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Robinson
Hallo,
wie geht ihr damit um, wenn ihr in der Depression kaum was schafft, wenn selbst das Aufräumen ein riesen Berg für euch ist, Dinge die früher ein Witz waren, z.B. Ämter usw ?
Oft schäme ich mich, denke du liegst auf der faulen Haut !
Aber es ist alles soo Mühselig und Schwer.
Ich fange oft was an und kurz darauf lege ich mich wieder hin, weil nix geht !
Dann habe ich ein schlechtes Gewissen.

Mein Vater war letztens da, und sein Blick galt zuerst der Wohnung.
"Wie kann man nur so leben" war die erste Bemerkung.
Ich glaube ich muss mich davon frei machen !

Wie gehst du mit Schuld und Scham bei Depression um ?

Gruss Robinson !

17.09.2017 11:46 • 03.11.2017 #1


18 Antworten ↓


petrus57
Scham und Schamgefühle haben viele Depressive.

Würde mir darüber keine Gedanken machen. Bei mir liegt auch immer alles rum. Ich schaffe es auch nicht aufzuräumen.

17.09.2017 12:32 • #2



Schuld und Schamgefühl Alles bleibt liegen

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Schade dass es mir so wenige Antworten hier in dem Thema gab, das würde mich auch sehr interessieren. Ich ertrinke gerade mal wieder in schuldgefühlen

08.10.2017 23:40 • x 1 #3


Abendschein
Dein Vater besucht Dich und nicht die Wohnung. Leider bin ich in Zeitdruck, aber ich melde mich nochmal.

09.10.2017 05:52 • #4


Abendschein
@Robinson was sind Schuldgefühle? Ich frag das mal so in die Runde. Wer hat Schuld und wem gegenüber?
Was ist Schuld. Schuld braucht niemand zu haben, weil wir nicht schuldig sind. Wenn Du Deine Wohnung nicht
schaffst aufzuräumen, dann ist das eben so. Deswegen brauchst Du Dich nicht zu schämen und auch keine
Schuldgefühle zu haben. Das ist meine Meinung. Schuld erdrückt und keiner braucht Schuld haben.

09.10.2017 15:15 • #5


@Abendschein das hast du sehr schön geschrieben! Leider kommt sowas bei mir im Kopf auch nicht richtig an. Ein Beispiel: Ich habe letztes Jahr angefangen in der Firma meines Schwiegervaters zu arbeiten. Ich habe schon immer Kozentrationsprobleme gehabt, ich will immer alles sofort und perfekt machen, dieser Druck hemmt mich und sorgt damit für Flüchtigkeitsfehler. Die Depressionen werde ich wohl schon lange haben, die Angst und Panikstörung ist neu. Ich habe riesen Angst vor Fehlern und kann damit gar nicht umgehen was leider schon Panikattacken ausgelöst hat. Nun ist es gerade so dass durch die Übergabe im Büro an meine Kollegin diese "aufräumt" und viele Sachen entdeckt hat. Ich ersticke gerade in Schuldgefühlen und kann kaum klar denken. Ich hasse mich dafür dass ich nicht früher besser aufgepasst hab! Ich gelähmt vor Schuld und Scham. Alle sagen ich konnte nicht anders und das ist halt mein "Problem" weswegen ich auch in Therapie bin aber ich verstehe nicht dass alle immer noch hinter mir stehen

09.10.2017 15:33 • x 1 #6


Robinson
Depression ist ja auch eine Schamkrankheit.
Ich habe dann oft das Gefühl, dass jeder nur das sieht was ich nicht schaffe .
Bin wie *beep* oder aus Glas.
So wie ich mich selbst ablehne in diesem Augenblick, denke ich auch dass die anderen es tun.
Hab ich durch meinen Vater. Danke.
Aber ich bin viel mehr als die Summe meiner negativen Seiten ! Das muss ich mir wie ein Mantra immer wieder sagen.
Scham bekommt man aber nicht so schnell los. Ist wie ein Fleck der nicht weggeht.

09.10.2017 18:46 • #7


Abendschein
Das geht nur an die Arbeit mit sich selbst und alles in Liebe zu betrachten.
Liebe ist der Schlüssel zum Herzen. Werde sanft zu Dir. Verurteile Dich nicht.
Alles ist gut sowie es ist.

Was ist Scham für Dich,, für was schämst Du Dich?

09.10.2017 19:56 • #8


Robinson
@Abendschein

Weil man mir es so beigebracht hat.
Das ist heute nicht mehr gültig,
aber sag das mal dem Unterbewusstsein.
Rational ist mir das klar.

09.10.2017 20:06 • #9


Abendschein
Zitat von Robinson:
@Abendschein

Weil man mir es so beigebracht hat.
Das ist heute nicht mehr gültig,
aber sag das mal dem Unterbewusstsein.
Rational ist mir das klar.


@robinson, Du sagst es selber das das Heute nicht mehr gültig ist.
Meinst Du Du bekommst es nicht weg? Mir wurde als Kind auch etwas
beigebracht, aber Heute bin ich Erwachsen. Für mich selbst verantwortlich.
Du kannst auch mit Deinem Unterbewußtsein reden, erreichst Du es?

09.10.2017 20:20 • x 1 #10


Grashüpfer
Ich könnte gerade auch vor Scham im Boden versinken. Ich trau mich ja kaum das zu erzählen. Also: Vor ein paar Wochen hatte ich im Bad einen verstopften Abfluss. Meinen Vermieter hab ich nicht gleich erreicht, und da wirklich gar nichts mehr ablief, das Wasser stand, dachte ich, ach komm, machst es selbst. Angerufen, Termin ausgemacht, die Handwerker kamen - und ich bin an total schwarze Schafe geraten. Haben mich voll abgezockt, und ich hab mich so in der Falle gefühlt, dass ich mich nicht wirklich wehren konnte. Am nächsten Tag bin ich zur Verbraucherzentrale gegangen und hab mir Rat geholt. Die Dame riet mir, ich soll die anzeigen. Und ich solle beim Amtsgericht XY nachfragen, weil die keine anständige Handelsregisternummer angegeben hatten. Ich erzählte ihr, dass ich mich in Grund und Boden schäme. Sie sagte, nein das brauche ich nicht. Das pasiert so oft, sie kennen das zur Genüge, vor allem von Schlüsseldiensten. Ich hab nix dergleichen gemacht, keine Anzeige, ich kann einfach nicht. ich schäme mich so für mein Versagen, ich will das einfach nur abhaken und aus meinem Kopf streichen.
Vorhin kam bei WISO was über Betrug - und prompt ist alles wieder da! Ich möchte mich in ein Mauseloch verkriechen - dass MIR sowas passiert! Schrecklich! Ich bin doch eine erwachsene, intelligente Frau, sowas passiert so jemand nicht! Die Frau bei der Verbraucherzentrale sagte auch, dass kann jedem passieren, die Situation ist einfach schrecklich. Ich bin so augewühlt, schäme mich, hab Herzrasen und die Depression schlägt wieder voll zu. Oh Gott.... Kennt ihr sowas? Das Schreiben hilft, jetzt laufen mir die Tränen übers Gesicht...
Ich hab nur einenr guten Freundin davon erzählt, der ich sowas erzählen kann. Sonst niemand, mir ist das unendlich peinlich.
Und ich schäme mich, euch das zu erzählen. Aber im Moment bringt es mich schier um. Depri hello again... Was für eine Schei..ßkrankheit!

09.10.2017 20:43 • #11


Abendschein
@Grashüpfer da hat die Dame Recht, das kann jedem passieren und Du kannst in keinen Menschen
hineinschauen. Da brauchst Du Dich nicht zu schämen. Schämen sollten sich die, die Dich übers Ohr gehauen
haben, aber solche haben meist kein Schamgefühl, weil sie nicht in die Tiefe schauen können,.

09.10.2017 20:50 • x 1 #12


Grashüpfer
Danke für deine lieben und tröstenden Worte, @Abendschein . Ich heule Rotz und Putz. Das waren einfach nur A.r.s.c.h.l.ö.c.h.e.r! Und trotzdem fühle ich mich schlecht. Manchmal geht es gut und dann toucht es mich kaum noch, aber in Momenten, wo es mir eh schlecht geht wie jetzt, ist es wieder ganz nah und bedrängt mich, setzt mir voll zu.

09.10.2017 20:54 • x 1 #13


Ich empfinde es auch so wie Robinson. Es ist schon erschreckend welche macht das Unterbewusstsein haben kann. Mein Therapeut sagt ich bin in manchen Situationen wie ein Kind bzw mein inneres Kind und das kann sich sehr groß machen

"Doch unser inneres Kind beeinflusst auf der unbewussten Ebene unser Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln ganz maßgeblich. Sogar sehr viel stärker als unser Verstand. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Unterbewusstsein eine sehr machtvolle psychische Instanz ist, die zu 80 bis 90 Prozent unser Erleben und Handeln steuert." (Gerade in einem Buch gelesen)

09.10.2017 22:19 • #14


Abendschein
Zitat von Tanja84:
Ich empfinde es auch so wie Robinson. Es ist schon erschreckend welche macht das Unterbewusstsein haben kann. Mein Therapeut sagt ich bin in manchen Situationen wie ein Kind bzw mein inneres Kind und das kann sich sehr groß machen



Du kannst Deinem inneren Kind aber auch mit Liebe begegnen, es in den Arm nehmen und fragen was es möchte.
Und gaaaanz lieb zu ihm sein, denn das braucht es jetzt.

09.10.2017 22:22 • #15


Grashüpfer
Das Kind zu lieben und liebevoll mit ihm umzugehen, ihm Zeit zu geben und nachsichtig zu sein muss man aber erst lernen. Das dauert eine ganze Weile, und man muss immer wieder dem Kind gut zureden.

Ich kenne das auch sehr gut, @Tanja84 , und ich war auch erschrocken und erstaunt, wie viel Macht es über mich als Erwachsene lange Zeit hatte. Ich musste ganz genau hinsehen und analysieren, warum dieses innere Kind in manchen Situationen so dominiert und mich zum Kind macht und mich so handeln lässt, wie es ein Kind zum Teil tun würde. Als ich das gelöst hatte, wurde es besser.

09.10.2017 22:30 • #16


Wie hast du es denn gelöst? Ich weiß dass ich mich eher an meinen Therapeuten halten sollte aber es interessiert mich sehr

09.10.2017 22:35 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Grashüpfer
Oh das ist gar nicht so einfach, denn dazu müsste ich einiges aus meiner Geschichte erzählen, und das möchte ich so öffentlich nicht. Nur so viel: Ich wusste, dass ich mich meinem Vater gegenüber wie ein Kind verhalte. Aber warum? Ich fand heraus, dass es mehrere Gründe gab, die aber zusammenspielten. Zum einen war es ein tief sitzendes Schuldgefühl ihm gegenüber. Ich habe ein angeborenes Handicap, und irgendwie ist in mir der Glaube entstanden, mein Vater sei von mir enttäuscht. Hätte sich lieber ein gesundes Kind gewünscht, das alles kann und immer niedlich ist, ein süßes Mädchen ohne Krankheit und Krankenhausaufenthalten als Kind. Ich wurde immer wieder zum Kind, das ihm gefallen wollte und innerlich um seine Liebe bettelte. Er gab mir die - aber ich sah es nicht. Dazu kamen noch andere Dinge, analytisch viel schwierigere, für die ich lange gebraucht habe, um sie zu entwirren und zu verstehen. Mehr möchte ich dazu nicht äffentlich schreiben, und ich möchte dich auch nicht zu sehr zutexten oder "erschlagen". Aber es hat geholfen, zu verstehen, was dahinter steckt, warum ich mich so verhalte, warum ich Kind sein muss und nicht raus komme,obwohl ich das will. Seitdem kann ich es differenzierter und distanzierter sehen: Jetzt bin ich nicht mehr das Kind, sondern die erwachsene Frau. Ab und zu taucht das Kind noch auf. Dann sehe ich aber zwei Personen, mich und das Kind, und ich kann das Kind an die Hand nehmen und sagen, komm, wir machen das zusammen. Ich betrachte uns beide, von außen, und es funktioniert.
Hilft dir das ein wenig?
LG

Ach ja, noch was: Es hat auch viel mit Selbstbewusstsein zu tun. Was ist es in dir, was dich nicht auf Augenhöhe mit deinem Gegenüber reagieren lässt? Warum fühlst du dich so klein in diesen Momenten? Ich kann es nur aus meiner Erfahrung heraus erzählen, aber bei mir hat das alles zusammengespielt. Schuldgefühle und die Blockade, die dich nicht erwachsen sein lässt, macht einen eben klein....

09.10.2017 23:40 • x 1 #18


Bleitränen
Ich kenne das mit der Scham und Schuld auch nur zu gut.
Ich zwinge mich zur Anstrengung,manchmal bis zum Umfallen ,damit ich dieses Gefühl nicht bekomme.
ich kann den Ganzen Tag herum wirbeln und habe diese Gefühl dann trotzdem wenn ich nichts mehr zu tun habe.
Ich würde gern Unordnung in meiner Wohnung haben,aber ein kleiner mieser Kobold in meinem Kopf macht mich dann fertig.
Es liegt bei mir auch an meiner Kindheit.
Genauso wie das nicht weinen zu können..es wurde mir damals zu oft verboten bzw. kann ich mich nicht erinnern in den Arm genommen worden zu sein.Ich kann heute nicht mehr weinen,auch wenn ich es innerlich spüre.
Darunter leide ich wirklich. In meinem Träumen ertrinke ich fast immer...an diesen aufgestauten Emotionen *Wasser*.

03.11.2017 15:57 • x 1 #19



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser