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Rimski

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Hallo zusammen,

aus gegebenem Anlass die Frage (ich gehe seit Monaten auf dem Zahnfleisch) >

"Wann war der Tag an dem Ihr nicht mehr konntet und beruflich aufgegeben habt"?

Was war der nachfolgende Schritt bei Euch dann? Wie ist die Geschichte für Euch ausgegangen?

26.03.2025 x 1 #1


31 Antworten ↓
Azure

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Ich hatte gestern so einen Tag. Der Tag hatte mit sehr viel Motivation begonnen. Die letzten 2 Wochen arbeitete ich mit Hochdruck daran, ein Projekt zu retten. Druck ist enorm. Sowohl intern, da ich im Vorfeld Fehler gemacht hatte und das Team Fehler gemacht hatte. Als auch von aussen, weil viel Geld im Spiel ist. Gleichzeitig mein Ziel, meine Ansätze, mich und mein Leben zu optimieren - gefühlt mache ich auch große Emtwicklungsschritte, die alle Zeit und Energie benötigen. Einiges sind Infrastrukturoptimierungen, die dringend umgesetzt werden müssen...

... egal auf jedrn Fall brach ich gestern abend für meine Verhältnisse zusammen, merkte, dass keinr Kraft mehr da ist.
Ich nervte dann zunächst ein paar Leute hier im Forum, weil ich den Eindruck hatte, dass ich alleine bin. Schließlich überwand ich mich und schrieb meinrm Bruder dass bei mir gerade einiges zusammenbricht, ich das aber auch nutzen möchte um aufzuräumen. Es kam eine Nachricht der Besorgnis zurück. Ich werde im fragen ob wir mal länger telefonieren können.

Ich danke hiermit auch den Nutzern hier im Forum, die sich gelegentlich Zeit für meine Sorgen nehmen, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, dass ich nicht vermitteln kann, was wirklich in mir vor geht.

Auf der Rückfahrt vom Büro kamen mir die Tränen. Hätte ich etwas mehr Zeit gehabt, wäre ich rechts rangefahren um es rauszulassen. So fuhr ich zur Familie um mit etwas Verspätung suf die Kinder aufzupassen.

Ich habe manchmal Tiefs, die ich gelegentlich in meinem Thread "Ich hänge gerade fest"( einsamkeit-forum-f37/haenge-gerade-fest-t115391.html ) festhalte.
Aktuell ist die Lage objektiv gesehen etwas ernster, weil für mich meine berufliche Existenz mal wieder bedroht ist, wenn ich nicht aktiv täglich Leistung liefere.

Ich kann generell folgende Tipps geben:

* reden: 1) Ehrlich, aber positiv und lösungsorientiert mit Vorgestzten, Kollegen und Kunden. ("WIR haben Schwierigkeiten")
2) Mut aufbringen gegenüber Freunden und nahen Verwandten, aber nicht überlasten. 3) größeren Redebedarf hier im Forum. Akzeptieren, dass die Leute selbst Schwierigkeiten habrn, Ladt auf viele Schultern verteilen. Rückmeldungen mit denen ich wenig anfangen kann quittiere ich dankbar und versuche sie zu verstehen. Immerhin nimmt sich jemand Zeit. Oft verstehe ich Dinge erst mit der Zeit. In drn meisten Fällen findet wertvoller Austsusch statt.
* Pausen machen, aber nicht in Lethargie verfallen. Zeit für Planung und Infrastruktur investieren. Auch in / Gerade in Krisen nachhaltig arbeiten, auch wenn es kontraproduktiv wirkt. Partner bemerken wenn ordentlich mit Krisen umgegangen wird.
* Weinen
* Lachen und positiv mit anderen sprechen

26.03.2025 07:40 • x 1 #32


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A


Wann war der Tag an dem Ihr nicht mehr konntet?

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Mollie

Mollie
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Ich rate Dir, frühzeitig die Reissleine zu ziehen und nicht zu warten "bis Du nicht mehr kannst". An dem Tag bist Du dann u. U. nicht mehr in der Lage, die richtige Entscheidung zu treffen. Wenn Du jetzt merkst, dass es Dir so nicht gut geht, hast Du die Möglichkeit, Alternativen zu betrachten und mit einer gewissen Ruhe zu entscheiden. Du kannst Dir Unterstützung holen bei Ärzten etc.

Vor langer Zeit habe ich einmal diesen Punkt verpasst und ich habe dann völlig unüberlegt gehandelt, weil ich einfach nicht mehr geradeaus denken konnte.
Trigger

Das ganze endete in einem Suizidversuch, den ich schwer verletzt überlebt habe.



Heute weiß ich, dass ich das hätte verhindern können, wenn ich frühzeitig an mich gedacht hätte. Wenn es mir jetzt nicht gut geht, erkenne ich die Anzeichen und ändere etwas.

25.03.2025 17:54 • x 1 #23


Zum Beitrag im Thema ↓


D
Ungefähr mit 19, kurz bevor ich auf die Abendschule wollte, kam der Zusammenbruch. Alle Versuche seitdem mich fortzubilden, Kurse, etc. sind nicht mehr möglich. Arbeiten natürlich auch nicht. Über die Jahre wurde die Liste der psychischen Erkrankungen immer länger, die Einschränkungen drastischer und erst mit Ende 20 konnte ich wieder etwas Lebensqualität zurückgewinnen. (Ich kann mich alle paar Wochen in ein Restaurant setzen und etwas essen.) Durch das komplexe Krankheitsbild ist es sehr schwer, Fortschritte zu machen, wird an einer Schraube gedreht, lockert sich eine andere. Zum schreien... 😱 Immerhin konnte ein weiteres Abrutschen verhindert werden. Was die Zukunft bringt, wird man sehen müssen, da Therapie und Diagnosestellen (für ADHS, etc.) aber kaum zu bekommen sind, wird mein Witz wohl Realität werden.

"An dem Tag an dem ich psychisch gesund bin, gehe ich wahrscheinlich in Rente..." 🙃

Schritte waren dann Hausarzt -> Therapien -> Klinik -> Therapien

#2


Rimski
@DerAngsthase
Bei mir ist es so das ich seit meinem 16 Lebensjahr im Berufsleben bin.
Etliche Schlachten/Dramen in etlichen unterschiedlichen mist Jobs habe ich ertragen.
Krank habe ich mich auf die Arbeit geschleppt.

Heute bin ich 42 und fühle mich so abgekämpft das ich böse Gedanken habe .

x 1 #3


Luce1
Zitat von Rimski:
Wann war der Tag an dem Ihr nicht mehr konntet und beruflich aufgegeben habt"?

Mit einsetzen jeder Depression. 2x hatte ich versucht, noch weiterzuarbeiten aber es machte keinen Sinn, weil ich alles 3/4x überprüfen musste, weil ich mich nicht mehr Konzentrieren konnte.

Dazu keine Kraft mehr, es ging nichts mehr.

x 1 #4


Rimski
Zitat von Luce1:
Mit einsetzen jeder Depression. 2x hatte ich versucht, noch weiterzuarbeiten aber es machte keinen Sinn, weil ich alles 3/4x überprüfen musste, weil ich mich nicht mehr Konzentrieren konnte. Dazu keine Kraft mehr, es ging nichts mehr.

Hast Du dann gekündigt oder wurdest Du gekündigt wenn ich Fragen darf?

#5


User_0815_4711
Zitat von Rimski:
"Wann war der Tag an dem Ihr nicht mehr konntet und beruflich aufgegeben habt"?

Ich weiß die Situation noch genau, habe auf einer Zugfahrt ein Fachbuch gelesen und mir gedacht: "Warum?". Da war ich 31 Jahre alt. Ich habe dann aber den Job dort "fertiggemacht" (so lange der Vertrag lief, bei "innerer Kündigung") und mich später freiberuflich in diesem großen Gebiet beschäftigt, aber nur so viel, wie zum Leben nötig war. Die andere Zeit habe ich ebenfalls Teilen dieses großen Gebietes gewidmet, aber meinen ureigenen Interessen in diesem Gebiet.
Vor 16 Jahren wechselte ich in die nichtprofessionelle Pflege, in dem erwähnten großen Gebiet bin ich immer noch ein wenig tätig und konnte auch das eine oder andere schöne Ergebnis erzielen.
Ich liebe dieses große Gebiet, aber so bald es institutionalisiert ist, du in einer Mühle drin bist, ist es zu vergessen. Und das wäre für mich überall der Fall, mein mindset passt nicht zu "buckeln", "Speichel l e c k e n" und "schön tun".

#6


Burn
Hallo Rimski

Ich bin auch gerade noch in einer Erschöpfungsdepression/burnout
Berufsbedingt nach vielen Jahren Mobbing etc. Wie auch immer. Es geht auch wieder aufwärts.
Ich fühle mich nicht mehr so beschissen wie als ich in die Krankheit gegangen bin.
Ich bin jetzt seit 8 Monaten im Krankengeld. Ich habe in der Zeit einiges geschafft. Tagesklinik Therapieplatz bekommen und Psychiater
Gekündigt hatte ich erst einmal nicht und würde ich dir auch erst mal nicht raten.
Jetzt wo ich mich solangsam besser fühle gehen die ersten Schritte in Richtung Kündigung.

Aber erst einmal musst du etwas verschnaufen um zu sehen wo du stehst

#7


Rimski
@Burn Danke für deinen Beitrag - Mobbing - hört sich übel an. Das tut mir leid für dich, die Menschen halt. Ich bin an einem Punkt wo ich am liebsten alles gegen die Wand fahren würde. Es geht einfach nicht mehr. Keiner glaubt mir.
Wie komme ich aus der Spirale des Wahnsinns raus?

#8


User_0815_4711
Zitat von Rimski:
Wie komme ich aus der Spirale des Wahnsinns raus?

In dem du nicht alles gegen die Wand fährst, sondern einen Schritt zur Entlastung setzt.
Was und welche Baustellen gibt es bei dir, grob gesagt?
Und ich glaube dir - ich hatte vor meiner "inneren Kündigung" Herzprobleme, die mit dem Moment der "inneren Kündigung" verschwunden waren.

#9


Rimski
@User_0815_4711
Grob gesagt die Punkte:
- Ich hasse meinen Job (ich mache das seit 20 Jahren) IT
--> Quereinsteiger Bewerbungen laufen ins leere keiner nimmt mich
- Ich habe Tinnitus
- Ich habe Zahnprobleme
- Ich schaffe meine Arbeit nicht mehr, es wird zuviel. Meinen Chef interessiert es nicht.
(ich gelte als Zuverlässig, belastbar)

Ich habe keine Frau, Kinder noch wenn um den ich mich kümmern muss.

Ich würde so gerne das die mich kündigen würden dann hätte ich meine Ruhe.

x 1 #10


Luce1
@Rimski 1x wurde mir Monate später gekündigt (jetzt im Nachhinein denke ich, es war wegen der Depressionen) .
Ich war dort 7 Jahre.

Es war ein kleines Familienunternehmen; ich musste deshalb auch sagen, dass ich an Depressionen litt.

Und einmal wurde ich in der Probezeit gekündigt, war eine Riesenfirma, eigentlich war ich nicht gesund, als ich das Vorstellungsgespräch hatte. Ich dachte, vielleicht hilft das Arbeiten ja.

Als die den Stempel auf der Krankschreibung vom Psychiater sahen, gab es einen Anruf, was ich genau hätte. Ich sagte, bin nicht verpflichtet, es Ihnen zu sagen.
Und dann kam per Einschreiben die Kuendigung.

#11


User_0815_4711
.

#12


User_0815_4711
Zitat von Rimski:
- Ich hasse meinen Job (ich mache das seit 20 Jahren) IT

Nachvollziehbar!

Du bist ganz für dich alleine - super!

Dann kündige einfach selber und orientiere dich neu. Was hält dich auf? Du hast Verantwortung nur für dich selber. Ich habe das mehr oder weniger auch gemacht und alles weitere hat sich gewiesen. Vertraue aufs Leben.

#13


Rimski
Zitat von User_0815_4711:
Du bist ganz für dich alleine - super! Dann kündige einfach selber und orientiere dich neu. Was hält dich auf? Du hast Verantwortung nur für dich selber. Ich habe das mehr oder weniger auch gemacht und alle weitere hat sich gewiesen. Vertraue aufs Leben.


Genau da liegt das Problem.

Ich habe halt keinen Nachfolgejob und würde erstmal eine Sperre kassieren bei Eigenkündigung.

Meine Querseinsteiger Job Bewerbungen (deutliche Gehaltsabstriche) laufen ins leere.

"Vertraue aufs Leben" also zum 30.06 kündigen und hoffen das ich einen Anschlussjob finde, Miete, essen müssen halt bezahlt werden. Auto habe ich nicht oder sonst noch teure Kredite. Ich könnte vielleicht ein halbes Jahr von den Ersparnisse leben.

x 1 #14


Luce1
Zitat von Rimski:
Meine Querseinsteiger Job Bewerbungen (deutliche Gehaltsabstriche) laufen ins leere.

Bringt ja aber nichts, wenn Dich ein gut bezahlter Job kaputt macht.

Dann lieber eine kleinere Wohnung aber einem Job nach gehen, der einem Spaß macht und Mann morgens gerne aufsteht, weil man sich auf die Arbeit freut.

#15


V
Ich habe 2 x auf ärztlichen Rat gekündigt.
Ich war schon in vielen Jobs, die aber irgendwann immer krankheitsbedingt kollidiert sind.

Jetzt war ich 4 Jahre komplett raus und Versuche wieder den Einstieg in ein völlig neues Berufsfeld und hoffe, dass ich das schaffe. Gekündigt wurde ich selber nie.

#16


Schlaflose
Zitat von Rimski:
"Wann war der Tag an dem Ihr nicht mehr konntet und beruflich aufgegeben habt"?

Das genaue Datum weiß ich nicht mehr, aber es war im Januar 2011. Ich war zu dem Zeitpunkt 20 Jahre im Schuldienst und genau so lange hatte ich mit massiven Schlafproblemen und Depressionen zu tun, weil es einfach der falsche Beruf und die Hölle für mich war. Ich konnte einfach nicht mehr. War dann fast das ganze Jahr krank geschrieben, fing direkt im Februar eine neue Therapie an und mit Hilfe des Therapeuten (durch ein entsprechendes Gutachten) bekam ich im November 2011 die Möglichkeit, im Ministerium in der Verwaltung anzufangen. Das war meine Rettung und ich konnte dort bis vor kurzem meinen Lebensunterhalt verdienen. Jetzt bin ih seit 1. März in Rente.

x 1 #17

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D
@Rimski

Ich würde zum Hausarzt gehen und ihm das so sagen. Du kannst nicht mehr, du brauchst eine Auszeit und dann mal weiter sehen. Jeder gute Arzt schreibt dich 1-2 Wochen krank und hält dann Rücksprache. Dann werden die nächsten Schritte überlegt. Irgendwie kann der Arzt ja auch bestätigen, dass dich der Job kaputt macht, dann kannst du kündigen ohne Sperre. (Da läuft aktuell ein anderes Thema zu genau diesem Vorgang)

Grüße

#18


Burn
Ja ich würde auch sagen erst mal innehalten. Es ist tatsächlich keine einfache Entscheidung und mir geht es genau gleich. Bei mir ist es die Werbung/marketing jetzt woanders quer einzusteigen momentan noch unmöglich.Bewerbungen laufen ins Leere. Natürlich irgendwann ist jeder irgendwie spezialisiert.

Ob du in dem Beruf bleibst oder nur das Unternehmen wechselst das ist genau so eine Frage , wie ob man den Quereinstieg doch noch schafft

Immer unglücklich zu sein in dem Job kann man extrem lange durchhalten, ist die Frage was man letztendlich „ muss „

#19


Burn
Zitat von Vhaena:
Ich habe 2 x auf ärztlichen Rat gekündigt. Ich war schon in vielen Jobs, die aber irgendwann immer krankheitsbedingt kollidiert sind. Jetzt war ich ...

Irgendwie bewundernswert was du alles schaffst auch wenn die Umstände nicht schön sind

x 2 #20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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