Hallo zusammen!

Ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich unter der Angst Auto zu fahren leide.
Ich wusste schon als Kind, dass ich nicht Autofahren werde. Hatte schon mit 8 Jahren Alpträume, die vom Autofahren handelten.
Als meine Mutter mich schließlich zwang, zur Fahrschule zu gehen, begann für mich die schlimmste Zeit meines Lebens.
Jede Fahrstunde war eine Qual, jeder Abend nach einer Fahrstunde bedeutete schwere Depressionen, Weinkrämpfe, Zusammenbrüche bis hin zu selbstverletzendem Verhalten.
Ich bestand die theoretische Prüfung mit 0 Fehlern und die praktische Prüfung beim zweiten Mal.
Und doch hatte ich immer das Gefühl nicht genug über's Fahren zu wissen, nicht sicher genug zu sein. Ich hätte gerne noch mehr Fahrstunden gehabt um die nötige Sicherheit zu bekommen.
Ich fuhr nur einige Tage, nach dem ich den Führerschein bekommen hatte. Danach immer weniger, bis ich mich schließlich gar nicht mehr hinter's Steuer traute.
Das ist jetzt zwei Jahre her und bis heute bringen meine Freunde und meine Eltern kein Verständnis für meine Angst auf.
Meine Freunde halten mich für dumm, meine Mutter denkt, ich wolle sie einfach nur ärgern. Mein Vater versucht mich mit Spott, Hohn und Situationen, in denen er mich vor fremden Leuten und Bekannten bloßstellt und "outet" zum Fahren zu bewegen.
Aber ich will nicht fahren!
Ich kann es einfach nicht!
Es tut mir so leid!

23.07.2007 20:47 • 29.07.2007 #1


4 Antworten ↓


hallo laß dir bloss nicht einreden du wärst dumm.Ich hab die fahrschule auch nicht freiwillig gemacht,dazu hat mich meine ältere schwester genötigt.Sie stand immer hinter mir mit ihren drängelnden fragen:wann hast du denn jetzt prüfung oder schafst du es dieses mal wenigstens,wie oft muss du noch hin u.s.w u.sw...als ich dann meinen führerschein hatte durfte ich nur fahren wenn sie dabei war.Ich hatte richtig angst vorm fahren habe mir das gar nicht zugetraut,das ich mal alleine fahre.Aber jetzt fahre ich sehr gern,und besser wie meine schwester.Wenn immer alle auf einem rumhacken dann glaubt mann irgendwann das sie mit dem was sie sagen recht haben,aber das ist nicht richtig.Und wenn deine freunde sowas denken von dir dann verdienen sie deine freundschaft gar nicht.Autofahren ist gar nicht so schlimm.es kann auch spass machen,wenn du es mal probierst sag es einfach niemandem mach es doch nur für dich,wenn du dann was nicht richtig machst na und niemand ist perfekt.Und versuch doch deiner angst auf den grund zu gehen. Alles gute

23.07.2007 21:50 • #2


hallo

lass dir erstmal sagen, dass du mit deiner angst vor dem autofahren nicht allein da stehst. es gibt so viele menschen, denen es ähnlich geht. und eines darfst du nicht vergessen: dass du trotz dieser angst einen führerschein hast, finde ich echt beeindruckend. das bedeutet, dass du deine angst in nicht unerheblichem maße überwunden haben musst. das ist vll mehr, als deine freunde und co jemals gemacht haben (ohne ihnen zu nahe treten zu wollen).

Zitat:
Das ist jetzt zwei Jahre her und bis heute bringen meine Freunde und meine Eltern kein Verständnis für meine Angst auf.
Meine Freunde halten mich für dumm, meine Mutter denkt, ich wolle sie einfach nur ärgern. Mein Vater versucht mich mit Spott, Hohn und Situationen, in denen er mich vor fremden Leuten und Bekannten bloßstellt und "outet" zum Fahren zu bewegen.

das finde ich wirklich traurig. ich habe auch probleme mit dem autofahren. mein vater und ich haben festgestellt, dass ich angst davor habe, dass sich das auto bewegt (was beim autofahren natürlich ungemein bremst ^^). wichtig hierbei ist aus meiner sicht, dass du dich von deinen lieben nicht unter druck setzen lässt. wenn autofahren für dich nicht essentiell ist, dann akzeptier einfach, dass du eben nicht autofahren magst.
wenn es dich allerdings sehr belastet (und mir scheint, dass dem so ist), kannst du vll eine therapie oder ähnliches (welche möglichkeiten es da genau gibt, wissen andere leute hier) in erwägung ziehen.
am besten wäre es, wenn du deine familie mit einbeziehst, damit sie dich unterstützen kann. diese unterschiedlichen formen des ablehnens entstehen vermutlich aus dem unverständnis. gibt es denn gar nichts, wovor deine familie und deine freunde angst haben? ich weiß nicht, ob du diese "taktik" schon versucht hast, aber vll hat ja zumindest einer von denen eine ebenso irrational erscheinende angst, die mit deiner zumindest ansatzweise vergleichbar ist. vll kannst du ja darüber einen zugang finden.

soweit zum ersten kommentar meinerseits.

ich wünsch dir viel erfolg und es wär schön, wenn du weiter berichten würdest.

24.07.2007 09:44 • #3


Hallo ihr beiden!

Vielen Dank für eure Antworten!
Wie gesagt, es ist bei mir einfach die Angst zu versagen, die Angst etwas falsch zu machen. Und Fehler können im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Das will ich weder mir noch unbeteiligen Verkehrsteilnehmern zumuten.
Ich WEIß, dass ich fahren kann (oder es vor zwei Jahren zumindest noch konnte), aber ich kann mir eben nicht sicher sein.
Heute macht mir allein der Gedanke ans Fahren Angst. Ich bekomme dann schweißige Hände, mein Herz schlägt in einem schnellen harten Rhythmus und mir wirdetwas schwindelig.

Die "Taktik", meinen Freunden und Familienmitgliedern ihre Ängste vorzuhalten funktioniert nicht.
Höhenangst, Angst vor tiefem Wasser, Angst vor Spinnen - das sind Dinge, die einem nicht alltäglich begegnen und die das normale Leben nicht oder nur in geringem Maße beeinträchtigen. Autofahren MUSS man können (laut meinen Eltern), Autofahren ist etwas vollkommen normales das fast jeder Mensch tut, Autofahren ist wichtig für den Beruf etc.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, wenn zB. meiner Mutter etwas passiert und ich nicht in der Lage bin, sie ins Krankenhaus zu fahren!

Über eine Therapie habe ich auch schon nachgedacht. Ich werde mich mal über Therapiemöglichkeiten in meiner Nähe informieren und hoffen, dass es da etwas gibt!
Aber wer übernimmt die Kosten für so eine Therapie? Ich meine, die Krankenkasse wird so etwas nicht zahlen, da es sich ja nicht um eine Phobie handelt, dessen Behandlung unbedingt notwendig ist. Die werden sagen, ich soll das Fahrrad nehmen und fertig...


liebe Grüße,
Wertlos

24.07.2007 19:26 • #4


Hallo junge Frau /junger Mann

Wertlos mag ich Dich nicht nennen, weil ich vermute daß Du Dir diesen Namen ausgesucht hast, weil Du Dich z.Zt. so fühlst. Und dies weil du Angst vor dem Autofahren hast.

Also erstmal DU bist nicht w e r t l o s! schon garnich weil Du Angst vorm Autofahren hast! Lass Dir das nich einreden.

Im Gegenteil ich finde es sehr verantwortungsbewusst von Dir, daß Du, weil Du Dich nicht sicher fühlst nicht Auto fährst. Daß Du Dich nachdem du 2 Jahre nicht Auto gefahren bist unsicher fühlst ist völlig normal. (Das geht schon manchem Autofahrer nach 3 Wochen Inselurlaub ohne Autoverkehr so.) Zum Autofahren gehört einfach die Praxis.

Wenn Du für Dich entschieden hast, daß Du nicht Autofahren willst, dann sollten Deine Leute das akzeptieren.

Wenn Du aber sagst Du hast Angst vorm Autofahren würde ich erstmal versuchen etwas gegen die Angst zu unternehmen. Denn diese Angst scheint Dich ja schon länger zu belasten. Ein Gespräch bei einem Therapeuten hilft da bestimmt schon mal weiter. Eine andere Möglichkeit wäre Du trainierst das Autofahren bei einem Sicherheitstrainings z.B. vom ADAC. Und fährst erstmal nur kleine Strecken, nur für Dich.

Ich leide schon seit vielen Jahren unter Angstzuständen u.a. auch beim Autofahren. Mit 18 war es, wie du schon sagst, üblich den Führerschein zu machen. Also bin ich auch zur Fahrschule, Theorie war kein Problem dann kamen die ersten Fahrstunden und meine Angst wurde schlimmer habe dann fast ein Jahr unterbrochen. Habe dann noch mal Fahrstunden genommen. Habe auf Anhieb die Prüfung geschafft. Und wenn ich heute auch nicht der super Langstreckenfahrer bin, aber wo ich hin will, sei es zum Shoppen in den Nachbarort, zur Arbeit, zu Freunden in die nächste Stadt, da kann ich fahren und bin unabhängig von Bus und Bahn und Regenwetter und brauch niemand fragen. Das möchte ich auf keinen Fall missen.

Ich drück Dir die Daumen und wünsch Dir Alles Gute auf Deinem Weg.

Viele Grüße
Nina

29.07.2007 21:03 • #5




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