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Dann hat es nicht mit der verlustangst zu tun, sondern mit den erlebnissen im elternhaus. scheint aber oft im verbund aufzutreten.

Au wei. Meine frau ist wegen den kindern eine weile nicht berufstätig, aber ich biete ihr an sich immer an, dinge selbst zu tun bzw. aufgaben hin und wieder zu machen, die sonst ich mache, damit der laden auch ganz ohne mich funktioniert, wenn mir etwas passiert. umgekehrt übernehme ich auch regelmäßig aufgaben aus dem haushalt und kümmer mich viel vor und nach der arbeit um die kinder. Das allein gibt mir auch sicherheit, dass es zur not ohne Frau geht.

Schon gemein, dass man soviel an sich arbeiten muss, wenn die eigenen eltern in unserer kindheit soviel vergeigen. Doch auch da muss man den Eltern am Ende vergeben, um abzuschließen. Sonst hat man unterschwellig irgendwelche hass bzw. Rachegedanken. Ich behaupte nicht, dass mir das mit dem verzeihen immer auf anhieb gelingt. Aber ich überlege immer ,welche probleme ich heute mit den leuten habe und schaue, obs da zusammenhänge mit alten geschichten gibt, wo ich doch noch jemanden verzeihen sollte. geht eben nur, wenn ich emotional alles neutralisiere. U.a. mit dem Drehbuch umschreiben gelingt mir das bisher ganz gut.

Ich hätte z.B. auch gerne gewünscht, dass meine eltern viel mehr mit mir gespielt und auf meine probleme eingegangen wären. auch die bindung war kaum da. also habe ich mir bilder erschaffen, wie toll es war, dass sie mit mir gespielt haben und bei problemen mir immer zur seite standen. das gefühl, bei denen unsicher zu sein, wurde nach und nach besser, je mehr geschichten ich umgeschrieben haben. Man betrügt sich mit dem erfinden der geschichten zwar irgendwie selbst, aber faszinierend ist, dass man hinterher eine angenehmere Wahrnehmung hat. Man fühlt sich freier.

26.09.2016 15:32 • #41


Chanti66
Guten Morgen jep dass ist wohl wahr. Habe gestern wieder mein Buch weitergelesen und wieder viel gelernt. Erst einmal muss sie sich eben bewusst machen, dass Sie ein Problem hat und es auch wahrnehmen und respektieren. Sie muss dann im zweiten Schritt Ihre Vergangenheit und den Schmerz loslassen, um dann zur Trauerarbeit übergehen zu können. Hilfreich hierbei ist auch die systematische Desensibilisierung nach Edmund Jacobsen dem Erfinder der Progressiven Muskelentspannung, dies ist auch ein Weg zur wirkungsvollen Angstbekämpfung. Man kann dadurch Ängste wieder verlernen. Ferner ist es wichtig für einen Angstpatienten seinen Partner nicht mehr in den Mittelpunkt zu stellen, was nicht im Mittelpunkt steht, macht auch keine Angst. Sie soll sich in den Mittelpunkt stellen, sie ist erst einmal das wichtigste, so kann sie schon einmal ein wenig klarer denken und der Kopf wird freier.

So nun nochmals zur Desensibilisierung:
Nach dieser Methode muss jeder Betroffene zunächst einmal eine sogenannte Angsthierachie aufstellen. Darunter versteht man eine Liste aller persönlichen Angstauslöser, die von leicht bis besonders schwierig geordnet w erden sollen. Bei einem Menschen mit Verlustangst könnte die Liste so aussehen:

- Der (die) Partnerin:
- verspätet sich
- ruft nicht an
- ist telefonisch nicht zu erreichen (das war ja bei mir der Auslöser für Panikattake)
- trifft sich allein mit Freunden
- versucht sich finanziell unabhängig zu machen
- besucht eine Party mit vielen Möglichkeiten
- etc.

So kann z.B. der Verlustängstler als unterste und erste Stufe eine Situation angeben, wo er bei kleinsten Verspätungen der Kinder, Partner etc. bereits nervös wird. Noch bevor die kreisenden, quälenden Sorgen beginnen, fängt man nun an und koppelt (verbindet) die gedachte oder wirkliche Situation sorgfältig mit Entspannung. Geh schrittweise vor. Beginne mit den leichtesten Übungen, wenn Sie sich anfangs wenig zutraut. Auf diese Weise sichert man sich Erfolgserlebnisse. Im Lauf der Zeit sollte man sich immer schwierigere Situationen vorstellen, bis man auch diesen erfolgreich entgegentreten kann. Da Angst und Entspannung grundsätzlich nicht gleichzeitig auftreten können (also inkompatibel sind) verliert durch mehrmalige Wiederholung diese Situation ihren Schrecken und wird langsam gewohnt und neutral. Die Übung soll mehrmals wiederholt werden, damit die Erfahrung kommt dass die Befürchtungen unbegründet sind und stärkt zunehmend noch das Selbstvertrauen und vermindert die Erwartungsängste. Auf diese weise beruhigt sich das Nervensystem im Laufe der Zeit. Man muss allerdings mit guten als auch mit schlechten Tagen rechnen und die Übung einmal leichter und einmal schwerer fallen kann.

So ich denke, auch dass könnte Euch weiterhelfen. Sie sollte am besten in Eurem Fall die Trigger aufschreiben und so damit arbeiten. Viel Glück, ich werde dass jetzt auch praktizieren, auch wenn es mir zur Zeit Recht gut geht, muss man stetig und immer weiter an sich arbeiten und mit Rückschlägen rechnen. Man muss bereit sein, aus der Abwärtsspirale Angst auszusteigen und das Gedankenkarussel anzuhalten.

27.09.2016 11:09 • #42



Eifersucht-ich leide sehr an meiner Eifersucht!

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Die Trigger aufschreiben ist eine gute Idee. Ich denke, sie hat schon oft gehört, dass Sie etwas für sich zu tun hat. Widerum hat sie sich oft Dinge bestätigen lassen, die sie beobachtet hat mit ihrem Film, so dass sie dann wieder denkt, es muss an mir liegen.

Ja, die Punkte bis auf das Thema mit dem finanziell unabhängig machen wollen, trifft bei ihr mit sicherheit zu
Ich darf nichtmal von der Arbeit zu spät kommen und dann geht die Diskutiererei los
In den ersten Jahren heftiger, in den letzten Monaten eher abgeschwächt.

Von Progressiven Muskelentspannung habe ich mal gehört, wenn jemand akute Angst hat, frage ich mich, wie sich jemand dann entspannen soll Damit sollen die trigger sich auflösen? Klingt auch erstmal nach Konfrontationstheraphie: gute erfahrungen sammeln und damit die Angst nach und nach ablegen.

Für mich sieht es noch so aus, dass wenn eine Verlustangst noch tief festsitzt, dass man die oberfächlichen trigger nicht dauerhaft aufgelöst bekommt.

Welche Trigger hast Du mit welchen Mitteln bisher zu 100% und nachhaltig aufgelöst?

27.09.2016 11:33 • #43


Chanti66
Ich habe ein ganzheitliches Programm durchgeführt. Ich schreibe seit meiner letzten Attake:

- Tagebuch, täglich positive als auch negative Erfahrungen
- Atemübungen
- Bewegung bei massiver Angst, Treppen rauf und runter, Balance halten etc. kaltes Wasser über die Arme
- Loslassen durch Zettel schreiben und in Kerze verbrennen
- sehr viel für mich selbst tun, Sport, Freunde treffen, mit Freundinnen telefonieren, auch wenn mein Partner versucht mich zu erreichen, egal auch ich habe Freunde
- Partner loslassen
- Vergangenheit loslassen
- Partner nicht mehr in den Mittelpunkt stellen
- Im Herzen allen verzeihen, die mir weh getan haben, Vater, Mutter, Sohn, EX-Partner
- Mir jeden Tag darüber klar werden, dass das Leben ein Wandel ist und auch Verluste normal im Leben sind
- Mir jeden Tag klar machen, dass auch mein Partner mich verlieren könnte, weil ich ihn vll. nicht mehr liebe
- Eigenliebe steigern
- mehr an sich als an andere denken
- Viel lesen über die Störung und mich darüber informieren, woher es kommt und was man selbst tun kann
- Schmerzen und Traurigkeit zu lassen und nicht unterdrücken

Wie Du siehst, ich arbeite jeden Tag an mir und meiner Angst und bisher hat es auch gut funktioniert. Habe mir auch Antidepressiva Globulis bestellt, reine Hämophatie. Damit ich besser schlafen kann.

Wenn das Gedankenkarussel wieder meint zuschlagen zu müssen, sage ich laut zu mir stopp und drehe die Gedanken ins positive. Ferner versuche ich dann Atemübungen und kaltes Wasser.

Die Trigger aufzulösen geht nicht von heute auf Morgen, man braucht viel Zeit, Geduld und viel Eigeninitiative es auch zu wollen, aus diesem Teufelskreis raus zu wollen. Was mir ganz viel hilft ist, eben das Tagebuch, da kann ich meine Gedanken nochmals verinnerlichen. Wenn ich wütend auf meinen Partner bin und mich geärgert habe, weil er nicht auf Nachrichten antwortet sage ich ganz laut zu mir selbst Ar. ich bin etwas wert habe ich nicht nötig, dann eben nicht. Dann schlage ich mit der Faust in meine Hand und denke dabei er ist es grins. Danach bin ich wieder runter gefahren und kann ganz entspannt und relaxed mein Abendprogramm durch ziehen bis er sich dann mal bequemt sich bei mir zu melden. Hilft echt enorm. Ich fange auch an meiner Umwelt und auch meinem Partner Grenzen zu setzen, was ich vorher nie getan habe aus Angst man mag mich nicht mehr oder dass ich einen Gesichtsverlust erleide. Ne, ich setze jetzt Grenzen, bis hier hin und nicht weiter. Man muss sich auch nicht alles gefallen lassen und damit geht es mir Recht gut. Zumal ich nun auch begriffen habe, wie wichtig ICH für mich selbst bin.

27.09.2016 12:19 • #44


hört sich bisher nach mühsamen Training an

Ohne Antidepressiva Globulis gehts noch nicht?
Bist Du ohne die Dinge Nachts wach und grübelst stundenlang?

Also ich habe gelesen, dass man sich von dem Gedanken verabschieden sollte, dass etwas zwingend viel Zeit braucht, weil man sich dann auch nur auf die dinge fokussiert, die tatsächlich viel zeit brauchen und die dinge übersieht, die schnell Heilunge bringen könnten.


Wegen den Nachrichten: es gibt oft situationen, warum man kurz mal bei whatsapp reinschaut, aber aus verschiedenen gründen nicht sofort antwortet. Manchmal will ich eine info erstmal zur kenntnis nehmen. Wenn ich antworte, kann ich durchaus deine rückantwort säen und verpflichte mich, nochmal zu antworten. um den andern nicht zu verärgern. Das ist zeitlich, gerade im beruf, nicht immer sinnvoll
Ich könnte hingehen und sagen, ich reagiere einfach nicht, wenn das handy brummt. Dann wird die person, die mich angeschrieben hat, sich wundern, warum ich lange zeit nicht dran geh....

Im Worst case, habe ich tatsächlich kein Bock zu antworten... auch diese erkenntnis, kann direkt zum zorn des anderen führen wenn dir klar ist, dass die verpflichtung, direkt zu antworten, oftmals die lust zu antworten senkt, dann ist das schon die halbe miete. Die verpflichtung, jemanden zu lieben, egal wie die umstände sind, ist auch anstrengend. Es ist eben normal, wenn man aus irgendwelchen gründen, schlechte laune hat, mal keine lust auf den andern hat, weil man zeit für sich haben will oder einfach was anderes machen will.
den kontakt erzwingen zu wollen ist für den anderen einfach nur nervig und anstrengend

Was wäre denn, wenn du deine ganzheitlichen Maßnahmen für einen Tag einstellen würdest? würdest Du sehr bald in deine Angstzustände zurückfallen?

27.09.2016 12:45 • #45


Chanti66
mmmh mit dem Antworten hast du wohl Recht. Aber ich finde gerade beim Partner ist es unfähr die Nachricht zu lesen und noch nicht mal ein Smily zu senden. Anders herum, regt er sich ebenso auf, wenn ich die Nachricht lese mal nicht antworten kann oder sie noch nicht gelesen habe. Die Globulis habe ich noch nicht sind bestellt. Jep ich habe Schlafstörungen kann schlecht einschlafen und bin aufgedreht. Das haben Depressionen so an sich. Ich denke, wenn ich meinen Weg, den ich im Moment gehe, verlassen würde, könnte es passieren, dass ich wieder in ein Loch falle. Das ist absoluter Quatsch das Dinge die Zeit brauchen sich nicht auf Dinge fokussiert die schnell Heilung bringen. Es muss Dir mal klar werden, dass Depressionen und Verlustangst keine schnelle Heilung erzielen können, weil es wie Du schon sagst harte Arbeit an sich selbst und mit sich selbst bedeutet. Es dauert. Meine Therapeutin sagte sogar bis zur gänzlichen Heilung kann es bis zu 2 Jahre dauern, ich bin mittlerweile schon ein 3/4 Jahr in Therapie und arbeite seit dieser Zeit sehr hart an mir. Da man nur langsam vorgehen kann, um sich die Nerven und seine Seele sowie seine Umwelt nicht zu überfordern dauert es eben seine Zeit. Selbst in dem Buch wird auch für Deine Frau eine Therapie empfohlen, da Du bald keine Kraft mehr haben wirst und ihr eigentlich nicht wirklich helfen kannst. Ein Therapeut kann den Container spielen, wo sie ihren Müll lassen kann aber nicht DU, dass hält Deine Psyche nicht aus und so wird irgendwann eine Trennung zwischen Euch unabdingbar sein. Das ist leider die Realität des ganzen.

27.09.2016 13:35 • #46


Ich sage nicht, dass dein Partner sich da besser verhält als Du
Bei mir im Gehirn tut sich null, wenn ich nicht direkt eine Antwort bekomme und ich sehe, die Nachricht wurde gelesen.

Mein arzt sagte mir zu meinen Rückenproblemen, dass ich um eine Rücken OP bei meinem Befund nicht herumkomme und jahrelange physiotherapie machen muss, damit sie bei mir alles normalisiert. Durch die richtige Heilungstechnik, die jemand für mich entdeckt hatte, war ich einige Tage, nachdem man mir das so gesagt hat, von den Rückenschmerzen gänzlich befreit.

Einige Macken, die ich so hatte, wo es heißt, man kann mit einigen dingen versuchen, es in den griff zu kriegen, selbstbeherrschung, willenskraft etc., viel arbeit reinstecken etc., konnte ich mit den meisten methoden auch nicht besiegen.

Ich sage ja nicht ,dass ich spezialist in den ganzen Methoden bin. Nur nach den Heilmethoden, die oft verbreitet sind, dauert eine Behandlung einer depression tatsächlich jahrelang.

Nur weil jemand von allen ärzten gesagt bekommt, dass derjenige Krebs hat und im unheilbaren Stadium ist, heißt es nicht ,dass alle kurze zeit tatsächlich unter der erde lagen. Einige von denen waren einige zeit später geheilt. Nach dem Modell der chemotheraphie wäre eine Heilung sehr unwahrscheinlich und mit jahrelangen, vielleicht aussichtslosem kampf, gewesen. Es waren, stellte man fest, mindestens die negativen gedanken, die abgelegt wurden. Einige von den patienten resignierten ganz und fügtem sich dem schicksal, andere aber änderten ihre einstellung zum leben komplett, so dass sie nur noch positive gedanken hatten. dies hatte gereicht, um sich zu heilen.

Es bringt ja nichts, wenn jeder sagt, meine frau bräuchte eine Theraphie, wenn sie keine mehr machen will, weil sie zum einen nicht viel brachten (vielleicht hat sie zuviel erlebt). Zum anderen ist sie der meinung, dass durch äußere umstände, keine heilung bei ihr erfolgen kann. Ich selbst habe tief verinnerlicht, dass ich immer viel einfluss auf meine wahrnehmung und somit auf meine umwelt habe. Sie selbst bekomme ich derzeit nicht überzeugt, intensiv dran zu arbeiten, ihre wahrnehmung zu ändern und sich selbst zu heilen. Ich stelle eher fest, dass sie ihre probleme lieber verdrängt und sich mit anderen dingen ablenkt... aber das dürfte in deinem buch auch beschrieben worden sein.

Ich hatte z.B. lange zeit mich von süßen getränken, viel fleisch, deftiges, fettiges usw, ernährt, obwohl jeder sagte, es sei ungesund. Meine selbsterkenntnis, die ernährung umzustellen, kam nur durch mich selbst. Es ist nicht so, dass meine eltern und andere mir nicht dauern gepredigt haben ,dass ich etwas an der ernährung ändern sollte, was gut ist und was nicht.
Ich wollte damit nur sagen, dass die Überredungskunst schon stark an die grenzen stößt, wenn es darum geht, andere menschen zu verändern. Deshalb gibt es ein moralisches Gesetz, das besagt: Man kann andere Menschen nicht ändern. Man kann denen nur die Tür öffnen, durchgehen müssen sie selbst.


Bzgl der Eigenliebe und dem Selbstwertgefühl kannst Du es nebenbei mal anders probieren und schauen, ob schneller geht mit dem Erfolg Ob der Wunsch jetzt nur daraus resultiert, dass du immer noch nicht genug eigenliebe und selbstwertgefühl hattest, weiß ich jetzt nicht. Das problem hatte ich selbst ja nie.
Letztendlich habe ich meine negativen Haltung gegenüber meinen Eltern soweit es ging neutralisiert. In der realen Wert sind bestimmte konflikte zwar vorhanden, aber künftige gespräche sollen es lösen. Meine haltung ist aber nicht mehr energisch und ich merke, ich habe weniger anlässe zum explodieren (wenn du mit jemanden länger krach hast und es geht darum, sich zu vertragen und dinge zu klären, gehst du sonst mit einem vorurteil ins gespräch und man muss gegenseitig aufpassen was man sagt, damit keiner zornig wird).

Die Menschen, die dir keine Aufmerksamkeit geschenkt haben, als du es brauchtest, werden jetzt wichtig sein: versetze dich in jede situation, wo es wehtat. vielleicht gab es auch eine schmerzhafte szene, wo du dir gewünscht hast, jemand würde dich anrufen (vielleicht war es an deinem geburtstag, und derjenige hat sich nicht gemeldet). wenn du dich richtig in die szene hineinversetzt, dass derjenige dich doch angerufen hat um dir zu gratulieren, und hineinfühlst, wie sehr du dich freust (stelle dir einfach vor, du erlebst es im jetzt). Spüre, wie diese Aufmerksamkeit dir guttut. Rede dir jetzt nicht ständig ein, dass es ja in wirklichkeit nicht passiert ist, denn du nimmst dir damit die wirkung, wie wenn du dir einredest, ein medikament hilft eh nicht (placebo und noncebo effekt). Nimm es an, lasse dich drauf ein, wie wenn du eben einen schönen film anschaust und auch dahin träumst. Denn obwohl dir klar ist, es ist nicht echt, versetzt du dich dennoch in die rolle mit rein, weil es grad so schön ist. Es soll jetzt auch kein "sich einreden, als ob es echt wär". Es sind aber die neuen heilenden bilder, die neue synapsen in deinem gehirn bilden... eine nachhaltige lösung.

Nach der Lehre des Gedächtnistrainings, prägen sich informationen am besten ein, wenn man alle sinne/kanäle nutzt (sehen, fühlen, riechen, schmecken, hören) und wenn man einige male wiederholt und die abstände der wiederholungen vergrößert, bis es im langzeitgedächtnis verankert ist. Wichtig ist, Emotionen sorgen ebenfalls für ein langzeitgedächtnis. In diesem Fall verwendet du schöne Emotionen in deinem Film. Schöne Emotionen heilen. Wenn Du es ernsthaft probierst, wirst Du sehr bald Nachts keine Globulis mehr brauchen

27.09.2016 14:09 • #47


Ich hatte übrigens durch 10 minuten rumklopfen einiger meridiane punkte bei meiner frau und aufsagen einige affirmationen sie vom burnout befreit. Sie selbst wird sich gar nicht mehr dran erinnern können, dass sie mal eines hatte, bzw. wird sagen, sie hatte ein paar schlechte Tage. Ein Freund von mir, sagte darauf, sie hätte dann kein Burnout gehabt, da sie es nur einige Tage hatte.

Was war passiert? Einige ereignisse sind passiert, die meine Frau sehr frustrierten. Ohnehin hatte sie einen schweren alltag. Meine Frau klagte darüber, dass sie richtig lustlos und antriebslos sei. Sie ging zum arzt und er meinte, sie hat Burnoutsymptome.
Ich dachte mir, ich kann mir das Elend nicht länger anschaun, und überredetete sie eines morgens ein paar minuten eine klopftechnik anzuwenden. Nach einigen minuten sagte sie, sie sei müde. Ich ging zur arbeit und gegen Mittag ruf sie mich fröhlich an und sagt, es gehe ihr gut und sie hätte einiges an dem Tag noch vor und was sie gerne machen würde.

Ich wandte diese technik bei ihr an, wo sie übrigens noch einiges von der Heilmethode hielt, die Selbstanwendung aber nicht so richtig verstehen würde, deshalb musste ich es bei ihr machen.
Hmm, nach dem Modell der Psychologie hätte es monate gedauert, bis sie sich erholt hat. Wobei viele jetzt denken, dass sie dann kein Burnout hatte. Ist es so, nur weil es nach einigen Tagen wegging? Hätte ich jetzt ein Monat warten sollen, um zu beweisen, dass sie Burnout hat?

Burnout, Depression, Angstzustände.... wenn man es auf den gleichen Nenner bringt, sind es Stressgefühle. Wenn man die Probleme korrekt benennen kann, dann die richtige Technik zur richtigen Zeit anwendet, denke ich schon, dass man solche krankheitsbilder relativ schnell heilen kann, denen die Schulmedizin übrigens nur nach Symptomatik einen Namen gegeben hat und nach der Lehre der Naturheilkunde die seelischen Störungen in einem fließenden Übergang von gut nach böse zu sehen sind.

Alles kann ich auch nicht. Hin und wieder bekomme ich doch mal eine Erkältung. Aber auf die frage, wann ich selbst mal zum arzt gegangen bin, weil es mir ja so schlecht gehe oder ich nicht für meine frau mich mal habe krankschreiben lassen, damit ich mich um sie und die kleine truppe kümmern kann, kann ich nur sagen: das ist schon jahre her. Dinge, wovor ich vorher immer angst habe, vor denen habe ich keine Angst mehr. Da brauche ich auch kein Tagebuch oder so. Es ist so, wie wenn vorher nix passiert wäre. Jede Heilmethode, wenn man ihre Stärken und die eigenen Ursachen kennt, kann mächtige Erfolge erzielen.

27.09.2016 15:20 • #48


Chanti66
Jep da gebe ich Dir Recht, denn der Kopf erschafft deine Realität. Dann mach doch auch die Klopfübungen bei Ihr wenn sie Trigger bekommt oder eine Panikattake mache ich ja auch regelmäßig. Allein schon wenn ich denke, dass ist jetzt aber echt komisch beuge ich schon der Angst und einer Attake vor. Das funktioniert wirklich. Und Du Dein Gehirn lernt die Bilder der Vergangenheit und Realität wieder richtig zu zuordnen. Nein mir würde es nichts bringen Geschichten umzuschreiben, weil sie nun mal so passiert sind, wie ich sie erlebt habe. Ich lasse sie los und verzeihe denjenigen die mir weh oder mich falsch behandelt haben. Ich akzeptiere und respektiere das Geschehene, denn nur dann kann man es verarbeiten und die Vergangenheit ist losgelassen. Sonst läufst du immer wieder Gefahr, dass die Vergangenheit wieder zuschlägt, denn die Bilder im Kopf gibt es ja noch, die Gefühle der Vergangenheit gibt es ja auch noch. Deshalb soll man Schmerz, Angst und Trauer ja zulassen, um sie danach bearbeiten zu können. So kannst du später auch besser mit Krisen und negativen Gefühlen sowie schlechten Filmen besser umgehen. Weil Du dadurch lernst es zu verarbeiten. Wenn Sie weiterhin alles verdrängt, wird sie irgendwann richtig depressiv und bricht zusammen. Sie muss Ihre Vergangenheit und was dort passiert ist akzeptieren, dass es passiert ist. Und ganz wichtig sie muss die Schuld von Ihren Schultern nehmen, sie ist nicht Schuld daran, dass man ihr so etwas angetan hat. Sie muss aus der Opfer resp. Täterrolle raus, das geht nur mit Akzeptanz und Respekt. Vor allen Dingen muss sie sich klar darüber werden, dass der Kopf die Realität erschafft und die negativen und schlechten Gefühle aus der Vergangenheit kommen und nichts mit der Gegenwart zu tun haben. Ich würde sagen, beklopfe sie einfach, wenn Sie wieder triggert oder schlage ihr spazieren zu gehen etc. Ja, und sie muss Ihre Schwächen respektieren Angst, wenn Sie das schafft wird die Angst kleiner. Denn die Angst vor der Angst ist das schlimmste. Ich habe gelesen, dass man unter Stress wieder Angstzustände bekommen kann, deshalb sind tägliche Entspannungsübungen ganz ganz wichtig.

28.09.2016 11:16 • #49


Auf die anfrage bzw. der eifersucht, ob wir da nicht was mit klopfen machen, sagte sie zu mir: klopf dich doch selbst

Zitat von Chanti66:
Nein mir würde es nichts bringen Geschichten umzuschreiben, weil sie nun mal so passiert sind, wie ich sie erlebt habe.

Vielleicht erkläre ich es auch nicht gut oder falsch. Ich versuch es mal anders zu beschreiben. Es geht nicht darum, dir eine andere Vergangenheit einzureden. Es geht um das Verknüpfen, der heilenden Bilder mit den Situationen, die dir schmerz zugefügt haben.
Ich hatte z.B. bei den übelsten Menschen, an die ich denken muss, ganz schnell die szenen im kopf, die mir extrem unangenehm sind. Es sind genau die szenen, die automatisch abgerufen sind, die mich davon abhalten, mich mit der person auseinanderzusetzen. Es sind genau bestimmte Worte, die du automatisch in deinem kopf wieder hörst, die dich abhalten, mit der person in kontakt zu treten bzw für deine heuten Macken sorgen.

Verknüpfen bedeutet, die neuen Bilder, die du erschaffen hast, einige Male bewusst genau da einzublenden, wo dein schmerzbild ist. Hast du das einige Male gemacht und deutlich eingeprägt, dann verschwindet genau dieser widerstand.

Fiktives beispiel: du hast einige bilder im kopf, wo es darum geht, dass deine Mama dir sagt: "Du bist mir nur eine Last. Du nervst mich und machst nur Arbeit." Genau diese Szene spukt in deinem kopf und drückt auf deine Eigenliebe und selbstwert. Erschaffst du dir die alternative heilende szene im kopf, verknüpfst dieses Stück Filmmaterial genau vor dem zeitpunkt, bevor die verletztenden Worte deiner Mama kommen, wirst Du merken, dass dieser widerstand weg ist.
Vereinfacht gesagt: wenn alle wiederstände in zusammenhang mit der beschwerde mangelnde Eigenliebe und selbstwert weg sind, merkst du, dass du dir auf einmal keinen kopf mehr machst, wenn jemand dir vorwirft oder unglücklich ausdrückt: "ich hab keine lust auf dich." oder "dank dir muss ich jetzt wieder alles sauber machen"

Den Stempel "ich akzeptiere die situation und vergebe alle beteiligten funktioniert" eben nur, wenn du es geschafft hast, deine negativen emotionen auf Null zu senken. Es geht natürlich auch mit anderen methoden. Nur hatte ich das gesagt? Da die gefühl zwar aus der vergangenheit kommen, du sie im jetzt erlebst: muss du die damalige szenen auch im jetzt reinfühlen. Es geht nicht um richtig oder falsch gesehen, perspektivwechsel, einbildung oder sonstwas. Es geht nur um DEINE subjektive wahrnehmung.

Was du mit verarbeiten, vergangenheit , trauer zulassen usw. erzählst, ist nach dem Modell der psychologie auch vollkommen richtig. Nur kann ich dir sagen, ist es zwar gut, dass du viel zeit reinsteckst, und den unbändigen willen hast, deine ängste zu lösen. Aber jemand wie meine Frau hat mit den kiddies gar nicht soviel zeitlichen spielraum, um so stark an ihr zu arbeiten. Deshalb gehts nur mit knackigeren Methoden oder gar nicht. Um zu beweisen, dass das mit dem drehbuch nicht klappt, müsstest du es ernsthaft mal testen kann auch sein, dass du es versucht hast, aber nicht richtig verstanden hast

Vielleicht ist es die vorstellungskraft, an der du scheiterst. Als ich noch eine heftige szene im kopf hatte, tat ich mich auch schwer, diese person, die ich böse in erinnerung hatte, in dieser szene mit einem lächeln und herzlichkeit darzustellen und mich in dem augenblick wohlzufühlen. Es braucht ja auch mehr als nur ein paar minuten, um sich das vorzustellen. Es kann mehrere Tage dauern, bist du das perfekte heilbild für dich erschaffen hast. Es sind dann aber nur ein paar tage und dann hast du hinterher wirklich ruhe. Das bewusste erinnern als die szene, die dann tatsächlich passiert ist, erzeugt auf einmal keinen Schmerz mehr, weil der innere konflikt gelöst ist. Es ist wie wenn du in der zeitung liest, dass jemand erschossen wurde. Du weißt, es ist schrecklich, aber du fühlst es ja nicht. Es ist Manchmal verstehst du nicht auf anhieb, was der konflikt ist. Dann bekommst du es aber auch nicht mit den Mitteln der klassischen Psychologie und Homöopathie dauerhaft in den griff.


Ich habe meine Frau angekündigt, mal wegen ihrer verlustangst zusammenmal, die trigger bzw. alle themen mit mir aufzulisten, die sie noch nicht verarbeitet hat . dann mal weitersehen.

Hey, dank Dir bleibe ich dran und versuche sie nach und nach einzustellen.

die klopftheraphie erklärt die Ängste übrigens nach dem anderen Modell als eine energetische störung, die man durch mechanisches klopfen und sagen bestimmter affirmationen auflöst. Nach dem Modell erzielst du eine deutlich schnellere heilung als in der psychologie...

Achso, wieso Modell? wir dachten alle, was hier und da so steht über psychologie ist Fakt... wie war das nochmal mit der wahrnehmung? früher dachten wir, die Welt sei eine Scheibe...

28.09.2016 11:43 • #50


Chanti66
Jep, genau so ist es. Jetzt habe ich es auch verstanden, was Du meinst. Mache ich ja schon, in dem ich mir Situationen hochhole, die mir weh getan haben und die ich nicht verstanden habe und drehe sie ins positive um. Genauso mit den Triggern, wenn einer kommt, sage ich zu mir selbst stopp, es ist nicht so. Wenn ich ihn z.b. nicht erreichen kann und ich merke ich werde nervös und unruhig und die Angst kriecht wieder in mir hoch. Dann sage ich mir, ist das wirklich so? Hast du Beweise dafür, was du jetzt denkst? Die Antwort ist dann immer nein und ich schreibe die Geschichte im Kopf um d.h. ich denke dann, ach er kann im Moment nicht dran gehen, sitzt auf dem Klo oder ist in der Badewanne oder im Keller Wäsche machen. Er hat keinen Grund mich zu betrügen. Er wird sich gleich schon melden, er hat ja gesehen, dass ich angerufen habe. Und so ist es dann auch meistens. So kann man auch das Vertrauen in sich und seinen Partner stärken. Man hat in der Kindheit gelernt, dass solche Dinge immer schlecht sind oder waren, man muss lernen die Angst zu verlernen und wieder Vertrauen in sich und sein Intuition bekommen. Ich hatte einen krassen Identifitkationssverlust, ich wusste eigentlich nicht mehr genau wer, was und warum ich auf dieser Erde bin. Durch diese ganze Arbeit, die ich in mich und meine Psyche investiere komme ich langsam wieder zu mir zurück und fange an, mir auch selbst zu Vertrauen. Ich fange langsam an, auch meinem Partner wieder zu vertrauen. Denn was habe ich denn schon zu verlieren, wenn ich vertraue? Ich kann doch nur gewinnen. Liebe baut doch auf Vertrauen auf, kann ich nicht vertrauen kann ich auch nicht lieben. Liebe ist nicht dem Partner nach dem Mund zu reden, ihm Geschenke zu machen, Komplimente zu machen und schon mal gar nicht selbst aufzugeben und ihn in den Mittelpunkt stellen. Nein es ist wichtig, dass Du selbst Dein Mittelpunkt bist und Dich selbst liebst sonst bist Du nicht in der Lage Liebe zu geben oder anzunehmen.

Ich finde es ganz ganz toll von Dir, dass Du Deine Frau und EURE Ehe, dass was Ihr habt nicht aufgibst. Das zeigt, dass Du sie sehr sehr liebst. Schade nur, dass sie dass noch nicht erkennen kann und nicht sieht. Aber glaube mir, wenn Du dran bleibst, wird sie es auch irgendwann erkennen und wahrnehmen. Da glaube ich ganz ganz fest dran. Gib nicht auf! Du bist TOLL

28.09.2016 13:42 • #51


Dass du dein kopfkino, was er machen könne, wenn er nicht dran geht, umschreiben sollst, habe ich nichtmal gemeint. Wenns dir hilft, könnte das auch ein Ansatz sein
Wenn ich z.B. denke, jemand verhält sich mir gegenüber seltsam, dann mache ich mir nochmal klar, dass es mir zum einen nur seltsam rüberkommen kann (z.B. wenn mich jemand nicht gegrüßt hat, kann ich ja gleich denken, der mag mich nicht mehr, weil wir ein missverständnis hatte... da kann man sich gerne einbilden, dass der andere sich verfeindet), dann mir klar mache, wie ich mit meinem verhalten positiv einfluss nehmen kann und es auch umsetze.
In dem Fall mit dem Handy und antworten wäre die beste Reaktion, wenn man nicht gleich Fremdgehaktionen unterstellen will schlicht und einfach, das akzeptieren bei verzögerten Antworten oder eben Nicht antworten.
Wann man blauäugig wird, muss jeder für sich selbst beurteilen. Ich denke, man kann es eben am besten erkennen, wenn man in gesprächen merkt, dass der partner seltener den kontakt sucht, oft abblockt, weniger zärtlich wird als sonst. Da kann man versuchen, selbst zu überlegen, wie man die beziehung beleben kann. Wenn das nicht reicht, könnte die innere kündigung des partners tatsächlich fortgeschritten sein.

Du trainierst die selbsterfüllte prophezeiung um, sehr gut Du achtest fokussiert auf die dinge, die bestätigen, dass dein partner doch an dich denkt.

Meine Frau würde zum thema vertrauen sagen: man kann niemanden vertrauen Das wort vertrauen löst bei ihr schon negative gefühle aus. Auch das Wort sicherheit.

wie erklärt man anderen menschen, dass man den partner nur vertrauen und liebe nehmen kann, wenn man sich selbst liebt?

Ich denke schon, dass sie an sich denkt, dass ich sie liebe. nur in den momenten, wo der film läuft, denkt sie es nicht oder sie denkt, eine richtig gutaussehende könnte ich mal eben schnell verfallen. Das schöne ist ja, ich kann ihr das Gegenteil ohnehin nicht beweisen.

Sie sagte mir mal, wo es um einen netten kontakt zwischen einer anderen und mir ging: wie lange soll ich denn zugucken? erst lacht ihr öfter miteinander, dann habt ihr einander symphatie? soll ich warten, bis sich eine affäre daraus entwickelt?


Egal, welche methode du für etwas anwendest: frage dich am ende
- habe ich wirklich mir und den anderen verziehen?
- würde ich die person, mit der ich diese erfahrung gemacht hab, unter der voraussetzung, dass derjenige mir verspricht, das vergangene nicht zu wiederholen, mit freuden ohne faden beigeschmack in den Arm nehmen?

wie oft passiert es, dass wir uns mit jemanden aussprechen, in den arm nehmen und hinterher denken, hmmm... ich will, aber kann noch nicht so richtig vertrauen. Dann weißt du eben, dass du irgendwo noch was übersehen hast, oder dein vermeintliches heilbild hat noch nicht so richtig den nerv getroffen.

Vielleicht hatte man auch heftigen streit mit einem kumpel gehabt. sich ausgesprochen, genau nachvollzogen wer was warum getan hat. man nimmt sich in den Arm und verzeiht und bekommt das gefühl, jetzt ist wirklich wieder alles ok und die geschichte ist abgehakt.
Man merkt, dass die geschichte abgehakt ist, weil man sie im nächsten streit nicht mehr als argument nimmt, oder irgendwie wieder dran denkt. Nur wenn man bewusst gefragt wird: was war denn da. Dann wirst du dich dran erinnern oder auch nicht. Konntest du die schritte bis zur vergebung doch nicht von ganzem herzen vollziehen, dann erinnerst du dich an das ereignis regelmäßig ungewollt... es kostet zeit und energie und alles, was du in deinem buch gelesen hast.

Ich sage nicht, dass es einfach ist, einem psychophaten, der den eigenen sohn manipuliert hat, zu verzeihen und ihn mit einem lächeln in den arm zu nehmen, wenn er versichert, er macht es nie wieder und will es gut machen. Ich sage auch nicht, dass es unbedingt so geht, dass man einem vergewaltiger verzeihen kann und ihn auch in den arm nimmt, sobald er versichert, er vergewaltigt mich nie wieder und will es gut machen. Bei der baustelle müsste jemand mir berichten, wie er das gemacht hat (wäre für mich interessant, ob vergewaltigungsopfer in der lage wären, bilder umzuschreiben). Es funktioniert eben in der theorie so. Und du durch rumprobieren, dich wirklich soweit bringst, wovon ich überzeugt bin, dass es nach viel detektivischer Arbeit geht, dann wird es sich für deine lebensqualität langfristig auszahlen.

Wie tanke ich kraft, um an der ehe zu halten? die ärgernisse über Diskussionen, wo man mir dinge unterstellt oder dauerhaft misstraut kann ich ja auch nur neutralisieren, indem ich tiefes verständnis erarbeite, meine anteile erkenne, akzeptiere, mir und ihr für die fehler, die zu den ärgernissen beigetragen haben am ende vergebe.

Wie das tägliche zähneputzen muss man hin und wieder die seele putzen.

28.09.2016 14:22 • x 1 #52


Chanti66
Oh ja, da habe ich einen guten Tipp für Dich. Du must den Ballast deiner Frau abwerfen und Dich reinigen. Nach jedem Trigger oder Diskussion, wasche Dir die Hände und die Arme mit kaltem Wasser ab und sage zu Dir ich spüle die Belastungen in den Abfluss. So kannst DU für Dich wieder Kraft tanken und den Ballast abwerfen. Natürlich werde ich meinen EX noch nicht lächelnt in den Arm nehmen aber ich habe ihm verziehen, d.h. nicht das ich ihn liebe und Freundschaft mit ihm möchte. Ich habe die Schuld und die Verantwortung für das was passiert ist abgegeben, ich trage keine Schuld und bin auch kein Täter oder Opfer. Ich habe diese Geschichte sowie meinen Sohn unter großen großen Schmerzen und sehr sehr viel Trauer losgelassen. Natürlich tut es noch weh, wenn ich an mein Kind, welches ich zur Welt gebracht habe denke, aber ich empfinde keine Traurigkeit mehr. Im Gegenteil ich hole mir die positiven Bilder ins Gedächtnis wie er Anfing zu laufen, zu sprechen, wie er mich als kleiner Junge in den Arm nahm und zu mir sagte: Ich habe DICH soooo lieb. Das erfüllt mich mit Wärme und den positiven Gedanken, dass alles gut wird.

28.09.2016 14:44 • #53


Man muss den anderen nicht in real in den arm nehmen, denn wahrscheinlich ist dein ex immer noch psycho.

Stehst du noch im kontakt zu deinem ex? Hast Du kontakt zu deinem sohn bzw. die möglichkeit mit ihm kontakt aufzunehmen?

Das mit dem Hände rein waschen kenn ich von meiner Frau Das führt aber auf eine andere geschichte, die ich hier jetzt nicht anschneiden will. Gut gemeinter tip, aber damit fang ich erst gar nicht an. Es geht auch so. Denn wenn ich mir daraus für die dauer des stresses mir einen waschzwang antrainiere ist das auch nicht so mein ziel.

Es gelingt mir ja immer besser ,mich so einzustellen, dass gewisse stresssituationen immer mehr abprallen wie der lotuseffekt beim wasser. Ich überlege mir immer neue strategien, wie ich mit der gleichen situation besser umgehen kann, ohne dass ich mich überfordert fühle oder zumindest weniger als sonst.
Auch wenn der Film abgeht und das phänomen, dass meine frau an trennung denkt, um der verlustangst zu entfliehen, mache ich mir eben bewusst, warum sie sich so verhält und dass es am ende doch kein trennungsgrund gibt bzw. sie es nicht durchziehen wird. zumindest nicht so. Das vermeidet bei mir schon stress. In den anfängen hatte ich mich auch bekloppt gemacht, aber mich dann irgendwann mehr oder weniger dran gewöhnt, so salopp gesagt.

Die Verantwortung für das eigene verhalten und den anderen kann man ja nicht nehmen. Was wir getan und zu etwas beigetragen haben, ist ja passiert. Man kann eben verzeihen. Die schuldfrage ist ja auch so negativ formuliert, wie ich finde. Ich denke, wenn man soweit ist, zu sagen: "er hatte dafür die verantwortung" anstatt "er ist schuld, dass... ", dann ist man emotional schon ein stück weiter.

28.09.2016 15:08 • x 1 #54


Chanti66
Jep dass ist wohl richtig. Aber wenn man keinen Selbstwert hat und es aus der Kindheit auch so beigebracht bekommen hat, ist man immer das Opfer und ist an allem Schuld. Deshalb muss man sich davon frei machen, sonst bleibt man das schwarze Schaf, was eben anders ist.

In Bezug auf Deine Frau und Selbstwert, hast Du sie mal gefragt, ob Sie ihren Wert Ihren realen Wert eigentlich kennt? Ich würde fast vermuten, dass sie wie ich damals bei meiner Therapeutin mit nein antwortet. Mir war damals nicht geläufig dass Selbstwert und Selbstbewusstsein nichts miteinander zu tun haben. Vll. denkt Sie ja mal darüber nach. Ferner könntest DU Ihr eine Übung anhand geben, sie soll mal überlegen, warum sie meint, dass sie liebenswert und etwas besonderes ist. Bin gespannt was da rauskommt. Ich mache diese Übung öfters für mich und sage mir die Dinge auch vor wie:

- ich bin intelligent
- ich habe ein großes Herz
- ich liebe Tiere
- ich bin verständnisvoll
- ich bin homorvoll
- ich kann gut zuhören
- ich lache gerne

usw. und sofort es hat nichts mit Äußerlichkeiten zu tun. Dass solltest Du Ihr vll. noch anhand geben. Sondern mit Inneren Werten, die man nicht kaufen kann, die man einfach hat.

28.09.2016 15:29 • #55


Ich denke, sie versucht diverse tips umzusetzen wie:
- tu mal was für dich
- mach dich mal schick, geh mal neue klamotten einkaufen
- nimm mal mehr zeit für dich etc.
- lenk dich mal ab
- treff dich mal mit freunden
- geh deinen hobbies nach

einige dieser tips helfen sicherlich. umgekehrt muss ich sagen, hatte ich auch phasen, wo ich weder sinnvolle beschäftigeungen noch groß freundschaften gepflegt hatte und hatte auch nicht das gefühl von selbstwertverlust. ich glaub, die meisten gängigen empfehlungen lindern symptome wie eine schmerztablette. hören die anfälligen personen mit den maßnahmen auf, kommt der schmerz sehr bald wieder. das ist bei menschen ohne dieses krankheitsbild nicht der fall. seltsames phänomen, oder?

Das mit selbstwert hält sie, wie gesagt bei sich für quatsch. Ich denke auch nicht ,dass es bei ihr so stabil ist. vielleicht bin ich als ihr mann nicht derjenige, dem sie offenbaren will, dass sie keinen selbstwert hat. Dann hat es für mich ohnehin kaum sinn, sie darauf direkt anzusprechen. ich müsste ihr das thema irgendwie indirekt nochmal unterjubeln.

Wir haben jetzt nicht so den regelmäßigen babysitter, sodass sie auch den freiraum hätte. ihre verlustangst wird dazu beitragen, dass die kinder anhänglicher sind und öfter an uns klammern. man liest es oft und ich kann es auch nur vermuten. Aber die erkenntnis allein ist noch nicht die lösung.

Die übungen habe ich desöfteren gesehen. Ich glaube aber, solange die wurzel allen übels nicht aufgelöst ist, verfällt sie schnell ins alte muster. D.h. wenn sie eine zeit lang diese affirmationen verinnerlicht hat, ist es nach einigerzeit wieder verblasst, weil andere störungen ihr wieder etwas anderes bestätigen. Vielleicht muss sie auch die sätze schneller ausarbeiten und durcharbeiten um den durchbruch zu schaffen, aber die zeit hat sie ja gar nicht, was ich auch verstehen kann.

Hast du das gefühl, dass diese selbstwert und eigenliebe übungen nachhaltig wirken? bzw. irgendwo dauerhaft bei dir verbesserung bewirkt haben? Viele der Methoden, die du genannt hast und viele die man so liest, sind ja täglich anzuwenden, wie jemand, der diabetes hat und täglich seine insulinspritze braucht um ansonsten halbwegs normal zu leben. setzt er diese ab, dann siehts mit der gesundheit sehr bald schlecht aus.

28.09.2016 15:42 • x 1 #56


Chanti66
Guten Morgen, mmmmmhhh also ich kann nur sagen, seit dem ich das was ich Dir geschrieben habe, geht es mir super gut, kann ich anders gar nicht sagen, es gehört schon fast zur Tagesordnung mir im Kopf diese Dinge zu sagen. Ferner habe ich eine Freundin mit der ich viel darüber sprechen kann, weil sie mich versteht. Sie hat auch schlimme Dinge durchgemacht und ich kann ihr durch meine Erfahrungen richtig gut helfen. Wir helfen uns eigentlich gegenseitig und dass tut echt gut. Weil Du im Hinterkopf weisst, es fängt Dich jemand auf, wenn es dir schlecht geht, außer dem Partner gibt es noch andere Menschen, die dich lieben und mögen, ohne dass Du dich verbiegen musst. Jep, mit dem klammern der Kinder könntest Du Recht haben, mein Sohn hat als kleiner Junge auch immer ganz schlimm geklammert. Da wusste ich aber noch nicht, dass ich so eine Störung in mir trage. Habe sogar gelesen, dass diese Störung vererbar resp. dem Kind unbewusst anerzogen werden kann. Das war schon ein Schock für mich. Für einen Moment gab ich mir wieder die Schuld, dass meine Sohn jetzt auch eine Angststörung hat. Habe es aber geschafft diese Verantwortung wieder abzugeben und die Schuld nicht mehr bei mir zu suchen. Denn was passiert ist, ist passiert und kann eben nicht mehr rückgängig gemacht werden. Man muss versuchen es loszulassen und zu bearbeiten und sich selbst für seine Fehler verzeihen. Sich für die Dinge, die man vll. selbst unbewusst falsch gemacht hat verzeihen. Der Bus ist weg und ein Taxi nützt jetzt auch nichts mehr, um zurück in die Vergangenheit zu gehen, um die Fehler zu beheben. Man muss auch bereit sein, Schwächen zuzulassen und sich eingestehen, dass man auch mal schwach ist und auch schwach sein darf, dass davon nicht die Welt untergeht. Man muss sich gegenüber sehr viel Ehrlichkeit an den Tag legen, was sehr schmerzhaft sein kann, nur dann und nur dann, ist man in der Lage die Vergangenheit, die Schmerzen, die Trauer, die Leere und die Lücke, die man in sich hat zu schliessen. Denke immer daran das Leben ist ein Wandel, Kinder kommen und gehen, Partner kommen und gehen, Gesundheit kommt und geht, Liebe kommt und geht usw. nichts ist für immer und ewig. Dass muss man sich immer vor Augen halten sowie dass es gute als auch schlechte Tage gibt. Man muss seine Schwächen als Stärken sehen, denn es tut gut auch mal nicht stark sein zu müssen sondern auch mal schwach sein zu dürfen und vor allen Dingen muss man nicht perfekt sein.

29.09.2016 08:02 • #57

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Es soll wohl so sein, dass wenn die eltern ihre eigenen symptome eliminieren, dass oft schon bei den kindern sich die gefühlslage schnell normalisiert. Einige beschreiben es so, dass man die Auffälligkeiten der Kinder auch als symptom ansehen kann, dass etwas im Elternhaus nicht stimmt.

Ich hoffe, du nimmst dir nicht alle illusionen des lebens, nur um die verlustangst zu vermeiden. Es ist doch schön davon zu träumen, dass man mit dem partner alt wird und zusammen friedlich einschläft.

Ich denke nicht, dass Ängste in den genen liegen, sprich einfach so vererbbar sind. Es schaut für mich eher so aus, als würde die unsicherheit, die mama ausstrahlt, das kind empfangen. Es heißt, wenn die kinder merken, dass die wichtigste bezugsperson auch unsicher wirkt, dann werden sie es auch. Mama soll eigentlich halt und sicherheit geben. Nur wenn sie es schon nicht ist, wo soll das kind es denn bekommen?

Hättest du nicht irgendwann eine ungereimtheit entdeckt, was dein misstrauen angeht, dann wärst du vielleicht nie aus dem koma erwacht

hast du die möglichkeit, deinen sohn zu kontaktieren?

29.09.2016 08:39 • x 1 #58


Chanti66
Lach, ja dass hast Du wohl Recht, bin froh aus dem Dornröschenschlaft erwacht zu sein. Ja ich könnte ihn kontaktieren, aber er würde nicht mit mir sprechen, also warte ich ab. Er ist ja auch in Therapie und da ich weiß, wie lange es dauern kann, bis auch sich und die Vergangenheit und das was passiert zu reflektieren, warte ich einfach ab. Ich weiß ja, das ich auch Liebe geben kann ohne etwas zu erwarten oder dafür zu bekommen. Ich liebe meinen Sohn ja trotzdem und das schöne daran ist mittlerweile, diese Liebe schmerzt nicht mehr. Ich bin so was von Stolz auf mich, dass ich dazu in der Lage bin. Ich fühle mich zur Zeit wie ein Kind, das neu laufen lernt. Und freue mich über jeden weiteren Schritt, den ich mutig wage auch wenn es weh tut.

29.09.2016 10:24 • #59


was glaubst du, denkt dein Sohn über dich? welche gründe hat er, dass er ein gespräch mit dir verweigert?

bleibe weiter standhaft. Deine wunde, die mit Alk. desinfiziert wird, brennt auch erstmal höllisch, aber es hilft

29.09.2016 10:57 • #60



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