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Hallo,
mir machen verschiedene Angststörungen und auch Panikattacken zu schaffen. Im Moment liegt mir eine Sache schwer im Magen. Ich habe ein Auto, fahre auch zur Arbeit und mir bekannte Strecken. Sobald es um neue Wege und Strassen geht, verfalle ich in regelrechte Panik und versuch mich selbst auszutricksen, indem ich zb Treffen absage
Da ich allein lebe und meine Tochter mich logischerweise nicht überall hin kutschieren kann, schränkt mich diese Angst immer mehr ein. Ich nehme mir vor, da oder dahin zu fahren und am Ende scheitert es an meiner grossen Angst. So gern würde ich meinen Horizont diesbezüglich erweitern, aber ich scheitere. Ganz zu schweigen von der Reaktion der Mitmenschen, Unverständniss und Lächeln sind da harmlos. Ich plage mich schon mit Selbstzweifeln, weil ich nicht mal so etwas einfaches hinbekomme
Kann mir jemand Tips geben, wie er diese Angst besiegt hat? Was kann ich tun?
Übrigens den Tip, auf Bus oder Bahn umzusteigen, den find ich zwar naheliegend, aber da bekomm ich auch Ängste.
Ich freue mich über Eure Antworten.
LG Aprikose

06.11.2013 12:01 • 29.07.2014 x 1 #1


10 Antworten ↓


Fee*72
Hallo liebe Aprikose..

ich kann dir sehr nachempfinden,denn mir geht es auch so..
kam immer mehr in die Vermeidung..sagte auch termine ab bei Ärzten,etc...u fuhr fast nirgends mehr hin..

Mir wurde gesagt,das es wichtig is sich der Angst zu stellen,da die Angst sonst nur stärker wird..an dem Punkt bin ich auch..ich merke,wenn ich was absage u einen neuen termin ausmache,is die Angst entweder da genauso oder stärker,also nutzt das Absagen nix da man sowieso irgendwann wohin muss..
Einkaufen habe ich lange zeit wieder gemieden,wegen sämtlicher situationen und Angst vor der Angst..
Ich hab immer folgendes gemacht,vlt hilft es dir..also zumindest als Beifahrer,wenn du selber fährst is manches nich anwendbar..ich hab ja kein Führerschein u bin daher angewiesen auf mein Mann..da Bus und bahn bei mir auch Horror is u ich es komplett meide..

Man soll Achtsamkeit üben..d.h. sich die Umgebung anschauen..Bäume,fallende Blätter,tiere ,blumen etc..oder im radio musik...mit singen oder summen..die Konzentration nich auf die Angst sondern auf ein anderen Fokus legen..gelingt mir nich immer,da die Anspannung sehr hoch is..
ich fange dann meist an u schreibe was auf..was mir einfällt..mache mir Pläne..schreib einkaufszettel etc..oder male..rätsel etc..schaue aus dem fenster,das geht aber nich immer,da ich wenn ich lange strasse sehe..oder enge gassen..rote Ampeln..krankenwagen bei allem Angst kriege..habe dann oft das Gefühl,ich müsse aussteigen..warum weis ich nicht..daher hab ich dann fahren gemieden..
bin aber dann seit dem ich wieder Thera machte ab 1.9. glaube letztes jahr wieder gefahren..mind. 2x die woche..einmal zu ihr..u dann Arzt oder zum einkaufen..
dennoch is vor jeder fahrt die Angst da..
Thera sagte immer,den Radius erweitern..also immer machen,sich der Angst stellen..nur dann kann die Angst weniger werden..

Ich war auch vor 2 jahren Dart spielen in einer Manschaft..bis die sich auflöste..den grund dafür sah ich bei mir,was aber nich stimmt..seit dem ging ich nicht mehr..

Ich bin früher gern in die stadt..bummeln..eis essen ect...seit jahren nix mehr..keine Fam. ausflüge..da fühlt man sich schon nich mehr zugehörig...und die "Sprüche" dann einfach machen,klingen leicht,sind sie aber nicht..

Versuche mal dir positive Leitsätze zu machen..meiner ist,es ist alles gut,mir wird nichts passieren...es gibt wohl auch für jede situation einen anderen satz..oder auch Affirmationen,vlt kann dir sowas helfen..

ich hoff ich konnte dir etwas helfen..

lg
Fee

06.11.2013 12:38 • #2


hallo aprikose, vermeiden ist echt nicht gut, das bringt dich nicht nach vorne. du schreibst ja, dass du mit bekannten strecken keine probleme hast. probier doch mal regelmäßig (erstmal einmal die woche vielleicht?) einen kleinen schlenker einzubauen; am besten, wenn es nicht so drauf ankommt. also auf dem nachhauseweg oder so, nicht wenn streß im nacken sitzt. klein anfangen und ne ehrenrunde drehen. auch wenn es erstmal nur eine runde um nen unbekannten block ist. sobald das klappt, dann häufiger machen oder die ehrenrunde ausdehnen. lg abra

06.11.2013 19:49 • #3


Vielen Dank für Eure Antworten. Aus dem Fenster schauen ist nicht, da ich selbst fahre. Liebe Fee, jetzt muss ich mal fragen, gehst Du garnicht mehr raus? Auch nicht arbeiten? Entschuldige meine Neugier, mir tut so etwas nur furchtbar leid. Wenn Du magst, kannst Du mir gern eine Pn schicken. Ich war viele Wochen krank und obwohl ich hin und wieder besucht wurde, fühlte ich mich immer einsamer, weil ich nirgendwo raus konnte. Es war schrecklich, für die Seele.
Den Vorschlag, immer ein Stück weiter zu fahren, find ich gut und machbar. Denke, so ist es realistischer als mir direkt eine Reise durch Deutschland vorzunehmen. Ich werd heut damit anfangen. Vielleicht schaffe ich es irgendwann zu meinem Traumziel, Italien. Nein falsch, ich werde es schaffen

08.11.2013 09:15 • x 1 #4


Fee*72
Liebe Aprikose..
schreibe dir gern pn...gehe erst mit dem Hund..

also raus gehen nur mit dem Hund und wenn ich termine hab in Begleitung..arbeiten gehe ich nicht seit dem Überfall an der arbeit 2004..bin seit dem arbeitsunfähig geschrieben..muss jedes jahr zum Gutachter..bzw kommt der zu mir..
Der Überfall ist immer noch nicht als Arbeitsunfall anerkannt..

lg
Fee

08.11.2013 09:40 • #5


Sooooo... gestern ins Auto gesetzt und wollte zum Bummeln in die Nachbarstadt fahren. Im Auto plötzlich die Idee gehabt, zu einem grossen Möbelhaus zu fahren, wo ich immer schon gern hin wollte, es aber noch nie hinbekommen habe. Also Mantel auf den Beifahrersitz, Tictac zur Beruhigung und los. Dachte, jetzt oder nie. Unterwegs wollt ich kneifen und dachte, kann ja eh nichts kaufen. Weiter gefahren. Vierspurige Strasse. Jedenfalls stand ich irgendwann auf dem Parkplatz. Konnte nicht aussteigen, weil die Beine wackelig waren. Aber ich war glücklich
Zurück gleich noch Autobahn, wenn schon denn schon.
Ich war so stolz auf mich

12.11.2013 11:06 • #6


Fee*72
wow das kannst auch sein..u dann noch selber autofahren.. toll gemacht..

ja man soll sich ja konfrontieren u das machen was Angst macht..nur sollte man alles auf einmal machen?
bei mir is ja Angst weitere strecken zu fahren(mitfahren)..zum ZA z.b..das sind dann 2 Ängste die ich zusammen angehen würde...man soll ja nich zu viel machen..u dann am besten noch kurz ins netto rein..

lg
Fee

12.11.2013 11:08 • #7


Ach weisste, wenn ich länger drüber nachgedacht hätte, dann wäre wohl keins von beiden geworden.

12.11.2013 11:12 • #8


Fee*72
ja ich denke leider über alles zu viele nach *denk denk denk*

12.11.2013 11:21 • #9


CG0876
Hallo ich bin noch neu hier. Aber mir geht es ähnlich. Vor 5 Jahren habe ich eine Therapie begonnen, wegen der Angst vor dem Autofahren. Ich hatte immer Angst, dass durch einen Fahrfehler von mir, jemand zu Schaden kommen würde. Oftmals fuhr ich zurück, um nachzusehen, ob alles in Ordnung war. Es war immer alles in Ordnung! Mein Therapeut versuchte mir nahezulegen: Sie dürfen nicht zurück fahren. Halten Sie die Spannung aus. Wenn etwas passiert wäre, dann hätten Sie es gemerkt. Ist ja soweit auch einleuchtend für mich. Aber wenn dann so eine Situation kommt, vergesse ich alle Ratschläge meines Therapeuten und bin gefangen in der Entscheidung: Spannung aushalten oder zurück fahren. Wenn ich die Spannung aushalten konnte, war ich immer unheimlich stolz auf mich. Andererseits kam der Gedanke, ob ich jemandem geschadet habe und gab mir ein schlechtes Gefühl. Hielt ich die Spannung nicht aus, hatte ich ein schlechtes Gefühl, weil ich zurück gefahren bin ( Zeit, Spritkosten.....etc.) Nach 3 Jahren erfolgreicher Therapie setze ich mich ins Auto und fuhr überall hin, wo man mich hin schickte. Seit 2 Monaten habe ich einen Rückfall und fühle mich hundeelend. Alles was ich bei meinem Therapeut gelernt habe, kann ich nur noch bedingt umsetzen. Ich leide gleichzeitig unter zwangsgedanken, in denen ich mir die schlimmsten Horrorszenarien ausdenke, was passiert, wenn ich beim Autofahren (hauptsächlich Spurwechsel auf der Autobahn) einen Fehler mache. Dann doch lieber zurückfahren und nachschauen. Das realle Denken habe ich total verlernt. Ich bin traurig einen solchen Rückschlag erlebt zu haben. Vor einem halben Jahr konnte ich noch behaupten, dass ich wieder Freude am Fahren habe. Jetzt fühle ich mich elend. Lese wieder vermehrt Polizeiberichte, weil ich Angst habe einen Fehler gemacht zu haben. Wem geht es ähnlich? Wer hat Tipps für mich?

28.07.2014 19:35 • #10


steffi84
Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut.. ich muss täglich 14km ins Geschäft fahren. Im Moment habe ich Urlaub und fahre selten Auto, das werde ich nächste Woche wieder büßen müssen denke ich
Ich habe beim fahren immer das Gefühl ohnmächtig zu werden .. ich atme ganz komisch weil ich denke keine luft zu bekommen und dann kommt der schwindel.. wenn die Panik dann kommt fahre ich umwege, Hauptsache runter von der Schnellstraße

29.07.2014 09:49 • #11




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