Lieber Maximilian,
willkommen im Forum und schön, dass Du Dich wieder soweit aufraffen konntest, nicht allein mit Deinem verständlichen Frust zu bleiben !
Ich verstehe es , dass Dich die Depression einholt, wenn Du durch das Knie so eingeschränkt bist , und auch noch eine Beziehung beendetest in dieser Zeit, wo Gesellschaft ( allerdings positive müsste es sein) gut getan hätte. Wohnst Du ganz allein ? Leider kommt ja oft Schwieriges zusammen. Doch immer hin hast Du eine Perspektive, wenn Du schreibst, Ende Monat kannst Du wieder zur Arbeit gehen. Ich habe den Eindruck, dass die Arbeit Dir gut tut...?
Meine Sympathie hast Du speziell, weil auch ich mich bis mindestens Ende Januar bis zur Besserung meiner Situation gedulden muss. Es ist eine lange Zeit und ich komme nur über die Runden, indem ich einen Tag nach dem anderen nehme. Im Gegensatz zu Dir bin ich mit den Psychopharmaka ( bei mir steht die Angststörung im Vordergrund...was aber auch depressiv macht) noch nicht richtig eingestellt. Also auch da ein Abwarten, ua. auf die Rückkehr meiner Psychiaterin.
Ich denke wie @Sonnenmutter schreibt, dass es helfen kann sich eine gewisse Tagesstruktur an zu fertigen. Sich Dinge vornehmen, von denen man sich etwas Freude versprechen kann. Andererseits darfst Du es Dir ja auch leisten den Tag locker an zu gehen. Dich nicht zu überfordern. Denn der Knie-Heilungsprozess kostet auch Energie.
Mein heutiges Umfeld kann mit meinen psychischen Zuständen weitgehend behelligen. Denn sie wissen aus eigener Erfahrung oder der Erfahrung Nahestehender wie es in etwa in mir aussieht. Ich suche mir inzwischen auch entsprechende Menschen aus.
Früher war das ganz anders, besonders als ich es noch mit Familienmitgliedern zu tun hatte, die man ja nicht aussuchen kann. Ich hatte die Rolle des "schwarzen Schafes " inne ,und war wohl auch eine Bedrohung mit meinem Nicht-Wie-Alle-Funktionnieren. Da Du im Vergleich zu mir noch sehr jung bist, nehme ich jetzt mal an, dass Du möglicherweise das familiäre Umfeld meintest, bei dem Du Dich unverstanden fühlst ? Wenn dem so wäre, würde ich Dir empfehlen Dich da nicht so sehr zu zeigen, denn Unverständnis und "das wird schon wieder"-Floskeln können Dir jetzt mehr schaden als nützen.
Ich wünsche Dir die Kraft, dass Du trotz der herausfordernden Situation immer auch wieder etwas findest das Dich freut und Dir gut tut. Sei besonders lieb zu Dir...ja, und noch was von meiner Lebenserfahrung: Depression ist kein einfaches Los, aber man kann mit der Zeit lernen besser damit umzugehen , bzw. seinen eigenen Sinne da und dort finden. Heute weiss ich, dass zu meinem Leben schwere Zeiten gehören, doch ich fühle mich denen nicht mehr so ausgeliefert wie früher...
Vielleicht macht Dir was ich schreibe gesamthaft etwas Mut, liebe Grüsse
