer und damaliger Freunde, habe ich herausgefunden, dass ich nicht so "schnell" eine Beziehung möchte. In meinen "Teenies" war das also eher der Gedanke, ich möchte mich jetzt nicht an etwas binden, um meine Hobbys zu vernachlässigen.

Was die Hobbys angehen, so fahre ich tatsächlich gerne Auto. Also am Wochenende "cruise" ich gern allein über das Land (Wohne auf dem Land), und hole mir ggf. etwas zu essen. Also nicht falsch verstehen, ich vergeude keinen ganzen Tank. Ich schätze es einfach alleine und mit Musik in der Weltgeschichte umherzufahren. Das bringt mich runter. Genauso, wie mich die Gartenarbeit runterbringt, was ich aktuell aber nicht mehr ganz so aktiv mache. Hinzu kommt, dass ich gerne Videospiele spiele. Das aber nicht wirklich exzessiv, eher mal hier und da ein Stündchen. Viel mehr, bastle ich am Computer, kenne mich mit Hardware aus und versuche mich aktuell am Programmieren. Ich bin also gerne ein "Nerd", sehe die Bezeichnung aber nicht negativ.

Verhaltenstechnisch bin ich, denke ich, ein Mittelding. Zwischen Introvertiert und Extrovertiert. Ich kann auf Menschen zugehen. Hin und wieder mache ich das auch. Manchmal allerdings, möchte ich das nicht, da bevorzuge ich die Ruhe. Auch ich bin manchmal froh, die Möglichkeit zu haben, mich "aufzuladen".

Jetzt aber zum eigentlichen Problem: Ich fühle mich sehr einsam. Ich hatte immer gedacht, man kann nichts vermissen, was man nicht hatte. Es ist aber so, dass ich gern jemanden hätte, mit dem ich über alles reden kann. Ein richtig guter Freund, eine richtig gute Freundin oder die Freundin in der Beziehung. Jemand, der mich nicht beurteilt, sondern mir zuhört. Diesem Menschen, würde auch ich gern zuhören.

Manchmal macht mir das Leben Spaß, oftmals aber auch nicht. Insbesondere dann, wenn ich gerade morgens aufwache oder von der Arbeit komme und sich einfach niemand bei mir meldet. Immer bin ich derjenige, der die Initiative ergreifen muss. Es kommt nie ein "Hey wie gehts Dir?". Obwohl mir doch schon so viele Menschen über den Weg gelaufen sind. Und ich möchte doch niemandem etwas böses. Und gerade jetzt, beim Schreiben, kommen mir wieder Tränen in die Augen. Die Digitalisierung macht es mir nicht leichter. Selbst wenn sich mal ein Kontakt anbahnt, so möchte er/sie lieber bin ins unermessliche Schreiben und kommt rüber als habe er/sie keine Zeit für echten Kontakt.

Ich komme mir vor, als würde ich nur leben, um zu arbeiten, abends ins Bett zu gehen und am Wochenende in Gedanken zu versinken.

Sollte ich zum Psychologen?

17.05.2020 15:34 • 17.05.2020 #1


4 Antworten ↓


Die Frage, ob du zu einem Psychologen gehen solltest, kann dir niemand richtig beantworten. Doch du kannst ganz unverbindlich 5 probatorische Sitzungen nehmen und der Therapeut wird dann auch eine Ersteinschätzung machen. Der Therapeut wird ein paar biographische Fragen stellen, Fragebögen rausgeben , Dich kennenlernen und du schaust einfach nach deinem Gefühl.
Es gibt die Möglichkeit eine Kurzzeittherapie (12 Std) zu machen ,die verlängert werden kann. Meine Freundin ist auch zu einem Therapeuten gegangen und da es keine Hinweise auf eine behandlungswürdige Therapie bestand, blieb es nur bei den probatorischen Sitzungen.

17.05.2020 15:55 • #2


FeuerWasser
Zitat von mar2020:
Ursprünglich dachte ich, durch Erfahrungen einiger Menschen, vor Allem im Internet, bekomme ich mein Leben selbst auf die Kette.

Die Erfahrungen anderer können oft ein Anhaltspunkt sein, man kann Ideen sammeln auf die man vllt. selbst noch nicht gekommen ist aber man kann nie die Erfahrungen anderer auf seine eigenen 1 zu 1 umlegen. Jede Lebenslage ist anders, jeder macht andere Erfahrungen in anderen Bereichen und anderen Intensitäten mit den unterschiedlichsten Menschen.

Und wenn die eigenen Probleme sich auf alle Bereiche des Lebens auswirken dann ist es mit einem Ratschlag nicht mehr getan. Da muss ein Therapeut ran und von Punkt 0 weg anfangen mit dir deine Biographie aufzudröseln. Es gilt den Auslöser zu finden und aufzuarbeiten.


Was mir auffällt:
- Ich muss dazu sagen, dass mich Mädchen bis ich ca. 19 war nicht wirklich interessiert haben.
- dem erzwungenen "Spaß" daraus resultierend, kann ich nichts abgewinnen. Auch Partys meide ich.
- aufgrund familiärer und damaliger Freunde, habe ich herausgefunden, dass ich nicht so "schnell" eine Beziehung möchte
- ich möchte mich jetzt nicht an etwas binden, um meine Hobbys zu vernachlässigen.
- Also am Wochenende "cruise" ich gern allein über das Land (Wohne auf dem Land), und hole mir ggf. etwas zu essen.
- Hinzu kommt, dass ich gerne Videospiele spiele.
- Viel mehr, bastle ich am Computer, kenne mich mit Hardware aus und versuche mich aktuell am Programmieren. Ich bin also gerne ein "Nerd"

Zitat von mar2020:
Jetzt aber zum eigentlichen Problem: Ich fühle mich sehr einsam.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: wundert dich das?
Du hast 2 Kontakte die du aufrecht erhältst aber die dich nerven. Was hast du davon? Was machst du aktiv gegen deine Einsamkeit?
Computer spielen, mit dem Auto cruisen, an Beziehungen bislang kein Interesse zeigen - so wird man keine Menschen kennenlernen und so ergeben sich auch keine Sozialkontakte. Für eine Beziehung, egal ob platonisch oder Liebesbeziehung, muss man etwas tun. Man muss aktiv werden, man muss ein Miteinander pflegen und dran bleiben.


Zitat von mar2020:
Immer bin ich derjenige, der die Initiative ergreifen muss. Es kommt nie ein "Hey wie gehts Dir?"

An der Stelle verkehrst du die Situation von "Der andere ist, paradoxerweise, mir auf die Nerven gegangen, weil er selbst "Psychische Probleme" hat" hin zu: "immer muss ich mich melden". Erkennst du den Widerspruch?

Zitat:
Ich komme mir vor, als würde ich nur leben, um zu arbeiten, abends ins Bett zu gehen und am Wochenende in Gedanken zu versinken.

Es ist das Leben das du dir erarbeitest. Siehe nochmal meine Auflistung deiner genannten Sätze.

Von alleine wird sich nichts ändern. Du musst dich aufraffen, rausgehen und mit anderen in Kontakt kommen. Egal, ob über Hobbies, Biergarten, Disco, mit den Nachbarn ins Gespräch kommen, Datingseiten oä.

17.05.2020 15:57 • x 1 #3


Vielen Dank für die Antworten.

Zitat:
An der Stelle verkehrst du die Situation von "Der andere ist, paradoxerweise, mir auf die Nerven gegangen, weil er selbst "Psychische Probleme" hat" hin zu: "immer muss ich mich melden". Erkennst du den Widerspruch?


Das war in der Tat etwas komisch formuliert. Das war so gemeint, dass, der Freund, mich wirklich überrumpelt und kein Interesse an mir zeigt.

Dass ich mich melden muss, betrifft andere Anbahnungen von neuen Kontakten. Selbst nach mehrmaligem Schreiben, Treffen, kommt nichts von selbst.

Zitat:
Von alleine wird sich nichts ändern. Du musst dich aufraffen, rausgehen und mit anderen in Kontakt kommen. Egal, ob über Hobbies, Biergarten, Disco, mit den Nachbarn ins Gespräch kommen, Datingseiten oä.


Genau das .. Ich weiß, wie es eigentlich gehen sollte, aber ich habe, vermutlich spielt da auch Angst und schlechte Vorerfahrung mit rein, ein Problem mit dem ersten Schritt.

17.05.2020 16:22 • #4


Ob in deinem Fall ein Psychologe helfen könnte, kann ich zwar nicht ausschließen, da du ja u. a. auch über prägende Vorerfahrungen aus deinem Familien- und Freundeskreis geschrieben hast.
Aber dein Text liest sich für mich ehrlich gesagt nicht so, als ob ein Psychologe da irgendwie helfen könnte oder etwas heilen müsste.
Du schreibst ja, dass du die Ruhe magst, aber auch mit Leuten zurecht kommst. Und du meldest dich auch bei deinen Kontakten.
Klingt doch ganz vernüftig.

Dass sich deine Kontakte nie bei dir melden und du ihnen egal zu sein scheinst, kenne ich aus eigener Erfahrung auch sehr gut.
Wenn man es aber nicht gerade selber durch eine miese Einstellung gegenüber den Kontakten so weit getrieben hat, sondern sich freundschaftlich gegenüber den Leuten verhält und sie einen trotzdem hängen lassen, sehe ich auch hier nicht die Lösung über einen Psychologen. Könnte sogar sein, dass das eher etwas für die Kontakte wäre, die sich so abweisend verhalten...

Aber wie dem auch sei, ich würde eher dazu raten, dass du es doch mal ab und zu probierst in eine Bar zu gehen, entweder alleine oder mit deinem Bekannten. Auch eine andere Betätigung, wie z. B. Sport, könnte dir die Möglichkeit geben neue Kontakte zu treffen oder dir zumindest selber ein besseres Gefühl zu geben.

Online-Dating gebe es zwar auch als Möglichkeit, aber aufgrund deines eigenen Textes, würde ich dir zu so etwas nicht raten:
Zitat:
Selbst wenn sich mal ein Kontakt anbahnt, so möchte er/sie lieber bin ins unermessliche Schreiben und kommt rüber als habe er/sie keine Zeit für echten Kontakt.

Da kann ich dir aus meiner Erfahrung nur sagen, dass sich die Frauen dort oftmals am Schreiben festklammern und richtige Treffen gar nicht oder erst nach sehr langer Zeit stattfinden.

17.05.2020 18:23 • #5




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler