App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

28

M

Miamee
Gast

Ich ärgere mich so über mich selbst, weil mir heute auf der Arbeit ein richtig dummer Fehler passiert ist und das ausgerechnet mir, wo ich eigentlich ein Mensch bin, der seine Arbeit immer sehr gewissenhaft erledigt und immer 2 mal hinguckt... aber heute ist echt was schief gelaufen...
Der Fehler ist mir später direkt aufgefallen und ich habe alles wieder in die Reihe gebracht und es ist nichts passiert, aber trotzdem bin ich so unglaublich enttäuscht von mir! Bin grundsätzlich sehr selbstkritisch und das macht das ganze nicht besser. Meine Kollegen die es mitbekommen haben, haben mir allesamt keinen Vorwurf gemacht nach dem Motto, -es passieren durchaus schlimmere Dinge- oder -das ist jedem schon mal passiert- haben Sie mir auch versucht gut zuzureden, aber wie gesagt, meine Selbstkritik lässt mich einfach nicht los. Dazu kommt, das ich erst seit Oktober dort arbeite und ich mir natürlich schon Gedanken darüber mache, mit der Aktion vielleicht einen falschen Eindruck von mir gemacht zu haben... das ist vermutlich noch mitunter mein größtes Problem im Moment...
wenn mir jemand gut zureden mag, ist das herzlich willkommen! Smile
Lg!

28.11.2018 #1


43 Antworten ↓
Icefalki

Icefalki
Mitglied

Beiträge:
24219
Themen:
12
Danke erhalten:
31975
Mitglied seit:
Zitat von Safira:
@Icefalki Interessant ! Genauso habe/bin ich auch Rolling Eyes Du meinst eine Widersprüchlichkeit und Zwiespaltigkeit mit sich selbst oder?

kannst Du vll mal ein beispiel einbringen?


Genau. Es ist ein Gefühl. Weil wir gerade beim Thema Fehler sind.

Unvorbereitet oder noch keine Ahnung von sich selbst: Xy kritisiert einen Fehler. Nach aussen bleibt man cool, innerlich beginnt ein Dilemma. Man wütet, kommt sich ertappt vor, bloßgestellt, Zweifel, Zorn, blöde Kuh, man läuft Amok, etc. pp..... was auch immer. Man hat tagelang Stress.

Vorbereitet und sich seiner Problematik bewusst: XY kritisiert einen Fehler. Man hört zu und entweder es war wirklich ein Fehler, dann, sorry, gut dass du mich hingewiesen hast, oder, Moment, hab ich jetzt nicht verstanden, erkläre mir das mal so, dass ich das auch verstehen kann, denn für mich war das so ok. Oder was man auch immer vernünftig sagen kann . Weg bleibt dieses "Ertappt sein, dieses vermeintliche eklige Gefühl, denn man steht einfach zu dem, was jetzt gerade passiert ist. Man weiss, fehlerlos bin ich nicht, und es ist ok, dass man darauf hingewiesen wird. Es geht nur um diesen Fehler, nicht um mich als ganze Person.

Was ich damit ein bisschen hilflos ausdrücken möchte, wenn ich um meine ureigensten, tiefsten Empfindlichkeiten weiss, kann ich dagegen arbeiten. Natürlich dauert das, dieses Annehmen, denn das ganze Drama steckt ja tief in einem. Und sich verzeihen muss geübt werden, Selbstreflektion muss geübt werden, dieses Wegducken und die Selbstzweifel dürfen mit der Zeit weniger werden, man ist doch soviel mehr als nur das, was andere von einem denken. Und selbst wenn sie denken, puh, ist die ne Null, nun, dann wird's Zeit, das zu klären. Manchmal passt man auch nicht rein. Ist doch ok, dann geht man einen anderen Weg.

Ich habe eines nämlich auch noch gelernt. Nie wieder werde ich für mich unerträgliche Situationen ertragen, nur, weil ich Angst vor Veränderungen habe, oder die Klappe nicht aufmachen, wenn ich Angst vor Konsequenzen habe. Die Zeit ist endgültig vorbei. Und mit Klappe aufmachen meine ich sachliche Gespräche. Dafür brauche ich auch mal einen Tag um mir zurechtzulegen, was ich eigentlich sagen möchte, oder was mich wirklich stört.

12.11.2018 20:33 • x 2 #35


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Unzufrieden mit mir

x 3


Icefalki

Icefalki
Mitglied

Beiträge:
24219
Themen:
12
Danke erhalten:
31975
Mitglied seit:
Zitat von Safira:
Was für mich Poblematisch ist, ist der Überraschungseffekt. Also Handlungen die andere gerne kritisieren möchten und diese als Zurechtweisung nutzen möchten. Da bin ich übelst blockiert, ja regelrecht Handlungsunfähig/Sprachlos, aus der ich einfach nicht rauskomme. Lasse praktisch unkommentiert alles so stehen und steh wie eine NULL da. Und darüber ärgere ich mich jedesmal wahnsinnig.


Weisst du, das ist ok. Wir sind was wir sind. Mit üblen Situationen können wir eben nicht schlagfertig umgehen. Ist so, gehört zu uns. Reine Wahrheit und deshalb zu akzeptieren. Das ist das, was ich Selbstreflektion nenne. Bin nicht schlagfertig. Dazu stehe ich.

Zitat von Safira:
Das ging gar nicht! Habe dann das WE überlegt und am Montag gut vorbereitet ihm meine Kündigung erklärt.
Siehst du, geht doch. Mir gefällt dein gut vorbereitet. Hast überlegt, hast gehandelt.

Und so lebe ich mein Leben jetzt nach der Angst, oder mit meiner Angst? Eigentlich egal, denn ich nutze sie auch als mein Warnzeichen. Wird mir im Bauch komisch, wird meine Nase kalt beim Einatmen (nicht lachen, ist wirklich so), denk ich sofort, Stopp, dich beschäftigt was. Was ist los. Nun, dann denk ich darüber nach, anstelle Angst vor der Angst zu bekommen. Klappt sehr gut.

Zitat von Chillangel:
Ich war entweder zu kleinlaut und hilflos oder zu trotzig, das hat jedenfalls kaum je gute Auswirkungen gehabt.

Genauso hab ich auch reagiert mit den gleichen Auswirkungen. Und hier lag des Pudels Kern. Hilflosigkeit macht Stress. Und das steckt hinter jeder Angst. Wenn also Kampf oder Flucht gefordert ist, um das Überleben zu sichern, dann ist das auch die Lösung aus der Angst. Kampf kann ja auch bedeuten, ich steh für mich ein. Oder Flucht, nee Leute, sorry, aber hier bin ich falsch.

12.11.2018 22:51 • x 2 #39


Zum Beitrag im Thema ↓


Safira
wenn Du den Fehler mal genau formulieren würdest könnten wir das vielleicht auch Very Happy

#2


M
Mhh... ich weiß nicht, ob das was mit der Ausformulierung zu tun hat. Denn beschissen fühle ich mich so oder so. Ich glaube einfach, das mein größtes Problem ist, das ich mir viel zu viele Gedanken darüber mache was andere über mich denken... deshalb trage ich Dinge die nicht so laufen wie ich mir das vorstelle immer Ewigkeiten mit mir herum und werd nicht fertig damit.

#3


Safira
Wenn Du als Krankenschwester ein Medikament vertauschst oder als Paketzusteller an der falschen Haustür klingelst ist der Fehler folgenschwer oder lächerlich.

Ich habe übrigens mal eine Krankenschwester erlebt die ständig Panik hatte die medis zu vertauschen. Hat sich selbst total irre gemacht, so das ihr auch diesbezüglich Fehler unterlaufen sind und nachkontrolliert werden musste.

#4


M
Der Fehler war nicht folgenschwer, wie gesagt, es ist aufgefallen wurde sofort behoben und es ist nichts weiter passiert. Meinte ja auch schon, das meine Kollegen sagten, es sei ein Fehler der jedem passieren kann.
Mein Problem ist halt, das ich nicht aufhören kann drüber nachzudenken. Ich schaffe es nicht das Thema abzuhaken und fühle mich somit schlechter als ich es vielleicht eigentlich müsste.

x 1 #5


Safira
ja ich verstehe Dich und kenne das Problem.

Da hilft eig nur sich selbst zu verzeihen das man einfach nicht perfekt ist. Deine eigenen Erwartungshaltungen runterzuschrauben und Dir einzugestehen das auch DU nur ein Mensch mit Fehlern bist

x 1 #6


kl-Schnecke
Mach dich nicht so verrückt, leg es zu den Akten so schwer es auch fallen mag Wink
Was ich dazu sagen kann" aus Fehlern lernt man" und davon geht die Welt nicht unter.
Es wird dir ganz bestimmt nicht wieder passieren, da gehe ich von aus Laughing

x 1 #7


J
Zitat von Miamee:
Ich glaube einfach, das mein größtes Problem ist, das ich mir viel zu viele Gedanken darüber mache was andere über mich denken... deshalb trage ich Dinge die nicht so laufen wie ich mir das vorstelle immer Ewigkeiten mit mir herum und werd nicht fertig damit.

Siehst du, die Ursache hast du schon erkannt. Versuche, dir klarzumachen, dass es erstens nicht so tragisch wäre, wenn andere sagen würden: ups, der Fehler hätte dir aber nicht passieren dürfen, und dass das zweitens die anderen gar nicht sagen! Du legst zu viel Wert auf deine Wirkung auf andere und phantasierst dir noch dazu diese Wirkung zusammen - wer sagt denn, dass die anderen einen schlechten Eindruck von dir haben, nur weil du einmal einen Fehler machst? Das weißt du ja gar nicht. Es deutet viel mehr darauf hin, dass außer dir sonst keiner mehr einen Gedanken an den Fauxpas verschwendet. Aber ich kenne das von mir: Gedankenkarusselle drehen sich gerne weiter, auch wenn man an sich schon "stop!" gesagt hat... mir hilft dann Ablenkung, oder die Zeit: meist ärgere ich mich über sowas zirka einen Tag lang, dann kommt eh schon wieder etwas Neues zum Grübeln daher und das Alte tritt in den Hintergrund Very Happy

x 1 #8


Icefalki
Zitat von Safira:
ja ich verstehe Dich und kenne das Problem.

Da hilft eig nur sich selbst zu verzeihen das man einfach nicht perfekt ist. Deine eigenen Erwartungshaltungen runterzuschrauben und Dir einzugestehen das auch DU nur ein Mensch mit Fehlern bist


Schöner Beitrag. Genau darum geht es.

#9


Safira
Zitat von juwi:
meist ärgere ich mich über sowas zirka einen Tag lang, dann kommt eh schon wieder etwas Neues zum Grübeln

genau, ein neues Problem löst das alte ab Laughing

war ich früher Meister drin. Aktuell auch wieder.

#10


Safira
Zitat von Icefalki:

Schöner Beitrag. Genau darum geht es.

jepp, nur die umsetzung ist echt Königsklasse. Viel Übung und Coaching wäre sehr sinnvoll. Besonders wenn das ein Vollzeitproblem werden kann

#11


J
Zur Umsetzung: Langsam auf Teilzeitgrübeln, dann auf geringfügig grübeln gehen und irgendwann den Grübelzwang in Pension schicken Very Happy

#12


Safira
@juwi aber das Problem is ja das das grübeln sich quasi verselbstständigt

#13


J
Zitat von Safira:
@juwi aber das Problem is ja das das grübeln sich quasi verselbstständigt

Ja eh - war bloß ein blöder Witz Wink

#14


Icefalki
Zitat von Safira:
jepp, nur die umsetzung ist echt Königsklasse. Viel Übung und Coaching wäre sehr sinnvoll. Besonders wenn das ein Vollzeitproblem werden kann


Ich war ja auch so. Als mir klar wurde, warum ich so bin, dass Fehler oder ein nicht Recht machen früher immer bestraft wurde, habe ich mich langsam daraus lösen können. Nun ja Coaching ging mit Therapeuten ganz gut und Üben macht immer mehr Spass. Muss bei mir aber alles bewusst getan werden, unbewusst geht's oft ins alte Muster rein.

#15


Safira
Zitat von juwi:
Ja eh - war bloß ein blöder Witz Wink

aso Laughing

Zitat von Icefalki:
Als mir klar wurde, warum ich so bin

ja das ist sehr wichtig. Dieses nicht Recht machen und bestrafen kenne ich auch. Meinst Du von anderen? Wenn man nicht so ist wie sie es wollen?

#16


J
Interessant ist, dass bei mir auch früher (als Kind) Fehler nie groß bestraft wurden - und trotzdem bin ich so in diesem Esallenrechtmachenwollen drin. Vielleicht gerade deshalb? Bzw. weil es früher auch nie Lob für Gutes gab? Hungert man dann als Erwachsener umso mehr nach Lob und will deshalb alles perfekt machen?

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Safira
ja das kann gegenteilig zutreffen. Besonders wenn man so gar nicht gelobt worden oder überbehütet aufgewachsen ist.

#18


Uropanoel
Zitat von Safira:
Ich habe übrigens mal eine Krankenschwester erlebt die ständig Panik hatte die medis zu vertauschen. Hat sich selbst total irre gemacht, so das ihr auch diesbezüglich Fehler unterlaufen sind und nachkontrolliert werden musste.


Bei der möcht ich aber nicht auf station liegen. seufzen Laughing

#19


Safira
Zitat von Uropanoel:

Bei der möcht ich aber nicht auf station liegen. seufzen Laughing

das gute war ja das auf dieser Station bzw in diesem Haus mindestens einmal von anderen Kollegen nachgeprüft wurde. Also vor jeder Vergabe.
Bei dieser Schwester vielen die Fehler aber vermehrt auf was ihre eigene Unsicherheit zusätzlich gesteigert hat. Glaube die hatte auch eine Angststörung

#20


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore