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Alleinsein genießen statt unter Einsamkeit zu leiden

201826.06




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Moin. Bin ich hier auch richtig, wenn ich was Positives zum Alleinsein zu sagen habe? ich versuche es mal. Ich bin viel allein, also so klassisch, es sind keine Freunde oder Bekannte in meiner Wohnung und ich treffe mich auch nicht mit welchen (die, die ich noch als Freunde bezeichne sind ziemlich weit weg). Ich kommuniziere aber ziemlich viel mit Menschen im Internet, ich kommuniziere via Messenger, dann habe ich Neurofeedback, da kommuniziere ich auch, mit Thera und Psychiater redet man ja auch.
Im Endeffekt sind mir zu viele Menschen um mich rum, also in diesem DRAUßEN. Ich genieße die Orte, wo ich echt mal meine Ruhe habe (natürlich trage ich meine innere Unruhe mit mir rum). Ich glaube, man kann Alleinsein lernen. Ich kenne Einsamkeit, ich kenne Einsamkeit, die einen fast umbringt und ich kenne schwere Depression(en). Im Moment sind Depressionen nicht das Problem. Wenn Menschen über ihre Einsamkeit reden, dann lese ich darin auch Hilferufe, denn eigentlich will sich niemand einsam fühlen. Ich werde ja schon oft schrägt angeguckt, wenn ich das Alleinsein preise, die Theras und sonstigen "Experten" dieser Welt, werten das schnell und wohl auch gern als Flucht. Ich finde dieses Bewerten ja eher unprofessionell, aber ist halt so.
Ich hatte eine Phase, das war vor Jahren, da war das Alleinsein wirklich noch angenehmer, da war ich auch weniger im Internet, immer draußen unterwegs, bis zur Erschöpfung Musik gehört und oft auch laut mitgesungen (war ja niemand sonst da). ich schreibe den Text hier nicht für mich (kann ich das unterstreichen? *such*) und da ich gerade gelernt habe, dass lange Texte nicht so gut ankommen, werde ich mal zum Schluss kommen. Seht es als ein Plädoyer (okay, die sind aber meist schon länger) für das Alleinesein (natürlich nicht auf Lebenszeit, in einer Phase). Also von der Einsamkeit, in das Alleinesein, hin zu Menschen. Ja, ich könnte mich drüber aufregen, dass ich diesen Schritt immer wieder gehen, weil wieder irgendwas durch die psychische Firewall kracht, was mich aus der Bahn wirft, aber: es ist, wie es ist.
Im Moment bin ich wohl in der Phase, wo mehr chatten (also in Echtzeit und vielleicht telefonieren bei Skype wieder drin sind (da war ich zwar schon 2012, aber: davor wohnte ich in WG's und habe mich mit Menschen getroffen, usw., also das kann man gar nicht miteinander vergleichen. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung (allerdings sind die Survival- oder Lebenshilfe-Skills meist sehr individuell (dem Einen hilft das, was der Anderen überhaupt nichts bringt). Versteht das bitte nicht als Belehrung: Einsamkeit ist kein Zustand, der lange andauern sollte und mit anderen Menschen, die sich einsam fühlen über Einsamkeit zu sprechen, ist oft nicht der richtige Weg, um da raus zu kommen. Man braucht auch keine Belehrer oder Besserwisser (schon klar).

Ist das kurz genug?

Gruß S.

Auf das Thema antworten

10 Antworten ↓



  26.06.2018 13:04  
Hallo,

wenn Dich alleinsein nicht stört und Du damit klarkommst, warum denn nicht? Jeder , wie er will.





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  26.06.2018 13:09  
Ich plädiere eher dafür, dass Alleinsein von der Einsamkeit zu trennen. Ich habe den Eindruck, dass wird oft in einen Topf geworfen und - wie gesagt - ich finde nicht, dass viele Therapeuten das akzeptieren, dass Alleinsein auch eine Entscheidung sein kann (wohingegen Einsamkeit nicht gewählt wird). Geht Gott sei Dank nicht darum, was die Therapeuten für einen für einen Lebensentwurf im Kopf haben. Meine sonstigen Texte zu dem Thema sind dann auch "etwas" länger.

Danke2xDanke


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Braunschweig, Niedersachsen
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  26.06.2018 13:19  
Was das allein sein angeht kann dich gut verstehen, einsam bin ich schon wegen meiner Kinder nicht, aber ich genieße es regelrecht mal komplett allein zu sein.
Meine Musik auf den Kopfhörern und an nichts denken, wenn die Kids mal ein WE bei Oma und Opa sind, kann ich mich da schon komplett verlieren und bin den ganzen Tag "Offline".

Ich finde diese Zeit heilsam oder wie mein Schwager sagen würde : "Metal wäscht den Dreck von der Seele"



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NRW
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  26.06.2018 14:25  
Also ich bin auch manchmal voll gerne alleine.

Denke aber zwischen Einsamkeit und alleine ist schon ein Unterschied.

Genauso bin ich natürlich auch froh wenn Frau , Kind und Freunde da sind





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  26.06.2018 14:29  
Zitat:
Was das allein sein angeht kann dich gut verstehen, einsam bin ich schon wegen meiner Kinder nicht, aber ich genieße es regelrecht mal komplett allein zu sein.
Meine Musik auf den Kopfhörern und an nichts denken, wenn die Kids mal ein WE bei Oma und Opa sind, kann ich mich da schon komplett verlieren und bin den ganzen Tag "Offline".


Ich merke, seitdem ich wieder in der Großstadt wohne, dass ich Deich, Wald, Meer und Weite vermisse (wo man echt mal seine Ruhe hat - Grünanlagen und Waldstücke gibt es hier zwar auch - ist aber ein großer Unterschied). In meiner Wohnung zu entspannen ist, auch mit Kopfhörern auf, halt schwierig, wegen der Geräusche und des Umfeldes.


Ich finde diese Zeit heilsam oder wie mein Schwager sagen würde : "Metal wäscht den Dreck von der Seele"

Zitat:
Denke aber zwischen Einsamkeit und alleine ist schon ein Unterschied.

Eben, sehe ich doch genauso, darum geht es mir ja.



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  26.06.2018 14:36  
Bei mir ist es momentan anders, ich bin nicht gern alleine, da kommt viel Angst auf, das ist wegen meinem permanenten Schwindel und den dauerhaften Kopfschmerzen und stechen linke Seite. Früher war ich gerne mal ein paar Stunden alleine, aber jetzt zähle ich die Stunden bis mein Mann von der Arbeit kommt. Ist echt grausam.
LG Sily





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  26.06.2018 14:48  
Zitat:
Bei mir ist es momentan anders, ich bin nicht gern alleine, da kommt viel Angst auf, das ist wegen meinem permanenten Schwindel und den dauerhaften Kopfschmerzen und stechen linke Seite. Früher war ich gerne mal ein paar Stunden alleine, aber jetzt zähle ich die Stunden bis mein Mann von der Arbeit kommt. Ist echt grausam.
LG Sily


Das kann ich gut nachvollziehen, dass Du dann froh bist, wenn wieder wer um Dich rum ist. Alleinsein hat halt den Nachteil, dass wenn wirklich mal was ganz Übles ist, auch alleine eine Lösung gefunden werden muss (ich hab eher keine Beziehung zu meinen Nachbarn). Meinem Hausarzt wäre das für einen Hausbesuch wohl schon zu weit, einen anderen habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.
Temporäres Alleinesein in einer Partnerschaft empfinde ich aber anders, als dauerhaftes Alleinesein (ohne Beziehung, etc.). Bei der einen Variante weiß man ja ungefähr, wie lange die Phase des Alleineseins dauern wird und kann sich darauf einstellen.

Gruß
S.



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  26.06.2018 19:45  
Sonnenläufer hat geschrieben:
Ich plädiere eher dafür, dass Alleinsein von der Einsamkeit zu trennen.


Sehe ich auch so. Ich bin schon jahrelang alleine aber ich fühle mich überhaupt nicht einsam. Ich fühle mich im Gegenteil am wohlsten wenn ich alleine bin. Deswegen will ich auch weiter alleine sein. Es liegt vermutlich daran dass ich nicht so gut in sozialer Interaktion bin. Durch das Alleinsein ändert sich dies auch nicht.



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Colorado/USA (war: Ruhrgebiet)
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Status: Online online
  29.06.2018 09:49  
YesItsMe0 hat geschrieben:

Sehe ich auch so. Ich bin schon jahrelang alleine aber ich fühle mich überhaupt nicht einsam. Ich fühle mich im Gegenteil am wohlsten wenn ich alleine bin. Deswegen will ich auch weiter alleine sein. Es liegt vermutlich daran dass ich nicht so gut in sozialer Interaktion bin. Durch das Alleinsein ändert sich dies auch nicht.


Ich kann mich der Ansicht generell auch erstmal anschließen. Aber das Ende klingt mir doch manchmal immer noch nach Teufelskreis?!
Macht es dich nicht nervös oder hast Du keine Angst, dass Du soziale Interaktion ganz verlernst? Mir manchmal schon.

Andererseits bin ich zwischendurch auch auf eine gute (wie ich finde) Redewendung gestoßen:

"Bei den falschen Menschen kannst du nichts richtig machen. Bei den richtigen Menschen kannst du nichts falsch machen."

Also kann man soziale Interaktion irgendwie gar nicht groß verlernen. Weil es ja nicht nur an einem selbst liegt, sondern immer auch an der anderen Seite (nun, Extremfälle jetzt mal außen vorgelassen). Sich einfach "normal" verhalten, sollte einen doch immer mal wieder in Gesellschaft zurückführen... Nun ja, wenn man es nach einer gewissen Zeit alleine überhaupt noch möchte...

Ich weiß es immer öfter nicht mehr, wenn ich mir so ansehe, wie sich die Gesellschaft, die Welt, entwickeln...

Danke1xDanke


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  30.06.2018 21:15  
Hallo,
auch ich finde es schön alleine zu sein, in Ruhe vor mir hinzutüfteln und meinen Hobbys nachzugehen.
Ich bin sehr selten alleine, habe Familie, manchmal vermisse ich es richtig.
Aber ich denke wenn man dazu gezwungen ist , weil keine Familie oder Freunde vorhanden sind ist es etwas anderes?
Gruß Meryem



Dr. Reinhard Pichler

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