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kritisches_Auge

kritisches_Auge
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Die Paartherapeutin Kehlet Lins ist davon überzeugt, das Menschen mehrere Menschen gleichzeitig lieben können, die bisherige Form der Ehe ist lediglich ein kulturelles Erbe. Dass die bisherige Form der Ehe kein Erfolgsschlager ist, zeigt, dass in der Stadt jede zweite Ehe, auf dem Land jede dritte Ehe geschieden wird.

Eine lebenslange monogame Beziehung die womöglich über 60 Jahre geht, ist heute eher eine Seltenheit.

Menschen suchen nach dem perfektem Partner um dann nach einigen Jahren festzustellen, dass er nicht perfekt ist. Sicher gibt es Menschen die zufrieden in Monogamie leben, aber es ist eher die Ausnahme.

Es gibt die Fähigkeit mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben, Eltern lieben auch mehrere Kinder gleichzeitig und man hat zu mehreren Freunden eine tiefe herzliche Beziehung.

Monogamie ist leichter, in polygamen Beziehungen muss darauf geachtet werden, dass es dem Daheimgebliebenen gut geht, dass er etwas hat das ihn ausfüllt.

Es ist zu schaffen, dass man den Partner so liebt, dass man möchte, dass es ihm gutgeht, dass er zufrieden ist. Eifersucht muss ernstgenommen werden, es muss geredet werden.
Polyamorie erfordert viel Kommunikation und viel Training.
Dies ist sinngemäß der Inhalt eines Gesprächs mit der Paartherapeutin Kehlet Lins.

Ich habe mir schon als sehr junge Frau nicht vorstellen können, mit dem gleichen Partner womöglich 60 Jahre lang zusammen zu sein und ich war der Auffassung, dass sich Gefühle nicht versprechen lassen. Wir wollten es versuchen und wir haben unseren Weg gefunden.

20.04.2021 x 1 #1


82 Antworten ↓
Tautropfen

Tautropfen
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Ich glaube an dieses Lebenskonzept.

Gerade ich?, die sich nach 35 Jahren Ehe getrennt hat. Über meine Ehe schreibe ich nicht.

Trotzdem glaube ich daran für immer zusammenzubleiben.
Egal, was wer sagt. Für mich sind alle anderen keine Beispiele, auch keine Anregungen. Ich richte mich nicht danach.

Es ist ganz klar, dass nach einer gewissen Zeit, die Schmetterlinge im Bauch verfliegen. Das ist normal.

In einer langjährigen Beziehung ist vielleicht der "Kick" nicht mehr da, aber dafür bekommt man etwas anderes...
Beständigkeit, Heimat, Vertrauen, Geborgenheit, Zärtlichkeit..
Werte, die meiner Meinung nach, tausendmal schöner sind, als der Kick durch jemanden Neuen.

Nicht alles muss mir an meinem Partner gefallen. Und Streit gibt es wohl auch. Dann gehören für mich die Fähigkeiten dazu Kompromisse einzugehen und die Kommunikation miteinander.
Frage ich mich manchmal, ob das in heutiger Zeit verloren gegangen ist.
Ich glaube leider schon. Wenn man nur sich selber sieht, scheint man für alles andere blind.

Am Ende eines gemeinsamen Lebens ist vielleicht nicht alles Gold was glänzt, aber es war ein gemeinsames Leben.
Alle Hürden gemeistert. Gemeinsame Lebensgeschichte. Zusammenhalt. Vielleicht Kinder und Enkelkinder.
Also jede Menge Leben.
Und wenn ich einen Hinterbliebenen fragen würde, was er am meisten in seinem Leben vermisst, dann glaube ich, dass dieser Mensch seinen Lebenspartner vermisst.

Eine Freundschaft Plus käme für mich persönlich nicht in Frage. Dieses Kopfkino, die Ängste und alles was da sonst noch zu gehört, würde ich mir definitv ersparen.
Ich habe es mit alten Werten. Treue gehört für mich dazu.
Was auch nicht heißen soll, dass man ständig aufeinanderglucken muss. Freiräume gehören dazu.

Im Übrigen kann jeder machen was er will, solange er einem anderen nicht schadet.

15.04.2021 12:16 • x 5 #49


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Wenn das Herz wächst - lebenslange Monogamie eine Illusion?

x 3


E

Emelieerdbeer
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Zitat von hereingeschneit:
Kannst du mal versuchen die Unterschiede mit Worten festzuhalten? Was ist anders?


Ich kannst versuchen.
Also die Liebe zu meinem Mann ist vor vielen Jahren ziemlich schnell gewachsen. Sehen, verlieben, das übliche halt aber das es diese Liebe hat sich innerhalb von 20 Jahre natürlich verändert. Wir sind nicht mehr wild ineinander verliebt und sehen nur das gute, schöne, tolle im anderen. Sondern wir kennen uns in unseren strahlendsten aber auch in unseren schwärzesten Momenten, wir kennen alle unsere Stärken, unsere Schwächen, unsere Macken die liebenswerten und die nervenden. Bei meinem Mann kann ich IMMER die sein die ich grade bin ich weiss er hält es aus wenn ich schwach, krank, ungerecht und wütend bin er geniesst es wenn ich frei, fröhlich, kreativ und manchmal auch peinlich bin umgekehrt genau so. Die existenziellen Krisen (wie Krankheit, Tod, Verlust und die ganz persönlichen Tragödien) teilen wir miteinander und wachsen daran wir zerbrechen und verbittern nicht was vermutlich passieren würde wenn wir sie alleine tragen müssten. Er ist mein sicherer Hafen ich weiss egal was es ist wir finden gemeinsam eine Lösung, er ergänzt mich und ich ihn.
Die Liebe zu meinen Kindern ist eine völlig andere. In dem Moment wo sie geboren waren war klar ich werde ALLES für sie tun ich werde alles geben was ich habe um diese Kinder zu schützen und zu zufriedenen Menschen zu machen, egal was passieren wird, egal was kommt sie sind und bleiben meine Kinder. Die Bedürfnisse meiner Kinder stehen immer vor meinen ( das ist so da kann ich nix gegen machen auch wenn jeder Eriehungsguru vermutlich graue Haare deswegen bekommt ). Ich würde für diese Kinder mein Leben geben wenn es sein muss. Sie sind, buchstäblich, ein Teil von mir und das werden sie immer sein egal was auch werden wird.
Die Liebe zu meinen Freunden tja die ist warm und freundlich wir teile vieles aber nicht alles. Sie geben mir Rat und ich ihnen. Wir lachen zusammen, wir weinen zusammen. Wir finden oft die selben Dinge gut und trotzdem, wenn ich einen meiner Freunde verlieren würde dann wäre es tragisch aber Dinge verändern sich, Menschen verändern sich und Freundschaften eben auch und manchmal, auch wenn es kurz weh tut, passt es nicht mehr und die Wege trennen sich.

Wenn ich es also in wenigen Worten die jeweilige Liebe beschreiben müsste dann ist die Liebe

zu meinem Mann, tief, vertraut, sicher und mein zu Hause
zu meinen Kinder bedingungslos und nicht zu brechen
zu meinen Freunden warm und herzlich aber nicht unveränderlich

Ich hoffe ich hab so halbwegs rüberbringen können was ich meine, aber naja ich bin kein besonders guter Wortakrobat.

02.03.2021 16:31 • x 5 #38


Zum Beitrag im Thema ↓


Abendschein
Das mag ja sein, das es so etwas gibt. Für mich würde das aber alles in Streß enden. Ich habe einen anstrengenden Beruf, der mich viel Zeit und Nerven kostet. Ich brauche ein sicheres Zuhause indem ich mich wohl fühle, indem ich relaxen kann. Wenn ich mir vorstelle, daneben noch mehrere Männer zu haben, dann frag ich mich wie das gehen soll? Ist es nicht auch etwas ekelig, mehrere Männer in mein Heiligtum zu lassen? Jedem das seine. Für mich kommt dieser Weg nicht in Frage. In der Kirche war es für mich sehr wichtig zu sagen, ich bleibe dir treu, in guten und in schlechten Tagen, bis das der Tod uns scheidet und daran halte ich fest, seit knapp 30 Jahren. Es geht mir gut damit.

x 3 #2


M
Es sind zumindest rechtlich alle Versionen möglich. Wer möchte, kann monogam leben, wer nicht der nicht.
Egal, ob man sich für einen Weg entscheidet, eine Veränderung bzw. Entwicklung wird immer stattfinden. Die Frage ist, wollen beide Parteien diese mittragen und so eine "Entwicklungspartnerschaft" er-leben?
Als höchstes Ziel strebe ich Zuneigung zu und Verbundenheit mit allen (!) Lebewesen an. Körperliche Nähe und Lebensgemeinschaft spielen hier keine Rolle.

x 2 #3


Mondkatze
Huhu @kritisches_auge

Ist das jetzt ein Zitat oder sind das deine Gedanken?
Ist leider nicht ersichtlich für mich.

x 2 #4


Calima
Zitat von kritisches_Auge:
Ich habe mir schon als sehr junge Frau nicht vorstellen können, mit dem gleichen Partner womöglich 60 Jahre lang zusammen zu sein und ich war der Auffassung, dass sich Gefühle nicht versprechen lassen


Darüber habe ich nie nachgedacht. Wenn ich geliebt habe, dann immer mit Haut und Haaren und dem Gefühl der Unendlichkeit.

Und wenn es irgendwann vorbei war, war es vorbei. Manchmal war das mit großem Schmerz verbunden, manchmal passierte es einfach. In jedem Fall war es, wie es war.

Und die nächste Liebe durfte mich wieder voll und ganz in ihren Bann ziehen. Lieben konnte ich aber immer nur einen zur selben Zeit. Spaß haben auch mit mehreren, aber nicht, während ich jemanden liebte.

Die letzte große Liebe hält nun seit 25 Jahren. So wie es aussieht, wird sie tatsächlich diejenige sein, die erst der Tod trennt.

x 2 #5


Luna70
Zitat:
Dass die bisherige Form der Ehe kein Erfolgsschlager ist, zeigt, dass in der Stadt jede zweite Ehe, auf dem Land jede dritte Ehe geschieden wird.


Man kann es auch umdrehen, die Mehrzahl der Ehen hält. Wink

Ich kann nur für mich persönlich sagen, dass die Prägung durch Eltern und Umfeld für mich gar keine Rolle spielen. Meine Eltern leben nicht mehr und auch sonst gibt es niemanden, der mich da irgendwie beeinflussen würde. Auch die Religion nicht. Das kommt schon aus mir selbst, dass mein Eheversprechen für immer gilt. Zumindest für meine Teil gilt tatsächlich, bis der Tod uns trennen wird.

x 6 #6


E
Ich kann mir eine 3 -er Beziehung Mann- Mann - Frau oder Frau -Frau - Mann auch nicht wirklich vorstellen.
Da ist doch immer 2 die sich näher stehen und der 3 etwas abseits.

Ich finde auch nicht das die Ehe oder altmodisch ist oder nicht mehr zeitgemäß.
Wenn man sein Ehepartner wirklich liebt braucht man daneben nicht noch eine weitere Person.

Aber das ist -meiner Meinung nach - eine Mode Erscheinung der heutigen jungen Generation - Das Internet und Handy fluten regelrecht mit Informationen und Eindrücken, dass man sich nicht mehr aus etwas festgelegen oder etwas gut finden kann/will sondern immer der drang nach noch mehr / noch besser besteht.

Anstatt sich auf das besinnen was man hat. Dankbar zu sein und das zu schätzen wissen.
Diese Entwicklung halte ich für fatal.

Letztlich muss das aber jeder für sich selber entscheiden.

Für mich gehören Vertrauen, Liebe und Geborgenheit zusammen und für mich funktioniert das nur in einer Ehe.

Liebe zu Ehepartner und liebe zu einem Kind vergleichen zu wollen mit liebe zu einer 3- Person in einer Beziehung find ich ad absurdum geführt.

Mann muss doch dabei auch an die Kinder denken ich hätte nicht zwei Mütter und ein Vater oder zwei Väter und eine Mutter wollen..... stirnrunzeln

x 5 #7


kritisches_Auge
rero, in früheren Zeiten war es durchaus üblich, mehrere Menschen zu lieben, allerdings galt das nur für die Männer, die Männer hatten mit Billigung der Gesellschaft ihre kleine Freundin und in anderen Kulturen ist es durchaus üblich.

Liebe kann sich wandeln, sich ändern und nach neuen Möglichkeiten suchen, mehrere Gefühle können durchaus nebeneinander bestehen.

x 1 #8


Hallo2020
Sehr interessantes Thema! Lese gerne mit Daumen hoch

x 1 #9


klaus-willi
Ich bin und war nie verheiratet.
Bin aber der festen Überzeugung das nur Ehepartner richtig glücklich sein können wenn sie auch sehr gute Freunde sind.
Die Liebe kann ja etwas nachlassen aber die Freundschaft kann das ganze Leben halten.
Und so wie in jeder Freundschaft muß sie gegenseitig sein und Krisen überwinden können.

x 6 #10


kritisches_Auge
Das möchte ich ganz dick unterstreichen.
Liebe ist ein Gefühl das sich ändern kann, es ist schön, wenn es anders ist, aber es gibt keinen Anspruch darauf, dass die Liebe noch so besteht wie vor zwanzig Jahren.

Gut ist es, wenn die Partner sich darum bemühen, richtig gute Freunde zu werden, Freundschaft bleibt, Gefühle nicht unbedingt.

x 3 #11


klaus-willi
Zitat von kritisches_Auge:
Freundschaft bleibt, Gefühle nicht unbedingt.

Freundschaft kann ja auch Liebe sein.
Und dann sind bestimmt auch Gefühle vorhanden.
Was ist überhaupt Liebe ?

x 1 #12


Hallo2020
Jetzt wird's tiefsinnig ^^
Zitat von klaus-willi:
Was ist überhaupt Liebe ?




Zitat von kritisches_Auge:
Gut ist es, wenn die Partner sich darum bemühen, richtig gute Freunde zu werden, Freundschaft bleibt, Gefühle nicht unbedingt.

Hmm aber ob man dann noch Partner ist oder es irgendwann verstaubt zu einer guten Freundschaft ? Muss jeder selbst entscheiden was er will, ich könnte nicht mit jemanden zusammen bleiben für den ich keine romantischen Gefühle mehr hege.

#13


kritisches_Auge
Du bist noch sehr jung, fasse das bitte nicht negativ auf, junge Menschen sind toll, sie können mir oft mehr Input geben als ältere weil sie neue Ideen die noch nicht durch Erfahrungen vorgeprägt sind.

Stichpunkt: romantische Liebe, Liebe ja, Liebe ist eine Bejahung des anderen, die Seelen begegnen sich, es ist eine Kenntnis des anderen und gerade deshalb ist sie nicht mehr romantisch, Romantik beinhaltet für mich Illusionen.

Aber vielleicht können sie sich sehr junge Menschen noch nicht in eine dreißigjährige oder noch längere Ehe hineindenken, das Thema ist schwierig.

x 5 #14


Calima
Zitat von kritisches_Auge:
Gut ist es, wenn die Partner sich darum bemühen, richtig gute Freunde zu werden, Freundschaft bleibt, Gefühle nicht unbedingt.

Dann ist es aber keine Liebesbeziehung mehr.

x 2 #15


Hallo2020
Zitat von kritisches_Auge:
Du bist noch sehr jung, fasse das bitte nicht negativ auf, junge Menschen sind toll, sie können mir oft mehr Input geben als ältere weil sie neue Ideen die noch nicht durch Erfahrungen vorgeprägt sind. Stichpunkt: romantische Liebe, Liebe ja, Liebe ist eine Bejahung des anderen, ...

Hmm der Meinung bin ich ehrlich gesagt nicht , ich meine es mag sein das ich in 20 Jahren anders denke aber ich möchte keine Beziehung die irgendwann nur noch aus Freundschaft besteht.

x 1 #16


Abendschein
Zitat von Calima:
Dann ist es aber keine Liebesbeziehung mehr.

Stimmt nicht. Kann man nicht verallgemeinern. Es gehört nicht nur Sex in einer guten Beziehung. Ich kann auch ohne Sex eine Liebesbeziehung haben, so tief und schön, die ich mit keinem anderen Menschen haben will.

x 5 #17

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Hallo2020
Von Sex war doch garnicht die Rede oder ? Für mich gehört zu romantischen Gefühlen auch mehr als nur Sex. Unterscheidet sich meiner Meinung nach aber trotzdem stark von sich nur noch freundschaftlich lieben.

x 1 #18


Mondkatze
Hallo @kritisches_auge

Warum bekomme ich denn keine Antwort auf meine Frage?
Habe dich auf Seite 1 etwas gefragt.

x 1 #19


Angor
Zitat von Hallo2020:
Jetzt wird's tiefsinnig ^^ Hmm aber ob man dann noch Partner ist oder es irgendwann verstaubt zu einer guten Freundschaft ? Muss jeder selbst entscheiden was er will, ich könnte nicht mit jemanden zusammen bleiben für den ich keine romantischen Gefühle mehr hege.

Und was ist mit ewiger Treue? Das Verprechen was man sich bei der Hochzeit gegeben hat? Gilt das heute nicht mehr?

Man sollte angesichts der heutigen Zeit, wo schon bei geringsten Problemen in der Ehe das Handtuch geworfen wird, oder einem der S. mit dem Partner nicht mehr genügt, mannur selber an sich denkt u.U. den Partner verletzt, weil man glaubt, die Liebe ist nicht mehr so da, diesen Spruch in der Kirche und dem Standesamt umändern.

Das klingt doch sonst so wie der blanke Hohn, wenn man sich nach ein paar Jahren eh wieder scheiden lässt.

x 2 #20


A


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