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Samsung1

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Hallo liebe Forenkollegen.

Ich beschäftige mich schon eine Zeit lang mit Eifersucht und lese immer wieder Beiträge, Artikel und setzt mich auch mit mir selbst auseinander.
Was mich aber echt beschäftigt ist folgendes:

Ich lese immer wieder das Eifersucht mit Verlustängsten, Selbstzweifel etc. zu tun hat, was in gewissen Maß auch sicherlich richtig ist.
In vielen Kommentaren etc. liest man, lass deinem Partner/in Freiraum und setz dich mit der selbst auseinander.

Ist unsere Gesellschaft wirklich so geworden, dass jeder tun und lassen kann was er möchte (ich nehme jetzt ein paar Dinge wie Fremdgehen etc. raus).
So wie ich immer lese, ist weggehen mit dem Ex, Kontakt zu anderen Frauen/Männern in welcher Art auch immer (wie oben natürlich Fremdgehen etc. nicht),
Partynächte bis früh in den Morgen etc. absolut Gesellschaftsfähig.

Die Frage die aber in mir vor geht, sollte mir mein Partner/in nicht "das wichtigste" sein und es mir auch wichtig sein, dass es ihm/ihr gut geht und mich da auch etwas zurück halten.
Ist es so schwer sich in einer Beziehung selbst etwas einzuschränken? Natürlich weiß derjenige der sich mit dem Ex etc. trifft immer was dahinter steckt, aber der Partner halt nicht, und
das dieser wohl keine Party feiert sollte ja verständlich sein.
Ist es für die Menschen so wichtig geworden sich selbst zu verwirklichen und auszuleben, ohne Rücksicht auf Verluste und die Gefühle des anderen. Muss jeder nur für sich kämpfen um seine Eifersucht zu bekämpfen?

Ich finde der Begriff Verlustangst ist immer so negativ behaftet, wäre es aber nicht schlimm, wenn man keine Angst davor hat, den Partner zu verlieren?
Man möchte doch nichts verlieren, was man liebt oder was einem wichtig ist.

Muss man sich den Gefahren stellen, die es verbirgt wenn man Partys feiert. Ist es nicht so, daß wenn man seinen Alltag bestreitet, sich um Kinder kümmert und Geld diskutieren muss etc. irgendwann einer/eine kommt mit der/dem man das scheinbar nicht muss und dort das Gras grüner zu sein scheint? Kommt nicht immer irgendwann die Lust auf was neues und man kann dann eigentlich nur mit dem Verstand entscheiden und beim alten bleiben und sich dann wenn sich scheinbar was entwickelt sich aus der Schusslinie nehmen?

Sind die alten Werte nicht mehr wert? Ich meine damit nicht Frauen unterdrücken und muss nur Zuhause sitzen. Ich fahre schon die Schiene der Gleichberechtigung und was ich nicht möchte von der Partnerin mache ich auch nicht.

Warum sind vielen die Meinung des Partners so unwichtig und wenn er wirklich was nicht möchte weil er ein ungutes Gefühl dabei hat, muss man seinen eigenen willen durchsetzen weil man sich sonst scheinbar aufgibt?

Ich bin auf eure Antworten gespannt.

20.11.2018 13:36 • 22.11.2018 x 2 #1


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Zitat von Samsung1:
sollte mir mein Partner/in nicht "das wichtigste" sein

Zitat von Samsung1:
Ist es so schwer sich in einer Beziehung selbst etwas einzuschränken?

Wieso soll der Mensch, der dir am wichtigsten ist sich deinetwegen einschränken? Ist jemand gut genug für dich, der dir einzelne Kontakte oder Hobbys verbietet? Falls nicht, wieso ist es andersrum in Ordnung? Im Internet lese ich oft, dass jemand für eine "feste Beziehung" gesucht wird. Nicht ein Mensch, dessen Einzigartigkeit man lieben kann, sondern ein Ding, das eine vorher festgelegte Funktion erfüllt. Funktioniert sowas langfristig? Macht es glücklich? Ich weiß es nicht, aber ich hab nciht den Eindruck, dass viele glückliche Menschen durch die Gegend laufen. Das war eine Meinung unter vielen dazu.

20.11.2018 19:39 • x 2 #2


Icefalki

Icefalki


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Samsung, wie es Paracelsus im 16. Jahrhundert sagte: Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.

Insofern wird jedes Paar seine "Dosis" festlegen müssen. Verallgemeinern kann man das nicht. Aber jede Beziehung sollte auf Augenhöhe, Respekt und gegenseitiger Rücksichtnahme stattfinden.

20.11.2018 19:53 • x 2 #3


Samsung1


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Ach leute ich weiß auch nicht. Für mich hat eine Beziehung und ein Mensch den ich liebe den höchsten Stellenwert. Wenn
ich mich auf eine Beziehung einlasse, dann mit voller Überzeugung.

Ich denke richtig oder falsch gibt es hier nicht wirklich sonder mein Richtig und das Richtig für den anderen.
Ich liebe einfach mit Haut und Haaren und versuche meine Partnerin zu unterstützten etc.

20.11.2018 21:10 • x 2 #4


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Deine Überzeugungen sind ja völlig in Ordnung. Woher sie kommen, ist ein anderes Thema, über das wir jetzt aber nicht reden müssen. Die Überzeugungen anderer sind halt Dummerweise nur genauso "richtig" wie deine (Intersubjektivität). Macht die Sache nicht einfacher, aber niemand will sich halt kritisiert oder abgelehnt fühlen. Du kannst dich ändern und die Konsequenzen tragen oder dich nicht ändern und die Konsequenzen tragen. Dich für Liebe oder für Angst entscheiden. Beides völlig legitim und beides wird es immer geben (müssen) auf unserer so ziemlich untersten Ebene der Existenz.

20.11.2018 21:47 • #5


Safira

Safira


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Zitat von Samsung1:
Ach leute ich weiß auch nicht. Für mich hat eine Beziehung und ein Mensch den ich liebe den höchsten Stellenwert. Wenn
ich mich auf eine Beziehung einlasse, dann mit voller Überzeugung.

Ich denke richtig oder falsch gibt es hier nicht wirklich sonder mein Richtig und das Richtig für den anderen.
Ich liebe einfach mit Haut und Haaren und versuche meine Partnerin zu unterstützten etc.

Dann wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben und dir genauso einen Partner suchen müssen der genauso ist wie du ihn haben willst.

20.11.2018 21:51 • #6


Samsung1


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Zitat von mehr:
Deine Überzeugungen sind ja völlig in Ordnung. Woher sie kommen, ist ein anderes Thema, über das wir jetzt aber nicht reden müssen. Die Überzeugungen anderer sind halt Dummerweise nur genauso "richtig" wie deine (Intersubjektivität). Macht die Sache nicht einfacher, aber niemand will sich halt kritisiert oder abgelehnt fühlen. Du kannst dich ändern und die Konsequenzen tragen oder dich nicht ändern und die Konsequenzen tragen. Dich für Liebe oder für Angst entscheiden. Beides völlig legitim und beides wird es immer geben (müssen) auf unserer so ziemlich untersten Ebene der Existenz.


Die Frage ist es, kann man sich wirklich noch ändern in einem Gewissen alter? Wenn dem so ist, könnte man doch auch hoffen (nicht davon ausgehen), das der Partner sich, von sich aus auch ändern könnte oder nicht?

21.11.2018 06:46 • #7


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Zitat von Samsung1:
Die Frage ist es, kann man sich wirklich noch ändern in einem Gewissen alter?

Ich selbst hab mich mit über 30 noch radikal geändert. Gerade was das "Loslassen" (allgemein und auch beim Partner) angeht. Je älter man wird, desto schwieriger ist es natürlich, aber grundsätzlich ist das natürlich immer möglich und nach meinen eigenen Erfahrungen klingt es für mich ein wenig nach ner Ausrede, wenn einer sagt, dass er zu alt ist, um noch was zu ändern.

Zitat von Samsung1:
könnte man doch auch hoffen (nicht davon ausgehen), das der Partner sich, von sich aus auch ändern könnte

Klar, man kann auch hoffen, dass ein fliegendes Spaghettimonster zum Fenster reinfliegt und einem 3 Wünsche erfüllt. Die Sache ist halt, dass man die äußeren Umstände kaum bis gar nicht kontrollieren kann, wohl aber welche Entscheidungen man selber trifft. Wenn man das wirklich begriffen hat, ohne Gräuel akzeptieren kann, dass andere anders und dennoch nicht falsch sind, kann man anfangen, die eigene "Programmierung" zu ändern. Bis zu dieser Erkenntnis kann man ihr nur folgen.

21.11.2018 08:45 • #8


Samsung1


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@ Mehr

Da hast du natürlich absolut recht. Ich selbst habe mich ja auch schon etwas geändert.
Aber das Loslassen fällt mir noch etwas schwer.

21.11.2018 09:40 • #9


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Loslassen ist das Schwerste, was man tun kann. Liegt daran, dass das Gehirn auf Energiesparen ausgelegt ist, weil es früher nicht so viel Nahrung gab, als der Mensch sich entwickelte und sich selbst zu hinterfragen sehr viel Energie kostet. Aber möglich ist es auf jeden Fall und viele andere Dinge ergeben sich dann ganz von selbst.

21.11.2018 09:46 • #10


Emelieerdbeer

Emelieerdbeer


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Die Frage ist wo ziehst du für dich und deine Partnerin die Grenze?
Klar Fremdgehen sollte ein no go sein in einer Partnerschaft.
Aber was ist mit Sportvereinen, Weiterbildungen, Job etc. Was ist wenn man sich mit dem Kollegen im Büro gut versteht, mit dem Sportpartner nach der Stunde noch was trinken möchte? Die alte Clique sich trifft, Klassentreffen bei denen vielleicht auch der Jugendschwarm ist? Alles verboten? Alles nicht gewollt? Was ist wenn Tanzen die grosste Leidenschaft und der Lieblingssport sind gebe ich das auch weil mein Trainingspartner nunmal leider ein anderes Geschlecht hat als ich und mein Partner damit ein Problem hat? Wo ist die Grenze? Darf ich an der Supermarktkasse nur noch nur weiblichen Kassiererin?

Ja Rücksichtnahme ist gut, sinnvoll und vernünftig aber doch nur in einem Rahmen wo es BEIDE Partner vertreten können oder ? Du willst doch sicherlich nicht dass deine Partnerin aus lauter Rücksichtnahme auf deine Befindlichkeiten selber unglücklich wird weil sie sich im ständigen Konflikt befindet oder ?

Wenn ich meinen Partner liebe dann möchte ich auch das er sich wohlfühlt dazu muss man halt manchmal auch von beiden Seiten Kompromisse schliessen und damit meine ich jetzt nicht mein Partner darf ja einmal im Monat weg gehen aber dann nur mit Geschlechtsgenossen in eine Location die mir recht ist und auch nur bis die Laternen angehen.

21.11.2018 09:55 • x 1 #11


Samsung1


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Hier wäre noch die Frage, was du unter Loslassen verstehst. Den Partner so zu lassen wie er ist, oder ihn alles machen zu lassen was er will.
Was bedeutet für die loslassen?

21.11.2018 11:47 • #12


Samsung1


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Zitat von Emelieerdbeer:
Die Frage ist wo ziehst du für dich und deine Partnerin die Grenze? Klar Fremdgehen sollte ein no go sein in einer Partnerschaft. Aber was ist mit Sportvereinen, Weiterbildungen, Job etc. Was ist wenn man sich mit dem Kollegen im Büro gut versteht, mit dem Sportpartner nach der Stunde noch was trinken möchte? Die alte Clique sich trifft, Klassentreffen bei denen vielleicht auch der Jugendschwarm ist? Alles verboten? Alles nicht gewollt? Was ist wenn Tanzen die grosste Leidenschaft und der Lieblingssport sind gebe ich das auch weil mein Trainingspartner nunmal leider ein anderes Geschlecht hat als ...


Ich denke da muss man schon Unterscheiden und ich denke es gibt schon unterschiede ob ich auf eine Singleparty gehe oder an einer Kasse bezahle an der ne Frau Arbeitet.

21.11.2018 12:09 • #13


Emelieerdbeer

Emelieerdbeer


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Ja da gibt es Unterschiede, aber WO ziehst DU die Grenze ? Beispiele hab ich ja genug genannt was ist für dich ok was nicht?

21.11.2018 12:53 • #14


Samsung1


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Ich denke das führt zuweit hier alles aufzulisten.

Für mich ist es z.B auch Ok wenn meine Partnerin mit einer Freundin tanzen geht. Ist sie auch schon. Ich habe zwar ein ungutes Gefühl aber lass sie ziehen.
Bei einem anderen schlafen (Kumpel etc.) wäre für mich z.B ein no go.

21.11.2018 14:21 • #15


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Zitat von Samsung1:
Hier wäre noch die Frage, was du unter Loslassen verstehst. Den Partner so zu lassen wie er ist, oder ihn alles machen zu lassen was er will.

Exakt. Wenn du ein problem mit der Denkweise eines anderen Menschen hast, ist es dein Problem und niemand kann es für dich lösen oder ist dazu verpflichtet.

Zitat von Emelieerdbeer:
Klar Fremdgehen sollte ein no go sein in einer Partnerschaft.

Warum? Ich halte selbst nichts von Betrug, aber Monogamie ist biologisch gesehen ziemlicher Schwachsinn und die empirischen Belege sind erdrückend...

21.11.2018 16:36 • #16


Emelieerdbeer

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Zitat von mehr:
Exakt. Wenn du ein problem mit der Denkweise eines anderen Menschen hast, ist es dein Problem und niemand kann es für dich lösen oder ist dazu verpflichtet.


Warum? Ich halte selbst nichts von Betrug, aber Monogamie ist biologisch gesehen ziemlicher Schwachsinn und die empirischen Belege sind erdrückend...



Ich setzte voraus dass beide Partner sich einig sind dass sie eine monogame Beziehung führen wollen und werden. Wenn jemand eine offene Partnerschaft lebt gelten andere Regeln dass ist klar wobei die gewollte Monogamie ja hierzulande nun einmal Mainstream ist.

Davon abgesehen kann meiner Ansicht nach eine Beziehung in der der eine Partner monogam und der andere bigamisch oder polygam leben möchte nicht funktionieren da von voreherein klar ist dass hier kein Kompromiss zu finden ist mit dem beide Partner dauerhaft umgehen können.

21.11.2018 16:45 • #17


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Hm, da wirds wohl schwer. Ich erkenne an, das Kompromisse allgemein sinnvoll sind, aber in der Beziehung würd ich keine machen können. Entweder bin ich gut genug, so wie ich bin oder mich muss mich damit begnügen, dass nur ich mich selbst liebe. War btw noch nie polygam, aber das spielt ja offensichtlich auch keine Rolle.

21.11.2018 16:55 • #18


Samsung1


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Da bin ich ja schon froh, dass Monogamie bei uns in der Beziehung klar ausgeprochen wurde und
es sich beide auch so wünschen ^^.

Ich muss sagen die Meinung meiner Partnerin und mir gehen teilweise schon weit auseinander, aber wir können sehr gut
über alles Reden, hören uns die Meinung des anderen an und versuchen auch nicht dem anderen die Meinung aufzuzwängen.

Natürlich wünscht sich jeder, dass sich jeder soweit Anpassen kann und will, dass es für jeden ein glückliches Leben erlaubt.
Bis jetzt sind wir zuversichtlich es zu schaffen, was ja schonmal gut ist. Ob man es auf dauer schafft oder nicht, steht in den Sternen ^^.

22.11.2018 13:04 • #19




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