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Hallo Zusammen,

mein Vater hat sich vor ca 1 Jahr von meiner Mutter getrennt. Anfänglich war sie zwar niedergeschlagen, machte aber den Eindruck, dass sie damit klar kommt. Nun ist sie seit ca 3 Monaten psychisch sehr auffällig. Sie ist gereizt, weinerlich und agressiv und das aus heiterem Himmel. Sie kann sich jetzt normal mit einem unterhalten und lachen, und im nächsten Moment kann die Stimmung schon kippen. Beim letzten Besuch was es dann so schlimm, dass sie verbal auf meine 13 jährige Tochter losging. So kenne ich sie eigentlich nicht. Im Internet bin ich nun auf http://www.manischdepressiv.net/ gestoßen und muss sagen, dass sich das schon nach meiner Mutter anhört. Das Verhalten ist schon gleich. Deswegen habe ich mich hier angemeldet. Um mich auszutauschen und um Rat zu fragen. Ich weiß nämlich nicht so recht, wie ich meiner Mutter klar machen soll, dass es besser wäre wenn sie eventuell mal einen Arzt aufsucht. Oder wie ich ihr helfen kann. Ihr aktuelles Verhalten macht es einem wirklich schwer sich mit ihr abgeben zu wollen. Meine Tochter zum Beispiel möchte nun nicht mehr zur Oma und hat am Abend auch bitterlich geweint. Meine Mutter was da wirklich sehr gemein und meine Tochter nimmt sich das eben zu Herzen.

LG

01.09.2016 22:00 • 02.09.2016 #1


3 Antworten ↓


Icefalki
Hallo Priska, willkommen hier.

Kannst das damit klarmachen, dass du sie deutlich auf ihr verändertes Verhalten ansprichst. Depressionen können auch aggressiv machen. Such keine Diagnose, sondern spreche normal mit ihr.

Auch mit der nötigen Achtung.

Meine Schwiegermutter hatte auch so ihre Probleme, als ihr Mann verstarb. Ich hab und das mache ich heute noch immer, immer anständig meine Meinung gesagt.

01.09.2016 22:35 • #2



Mutter manisch depressiv?

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Luna70
Hallo Priska, herzlich willkommen bei uns. Ich hoffe, du wirst hier Rat und Hilfe finden.

Ich weiß es nicht genau, ob wir hier User haben, die selbst von einer bipolaren Störung betroffen sind. Aber soweit ich weiß, gibt es einige Angehörige. Wir haben auch einen Freund mit dieser Krankheit, allerdings ist er zum Glück momentan medikamentös gut eingestellt und hoffentlich nun dauerhaft bereit, seine Medikamente zu nehmen.

Ich habe ihn schon erlebt in Zeiten, in den er die Medikamente abgesetzt hat und da war er wie ein brodelnder Vulkan. Unter der Oberfläche sehr aggressiv, unglaublich redselig, kaum zu stoppen in stundenlangen Monologen über tausend Pläne. Es konnte passieren, dass er im einen Moment einen normalen Satz sagt und im nächsten Moment mit der Hand auf den Tisch haut dass alles zusammenzuckt. Meinst du sowas? Das ist sehr, sehr anstrengend und ich habe wirklich tausendmal gehört, er wäre ja gar nicht krank. Die Schübe gipfelten in allen möglichen Verrücktheiten, bei den auch mal die Polizei eingreifen musste und leider auch mehrmals in der geschlossenen Abteilung.

Das ist auch das Problem, solange keine Krankheitseinsicht da ist, kannst du schwer was machen. Natürlich wäre es das beste, deine Mutter würde sich psychiatrisch untersuchen lassen, aber die Frage ist, wie du sie dazu bewegen kannst. Bei unserem Freund war bei dem letzten Schub, ausgelöst durch Absetzen der Medikamente, dass er definitiv seine Familie verloren hätte. Er hat wirklich in der allerletzten Sekunde die Kurve gekriegt und heute leben alle wieder zusammen und er arbeitet sogar wieder.

Vielleicht solltest du deiner Mutter wirklich sagen, dass sie ihre Enkelin nicht sehen kann, solange sie sich nicht hat untersuchen lassen?

01.09.2016 22:46 • #3


Schlaflose
Manische Depression zeichnet sich eigentlich nicht durch plötzliche oder häufige Stimmungswechsel aus.
Es wechseln sich längeren Phasen von tiefer Depression mit längeren Phasen von Manie ab. In den manischen Phasen sind die Patienten ständig absolut überkandidelt, haben einen unbändigen Rededrang, machen völlig unrealistische Pläne, fangen tausend Dinge an, schlafen kaum und sind trotzdem nie müde, tellweise leiden sie auch unter Verfolgungswahn.

Ich das alles von meiner Cousine, die manisch depressiv ist. So war sie, bevor sie mit Medikamenten behandelt wurde.

Zitat von Priska:
Nun ist sie seit ca 3 Monaten psychisch sehr auffällig. Sie ist gereizt, weinerlich und agressiv und das aus heiterem Himmel. Sie kann sich jetzt normal mit einem unterhalten und lachen, und im nächsten Moment kann die Stimmung schon kippen. Beim letzten Besuch was es dann so schlimm, dass sie verbal auf meine 13 jährige Tochter losging. So kenne ich sie eigentlich nicht.


Das klingt mehr nach einer Borderline Störung.

02.09.2016 18:29 • #4




Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser