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Hallo
Ich leide seit lange Zeit an Depressionen mit Angst und Zwangsgedanken.
Seit Jahren kann ich nicht mehr weinen.
Wer kennt das?

Herzliche Grüsse
.

02.08.2021 13:37 • 03.08.2021 x 1 #1


13 Antworten ↓


psychomum
@Hoffnungsstrahl Hallo, ich leide ebenfalls an Depressionen seit einigen Jahren recht doll... ich konnte auch lange Zeit nicht mehr weinen, aber zurzeit geht es wieder etwas besser. Manchmal weint man auch und es entlastet nicht...manchmal aber schon etwas...

Wir hatten heute in der Gruppensitzung, dass es oft auch damit zu tun hat, dass man sich das Weinen nicht erlaubt...

Ich denke, dass ist bei mir auch so...

Und bei dir?

Viele Grüße

02.08.2021 14:29 • #2



Nicht mehr weinen können

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portugal
Ich. Allerdings nur in einer depressiven Phase. Es könnte jemand Wichtiges sterben, ich könnte auch dann nicht. Ich dann spüre aber auch keine Liebe mehr ....

Hast Du denn keine besseren Phasen, wo Du etwas spürst?

Ich nehme an, Du nimmst auch Medikamente?

02.08.2021 14:44 • x 1 #3


Peekay
Ich finde es seltsam der Gedanke nicht weinen zu können ist mir fremd.
Ich liegen grade wieder heulend hier und Frage mich ob es immer so weitergeht, hab das Gefühl ich kann nicht mehr.
Daher bin ich mir unsicher ob es nicht schlimmer ist nichts zu fühlen oder von Unmengen von Gefühlen überrannt zu werden. Naja, wahrscheinlich ist beides gleich sch..

02.08.2021 17:08 • x 1 #4


psychomum
@Peekay ich kenn beides, wenn das weinen nicht entlastend ist, ist es ganuso unangenehm wie das Nichtsfühlen....

viele Grüße

02.08.2021 17:30 • x 2 #5


portugal
Zitat von Peekay:
Ich liegen grade wieder heulend hier


Das habe ich, bevor ich in die depressive Episode reinschlittere. Sind klare Anzeichen, die ich bis heute kaum erkenne ...,

02.08.2021 18:13 • x 1 #6


Peekay
@psychomum danke

@portugal bin gerade wieder in einer Phase, hab das aber auch außerhalb, das sind regelrechte Heulkrämpfe, dauert dann immer bis ich mich wieder einkriege.

02.08.2021 18:28 • x 2 #7


Spaceman
Zitat von Peekay:
Daher bin ich mir unsicher ob es nicht schlimmer ist nichts zu fühlen oder von Unmengen von Gefühlen überrannt zu werden. Naja, wahrscheinlich ist beides gleich sch..


Beides ist echt schlimm. Es ist nicht so, dass man nur keine Traurigkeit mehr empfindet - was sich zunächst ja positiv anhört. Ich fühle in einer solchen Phase einfach nichts mehr, keine Trauer, keine Freude, kein Mitgefühl; nur noch Leere, Kälte, Stille. Für mich fühlt sich das immer wie seelisch tot an.

Ist ein wenig, wie die Frage, was schlimmer ist: ertrinken oder verdursten?!

02.08.2021 20:38 • x 1 #8


lunar_light
@Peekay Kann mich auch damit identifizieren, wenn auch nicht so umfangreich.
Was mir dabei geholfen hat war zu verstehen was da genau Ausdruck finden möchte. Weinen ist doch nur eine von vielen Methoden sein emotionales Innenleben zu zeigen und dadurch aufzuarbeiten. Unangenehm hat sich das für mich dann angefühlt wenn ich nicht verstanden habe was da passiert. Vielleicht hilft dir das ja
Gib/nimm dir die Zeit wenn du eh schon da liegst, sieh dir genau an was los ist. Warnung: das kann ziemlich schmerzhaft und beängstigend sein aber unterm Strich wächst man mit der Herausforderung. Du packst das.

02.08.2021 21:03 • x 2 #9


psychomum
@Spaceman ja, genauso geht es mir auch mit der Leere, aber gleichzeitig fühlt man sich innerlich zerissen, sehr unangenehm...

Die Frage ist wirklich wie die Leere verschwindet, ich denke durch rauslassen der verschütteten Gefühle....

Mir wurde das hier in der Rehaklinik richtig zum Vorwurf gemacht, dass ich innerlich leer bin und mich mehr anstrengen soll ich glaub es hackt...

viele Grüße

03.08.2021 10:37 • x 2 #10


psychomum
@Hoffnungsstrahl Hast du vielleicht mal eine tiefenpsychologische Psychotherapie probiert?

viele Grüße

03.08.2021 10:39 • #11


Abendschein
Zitat von psychomum:
Mir wurde das hier in der Rehaklinik richtig zum Vorwurf gemacht, dass ich innerlich leer bin und mich mehr anstrengen soll ich glaub es hackt...

Wenn das mal immer so leicht wäre, sich anstrengen.

Der ist für Dich

03.08.2021 10:40 • x 1 #12


Nicht weinen zu können kenne ich nicht aber diese leere spüre ich auch sehr oft. Ich fühl mich manchmal wie so eine Pflanze die Wassertropfen abperlen lässt. Nur sind die Wassertropfen bei mir schönen Gefühle die einfach nicht in mich deinen können. Und wenn ich mal fühle sind das explosionsartige heulkrämpfe. In der TK meinten sie zu mir ich soll mir 30 min am Tag nehmen um intensiv zu fühlen. Tja ich bekomm es selten hin und wenn ist da nur Angst, Schmerz, Wut und traurige
. Wie soll man das den aushalten wenn auf der anderen Seite kein schönes Gefühl zur Belohnung da ist.

03.08.2021 10:43 • x 1 #13


moo
Hallo @Hoffnungsstrahl,

Weinen kann mehrere Auslöser haben - Trauer, Angst, Depression, Ergriffenheit, Freude, sogar Wut...im Grunde fast alle Emotionen, die wir als existenziell und extrem persönlich empfinden. Letzteres, das Persönliche, gehört m. E. in jedem Fall dazu.

Das bedeutet, dass entweder keine intensiven Emotionen vorliegen und/oder keine Verbindung mehr zu Dir vorhanden ist. Dies ist oft der Fall, wenn - aus welchen Gründen auch immer - Emotionen für längere Dauer unterdrückt, nicht zugelassen oder verurteilt wurden. Dies kann von außen oder intern erfolgen. Andererseits ist ein Mensch, der nie weint auch nicht zwingend unmenschlich

Ein Weinkrampf kann ein Zeichen für eine immense Entlastung sein - sowohl mental als auch physisch. Ich weine oft und gerne, sofern es gerade sein kann. Bei mir ist das eher ein stilles Weinen, wohingegen es bei meiner Partnerin manchmal buchstäblich ums Ganze geht

Könntest Du Dir vorstellen, dass Dich Musik zum Weinen bringen kann oder kennst Du das vielleicht aus früheren Jahren?

03.08.2021 15:22 • x 3 #14



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser