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freely
Bin jetzt auf der Warteliste bei dem Zahnarzt. Wusste nicht, dass die auch schon überfüllt sind. Vielleicht ist das auch bei den guten Zahnärzten nur so.

Dann habe ich geschaut wann diese Selbshilfegruppe noch mal ist. Leider nicht diesen Mittwoch sondern nächsten Mittwoch. Nunja.

Bei der Suche danach bin ich auf ein altes Lesezeichen gestoßen. Angst zu Vertrauen. Weiß nicht, mach ich ein extra Thema dazu auf 🤔 sinnvoll wäre es wohl.

Passend zum Thema hier, alles auf 0, ist es wohl schon.
Ein Satz gab mir schon zu denken, dass man zu arrogantem und sarkastischem Verhalten neigt um andere auf Distanz zu halten. Dann ist meine gelegentliche Arroganz also vielleicht keine Charakterschwäche, sondern Abwehr. Puh 🙃

Wobei ich ehrlich gegenüber mir selbst sein will. Ein bisschen meine ich schon ich weiß Dinge besser als andere. Aber ich freue mich sehr wenn ich merke jemand anders weiß mehr, weiß es besser als ich. Die Feststellung etwas besser zu wissen mag ich nämlich nicht so. Ich will nicht höher stehen oder Verantwortung tragen. Nur bei gemeinen Idioten 😁 die würde ich gern von oben herab behandeln. Dafür fehlt dann aber oft doch wieder das Selbstvertrauen und auch die Annahme der andere handelt auch nur aus einem Selbstschutz heraus.

Andere die sich so von sich selbst überzeugt geben, auflaufen lassen, jo kann nicht jeder mit umgehen. Und ist auch gemein. Vielleicht ein Grund warum man dann gemobbt wird. 😬
Kann man mir vertrauen, ist ja dann die Frage.

• x 1 #121


Ulrich54
Arroganz ist meines Erachtens Schwäche, Ungewissheit und keine gute Kommunikationsbasis. Schwäche, weil man sich lieber hinter seiner scheinbaren Überlegenheit versteckt, als offen und ehrlich zu sein. Ungewissheit erwächst aus dieser Haltung, weil man ja nicht wirklich weiß, was sein Gegenüber denkt. Denn jeder, der Arroganz zu spüren bekommt, macht doch schon aus Selbstschutz einen Schritt zurück - ich jedenfalls.

• x 2 #122


A


Alles auf 0

x 3


freely
Zitat von Ulrich54:
Arroganz ist meines Erachtens Schwäche, Ungewissheit und keine gute Kommunikationsbasis. Schwäche, weil man sich lieber hinter seiner scheinbaren ...

Ja ist halt so die Sache mit diesen Erwartungen, mit der Hoffnung, dem Anpassen und alles richtig machen wollen. Ist mir das alles egal, bzw habe ich die Schnauze voll davon, kann ich auch genauso gut arrogant sein. Ist so bisschen Frust und Trotz darüber, dass ich es eh nie richtig machen kann.

Dann benehme ich mich leicht daneben, weil ich mir bei der Person eh nichts erhoffe.
Anders herum ist schmerzhafter, Ablehnung aufgrund von was? Ich liefer den Grund, dann weiß ich wenigstens warum. So die Theorie. Aber ich vermute ja fast das lief bisher immer unbewusst.
Wenn man sich einredet niemanden zu brauchen, schon allein das führt zu einer arroganten Haltung, stört einen Ablehnung nicht so sehr. Die anderen sind ja eh doof usw.
Ablehnung von jemanden zu erfahren den man mag, entspricht eher dem worst case.

Eigentlich eine simple Strategie.

• #123


Ulrich54
Zitat von freely:
Eigentlich eine simple Strategie.

Ja, in der Tat. Aber wozu führt diese Strategie ?
Ich - für mich - mache es genau andersherum. Ich bin offen und ehrlich. Arroganzen beschämt das. 🙂

• x 1 #124


R
Arroganz, es kommt darauf an, in welchem Zusammenhang. Ich bilde mir ein, dass ich über mich besser weiß, was gut tut, als andere. Wenn jemand kommt und mir erklären will, was ich fühlen soll, dann bin ich arrogant und stelle mich darüber. Ich kenne meine Empfindungen besser als jeder andere und weiß genau, warum ich sie habe. Da lasse ich mir nicht hereinreden und bin zum Schutz arrogant, um Abstand zu bekommen …

• x 2 #125


Hermit
@freely

Ein Thread über Vertrauen würde mich auch interessieren. Dazu kann man viel sagen 👍

• x 1 #126


Ulrich54
Zitat von realo:
Arroganz, es kommt darauf an, in welchem Zusammenhang. Ich bilde mir ein, dass ich über mich besser weiß, was gut tut, als andere. Wenn jemand kommt und mir erklären will, was ich fühlen soll, dann bin ich arrogant und stelle mich darüber. Ich kenne meine Empfindungen besser als jeder andere und weiß genau, ...

Natürlich kennt Dich niemand besser als Du selbst. Das ist eine "Selbstverständlichkeit" im wahrsten Sinn des Wortes. Der Punkt ist, ob Du verstanden werden möchtest oder nicht. Wenn Dir das lästig ist, Dich zu erklären, dann ist das Arroganz. Ich lasse den Anderen fühlen, dass ich ihn nicht teilhaben lassen möchte an dem, was mich ausmacht, oder was ich denke. Das kann man aber auch so vermitteln, dass der Andere sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlt. Das ist der Unterschied.

• x 1 #127


freely
Zitat von Ulrich54:
Ja, in der Tat. Aber wozu führt diese Strategie ?

Ruhe, Einsamkeit. Wenn man Probleme hat, dann nur mit sich selbst 😁 ist ja keiner mehr da dem man die Schuld geben kann.

Das habe ich ja so oft gehört, dass andere einem nicht gut tun können. Ich vermute das liegt auch nicht nur an den anderen sondern eher an einem selbst, wie man damit umgeht, was man davon aufnimmt, was man erwartet usw.

Ich denke in dem Zusammenhang immer wieder an diese Kollegin, wegen der ich nicht in den Job zurück will.
Arroganz als Schutzschild, hm kann nicht richtig sein.

Ich weiß nicht ob ich da noch mal weiter arbeiten kann, aber wenn ich mich dazu entschließe und es klappt, möchte ich Werkzeuge haben wie mit den Leuten besser umzugehen ist. Wie ich mit meinen Erwartungen besser umgehen. Wie ich bei mir bleiben kann. Usw.

Ich hatte vorher Jobs in denen ich eher selbstständig gearbeitet hatte. Kein Chef oder Kollegen die mir ständig auf die Finger geschaut hatten. Stattdessen wechselnde und überwiegend dankbare Kunden.

Ich habe kein Problem damit mir etwas sagen zu lassen, nur Denke ich halt mit. Und wenn mir etwas unsinnig erscheint frage ich nach. Ist gar nicht böse gemeint, ich will es dann ja nur verstehen. Manch unsinniges hat auch seinen Grund.

Nächste Woche schaffe ich es hoffentlich zu der SH Gruppe. Geht um gesunde Beziehungen.

• x 1 #128


freely
Ansonsten ist heut kein guter Tag um irgendetwas geschafft zu bekommen. So schlapp und irgendwie schwindlig.
Müsste so viel in der Wohnung tun.

Vielleicht liegt es an der Nachbarin, die war eine Weile nicht da und ich konnte besser schlafen. Jetzt ist sie wieder da und ich werde früh morgens plötzlich hell wach. Entweder haut sie wieder ihre Balkontür zu oder verschiebt laut quitschend den Stuhl. Schaue nicht mehr auf die Uhr, will nicht wissen dass es wieder 4 oder 5 Uhr morgens ist. Zu reden ist mit der nicht. Ich stand schon mal Samstag morgens um 5 Uhr bei ihr vor der Tür. Naja. Bin ich wieder beim Thema Ausziehen und das seit Jahren. 0 Fortschritt in diesem Bereich.

Also räume ich heute auf und Male Pilze an.

Raus gehen wäre ja super. Vielleicht gibt das einem ja Energie. Einfach nur auf der Wiese sitzen, Autobahnrauschen ausblenden und Natur genießen.

• #129


R
So funktioniert das nicht. Wenn ich das und das tue, bekomme ich Energie und dann, aber erst dann, schaffe ich vielleicht die längst aufgeschobenen Dinge. Sicher kann man in der grünen Natur auftanken, aber nicht, weil man etwas haben will, sondern eher der Gedanke des Loslassens wegen. Vom Alltag ablassen bringt neue Möglichkeiten in einem, auch Energie, aber nicht das Bedürfnis, etwas haben zu wollen. Dann wird es ja noch mehr in dem ganzen Chaos. Also Energie bekommen bedeutet, Ballast abwerfen. Sowohl ganz praktisch materiell, als auch im übertragenen Sinn gesehen auf das Bewusstsein bezogen. So kann das Herunterfahren auf 0 zu einem richtigen Segen werden.

• x 2 #130


freely
Zitat von realo:
Also Energie bekommen bedeutet, Ballast abwerfen.

Schwer, weil die Sachen ja erledigt werden wollen.
Ich mach mir deswegen jetzt keinen Stress oder allzu großen Druck, aber ich sehe halt, dass nichts vorwärts geht.
Wenn ich etwas wie an einem Tag wie heute mache, ist das schon schwer.
Vielleicht brauche ich eine Mass., ist irgendwie alles verspannt. Ja, loslassen wäre cool.

• #131


R
Sicher, bei der Arbeit muss etwas vorwärtsgehen, dafür gibt es das Geld, aber privat, was soll denn da vorwärtsgehen in Zeiten schlechter Verfassung und seelischer Störungen? Dasein, Atmen, etwas Essen und positive Gedanken – mehr braucht es nicht, um am Leben zu sein und Pause zu machen. Man kann doch in einer psychischen Krise von sich nicht erwarten, Bäume auszureißen, etwas, was man noch nie geschafft hat im Leben. Herunterfahren und Loslassen heißt die Devise in seelisch schweren Zeiten. Da geht nichts vorwärts, einfach nur überleben heißt die Aufgabe. Wie bei Trauer aufgrund von Verlust. Da wird alles heruntergefahren, Dekorationen weggelassen und nur das schlichte Dasein gelebt auf Sparflamme. Man kann doch in einer emotionalen Krise nicht erwarten, dass das Glücksgefühl üppig über einem einfällt. Es ist ein wenig wie im Krieg, alles zerbombt, nur noch Ruinen, irgendwie etwas zu essen auftreiben und die Hoffnung nicht verlieren, diesen spartanischen Zustand zu überleben.

• x 2 #132


User_0815_4711
Zitat von realo:
Es ist ein wenig wie im Krieg, alles zerbombt, nur noch Ruinen, irgendwie etwas zu essen auftreiben und die Hoffnung nicht verlieren, diesen spartanischen Zustand zu überleben.

Wenn Kinder, vielleicht als AE, da sind, ist das nicht so einfach, einfach alles fallenzulassen.

Da gibt es täglich jede Menge Verpflichtungen, auch wenn diese nicht grade an einem bezahlten Arbeitsplatz, sonder daheim ausgeübt werden. Von der mental load einer AE möchte ich erst gar nicht reden.

• x 1 #133


freely
Zitat von realo:
Man kann doch in einer psychischen Krise von sich nicht erwarten, Bäume auszureißen, etwas, was man noch nie geschafft hat im Leben.

Mein ganzes Leben ist fast eine Krise nach der nächsten. 🫣 Ich kenne schon fast nichts anderes mehr.
Es gab Momente wo es einigermaßen gut war.
Und schon immer hatte ich Schwierigkeiten etwas anzugehen. Wenn es mir gut ging, ja dann ging es.
Ich habe viel Schlechtes ausgeblendet, immer auf das Gute konzentriert. Aber irgendwann holt es einen ein. Es gibt zb gute Phasen mit einem Alk. als Partner und weniger gute. Die Illusion alles sei doch gut, zerbröckelte sehr oft.

Ich merke solche Gedanken, bzw diese Zusammenfassung macht depri.

Ich denke unsere Welt ist so wie wir sie sehen wollen. Ich wollte das Leben immer genießen, trotz der Widrigkeiten. Wenn eine Situation einfach Mist ist, versuche ich dennoch eine Weile das Beste draus zu machen. Man kann die Kackhaufen auf dem Rasen zählen oder die Blümchen dazwischen bewundern. 😬
Am Ende erinnere mich an die schönen Blümchen. Die Kackhaufen bleiben aber im Hinterkopf.

Ja wann ist die psychische Krise denn dann vorbei? Bzw wie kommt man raus?
Ich bin froh hier bei euch gelandet zu sein.
Totale Isolation war echt Mist.

Ich schaue jetzt wieder was mir möglich ist. Manches rückt näher, wie zb meinen Körper mit Nährstoffen zu versorgen. Das ist recht easy, ich muss das Zeug nur einkaufen und essen. 🙃

Bewegung in der Natur ist schon schwieriger, weil ich hier Zuhause so schön geschützt bin. Das Reizarme gefällt mir. Draußen ist es mir oft zu laut. Ich sollte irgendwo in der Pampa wohnen.
Aber gut, vielleicht kommt das wieder mit der Zeit das es mir nicht mehr so viel ausmacht.

Konzentration ist mir schon seit paar Jahren abhanden gekommen. Ich lese Briefe ungern und wenn dann zu schnell, weil mir zu doof und dann lese ich sie nicht richtig und übersehe eine wichtige Info.
So ist es etwas schwer Papierkram zu erledigen. Überhaupt ist es schon eine riesen Überwindung einen Brief in die Hand zu nehmen, geschweige denn zu öffnen. Mir wird da derzeit wirklich übel dabei.

Und dann obwohl ich es ja besser weiß, diese Scham gegenüber anderen Menschen wenn ich etwas von ihnen brauche. Diese Scham das andere sehen, das ich mich gerade so über Wasser halte. Hm. Aber das dann meist mit einem Lächeln und fröhlich. So muss es sein, dann habe ich die Scham überwunden. Wir sind ja mehr als unser Erfolg und Besitz. Die Überzeugung muss sitzen, muss ich verinnerlichen. Blöd formuliert,- ich arbeite daran, diese Überzeugung wieder mehr zu verinnerlichen und zu leben.

Psychische Krise hin oder her, wenn ich mich da nicht raus kämpfe, wird es mir auf lange Sicht auch nicht besser gehen. Vielleicht schaffe ich es auch nie raus. Dann ist das halt eine Form des Daseins, können ja nicht alle glücklich sein.
Irgendwo wieder andocken an einen normalen Zustand wäre schon beruhigend. Bedeutet die Dinge zu tun, die anstehen. Ich komme nicht drum herum, außer ich will alles abgeben und damit aufgeben.

Da stand ich noch vor paar Wochen, jetzt versuche ich einen Weg zu finden diese Blockaden wieder zu lösen.

Heute wieder Schokokekse gebacken. Absolut nicht zielführend, ich hätte aufräumen können, oder spazieren gehen. Naja aber immerhin habe ich etwas getan. Neben dem Kochen, Salat machen, Küche wieder in Ordnung bringen.

Vielleicht ist es erst mal gut, irgend etwas zu tun. Ich arbeite mich dann hoch.

• x 6 #134


User_0815_4711
Zitat von freely:
Heute wieder Schokokekse gebacken. Absolut nicht zielführend, ich hätte aufräumen können, oder spazieren gehen

Ich finde, da hast du die Tätigkeit gut ausgewählt 🙂 . Genau das gemacht, was dir am meisten Freude gemacht hat, wo du am wenigsten Widerstand gefühlt hast. Ich finde das total ok.

Das zieht sich bei mir auch irgendwie durchs Leben. Statt wichtiger Dinge mache ich gerne andere, unwichtige Dinge, die aber nicht weniger produktiv sind, sondern in meinem Verständnis meistens sogar produktiver sind. Naja, die wichtigen Dinge wurden auch noch alle erledigt (wenn es dringend wurde) oder haben sich alle von selber erledigt, was gar nicht so selten vorkam.

• x 4 #135


sandracookie
Zitat von freely:
Vielleicht ist es erst mal gut, irgend etwas zu tun. Ich arbeite mich dann hoch.

Das sehe ich auch so. Ein Anfang ist ein Anfang und wenn das geschafft ist, fallen weitere Aufgaben meist auch leichter und wenn es das erste Ziel ist, erstmal wieder in die Aktivität zu kommen, dann spielt das "was" am Anfang noch keine große Rolle.
Zitat von User_0815_4711:
Genau das gemacht, was dir am meisten Freude gemacht hat, wo du am wenigsten Widerstand gefühlt hast. Ich finde das total ok.

Das zieht sich bei mir auch irgendwie durchs Leben. Statt wichtiger Dinge mache ich gerne andere, unwichtige Dinge, die aber nicht weniger produktiv sind, sondern in meinem Verständnis meistens sogar produktiver sind

Auch hier stimme ich voll zu. Das ist etwas woran ich aktuell arbeite:
Die Dinge nicht ständig zu beurteilen und einzuteilen, es muss nicht jede Tätigkeit einem Zweck dienen, nur mit dem Ziel, dass es eine Leistung war und weil es etwas war, dass man machen musste.
Ich möchte wieder dahin kommen, dass Tätigkeiten auch einfach mal nur Spaß machen dürfen, egal mit welchem Ergebnis und wieder lernen, dass auch das eine Form von Produktivität sein kann.

• x 3 #136


User_0815_4711
Zitat von sandracookie:
dass es eine Leistung war und weil es etwas war, dass man machen musste.

Bei mir: Leistung ja, aber nicht, weil ich musste, sondern weil ich wollte 🙂 .

Alles andere wird ja auch noch erledigt oder erledigt sich von selbst 😉 .

• x 3 #137

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Feuerschale
Zitat von freely:
Ich schaue jetzt wieder was mir möglich ist. Manches rückt näher, wie zb meinen Körper mit Nährstoffen zu versorgen. Das ist recht easy, ich muss das Zeug nur einkaufen und essen.

Das ist auch eine wichtige Basis, die auch die Energie, Wohlbefinden beeinflusst.
"Gut" schlafen (mit Entspannunsphase) in meinem Fall auch, gerade bei Depri und Festgefahrenheit.

Zitat von freely:
Heute wieder Schokokekse gebacken. Absolut nicht zielführend, ich hätte aufräumen können, oder spazieren gehen. Naja aber immerhin habe ich etwas getan. Neben dem Kochen, Salat machen, Küche wieder in Ordnung bringen.

Vielleicht ist es erst mal gut, irgend etwas zu tun. Ich arbeite mich dann hoch.

Find ich schon sinnvoll, also überhaupt in die Aktivität gehen, etwas schaffen. Haushalt macht man dann ja ggf. hier und da.
Beim Backen auch mal abwischen, spülen und so.
Ich denk mir immer, besser kleine Schritte als so ein Riesenprogramm.
Zitat von freely:
Bewegung in der Natur ist schon schwieriger, weil ich hier Zuhause so schön geschützt bin. Das Reizarme gefällt mir. Draußen ist es mir oft zu laut. Ich sollte irgendwo in der Pampa wohnen.

Da kenn ich auch den Widerstand. also Überreizung oder innere Langeweile/Unruhe wenn ich nicht zuhause bin.
Was schonmal geht ist in der Dämmerung gehen, wenig los, weniger Reize. (Aber Pampa, 'Stadt ist vielleicht nochmal anders, was dann für Gestalten unterwegs sind)

Ggf ginge Reizabschirmung durch Brille und Ohrstöpsel oder Musik, oder scharfes Bonbon dabei..., erstmal. Bis man sich wohler fühlt.
Mir half damals auch, mal ne Verabredung (Konzentration auf die 2er Blase).

Oder jetzt gehen mit Hund, da bin ich gleich in einem ganz anderen Zustand, stell mich ja auch auf den ein, versuch die Umgebung wahrzunehmen wie er, oder vorherschauen, bei was tickt er eher aus und wird unruhig usw. Ohne Hund würde ich bei weitem nicht so lange unterwegs sein weil nach 5 Min schon Unruhe kommt....
Zitat von freely:
Konzentration ist mir schon seit paar Jahren abhanden gekommen. Ich lese Briefe ungern und wenn dann zu schnell, weil mir zu doof und dann lese ich sie nicht richtig und übersehe eine wichtige Info.
So ist es etwas schwer Papierkram zu erledigen. Überhaupt ist es schon eine riesen Überwindung einen Brief in die Hand zu nehmen, geschweige denn zu öffnen.

Angst vor dem überfordert sein wahrscheinlich auch oder? Was kommt da auf einen zu, muss man iwas machen, muss man dann wieder unangenehm interagieren?

In meiner Deprizeit und da war auch noch Scheidungstrouble, wenig Geld, Auto immer kaputt usw, Bafög Antrag ect....hab ich aber mir trotzdem vorgenommen mich dem zu stellen. Wenn mal nix im Briefkasten war: große Erleichterung. Wenn doch, Schritt für Schritt sezieren, Schritt für Schritt an der Lösung arbeiten. Was ich nicht wusste. To Do Recherchieren. Damals ja noch ohne Internet...wo kann man fragen, wen kann man fragen (wo ich doch lieber alles alleine....)
...sowas drückt auf jeden Fall die Stimmung wenn man weiß, da muss man noch durch und man fühlt sich so unwohl damit.
Heute hat sich das wirklich gebessert. Manches unangenehme ist ja dann iwann abgehakt. Oder man hat wenigstens ein Stück weit Kompetenz.
Zitat von freely:
Ich habe viel Schlechtes ausgeblendet, immer auf das Gute konzentriert. Aber irgendwann holt es einen ein. Es gibt zb gute Phasen mit einem Alk. als Partner und weniger gute. Die Illusion alles sei doch gut, zerbröckelte sehr oft.

Ich war auch schon in Partnerschaften die auch heftig waren, heftige Phasen hatten. Zwischendrin immer der Glaube, wird schon wieder, läuft ja wieder ruhiger. Bis zum nächsten "Bombeneinschlag".

In der Zeit war ich auch viel in Selbsthilfegruppen. Auch zum Thema Alk. (AA und Al Anon und Kreuzbund und durch Studium Praktikum in Suchtberatungsstelle). Das wars anfangs natürlich auch eine Überwindung, bis man merkt, die anderen kochen auch mit Wasser, man kann seine Emotionen teilen, viele sind da mitfühlend oder halten respektvoll Abstand, also es passiert nicht das befürchtete....
Zitat von freely:
Psychische Krise hin oder her, wenn ich mich da nicht raus kämpfe, wird es mir auf lange Sicht auch nicht besser gehen.

Zitat:
Irgendwo wieder andocken an einen normalen Zustand wäre schon beruhigend. Bedeutet die Dinge zu tun, die anstehen.

Ja, also ich hab mir so oft einen Tagesplan gemacht (der auch Wochen oder Monate anhielt). Einfach mal ne Übersicht kriegen, was steht an, was ist bis wann zu tun....und dann tageweise sich das aufteilen, was geh ich heute an, was übermorgen.... (auch mal ein Ruhetag war auch gut, wenn die Situationen es zuließen und man nicht handeln musste wie Arbeit , mitten im Umzug, kurzfristige Fristen mit iwas,...).

Bist du denn in Therapie oder Beratung? Vielleicht würde es wirklich helfen, mal ein Feedback zu bekommen oder nicht ganz alleine dazustehen mit einigen Fragen.

Bzgl Tagesplan und Selbsthilfegruppe, mir taten auch manche Gedanken der Anonymen Selbsthilfegruppen gut.
Gerade wenn es schwer war und dicht und viel war, gab es dieses "Nur für heute".

Dass man den Tag heute bewältigt, in kleineren Schritten, im Jetzt. Ein Punkt ist auch "nur für heute erledige ich etwas unangenehmes"....aber machte im nachhinein auch Sinn...seinen Berg so Schritt für Schritt abbauen, sich entlasten wenn man die Dinge angeht. Auch wenn es natürlich eine Überwindung ist. Die Schritte sind auch besser "angemessen groß" also nicht zu groß, nicht zu klein (bei Ruhetag ja egal).
Das ist dieses "Nur für heute"
https://www.ea-selbsthilfe.net/literatu...uer-heute/

Wenn du mit meinen Ansätzen nichts anfangen kannst, dann sag bescheid, das ist ja hier eine Art Tagebuch, wo es für dich gut sein soll. 👍

• x 2 #138


freely
Zitat von Feuerschale:
Wenn du mit meinen Ansätzen nichts anfangen kannst, dann sag bescheid, das ist ja hier eine Art Tagebuch, wo es für dich gut sein soll.

Passt total. Hab auch einen kleines Buch Nur für heute 😁
Vom Überleben zum Leben und noch zwei weitere Bücher von dem 12 Schritte Programm.

War nach der Zeit als ich mit dem Alk. zusammen war auch oft bei Alanon oder auch Eka.
Nächste Woche möchte zu einer EA Gruppe oder war es was mit Coabhängigkeit 🤔 irgendwas mit gesunden Beziehungen lernen nach dem 12 Schritte Programm.

Dieses Menschen brauchen ist für mich teils wie für einen Alk. den Alk. zu brauchen. Ich fokussieren mich zu schnell auf einzelne Menschen, werde wie abhängig. Meine Stimmung fällt und steigt dann, je nach Zuwendung und Verbindung.
Ist klar dass ich dann in Isolation und Abstinenz gehe.
Daher denke ich, die Leute in der Gruppe können mir mit ihren Erfahrungen weiterhelfen.


Zitat von Feuerschale:
Bist du denn in Therapie oder Beratung? Vielleicht würde es wirklich helfen, mal ein Feedback zu bekommen oder nicht ganz alleine dazustehen mit einigen Fragen.

Bin mit dem Thema fast schon durch. Vielleicht leiste ich mir mal eine Selbstzahler Stunde.


Zitat von Feuerschale:
Ja, also ich hab mir so oft einen Tagesplan gemacht (der auch Wochen oder Monate anhielt). Einfach mal ne Übersicht kriegen, was steht an, was ist bis wann zu tun....und dann tageweise sich das aufteilen

Bekomme ich nicht hin. Derzeit. Es kann sein es kommt ein Tag und ich mache alles was ich Monate habe liegen lassen. Das es mich sehr belastet und das noch unnötig, ist wirklich selbst eingebrockt.
Aktuell aber einfach zu schlapp.
Ja der Schlaf ist Mist hier in dem hellhörigen Haus.

Ich Dreh mich da im Kreis, schon ne Weile 😵‍💫


Zitat von Feuerschale:
Angst vor dem überfordert sein wahrscheinlich auch oder? Was kommt da auf einen zu, muss man iwas machen, muss man dann wieder unangenehm interagieren?

Ja das sind unterschiedliche Gründe. Am meisten wirklich, dass es mir zu doof ist. Diese Bürokratie, dieses ganze System ist mir zuwider. Das agiert doch nur zum Selbsterhalt meiner Meinung nach. Ich kann das nicht mehr ernst nehmen. Vielleicht ist das der Bereich wo ich alles nur negativ sehe.

Zb mein Kind könnte eine Schulbegleitung bekommen, wegen Autismus Diagnose. Ich habe also den Arztbrief und mein Kind ist in einer Förderschule. Das sollte doch reichen für den Antrag, oder? Nein, ich soll da persönlich zum Amt. Warum? Ich mache demzufolge gar nichts. Für mein Kind wäre es sicher hilfreich und mir kann man unterstellen ich kümmere mich nicht drum. Aber was soll das, warum machen die es so kompliziert? Die Kinderpsychologin sowie Schule können genau beschreiben welche Hilfe nötig wäre. Warum soll ich da hin?
Vielleicht liege ich damit falsch. Ich finde diese Behörden und Beamten einfach nur doof. Und was ich von der Schule mitbekomme... das macht mich echt sprachlos, welch Inkompetenz.
Das ist so ein Bereich bei dem ich mich echt ärger und ordentlich rein steigern kann. Tut mir gar nicht gut. Deswegen, ich will keine Briefe von diesen Idioten aufmachen. 😫 Ich bräuchte da Beistand, damit mich jemand bremst wenn ich mich aufrege oder erst mal Händchen hält.😬

Die letzten Male war es eigentlich so, das es gar nicht schlimm war die Briefe der letzten Monate zu öffnen. Ich dachte das kann ich abspeichern und es fällt mir in Zukunft leichter. Pustekuchen. Ein Brief kommt und ich will von dem nichts wissen.
Wobei letztes Mal hatte ich einen Brief frisch aus dem Briefkasten gleich auf gemacht. War der gar nicht für mich! 🤪 Wie oft kommt so was vor? Ich wollte es besser mach, auch wieder falsch.


Zitat von Feuerschale:
Da kenn ich auch den Widerstand. also Überreizung oder innere Langeweile/Unruhe wenn ich nicht zuhause bin.

Wenn ich draußen bin geht es eigentlich. Klar, mit Hund wäre besser. Einfach so in der Weltgeschichte rum dappen empfinde ich zurzeit sinnbefreit.
Das war aber auch schon ganz anders, da hielt ich es Zuhause kaum aus. Habe Ausflüge gemacht, Fotografiert dabei, Essen dabei. Hm.

Ich schätze wenn ich darauf warte, dass alles leicht geht, kann ich lange warten.
Wenn mich derzeit irgend etwas auslaugt, dann bin nur ich selbst das.

Ich will versuchen es mir schön zu machen, innen wie außen.
In der Wohnung liegt teilweise echt sichtbar der Dreck auf dem Boden. 🫣 Und es ist mir so egal.

Ja vielleicht sollte ich das momentan einfach akzeptieren. Diese ständige du müsstest doch eigentlich...
Ich muss aber auch wirklich, Handwerker kommt. 😱
Habe aber auch schon überlegt dem gleich an der Tür zu sagen, dass ich extra für ihn jetzt nicht aufgeräumt habe und Auszugspläne habe.
Oder ich sage, das ist die Wohnung einer Freundin. 😂
Hatte ja lange genug Zeit gehabt. Aber ne, auf den letzten Drücker werde ich es wieder machen.

Ich vermute bzw muss gestehen, ich habe mich sicher auch an das rum gammel gewöhnt. Ist halt einfach angenehmer. Habe auch so ein großes Bedürfnis nach Entspannung und Frieden. Müde halt auch.

Aber wenn eines sicher ist, Leben bedeutet Veränderung. Irgend wann, irgendwie.
Vorzuziehen wäre halt, wenn ich das wann und wie gestalte.
Manchmal habe ich das Gefühl da baut sich innerlich etwas auf wie ein Ballon der bald platzt und dann Rums! packe ich den ganzen Mist an.

• x 1 #139


freely
Zitat von User_0815_4711:
Bei mir: Leistung ja, aber nicht, weil ich musste, sondern weil ich wollte

👍🏻 Ja so möchte ich das auch wieder.
Weiß nicht warum ich so im Widerstand bin.

• x 1 #140


A


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Dr. Reinhard Pichler
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