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Hallo an alle.
Ich bin neu hier und schreibe seit längerem mal wieder in einem Forum.

Wie schon die Überschrift aussagt, habe ich so ziemlich alles auf 0 absinken lassen.
Ich könnte noch aufschreiben was ich mache und habe und das betrifft eigentlich nur noch mein Zuhause. Grade soviel, dass ich etwas zu essen da habe und nicht im Dreck versinke. Bei der Post sieht es wieder schlecht aus, da liegen ein paar Briefe seit Wochen ungeöffnet da. Und dass ich zu keinem Arzt gehe kann man sich denken.

Vor einiger Zeit stand ich gar nicht so schlecht da, - dachte ich. Zumindest besser als jetzt. Klar, immer Auf's und Ab's.
Und jetzt wehre ich nur noch alles ab. Prokastination und Reaktanz in Perfektion.
Und auch 0 Kontakte mehr.
Und obwohl ich mich fast lebenslang immer wieder aus solch hoffnungslosen Gemütslage gekämpft habe, habe ich jetzt Zweifel, ob ich das nochmal schaffe, bzw nochmal will.
Schnauze-voll-Syndrom.

Und ich weiß, alles fängt beim Denken an. Und dennoch dieses ganzen Wissen nützt mir nichts mehr.

Ich könnte schreiben, was ich vermute, woran es liegt. Und dennoch könnte ich es nicht ändern.

In den früheren Foren habe ich selten mein Befinden zum Thema gemacht. Eher anderen versucht zu helfen und damit auch mein eigenes Denken korrigiert.
Aber die Erfahrung bzw Annahme war, wie kann ich anderen helfen, ohne mir selbst helfen zu können.
Aber ich werde es vielleicht nochmal versuchen.

Ich mache gerade all das, wovon ich anderen abraten würde.
Rede mich selbst schlecht, so ziemlich unrealistisch abwertend und selbstbemitleidend.
Mir ist das alles bewusst.

Ich glaube das ist die Folge u. a. von dem Alleinsein seit ca 2 Monaten nach blöden Erfahrungen. Ich würde so gerne alleine klar kommen, diese Abhängigkeit nach Gesehenwerden los werden.

Ich mag nichts mehr tun, weil ich alles alleine tun muss. Ich habe schon vieles alleine getan. Anfangs stolz darauf war, was ich mich alles getraut habe, alleine zu tun. Doch jetzt, es ist öde, macht mir noch mehr bewusst wie alleine und damit falsch ich bin.

Ich weiß es gibt viele Möglichkeiten, habe ich sicher fast alle schon getestet und wehre mich jetzt vehement dagegen, weil die Erfahrungen nie hilfreich waren.

Was wäre der kleinstmögliche Schritt fragte ich mich, - das ist hier zu schreiben dachte ich mir.

Ich hoffe es hagelt nicht lauter RatSchläge und das Aufzählen von all den Dingen die man tun kann oder sollte wenn es einem schlecht geht. Denn ich kenne diese Möglichkeiten, aber kann und will sie derzeit nicht.

Ich verstehe selbst nicht warum ich das tue. Warum ich alles wieder so schleifen lasse. Und mich auch 0 mit hilfreichen Dingen befassen will.
Wie als wenn ich mich selbst bestrafen oder freiwillig Leiden will. Oder vielleicht warte ich auch nur darauf gerettet zu werden, wobei doch jeder sagt und weiß, so etwas wird nie passieren.

Dennoch, ich glaube genau, daran hängt es. Jeder mag etwas anderes unter Retten verstehen. Vielleicht ist es ja doch etwas ganz selbstverständliches bzw wünscheswertes.

• • 12.10.2026 x 7 #1


110 Antworten ↓

User_0815_4711
Hallo und willkommen im Forum!

Hast du sehr hohe Ansprüche an dich selber?

• #2


A


Alles auf 0

x 3


freely
@User_0815_4711
Danke.

Ja wahrscheinlich. Vielleicht auch einfach nur normale Ansprüche. Aber selbst das ist schon zu viel Druck?

Aber auch von anderen erwarte ich wohl zu viel.
Aber anders geht's auch glaube ich nicht mehr.
Oder doch?

Es kommt mir vor, als hätte ich alles vergessen und verlernt von dem was ich zu gesundem Denken einmal wusste.

• x 2 #3


S
Willkommen freely

Schön das du dich zu diesem, wenn auch gerade kleinsten Schritt entschlossen hast. Ich hoffe du findest dich hier wohl aufgehoben.

• x 2 #4


User_0815_4711
Zitat von freely:
Vielleicht auch einfach nur normale Ansprüche. Aber selbst das ist schon zu viel Druck?

Das ist von außen schwer zu beurteilen. Hast du ein konkretes Beispiel?

Zitat von freely:
Aber auch von anderen erwarte ich wohl zu viel.
Aber anders geht's auch glaube ich nicht mehr.
Oder doch?

Das verstehe ich jetzt wahrscheinlich nicht komplett.
Bei mir ist es jedoch so, dass ich von niemanden etwas erwarte. Da kann man nur enttäuscht werden.

Zitat von freely:
Es kommt mir vor, als hätte ich alles vergessen und verlernt von dem was ich zu gesundem Denken einmal wusste.

Gab es da irgendein Ereignis oder kam das so schleichend? Wenn man grade in ner ordentlichen Depri steckt, kann das schon verschüttet werden. Irgendwie klingt dein Zustand nach ziemlicher Depression. Was meinst du?

• x 2 #5


K
Zitat von freely:
Dennoch, ich glaube genau, daran hängt es. Jeder mag etwas anderes unter Retten verstehen. Vielleicht ist es ja doch etwas ganz selbstverständliches bzw wünscheswertes.{"user":"98000","username":"freely","post":"4131684","post2":"\/forum\/post4131684.html#p4131684","avatar":"<img alt=\"freely\" width=\"38\" height=\"38\" class=\"imgborder\" loading=\"lazy\" src=\"\/\/cdn2.psychic.de\/images\/avatars\/upload\/m\/136_98000.jpg\">","title":"Alles auf 0","time":"19.09.2026 - 15:44"}

Ich habe irgendwann so diesen irrationalen Glauben entwickelt, dass es irgendeine Form von Erleuchtung gibt, die mir durch eine einschlägige Erfahrung wie von Zauberhand alles Leid und Probleme in Luft auflöst und mich befreit. Ich hab mich wirklich lange hängen lassen und darauf gewartet. Bisher kam nix. Ich geb dir Bescheid, wenn sich das ändert und ich den Schlüssel zur Erlösung gefunden habe.

Aber verlass dich nicht darauf, dass das passiert. Eventuell wäre ein Plan B angebracht.

🤪😄

• x 4 #6


sandracookie
Zitat von freely:
Ich mache gerade all das, wovon ich anderen abraten würde.
Rede mich selbst schlecht, so ziemlich unrealistisch abwertend und selbstbemitleidend.
Mir ist das alles bewusst.

Das ist etwas was ich auch kenne und ein großer Kontrast bei mir ist.
Ich bin zu mir selbst sehr viel härter, als ich es jemals zu anderen bin/war.
Mittlerweile unterscheide ich regelmäßig was sich auf der Gefühlsebene zeigt und was mir auf der rein logischen/rationalen Ebene bewusst ist.
Letzteres ist meistens nicht der Zugang der hilft. Eine Angst verschwindet bspw. nicht, nur weil man weiß, das eigentlich keine Gefahr besteht - man kann trotzdem panisch werden, weil alle anderen Körpersysteme (unbewusst) mit Alarm gegen die vermeintlich bedrohliche Situation reagieren.
Die Muster, die da hinter stehen sind tiefer gehend und haben nicht selten mehr mit der Vergangenheit (Kindheit) zu tun, als mit der eigentlichen Situation in der Gegenwart, die sie wieder auslösen...

• x 2 #7


freely
Zitat von User_0815_4711:
Das ist von außen schwer zu beurteilen. Hast du ein konkretes Beispiel?

Ich stelle fest ich habe die Ansprüche an mich selbst schon sehr gesenkt. So Richtung Gleichgültigkeit und dann dennoch nicht zufrieden. Ich weiß dass ist auch die falsche Richtung. Aber dieses, ich muss gar nichts, fühlt sich irgendwie befreiend an. Nur wenn es zur Gewohnheit wird, halt auch doof.


Zitat von User_0815_4711:
Bei mir ist es jedoch so, dass ich von niemanden etwas erwarte. Da kann man nur enttäuscht werden.

Hm. So sah ich das eigentlich auch. Und dann wirst du von jemanden den du magst beleidigt. Abbruch?

Es gab eigentlich mehrere kleine Auslöser. Alles mit Erwartungen verknüpft. Dazu gehören zu wollen ist eine doofe Erwartung. An andere, wie auch an sich selbst.
Vielleicht komme ich davon wieder weg und mache einfach mein Ding. Was ich mir wünsche passiert dann nebenher.
So sollte ich es wohl wieder sehen.

Aber Verluste müssen wohl auch betrauert werden. Vielleicht waren es auch keine Verluste sondern eine Befreiung von Illusionen.

• x 3 #8


freely
Zitat von konfus:
dass es irgendeine Form von Erleuchtung gibt, die mir durch eine einschlägige Erfahrung wie von Zauberhand alles Leid und Probleme in Luft auflöst und mich befreit.

😉 Verstehe was du meinst.
Naja irgendwann rappel ich mich schon wieder auf, irgendwie ist das ja grad hier der Versuch.
Diesen Switch kenne ich aber tatsächlich. Wie der Wechsel von grauer Brille zu bunt und auf einmal sieht alles wieder freundlicher aus und die Freude und Motivation kehrt zurück.

• x 1 #9


freely
Zitat von sandracookie:
Mittlerweile unterscheide ich regelmäßig was sich auf der Gefühlsebene zeigt und was mir auf der rein logischen/rationalen Ebene bewusst ist.

Ja. Rein logisch und faktisch ist mir bewusst ich ticke irgendwie anders.
Ich kämpfe gerade damit, mit dieser Feststellung klar zu kommen.
Bisher hatte ich genug Abstand zu Leuten eingehalten die mir das bewusst machen. Stand zu dem irgendwie komisch und allein sein.
Klar oft auch schmerzhaft, aber was soll ich tun als das Beste daraus zu machen.

Um es mal konkret zu benennen, zwei höher gestellte Kolleginnen haben in meiner Anwesenheit über mich gelästert. Das war volle Absicht, das ich es höre. Ich verstehe es bis heute noch nicht, warum man so etwas macht. Und mich stört auch meine Reaktion darauf. Nach dem ersten sozusagen Schock, bin ich damit relativ souverän umgegangen. Aber die letzten Wochen beisse ich mich daran fest. Und nicht nur daran, es waren noch andere Dinge im privaten Bereich, alle mit der selben Message, ich scheine absolut falsch und unbedeutend zu sein. So meine Gedanken. Ich weiß man sollte das Verhalten von Idioten nicht auf sich beziehen. Aber wenn es zu viele Idioten sind? Und dann bin ich ja scheinbar nicht unschuldig. Wie muss ich denn sein, damit ich ok für andere bin?
Ich dachte lange, ich richte mich daran nicht aus, aber irgendwo tue ich es ja doch. Dazu eine Portion Wut und Arroganz, weil wer verbiegt sich schon ständig gern für andere und es ist dennoch nie genug.

Ich habe sonst immer so kleine Videos angeschaut, teils von Psychotherapeuten, Philophen, Gurus. Das hatte mich eigentlich einigermaßen über Wasser gehalten.
Das mache ich seit ein paar Monaten nicht mehr. Mag es nicht mehr. Wie als wenn ich keine besseren Gedanken mehr will. Hat ja eh nichts gebracht?

Vielleicht erkenne ich etwas beim Schreiben. Irgendwie stecke ich doch grad in einer Sackgasse.
Am liebsten würde ich mich dafür entschuldigen, dass ich so einen Quark schreibe und mich bedanken, das jemand drauf eingeht und dann denke ich wieder, ich versuche nur wieder so zu sein wie man zu sein hat. Aber am Ende mache ich es doch eh falsch.

• x 4 #10


Feuerschale
Zitat von freely:
Aber Verluste müssen wohl auch betrauert werden. Vielleicht waren es auch keine Verluste sondern eine Befreiung von Illusionen.

Verlieren kann man ja nur was man hat....
oft macht einem da wirklich der Kopf was vor....dass man gerne was hätte oder wie das mit der Zugehörigkeit....
dass man sich beleidigen lassen kann....
obwohl man gar nix hat (also Menschen die einem wirklich im Alltag und auch intim privat verbunden sind)...
bei sowas kanns wirklich ne Befreiung sein, da es nur Hirn hickhack ist....

Dass man für sich Sinn und Freude hat ist dann natürlich auch nochmal was anderes...
ob grau oder bunt.
und ja, oft hängt das ja auch mit Erwartungen zusammen wir rosa Brille wie beim verliebt sein, man ist energiemäßig geladener, positiv erwartungsvoll und motivierter...und es ist körperlich und seelisch spürbar.

Also Sinn, Verbundenheit kann natürlich schon viel ausmachen, dass man Elan hat.
Ist die Frage, wo und wie man das so finden kann, dass es für einen selbst funktioniert.

Am besten auch nicht so toxisch wie....hab da paar tolle Vögel aufm Dach aber alle drei Tage sch.n die aufn Kopf
und machen sonst was....sondern mehr so hab einen Spatz an der Hand, netter Nachbar, Bekannter aus der Kindheit ausm Dorf/Umgebung, Hobbyfreund oder oder und wir haben mal ne gute lustige Zeit zusammen....ein unaufgeregtes Dazugehören wo man nicht ständig um erhalten/gewinnen/verlieren bangen muss...(wie bei Narzissten z B...)

• x 1 #11


Feuerschale
Zitat von freely:
und dann denke ich wieder, ich versuche nur wieder so zu sein wie man zu sein hat. Aber am Ende mache ich es doch eh falsch.

das kann passieren wenn man sich sehr nach außen richtet, viel Konformitätsdruck hat und weniger Sachen aus dem eigenen Innern kommen.

Menschen sind halt teilweise auch so gemacht....dass es soziale Verbundenheit eigentlich braucht.
und wenn man alleine ist, ist man tw ja auch anfälliger, um aus dem Gleichgewicht zu kommen, wenn man Ablehnung erfährt.

Ist nicht gut, wenn man sich (gefühlt) fast ganz verliert, weil man nur noch nach den anderen fragt, wie wollt ihr mich.
Da wird man nie zu ner Ruhe kommen oder eine Antwort finden, die jedem passt.

Ist ja rein rational klar, aber ich kenn das schon auch, dass emotional oft noch irgendwas dranhängt, irgendeine Art zwanghaftes oder abhängig verwobenes Muster. Wenn man diese Brille ablegen könnte, sieht es wieder anders aus (und fühlt sich auch wieder anders an).

• x 1 #12


User_0815_4711
Zitat von freely:
Aber dieses, ich muss gar nichts, fühlt sich irgendwie befreiend an. Nur wenn es zur Gewohnheit wird, halt auch doof.

Ich muss auch nicht. Aber kann und darf (im kleinen möglichen Rahmen).

Zitat von freely:
Vielleicht komme ich davon wieder weg und mache einfach mein Ding. Was ich mir wünsche passiert dann nebenher.
So sollte ich es wohl wieder sehen.

Gute Einstellung. Mit Zwang geht wenig bis nichts.

Zitat von freely:
Vielleicht waren es auch keine Verluste sondern eine Befreiung von Illusionen.

Sehr gut, wenn man das so sehen kann.

Zitat von freely:
ich versuche nur wieder so zu sein wie man zu sein hat.

Wie hat man denn zu sein?

• x 1 #13


Windy
Wir sind alle keine festen Wesen und verändern und ständig. Vielleicht braucht deine Seele gerade das Alleinsein, um sich ohne Störung von äußeren Reizen, neu sortieren zu können. Solche Phasen gibt es. Du schreibst, daß du erst seit 2 Monaten allein bist, das ist nicht lange und ist denke ich eher eine Art Übergang, wo einmal alles losgelassen wird, um wieder Platz für Neues im Leben bekommen zu können.

Dein Nickname Freely weist darauf hin, daß du gerne Frei bist und das bist du im Moment auch und unabhängig von anderen, wenn du das im Moment auch noch nicht ganz erkennst und es als eine Art Niederlage empfindest, aber genau so geht Freiheit, sich von Altlasten befreien, sie loslassen. Manchmal funktioniert das nur, wenn man völlig allein ist und diesen Zustand unbewußt erforschtc, wie er für einen ist und zu einem paßt, wo man variieren muß, im Vergleich zu vorher.

Laß deine Seele ruhig machen und beobachte, was sie dir zeigt und was so alles auftaucht. Vielleicht aufschreiben, mit Journaling und dann nach einer Weile wieder gucken, was da so passiert ist. Man kann sich nicht, nicht ausdrücken und anscheinend ist das gerade eine Etappe deines individuellen Weges. Daß vorher etwas nicht gestimmt hat damit, zeigt dieser neue Ansatz, den du gerade lebst und daraus kannst du etwas neues entwickeln, wenn die Altlasten verarbeitet worden sind.

• x 7 #14


K
@freely Wir scheinen uns gerade in ähnlichen Sackgassen / Kreisverkehren herumzutreiben.

Mein bisheriges Zwischenfazit ist: Wenn ich wirklich im Reinen und okay mit mir selbst wäre, würde es mich wohl nicht stören, was Idioten über mich denken. Dass ich so schnell ins Wanken gerate, hat also wohl etwas mit meinem eigenen Selbstwert zu tun. Nun gilt es, zu erforschen, was Selbstwert überhaupt ist und wie man diesen erlangt - falls das überhaupt geht.

Aber ich bin des Denkens müde und gerade eben tut es mir eher gut, zu realisieren, dass ich wirklich nicht alles noch heute verstehen und in Griff kriegen muss.

Das Nachdenken über warum und wie und was auch immer bringt mich immer wieder weg von dort, wo ich gerade bin... weg von mir.

🍀

• x 3 #15


Poldi1
@Windy
Das hast du klasse erklärt genau so ist es.
Ihr könnt euch immer alle so gut ausdrücken bin richtig neidisch 🙈

• x 1 #16


Nine73
Hallo freely,

schön, dass du dich getraut hast zu schreiben- es tut mir leid, dass es dir gerade so schlecht geht.
Ich kann es gut nachempfinden, fühle mich gerade genauso.

'Oder vielleicht warte ich auch nur darauf gerettet zu werden, wobei doch jeder sagt und weiß, so etwas wird nie passieren.'
In dem Satz finde ich mich komplett wieder- aber ich denke eben auch, dass es irgendeine Hilfe von außen doch geben muss, weil alleine kann ichs ja nicht lösen...oder?
Alle (Therapetin eingeschlossen) sagen, man kann eigentlich nichts machen, es braucht Zeit etc.-
das macht mir sooo riesige Angst und nimmt Hoffnung.

Ich hoffe, ich habe jetzt nicht deinen Beitrag 'gekapert'?! Eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich mitfühle...
Nicht aufgeben, ok?
LG 🙂

• x 2 #17

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freely
Ihr schreibt wirklich alle sehr schön. 🙂
Zur Zeit höre ich mir fast nonstop sachbezogene Potcast an und einer meinte heute, er befasst sich beruflich meistens mit üblen Dingen und wenn er davon dann schlecht drauf ist, zählt er alles auf was gut ist. Zb dass das Dach dicht ist wenn es regnet und lauter solche an sich Selbstverständlichkeiten.
Tja Dankbarkeit war für mich auch selbstverständlich und sie ist mir dennoch abhanden gekommen. Das muss einem dann auch erst mal bewusst werden.

Zitat von Windy:
Du schreibst, daß du erst seit 2 Monaten allein bist, das ist nicht lange und ist denke ich eher eine Art Übergang

Leider kenne ich das schon mein Leben lang so. Immer wieder Phasen wo ich feststelle ich bin eigentlich komplett allein. Aber irgendjemanden gab es eigentlich immer, sei es Familie, Freunde, Bekannte. Doch jetzt ist echt 0. Nicht mal mehr online jemanden zum Schreiben. Alles abgesägt weil ich mir nur benutzt vor kam.
Also ich bin alleine sein schon irgendwo gewohnt. Ja und Freiheit ist die eine Seite der Medaille.
Die andere Seite ist dieses Verlassenheitsgefühl. Und daran kaue ich echt schon lange.



Zitat von User_0815_4711:
Wie hat man denn zu sein?

Man hat so zu sein, daß andere einen mögen. Ich sehe wie andere beliebt sind und gemocht werden. Klar auch nichts neues, wer wünscht sich das nicht. Und dann reicht selbst der Hund der sich freut wenn man wieder nach Hause kommt. Den habe ich auch nicht mehr.
Ich habe einen Teenager zuhause, dem es am liebsten ist wenn er mich nicht sieht. Auch etwas, was mir momentan überhaupt nicht gut tut. Vor allem manch Sprüche, nunja hat sicher jeder schon von gehört.

Wenn ich nicht versuche irgendwie so zu sein wie andere das erwarten, tja dann wird es mit neuen Kontakten noch schwieriger.

Jeder hat sicher schon mal total schräge Leute getroffen, die sich an die üblichen Konventionen nicht halten. Ich denke überwiegend aus Frust. Im Grunde wird es dadurch nur anstrengender und man erhält immer wieder die Bestätigung einer Überzeugung, die überhaupt erst zu dem Frust führte.

Manchmal denke ich, ich mache eine Erfahrung einfach nur der Erfahrung wegen. Dann kann man auch andere besser verstehen wenn man es selbst erlebt hat.
Erfahrung Tiefpunkt, was habe ich falsch gemacht, Demut, was kann ich daraus lernen.

Ich hatte jetzt eine Pause vom Job, kann ihn wohlmöglich wieder weiter machen. Nur will ich das? Hat mich dieses Erlebnis dort nicht so umgehauen? Aber was ist das schon, zwei lästernde Frauen, stehe ich da nicht drüber?
Die wollten mich sicher raus mobben, gönne ich ihnen diese Genugtuung?
Der Job war ok und alle mal besser als nichts und nur mit diesen blöden Gedanken in den Tag hineinzuleben.
Eigentlich würde ich lieber in eine andere Richtung, aber das mache ich ja auch nicht.

Irgendwo sollte ich ansetzen. Und das erscheint mir leichter als einen Arzt anzurufen, Therapeuten zu finden oder eine Selbsthilfegruppe. Sogar spazieren gehen ist grad ziemlich weit entfernt von dem was möglich ist. Wozu alleine spazieren gehen. Dabei bin ich ja gerne in der Natur.
Und erst die ganzen unangenehmen Dinge die sich wieder angehäuft haben.. Es ist immer das gleiche.

Meine Mutter war Quartalstrinkerin. Manchmal denke ich, ich mache es genauso wie sie, nur dass ich nicht zur Flasche greife aber dennoch hin und wieder ausfalle.

Eine andere interessante Feststellung, wenn man für eine Weile wie in Askese lebt und vieles entbehrt hat, fühlen sich anschließend kleinste Dinge wieder ganz besonders an. Vieles wird wieder wie das erste Mal sein.
Mit sozial phobischer Tendenz auch wieder eine Herausforderung. Alles im Kopf so zurecht legen, dass es leicht und normal aussieht. Abstand nehmen von dem Denken, ich bin nur so viel Wert wie mein Besitz oder Erfolg.

Na schaun wir mal. Ich habe nur bedenken, dass ich bei dem Job mit etwas schädlichem in Kontakt kam und mich davon nicht abgrenzen konnte.
Wahrscheinlich geht es manchen so und sie müssen lernen mit klar zu kommen.
Aber wenn es jetzt wirklich jemand zb psychophatisches war? Hm ich bin unsicher was tun. Aber irgendwas muss bzw will ich ja tun. Je länger ich nichts mache, desto schwieriger wird es anzufangen befürchte ich.
Immerhin bin ich jetzt schon mal von der kompletten Abwehr etwas weg gekommen.

Zitat von Nine73:
In dem Satz finde ich mich komplett wieder- aber ich denke eben auch, dass es irgendeine Hilfe von außen doch geben muss, weil alleine kann ichs ja nicht lösen...oder?
Alle (Therapetin eingeschlossen) sagen, man kann eigentlich nichts machen, es braucht Zeit etc.-
das macht mir sooo riesige Angst und nimmt Hoffnung.

Vielleicht kann man es damit vergleichen, dass man die Hand nicht immer gleich sieht, die einem hoch helfen kann. Und "die Hand" kann verschiedenes sein.
Ich glaube ungern Aussagen die absolut sind. "Kann man eigentlich nichts machen".. und was wenn doch?
Klar sollte man schauen was realistisch ist, doch auch aufpassen, dass man nicht zu früh aufgibt.
Ich mache ja auch den Fehler, dass ich meine Zufriedenheit, mein inneres Wohlbefinden an eine Bedingung, einen Umstand knüpfe. Irgendwo binde ich mir ja aber damit selbst den Klotz ans Bein.
Vielleicht gibt es nicht nur den einen Weg.

• x 3 #18


Windy
Zitat von freely:
Leider kenne ich das schon mein Leben lang so.

Dann bist du definitiv kein Gruppenmensch und von der Grundkonstitution her ein Einzelgänger, kannst es aber nicht akzeptieren.

Zitat von freely:
Alles abgesägt weil ich mir nur benutzt vor kam.

Du hast den Status also selbst gewählt, indem du alles abgesägt hast und anscheinend deine Ruhe gesucht hast, wo du diese Verletzung heilen kannst.

Zitat von freely:
Wenn ich nicht versuche irgendwie so zu sein wie andere das erwarten, tja dann wird es mit neuen Kontakten noch schwieriger.

Was willst du mit Kontakten, die auf Täuschung basieren, weil du dich verstellt hast um anzukommen? Das wahre Ich, kommt früher oder später immer wieder zum Vorschein.

Zitat von freely:
Jeder hat sicher schon mal total schräge Leute getroffen, die sich an die üblichen Konventionen nicht halten. Ich denke überwiegend aus Frust.

Die sind in der Regel aber wesentlich interessanter als die oberflächlichen Überallmitgeher. Klingt als ob man sich aus Frust mit ihnen abgeben würde und die anderen besser wären, sind sie aber nicht. Jeder Mensch ist einzigartig und anders, hat seine Stärken und Schwächen.

Zitat von freely:
zwei lästernde Frauen, stehe ich da nicht drüber?
Die wollten mich sicher raus mobben, gönne ich ihnen diese Genugtuung?
Der Job war ok und alle mal besser als nichts und nur mit diesen blöden Gedanken in den Tag hineinzuleben.
Eigentlich würde ich lieber in eine andere Richtung, aber das mache ich ja auch nicht.

Das kann aber auf Dauer ein ganz ordentlicher Streßfaktor sein, wenn man sich dem nicht erwehren kann und die nicht aufhören. Eine Genugtuung für dich ist, daß du dich aus einer nicht mehr lösbaren Situation befreit hast, die dich so genervt haben, daß du davon ausgebrannt bist. Also besser hättest dich nicht entscheiden können, als dich dem gemobbe, weiter auszuliefern und ganz kaputt zu gehen daran.

Zitat von freely:
Irgendwo sollte ich ansetzen. Und das erscheint mir leichter als einen Arzt anzurufen, Therapeuten zu finden oder eine Selbsthilfegruppe. Sogar spazieren gehen ist grad ziemlich weit entfernt von dem was möglich ist.

Solange du ein sollte voraussetzt ist das keine gute Grundlage etwas anzufangen, egal was. Denn das ist ein Zwang und das was du dann machst, würde dir dann auch weder Erfüllung noch Spaß bringen. Wenn sogar sapzieren gehen nicht möglich ist, dann bist du schwer depressiv und gehört ärztlich behandelt.

Zitat von freely:
wenn man für eine Weile wie in Askese lebt und vieles entbehrt hat, fühlen sich anschließend kleinste Dinge wieder ganz besonders an.

Das kenne ich sehr gut, denn ich bin autistisch und auch nahezu ohne äußere Kontakte und das seit nun 14 Jahren. Bin aber trotzdem mit dem zufrieden was mir zur Verfügung steht und mache aus dem was ich habe, für mich das beste. Das Paradies hat ohnehin niemand, wenn es von außen auch anders aussehen mag. Probleme wälzen alle und alle haben ihr eigenes Päckchen zu tragen.

Zitat von freely:
Vielleicht kann man es damit vergleichen, dass man die Hand nicht immer gleich sieht, die einem hoch helfen kann. Und "die Hand" kann verschiedenes sein.

"Die Hand" ist man letztendlich immer nur man selbst. Auch das Grübeln paßt sehr gut zu einer tiefen Depression. Das kann ein Arzt mit einem passenden Medikament mildern oder beheben.

Zitat von freely:
doch auch aufpassen, dass man nicht zu früh aufgibt.

Klingt auch, daß du dir zuviel Druck machst und dieser dich dann wieder erschöpft. Laß dir Zeit, laß dich einfach hängen. Hör auf dich in eine Richtung zu zwängen und hör einfach auf deine Seele was sie jetzt in dieser Abgeschiedenheit zu dir sagt in Form von Gedanken und Gefühlen, die immer wieder hochkommen. Das sind die Muster, die dazu führen, daß das was dir jetzt solches Unbehagen bereitet, aufgelöst werden können. Mit Journaling kannst du das alles festhalten, sortieren und übersichtlich einteilen, dafür kannst du auch die KI nehmen, die das für dich übernimmt, indem du deine Texte von ihr analysieren lassen kannst. So kriegst du wieder Klarheit und einen Leitfaden und wo du am besten zuerst ansetzt und dich das Material für dich nutzen kannst.

Denke aber, daß der organische Einfluß der Depression erstmal am einfachsten zu beeinflussen ist, damit der Kopf wieder klarer wird und die niedergeschlagene Stimmung wieder angehoben wird. Dann kommt auch der Antrieb, der durch die Depression bei Null ist, wieder langsam zurück. Aber laß dir Zeit, der Körper braucht jetzt viel Ruhe und Entspannung.

• x 3 #19


User_0815_4711
Zitat von freely:
Wozu alleine spazieren gehen. Dabei bin ich ja gerne in der Natur.

Hast du die Kraft und Motivation, dabei beispielsweise Pflanzen zu fotografieren und zu bestimmen?

Hat zwar letztendlich auch keinen "Sinn", aber es ist mehr als nur spazieren gehen. Was sich auch nie machte, weil es furchtbar fade ist.

Ich bin früher oft tageweise draußen vor allem im Wald herum gerannt, immer die Augen offen, was es alles so geben könnte.

• x 2 #20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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